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* Die Reichsbank hat den Wechseldiskont M 2 Prozent von 5 auf 7 und den Lombard- Zinsfuß von 6 auf 8 Prozent erhöht.
* Das Zentrum sprach in Hildesheim dem Kanzler sein Vertrauen aus. Es unterstützt die Regierung bei ihrem Bemühen um Erleichterung untragbarer Reparationen. Die Reichs- tagseinberufung wird abgelehnt.
Heute früh 6 Uhr landete das Luftschiff „® r a f Zeppelin" von feiner Fahrt von Hannover kommend, glatt auf dem Werftgelände. Nach einem Aufenthalt von 15 Minuten stieg das Luftschiff 6.15 Uhr wieder zu einer Bodenseerundfahrt auf.
Der Preußische Landtag hat den Staats- vertrag mit den evangelischen Landeskirchen in der namentlichen Schlußabstimmung mit 202 Stimmen gegen 54 Stimmen der Kommunisten, Nationalsozialisten und einzelnen Abgeordneten aus anderen Parteien sowie bei 105 Stimmenthaltungen der Sozialdemokratie angenommen. Auch das Pfarrbesoldungsgesetz wurde in namentlicher Schlußabstimmung mit 273 gegen 44 Stimmen endgültig verabschiedet. Der kommunistische Mißtrauensantrag gegen das preußische Gesamtkabinett wurde in namentlicher Abstimmung mit 220 Stimmen der Regierungsparteien gegen 167 Stimmen der Opposition abgelehnt.
Schweres DampkevunglüB in Keansveich
Man befürchtet, -atz SCC-CCC Menschen ertrunken find
Paris, 14. Juni. Aus St. Majaire wird gemeldet, daß der Dampfer „St. Phil- bert". der heute vormittag mit einer 5 bis 600 Personen zählenden Ausflugsgesellschaft Montes verlassen hat. 5 Seemeilen von St Majaire entfernt in einen Sturm geraten und untergegangen ist
Der geschäftssührnde Ausschuß der Deutschen Volkspartei in Baden, der am Sonntag in Karlsruhe zusammentrat, hat dem Ein-
tritt in die badische Regierung zugestimmt. Damit sind die Verhandlungen über die Erweite- xu^^Jiabüd^^icaicrunastoantiM^^entrum
Paris, 15. Juni. Ueber den Untergang des französischen Ausflugsdampfers „St. Philbert" berichtet die Havas Agentur noch aus St. Razair« daß es sich bei dem Dampfer um ein im Jahre 1930 gebautes Schff von 32 Bieter Länge und 189 Tonnen handelt. Es hatte ungefähr 500 bis 600 Ausflügler an Bord, die fast sämtlich einer Genossenschaft angehören. Das Schiff war nachmittags zu einem Ausflug ausgefahren und erreichte sein Ziel im Heimathafen von Roimoutiex bei der vorgelagerten Insel Chatagner. Gegen 16 Uhr nachmittags, als das Schiff die Rückfahrt antrat, war das Weer ziemlich stürmisch und an der St. Gildas-Spitze lief dann der Dampfer auf einen Felsen auf. Da die Rückfahrt des Schiffes schon bei dem Sturm angelrelen wurde, hofft man lediglich, daß eine Anzahl von Passagieren sich nicht eingeschifft hat, so daß dadurch die Zahl der Opfer etwas kleiner wird als man gegenwärtig noch befürchtet. Tatsache ist, daß man bis jetzt nur 8 Reber- lebende geborgen hat, 3 Leichen sind bereits angeschwemmt worden. Wan befürchtet, daß 500 bis 600 Wenschen bei der Schiffskatastrophe ums Leben gekommen sind.
Paris, 15. Juni. Wie weiter aus St. Razaire berichtet wird, dürften schätzungsweise 150 Personen, die die Hinfahrt mit dem Ausflugsdampfer St. Philbert milgemacht haben, infolge des Sturmes das Schiff für die Rückfahrt nicht benutzt haben. Ueber die Zahl der Opfer sind bisher immer noch keine näheren Angaben zu erhallen. Das Unglück ereignete sich um 18.30 Uhr nachmittags 3 Weilen von der St. Gildas-Spitze entfernt und wurde erst in der Rächt bekannt, da man infolge des starken Sonntagsdienstes die Verspätung des Dampfers nicht weiter beachtete. Infolge des starken Sturmes, der besonders auf de« Rückfahrt herrschte, halten sich die Passagiere auf die eine Seite des Dampfers begeben und als eine besonders hohe Delle gegen den Dampfer schlug, wurde das Schiff schnell umgeworfen. Dieser plötzliche Umsturz hat zur Folge gehabt, daß sich die Passagiere nicht mehr der Rettungsboote bedienen konnten, mit Ausnahme eines Oesierreichers, der sich noch den Schwimmgürtel umschnallen konnte und dadurch gerettet wurde.
