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Mittwoch den 3. Juni 1931

______________________________ Selke 5

M. irr

Teile beitragen will. Ein jeder, den es angcht be­herzige deshalb die dringende Mahnung:Wer nicht traut, wird nicht beschwindelt!

Dr. W. M.

Vogelschutz zur Neutrett

Durch den ungewöhnlich langen Nachwinter hat sich di« Brutzeit unserer Vögel um Wochen ver­schoben. Die Hauptbrutzeit unserer Waldvögel füllt erst in das Ende Mai und in den Juni. Im all­gemeinen genießen die Vögel in Deutschland vor- züglichen Schutz und ausgezeichnete Pflege. Mehr noch als das Bewußtsein ihrer Nützlichkeit ist es die Freude an den lieblichen Sängern und bunten Tier­chen, wie überhaupt die wachsende Liebe zur Na­tur, ide dies fertig gebracht hat. Aber trotz alledem hat die Nachstellung nach den Vögeln nicht ganz aufgehört, und gerade in der Brutzeit sind die Tiere erhöhter Verfolgumg meist durch Kinder und Halb­wüchsige ausgesetzt. Die Freude an den kunstvollen Nestern, den bunten Eiern und den niedlichen Jun­gen steigert sich zum Wunsche des Besitzes und führt zum Nestraub. Schon der häufige Besuch gefun- dauer Nester gefährdet das Brutgeschäft, da gestörte Vögel sehr oft die Nester mit dem Gelege aufgeben.

In jedem Jahr sollten Eltern, Lehrer und andere Erzieher die Jugend daran ermahnen, die Vogel­nester zu schützen und vor' unvorsichtigen und bös­willigen Handlungen ihrer Kameraden zu schonen. Aber alle sollten sich bemühen, Katzen und anderes Raubtier den Nestern fernzuhalten. Falsch ist aber auch eine übertriebene Vogelpflege, wie man sie heute vor allem in den Städten findet. Es ist nicht richtig, um diese Zeit den Tieren, die in der freien Natur leben, Futter auszustreuen oder gar den Jungen unmittelbar zu reichen. Es geschieht das sehr oft unter bem Hin­weis, daß die Alten zu erhöhter Futtersuche für die ausgeschlüpfte Brut gezwungen wären. Im Haus­halt der Natur fällt dem kleinen Vogel die Rolle zu, dem Ueberhandnehmen der schädlichen Insekten zu steuern. Werden die Tiere an eine bequemere Nahrungsversorgung gewöhnt, so vernachlässigen sie ihre Pflichten, und den Schaden trägt schließlich der Mensch. Selbst im Winter sollte man die Tiere nicht an eine Futterstelle gewöhnen, da sie auch dann, wenn sie suchen müssen, auf manchen Schäd­ling stoßen, den sie fressen, und weiter durch die Bewegung für eine Regelung des Wärmehaushal­tes ihres Körpers sorgen. Das Beste also um diese Zeit ist: Laßt den Tieren ihre Ruhe. Kümmert euch nicht darum, dann dient ihr ihnen und euch.

Aus dem Gevichtsfaal

Unterschlagungen auf der Poststelle Osthelm

Durch ein« Reklamation der Gemeindekasse Ost­heim, der ein am 29. Januar per Zahlkarte nach Hanau überwiesener Betrag von 600 RM an der aufgegebenen Adresse nicht gutgeschrieben worden war, kam man ant 2. Februar Unterschlagungen auf der Poststelle Ostheim auf die Spur. Eine so­fort oorgenommene Kassenrevison ergab einen Fehl­betrag von insgesamt 1290 RM, der auf Konto der diensttuenden Beamtin zu setzen war. Es war dies ^ine 23jährige Schneiderin aus dein gleichen Ort. -me als Tochter des im Außendienst beschäftigten Poststelleninhabers seit ca. 5 Jahren den Innendienst versah und im Juni 1929 gegen das fürstliche Mo­natsgehalt von 25 RM (!) als Beamtin verpflichtet worden war. Das unglückliche Mädchen gestand feinte amtliche Verfehlungen auch sofort ein, wollte aber nur geringe Beträge im Haushalt verbraucht haben, während das übrige auf gleiche Weise unter­schlagene Geld zur Beseitigung »on Defiziten Ver­wendung gefunden haben sollte, die bei Rentenaus- zahlungeu entstanden seien. Unglückliche Familien' Verhältnisse, die in einer Vernachlässigung der Familie seitens des Vaters gipfelten, hätten eine groß« Notlage heraufbeschworen und schließlich zu den amtlichen Verfehlungen geführt. Die einzelnen Unterschlagungen beliefen sich sämtlich auf Gelder die auf Zählkarten eingezahlt, von der Angeklagten aber nicht verbucht und für andere Zwecke ver­wendet wurden. Angesichts der traurigen Begleit­umstände, die das Mädchen auf den Weg des Amts­verbrechens trieben, ließ es das Gericht bei 7 Mo­naten Gefängnis bewenden.

