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Norton «Stadt und Land

Anzeiger dW

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* Das Reichsfinanzministerium hat den Aus­weis über die Reichseinnahmen und »Ausgaben im Haushaltsjahr 1930/31 veröffentlicht. Im ordentlichen Haushalt ergibt sich zum 31. März ein Fehlbetrag von 988,6 Mil­lionen, im außerordentlichen Haushalt ein Fehl­betrag von 261 Millionen.

* Die Klage der Gefrierfleisch- importeure gegen das Reich wurde a b g e - wiesen.

Die Ueberfliegung der deutschen Grenze im Kreise Militsch-Trachenberg durch ein polnisches Flugzeug, die von amtlicher Seite bestätigt wird, hat Anlaß zu neuen Vorstel - lungen bei der polnischen Regierung in Warschau gegeben. In politischen Kreisen äußert man die Ansicht, daß, wenn auch infolge der wie­derholten bisherigen Vorstellungen die Grenzver­letzungen durch polnische Flieger nachgelassen ha­ben, unbedingt ein völliges Unterlassen derartiger Grenzverletzungen erreicht werden muß.

Der geschäftsführende Vorstand des D e u t - fchen Beamtenbun-des, der sich gestern mit den beamtenpolitischen Fragen befaßte, lehnt in einer Erklärung jede weitere Herabset­zung der Bezüge der Beamten mit aller Entschiedenheit ab. Besonders macht er mit allem Ernst auf die schweren Ge­fahren aufmerksam, die eine nochmalige Kürzung der Boamtenbezüge heraufbeschwören würde.

Der Preußische Landtag nahm am Donnerstag einen sozialdemokratischen Antrag an, wonach das Staatsministeriüm durch den Reichs­rat und auch rèn Orten F o

dem

aus die

r Höhung in Berlin und ande- ö r t rückgängig gemacht

wird.

Zum deutschen Generalkonsul für K a t t o w i tz ist Vortragender Legationsrat Graf Adelmann in Aussicht genommen. Er wird die Geschäfte des Generalkonsulates demnächst übernehmen.

Infolge des ungeheuren Erfolges, den Dr. Furt­wängler mit den Berlmern Philharmonikern bei seinem ersten Konzert in Paris gefunden hat, sind zwei amerikanische Impresarios, die dem Konzert beigewohnt hatten, an Furtwängler mit dem An­trag herangetreten, in der kommenden Saison mit seinem Orchester eine Konzertreise von unge­fähr sechs Wochen durch die Vereinigten Staaten anzutreten. Die Verhandlungen sind eingeleitet.

* Die Jnterpellationsredner in der franzö- sische n Kammer haben sich scharf gegen die Zollunion erklärt. Briand wird erst heute dazu Stellung nehmen.

Die neuerdings wieder auftauchenden Gerüchte, daß die Abrüstungskonferenz verschoben wer­den soll,, werden in der Abrüstungsabteilung des Völkerbundssekretariats, wie von unterrichteter Seite erklärt wird, nicht ernst genommen.

Wie in Genfer gut unterrichteten Kreisen ver­lautet, hat sich die Mehrzahl der im Völkerbundsrat vertretenen Regierungen bereits für die Wahl des englischen Außenministers Henderson zum Präsidenten der Abrüstungskonfe­renz ausgesprochen. Die Unterstützung Hender­sons durch die deutsche und italienische Regierung gilt als gesichert. Dagegen verlautet, daß die fran­zösische Regierung der Wahl Hendersons sich wider­setzen und von neuem Benesch in Vorschlag bringen will.

Das norwegische Kabinett ist zu- rückgetreten, nachdem der Odelsting mit 57 gegen 55 Stimmen sich gegen die von der Regie­rung beabsichtigte Erteilung der sogenannten Lille- borg-Konzession ausgesprochen hatte.

Waghorn, der Sieger im letzten Wettbe­werb der Wasserflugzeuge um den Schneider-Pokal, der vor einigen Tagen beim Ausprobieren einer Maschine für Kunstflüge abgestürzt war, ist gestern seinen Verletzungen erlegen.

Nach den endgültigen Ergebnissen forderte das Erdbeben in Armenien 390 Todes­opfer. 51 Dörfer wurden zerstört, 7420 Perso­nen verletzt. 5875 Stück Vieh sind umgekommen.

Aus Angmagsalik (Grönland) wird gemeldet: Ahrenberg ist in Begleitung des englischen Fliegers Cozens hier gestartet. Er landete drei Stunden später auf dem Eis, von wo aus die Nachförschungen nach Courtauld ihren Anfang nehmen werden, sobald die Witterungsverhaltmsie H gestatten.

