Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

OrfW tâgltch mit «u-aohwe btr Court. «d Feiertage. / Bezugsprets: Für den halben Meaet X».!.-, für den ganzen Monat ZM. 2.- ohne Trägerlohn / ®n$dmmimerio, greitagis, CanWteg 12 N-Psg. / »aretgeapreise: Mr 1mm HSHe im Anzei^nteil ton 28 mm Breite 8 x>pf». iw I^lamstk« Ho 88 mm greife 25 N-Pfg. Qffertea-e-Ltzr SV DUpfo.

Ke 145 Mittwoch den

24. Lun!

Rattan Giadt und Land

Erfillkungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanan. ' Sei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streit usw. hat der Bezieher keinen Anspruch aüf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Sezugspreises. / Fürplatzvorschrifi u.Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet. > Geschäftsstelle: Hammerstr.S / Fernspr. 3956,39», 3958

1931

Vrüning appettievt an ^rantveich

Gao ^amievvede im Ruudsunk - Beveitschaft zuv veaktische« Zusammenavbeit mit Avankeeich

Ätwyt ^OM^f^owi'

Staatssekretär Stimson hat gestern die diplo­matischen Vertreter Deutschlands, Englands, Ita­liens, Bulgariens, Jugoslawiens, Rumäniens und der Tschechoslowakei zu Besprechungen über Präsi­dent Hoovers Vorschlag eines allgemeinen ein­jährigen Zahlungsaufschubs empfangen.

Der deutsche Geschäftsträger hat gestern die Annahme des Vorschlags Hoovers durch die deutsche Regierung überreicht.

Das japanische Kabinett trat gestern zu Be­sprechungen über den Vorschlag Hoovers zusam­men. Die japanische Regierung'soll, wie es heißt, grundsätzlich zu der Annahme des amerikanischen Planes bereit sein.

Geheimrat Duisberg betonte in Düsseldorf die Notwendigkeit, daß die von Brüning begonnene Reparationspolitik durch keine neue Ver- trauenskrise gestört werden dürfe.

An der Berliner Börse war gestern An­gebot und Nachfrage in Devisen ausgeglichen. Der Dollar ging zurück.

* Von der Gehaltskürzung sollen in der W eh r in ach t gewisse untere Kategorien ausge-

Am Magdeburger Platz in Berlin kam ès gestern abend zwischen Reichsbannerangehörigen und Nationalsozialisten zu einer schweren Schlä­gerei. Zwei Reichsbannerangehörige wurden durch Messerstiche so schwer verletzt, daß sie ins Kran­kenhaus gebracht werden mußten. Zwei National­sozialisten erhielten leichte Verletzungen. Sie wur­den mit vier anderen Nationalsozialisten dem Polizeipräsidium zugeführt.

Die drei Gewerkschaften deutscher Polizerbe- amten haben in einer gemeinsamen Sitzung ein­mütig die Gründung des Reichsbundes deu'tscher Polizeibeamter beschlossen. Zum Vorsitzenden wurde einstimmig Polizeirat 3. W. Klemm-Jena gewählt. Das Organ des neuen Bun­des ist die Allgemeine Deutsche Polizeiebamtenzei- tung. Sitz des Bundes ist Berlin.

Gestern stand in einer Kabinettssitzung der Preußischen Regierung u. a. der Fall des Landrats Hausmann (Lenneper Ruhrkreis) zur 'Entscheidung, dem Propaganda für und gegen Volksbegehren ' und beleidigende Aeußerungen gegen die deutschen Soldaten des Weltkrieges zur Last gelegt worden waren. Hausmann wurde zur Disposition gestellt, wie verlautet, jedoch nicht wegen der Aeußerung, sondern aus Gründen, die weiter zurücklägen.

Der Krollopèp - Untersuchungs­au s s ch u ß des Preußischen Landtags nahm einen Antrag der Regierungsparteien an, der die An­nahme des bekannten Staatsvertraaes mit der Volksbühne Berlin empfiehlt und erklärt, daß der Ausschuß keine Schädigungen feststellen könne, für die ein einzelner Beamter verantwortlich zu machen wäre.

Der Danziger Volkstag nahm gestern in namentlicher Schlußabstimmung mit 39 Stimmen der Nationalsozialisten und bürgerlichen Parteien gegen 23 Stimmen der Linksparteien und Polen unter dem TitelGesetz zur Sicherung der öffentlichen Ord­nung" einen Gesetzentwurf zur Abänderung des Pressegesetzes an, nach dem Tageszeitungen und an­dere periodische Druckschriften bis zur Dauer von einem Jahr verboten werden können, wenn sie sich grober Beschuldigungen der Staatseinrichtunaen oder der Aufreizung zu Gewalttätigkeiten schuldig machen.