i Amtsunterschlagung eines Postschaffners

Nach 25jähriger Tätigkeit im Postdienst geriet ein 48jähriger Postschaffner von hier ins Strau­cheln und vergriff sich an Amtsgeldern. Im Herbst v. I. fing er in feiner Eigenschaft als Paketbesteller an, für Nachnahmepakete eingenommene Beträge zuschieben". Längere Zeit hindurch ging es gut, da er immer wieder rechtzeitig für Deckung sorgte und es bei der verspäteten Ablieferung der Gelder bewenden ließ. Als dann seine Ehefrau Ende Ja­nuar in Wochen kam und er selbst anläßlich dieses Famiilienereignisses in Urlaub ging, hatte er noch einige Nachnahmepaketkarten in der Tasche, für die ihm der fällige Betrag von den Empfängern bereits übergeben worden war. Einzige Tage später übergab er die Karten mit verspäteter Empfangs­quittung samt dem Gelde einem Kollegen, nachdem er inzwischen ein schon längere Zeit erwartetes Dar­lehen von der Postsparkasse empfangen hatte. Durch die inzwischen erfolgte Reklamation einer Firma besah man sich auf dem Postamt die Karte näher und deckte so dieSchiebung" auf. Der im übrigen als außergewöhnlich pflichteifrig und tüchtig ge­schilderte Beamte wurde zu der gesetzlichen Mindest­strafe von 6 Monaten Gefängnis verurteilt und ihm bedingte Strafaussetzung zugebilligt.

Alles aus Freundschaft.

Ein 27jähriger Kaufmann von hier, der schon öfters mit dem Gericht Bekanntschaft gemacht hat und das Strafgesetzbuch in- und auswendig zu ken­nen scheint, saß eines schönen Tages wieder einmal in der Klemme. Zum Glück besitzt er einen wirk­lichen Busenfreund, der ihm bereitwilligst mit 4 Blankowechsel unter die Arme griff. Diese Akzepte sollten angeblich nur über einen Gesamthöchstbetrag von 200 Mark ausgestellt werden, doch tauchten dessen ungeachtet hinterher 2 Wechsel über 1!2 bzw. 240 Mark auf, die eine recht wunderliche Fahrt an­traten. Etliche Mittelsleute, darunter auch ein be­rüchtigter Wechselhändler vom Frankfurter Börsen­platz, hatten ihre Hände dabei im Spiel und trugen wesentlich zur Verdunkelung der recht faulen Wech- lelgeschichte bei. Der Schluß war eine Anzeige des Blankoausstellers, die' indes auch aus reiner Freundschaft erstattet fein sollte, um den Freund tsinzuwaschen und einte Mittelsperson hinsinzulegen,

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Das Dunkel ließ sich auch in der gestrigen Verhand- leung vor dem hiesigen Schöffengericht nicht lichten, da der Blankowechselgeber alles tat, um seinen Freund zu entlasten. Lächelnd konnte dieser dar­aufhin einen Freispruch quittieren.

* Geschästsverlegung. Das Möbelhaus Richard Pelz hat seine Gefchäftslokalitüten mit Ausstellung nach Lindenstraße 7 verlegt.

* Landwirtschaftliche Einheilssleuer. Der Reichs­minister der Finanzen hat die landwirtschaftliche Einheitssteuer bereits für das Rechnungsjahr 1931 in Kraft gefetzt. Infolgedessen sind Pflichtige, die zuletzt mit Reineinkünsten aus landwirtschaftlichem, forstwirtschaftlichem und gärtnerischem Vermögen von nicht mehr als 6000 RM veranlagt worden sind, und die Einkünfte anderer Art nicht ober «n Betrage von weniger als 1000° RM bezogen haben, von den Einkommensteuervorauszahlungen erst­mals am 15. Mai 1931 befreit. Steuerpflichtigen, bei denen die landwirtschaftlichen Reineinkünfte

