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11. Mai

1931

Montag den

Staat XSL1.-, für bei ganzen Monat RM. %- ohne Trâgertzchu / Gnzâmnmer 10, Freitag iS, Samstag « R-Pfg. / Anzeigenpreise. Für 1 mm Höhe tm Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 JUpfe- im Reftametell een 68 nun Breite 25 R-Pfg. / Offertengebühr 50 N-Pfg.

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Vvüning und SuLtius antworten Briand

Bvüning: Wir stad nicht nuv Soldaten des Sviedens, sondern Oyfee des Friedens - Snvtiusr Deutschland treibt keine LNachtvolitik, sondern sucht Arbeit und Absatz fäe seine Ware«

mXuWAÄL UslMKtt&UMUb

Die Vorlage über die Auflösung des Preußischen Landtages wird vor­aussichtlich Ende Juli im Plenum zur Beratung gestellt werden. Man rechnet damit, daß für den voraussichtlich notwendig werdenden Volksent­scheid einer der beiden Sonntage im August,'der 2. oder 9. August, festgesetzt werden wird.

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* Die Internationale Handels­kammer in Washington nahm in ihrer Schluß- sitzung die Hauptentschließung an, die sich mit der Wiederbelebung des Welthandels befaßt.

* Franz von Mendelssohn appel­lierte in einer Rundfunkrede an dieweit w brtsch aftlich e Gesinnung" der Wirt­schaftsführer.

Der Kanzler über innen- und anSenp-Mche tragen

Oldenburg, 10. Mai. Am Sonntag sprach Reichskanzler Dr. Brüning anläßlich der bevorstehenden oldenburgischen Landtags mahlen vor etwa 10 000 Personen. Eine Lauk- sprecheranlage vor der Halle übermittelte den vielen vergeblich Einlaß Begehrenden die Worte des Reichskanzlers.

gewicht gebracht hat, die Rückkehr in das Gleich­gewicht erst nach langen, langen Jahren zu erreichen ist. Nach früheren Kriegen, die kürzer waren und bie Weltwirtschaft nicht annähernd so in Mitleidenschaft gezogen haben, sind diese amtomatischen Krisen sehr viel früher

)er eingetreten. Nach dem Weltkrieg, der eine völlige Veränderung der wirtschaftlichen Struktur der Welt mit sich gebracht hat, mußte eine Aus-

völlige

Auf dem Bahnhof Völklingen ist heute die Mäschine des Schnellzuges 138 Frank­furt Saarbrücken Völklingen B oulog n e entgleist und umgestürzt. Der 'Lokomotivführer wurde herausgeschleudert, erlitt * aber nur leichte Verletzungen. Der Heizer, Vater von 3 Kindern, wurde getötet. Einige Reisende erlitten geringfügige Verletzungen. Die Ursache des Unglücks ist noch unbekannt.

A In Danmstadt ist der stellvertretende Landes- M Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende der Landtagsfraktion der Deutschen Volkspartsi, Ch ristian Scholz, gestorben. Scholz gehörte seit 1921 Mm hessischen Landtag am.

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Die zwischen den am Tarifvertrag im mittel­deutschen Braunkohlenbergbau betei- 6 ligten Gewerkschaften und dem Arbeitgeberverband getroffene zwischentarifliche Vereinbarung über die Arbeitszeitverkürzung wurde in einer Revierkonfe­renz der Verbände mit 420 gegen 3 Stimmen ange­nommen. Damit ist der Arb eitszeitko nflikt im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau beendet. Die Verkürzung der Arbeitszeit, die in den Tiefbau­gruben durchschnittlich eine halbe Stunde und in den Tagebaubetrieben durchschnittlich % Stunden für die Schicht beträgt, wird am 18. Mai in Kraft treten. Von dieser Regelung werden rund 60 000 Arbeiter erfaßt.

Der Reichskanzler tam zunächst auf die innen.» politischen Fragen zu sprechen. Der Auszug der bei­den extremen Rechtsparteien aus dem Reichstage habe seinen Zweck perfchlt, denn die Wünsche der Regierung seien doch in Erfüllung gegangen. Sehr bedauerlich sei es, daß eine' große Organisation wie die des Landb uindes in unsachlicher Kritik die Ar­beit der Regierung erschwere, zumal die Regierung es fertiggebracht habe, den Wsizenprsis über das zwei- bis zweieinhalbfache des Preises an dem Weltmärkte zu bringen, was besonders angesichts der großen Erwerbslosigkeit keine Kleinigkeit ge­wesen sei.

Der Reichskanzler kündigte dann an, daß die Regierung in 14 Tagen mit neuen Spat- nuchnahtnen, die jetzt noch nicht zur Veröffent­lichung reif seien, an die Öffentlichkeit treten werde.