) Näheres stehe Im politischen Teil.

Mr und wider SchuSden-

Die Serhandlunsen der StttevnatLonaren Handelskammer

Rewyork, 7. 2Hai. Der Kampf innerhalb des Rats der Internationalen Handelskam- mer über die Zweckmäßigkeit der Aufrollung des Problems der Schulden und Reparatio­nen dauert fort, ohne daß es bisher zu einer Entscheidung gekommen wäre.

Die enge Zusammenarbeit der englischen und deutschen Delegation tritt immer stärker hervor. Die Engländer wünschen die Einsetzung eines Dauer- ausschusses und die Plenarannahme einer Schulden­resolution indem sie darauf hinwiesen, daß eine ähnliche Resolution aus der römischen Konferenz des Jahres 1923 Ausgangspunkt des Dawes-Plans gewesen sei. Die Deutschen befürworten die Sen­kung der politischen Schulden parallel der Senkung der Warenpreise.

Rach einer weiteren Meldung scheint man sich zur Stunde mit einer Kürzung zu begnügen, die der Senkung der Warenpreise entspricht, also 25 bis 30 v. H. Man wird auch darauf verzichten, den AusdruckKriegsschulden" zu gebrauchen, sondern dafürUnwirtschaftliche Schuldenzahlungen" setzen.

Frankreich gegen GchnldenrevMon

Paris, 7. Mai. In letzter Zeit verstärkt sich in der französischen Oeffentlichkeit die Tendenz, den deutschen Forderungen auf Erleichterung der Repa- tionslast und her Revision des Poung-Planes mit schärfsten Mitteln entgegenzutreten. Reue Argu­mente für ihre ablehnende Haltung wissen die Franzosen nicht anzuführen. Ihre Beweisführung gipfelt immer wieder darin: Nicht bie Lasten des

Paris nicht bestrittene deutsche Krise verantwortlich. DerTempS" wendet sich gegen jede Er­leichterung, weil Deutschland seine Ersparnisse doch nur zu geheimen Rüstungen, zum Ausbau eines Ein­flusses in der Welt sowie zur Gewährung 'langfristiger Kredite an Rußland benützen würde.

Die Revision des Doung-Planes kann nach An­sicht des Blattes keine Lösung, sondern nur eine Komplikation der europäischen Probleme mit sich bringen.

und «evavaKoussvas«

Berlin, 7. 21tai. Zu den verschiedenen um­laufenden Meldungen über die Revisionsfrage er­fahren wir von unterrichteter Seite, daß ein end­gültiges Urteil des Reichskabinetts, wann und in roeldjér Form die Reparationsfrage angeschnitten werden soll, nicht vorliegt.

Irr große "HattdeMoanrre" - Behebung dee Arbeiis- Wüskett

Washington, 8. Mai. Der Nachmittag des heuti- ren ab. gen vierten Verhandlungstages war mit wichtigen!

Das gestrige LSntzVrttsv

KkabsbstkchMe« aus dem Rhein-LNam-Gcbiei - Ms tetzt 8 Tate gemeldet

Das Unwetter, von dem gestern das gesamte Rhein-rNain-Gebiet heimgesucht wurde, zählt mit zu den schwersten dek letzten Jahre. Der wolkenbruchartige Regen hat verschie­dentlich schwere Verwüstungen angerichtet.

VviitkeueittKuv, bei Aschaffenburg

Vier Menschen im Unwetter umgekommen

Aschaffenburg, 7. Mai. heule nachmit­tag zwischen 4 und 5 Uhr entlud sich über dem nahe bei Aschaffenburg gelegenen 3000 Einwohner zah­lenden Hösbach ein schweres Unwetter. Den ganzen Tag über hatte es geregnet. Zwischen 4 und 5 Uhr gina ein starker Wolkenbruch nieder. Aus dem Spessart zwischen Wenig-Hösbach und Unteraffer­bach kamen ungeheuere Wassermassen gestürzt. Auf einer etwa 200 Meter vom Zentrum der Ortschaft gelegenen drei Meter breiten Sandsteinbrücke stan­den um %5 Uhr 7 Menschen, um die herankom­menden Wassermenqen zu beobachten. Unter dem ungeheueren Druck dieser wassermengen stürzte plötzlich die Brücke ein und riß die 7 Menschen mit in die Fluten. Einige davon, zum größten Teil junge Leute, konnten sich retten, während der 9 Jahre alte Helmut Völker die 10 Jahre alte Frieda Rettinger und der 20 Jahre alte Landwirt Anlon Stab er- tranken. Der 60 Jahre alte Konrad Rausch, der ebenfalls von deu Flulev weggerissen wurde. wurde

Gruppensitzungen ausgefüllt, die Spezialthemen Landwirtschaft, Warenverteilung, Regulierung des Arbeitsmarktes, Usberiee-Transport, Internationa­ler ZahlunysausFleich und Schutz des Handels­eigentums behandelten.

