.Machen Sie feine Scherze, Mann! Sehen Sie mir her hinaus und die Treppe hinunter. Hal- . ie die Hände hoch!"
Und da er weiter nichts tat als sich wiederum eifrig den Genüssen der Tafel hinzugeben, fand ich Zech mich meiner armen Leontine und unserem gemeinsamen «Sprößling zuzwenden, dessen kindlich brutale Offenheit arge Unannehmlichkeiten be- fürchten ließ.
Haben Sie einmal den Vorzug gehabt, einen amerikanischen Ochsenfrosch frühstücken zu sehen? Ich auch nicht, aber Karlchech unser herziges Kärtchen glich ihm.
„Um Himmelswillen, Karlchen", rief ich, „was ist Dir?" Ich hätte das nicht tun sollen, denn nun streifte Karlchen alle Hemmungen seiner guten Kinderstube ab. Wie aus einer Erstarrung erwachend, legte dieser Lümmel los, wand und schüttelte sich mit der Virtuosität eines Fischköders und versetzte der köstlichen Sèvres-Saucière und damit seiner beklagenswerten Mutter einen Schlag, daß das Bratenfett nach alleen Seiten spritzte.
Wir waren entsetzt. So hatten wir unseren Sohn nie gesehen Nur Vetter Theophil, der dieses alles, das entfesselte Karlchen, die übertriebene Rougefärbung auf den vereisten Gesichtszügen der armen Leontine und meine völlige Ratlosigkeit auf dem Gewissen hatte, schien den Aufruhr nicht zu bemerken. Seine Nerven und sein guter Appetit bewahrten ihn davor.
Da saß der dicke Tirolerjunge, der seine Jünglings- und Mannesjahre nicht ungenutzt hatte verstreichen lassen, und bediente sich mit der fatalistischen Gottergebenheit tibetanischer Mönche unseres Gänsebratens.
Nie ist es mir stärker bewußt geworden als in diesen aufregenden Minuten ,in denen das Barometer, meiner verwandtschaftlichen Gefühle auf den Nullpunkt sank, daß der Mensch keiner entscheidenden Wandlung fähig ist. Die treugehegte Photographie meines Vetters war ein Symbol. Dort wie hier triumphiere er, ohne mit der blonden Wimper zu zucken, über trümmerbesäte Landschaften und ließ den Betrachter im Unklaren, biß zu welchem Grade schuldig oder unschuldig er an der Verwirrung der Stile und Gefühle war.
Karlchen büßte seine wenig weltmännische Art im dunklen Kämmerlein, Leontine zog es vor, eine wichtige Verabredung in der Stadt vorzuschützen und empfahl sich ohne Umstände, während ich einen Band meiner unverösfenlichten Iugendgedichte hervorkramte, und die Pausen zwischen Mokka und Importen auszufüllen.
Als die Abschiedsstunde schlug, gelang es mir, wenn auch mit einiger Anstrengung, den Schlummer Theophils für kurze Zeit zu unterbrechen.
ârnss Evleburs
Skizze von Gustav Halm-Köln
„Zum Arzt, bitte!" sagt der Herr im Flur und setzt den Fuß auf die unterste Stufe.
„Eine Treppe, bitte!" antwortete das Mädchen. — Dann leiser: „Ist es sehr eilig?"
Der Herr erstaunt: „Eilig? — Natürlich eilig. Denken Sie, man fühlt sich wohl, wenn man krank ist?"
„Der Herr Doktor ist nämlich nicht da", sagt das Mädchen. „Die Sprechstunde ist ja auch vorbei."
„Erlauben Sie mal, — es ist doch eben erst fünf!"
„Ja, und da rief eine Dame an, zu der ist der Herr Doktor jetzt hin. Vielleicht warten Sie im Wartezimmer, ich denke, in einer halben Stunde ist der Herr Doktor zurück."
Unwillig murmelt der Herr etwas vor sich hin, steigt aber nach oben und setzt sich ins Wartezimmer. Er findet ein zerlesenes Witzblatt und stöbert darin, bis die einsallends Dämmerung das Lesen zu anstrengend macht. Da er Kopfschmerzen hat und sich müde fühlt, stützt er die Stirn in die Hand und nickt langsam ein. Endlich liegt er mit beiden Armen auf dem Tisch und schläft. Schläft eine Stunde, schläft zwei, es ist wohl irgend ein Kopfschmerzpulver schuld, das er vorher nahm; oder das Witzblatt.