Wie die Dornier-Werke mitteilen, ist das Flstg- schiff Do. X am Freitag noch nicht zum Süd­amerikaflug aufgestiegen. DieRatio­nal Telegraph Company" hat eine Meldung er­hallen, wonach das Flugschiff Do. X am Sams­tag früh 16 Uhr in Bolama einen Abflugversuch unternahm, der jedoch infolge zu schwerer Be­lastung ergebnislos blieb. Das Flugschiff werde nunmehr nach den Orange-Inseln gebracht werden, wo ein zweiter Abflugversuch unternommen wer­den soll.

Die Aussichten Briands für den Posten des Staatspräsidenten sind wieder gefallen. *

Gestern abend stürzte ein aus St. Etienne kommender Autobus bei St. Paul en jarez in «ine 10 Meter tiefe Schlucht. Er geriet in Brand. Vier Personen kamen in den Flammen um, die übrigen 20 konnten sich retten, trugen aber Verletzungen davon.

Rechnung getragen worden, man werde Ichrittweye weiter helfen. Die jetzige Regierung habe ein Sy­stem, das auf die Zukunft bearbeite und das früher nicht bestanden habe. Auch vor Maßnahmen, die unpopulär seien, dürfe man nicht zurückschrecken. Das deutsche Volk müsse Vertrauen zu seinen Füh­rern haben.

Zu den außenpolitischen Fragen er­klärte der Reichskanzler: Wenn man glaubt, Er­folge in der Repavatlonspolitik zu haben, bevor man das eigene Haus in Ordnung gebracht hat, dann täuifcht man sich gewaltig. Dies ist schon ein­mal geschehen im Jahre 1928, in einem Augenblick, als wir schon sehr hohe kurzfristige 'Schulden hatten. Man hat gleichzeitig mit der Inangriffnahme dieser Reparationsrevision dmnals die Möglichkeit gehabt, energische Maßnahmen zu treffen, um den Kampf um die Revision ein Jahr lang durchführen zu können, und das hat zur Kapitulation unserer Sach­verständigen führen müssen. Diejenige Regierung würde verantwortungslos handeln, die den an sich als notwendig angesehenem Schritt zur Senkung

Die Opfer, die das deutsche Volk zu bringen hat. sind von so gewaltiger und exzeptioneller Art, daß vielfach im Auslande kein Verständnis für die Schwere und die Größe dieser Opfer vorhan­den ist.

Wir haben es uns mit dem Verständlichmachen die­ser Opfer allerdings recht leicht gemacht. Wenn das deutsche Volk frühzeitig einen Strich unter die Jllusionsrechnungen gesetzt hätte, wenn nicht jahre­lang Bauten auf kurzfristige Kredite hergestellt wor­den wären, dann würde man im Auslande einen anderen Eindruck der wirklichen Leistungsfähigkeit des deutschen Volkes längst haben und der heutigen Regierung würde die Arbeit bedeutend leichter ge­macht sein. Im übrigen werden die Polittker und die Staatsmänner der ganzen Welt um eines nicht herum können, und zwar schon in kürzester Frist: Die Krise, die übrigens von der ganzen Welt Besitz ergriffen zelnen Volkes" irgendwie gelöst werden. Wenn irgendwie und irgendwo eine Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem und finanziellem Gebiet notwendig gewesen ist, dann ist dies heute der Fall. Sicherlich wäre die Erkenntnis, die sich jetzt langsam durch­setzt, schon längst da, wenn man sich nicht der Illusion über eines hingegeben hätte: daß nach einem Kriege, der die ganze "Wirtschaft der Welt aus dem Gleich-

gleichskrise auf der ganzen Welt einmal entstehen. Weil diese Krise nun nicht zwei oder drei Jahre nach dem Kriege gekommen ist, hat man sich eben in die Sicherheit hineingewiegt, daß eine solche iniernatio- nale Wirtschaftskrise nicht kommen würde. Und doch stehen wir jetzt mitten in dieser großen Krise.

Das Gleichgewicht wieder herzustellen, ist eine Aufgabe, die letzten Endes nur durch ein ver-

lrauensvolles Zusammenarbeiten der Welt gelöst werden

aller Völker kann.

Wer glaubt, darauf verzichten zu können, wird nicht als Helfer in der Not von der Geschichte ange« sprachen werden können. Alle Maßnahmen sind ein« zuleiten, alle Versuche sind zu machen, um die inter­nationalen Finanz- und Wirtschaftsschwierigkeiteft durch Zusammenarbeit zu lösen.