In der Gruppe für W a r e n v e r t e t l ung sprach der P'räsid ent der Bres­lauer Handelskammer Dr. Grund und lobte die gewissenhafte und vorbildliche Kon­junkturforschungsarbeit der amerikanischen Bericht­erstatter. Die Einführung der gleichen Methode für den europäischen Kontinent sei deswegen so schwie­rig, weil sich ganz Europa nicht über einen Kamm scheren lasse. Selbst ein Versuch, das europäische Wirtschaftsgebiet in einen inneren und äußeren Kreis einzuteilen, stelle keine befriedigende Lösung dar, da die nationalen Unterschiede eine, zu große Rolle spielten.

In Deutschland sei dieHandelsspanne immer noch zu groß, da die Hälfte derfionfu menten- Dollar über den Laden-Tisch gehe." Die von den Produzenten in deutsche Läger eingelieferten Waren hätten einen Einkaufswerk von 19 Milliar­den, während sie für 28.5 Milliarden verkauft wür­den. Der Bruttogewinn von 9.5 Milliarden werde zu zwei Drittel von den Betteilungstoffen aufge­zehrt. Hier bestehe die Notwendigkeit weitgehender Rationalisierung.

Chemnitzer Händels k a m m e r, führte den Vorsitz der Konferenz der GruppeRegulierung des Arbeitsmarktes" und hielt ein Referat über Sie Arbeitslosigkeit in Europa, die alles früher Dagewesene überschreite und indirekt alle Kreise schwer treffe. Das Mißverhältnis zwi­schen Arbeitsgelegenheit und Arbeitsangebot habe sich in letzter Zeit noch verschärft durch die Einschränkung der Auswanderung, die fast einer völligen Aussperrung gleichkomme besonders für die Deutschen, denen kein Uebersee- gebiet zur Kolonisierung zur Verfügung stehe. Dazu komme die Tendenz der meisten Länder, ihre Han­delspolitik nicht auf den wirtschaftlichen Ausgleich der Krise, sondern auf die nationale Autarkie ein­zustellen. Für die kapitalarmen Länder wie Deutsch­land bedeute dies ein ungeheures Handicap. Er be­trachte, wie Präsident Hoover in seiner Eröffnungs­rede richtig ausgeführt habe, den Krieg als die Hauptuvsachs allen jetzigen Uebels. Ein Abbau der öffentlichen Lasten und eine Senkung der Produk­tionskosten durch Kürzung der Löhne sei vorge­schlagen worden.

Das Wichtigste aber sei eine internationale Zu­sammenarbeit in der Weise, daß man die Kapital­bewegung wieder auf rein wirtschaftliche Grund­lagen stelle, diè Einwanderung wieder in höherem Maße zulasse und übertrieben hohe Schutzzölle er­mäßige. Denn letzten Endes hänge die Prosperität des einen Landes von der Kauftraft des ande-

gegen eine Pappel geschleudert und trug eine Ge­hirnerschütterung davon. Er starb abends gegen S Uhr. Die Leiche des jungen Völker konnte sofort geborgen werden, während die Leichen der Rel- tinger und des Stab erst abends um 8 Uhr von der Feuerwehr etwa 200 Meter von der Unfallstelle ge­borgen werden konnten. Die Leichen waren an einem Gartenzaun hängen geblieben. Die Wasser­flut dauerte nur wenige Minuten. Sie hat auch sonst an Häusern und Mauern erheblichen Schaden ange- richtet. Das Vieh konnte von den Bewohnern noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden.

Flörsheim, 8. Mai. Heute nacht ertrank hier ein 47jähriger Mann bei den Bergungsarbeiten von abtreibenden Teilen der Badeanstalt.