*

* Der österreichische Verfassungsgerichtshof hat die Verordnung über das Studentenrecht der Wiener Universität als gesetzwidrig auf­gehoben. Im Zusammenhang damit kam es an der Universität zu schweren Ausschreitungen. Nicht nur die Universität, auch die Technische Hoch­schule sowie die Hochschulen für Bodenkultur und Welthandel sind bis auf weiteres geschloffen wor­den.

*

Die beiden Flieger Willy Post und Harold t t y sind gestern um 4.57 Uhr neufundlandischer Zeit zu ihrem'Transozeanfluge mit dem Ziel Ber­lin gestartet.

i *1 Näheres siehe im politischen Teil.

Brünings Appell an Frankreich

Berlin, 23. 3uni. Reichskanzler Dr. Brüning hielt heute abend 23 Uhr im Rund­funk eine Rede, die auf alle deutschsprachigen Sender übernommen wurde. Es war die erste amtliche Kundgebung nicht nur zu der Initiative Hoovers, sondern seit der Rückkehr aus Chequers überhaupt. Der außenpolitische Teil der rasch improvisierten Ansprache des Kanz­lers hakte folgenden Wortlaut:

Das vorgeschlagene Feierjahr soll nach der Proklamation des Herrn Präsidenten der Vereinig­ten Staaten nicht nur der Wiederherstellung des internationalen Vertrauens auf wirtschaftlichem Ge­biet und damit dem wirtschaftlichen Wiederaufbau der Welt dienen, es verfolgt gleichzeitig den Zweck, die politischen Beziehungen zwischen den Län­der« von störenden Spannungen zu befreien und eine auf überzeugter Zusammenarbeit der Staaten beruhende friedliche Weiterentwicklung zu fördern und zu festigen.

Beides steht in einem notwendigen Wechselver- Hältnis. Ohn« Gesundung der Wirtschafts- und Finanzbeziehungen ist keine Beruhigung der poli­tischen Lage, ohne außenpolitische Beruhigung keine Beseitigung der Wirtschaftsnot denkbar. Das Ge- dsihen Europas und der Welt hängt davon ab,

entschlossen und weitsichtig auf beiden Seiten sich zu den Entschlüssen ausraffen, welche die beklemmende Not der Stunde von ihren Re­gierungen und Ländern fordert.

Für dieses groß« Ziel wird der amerikanische Vor­schlag Raum schaffen, wenn er von den in Frage kommenden Ländern in demselben hochherzigen Geiste angenommen wird, in dem er von seinem Urheber gemacht worden ist.

Die deutsche Regierung ist bereit, mit allen Kräften an der Erreichung dieses Zieles der amerikanischen Initiative mitzuarbsiten. Sie hat den aufridjtigen Willen, auch von der politischen Seite her zusammen mit allen Regierungen an die Lösung der Fragen heranzugehen, die für die Be­ruhigung Europas von Bedeutung sind. Je mehr die schwere wirtschaftliche und soziale Not sich mildert, unter der das deutsche Volk leidet, um so stärker und einmütiger wird seine Bereitschaft und seine Fähigkeit hervortreten, ein Bollwerk der Ruhe und der Ordnung in Europa zu sein. Die Größe der Stunde und die aus ihr sich ergebende Vevant- wortlichkeit lassen mich die Hoffnung und die Er­wartung aussprechen, daß alle diejenigen, die für die Formung der öffentlichen Meinung von maß­gebendein 'Einfluß sind, sich bewußt bleiben, von welch entscheidender Bedeutung in diesem Augen­blick die Maßhaltung und Selbstdisziplin bei allen unseren Volksgenossen in allen Aeußerungen und Kund!gebungen sind für Deutschland und für Europa.

Die deutsche Regierung ist sich bewußt, daß bei alledem

der zukünftigen Gestaltung der Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich eine beson­ders wichtige Rolle zusällt.

Wenn in der Eirtwicklung dieser Beziehungen manche Schwierigkeiten und Hemmungen heroor- getreten sind, wenn es in der Oeffentlichkeit auf beiden Seiten der Grenze vielfach zu bewegten Auseinandersetzungen gekommen ist, so halte uh trotzdem an der Ueberzeugung fest, daß alles nicht unüberwindbar ist, daß vielmehr bei beiderseitigem guten Willen Mittel und Wege sich finden lassen werden um das Uebereinstimmende und Gemein­same in den Interessen der beiden Länder in den Vordergrund zu bringen und im Bewußtsein der beiden Völker so zu verankern, daß es die Gewahr der Dauer in sich trägt.

