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Dema« Madi und Land

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch aüf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / FürPlahvorschrift n. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.^Geschäftsstelle: Hammerstr. 9 / Fernspr. 3956,3957,3958

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Noch seine Gnischei-uns in Paris

SvankveiK bleibt «nnachslebig - Die Entschsk-u«g aut morse« vertagt

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* Im Preußischen Staatsministerium sind gestern mittag die Ratifikationsurkunden zu dein Vertrage Preußens mit den evangelischen Landeskirchen zwi­schen dem Präses D. Winckler und dem preußischen Mimsterpräsidenten Braun aus getauscht worden.

Gestern nachmittag um 4 Uhr stattete der Präsident der französischen Repu­blik Paul Dou m er dem deutschen Bot­schafter v. Hösch einen offiziellen Be- such ab, wie dies beim Amtsantritt eines neuen Präsidenten üblich ist. Sstt dem Jahre 1914 war es das erste Mal, daß ein Präsident der fran­zösischen Republik das deutsche Botschaftsgebäude betrat.

In italienischen diplomatischen Kreisen wird, wie die Agenzia Stefani meldet, der Gedanke einer Reise von Dr. Brüning und Dr. Curtius nach Rom günstig ausge­nommen, aber man hält es für wünschenswert, daß dieser Besuch nicht vor dem angekündigten Zusammentreffen der beiden deutschen Staats­männer Mit dein französischen Ministerpräsidenten Laval und Außenminister Briand stattfinde. In den gleichen Kreisen wird der Hoffnung Ausdruck verliehen, daß dieses Zusammentreffen tatsächlich einen segensreichen Einfluß' auf die französisch- deutschen Beziehungen und infolgedessen mittelbar Luck aus bie. allgemeine Lage Europas ausüben

Wie das amerikanische Staatsdepartement in einer amtlichen Mitteilung bekannt gibt, haben - Polen und die 'Tschschoflvcvakei den Hoover- ( plan angenommen.

M Auf eine Frage Baldwins im englischen Unter- Hause erwiderte Macdonald, alle Dominions und Indien hätten Hoovers Vorschlag herzlich begrüßt.

Dis Studienausschüsse des Europa- Ausschusses haben sich der schwebenden Morawriumsverhandlungen wegen vertagt.

* Macdonald sagte gestern im Unterhaus, daß die Abrüstungskonferenz greifbare Zahlen statt Gelöbnisse bringen müsse. Die Ver­pflichtung hierzu liege vor.

Dieser Tage wurde in Kabul ein neuer Richt- MiMiffspakt zwischen Rußland und A f g h anistan unterzeichnet. Der frühere Nicht­angriffspakt, der am 31. August 1926 in Paghman unterzeichnet wurde, ist am 10. April b. 3. abge= wufen. Der neue Vertrag stellt mit unwesentlichen Abänderungen eine Verlängerung des alten Paktes dar.

Ein Patrouillenboot der Sowjetunion feuerte V Mr der Küste von Kamtschatka auf ein ^apa-miches ' niicherjohrzcug, das einen Treffer erhielt, aber fließen konnte. Von der Mannschaft wurde me- "'.ond verletzt.

M Wie Havas aus Malaga berichtet, haben dort F nach Verkündung der Wahlergebnisse von den Linksradikalen verursachte Straßenunruhen statt- ? -gefunden, die ein Todesopfer forderten. Die Ge- s -neralstreiksparole, die daraufhin von den ~mto« radikalen für den Montag ausgegeben wurde, ist -.befolgt worden. Die Regierung hat strenge Moh- " Mah men ergriffen, um schwere Unruhen zu ver­güten Die Gendarmerie patrouilliert durch die Mstaßen, und der Belagerungszustand ist verkündet Mvorden.

Die beiden Flieger Pvstund Gatt y landeten 20.45 Uhr Ost-Normalzeit in Solomon 36 Meilen j von Nome (Alaska).

I Die spanische Botschaft in Paris deinen- ' kiert die aus englischer Quelle stammende Noch- ' richt, demzufolge der spanische Finanzminister der & Mandatskommission des Völkerbundes zur Kennt- chls gebracht habe, Spanien wurde sein marokkanisches Gebiet dem Völkerbund ' Verfügung stellen.