politisches Chaos zu vermeiden, stützt die Deutsche Zentrumspartei auch heute die Reichsregierung und spricht insbesondere dem Reichskanzler und den der Partei angehörenden Mitgliedern des Reichskabinetts für ihre Hingabe und opferoolle Arbeit ihren Dank aus. Sie tut dies auch in der Erwartung, daß durch die Zusammenfassung aller Kräfte im gegenwärtigen Augenblick im Reichsinneren eine Lage geschaffen wird, die die Milderung der größten Härten der Notverordnung ermöglicht. Die Deutsche Zentrumspartei weiß, daß sie unter Erwägung aller Möglichkeiten den Weg für eine durchgreifende Erleichterung der untragbaren Reparationslasten vorbereitet und betreten hat.. Die Zentrumspartei stärkt die Regierung in diesem Bemühen, weil nur bei einer baldigen Lösung der Reparationsfrage die wirtschaftliche und politische Beruhigung eintreten kann, die Deutschland wie auch alle' anderen Staaten vor revolutionären Erschütterungen und vor einer namenslosen Verelendung bewahren kann.
Wir rufen deshalb alle Gutgesinnten und Einsichtigen in der Welt auf, die notwendigen Entscheidungen zu treffen, bevor es zu spät ist. Noch größere Opfer kann das deutsche Volk nicht tragen. Wir haben ein Recht auf Leben und Freiheit in einem geordneten und befriedeten Europa.
In diesen ernsten Zeiten sind zaghafte parteiegoistische Ueberlegungen nicht am Platze. Die Einberufung des Reichstages gefährdet die nationale Arbeit der Reichsregierung. Die Zentrumspartei kämpft mit allen Gutgesinnten in der deutschen Nation für die Freiheit und für die Befreiung des Vaterlandes. Wir rufen Führer und Gefolgschaft der Partei auf, in dieser Stunde stärk- sten Mut zu beweisen. Der Parteihaß und die Leidenschaft müssen schweigen. Die Not der Nation muß die Gegensätze endlich überbrücken. Deutschland muß in der Stunde der Gefahr ein starkes und einiges Geschlecht finden. Wir sind zum gemeinsamen handeln bereit."
:vm-
memEsMtnoch di e Personalfragen zu erledigen. Der volksparteilich« Frakstonsführer Dr. Mattes wird voraussichtlich das Finanzministerium über-
nehmen.
Der badische Reichstagsabgcordnet« Pfarrer Teutsch-Leutershausen ist vom evangelischen Volksdienst zur NSDAP, übergetreten. Der Lairdesausschuß des evangelischen Volksdienstes in Baden, der gestern in Karlsruhe tagte, hat einmütig die Auffassung vertreten, daß Pfarrer Teutsch aus Gewissenspflicht heraus fein unter Volksdienstlofung errungenes Reichstagsmandat dem Volksdienst zurückgeben sollte.
* Das Kabinett Laval wurde
neuen Staatspräsidenten Doumer nem Amte bestätigt. ♦
Herriot wollte gestern in Wähleroersammlung spreche n,
sofort
Lyon
von dem in sei -
in einer
wurde jedoch
durch die Sozialisten daran verhindert. Mehrere seiner Anhänger wurden sogar von gegnerischen Elementen angegriffen und verletzt.
England ist gestern von einem heftigen Sturm heimgesucht worden, hunderte von Häusern wurden beschädigt. In Birmingham wurde eine Person getötet und 10 verletzt. Der Sachschaden ist erheblich. Mehrmals schlug der Blitz ein, der auch einen Todesfall verursachte. Der Zugverkehr auf der Strecke London—Liverpool mußte umgeleitet werden, weil sämtliche Tunnels überschwemmt waren.
Ein heftiger Orkan ging gestern über Brüssel nieder. Eine Person wurde getötet. Erheblicher Sachschaden wurde angerichtet.
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Das lieberale Mitglied des kanadischen Unterhauses E. I. Young hat den Vorschlag gemacht, Kanada sollte der übrigen Welt mit der Streichung der Reparationen vorangehen. Reparationen und Hochzölle, erklärte Young, seien das größte Hindernis für eine Erholung der Wirtschaft. Kanada sollte daher Deutschland eine Quittung über die ihm geschuldeten Reparationszahlungen schicken.
v Die Hitzewelle in ganz Spanien dauert an. Mehrere Personen sind an Hitzschlag gestorben.