einem feierlichen Akt ihrer Bestimmung übergeben. Schon lange vor Beginn der Feier hatte sich ein zahlreiches Publikum eingefunden, das den Kaiser- Franz-Jofephs-Platz dicht umsäumte. Gegen 11.30 Uhr marschierte die gesamte Wachttruppe Berlins unter Vorantritt eines Musikkorps vor der Ehren­halle auf, ihr folgte die FahnenEompagnie mit Mu­sik, die von der 11. Kompagnie des Jnfanterie- Regimnetes 5 Rostock gestellt war. Weiter nahmen Abordnungen der Schutzpolizei, der Kriegervereine und anderer Organisationen vor der Gedächtnis­stätte Aufstellung. Pünktlich um 12 Uhr erschienen der Reichspräsident, von der Menge ehrfurchtsvoll begrüßt. Er schritt die Front der Ehrenkompagnie ab und wurde dann durch den preußischen Minister­präsidenten Braun empfangen und mit dem Reichs­wehrminister und den etwa 80 Ehrengästen in die Gedächtnisstätte gleitet. Beim Betreten der Halle erklangen die Glocken und die Wachtbatterie, gestellt von der 13. Batterie der reitenden Abteilung des ArKlerie-ReMmentes 3 Potsdam, feuerte einen Salut von 101 Schuß ab. Infolge des beschränkten Rau­mes konnten an der Feierlichkeit nur die Spitzen der Reichs-, Staats- und städtischen Behörden, darunter auch der Oberbürgermeister Dr. Sahm, teilnehmen. Noch einem einleitenden Gesang des Berliner Dom­chors erfolgte die Uebergabe des Ehrenmals durch den preußifchen Minifterpräfidenten Otto Braun, der nach einer Ansprache im Na- men der preußischen Staatsregierung einen pracht­vollen Kranz niederlegte.

Hierauf hielt Reichswehrminister Groener folgende Ansprache:

Den Gefallenen des Weltkrieges weihen wir heute die umgestaltete Neue Wache. Erbaut von den Kämpfern von Leipzig und Belle Aliance war sie ein Jahrhundert lang das Wahrzeichen des preu­ßischen Heeres. Die heroische Größe ihrer Formen gleicht der Größe des Heldentumes und der Größe der Opfer, die immer neue Generationen gebracht haben, damit Deutschland lebe. An dieser, durch Kunst und Schicksal geweihten Stätte gedenken wir

Die Einweihung des «veuSisGen Ehrenmals in Seelitt

Oben: Die Fahnen des alten Heeres ziehen an dem neuen Ehrenmal vorhei Unten links: Der Reichspräsident begibt sich zur Kranzniederlegung in das Innere Unten rechts: Der Jnnenraum des Ehrenmals

Der historische Schinkelbau, dieNeue Wache" in Berlin, wurde nach Entwürfen von Prof. Tessenow zum Preußischen Ehrenmal für die im Weltkrieg Gefallenen umgebaut und nun­mehr in einem feierlichen Akt seiner neuen Bestimmung übergeben.

Berlin, 2. Juni. Die zur Gedächtnisstätte für der ungeheuren Leistungen des deutschen Volkes

Weltkrieges, zu Lande, zur See und in der Lust mit Stolz und Bewunderung. Wir gedenken ins­besondere unserer Toten in Trauer, in Ehrfurcht und in tiefer Dankbarkeit. Sie haben durch ihr Leben und Sterben bewiesen, daß ihnen das Wohl des Vaterlandes höher stand als ihr eigenes Dasein. Zu ihrer Ehre wollen mir dem Sinn ihres Opfers Hüten. Wir wollen dafür sorgen, daß der Geist, der sie be­seelte, nicht stirbt, daß das Erbe des preußischen Heeres, das heilige Feuer der Vaterlandsliebe, der Geist der Pflicht und der Opferbereitschaft nutzbar gemacht wird für die Zukunft der deutschen Nation. Darum sei uns die Neue Wache auch in ihrer neuen Gestalt nicht eine Stätte des Todes, sondern des Lebens!

Sodann legte der Reichspräsident einen Lorbeer­kranz nieder, der auf einer weißen Schleife die In­schrift trägt:Seinen in Treue gefallenen Kame­raden. Generatftldmarschall von Hindenburg, Reichs­präsident."

