Ar. 153
Freilag, den 3. Juli 1931
Seile 7
mutlos und mußten beide dem Krankenhaus ju« geführt werden.
Beim Baden erkunken
': Am 30. Juni wurden im Strandbad Eschersheim die Kleider und das Auto des Reisenden Ludwig Kirchner gefunden. Gestern abend wunde nun die Leiche des ohne Zweifel beim Baden Er- trunkenen aus der Nidda bei Eschersheim geländet. — Mittwoch abend wurde am Niederwälder Wehr in Höchst aus der Nidda die Leiche des 31 Jahre alten Friedrich Hermann Ziegler gelandet. Ziegler ist beim Baden ertrunken.
Kolonne Kramms nimmt zu.
t In den letzten Tagen sind in der an Umfang stetig gewinnenden Diebstahlsaffäre weitere Festnahmen erfolgt. Es befinden sich jetzt insgesamt 26 Personen dieserhalb in Haft.
Frankfurts bekanntester Kriminalist gestorben.
: Donnerstag morgen starb nach kurzem Leiden der Kriminalrat Hans Hader, ein Mann, der weit über die Grenzen Frankfurts hinaus durch die Bearbeitung einiger großer Kriminalfälle bekannt geworden ist. Hader trat im Jahre 1912 als Kommissar beim hiesigen Polizeipräsidium ein, stieg nach einigen Jahren zum Kriminalrat empor und hatte in dieser Eigenschaft lange Jahre die Leitung der Mordkommission inne. Hader sollte vor etwa zwei Jahren versetzt werden, zog es aber vor sich pensionieren zu lassen. Hader hat nur ein Alter von 53 Jahren erreicht.
Der Favagprozeß beginnt im Oktober
: Es ist nunmehr mit ziemlicher Sicherheit an- zunehmen, daß der Favagprozeh anfangs Oktober „steigen" wird, und daß als Vorsitzender Land- gerichtsdirektor Messerschmitt fungiert.' Am 2. Juli war die Erklärungsfrist auf die Anklageschrift abgelaufen. Diese Frist ist nicht verlängert worden, obwohl ein solcher Antrag seitens des Rechtsanwalts Prof. Dr. Alsberg-Berlin vorlag, der bekanntlich den mitbeschüldigten Direktoren Mädje- Berlin vertritt. Diesem Antrag wurde von der Beschlußkammer des Landgerichts nicht stattgegeben. Der Favagprozeß wird sich voraussichtlich ohne den Hauptbeschuldigten Direktor Philipp Becker abspielen, und es wird noch darüber entschieden werden, ob das Verfahren gegen ihn zur Abtten- nung gelangt. Der gesundheitliche Zustand Beckers ist derart, daß er, wie ein vorliegendes ärztliches Gutachten besagt, nicht vernnehmungsfähig ist. Er konnte sich auch nicht auf die Anklageschrift äußern. Um keinen Revisionsgrund zu schaffen, ist die Abtrennung des.Verfahrens notwendig. Der Favag- prozeß wird sich nach den bisher ins Auge gefaßten Dispositionen derart abspielen, daß an vier Tagen jeder Woche verhandelt werden wird und Mittwoch und Samstag frei bleiben sollen.
Aus M und Seen
Versuchter Einbruch in eine Poskagentur
s Schlüchtern, 2. Juli. In einer der letzten Nächte versuchten Einbrecher die Postagentur des Kreisortes Marjoß zu berauben. Die Diebe, die es wahrscheinlich aus das in der Agentur bereit- liegende Geld — mehrere Tausend RM für Ren- £ ten- und Gehaltsauszahlungen zum Monatsbe- giitn — abgesehen hatten,' hatten sich im Nachbargehöft eine Leiter geholt und wollten gerade die Fensterläden erbrechen, als sie von einem Nachbarn, dem Bruder des Postagenten, gestört wurden. Sie ergriffen die Flucht, wobei sie Zwei Fahrräder und ein paar Stiefel zurückließen. Die von der zuständigen Landjägerei sofort cmfge- nommeme Spur führte in eine Nachbargemeinde, und man hofft, die Täter alsbald zu stellen.
Spessartbundfest.