Mittlerweile macht der Arzt seine Besuche bei den auswärtigen Kranken. Es wird Nacht sein, ehe er nach Hause kommt.
Um halb acht Uhr macht die Hausdame die Runde durch die oberen Zimmer, sieht zu, ob Wasser bereit steht, das JBett aufgedeckt ist, das Fenster geschlossen; im Sprechzimmer räumt sie Instrumente und Flaschen weg, löscht die Sttch- f lamme unter dem Wasserbehälter. Dann geht sie ins Wartezimmer.
Sie schrickt zusammen. Jin Halbdunkel steht sie die Umrisse einer Gestalt — Arme, Kopf und Schlütern. Ein Mann! Geduckt verbirgt er sich hinter dem Tisch mit den Zeitschriften. Aber sie unterscheidet ihn deutlich, sieht auch seinen Hut, der auf einem Stuhl liegt. — „Nur jetzt die Geistesgegenwart behalten!" denkt sie, schaut flüchtig um und sagt halblaut: „Es ist alles in Ordnung." Dann verschließt sie die Tür hinter sich und geht durch das Sprechzimmer in den Flur und über die Treppe ins Unterhaus,
Im kleinen Duerflur hängt das Telephon: gedankenschnell hebt sie ab, verlangt 01, das Ueber- fallkommando. — ,Mn Einbrecher", ruft — nein, haucht sie hinein, „schnell ja, bei Doktor Wcrken- thien, Göebenstraße 5. — Höchste Eile!" — Dann sperrt sie die untere Korridortür mit Riegel und Kette und flüchtet zum Mädchen in die Küche
Dann hört sie das Auto, reißt die Türen auf und fliegt den Beamten entgegen. „Dem Himmel sei Dank! Schnell kommen Sie! — Aber leise, sonst ist er fort!"
Drei Mann und die Hausdame schleichen auf Zehen die Treppe hinauf, einer postiert sich vor des Sprechzimmer, einer bleibt vor dem Warteraurn, die Dame steht händeringend auf der obersten Stufe. Einer, in Zivilkleidung, dringt entschlossen in das Wartezimmer ein, schaltet das Licht an und erblickt den Mann der hinter dem Tisch in einem Sessel sitzt. Schon steht er hinter ihm, legt ihm schwer die Hand auf die Schulter und sagt: „Keine Bewegung! Kommen Sie mit!"
Der andere öffnet mühsam die Augen, streckt sich und sagt: „Na endlich. Ich warte sicher schon eine Stunde."
Der Beamte ist überrascht, er war auf Widerstand ^gefaßt. „Bitte, stehen Sie auf!" sagt er. Der Fremde erhebt sich und geht neben ihm her, tritt aber unerwartet ins Sprechzimmer ein. Sofort ist der Beamte an seiner Seite, hält ihm den Revolver unter die Nase und vuft: „Hände hoch, oder ich schieße!"
.Aber Herr Doktor", stammelt noch schlaftrunken der Fremde, „ich, ich . . ."
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fett Sie die
Der unglückliche Patient, der den anderen für einen Einbrecher hält, hebt gehorsam die Hände hoch und geht auf den Flur. Draußen nehmen ihn zwei Beamte in Uniform in Empfang und die Hausdame ruft: „Dem Himmel fei Dank, sie haben ihn! Machen Sie schnell, daß der Kerl aus unserem Hause kommt!"
Fast zugleich kommt auch das Mädchen, das sich bisher in der .Küche verschanzt hielt, die Treppe hinauf. „Fräulein", ruft der Einbrecher. „Sie hoben mich ja selbst hereingelassen."
„Aha", schmunzelt befriedigt der Kommissar, „typischer Fall von Hausdiebstahl!" — Und winkt schon dem einen Polizistsn, das Mädchen in Empfang zu nehmen. Aber da kommt er schlecht an.
«Was? — Ich? — Ich soll gestohlen haben? Schlechte Manschen seid Ihr alle miteinander! Natürlich hab ich den Herrn hereingelassen, o ja wohl, das hab ich getan, sicher! Aber der Herr Doktor wird schön Krach machen, wenn er das da erfährt! Wo er ohnehin noch so wenig Patienten hat! — Und wenn der da geflaut hat, da kann doch ich nicht dafür. . ."