Daß wir wieder von einer Stabilität der Dirk- schaft in der ganzen Welt reden können, das ist die ganz große Aufgabe, und deshalb muß es auch die Aufgabe der Völker aller Länder fein, nicht Mißtrauen zu fäen, sondern Vertrauen. Ein solches Vertrauen kann nur geschaffen wer­den, wenn alles vom Standpunkte der Schuld- ,&|m einaader geregelt wird, die nur dann einkreken kann, wenn man den Volkern, die den Krieg verloren haben, Gerechttgkeit voll widerfahren läßt.

Nach dieser 1 ^stündigen Rede brachte die Ver­sammlung ein dreifaches Hoch auf den Reichspräsi­denten und den Reichskanzler aus und fang stehend das Deutschlandlied.

EurSèus

vor der ausländischen Bresse

unserer Reparationen unternähme, ohne gleichzeitig die Grundlage zur Durchführung der Revisions- oltté das deutsche ires 1928 gelernt

Verhandlungen zu schaffen. Dies Volk aus den Ereignissen des I

Einer der bekanntesten französischen Kunstflieger, Villechanoux, kam gestern auf dem Flugplatz in Riort ums ~ e b e n. Der Apparat stürzte aus 50 Meter Höhe ob und geriet in Brand. Der Flieger kam in den Flammen um.

Die spanische Regierung hat den obligatorischen Religionsunterricht in sämtlichen Schulen abgeschafft. Falls die Eltern den Religionsunterricht wünschen und der Lehrer sich weigern sollte, den Unterricht zu er­teilen, soll es in Zukunft Geistlichen gestattet sein, ohne Gehaltsanspruch Religionsunterricht zu geben.

haben. Wir wissen alle, daß das Trompetenblafen und das .....

bei weitem nicht so sicht. Daher bedauere daß bei einer rem w . , _

deuksch-österreichischen Zollunion, hinter der keine politischen Hintergedanken stehen, vielleicht dieses Trammelschlagen in den vergangenen Mo­naten eine Nervosität im Auslande hervorgerufen hat, die unsere ganze Politik in dieser Richtung hin in einem vollkommen falschen Licht erscheinen lassen kann. Und wenn ich eine gewisse Entschuldi­gung für die Nervosität im Auslande erblicken kann, so muß ich es andererseits

ganz außerordentlich bedauern, wenn von einem verantwortlichen Staatsmann mit Rücksicht auf eine solche Politik, wie der Politik der jetzigen Reichsregierung, überhaupt das WortKrieg" nur in den Mund genommen werden kann.

Da^ WortKrieg" sollte überhaupt von keinem Staatsmann und Politiker in hm Mund genommen werden und diejenigen Politiker, die es aus ihrem Sprachschatz völlig ausstreichen, sind diejenigen, die dem Frieden am meisten dienen.

wir sind nicht nur Soldaten des Friedens, wie es ein bekannter Staatsmann vor wenigen Tagen für fein Volk in Anspruch genommen hat. sondern wir sind Opfer des Friedens und die täglich Opfernden für den Frieden,

Berlin, 10. Mai. Im HotelAdlon" fand am Samstag abend das Bankett des Vereins der ausländischen Presse statt. An dem Fest­mahl nahmen neben dem Reichskanzler ver­schiedene Reichsminister, der prsußische Minister­präsident und andere Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden, der Oberbürgermeister von Ber­lin, zahleiche Mitglieder des diplomatischen Korps sowie Vertreter der deurschen Presse teil.

Nach der Begrüßungsansprache des Vorsitzen­den des Vereins der ausländischen Presse, B l o k - zijl ergriff Nuntius Orsenigo zu einer Er- widerung das Wort, in der er sich über die Mission der Presie im Dienste der Gerechtigkeit und des Friedens ausließ. Nach ihm erwiderte

Reichsaußenminister Dr. Eurtius

Er dankte für die Begrüßungsworte des Vor­gab seiner Genugtuung über das ver- Zusammenarbeiten zwischen der aus-

sitzenden und

trauensvolle v,-,-----------------., ,

ländischen Presse und der Reichsregierung Ausdruck. Wie die Vorredner ging der Minister dann feiner«

In Madrid kam es gestern zu schweren Ausschreitungen, die auch heute noch oindauern.

en

Polizsitruppen brachten den A ufständisch kn Britisch-Burma bei dem Dorfe Muti eine Schlappe bei. 21 Rebellen wurden ge­tötet, einer verwundet und 14 gefangen genommen. Die Polizeitruppen hatten keine Verluste.

iUdon

L »1 Näheres siehe hn politischen Test.

gelingen, die Politik der _____,. ..... Welt durchzuführen, wenn erst die" Anerkennung für diese Tatsache vorhanden ist, daß es im wesentlichen das deutsche Volk ist, das das täglich opfernde für den Friedensgedanken ge­worden ist. Der Friedensgedanke wird nur dann die Sicherheit und die dauernde Untermauerung in der ganzen Welt bekommen, wenn für diese Tatsache in der ganzen Welt die Anerkenntnis erfolgt ist, wenn die Politiker aller Länder in vollkommenem Ver­antwortungsgefühl für ihre große Mission für diese Tatsache in ihren eigenen Völkern dieses Verständnis schaffen.