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Wie Havas aus der spanischen Provinz Badajoz beruhtet, widersetzte sich die Bevölkerung der kleinen Ortschaft Monienmolin dem Einzug des längst gewählten Gemeinderats. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei, bei denen ein Polizist und zwei Zivilpersonen getötet und viele andere verletzt wurden. Mehrere Personen wurden verhaftet.
soll die A n - egierung in Frankreich aufzunehmen gedenkt und über die der Gouverneur der Bank von Spanien in Paris mit der Bank von Frankreich verhandelt, Millionen Goldpesetas betragen.
Nach einer Madrider Meldung leihe, die die spanischem Frankreich
*1 Näheres stehe hn politischen Teil.
der innevpolitiichen Lage
Annäherung der Deutschen volksvavtei
Berlin, 14. Juni. In unterrichteten Berliner politischen Kreisen hat man am Sonntag abend den Eindruck, daß die innerpolitische Lage seit Samstag entspannt worden ist Dazu hat vor allem eine Unterredung beigetragen, die der Reichskanzler gestern im Zuge Berlin— Hannover mit dem Führer der Deutschen Volkspartei Dingeldey gehabt hat.
Ueber die Unterredung Dingeldeys erfahren wir aus maßgeblichen volksparteilichen Kreisen, daß im Mittelpunkt der Erörterungen die von der Deutschen Volkspartei aufgeworfenen drei Hauptfragen standen:
Einmal in welcher Weise die Frage der Tributrevision so schnell und so nachdrücklich wie irgend möglich vorwärts gebracht werden kann, besonders nachdem die seit Chequerz eingetretene Devisenänderung die Lage für Deutschland erneut verschärft hat,
sodann die Frage der Sicherung des Ziels der Notverordnung durch organische Reformen und einen einheitlichen Finanz, und Wirtschaftsplan,
endlich die Frage der Gewinnung der besten Männer zur erfolgreichen Durchführung dieser Aufgaben, besonders auch solcher Persönlichkeiten, die parteipolitisch nicht gebunden finb.,
Nur so könne das Vertrauen des Volkes trotz etwaiger neuer Opfer wieder gewonnen werden. Ueber die entscheidende Bedeutung dieser Fragen für unsere ganze Zukunft herrschte keinerlei Meinungsverschiedenheit. Es ist nicht ausgeschlossen,
daß bei den am Montag forzuführenden Verhandlungen eiine Annäherung der Auffassung erzielt und damit eine akute Krise verhindert wird.
Wie aus einer Information der „Köln. Ztg." hervorgeht, die von führender volksparteilicher Seite als richtig bezeichnet wird, ist es gelungen, zwischen der Reichsregierung und der Deutschen Volkspartei eine Brücke zu schlagen. Ob die Fraktion sie betritt, indem sie ihren Beschluß vom Donnerstag rückgängig macht, das hängt natürlich von dem Ausgang der für Montag vorgesehenen neuen Unterhaltung zwischen Dr. Brüning und Dr. Dingeldey ab. In Unterrichteten Kreisen glaubt man aber, daß die Schwierigkeiten, die von dieser Seite her kommen, in ihrem Kern schon durch die Samstag-Aussprache überwunden sind. Viel beachtet wrd in parlamentarischen Kreisen auch der heutige Artikel des Reichstagspräsidenten Löbe im „Vorwärts", der ausdrücklich als eine Warnung vor Illusionen gekennzeichnet ist und den Eindruck erweckt, daß auch in sozialdemokratischen Kreisen eine Verständigung mit dem Kanzler erwartet wird. Die endgültige Entscheidung, das muß auch jetzt noch festgestellt werden, fällt natürlich erst am Dienstag.
Reichskanzler und Ienirum
Tagung in HNdeshettn - Sevtvauensvotum für Vvüning
tzildeshelm, 14. Juni. Die Aenlrumsfraklion des Reichstages und der Vor st and der Deutschen Zentrumspartei hielten hier eine Beratung über die politische Lage ab, zu der die Zentrumsvertreter außerordentlich zahlreich erschienen waren und die der Vorsitzende der Deutschen Zentrumspartei Prälat Kaas leitete. Reichskanzler Dr Brüning und Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald erstatteten eingehend Bericht.