— Michelbach, 3. Juli. In den Tagen vom 4. bis 5. Juli findet dahier das Spessartbundesfest statt, das mit einer Tagung des Spessartbundes verbunden ist. Ein Kommers am Samstag abend wird das Fest einleiten. Am Festtag ist von 12 bis 1 Uhr Platzkonzert. Die Hauptsehenswürdigkeit wird wohl der große historische Festzug sein, der sich nachmittags 2 Uhr in Bewegung setzt. Der 1. Teil besteht aus historischen Gruppen, dem sich im 2. Teil die Wagen u. Gruppen der einzelnen Vereine anschließen. Hiernach findet auf dem Fest- paltz ein Volksfest statt.
Zwei Jahre Zuchthaus für einen Brandstifter
— Kassel, 2. Juli. Das hiesige Schwurgericht verhandelte gestern gegen den 43 Jahre alten Händler H. Grebe aus Rhenegge in Waldeck, der beschuldigt war, am 20. April sein neues Wohnhaus in Brand gesteckt zu haben. Er selbst stritt sehr
Sensation in Wimbledon
Cillg Auhem köln und Hilde Krahwinkel-Essen siegen in der Vorschlußrunde um die Tennis-Weltmeisters chafl der Damen
Lilly Außem
Das deutsche Tennis hat einen glänzenden Erfolg zu verzeichnen. In Wimbledon kämpften sich •gestern die beiden besten deutschen Spielerinnen, Gilly Außem und Hilde Krähwinkel bis in das Finale der panenglischen Damenmeisterschaft durch, werden also am Samstag gegeneinander um den Titel einer Weltmeisterin auf Rasen antreten. Beide Spielerinnen hatten am Donnerstag gefährliche Gegnerinnen zu überwinden. Cilly Außem wurde nach leichtem Gewinn des ersten Satzes (6:0) von der Französin, Madame Mathieu, hart bedrängt und vermochte sich erst im dritten Satze durch ihre tödliche Grundliniensicherhâ im Ballwechsel, von denen viele 20 Mal und öfter das Netz passierten, gegenüber der hartnäckigen Französin durchsetzen. Mühelose Leichtigkeit der Fuß- arbett und beharrliches Festhalten an einem variierten, nicht auf tödlichen Schlägen, aber auf großer Sicherheit aufgebwuten Spielsystem ver-
wortgewandt ab, irgendwie im Zusammenhang mit der Brandstiftung zu stehen. Die Sachverständigengutachten lauten dahin, daß gleichzeitig zwei, wahrscheinlich drei verschiedene Brandherde auf den Bodenräumen des Wohnhauses vorhanden waren, und daß nach Lage der Sache ein Brand nur durch Menschenhand angelegt sein könnte. Das Motiv zur Tat liegt offenbar in finanziellen Schwierigkeiten, denn auf den 23. April war die Zwangsverstsigs- rung des Hauses angesetzt. Dagegen machte der Angeklagte geltend, daß er die Zwangsversteigerung nicht zu fürchten brauchte, da doch niemand das Haus hätte kaufen können, denn es war belastet mit einer ersten Hypothek von 5000 Mk. zugunsten der Kreiskasse, ferner mit einer zweiten Hypothek von 7000 Mk. zugunsten der Ehefrau des Angeklagten und drittens, was ganz außergewöhnlich ist, mit dem Einsitzrecht für Ehefrau und die beiden Kinder des Angeklagten. Bekanntlich werden Häuser, auf denen ein Einsitzrecht ruht, überhaupt nicht versteigert. Das Haus hatte nach Angabe des Bürgermeisters von Rhenegge einen Wert von 7—8000 Mark Haus und Mobilar waren mit 23 000 Mark zusammen versichert. Mit Erhalt der Versicherungssumme hätte der Angeklagte sich vollständig sanieren können. Seinen ständigen Beteuerungen glaubten weder der Staatsanwalt noch das Gericht. Nach dem Antrag des Staatsanwalts wurde der Angeklagte zu zwei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilt.
Renlnerkagung in Marburg
— Marburg, 2. Juli. Der Landesverband Hessen-Nassau und Waldeck des Deutschen Rentner- bundes hielt soeben seine diesjährige ordentliche Hauptversammlung in Marburg ab. Sie war sehr zahlreich besucht, nicht nur von Vertretern der Rentnerführer der Provinz, sondern auch von solchen der Nachbarbezirke. Nachdem die üblichen Formalitäten, Genehmigung von Geschäfts- und Kassenbericht, Entlastung und Wiederwahl des
hilde Krahwinkel
halfen der deutschen Meisterin hier zum Siege über das elegante und kluge, aber etwas zu langsame Tennis der Französin.