ZlntvetteMMasivovhe km Taunus

Schwere Verwüstungen im Homburger Kurpark Die Brunnen überschwemmt

Bad Homburg v. d. h., 7. Mal. Zu den heutigen Rachmikkagsstunden ging im Taunus, na- (Fortsetzung auf Seite 2)

ein gefährlicher! Wan

Als der Generalsekretär des Völkerbundes. Sir Eric Drummond, kürzlich in Berlin war. hat er, wie man weiß, mit dem deutschen Außen- minister auch die Frage besprochen, ob das Völkerbundsekretariat von sich aus eine beson­dere Propaganda für den Abrüstungsgedanken im Hinblick auf die bevorstehende Abrüstungs­konferenz betreiben solle; es hieß in der offi­ziösen Verlautbarung, daß eine solche Propa­ganda seitens des Völkerbundsekretariats selbstverständlich" nicht in Frage komme. Diese Feststellung kann man nur begrüßen, den sie schafft endlich Klarheit über eine wich­tige Frage.. Gewiß läge eine tatsächliche Ab- rüftungspropaganba- durchaus im Sinne der wirklich abgerüsteten Staaten und der ab­rüstungsfreundlichen Geister aller Länder. So­bald aber eine solchePropaganda", die in der Form einer Wochenschrift ursprünglich geplant war, vom Völkerbundsekretariat ausgeht, be­steht die große Gefahr, daß sich diese unter dem NamenAbrüstungspropaganda" aufge­zogenen Zeitschrift in eine Propaganda für den Konventionsentwurf der Vorbereitenden Ab­rüstungskommission verwandelt; es ist klar, daß eine solcheAbrüstungs"-Propaganda ebensoviel Schaden anrichten, wie eine wirk­liche Propaganda für tatsächliche Abrüstung Nutzen stiften würde.

Kaum ist jedoch diese enorme Gefahr für die Verwirklichung des Abrüstungsgedankens, die in einer Propaganda für den unglückseligen und im Kern abrüstungsfeindlichen Konven­tionsentwurf bestanden hätte, überwunden, so taucht von anderer Seite ein nicht weniger gefährliches Projekt auf, das sich, bei Licht be» fehen, nur als Weuerpeujolguug der ursprüng­lichen Pläne des Volkerbundsèkretariates durch andere Personen erweist. Der Anreger des Propagandaprojektes für das Völkerbund­sekretariat war Lord Robert Cecil gewesen, dessen Haltung in der Vorbereitenden Ab- rüstunaskoittmission im vergangenen Jahr mehrfach zu scharfen, grundsätzlichen Zusam­menstößen mit dem deutschen Vertreter» dem Grafen Bernstorfs, führte. Der gleiche Lord Cecil, der sich in der Frage der Landrüstungen dauend auf die Seite der abrüstungsfeindlichen Militärmächte, Frankreich, Polen uso. gestellt hat, und der nicht zuletzt für das Zustandekom- men des Konventionsentwurfes in seiner jetzigen Form verantwortlich gemacht werden muß, hat nun bei der englischen Liga für Völ­kerbund und der englischen Sektion der Carnegie-Stiftung Gelder für eine private Abrüftungs"-Propaganda von Genf aus flüssig gemacht. Kürzlich erschien der Sekretär Lord Cecils in Genf, um hier nach Rücksprache mit den englischen und französischen Stellen der Genfer Informationsabteilung den Plan'für eine Zeitschrift auszuarbeiten, die zunächst monatlich, während der Abrüstungskonferenz wöchentlich erscheinen soll. Die Zeitschrift, die man in alle Länder der Welt zu verschicken ge­denkt, soll dreisprachig (englisch, französisch, deutsch) erscheinen. Sie^ soll das vom Völker­bund über die Abrüstungsfrage zugänglich ge­machte Material verwerten, außerdem Be­kanntmachungen von Regierungen, Entschlie­ßungen von Parlamenten und Verbänden so­wie eine Presse-Uebersicht enthalten. Auf den ersten Blick scheint dieser Plan nicht schlecht zu sein. Dennoch ist er gefährlich. Wenn man sich nämlich die Grundsätze, nach denen das Ma­terial ausgewählt werden soll, und die Zu­sammensetzung des leitenden Ausschusses näher ansieht, so muß man zu der Ueberzeugung kom­men, daß auch dieseAbrüstungs-Propaganda eine Propaganda für den Genfer Können- tionsentwurf und namentlich für die stets von Deutschland und allen wirklichen Abrüstungs­freunden schärfstens bekämpfte These derAb­rüstung durch Budget-Beschränkung" werden muß.

Es fällt z. B. auf,. daß die Grundsätze, die uns vorliegen, zwar von Bekanntmachungen und Mitteilungen der Regierungen über Er­höhung, Beibehaltung oder Herabsetzung der jeweiligen Streitkräfte sprechen, daß aber keine Zahlen über die entsprechenden Rüstungsstär- ken angegeben werden sollen! Es fällt weiter auf, daß bei den auszuwählenden Preffestim» men über die Abrüstungsfragealle ten»

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