Einzelbild herunterladen
 

Sekte 0

Donnerstag den 7. Mal 1931

Nr. 100

nisten begeben hatte. Diese vier Leute sollen Haken­kreuze getragen haben. Ein junger Mann kam mit einem Mädchen vorbei und soll, als er die Haken­kreuze gewahrt habe, gerufen haben: „Ihr Leichen­fledderer". Darauf rief einer der Natioalsoziali» sten: "Halts Maul", u. das soll dem jungen Mann Veranlassung gegeben haben: „Auf herbei" zu ru­fen. Diesem Ruf sollen die fünf Angeklagten ge­folgt sein, und es kam zu einer Schlägerei. Die Nationalsozialisten machten sich frei und liefen in die Bethmannstraße. Hier erhielt Schädlich einen Schuß in den Rücken; Link soll vom Bürgersteig qus den Schuß abgefeuert haben. Schädlich lief noch weiter, bekam aber, wie behauptet wird, ein Bein gestellt und fiel hin. Er raffte sich dann noch, mal» auf, wurde aber nach der Rettungswache und dann ins Heiligeisthospital verbracht, wo sich ergab, daß er einen Lungenschuß hatte, der leicht tödlich sein konnte. S. hatte, als er verfolgt wurde, einen Schreckschuß abgegeben, wobei er sich der Pistole des Dinse bediente. Die Verhandlung, die drei Tage dauern dürfte, wurde am ersten Sitzungstag so gesördert, daß sämtliche Angeschuldigte vernom­men werden konnten.

11. Verbondstag der hessen-nassauischen Gastwirte

— Nastätten (Taunus), 6. Mai. Dom 4. bis 6. Mai tagte der Provinzial-Gasttvirteverband von Hessen-Nassau und Wâck in Nastätten. Am ersten Berhandlungstag fanden vertrauliche Sitzungen des Verbandsau Sschusses statt, während am gestrigen Dienstag die Hauptversammlung abgehalten wurde. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Ver- bandsvorsitzenden Justus Döhne-Kassel wurde der Jahresbericht erstattet, aus dem zu entnehmen ist, daß die ©teuer politif des vergangenen Jahres falsch und für das Gasttoirtsgewerv« ruinös ge- wesen sei. Die Reichsbiersteuer -wurde um 46 Pro­zent erhöht, durch die erste Notverordnung wurde die Gemeindebiersteuer erhöht und durch die zweite Notverordung diese erhöhte Biersteuer verdoppelt. Die Gemeindege­tränkesteuer wurde wieder «ingeführt. Der Kampf gegen den Genuß alkoholischer Getränke werde von der Abstinen^e-wsgung mit einer seltenen Hart­näckigkeit geführt. Bezüglich der Vergnügungen wurde fest-gestellt, daß die Belastungen für Tanz- Veranstaltungen immer noch zu hoch seien, die allzu hohen Dergnügungssteuern gefährdeten noch «immer die Rentabilität der Veranstaltungen. Der Kampf um die Polizeistunde sei äußerst heftig gewesen. Die Benachteiligung der Städte Kassel und Wiesbaden sei auf die Dauer unmöglich. Der Präsident des Deutschen Gastwirteverbandes. Emil Köster-Berlin, referierte sodann über die allgemeine Wirtschafts­lage und die Einstellung der Reichstages zu den wirtschaftspolitischen Fragen.

Die Revolverkugel in der Luftröhre

— Herborn, 6. Mai. Der Postschaffner Weber aus dem benachbarten Katzenfurt, auf den im De­zember o. I. in der Nähe des Waldhofes Elgers­hausen ein Raubüberfall verübt worden war, wobei

er durch einen Kopfschuß schwer verletzt wurde, bei findet sich zurzeit in Bad-Nauheim zur. Kur. Wäh- ie rend seines dortigen Aufenthaltes wurde er dieser' Tage durch Erbrechen von seiner im Kopfe befind­lichen Kugel befreit. Die Kugel hatte sich im Kopfe gesenkt und war in die Luftröhre geraten. Das Geschoß konnte damals, da man um das Leben des Patienten fürchtete, nicht auf operativem Wege

entfernt werden.