Einen grandiosen Kampf gab es in der zweiten Vorschlußrunde zwischen Hilde Krahwinkel und der amerikanischen RanMten-Zweiten Helen Iakobs. Besonder erbittert war der Kampf im ersten Satz, der mit 10:8 an die Deutsche ging. Als diese dann im zweiten Satz erschöpft schien und schnell mit 6:6 geschlagen war, rechnete man mit einem Sieg der Amerikanerin. Aber die Essenerin lieferte im dritten Satz wieder einen großen Kampf und gewann schließlich unter lautem Beifall mit 10:8, 0:6, 6:4.
Im Gemischten Doppel haben sich Betty Nuthall-Spenee durch einen leichten 6:2, 6:2-Sieg über Feltham-Aoki für die Vorschlußrunde qualifiziert, wo sie auf das englische Paar Ridley-Eollins treffen, die Pitmann-Gregory 6:4, 6:8, 7:5 schlugen.
bisherigen Vorstandes, erledigt waren, befaßte sich die Versammlung hauptsächlich und sehr ausgiebig mit den für die Rentner wichtigsten Bestimmungen der zweiten Notverordnung, die zum Teil sehr einschneidend die Lage der enteigneten Gläubiger von Staat und Wirtschaft zu verschlechtern geeignet seien. Die Aenderung der Fürsorgepflichtordnung durch die Notverordnung wurde als ein unglaublich verworrenes Mesirupp unklarer .^rine und juristischem Spitzfindigkeiten bezeichnet. Der ge- schäftsführende Vorstand wurde beauftragt, die Tagungsergebnisse in einem Gutachten zusammenzufassen und der Bundesleitung zu überreichen. Sodann befaßte sich die Tagung mit Fragen der Organisation, Propaganda, wirtschaftlichen Vorteilen für die einzelnen Rentner und mit den Arbeiten der internationalen Liga der Rentner- organisationen fast aller Länder der Welt.
Die Not auf der Landstraße
— Biedenkopf, 2. Juli. Unterhalb des Kreisortes Oberdieten fand man in einer Sandgrube einen toten Handwerksburschen. Wie aus den Ausweispapieren hervorgeht, handelt es sich um einen gewissen Krieger aus Breitenkamm bei Holzminden. Als Todesursache wird Unterernährung angenommen.
Der Prozeß gegen die Michelstadter Landfriedensbrecher.
— Darmstadt, 2. Juli. Vor der Großen Strafkammer hatten sich in zweiter Instanz 7 Michelstädter, unter ihnen der Michelstadter Bürgermeister Neff wegen Landfriedensbruch zu verantworten. Bekanntlich zog im Monat Januar 1930 ein Trupp von 10 SA.-Leuten in Uniform durch Michelstadt i. Odenwald. Dabei ist es zu Zusammenstößen mit der Michelstädter Einwohnerschaft gekommen, die unter der Führung ihres Bürgermeisters gegen die Nationalsozialisten tätlich vorging. Bürgermeister Neff wurde beschuldigt, die
Bevölkerung mit dem Rufe: „Auf die Mordbuben!" gegen die Nationalsozialisten aufgereizt zu haben. Die Beweisaufnahme in der Berufungsinstanz brachte kein neues Material. Professor Sinsheimer- Frankfurt a. Main sowie Rechtsanwalt Dr. Sturm- sels plaibierten für Freispruch sämtlicher Angeklagten. Nach dreiviertelstündiger Beratung verkündete Landgerichtsdirektor Mayer in später Nachtstunde folgendes Urteil: Vier Angeklagte werden wegen Landfriedensbruch in Tateinheit mit gefährlichen Körperverletzung zu je 6 Monaten Gefängnis verurteilt, Bürgermeister Neff erhält wegen Landfriedensbruch in Tateinheit mit Aufreizung zur Gewalttätigkeit ebenfalls 6 Monate Gefängnis. Ein Angeklagter wird freigesprochen und der letzte Angeklagte erhält wegen einfachen Land- friedensbruch vier Monate Gefängnis. Der Vorsitzende führte in feiner Urteilsbegründung aus, daß den Hauptvorwurf den Bürgermeister Neff treffe, der nicht beruhigend genug auf die Bevölkerung eingewirkt habe. Das Gericht halte es auch für erwiesen, daß Neff tatsächlich den Ruf: „Aus die Mordbuben!" getan habe und daher auch als Rädelsführer gelten müsse. Außer einem seien sämtliche Angeklagten überführt. Das Gericht kam des ferneren zu der Ansicht, daß in anbetracht der Alltäglichkeit des Landfriedensbruches von einer Gewährung der Bewährungsfrist abzusehen sei, da eine Mrurteilrmg sonst überhaupt keinen Zweck mehr habe.