M Das Abschiedsgesuch Liaptscheffs und die Er- ^nennung der Mitglieder des neuen bulgarischen ? Kabinetts Malinoff sind vom König gleichzeitig unterzeichnet worden. In der gestern veröffent­lichten Zusammenstellung des neuen Kabinetts Wirb seine Aenderung eintreten.

^ Näheres stehe im politischen Teil.

Kvankveich Wetter halsKarvis

LeattIverch nicht einmal vvimWett mit Koovevs Wan einversianden

Washington, 29. Juni. Rach langen Beratungen mit dem Präsidenten Hoover gab Unlersiaatssekretär Lastle heute abend über die Verhandlungen zwischen dem amerikani­schen Schahsekretär Wetton und dem französischen Ministerpräsidenten Laval ein formelles Kommunique, in dem die französifche Re gierung als die einzige bezeichnet wird, die sich nicht einmal prinzipiell mit dem Plan Hoovers einverstanden erklärt habe. Lastle sagt: Es haben jetzt sämtliche Regierungen dem Plan Hoovers im Prinzip zugestimmt, mit Ausnahme der französischen Regierung. Es haben sich S ch w i e - rigkeiten ergeben, den französischen Standpunkt mit dem Geist des Vorschlages des Präsidenten in Uebereinstimmung zu bringen. Zwischen dem amerikanischen Botschafter Ed­ge, Schahsekrelär Mellon, sowie den französischen Ministern finden noch Erörterungen statt. Dem Kommunique fügte Lastle noch hinzu, wir verhandeln immer noch, das ist alles, was wir gegenwärtig sagen können.

Das EvseSuW des fvamSMchen Mmstevvaies

Paris, 29. Juni. Zu dem heute abend siall- gefundenen Miniskerrak. der sich mit dem Vorschlag Hoovers beschäftigte, berichtet die Havasagenkur: Das Kabinett hat sich einmütig über die Not­wendigkeit geeinigt, daß die französische Regierung sich nach der Abstimmung in der Kammer, an den Text ihrer Antwort vom 24. Juni

Die Meinungsverschiedenheiten, die Poris und Washington trennten, sind bekannt. Frankreich schlägt vor, daß die durch das Moratorium verfüg­bar werdenden Summen nicht nur zur Besserung Les Kredites Deutschlands, sondern auch der anderen mitteleuropäischen Länder verwendet wer­den, bsi denen die Aussetzung der Poung-Zahlun- gen finanzielle und wirtschaftliche Störungen her­vorrufen kann. Die Vereinigten Staaten dagegen wollen ihre Sem Übungen lediglich aus die Wieder­erhebung Deutschlands richten. Frankreich fordert andererseits vor Ablauf des 12mona>tigen Morato­riums die Prüfung von Maßnahmen, die deutscher- ssits im Hinblick auf die Wiederaufnahme der Zah­lungen ergriffen werden müssen. Hinsichtlich dieses wichtigen Punktes hat, wie es scheint, Frankreich, der Hauptgläubiger Deutschlands weder seitens der Vereinigten Staaten, noch Deutschland die erfor­derlichen beruhigenden Versicherungen erhalten. Das Angebot des Präsidenten Hoover legt Wert darauf, daß die von Deutschland 1931/32* zu be= zahlende Annuität erst nach 25 Jahren geleistet werden soll. Die französische Regierung hat da­gegen in ihrer Antwort erklärt, daß dieser Betrag am Ende des 12monat!gen provisorischen Morato­riums fällig werden müsse. Die französische Re- gietung hat heute abend in einem Entgegenkommen beschlossen, diese Frist von einem Jahr auf fünf Jahre zu verlängern: aber das ist, wie es scheint, das einzige Zugeständnis, das der Ministerrat zu seinem anfänglichen Plan an'nehmen zu müssen geglaubt hat. ohne daß das Recht Frankreichs auf. Reparationen beeinträchtigt wird. Ministerpräsident Laval und feine Kollegen

Iahten Katt VeeßneeOunsen

Macdonald ad« die Siele dev ÄbEuusSSonkevem

L 0 n do n, 29. Juni. Premierminister Macdonald eröffnete heute die Aussprache im Unterhaus mit einer ausführlichen Erklärung über den Stand der europäischen Abrüstung.