„Unerhört", protestiert jetzt auch der Verhaftete, „ich jedenfalls komme nicht mehr zu diesem Doktor! Ich danke für eine derartige Behandlung."
„Ja, wer sind Sie denn? Was "wollen Sie denn?" stottert der Kommissar. „Sie können doch nicht behaupten, daß Sie mißhandelt worden wären!?"
„So, — ist das vielleicht keine Mißhandlung, einen unschuldigen Menschen mit „Hände hoch!" und Revolver aus dem Schlaf zu wecken, wie?" ruft empört der Patient. Und das Dienstmädchen springt ihm bei: „Jawohl, nur zum Herrn Doktor wollte der Herr, und da ly-at er eben gewartet, und ich habe ihn ganz vergessen, und da kommen Sie und sagen--hu — hu — huhuhu . . . und hier bleibe ich keinen Tag mehr, das können Sie dem Herrn Doktor bestellen, huhuhu, ich danke, ich. . .
Mitten in das entwirrende Knäuel kehrt plötzlich der Arzt zurück. Mit Befriedigung sieht er ein Auto vor seinem Hause, ein Traum von fürstlichem Honorar blitzt auf — und zerstiebt, als er den Flur betritt. Vor so vielen Menschen, die auf ihn ein« reden, flüchtet er zunächst in sein Wohnzimmer, alle bringen ihm nach, er bietet Stühle an, man sitzt um den Disch. Von da bis zur Zigarrenkiste und Flasche Wein ist es nicht weit; und wenn der Patient und Häftling wirklich so lange bei dem Arzte gesessen hat, wie er hinterher erzählte, dann muß er sich nicht wundern, wenn er andern Tags trotz seines Besuches beim Doktor wieder Kopfschmerzen hatte.
Me kleine Sekretärin
Skizze von Paul Goch
.Bezugnehmend auf Ihr Schreiben vom 17.
Mit flinken Fingern klappert die kleine Sekretärin die gewohnten Formeln herunter. Endlich der letzte Bries! Es ist schon 5 Minuten nach 7 Uhr. In einer Viertelstunde soll sie am Bahnhof sein. Ob „Er" warten wird, wenn sie nicht ganz pünktlich
ach zwei Seiten itgufpat zum
lie ton ir nur
mit Bedauern feststellen, daß . . ."
Heute hat der Chef auch noch feinen bösen Tag Tag. Da schimpft er über jedes Komma, das sie vergessen hat. Vor halb acht Uhr kann sie unmöglich am Bahnhof sein. Wenn „Er" nicht wartet, dann ist alles vorbei. Sie weiß ja nur, daß er Stefan heißt. Und er hat gar nicht nach ihrem Namen gefragt. Erst sagte er „G»lä Fräul'n!" zu ihr, und dann, als sie auf der Bank im Stadtgarten saßen und sich immer und immer wieder küßten, nannte er sie „Mein licb's Mäderl!"
„Bei der augenblicklichen trostlosen Geschäftslage . . ."
Eigentlich ist es gar nicht ihre Art, sich mit einem Menschen einzulassen, der sie auf der Straße anspricht. Aber an diesem Stefan kam sie nicht mit ihrem hochmütigen „Nein, ich danke!" vorbei. Seine Stimme klang gar so lieb. Und wie sie aufschaute und sein hübsches, frisches Gesicht mit den lachenden, blauen Augen sah, da wars um sie geschehen. Ja, er hatte recht: „An so am schönen Mâbenü darf der Mensch net allein sein!"
Sie wehrte sich nicht, als er vertraulich ihren Arm nahm; und wie er im Stadtgarten von der beleuchteten Allee in den dunklen Seitenweg einbog, da ging sie willig mit, obwohl es doch gar nicht ihre Art war, sich mit einem wildfremden Menschen im finsteren Stadtgarten herumzutreiben. Aber den Stefan liebte sie vom ersten Augenblick an. Und wie er sie in seinen Armen hielt und an sich preßte, daß sie vor Schmerz und Angst und Glück kaum mehr atmen konnte, da wußte sie: „Das ist die große, große Liebe.
„Einliegend übersenden wir Ihnen die Abschriften . . ."