Bienenschwarm in der Wohnung — Die Feuerwehr mußte eingreifen
— Mainz, 2. Juli. In einem Gebäude auf dem Ludwigsplatz in Mainz-Kastel hatte sich ein Bienenschwarm durch einen Spalt der Brandmauer unter dem Fußboden des ersten zum zweiten Stockwerk eingenistet. Die Bienen krochen im Zimmer unter der Lamberie hervor und belästigten die Bewohner so stark, daß sie den Raum, ohne Gefahr gestochen zu werden, nicht mehr betreten konnten. Die Bienen konnten nur durch giftige Gase welche die herbergerufene Feuerwehr durch den Spalt an der Brandmauer einführte beseitigt werden. Beim Aufreißen des Fußbodens wurden große Stücke Waben oorgefunben, die das Bienvolk bereits hineingebaut hatte.
Französisches Flugzeug über deutschem Gebiet
— Pirmasens, 2. Juli. Heute morgen ist über Eppenbrunn ein französisches Militärflugzeug erschienen, bas über dem Ort seine Kreise zog und längere Zeit über deutschem Gebiet verweilte. Nach Mitteilungen, die wir von der Grenze erhielten, flog der Apparat sehr niedrig und war an den Abzeichen als Militärmaschine deutlich erkennbar.
Aus aller wett
Nie Einweihung des Stvekemann-EhvenmatS
Mainz, 2. Juli. Die Feierlichkeiten anläßlich der Enthüllung des Stresemann-Ehrenmals beginnen am Samstag 4. Juli, abends 8.30 Uhr, mit einem Festakt in der Stadthalle, bei dem nach Begrüßungsansprachen des Vorsitzenden des Arbeitsausschusses Dr Baum und des Oberbürgermeisters Dr. l' zr- hard für die hessische Regierung Staatspräsident Dr. Adelung, für den Reichstag Reichstagspräsident Löbe und außerdem wahrscheinlich Reichsbankpräsiden Dr. Luther sprechen werden. Die Feier wird umrahmt von musikalischen Darbietungen des Mainzer Orchesteroereins unter Leitung von Dr. Morgenroth. Die Hauptfeier am Sonntag, den 5. Juli, beginnt mit Gottesdiensten in der Christuskirche und im Dom. Um 11X Uhr vormittags nimmt dann der Vorsitzende des Arbeitsausschusses Dr. Baum die Enthüllung des Ehrenmals vor, worauf der Führer der Deutschen Volkspartei, Abg. Dr. Dingeldey, die Gedächtnisrede hält. Nach dem Liede „Am Brunnen vor dem Tore" wird Außen- minister Dr. Curtius die Weiherede halten, worauf nach Absingen des Deutschlandliedes der Jnnen- raum des Denkmals geöffnet wird. Dort legt Reichsminister Dr. Curtius im Auftrage des Reichspräsidenten und der Reichsvegierung einen Kranz an der Herme Stresemanns nieder. Anschließend erfolgt dann die Ueber gäbe des Ehrenmals in die Obhut der Stadt Mainz. Eine Reihe von Kranzniederlegungen bilden den Schluß der Feier, zu der über’ 300 prominente Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst ihre Teilnahme zugesagt haben.
LttdendoE zu sec Mavk GeMftvafe vevuvteLlt
Gotha, 2. Juli. In dem Beleidigungsprozeß des ehemaligen Großmeisters der Großen Landesloge, Graf zu Dohna, gegen den General
PULVER
-FUN-
Was Sie schon für Pfennige haben können - HenkeFs Ata - brauchen Sie nicht teuer zu bezahlen! Erstaunlich viel reinigt etwas Ata auf feuchtem Lappen überraschend schnell und gründlich ohne große Mühe. Was immer es im Haushalt zu putzen und zu scheuern gibt - Ata besorgt es schneller, gründlicher und billiger. Machen Sie den Versuch!
^ä^prS^ischc Streudiebverschluß.
JkTF Jk Henkers Putz-und Scheuerpulver JF^k ■ putzt und scheuert alles.
Herdestellt in den Persil-Werften.
Nehmen Sie zum Aufwaschen, Spülen und Reinigen Henkels d