Reichspräsident v. Hindenburg hielt hierbei folgende Ansprache.:

In bewegtem Gedenken an die Vielen, die in den mehr als vierjährigen Verteidigungskämpfen unseres Vaterlandes gegen eine Welt von Feinden in Treue ihr Leben hingegeben haben, lege ich meinen Kranz in Ehrfurcht und Dankbarkeit für die Toten an die­sem Ehrenmal nieder. Möge diese Gedächtnisstätte dazu beitragen, die innere Einigkeit zu fördern! Da­mit ehren wir unsere gefallenen Brüder am besten, die auf dem Schlachtfeld stets und ohne Unterschied treu zusammenstanden."

Mit einem abermaligen Gesang des Damchores fand die schlichte Feier ihren würdigen Abschluß. Während der Feier hatten bereits die Reichswehr unb bie Schutzpolizei Pamdestellung eingenom­men, und als der Reichspräsident, wiederum von der zahlreichen Menge ehrfurchtsvoll begrüßt, den Plötz vor dem Ehrenmal betrat, nahm er den Vorbei­marsch ab. Bald nach Beendigung der Feier wurde das Ehrenmal zur Besichtigung durch das Publikum freigegeben.

mehr als 6000 RM, oder bei denen die Einkünfte anderer Art 1000 RM oder mehr betragen Hüben, wird der auf die ersten 6000 RM des landwirt­schaftlichen Einkommens entfallende Teilbetrag der Vorauszahlungen nach näherer Mitteilung des Fi­nanzamtes gestundet. Pflichtige, denen eine Mit­teilung bis zum 8. Juni 1931' nicht zugehörigenist. Haben die Vorauszahlungen in der bisherigen Höhe spätestens bis zum 15. Juni 1931 zu leisten.

* Ist das Fleisch blitzgetöteter Tiere eßbar? In einem Schottener Kreisort wurde bei einem der letzten Gewitter eine Kuh vom Blitz erschlagen. Es war dies qualitativ das beste Tier des Besitzers. Natürlich wurde allgemein die Frage gestellt, ob man das Fleisch von blitzgetöteten Tieren gebrau­chen kann. Das Kreisveterinäramt Schotten teilt hierzu mit, daß das Fleisch von Tieren, die vom Blitz getroffen wurden, noch zu verwenden ist, wenn das Tier sofort abgeschlachtet und sachgemäß ausgeschlachtet wird.

* Hauszinssteuer und Mrtschafksnok. Der hie­sige Handwerker- und Gewervevcrein 1891 und der Wahlausschuß fürHandwerk u. Gewerbe, oeran«

Italien ant 7. Juni, vormittags 10.30 Uhr, im Hotel Riesen eine öffentliche Versammlung aller Hand­werker und Gewerbetreibenden, um zu dem seit einem Jahr bestehendem Steuerdruck eingehend Stellung zu nehmen. Als Redner für di« Behand­lung dieser wichtigen Existenzfrage des Hand­werker- und Gewerbestandes sind zwei anerkannte Sachkenner gewonnen worden. Näheres wird noch durch Inserate der beiden Korporationen bekannt gegeben.

* Gesunden. In der Zeit vom 26. Mai bis 1. Juni 1931 sind als gefunden angezeigt worden: 1 Akkumulator für Motorrad, 1 Pfandschein Nr. 3612, 1 Fünfmarkstück, 1 Mappe mit Zeitschriften Union-Lesezirkel Ffm.", 1 Schlüsselring mit drei verschiedenen Schlüsseln, 1 Herren-Haarhut, beige mit braunem Band, 1 elektrische Fahrradlampe Nirona", 1 Kanarienvogel und 1 Armbanduhr mit Gliederarmband. Die Eigentümer wollen sich im Fundbüro der Polizeidirektion Zimmer 201b in der Zeit von 812 Uhr melden.

