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wim Stadt und Land
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Ke. 134
Donurestas den
11. Sunt
1931
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* Der Aeltestenrat hat die Entscheidung über die Einberufung des Reichstags auf Dienstag vertagt.
Der Preußische Landtag nahm in zweiter Lesung den Staats vertrag mit den evangelischen Kirchen und das Pfarr- besoAindsgesetz an. Die sofortige Beratung eines kommunistischen Aiüraaes auf Auflösung des Landtages scheiterte am Widerspruch aus dem Hause.
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Der am 17. Mai neu gewählte Olden- burgisHe Landtag wählte in feiner ersten Sitzung den nationalsozialistischen Kandidaten Eichler mit 34 von 48 abgegebenen Stimmen zum Präsidenten.
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Wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, soll das deutsch.-russische Freundschafts- a b k o m m e n vom 24. April 1926, der sogenannte Berliner Vertrag, der am 29. d. M. abläuft, im wesentlichen in der gleichen Form verlängert wer- dsn.
Wieder ein Vottzeiwachi- meifter erschossen
Schwere Ausschreitungen in Maffei — Barrikaden in Mannheim - Auch tu anderen Städten Zusammenstöße
Die Kommunisten benutzen die jetzige Zeit des schweren wirtschaftlichen Drucks und der daraus entstehenden Erregung und Erbitterung zu einer Agitation großen Stils. Jn den letzten Tagen haben sich in verschiedeneü Städten Vorgänge abgespielt, die den Charakter einer Aktion gegen die Organe dec öffentlichen Ordnung haben, ja die Vorgänge find bis zu Plünderungen getrieben worden, so daß man nicht mehr von politischen Kämpfen sprechen kann» sondern von dem Versuch, mit terroristischen Mitteln Unordnung in die Gemeinwesen zu tragen. Auch der gestrige Tag hat wieder Ausschreitungen gebracht, bei denen in Kassel ein Polizeiwachtmeister aus dem Hinterhalt erschosssseü wurde.
Vor dem Schlichter des Bezirks Niederschlesien wurde am Mittwoch nach langer Aussprache die Vereinbarung getroffen, daß in der schlesischen Mühlen Industrie die Löhne ab laufemder Woche um 8 Prozent gekürzt werden. Die Abmachung gilt bis 24. 2. 1932. Die Arbeitgeber hatten ursprünglich einen Abzug um 15 Prozent gefordert.
Die jährliche Sommerausbilduna reife der deutschen Flotte wird diesmal nach
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wegen führen, wo in der Zeit vom 15. Juni bis 3. Juli eine große Anzahl von Häfen angelaufen wird. An der Auslandsreise, die unter dem Kommando des Flottenchefs Vizeadmiral Oldekop steht nehmen iiMtiiiMilii
Ausschreitungen In Kassel
Kassel, 11. Juni. Jn den Straßen um den Altmarkt bildeten sich am Mittwoch abend größere und kleine Trupps zumeist jugendlicher Kommunisten. Da sie den Aufforderungen der Polizei, die Straften zu räumen, nicht Folge leisteten, räumte die Polizei mit dem Gummiknüppel den Altmarkt und die in diesen einmündenden Straßen. Dabei kam es zu einem heftigen Zusammenstoß mit den Demonstranten und den Beamten, die aus den Häusern mit Blumentöpfen, Steinen, Biergläsern usw. beworfen wurden. Bei diesem Bombardement gingen zahlreiche Schaufensterscheiben in Trümmer. Die Polizei nahm mehrere Haussuchungen vor und verhaftete einige Personen. Gegen 11 Uhr abends mußte auch die Marktgasse geräumt werden. Dabei fielen plötzlich aus einem Hause mehrere Schüsse. Ein Polizeiwachl- melffer erhielt einen tödlichen Bauchschuß. Jn der Klosterstraße mußten Polizeibeamte, die in Be
in diesen Straßen wurden umgeworfen. so daß um 22 Uhr die Straßenzüge völlig in Dunkel lagen. Die Polizei, die nur schwach vertreten war, mußte immer wieder mit dem Gummiknüppel vorgehen. Von einer Barrikade aus wurde scharf auf die Polizei geschossen. Gegen 23 Uhr wurden die Ansammlungen derart bedrohlich, daß die Polizei in erheblichem Blaße von der Schußwaffe Gebrauch machen mußte. Eine große Anzahl Salven wurden abgefeuert. Es konnte bis jetzt noch nicht fèstgestelll werden, ob durch die Schüsse Menschen in Gefahr gekommen sind. Personenwagen wurden umgeworfen, um Schuh gegen die Schüsse zu bieten.
