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Samstag 8,

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1931

Durchführung des Coover-Blanes «trotz Weigerung Svantveichs

Statt rechnet mit einem Sehlschlag der fvanrosisch-amevikanischen Serbandlunsen England, Italien werden den Koovev-Vlan in Wirksamkeit setzen

Amerika,

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* In Hamburg verstarb im Alter von 75 Jahren der frühere deutsche Botschafter in London, Dr. S t h am e r.

Das preußische Staats Ministerium hat beschlossen, dem Preußischen Landtag das Er­gebnis des Stahlhelm-Volksbegeh­rens sofort zugehen zu lassen und ihm die Ab­lehnung der geforderten Auflösung des Landtags zu empfehlen. Der Volksentscheid dürfte dann An­fang August, wahrscheinlich am 2., erfolgen. Im Anschluß an die Kabinettssitzung hielt das preu­ßische Staatsministerium eine Chefbesprechung ab, deren Ergebnis für streng vertraulich erklärt wurde.

Der Reichsverkehrsmiuister hat den Unglücksfall desSt. Plzilibert" zum Anlaß genommen, nach- zuprüfen, ob die deutschen S ch u tz v o r s ch r i f- ten zur Sicherung des Masjenver- kehrs auf Schistken genügen.

Per R eich s kanzler beabsichtigt, sobald es £...^^U^j^ gestattet, auf Anraten icmvÄ eâil mehrtägige» C- WWW o s u r laub anzutreten.

Nachdem, wie bekannt, Geheimrat Duisberg angekündigt hat, auf der Septembertagung des -Reichs» er band es der Deutschen In­dustrie sein Amt als Präsident niederzulegen, dürfte mit der Wahl des Aufsichtsratsvorsitzenden der Friedrich Krupp A.-G., Dr. Krupp v. Bohlen und Halbach, zum Präsidenten bestimmt gerechnet werden. Die Wahl wird im September stattfinden.

Annlich wird gemeldet: Aus Anlaß der Auf­hebung der preußischen Gesandfchaft in München hat nunmehr auch die bayerische Regierung . den außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Dr. Ritter von Preger von seiner Dienst- aufgabe als Bayerischer Gesandter bei Preußen entbunden. An seiner Stellung gegenüber dem Reich und dem Reichsrat, wie auch im übrigen ist eine Aenderung nicht eingetreten.

In dem Meineidsprozeß gegen den Grundstücksyermittler Hiller verkündete das «chivurqericht beim Landgericht 1 Berlin folgendes Urteil: Der Angeklagte wird auf Staatskosten frei­gesprochen.

*

Agenzia Stefani teilt mit: Der deutsche Bot­schafter von Schubert hat der italienischen Regie­rung in der vergangenen Woche den Wunsch des . deutschen Reichskanzlers und des Außenministers teilt, sich nach Rom zu begeben, um mit dem 'chistifchen Regierung zusammen,zukom- iefe Mitteilung hin ließ Mussolini wis- sen, daß der Besuch Brünings und Curtius an- genehm fein würde und beauftragte den italienischen Gesandten in Berlin, dem Reichskanzler und dem ; Außenminister Deutschlands seine herzliche _ Ein­ladung zu übermitteln. Der Zeitpunkt des Besuches wird noch festgelegt werden.

* Der französische Senat sprach der Regierung Laval sein Vertrauen zu ihrer Haltung in den Verhandlungen mit Amerika aus.

* Die Pwrifer Presse versucht durch * wütende Angriffe, Deutschland in die franzö­sisch-amerikanischen Verhandlungen hineinzuziehen. Ein vergebliches Bemühen.