Und mir dann wird es

Beruhigung der ganzen

feits auf

die Aufgaben der Presse

und die Behandlung der öffentlichen Meinung ein. Die Aufgabe her Presse , der Wahrheit zu Menem, werde durch die mannigfachsten Umstände erschwert. Es sei notwendig, immer wieder die wahren Be- gebenheften klarzustellen, sich der Erfahrung bewußt zu fein, daß die Menschen im allgemeinen nicht durch die Dinge selbst, sondern durch die Vor­stellungen, di« sie sich davon machen, in Unruhe versetzt werden. An das Tatsächliche müsse man sich halten, wenn man die Gefahr vermeiden wolle, eine Verfälschung des wirklichen Sachverhalts herbeizu­führen. Das gelte auch vom dem naheliegenden Beispiel des

deuffch-ösierreiGschen ZoUverirags, bei dessen Beurteilung das Ausland vielfach von falschen Vorstellungen ausgegangen sei.

In diesem, Zusammenhang beleuchtete Dr. Cur­tius einige Seiten des deutsch-österreichischen Zoll- vertragsplams, indem er sich sachliche Erwiderungen auf die Ausführungen des franzöfchen sowie des tschechoslowakischen Ministers des Aeußern für die bevorstehenden Beratungen in Genf vorbehiett.

Die Dorwürfe über die Form des Vor» gehens der deutschen und österreichischen Re­gierung seit der Veröffentlichung des Plans wies der Minister entschieden zurück. Er legte, wie schon in seiner Reichsratsrede erneut

dar, daß beide Regierungen unmittelbar nach der Erzielung eines Einverständnisses, auch nur über die Richtlinien, die andern Regierungen in vollem Umfang unterrichtet hätten.

Er hoffe, daß der Streit um die Taktik aufhöre, Prestigefragen aus dein Spiel blieben und die An­gelegenheft selbst mit ruhiger Sachlichkeit behandelt werden würde. Der Minister begrüßte Briands Hinweis auf den rein wiirtfchaftjlichen Charakter des Plans. Die wirtschaftlichen Nöte, die Oesterreich getrieben hätten, seien von dem öster­reichischen Vizekanzler in den letzten Tagen ein­gehend dargestellt worden.

Deutschland stünde unter der Geißel der fürdäet- lichsten Arbeitslosigkeit und dem Druck schwer­ster Reparationen. Absatz für unsere Arbeit. Alarkterweiterung sei das Ziel, das wir an» strebten. Die Auffassung, daß wir Wachtpolilik ! mit unserm Plan verfolgten, zeugè von völliger Derstöndnislosigkeit für die Lage der beiden

Volkswirtschaften

Die Unabhängigkeit Oesterreichs werde durch die tn den Richtlinien vorgezeichneten Verfassung der Zoll' Union nicht beeinträchtigt. In welchen Punkten eine Verletzung der Verträge und des Genfer Pro­tokolls Dom Oktober 1922 vorläge, fei von den Gegnern des Plans bisher nicht erörtert worden. Die österreichische und die deutsche Regierung sähen in Rühe der Verhandlung des Völkerbundrats hier, über entgegen. Natürlich gehe es nicht an, die Rechtsfrage durch Erwägungen wirffcha^stkichsr Zweckmäßigkeit und politischer Wünsche zu ver­dunkeln.

Die deutsche Delegation werde ebenso wie die österreichische in Genf alle andern Vorschläge und alle umfassenden Pläne für die Sanierung der europäischen Wirtschaft begrüßen und sich an solchen Arbeiten intensiv beteiligen. Er habe wiederholt seiner Ueberzeugung Ausdruck ge­geben. daß neben regionaler Verständigung zu- sammenfasfende Pläne für zentrale Aufgabe«, er­wünscht wären. Er bedauere nur, daß das fran- zösche sogenannte Gegenprojekt der deutschen Regierung nickst auch bereits zugänglich ge­macht wäre, wie offenbar den Regierungen der Frankreich besonders nahestehenden Länder.

Me benNse Kummes umkaHt 16 Seite«