Demottftvatk-ttett
in GelsenMvchett und Essen
Gelsenkirchen, 10. Sunt In den späten Abendstunden durchzogen heute mehrere Trupps junger Kommunisten die Straßen Gelsenkirchens mit den
SvamSfische Gegenminen
Es läßt sich in Deutschland noch nicht übersehen, wie weit die Besprechungen der deutschen und der englischen Staatsmänner in Chequers als der Ausgangspunkt einer aussichtsreichen außenpolitischen Aktion zu Gunsten einer Revision des Houngplanes betrachtet werden können. Erst die weitere Entwicklung der Dinge wird uns darüber vollen Aufschluß gewähren können. Sicher ist indessen, daß die Zusammenkunft der deutschen und der englischen Staatsmänner den Franzosen sehr viel Unbehagen bereitet hat, und daß man in Paris eifrig bemüht ist, Gegenminen zu legen, die der deutschen Außenpolitik auf ihrem weiteren Wege möglichst Schwierigkeiten bereiten sollen. Die Pariser Presse wirft die Frage auf, ob Deutschland wirklich berechtigt sei, die Forderung einer Revision des Poungplanes mit seiner wirtschaftlichen und finanziellen Notlage zu begründen. Man verneint diese Frage und weist darauf hin, daß Deutschland für den Bau von Panzerkreuzern große Aufwendungen mache und Rußland Ausfuhrkredite gewährt habe. Außerdem spielt in den französischen Argumenten die Kundgebung des Stahlhelms in Breslau eine große Rolle. Man kann in einer ganzen Reihe von Pariser Blättern lesen, Deutschland müsse erst noch seinen Willen zur Sparsamkeit überzeugender beweisen und einen etwas friedfertigeren Geist an den Tag legen, ehe man ihm das Recht auf eine Revision des Poungplanes zubilligen könne.
Daß die französische Regierung solchen Gedankengängen nicht sernsteht. Hat der Verlauf
P-eselslsssäo«? der Linienschiffe Kontreadimral Förster, „Hannover" und „Hessen", die Kreuzer „Königsberg" mit dem Befehlshaber der Auf- ^lärungsstreitkräfte Kontreadmiral Albrecht und „Köln", die erste und zweite Torpedobootshalb- flotille, die erste Minenfuchhalbflotill« und Flotten tender „Hela"
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Der Preußische Staatsrat wird bereits am 17. Juni zu feinem nächsten Sitzungsabschnitt zusammentreten. Hauptgegenstand der Beratung werden die Ausführungsbestimmungen zu der Notverordnung des Reichspräsidenten bilden. Die Bestimmungen werden dem Staatsrat einige Tage vorher zugehen. Sie sollen, wie wir hören, nur ganz kurz gehalten sein und im wesentlichen formalen Charakter tragen.
Um die Liquidität der Reichskasse zu behalten, hat der Reichsfinanzminister mit den Banken um einen Zwischenkredit Verhandlungen ausgenommen. Wie verlautet, soll es sich um einen Betrag von 250 Millionen handeln, der bis zum 1. Juli wieder ab gedeckt werden muß.
Vor dem Gebäude der Sächsischen Bank in Dresden, in dem sich das amerikanische Konsulat befindet, hatte sich gestern abend «ine Anzahl junger Leute angesammelt, welche revolutionäre Lieder sangen und schließlich zwei Fenster im ersten Stock mit Steinen ein« warfen. Die Polizei konnte noch fünf Personen festnehmen. Die Dresdner kommunistische „Arbeiter-Stimme" schreibt zu den Vorgängen, sie wären der „Protest revolutionärer Jungarbeiter gegen die geplante Hinrichtung von acht Neger-Jüngarbei- tern in U. S. A."
Ein deutsches G es ch w ach e r, bestehend aus dem Krem-,er „Königsberg" und den Zerstörern „Albatros", „Falke, „Greif" und „Löwe", traf gestern früh in Libau zur Teilnahme an der Zehnjahrfeier der Gründung der lettischen Kriegsmarine ein. Zwei englische Kreuzer ankern bereits seit vorgestern im Hafen. Russische, finnische, französische, polnische und schwedische Kriegsschiffe werden heute erwartet.
Wie aus Königsberg gemeldet wird, gelang am selben Tag, an dem Piccard seinen Stratosphärenflug unternahm, der Flugwetterwarte in Königsberg ein Ausstieg mit einem unbemannten Freiballon bis zu 26 000 Meter Höhe. Der Ballon konnte Hl Minuten beobachtet werden. Die erreichte Höhe wurde mit einem Bunge-Theodoliten errechnet.