Weil ich davon überzeugt bin, daß eine wirk­lich ausgeglichene und fruchtbare Zusammenarbeit unter den Völkern Europas und die für die leben­digen Wirtschaftsaustausch mit der Neuen Welt not­wendige Stabilisierung des europäischen Friedens erst an dem Tage gesichert evschsint, wo zwychen den beiden großen Nachbarvölkern Vergangenes seelisch überwunden ist und der Blick sich gemem- sam der Zukunft und ihrer geistigen, wirtschaft­lichen und politischen Gestaltung zuwendet, gerade deshalb ist es das Bestreben der von mir gesuhr- ten Regierung, über Verstimmungen des Augen­blicks hinaus 'zu denken und alles sachlich Verant- wortbare zu tun, um die großmütige Aktion des Präsidenten Hoover ihrem verdienten unb im In­teresse Europas und der Welt notwendigen Erfolge zuzuführen.

Die deutsche Regierung wird es ihrerseits an gutem Willen nichts fehlen lassen. Ist die Einigung

über das Feierjahr zustande gekommen, so wird es um so leichter sein.

in offener Aussprache den weg freizumachen für eine großzügige praktische Zusammen­arbeit der beiden Länder. Ich würde es begrü­ßen. wenn sich für eine solche einleitende Aus­sprache eine Gelegenheit fände, wie sie neulich die Zusammenkunft in Chequers für eine Erörterung zwischen Deutschland und England geschaffen hat.

Die Aufgaben, vor denen Frankreich und Deutsch­land stehen, sind für beide Länder zu groß und zu dringend, als daß es nicht möglich sein sollte, in vertrauensvollem und rückhaltslosem Meinungs­

Fvmtkvekch besteht auf Zahlung dev ungeschützten Annuität - Deutschland fall hkevfüv bei dev V. & X et«

Darlehen aufnehmen

Paris, 23. 3uni. Am Dienstag vormittag fand im Llyfèe, unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik Doumer, ein Rlinisterrat statt, in dem der Vorschlag Hoovers auf einjährige Zahlungsaüssetzung geprüft wurde. Rach dem offiziellen Kommunique erstattete Außenminister Befand Bericht über die Bedingungen, unter denen die französische Regie- rung mit diesem Vorschlag befaßt wurde. Finanzminisier Jianbin und Budgelminister Plètn sprachen über die Folgen, die die Durchführung dec amerikanischen Anregung auf die französischen Finanzen haben würde. Ae Diskussion über dieses Thema wird im Laufe eines Rliniflerrats morgen vormittag fortgesetzt werden. Dabei wird auch der Text der Antwort festgelegt werden, die dem Präsidenten Hoover zugestellt werden soll.

Ministerpräsident Laval, Außenminister Briand, Finanzminisier Flandin und Francois Poncet haben heute abend in einer Konferenz de« Entwurf der französischen Antwort an Präsident Hoover fertiggeslellt. Noch amg leichen Abend teilte Mi­nisterpräsident Laval dem Botschafter der Vereinigten Staaten die Grundzüge der Aylwortnote mit. Wie Havas meldet, scheint der Inhalt der Antwort mit der bereits gestern früh veröffentlichten Auslassung des diplomatischen Mitarbeiters der Agentur havas übereinzustimmen, daß nämlich Frankreich auf der Zahlung der ungeschützten Annuität 1931/32 be- steht, die Summe aber der Bank für Inter- nationalen Zahlungsausgleich zur Verfügung stellt, die sie ihrerseits an die interessierten Mächte als Darlehen weikerleilen könne. Um das durch das Ausbleiben der deutschen Zahlungen im französischen Haushalt entstandene Defizit zu decken, werde Frankreich kurzfiistige Schahscheine ausgeben.