Die Ursache des Reichelsheimer Schulbrandes

— Reichelsheim (Odenwald), 6. Mai. Wie mit- geteilt wird, ist als Ursache des Schulhausbrandes, er gefallen sind, eine glühender Äsche festgestellt

geteilt wirb, ist als Ursache bi dem drei Personen zum Dpfe Unvorsichtigkeit mit glühend , , worden. Ein Behälter mit glühender Asche war unter einer Holztreppe im untersten Geschoß auf-

gestellt. Durch den Windzug entstanden Flammen, die an aufgehäuften Kohlen und Holz reiche Nah­rung fanden. Ehe man den Brand im oberen Stockwerk entdeckte, hatte das Feuer bereits die unteren Räumlichkeiten ergriffen. Auch die Hilfe­rufe wurden in der Nacht zu spät bemerkt. Die Annahme, daß es sich um einen Kaminbrand ge­handelt habe, ist als widerlegt anzusehen.

Die neuen Klassen Euvovas

Spanien , die jüngste Republik Europas, hat als Farben der Flagge Rot-Gelb-Violett bestimmt. Alle Hinweise auf die Monarchie sind fortgefallen. Die alte spanische Flagge (Kriegsflagge) hatte die Far­ben rot-gelb-rot, wagerecht gestreift. Der gelbe Streifen war doppelt so breit wie die roten und trug im inneren Drittel ein gekröntes Wappen, in dem sich links ein goldener Turm, (Kastilien) und rechts ein gekrönter Löwe (Leon) befanden. Die alte spanische Handelsflagge hatte 5 Wagerechte Streifen, gelb-rot-gelb-rot-gelb, von denen der mittlere gelbe doppelt so breit war, wie die anderen. Die Türkei hat als Freistaat die Flagge nur sehr wenig in den Proporttonen geändert. Sie ist weiterhin rot mit Halbmond und Stern (weiß) nur sind diese beiden Figuren größer und enger aneinander gestaltet, als in der Flagge der türkischen Sultane. Aegypten Hat eine grüne Flagge. In der linken oberen Sette be­findet sich ein Anker und in der Mitte ein weißer Halbmond mit drei Sternen. Die ägyptische Han­delsflagge ist der Kriegsflagge ähnlich, nur fehlt bei ihr der Anker. Zahlreiche neue Staatsflaggen wur- den durch die Befreiung der ehemals zu Rußland gehörenden Länder geschaffen. Rußland selbst hat die alle Fahne, weiß mit blauem, fchra Fliegenden Aittrreaskrsuz, (Kriegsflagge) und die weiß-blau-rot gestreifte Handelsflagge abgeschafft und dafür eine rote S»wjetfahne eingeführt, die in der linken oberen Eck« den Bekannten Sowjetstern mit Sichel und Hammer führt. Esthland» Flagge ist blau- schwarz-weiß; Litauens Farben gelb-grün-rot und die Staatsflagge zeigt rechts das Wappen und links drei wsitze Säulen, während die Handelsflagge nur die Landesfarben aufweist. Lettland hat eine rot- weiß-rote Flagge, bei der der weiße Streifen sehr schmal ist. Sie ähnelt der österreichischen Nachkriegs, flagge. Finnland hat eine weiße Fahne mit einem blauen Kreuz, dessen Mittelbaâen ebenso wie die meinem Teile de» Flaggentuches bei der Kriegs- flagge in Spitzen auslaufen. Bei der Handelsflagge fehlen die Spitzen. Die Fahne Polens ist weiß-rot wagerecht gestreift. Ich dem weißen Feld befindet sich das Staatswappen das aus einem silbernen Adler im roten Felde besteht. Die Landes-

Das h»â Gebäude dev wett eingeweiht

Das Empire- State Building in Rewyork,

der höchste Wolkenkratzer der Welt, ist jetzt eingeweiht worden. Das Gebäude hat 86 Stockwerke, ist 415 Meter hoch und bietet Arbeitsräume für 25 000 Menschen. Die Tore des Gebäudes spran­gen auf, als Präsident Hoover von Washington aus einen elektrischen Kontakthebel löste.