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Der bekannte englische Nationalökonom Sey« u e s sprach in Newport über die gegenwärtige Lage der Weltwirtschaft. Er betonte,, daß sine Katastrophe bevovstehe, wenn das Absinkcu der Preise nicht aufhöre, und gab seiner Verwunderung darüber Ausdruck, daß Amerika, biejer Sachlage anscheinend mit Gleichgültigkeit gegen« überstehe. *
* Uinited Preß behauptet, daß in Washington A offizieller Bericht für den Senat über die ^schtschuld Deutschlands am Kriege ge« denngeholten werde.
*) Näheres siehe im politischen Teil.
Die Polize. schritt darauf zur fgffemafif$en^hnu- j fort)crfen sie auf, die Schaufensterscheiben rinzu- mung des ganzen Häuserblocks,^ erließ den Befehl | schlagen. Das Ueberfallkommando griff aber schnell „Fenster siu, es wir.d geschossen, dem sie durch ein und zerstreute die Menge. An verschiedenen mehrere scharfe Schusse Nachdruck verlieh und be- Stellen mußte von dem Grummiknüppel Gebrauch rtrtMM Wilf hör Tlilt*/4i4ii<4ni ti ri hot* Hrtiilrti' mürtö« , , i ^ - ^. . , .... ^ ^ . ,. '
gann mit der Durchsuchung der Häuser. Gegen Mitternacht war die Ruhe wieder Hergestellk.
gemacht werden. Drei Rädelsführer wurden festge-
Das Polizeipräsidium teilt zu dem Zusammenstoß noch mit: Infolge der heimtückischen und hinterlistigen Ueberfälle in der Altstadt, bei denen ein Schutzpolizei- wachtmeister aus dem Hinterhalt erschossen wurde, hat der Polizeipräsident wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit bis auf weiteres alle Versammlungen und Umzüge unter freiem Himmel verboten.
Der Regierungspräsident hat für die Ergreifung des Täters, der den Polizeiwachtmeister erschossen hak, eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt.
IusammenftStze in Maunhesm
Mannheim, 10. Juni. Nach Schluß einer kommunistischen Versammlung kam es in der Mannheimer Innenstadt heute abend zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei, die mehrmals mit dem Gummiknüppel einschreilen muhte. Erwerbslose versuchten immer wieder zu demonstrieren und Züge zu bilden. Die Polizei mußte zunächst einzelne Verhaftungen vornehmen. Auch in den späten Abendstunden setzten sich die Ansammlungen und versuche zu Demonstrationen in den H.- und J.- Ouadralen der Innenstadt fort. Sprechchöre riefen: „Nieder mit der Notverordnung!" und versuchten die Polizei zu reizen. Zwischen diesen Quadraten wurden die Straßen ausgegraben und mit Mülleimern regelrechte Barrikaden errichtet. Sämtliche Laternen
nommen.
Essen, 10. Juni. Zu erneuten Zusammenstößen mit der Polizei kam es gestern in den späten Abendstunden in Essen-Steele. Als die Polizei Demonstrationsversuche von etwa 200 Personen verhindern wollte, wurde sie mit Steinen und Flaschen beworfen. Die Poltzei war genötigt, Schreckschüsse abzugeben; Verletzte sind nicht zu verzeichnen. Insgesamt wurden 13 Zwangrgestellungen vorgenommen, jedoch wurden die Verhafteten nach Feststellung der Personalien wieder entlassen.
So selbstverständlich derartige Exzesse nicht zu einem praktischen Ziel führen können, das etwa in der Richtung der kommunistischen Umsturzpläne läge, so notwendig ist es, ihnen von vornherein mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten. Die Beispiele von Hamburg, Kassel, Mannheim usw. könnten zur Nachahmung reizen, wenn nicht den Anfängen rücksichtslos Einhalt geboten wird. Gerade wer Verständnis hat für die Erregtheit dieser Zeit, wird auch verstehen und darauf dringen müssen, daß Vorkommnisse, die diese Erregung noch weiter schüren könnten, verhindert werden. Unverzügliche energische Maßnahmen sind auch deshalb notwendig, um die Organe der öffentlichen Sicherheit zu schützen. Denn so geht es nicht weiter, daß man Polizeibeamte als Freiwild betrachtet.