Oh Himmel! Wo sind die beiden Abschriften? Die kleine Sekretärin läuft zum großen Schrank, in dem die Briefordner in langer Reihe stehen. Welcher Buchstabe? Nur schnell, schnell! Stefan ist ja schon längst am Bahnhof. Das arme Kind blättert hastig in der großen Mappe. Was gehen sie eigentlich die alten, abgelegten Briefe an? Was kümmert sie der ganze Geschäftskram. Sie hat doch keine Zeit mehr, sie muß ja an den Bahnhof. Ihr Glück, ihr Leben hängt davon ab. Sie will, sie muß Stefan wiedersehen. Soll sie alles stehen und liegen lassen und schnell an den Bahnhof laufen und Stefan sagen, daß sie erst später kommen kann? Wenn aber inzwischen der „Alte" anruft und sie nicht da ist . . . Der bringt cs fertig, sie einfach auf die Straße zu setzen. Wenn sie wenigstens Stefan schreiben könnte! Aber das geht ja auch nicht, denn sie weiß ja nur, daß er Stefan heißt.
Da ist endlich die eine Abschrift und da die andere. Die kleine Sekretärin nimmt ihre Unter» lchristen-Mappe und läuft durch den langen Korridor ins Privatkontor. „Herr Direktor . . .!" sie ist ganz atemlos. Der „Alte" winkt ärgerlich ab. Er telephoniert, horcht, plaudert, lacht und horcht wieder. Die kleine Sekretärin muß warten, endlos warten. Sie zittert vor Ungeduld. Es ist schon fünf Minuten nach halb acht. Vielleicht ist Stefan längst wieder fort, oder . . . Wenn er sie so liebt wie sie ihn, dann wartet er die ganze Nacht. Jetzt kommt sie schon eine halbe Stunde zu spät. Wenn Stefan doch noch da wäre ... Er würde sicher wieder seine Hand unter ihren Arm schieben, sie wieder „Mèi lieb's Mäderl" nennen; und sie könnten in den Stadtgarten gehen und sich küssen, küssen . „v —-
Endlich hängt der Direktor den Hörer ein. „Darf ich um die Unterschriften bitten, Herr Direktor!" Sie legt die Mappe von ihn hin und er . . . Nein, er sucht nicht nach den vergessenen Kommas. Er sieht auch nicht, daß sie sich im letzten Brief dreimal vertippt hat. Er unterschreibt ohne alle Umstände. Nach zwei Minuten läuft die kleine Sekretärin schon wieder den langen Korridor hinunter. Jetzt noch schnell die Briefe in die Umschläge gesteckt, den Schreibtisch und die Schränke abgeschlossen! Den Hut aufgesetzt! Noch geschwind die Locke ein wenig zurecht gedreht, noch ein paar Tupfer mit der Puderquaste! Genug, genug! Die kleine Sekretärin rennt die Treppe hinunter und an dem alten Portier vorbei aus dem Haus und weiter, weiter an den Bahnhof. „Du lieber Himmel!" wimmert sie verzweifelt. „Es hat ja gar keinen Sinn, daß ich so laufe. Stefan ist doch schon lange wieder fortgegangen!" Sie hat kein bißchen Hoffnung mehr. Aber sie läuft doch immer schneller.
Trifft sie den Stefan noch? Der eine Stefan wartet, der andere wartet nicht. Manchmal endet so eine große, große Liebe sehr schnell, manchmal so nach und nach. Ewig dauert keine.
Romantik im Lichtbild
Skizze von Georg Wagner.
In der Abendausgabe stand die Anzeige: Einige Berichterstatter gesucht. Herren mit Photoapparat bevorzugt.
Unter den siebzig Bewerbern, die am nächsten Morgen Schlange standen, befand sich auch Herr Erwin Köhler, der die Aussichten von vornherein ungünstig beurteilte.
Herr Erwin Köhler hatte leider recht. Das bestätigte sich, als er kaum im Zimmer des Gewaltigen stand. Dieser prüfte ihn nur mit einem raschen Blick und sagte: „Schon gut. Sparen wir uns das Reden. Wenn Sie bis heute abend etwas ganz Besonderes melden und durch eine Aufnahme ergänzen können, dann schließen wir einen Vertrag miteinander ab. Aber nur etwas Außerordentliches. Sonst brauchen Sie sich gar nicht wieder zu bemühen."