Der Mann, der ««versehrt durch brennende Detsewer geht

Der Meister der brennenden petroleumquellen

in Amerika)

Diele

I Asbest, und in der Hand hielt er eine ungeheure Explosionsmischung, die gleichfalls feuersicher in

die Welt gesehen hat. Es ist der „Äsbestmann von Texas", der, wie amerikanische Zeitungen berich- ten, nicht nur zu den bestbezahlten, sondern auch zu den meist gelobten Männern Amerikas gehört. Er hat den Ruhm von Filmstars. Tex Thorton — so heißt der Mann — ist sich seiner Bedeutung auch bewußt, die mit der wachsenden Zahl von neu entdeckten Petroleumquellen steigt. Von Zeit zu Zeit geraten einige von ihnen durch Unaufmerksam­keit oder Leichtsinn in Brand, wodurch nicht nur ;roße Vermögen, sondern auch ganze Städte ge= ährdet werden. Bisher war man größtenteils gegen diese furchtbaren Gewalten der Elemente machtlos. Jedenfalls war die Vernichtung dieser gewaltigen Brände nur unter größten Opfern und Anstrengungen möglich. Da kam Tex Thorton auf einen genialen Gedanken. Er erklärte, daß man die Petroleumquellen nur zur Explosion bringen müsse, wenn man eine schnelle Beseitigung der Gefahr wünscht. Aber dies war leichter gesagt als getan, und „Tex" wurde wegen seines Rates ausgelacht. Wenige Tage später entstand auf dem „Taylor Link Feld" in Texas wiederum ein gewaltiger Brand einer Oelguelle. Nun kam Tex zu der Ver­waltung und fragte, was er bekommen würde, wenn er diesem „Feuermaul" die Gurgel zudrücken würde. Man lachte und ' versprach ihm tausend Dollar. Nun lachte Tex Thorton und erklärte, daß

für 1000 Dollar noch nicht einmal seinen Asbest­anzug anziehen wolle. Als man ihn fragte, was dies fei, lächelte er nur geheimnisvoll und sagte, daß er für 25 000 Dollar in die brennende Oel- flamme gehen und das Feuer löschen werde. Der­artige Oelbrände sind nämlich meist nicht auf einen kleinen Raum beschränkt, sondern sie breiten sich mit ungeheurer Geschwindigkeit über riesige Flä­chen aus, denn alles Del, das aus der Quelle emporschießt, ist ein Flammenherd und wird zu einem brennenden Meer. Tex Thorton sprach so ernsthaft, daß die Verwaltung sich gern bereit er­klärte, ihm 25 000 Döllar zu zahlen, falls er in kurzer Zeit die Flammen löschen könne. Sie konn­ten in jedem Falle nur gewinnen, denn wenn es dem Asbestmann wirklich gelang, dem „Feuermaul die Gurgel abzuwürgen", — wie er sich ausgedrückt hatte — dann war die Summe, die er dafür er- hielt, im Verhältnis zu dem verhinderten Schaden nur minimal zu nennen. Nun erschien Tex kurze Zeit darauf in einem sonderbaren Anzug aus

er

färben Ungarns sind rot-weiß-grün. Das sehr komplizierte Wappen zeigt als Haupt- "bestandte-ile ein Partriarchmkreuz und die ungarische heilige Krone, die auf dem Schilde ruht. Die Tschechoslowakei hat eine rot-weiße Staats­flagge mit blauem Keil am Flaggstock. Das Wap­pen besteht aus einem doppekschwänzigen silbernen Löwen in Rot, der auf der Brust ein rotes Schild­chen mit drei blauen Hügeln trägt. Auf diese Weise " " ippen von Böhmen und Tschechoslowakei Albanien hat eine rot-schwarz-rote