Meichsiasseinbeeukuns noch nicht entschieden
Die Entscheidung des AelieftenvateS auf Dienstag verschoben - Heute ^iabinettssitnmg
Berlin, 10. Juni. Der Aellesienrat des Reichstages hatte sich am Mittwoch abend mit den Anträgen der Nationalsozialisten und der Kommunisten zu beschäftigen, wonach der Reichstag für den nächsten Diettskag einberufen werden sollte. Für diesen Antrag stimmte auch der Vertreter der Mirtschaftsparlei, währrend sich der Vertreter des Landvolkes der Stimme enthielt. Mit den Stimmen der übrigen Parteien wurden die Anträge gegen den entschiedenen Widerspruch der Abgeordneten Stöhr (Rat.-Soz.) und Berndt (Dnall.) abge- lehnt. Auf Wunsch mehrerer Fraktionen wurde dann mit Rücksicht auf die bevorstehenden Fraktionssitzungen beschlossen, noch keine Entscheidung über eine frühere Einberufung des Reichstages zu fällen, sondern am Dienstag, den 16. Juni, vormittags, eine neue Sitzung des Aeltesienrates zu diesem Zweck abzuhalten.
habe sich diè Interpellation über die SkaM Helmkundgebung in Breslau bestellt. Auf jeden Fall scheint ihm die Interpellation eine willkommene Gelegenheit gewesen zu sein, zu den Besprechungen von Chequers Stellung zu nehmen und sich gegen eine Revision des Poungplanes zu äußern. Was er über die Stahihellükundgebung gejagt hat, bedarf einer fachlichen Richtigstellung. Er machte geltend, die franzöjijche Regierung habe ihre Bedenken gegen die Vorgänge in Breslau der Reichsregierung vorgetragen und er glaube, daß die deutsche Regierung diese Bedenken teile. Aus dieser Mitteilung können möglicherweise ganz falsche Schlüsse gezogen werden« Tatsächlich hat Briand bei einem diplomatischen Empfang seine Bedenken lediglich dem deutschen Botschafter von Hoesch vorgetragen, der sie dann nach Berlin weitergeleitet hat, ohne sich selbst dazu zu äußern. Auch die Reichsregierung hat auf die Meinungsäußerungen des französischen Außenministers keine Antwort erteilt. Wenn also Briand behauptet, die deutsche Regierung teile seinen Standpunkt, so stützt er sich dabei lediglich auf leere Vermutungen. Ob die Reichsregierung sich überhaupt mit der Kundgebung des Stahlhelms beschäftiat hat, ist eine Frage für sich. Auf jeden Fall ist sie durch die Kundgebung nicht geschwächt worden, wie Briand behauptet, denn sie hat gar keine Veranlassung, sich in ihrer Stellung durch die Kundgebung des Stahlhelms beeinträchtigt zu fühlen.
In den Ländern unserer ehemaligen Kriegsgegner gibt es überall Organisationen
von Frontsoldaten, an deren Kundgebungen das ganze Volk teilnimmt. Soll etwa die Or-
;en
Lvredev in Bevtitt
schaftsr Sackest auf dem Bahnhof Friedrichstraße ein.
Bei der Landung in Bremerhaven, die heute
Berlin, 10. Juni. Heute nachmittag um 17 Uhr morgen um 9 Uhr erfolgte, kam es kurz noch der trafen mit dem außerplanmäßigen Sonderzug der Schleuse zu einem kleinen Zwischenfall, als
„Europa" der Reichskanzler und der Reichsaußen- minifter, zusammen mit dem amerikanischen Bot«
sin in der Nähe des Bahnkörpers stehender Trupp (Fortsetzung auf Seite 2)
ganifation der deutschen Frontkämpfer nicht dasselbe Recht haben? Soll ihr Auftreten èine Bedrohung des Friedens fein? Wenn man in Frankreich mit solchen Argumenten gegen Deutschland arbeitet, so begeht man damit dieselbe Heuchelei wie mit dem Hinweis auf die Bauten der deutschen Panzerkreuzer. Das in Waffen starrende Frankreich hat wahrlich kein Recht, dem entwaffneten Deutschland Rüstungsausgaben zum Vorwurf zu machen. Es hat auch kein Recht, als wirtschaftlich und finanziell gesättigtes Land uns die Aufwendungen vorzuhalten, durch die wir unserer Ausfuhr mehr . als bisher dem russischen Absatzmarkt zu er- chließen hoffen. Man darf auch in diesem Zu- ammenhang daran erinnern, daß der Reichs- !anzler bei dem Stapellauf des Panzerkreuzers „Deutschland" für das deutsche Volk das- elbe Recht auf die Bekundung von National-
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