Die Beratung wurde getragen von der Einsicht in den Ernst der Lage und dem Bewußtsein der Verantwortung für die Entscheidungen, die in den nächsten Tagen zu treffen sind. Der Reichskanzler fand für feine Politik volles Vertrauen und einmütige Anerkennung. Für die unmittelbar bevorstehenden Entscheidungen und die schweren Aufgaben der kommenden Monate brachte die Tagung dem Reichskanzler uneingeschränktes Vertrauen entgegen. Die einmütige Auffassung der Reichstagssraktion und des Reichsparteivorstandes wurde in folgender Entschließung festgelegt:
trumsparter, alle Kräfte einzusetzen und höchste Verantwortung zu tragen.
Das deutsche Volk darf in dieser Schicksalsstunde nicht zerbrechen.
Es will leben! harte innere Maßnahmen sind notwendig, um dieses Ziel zu erreichen. Gegen Einzelheiten der Notverordnung bestehen auch in der Zentrumspartei st a r k e Bedenkey. In Zeiten gesicherter wirtschaftlicher und politischer Verhältnisse wären einige Einzelbestiminungen der Notverordnung unverständlich und unerträglich. Um aber die Not zu beheben, um eine geordnete Staats-
Die ernste Lage Deutschlands und die allgemeine und Wirtschaftsführung zu sichern, um das Umsinken [e, die seine Zukunft bedrohen, zwingen die Zen- -in ein Finanz- und Wirtschafts- und damit in ein
Krise, die seine Zukunft bedrohen, zwingen die Zen-
aas fest, daß die artei die Leitung nicht enttäuscht habe, da die aus allen Teilen des Reiches anwesenden Führer und Unterführer die notwendige Verantwortungsfreudigkeit gezeigt hätten. — Nach Schluß der Sitzung verließ der Reichskanzler vom Jubel der Versammlung begrüßt das Ver- sammlungslokal und begab sich zu dem kacholischen Vereinshaus. Um 17 Uhr verabschiedete sich der Reichskanzler von dem Bischof von Hildesheim und fuhr um 5,20 Uhr im Kraftwagen, begleitet von dem Prälaten Kaas nach Berlin.
Swe Rede Dv. MivthS
Hildesheim, 14. Juni. Im Rahmen der Zentrumstagung sprach heute nachmittag vor seiner Abreise Reichskanzler Dr. Brüning vor katholischen Arbeitern über den Inhalt der neuen Notverordnung. Gerade den Arbeitern gegenüber, erklärte der Kanzler, gelte cs, klar zu machen, daß die Maßnahme nicht deshalb getroffen worden sei, um die Lebenshaltung der Arbeiter zurückzuschrauben ober um die Sozialversicherung abzubauen. Es gehe aber um die Frag« des Weiterbestandes des ganzen Volkes und darum, den Boden zu bereiten, auf dem der Weg zur Senkung der Lasten gefunden wird. Wenn mir gesunden wollen, müßten Opfer gebracht werden und zwar von allen Schichten der Bevölkerung ohne Unterschied der Berufsgruppen.
Den Abschluß der Tagung bildete eine große öffentliche Kundgebung in der Ausstellungshalle von Hildesheim, die bis auf den letzten Platz von Tausenden von Menschen gefüllt war. hier sprach Reichsinnenminister Dr. Wirth. Nach einer einleitenden Bemerkung, in der er mit Genugtung feststellte, daß es gerade in den Notzeiten der erprobten katholischen Führung Vorbehalten gewesen sei, die Verantwortung für das Wohl und Wehe des Reiches zu übernehmen, erörterte der Minister den Inhalt der Not- verordnung, soweit sie die breite Masse trifft. Gewiß seien diese Maßnahmen auch innerhalb der Partei vielfach auf Widerstand gestoßen. Auch sei die seelische Not der Bevölkerung der Reichsregierung durchaus bekannt. Aber eben deswegen werde sie es vermeiden, " ' * *1 *'
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hineintreiben zu i I c II r u i e nur zum Eh a-o s führen könne. Ein einzelner könne sich wohl aufgeben,
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lassen
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nicht aber ein ganzes Volk.
Der Winister wies dann auf die Schwere der Tribullasten hin, die heute nicht mehr tragbar feien. Der entscheidende Schritt zur Revision der Tributlasten sei getan.
Ueber dies« Frage gebe es keine Meinungsverschiedenheiten. Nur der Weg Zur Befreiung sei noch umstritten. Schon die Vergangen- heit habe gelehrt, daß eine Gewaltpolitik nicht zum Ziele führen kann. Der Minister bezeichnete die Verhandlungen in Chequers als den endgültigen Ausweg aus der Isolierung Deutschlands und be- tonte, daß eine Politik der Ablehnung und des Radikalismus auch hier nur Deutschland auf Jahre wieder zurückwerfen könne. Zur Frage der Einberufung des Reichstages sagte der Redner, feiner
Sie beutkae Summer umfaßt 1C Setten