sind die Wcr

vereinigt. Albanien hat eine rot-schwarz-rote Flagge. Wie man sieht, sind fast alle Farben in den verschiedenen Flaggen vertreten. Häufig unter­scheiden sie sich nur von einander durch die An­ordnung oder durch die Zeichnung. Im allgemeinen werden neue Flaggen nur bei Umwälzungen der Regierungsform gewählt, da auf diese Weise zum Ausdruck gebracht wird, daß bk bis zu diesem Zeitpunkt maßgebenden politischen Grundsätze und

ann

mitten durch das brennende Meer mit seiner Dynamitkiste und brachte sie ganz dicht bei der Mündung der brennenden Oelguelle an. Dann wurde, nachdem sich der seltsame Feuerwehrmann in Sicherheit gebracht hatte, die Dynamitmenge zur Explosion gebracht. Es war, als ob ein Vulkan mit ungeheurem Getöse zerplatze. Die Luft wurde schwarz, die Sonne verfinsterte sich während der Explosion. Aber als sich der Dampf verzogen hatte, war das Feuer gelöscht. Die Erde rings­herum war zwar zu einem gewaltigen Erdtrichter geworden, der Oelstrom war kurze Zeit versiegt, aber die Feuersgefahr war gebannt. Nun konnte man wieder daran gehen, die Oelguelle zu be­freien und wieder in Tätigkeit zu setzen. Tex Thorton war der große Sieger. Er erhielt seine 25 000 Dollar und ist jetzt von den Oèlmagnaten der bestbezahlte und gesuchteste Mann. Er erhält schon für alle Fälle Jahresgehälter, damit er sich im Falle eines der häufigen Oelbrände nicht wei­gern kann, Hilfe zu bringen. Er hat übrigens fein Honorar selbst erhöht und zwar auf den doppeltes Betrag. Dabei befindet er sich in der angenehmen Lage, daß er heute in der Zeit des Preisabbaues sich ohne jeden Schaden derartige Etravaganzen leisten kann. Er hat erst vor mehreren Wochen wieder einen großen Oelbrand gelöscht und zwar gleichfalls in Texas. Damals mußte er dreimal durch die brennenden Oelfelder gehen, da zwei Explosionen nicht ausgereicht hatten, um diese un­geheuren Flammen zu ersticken. Erst beim dritten Male, als er ganz besonders umfangreiche Maß­nahmen getroffen hatte, konnte er dem feurigen Maul die Gurgel abwürgen. Es gibt bekannntlich Oelbrände, die wochen- und monatelang -andauern. Mit Hilfe dieses Feuerwehrmannes, der das Ein­kommen eines Filmstars h<' auch diese Brände schnell l

Tex Thorton bekam in der letzten Zeit schon einige Konkurrenten, die ihm sein hochbezahltes Monopol streitig machen wollten und auch in Asbestanzügen sich als Feuerlöscher meldeten. Aber es gehört da­zu auch eine große- Portion Unerschrockenheit, denn dieser Beruf birgt in sich tausend Todesgefahren, so daß sich bisher ernsthaft noch keiner daran ge= wagt hat, mit dem Dynamittod in der Hand in bi, Gluten eines brennenden Petroleumfeldes zu gehen.

irmannes, der das Ein-

tat, werden in Zukunft gelöscht werden können.

ne

Anschauungen nicht mehr Geltung haben. Vielfach werden aber die Farben bei behalten, die eine alte Ueberlieferung darstellen und gleichsam als Reprä­sentanten des betreffenden Volkes gelten. Deutsch­land hat bekanntlich die Farben der Monarchie auf- gegeben und dadurch einen heftigen Streit der Meinungen im Volke entfacht. Andererseits aber treten trotz Beibehaltung der Regierungsform und der Dynastie wichtige Umwälzungen ein, die sich dann in der Flagge des Landes oder des Wappens auswirken. So hat z. B. Italien vor kurzer Zeit die Herrschaft des Faschismus dadurch geehrt, daß das Faschisterchündel als Schmuck und heraldisches Enblem Verwendung fand. Das Königreich Jugoslavien hat nach dem Kriege eine beträchtliche Erweiterung erfahren, die auch in der Gestaltung der Flagge zum Ausdruck tam. Sie ist blau-weiß- rot wagvecht gestreift und das Wappen besteht aus einem in rotem Felde aufliegenden silbernen

zweiköpfigen Adler, über dem sich bk Kron« der Königreichs befindet und auf seiner Brust ein Schild mit den Wappen van Serbien, Kroatien und Slowatien. Auch Griechenland hat bekanntlich eine Umwälmng seiner Regierungsform erfahren,