Lebhafte âammevdehatte

Paris, 23. Surft In der heutigen Kammer- itzung erklärte der Abgeordnete Marin, es sei inmöglich, daß die Parlamente, die die Poung- Plan-Gesetze verhandelt hätten, nicht gefragt wur­den, da der Vorschlag des Präsidenten der Ver­einigten Staaten diese Gesetze umstoße. Frankreich und die Kontinentalvölker Europas befänden sich n einer budgetären Lage, die es ihnen nicht ge- tatten würde, 2% Milliarden, die in die Budgets eingeschrieben seien, zu opfern. Der Vorschlag Hoovers drohe dem Reparationsplan einen kri­tischen Stoß zu versetzen. Der Ministerpräsident dürfe nicht gegen sein Versprechen verstoßen, nichts ohne die Genehmigung des Parlaments zu tun. Er, Marin, wolle nicht, daß bei so weitgehenden Verhandlungen, die seit dem 5. Juni dauerten, die Vereinigten'Staaten nicht die beim normalen Spiel der Diplomatie freier Völker notwendige Höflich­keit besessen hätten, die interessierten Nationen auf dem Laufenden zu halten. Marin erinnerte weiter an die letzte Rede Briands, der erklärt habe, daß die Deutschen das Recht besäßen, eine

habe, daß die Deutschen das Recht besäßen, Revision des Poung-Plans zu fordern. Das Frankreichs fei gewesen, mit nein zu antworten. Man habe auf alles mögliche gefaßt fein können, aber nicht auf das, was eingetreten sei. Briand , habe auch ausdrücklich betont, der Voung-Plan trage dauernden Charakter. Das Parlament und I

Das Recht

tausch einen gemeinsamen Boden zu finden, von dem aus die Lösung dieser Aufgabe aussichtsvoll in Angriff genoinmen werden kann.

*

In wenigen Worten hat Dr. Brüning den Kern des ganzen augenblicklichen Problems zwischen Deutschland und Frankreich heraus geschält: die Notwendigkeit, das Vergangen« seelisch zu über­winden. Er hat sich bereit erklärt zu einer groß­zügigen praktischen Zusammenarbeit, ja er ist so­weit gegangen, seine ausdrückliche Bereitschaft zur Benutzung einer Gelegenheit anzukündigen, wie sie neulich die Zusammenkunft in Chequers für eine Erörterung zwischen Deutschland und England bot. Ob Paris diese Handlung von beispielloser Hoch­herzigkeit in ihrer ganzen Tragweite zu würdigen verstehen wird, bleibt abzuwarten.

Aebevirrasutts dev Kamlep- ve-e nach Amerika

Berlin, 24. Juni. Bereits eine Stunde, nachdem Reichskanzler Dr. Brüning seine Rede im Reichs­rundfunk beendet hatte, lag hier die Meldung aus Newyork vor, daß die von der National Broad­casting Company übernommene Ansprache des Kanzlers in ganz Amerika zu verstehen war.

die Minister wären also durch Reden, wie sie Briand gehalten habe, getäuscht worden. Diese Bemerkung löste auf der Linken scharfen Lärm aus. Briand selbst protestierte und bemerkte, Marins Behauptungen seien zu plump.

Ministerpräsident Laval gab hierauf eine kurze Erklärung ab, in der es u. a. heißt: Der Poung-Plan bildet einen Teil der Haager Ab­kommen. Keine Aenderung an diesem Abkommen kann ohne Ratifizierung des Parlaments ange­nommen werden. Die Regierung berät über den Text der Antwort, der dem Präsidenten der Ver­einigten Staaten erteilt werden soll. Ich werde dies im Verlauf der Freitagssitzung der Kammer bekanntgeben. Begreiflicherweise kann ich aus Korrektheit und Höflichkeit ein Dokument, das für Präsident Hoover bestimmt ist, nicht veröffent­lichen, bevor er es selbst erhält. Der radikale Ab­geordnete M a r g a i n e, einer der Interpellan­ten, erklärte sich mit der Vertagung auf Freitag einverstanden. Die Jnterpellationsdebatte über das Moratorium für die Kriegsschulden und Reparationen (es sind bisher neun) wurden hierauf auf Freitag festgesetzt.

Die ftraurSftscheu Gozkalifte« zum Zahlungsaufschub

Paris, 23. Juni. Der Vorstand der sozialistischen Kammersraktion hat sich heute mit Hoovers Vor­schlag beschäftigt und grundsätzlich anerkannt, daß Frankreich diesem Vorschlag zustimmen müsse. Aller­dings würden im Hinblick auf den ungeschützten Annuitätenteil sofortige Verhandlungen zwischen Amerika, den übrigen Gläubigerstaaten und Deutsch­land notwendig sein. Die Vorschläge Hoovers müßten ferner durch langfristige Kredite zu günstigem Zins­satz für die in Not befindlichen Staaten ergänzt werden. _________

In ganz Neuseeland wurden gestern starke Erdstöße verspürt. In verschiedenen Ortschaften wurden die Straßen und Wasserleitungen zerstört und beträchtlicher Schaden in den Häusern an­gerichtet.

öle betitlet Nummer umfasst 16 Sekte«