Abrüstung, sagte er, sei die die Gegenwart be­herrschende Frage. Die für Februar 1932 anbe­raumte Abrüstungskonferenz werde als Grundlage für ihre Verhandlungen den Bericht der vorberei­tenden Abrüstungskommission benutzen und ver­suchen, über die von dieser geleisteten Arbeit hin­auszugehen. Die allgemeine Abmachung, zu wel­cher die Abrüstungskonferenz, wie man hoffe, ge­langen werde, würde nicht eine bloße Feststellung von Grundsätze», nicht eine Erlärung von Absich­ten oder Methoden sein, sondern etwas voll­kommen Endgültiges, das Richtlinien und Pläne enthalten würde, die die Frage der Ab­rüstung in das Gebiet feststellbarer und prüfbarer Tatsachen tragen wurden, so daß wir nach Abschluß der Konferenz nicht fromme Gelöbnisse, sondern Ziffern haben und jede Ration nachprüfen kann, ob i -e von anderen Na­tionen übernommenen Verpflichtungen auch wirk­lich erfüllt werden." ,

Englands Vorbereitungen für die Komerenz, deren ungeheure Bedeutung von allen Mitgliedern des Hauses und allen Parteien anerkannt werde, haben die Form der Schaffung eines Unteraus-

werden das Ergebnis ihrer Beratungen und die Gründe ihrer Haltung im Verlaufe der heute abend stattfindenden Besprechungen mit den amerikanischen Vertretern auseinandersetzen.

MMons OEEKMÄM

Paris, 29. Juni. Heute abend von 20.30 bis 23 Uhr haben erneute Besprechungen zwischen den Vertretern Amerikas und der französischen Re- MMWWMWMW^il hätten jetzt über den Stand der Verhandlungen in Washington zu berichten: die nächste Zusam­men k u n f t sei für Mittwoch vormittag vor­gesehen.

Ministerpräsident Laval weigerte sich, den Pressevertretern eine Mitteilung zu machen. Auf den Hinweis eines Journalisten, daß man mit der Vertagung der Besprechungen bis Mittwoch über das in den Vorschlägen des Präsidenten Hoover fest­gesetzte Datum des 1. Juli hinausgehe, erwiderte der Ministerpräsident achselzuckend, daß man diesen Termin überschreiten müsse. Unterstaalssekrctär Franxois Poncet erklärte, beide Parteien hielten hartnäckig an ihren Standpunkten fest. Man ver­zichte jedoch nicht auf die Hoffnung, zu einer Einigung zu gelangen.

Die helMOe A-ssw-vS

Brüssel, 29. Juni. Der Ministerrat billigte den Text der belgischen Erwiderung auf Hoovers Vorschlag und gleichzeitig. Lie Anweisungen für den belgischen Botschafter, der beauflagt worden ist, die Antwort zu überreichen. Die belgische Note st i m m t grundsätzlich de in amerikanischen Vorschlag zu. Die Regierung spricht darin die Hoffnung aus, daß Hoovers Vorschlag dazu bei. tragen werde, die gegenwärtigen ernsten Schwierig­kesten zu überwinden. Außerdem weist sie auf die Sonderstellung hin, die Belgien immer in Ler Re­parationsfrage eingenommen habe, und drückt die Hoffnung aus, daß bei der Durchführung des amerikanischen Vorschlages darauf Rücksicht genom­men werde.

schusses des Reichsverteidigungskabinetts angenom­men, in dem alle drei Parteien vertreten sind. Ob England sich für die Sache interessiere oder nicht, das Haus dürfe nie die besonderen Ver­pflichtungen vergessen, unter die Eng­land seinen Namen gesetzt habe.

Macdonad zitierte dann im einzelnen die Verpflichtungen des Artikels 8 der Völkerbunds­satzungen, des Teiles 5 des Versailler Vertrages, die 2lntwort der alliierten Mächte auf die Bemer­kungen der deutschen Delegation zu den Friedens­bedingungen und schließlich das Schlußprotokoll der Locarnokanfercnz. Der Premierminister betonte dabei:Selbst wenn wir versuchten, uns diesen Verpflichtungen zu entziehen, könnten mir. es nicht. Sie sind endgültig fe ft = gelegt." Es sei traurig, fuhr er fort, daran zu denken, daß gestern der Jahrestag der Unterzeich­nung des Friedensvcrtrages gewesen sei, der, wie auch immer seine Wirkiwgen zu gewissen Zeiten gewesen sein mögen, in ein Bekenntnis des Glau­bens an den Frieden gekleidet sei und in keinem Punkt mehr ein Versprechen energischer Handlung (Fortsetzung auf Seite 2)