Schon stand Herr Erwin Köhler draußen. Etwas ganz Besonderes? Was war denn darunter zu verstehen? Ein Straßenbahnzusammenstoß, ein Großfeuer? Das kam ja beinahe alle Tage vor, und außerdem hatten solche Ereignisse die dumme Angewohnheit, sich dort zuzutragen, wo man nicht war.
Aber auf einem Fleck stehen zu bleiben und zu warten, bis etwas von Belang geschah, war ja auch zwecklos. Also stiefelte Herr Erwin Köhler los und verlor sich bald im Getümmel des Weltstadtverkehrs.
Zwölf Uhr und noch nicht das Geringste erlebt. Herrn Erwin Köhler packte die Verzweiflung. Außerdem brannten ihm die Sohlen. Bei dieser erfolglosen Hetzerei war es schließlich gleichgültig, ob er fünf Minuten lang in dem Park dort am Seeuser Atem schöpfte. Schwer fiel er auf eine Bank.
Nanu! Was brummte da plötzlich ein Flieger über dem Park? Und noch so niedrig! Und nun setzte der Motor aus. Heulte wieder auf. Verstummte. Irgend etwas war da oben nicht in Ordnung. Apparat heraus! Da, nun" Wie die Maschine ab. Das gab ein Unglück. Momentaufnahme! Neuer Film. Der Musikpavillon! Knips. Noch einmal gut gegangen! Nur der Kopf vom Posaunenengel auf dem Dach war weg.
Nev unverstandene Dovs-, vichtev vetvese« '
Im ehedem ungarischen Komitate Arad ist die Bevölkerung wie zuvor stockmagyarisch; an dieser Tatsache kann auch die raffinierteste Volkszählung der rumänischen Bajonette nicht rütteln. Trotzdem gelingt es keiner irdischen Macht dieser Welt, die Würdenträger Eroßrumäniens hiervon zu überzeugen; auch banh nicht, wenn sie von ihren eigenen Stammesgenossen kniefällig gebeten werden, Einsicht zu üben. Dies beweist am schlagkräftigsten der Fall des Dorfrichters Petrescu in dem Nest Varjas. Dieser Stockrumäne wurde anno 1924 in fein Amt eingesetzt. Er sprach ausschließlich rumänisch, und in der ganzen Gemeinde gab es keinen einzigen Bauer, der auch nur ein Sterbenswort anders als ungarisch verstanden hätte. Das war vor sechseinhalb Jahren. In der Zwischenzeit hat Petrescu natürlich nicht ungarisch gelernt und die Bevölkerung nicht rumänisch. Selbst Petrescu sah ein, daß dieser Zustand auf die Dauer unhaltbar sei und er bat seine vorgesetzte Behörde um Versetzung nach einem Gebiet, auf dem er sich etwas heimatlicher fühlen könnte. Dies geschah zum ersten Male im Jahre 1927. Seit dieser Zeit flatterten etwa hundert Gesuche des einsichtigen Dorfgewaltigen in die — Papierkörbe der Zuständigen. Nun riß auch die. Geduld des unverstandenen Dorf, richters, der weit und breit keine lebendige Seele auftreiben konnte, mit der er sich einwandfrei hätte verständigen können. Petrscu wandte sich unmittelbar an König Karol. Der war aber ungnädig genug, das Aktenstück dem Innenminister zu überreichen, und Exzellenz empört sich über alle Maßen über den undisziplinierten Beamten, der nach dreijährigen vergeblichen Versuchen den Dienstweg umging. Petrescu erhielt eine ausgiebige Nase, und man entzog ihm ein Halbmonatsgehalt wegen ungebührlichen Verhaltens. Er bleibt auch weiterhin der unverstandene Dorfrichter von Varjas. Wer könnte ihm sein Mitleid versagen?