Die beiden amerikanischen Flieger P ost und Gatty sind gestern um 6.30 Uhr iE abends Newyorker Standardzeit in Edmonton (Kanada) gelandet. Die beiden Flieger werden be­reits für heute abend in Newyork erwartet, so daß, wenn auch ihre letzte Flugetappe gelingt, die ganze Reise um den Erdball nur neun Tage gedauert haben wird,

Das A g r a in c r Schwurgericht füllte das Urteil gegen die Mörder des Leiters der Agramer ZeitungNovosti" Anton Schlegel. Die beiden Hauptangoklagten wurden zum Tode verurteilt, während die anderen 19 Ange­klagten zu längeren Gefängnis- und Zuchthaus­strafen wevurteilt wurden.

1 Näheres stehe im politischen Teil.

Besondere Aktion für Deutschland

Italien verzichtet ab 1 Kuti auf die Schuldenzahlungen

Washington, 30. 3uni. Die italienische Regierung ließ durch ihren hiesigen Rot- fchafier dem Staatsdepartement mitteilen, daß Italien vom 1. Juli ab auf die ihm von den Schuldnerländern zustehenden Zahlungen vorläufig verzichten werde.

Älmevtka gibt Deutschtand eine Anleihe?

London, 1. Juli. Die Sorge, mit der die politischen und wirtschaftlichen Kreise Englands der heute in Paris erwarteten Entscheidung enkgegen- sehen, kommt in der Presse zum Ausdruck.Daily Herold" rechnet mit einem Fehlschlag der Verhandlungen, glaubt aber, daß der Hooverplan trotzdem nicht preisge­

setzen wird. Die ^erem-gten Staaten würde» Deutschland eine An.eihe für «te Bezahlung der von Frankreich geforderten Annuitäten geben. Frankreich müsse seine Kriegsschul­

wäre

den an Amerika weiter zahlen und es möglich, daß die französischen Gelder für die deutsche Anleihe verwendet würden.

Kein weiteres «achsebe«

Washington, 30. 3uni. 3m Weißen Hause wurde die übliche Pressekonferenz für heute abge­sagt. Zn Regierungskreifen beschränkt man sich auf die Feststellung, daß die Lage zurzeit ernst und un­bestimmt sei, da Frankreich als einziger Gläubiger­staat sich bisher weigere, an einer großzügigen in- ternationalen Zusammenarbeit keilzunehmen. Bei allem ehrlichen und ernsten Bemühen, zu einer Ver­ständigung mit Paris zu gelangen, sehe man hier kaum eine Möglichkeit weiteren Nach­gebens, ohne den klaren Sinn des hoover-Plans über Bord zu werfen. Man lehnt selbstverständlich eine amerikanische Garantie für die Heiligkeit des Poung-Plans ab, und erklärt es für widersinnig, von Deutschland, dessen verzweifelte finanzielle Lage überall zugegeben werde, zu erwarten, daß es bin in Höhe des unaufschiebbaren Teils ihm zu ge­währenden Kredit in kurzer Frist zurückzahle.

Hoover besprach die Lage heute in einer längeren Kabinettssihunq, an der Lastle und Mills teilnahmen, nachdem er vorher erneut mit Mellon telephoniert hatte. In parlamentarischen Kreisen umgehende Gerüchte, für die eine Bestäti­gung jedoch nicht zu erlangen ist, besagen, daß Hoover nicht nachgeben, aber auch Deutschland nicht im Stich lassen werde, sondern schon jetzt mit seinen amtlichen und parlamen­tarischen Mitarbeitern berate» wie man Deutsch­land nötigenfalls ohne Frankreichs Mitwirkung helfen könne.

Auch der Senat hinter Lavat

Str,nähme eines Verieauensvotums mit 191 gegen 3 Stimmen, bei löe Enthaltungen

Paris, 30. Juni. Das Stundungs-Angebot des Präsidenten Hoover und die Antwort der französischen Regierung bildete heute nachmittag den Gegenstand einer Aussprache im Senat.