* Gestohlen wurden: 1 Damenrad, MarkeCo­rona" Nr. 524 671, Torpedofreilauf, schwarzer Rahmen, schwarze Schutzbleche, gelbe Felgen mit schwarzen Streifen, rote Bereifung, englische Lenk­stange, 1 Herrenrad, Marke Matador, Torpcdofrei- lauf, schwarzen Rahmen, schwarze Schutzbleche, gelbe Felgen, rote Bereifung hinten Dunlop, vorn Seiberling, evtl. Lenkstange. Wer Angaben über den Verbleib der Räder machen kann, (auch ver­traulicher Art) wolle dies der Kriminalpolizei mib teilen.

wettevbevttht

Ueber Südwesten hat sich ein Hochdruckgebiet entwickelt, das sich nordostwärts verlagert und da­bei auch unserem Gebiet neue Wärmezunahme und Aufheiterung bringen wird. Nachfolgende Luft­druckfallgebiete lassen jedoch keine längere Bestän­digkeit der Hochdruckwitterung erwarten. Vor­hersage bis Mittwoch abend: Wolkig bis heiter, im wesentlichen trocken, wieder höher ansteigende Ta­gestemperaturen, später nach Süd drehende Winde. Witterungsaussichten für Donnerstag: Ziemlich warmes Wetter, doch erneutes Einsetzen gewittriger Niederschläge.

Landkreis Sanau.

b Bruchköbel, 2. Juni. Gemeindev«r - tretersitzung. In der vorletzten Sitzung stan­den folgende Punkte zur Beratung an: 1. Etats- beratung. 2. Antrag des Feldhüters betr. An­schaffung eines Fernglases. 3. Antrag des Vater­ländischen Frauenvereins betr. Sotbadekuren für Kinder. Die Etatsberatung wurde auf Antrag der SPD. zurückgestellt. 2. Der Anschaffung eines Fernglases wird zugestimmt, jedoch soll ge­legentlich ein gebrauchtes gekauft werden. Die Auswahl der bedürftigen Kinder, die einen Zuschuß bekommen sollen, wird dein Wohlfahrtsausschuß überwiesen. Außerdem wurde noch zur Kenntnis gegeben, daß, um Tanzlustbarkeiten auf ein Min­destmaß zu beschränken, fernerhin bei dem Ge­nehmigungsantrag die Unterschrift von 3 Vor- standsmitgliedern nötig und das Programm mit einzureichon ist. Dre zuruckgestellte Etats- beratunq und Deradfchiedung sollte am Mittwoch norgenommen werden. Es kam jedoch bett. Fest­setzung der Steuersätze keine Einigung zustande und wurde die Abstimmung auf Samstag, 30. Mai, verschoben. Ach in dieser Sitzung konnte keine Eini­gung erzielt werden, die Bertreter der Landwirte verlangten eine gleichmäßige Besteuerung des be­bauten und unbebauten Besitzes, dem die SPD. nicht glaubte zustimmen zu können. Schließlich kgm folgende Abstimmung zustande. Mit 6 Stimmen der SPD. gegen 3 Stimmen der Landwirte bei Stimmenenthaltung der Handwerker und der Kommunisten wurde der Etat genehmigt mit einer Einnahme von 171 000 RM und einer Ausgabe von 181 000 RM. An Steuern wurde festgesetzt, für den bebauten Besitz 190 Prozent, für den unbe­bauten 240 Prozent. Gewerbesteuer nach dem Er- trage 340 Prozent, nach dem Kapital 390 Prozent außerdem die Bürgersteuer.

Aus Steinheim und llmsebnns

Hainstadt, 2. Juni. Der in Sängerkreisen bestens bekannte Herr Adam Dutine und seine Ehefrau Margareta, geb. Blumöhr, konnten am Samstag das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Der GesangvereinGermania", dem der Jubilar schon 50 Jahre angehört, verschönte den Jubeltag des greifen Paares. Am Sonntagabend veran­staltete die Theatervereinigung im Saale zUm Löwen" einen Operettenabend. Zur Aufführung gelangte dasFischermädel von Helgoland". Die einzelnen Rollen waren gut verteilt. Jeder Spieler setzte fein bestes Können daran. Am Fronleich­namstage soll die erfolgreiche Operette zum zweiten Male aufgeführt werden.

âeis Büdingen.

t Büdingen, 2. Juni. Nachdem der Gemeinderat schon wiederholt Vorstöße gegen seinen Beschluß, einen Berufsbürgermeister für unsere Stadt anzu- tellen, abgewehrt hatte, dieser Beschluß auch schon )en Kreisausschuß Büdingen beschäftigte und dort zu einem Uebereinkommen führte, nach welchem der Berussbürgermeister ab 1. April 1932 erst kommen oll, lagen dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung Einsprüche von 921 gegen die Anstellung eines Berufsbürgermeisters vor. Der Gemeinderat beschloß die Zurückweisung dieser Einsprüche, da sie ltstemnäßig ohne amtliche Kontrolle gesammelt seien

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