W« Lahv freies rthei«!a«d

Es war ein himmelstürmender Klang der Zuversicht und der Freude, als in der Nacht von. 30. Juni zum 1. Juli v. J. all die großen und kleinen Glocken der Dome und Kirchen im Rheinland und in der Pfalz zu läuten anfin­gen. Die Freiheit läuteten sie ein, die die Lande am Rhein 12 Jahre hindurch nicht gekannt hat­ten, hinter dem abziehenden Feind läuteten sie her, der fast 12 Jahre lang hier sein Un­wesen getrieben, der deutsches Land und deut­sche Männer und Frauen als sein Eigentum, als sein Objekt betrachtet hatte. Den endlichen Abschluß einer schweren Zeit der Bedrückung, der Unterdrückung, der Siegerwillkür begrüß­ten sie, und überall, wo in der Welt deutsche Herzen schlagen, hatten sie einen Widerhall, so klar und rein und mächtig, wie er nur in einem großen Volk möglich ist, das nach so schwerer Zeit die Freiheit heraufdämmern sieht. Endlich war nach 12 Jahren der Drang­sal und des Harrens das Land am deutschen Strom frei, nur wie in einem Nebel waren noch die Bajonettspitzen der abziehenden Sol­daten zu sehen, die westwärts verschwanden.

Und doch war es keine ganz reine Freude. Man mag auch in h?m AkHug bar P-?^tz«NJ-?- Schritt

einem wirklichen Frieden sehen, ein Wermuts­tropfen war doch in dem Kelch dieser Freude. Nicht, daß in dem hellsten Freudenjubel am Rhein und in ganz Deutschland die Schreckens­kunde von dem Zusammenbruch jener Koblen­zer Brücke hineinplatzte, die fast 40 Menschen mitten aus Freude und Lichterglanz fast unter den Augen des greisen Feldmarschalls, der den Tag der Befreiung im Rheinland verlebte, in das Reich der Schatten riß. So schwer dieses Unglück auch war, viel schwerer lag und liegt auf der Seele jedes Deutschen, daß mit Rhein­land und Pfalz noch immer nicht der letzte französische Soldat deutschen Boden verlassen hatte, daß noch immer nicht restlos auf deut­schem Boden auch deutsche Staatshoheit herrschte, daß immer noch das Land an der Saar trauernd und sehnend an den Grenzen Deutschlands lag, in das es nicht hineindurfte.

Trotzdem aber bedeutete die Räumung des letzten Teiles des Rheinlandes das Verschwin­den jener Träume Fochs und Clemenceaus, Poincarës und Tardieus, die das deutsche Rheinland, das gesamte linke Rheinufer, schon von Deutschland losgerissen sahen, selbst wenn eine politische Eingliederung in die Grenzen der grande Nation nicht möglich war, so hatten diese Franzosen davon geträumt, ihm zum mindesten einen besonderen politischen Status zuzuweisen. In Verfolg dieser Idee sind sie auch vor den schmutzigsten Mitteln nicht zu­rückgeschreckt, aber auch die großen materi­ellen Verlockung»«, die der Separatismus mit sich brachte, ist spurlos an den Deutschen vor­übergegangen, die in der schweren Prüfungs­zeit der Besetzung doch ihrem Vaterland treu blieben und all diesen Verlockungen wider­standen.

Ein erster Schritt zum wirklichen Frieden ist die Räumung der Rheinlande gewesen. Aber wie weit sind wir tatsächlich doch noch davon entfernt! Vielleicht wird in Paris in den nächsten Wochen ein zweiter Schritt getan. Es ist noch viel auszuräumen an Rückständen aus der Zeit des Hasses und der Zerfleischung der Völker. Noch immer liegt auf Deutschland das in Versailles abgepreßte Anerkenntnis der deritschen Schuld am Kriege. Es mehren sich auch in den Ländern, die uns einst feindlich gegenübcrstandcn, die Stimmen der Vernunft, die das moralische Todesurteil Deutschlands, den Artikel 231 des Diktates, aus dem Diktats­werk herausgenommen wissen wollen. Nur noch die unvernünftigsten Hetzer wollen es nicht wahr haben, daß von einer Schuld am Krieg überhaupt nicht gesprochen werden

Die heutige Stammes umkatzt 12 Gelten