Senator Lèmery, der eine entsprechende In­terpellation eingebracht -hatte, erklärte erstaunt, daß heute die gleiche Atmosphäre festzustellen sei wie 1929, als man vom Senat verlangte, das Schuldcnabkommen Mellon-Bèrenger zu ratifizie­ren. Damals habe man vergeblich von den Ber­einigten Staaten Aufschub um einige Monate bis zur Annahme des Houngplanes gefordert. Wie es scheine, wolle man jetzt bis zum 1. Juli das Ange­bot Hoovers annehmen. Es hätte aber nicht viel gefehlt, daß der Senat nicht erntn al Gelegenheit gehabt hätte, feine Meinung zu äußern.

Die Vereinigten Staaten nähmen Frankreich an ber Gurgel

und verlangten heute, daß es nicht bezahlt merbe. Die Antwort der französischen Regierung befrie-

Als haltlos werden die Meldungen bezeichnet, wonach man hier eine direkte Verständigung zwi­schen Paris und Berlin wünsche. Man steht hier auf dem Standpunkt, daß Hoover die Rettungs­aktion mit dem ganzen Gewicht seiner Stellung eingeleilet habe und sie auch durchführen werde. In Erinnerung daran, daß Kellog bei der Unter­zeichnung des Kellog-Paktes im August 1928 Frankreich und Irland, aber nicht London besuchte, wird in parlamentarischen Kreisen die Möglichkeit erwogen, daß im Falle eines Fehlschlagens der Pariser Verhandlungen Hoover Stimson anweijen könn'e, nicht nach Paris zu geben. In der hiesigen

nicht in diesem M Washington Post" und die demokratischeBalti­more Sun" vertreten den Standpunkt, daß man

Eine amerikanische ck^und gevuns

über die Serbandlunsen mit Svankveich

M a f h i n g t on . 30. 3uni. Von hoher Re- gierungsseile wurde heute zum Hooverplan milgeteilt: Unserer Ansicht nach bedeutet der Auf­schub aller Zahlungen auf ein Jahr keinen Angriff auf die internationalen Verträge. Jedenfalls wer­den sie dadurch nicht ungültig. Hoovers Proklama­tion halte alsbald segensreiche Folgen in der ganzen Welt, und alle wichtigeren Nationen außer Frank­reich stimmten ihm vollinhaltlich zu. Frank­reich hat nicht einmal prinzipiell zu- ge s t i m m t. Zuerst verlangten die Franzosen die doppelten deutschen Zahlungen im nächsten Jahr. Das war unannehmbar, und wir schlugen, um Frankreichs Wunsch nach Unverletzlichkeit der inter­nationalen Verträge entgegenzukommen, vor, daß Deutschland zwar den unaufschiebbaren Teil zahle, das Geld aber sofort als Kredit zurückbekomme. Frankreich verlangte nun, daß der obige Kredit an Deutschland nicht der Reichsregierung, sondern ge­wissen deutschen Industrien geliehen werde. Diese Forderung lief dem hooverschen Vorschlag voll­kommen zuwider, denn die Reichsregierung braucht den vollen Betrag, um das Budget ausgleichcn zu können. Wir sind durchaus bereit, auch anderen Nationen zu helfen, vor allen Dingen aber

dige ihn nicht. Sie befriedige niemand, weder Prä­sident Hoover, noch die, die sie abgsfaßt hätten, noch die Kammer, noch das unersättliche Deutschland. Wenn die Bereinigten Staaten die Reparationen hätten retten wollen, dann hätten sie zum mindesten den ungeschützten Teil aus. nehmen müssen. Man könne französischerseits mit absoluter Deutlichkeit erklären, daß man Deutsch­land eine Schuld von 12 Milliarden nur stunden wolle, wenn Deutschland sie nicht zum 'Rüsten ge­gen die Alliierten verwende. Aber es scheine, daß die Regierung nicht einmal auf diese Rüstungen hingewiesen habe.

Der frühere Präsident der Republik, Mille­rand, erklärte, er werde der Regierung sein Ver­trauen aussprechen. Die Lage fei bereits ernst

Frankreich Zeit geben müsse, und eine Einigung sich schließlich doch erzielen lassen werde.