Die Vereinigten Staaten von Nordamerika rühmen sich als klassisches Land der Freiheit. In Wirklichkeit existieren dort z. B. u. a. folgende Verbote: 1. im Staate Kansas ist der Besitz und das Rauchen von Zigaretten verboten. 2. im Staate Texas der Besitz und das Spiel mit Karten; 3. In Kalifornien dürfen Mannequin-Wachspuppen, ins Schaufenster nur bei heruntergezogenen Rouleaus ent- und bekleidet werden; 4. In Pennsylvanien würde jeder Film, in dem das Nähen von Baby- Heibung vorkommt, der Zensur verfallen; 5. Im Staate New-Jersey gibt es noch ein Hexengesetz und erhob vor einiger Zeit eine Frau gegen eine andere Angehörige des zarten Geschlechts „Anklage wegen ihrer stechenden Augen"; 6. In den gesamten Staa- ten ist das Tragen jeglichen Stückes roten Flaggen- tuches verboten,
Härtel
Sreuzworlrälsel
Die Wörter bedeuten von oben nach unten: 1 Märchenwefen, 2 Nahrungsmittel, 3 Nord. Göttin der Unterwelt, Kiestransportwagen, 5 Blume, 6 Kleinod, 8 Weibl. Vorname, 12 Engl. Anrede, 13 Art Straße, 15 Bischofsmütze, 16 Muse, 18 Wort- und Tonübertragung, 19 Bekannter Dirigent, 20 Sprachbestandteil.
Von links nach rechts: 1 Pelzwerk, 4 Stern-
bild am nördlichen Himmel, 6 Amerik. Schriftsteller,
9 Wurfspeer der alten Deutschen,
7 Auszeichnung, 10 Gewässer, 11 gehöriger eines Wasserfläche, 17 lassungszeichon.
Kriegsgott, 13 Art Flachs, 14 Annördlichen Volkes, 15 Große Totenstätte, 21 Drama, 22 Aus-
*
Silbenrätsel
Aus den Silben as, bach, be, be, bel, bi, che, cho, dak, dein, den, dou, e, ein, en, en, fan, fe, sekt, so, gat, ge, ger, gi, gul, i, i, in, le, li, lina, lus, ma, me, nach, nas, no, no, o, o, ot, per, poft psi, ra, ras, re, rel, ri, rie, rob, fau, sie, ste, tar, tau, ter, the, tin, tisch, trie, ty, vi, ward, zi, sind 25 Wörter zu bilden, deren Anfangs- und Endbuchstaben, beide von oben nach unten gelesen, eine Bauernregel für Pfingsten ergeben (ch = ein Buchstabe).
Die Wörter bedeuten: 1 Versfuß, 2 Insektenlarve, 3 Käse, 4 Verbalform, 5 Fisch, 6 Dichtung Homers, 7 Disch. Stadt, 8 Alte Geldmünze, 9 Schiffskellner, 10 Wissenschaft). Lehre, 11 Oper von R. Wagner, 12 Wallfahrtsort in der Schweiz, 13 Afrik. Riesentier, 14 Dichtung, 15 Teil des Menüs, 16 seliges Buch, 17 Flossensäugetier, 18 Klavierbauer, 19 Mündungsarm der Weichsel, 20 Mathemat. Wissenschaft, 21 Göttin der Tanzkunst 22 Jurist, 23 Titel span. Prinzessinnen, 24 Tuch, 25
Vogel
Fächerrälsel
Jedes Feld erhält einen Buchstaben. Die Wörter entstehen von außen nach innen und haben fol*
gende Bedeutung: 1 Kleiderschädling, 2 Oelsrucht, 3 Raum, 4 Zierstrauch, 5 Industrieausstellung, 6 Fußbodenbelag, 7 Ertrag an Früchten, 8_ Jtal. Dichter, 9 Baumbestandene Straße, 10
[dymetterfing, 11 Auswahl, 12 Einnahme gelegtem Kapital. Die Anfangsbuchstaben Wörter im äußersten Kreis (nacheinander nennen einen Anhänger einer Religion.
Nachtaus ander 12 gelesen)
Auflösungen aus voriger Nummer Sreuzworkrälsel
5
Silbenrätsel
1
5
Ardennen, 2 Mohammed, 3 Tolstoi, 4 Arterie,
Geläuf, 6 Tratte, 7 Igel, 8 Belgrad, 9 Undine, 10 Rhabarber, 11 Tannenberg, 12 Ingwer, 13 Schongau, 14 Olive, 15 Liliencron, 16 Libelle, 17 Eisenbahn.
Die Bauernregel lautet: Am Tag Tiburti sollen die Felder grünen.
Schachbretträtsel