Washington, 30. Juni. 3m Slaatsdepar- lernens wurde heute erklärt, ber Streit mit Frank­reich drehe sich nur um folgende Punkte: 1. Ame­rika wolle, daß die deutsche Regierung den unge­schützten Teil alsbald in voller höhe zu Duget- zwecken urückerhalle; 2. daß die Rückzahlung die­ses Kredites in 25 Jahren erfolge.

Man deutete zu diesem Punkte an, daß man evtl, auf eine kürzere Zeit, etwa 10 oder 15 Jahre herunlergehen werde, nicht aber auf fünf Jahre. 3. Die Frage des Garantiefonds gehe nicht Ulme- rita an. Diese Angelegenheit müsse Frankreich mit den übrigen Poung-Plan-Gläubigern regeln. Zu- samemnfasfend wird erklärt, man sei nicht entmu­tigt, sondern erhoffe eine baldige Einigung, da ein Fehlschlag katastrophal wäre.

Die fvanzsftsch-antevrka- isitoen Be-vvechnnsen auf heute nachmittag verschoben

Paris. 1. Juli. Die französisch-amerikanischen Besprechungen sollten heute vormittag wieder auf- men werde». Nach demEch b- ^ __ v _ ' worden, weil Mellon sich nach der gestrigen Senatsdebatke mit feiner Regierung ins Benehmen fetzen will.

muß Deutschland zunächst wieder auf die Füße kommen. Dann kam die Frage des Garanliesonds. Frankreich verlangte, daß im Falle eines Moratoriums triebt es. sondern Deutschland diesen Fonds auszahlen soll. Wir würden es aber als entgegen bem Hoovervorschlag betrachten, wenn die gegenwärtige Hilfsaktion dazu benutzt würde, um Deutschland eine doppelte Last aufzubürden. Die Verhandlungen mit Frankreich sind nicht abge­brochen. Mr sind nicht entmutigt, sondern hoffen auf eine Einigung. Wegen der Sachlieferungen dürften sich Frankreich und Deutschland dahin einigen, daß nur noch die laufenden Verträge aus­geführt werden. Unsere Bedingungen sind nicht schwer. Wir haben in der Frage des Kredites nach­gegeben, und wir verlangen nur, daß er in feinem ganzen Umfange der Reichsregierung und für mög­lichst lange Zeit gegeben wird, aber fünf Jahre sind zu wenig. Auf die Frage, ob Gefahr be­st e h e, daß Frankreich zur Erzwingung des Poungplanes in Deutschland einrücken würde, wurde geantwortet:Dieses Schau­spiel wird die Welt nicht wieder erleben."

genug, um sie nicht noch durch eine innere Krise zu verschärfen. Er widersetzte sich nicht der Finanz­hilfe für Deutschland. Eine Besprechung mit der Reichsregierung fei notwendig geworden, bei der man von Deutschland ein Ostlocarno verlangen müsse. Ferner müsse man von der Reichsregierung einen feierlichen Verzicht auf den Anschluß fordern. Wenn Deutschland diese Forderungen annehme, dann stehe einer Annähe­rung nichts mehr im Wege.

Henry d e Jouvenel erklärte, die Wirt­schaftskrise in Deutschland sei nicht durch die Re- partionen Hevvorgerufen worden, sondern durch die Erschütterung des internationalen Vertrauens in­folge der Hitlerwahlen.

Darauf ergriffen nacheinander Finanzminister Flandin und Ministerpräsident Laval das Wort. Der Finanzminifter Flandin wieder­holte die Erklärungen, die, er schon vor der Kam­mer gemacht hatte. Er suchte die Vor- und Nach­teile des Zahlungsaufschubs gegeneinander abzu- wiegen und schloß:

Wir haben das Angebot Amerika» angenom­men, aber wir haben es für notwendig erachtet, den

Oie benirse stumme« umkaHi

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