'Ne auch In

ge zum Ausdruck kommt. Sie besteht wie die frühere königliche Fahne aus 9 waaevechten Streifen lichtblau und weiß abwech. elnd. Aber bei der Krieasflagge der Republik b«. findet sich im blauen Viereck am Flaggstock nur ein weißes Kreuz, das früher mit einer goldenen Krone geziert war. Endlich hat auch Persien eine neue Flagge erhalten, da eine neue Dynastie zur Herrschaft kam. Die Krisgsflagge. ist ebenso wie die Handelsflagge grün-weiß-rot gestreift und hat in der Mitte das Wappen, den Löwen mit der gol- denen ©ohne, der in der rechten Pranke einen krummen Säbel trägt. Auch Chinas „Drachen- Flagge" des Kaisers ist durch die republikanische rot-gelb-blau-weiß-schwarze abgelöst worden.

DaS Geheimnis am „U-Deutsthiand*

Der erste authentische deutsche U-Boot-Jilm. — Unter Lebensgefahr gekurbelt. — Das Schicksal der „Bremen“. — Die letzten Opfer de» „Baralong“. — 199 deutsche U-Boote auf dem Meeresgrund.

Eine der größten Sensationen während der

Krieges war die Nachricht, daß ein deutsches Han- dels-Cl-Boot, die „Deutschland", glücklich die Fahrt über den Ozean nach Amerika zurückgelegt habe. Das Geheimnis, das sich lange an diese großartige Leistung knüpfte, wird jetzt für die breitere OeffeM- lichkeit in dem einzigen authentischen U’BooUgilm gelöst, der dieser Tage in Berlin zum erstenmal gezeigt und von einem Offizier der „Deutschland", dem Kapitänleutnant Crompton, erläutert wurde. Im Jahr 1916 war die Deutsche Ozeanreederei in Bremen gegründet worden, die sich die Aufgabe ge­stellt hatte, das Unterseeboot, das sich als Kriegs­instrument so trefflich bewährt hatte, nun auch für Handelszwecke zu verwenden. Nur ein U-Boot konnte die feindliche Blockade durchbrechen und nach dem gelobten Land, Amerika, gelangen, um von dort Rohstoffe nach der Heimat zu bringen. Das erste Handels-OBoot der Welt, die „Deutschland", wurde in 140 Tagen auf der Kieler Germania- Werft gebaut.' Unter Kapitän Königs Führung ge­langte das Schiff glücklich nach Baltimore. Deutsche Farbstoffe, Eisenerze und sonstige Produkte wurden ausgeladen, dafür nahm es Gummi, Stiefel und Zinn an Bord. Auf die Nachricht von seiner kunft erschien vor dem Hafen von Baltimore gattz« feindliche Flotte, um die Rückfahrt „Deutschland" zu verhindern. Das U-Boot aber trotzdem durch die Sperrkette hindurch wurde bei der Einfahrt in die Weser stürmisch bejubelt. Das zweite Handels-I^-Boot „Bremen" ist nicht mehr bis Slmertfa gekommen; von seinem Schicksal hat man nie mehr etwas gehört.

An- eine der kam und

Als die Vereinigten Staaten in den Krieg ein­traten, war es natürlich mit diesen Reisen vorbei. Die „Deutschland" wurde mit Torpedos und Ge­schützen versehen und unternahm nun als Kreuzer „U 150" bis zum Kriegsende drei große Fern­fahrten. Bei der ersten Fahrt operierte das tocfjiif drei Monate lana im Atlantik. Es hatt« Oi< Muf» öoralTSn M Zufuhren für d!eWWh^—>n Agadir gegen die Marokkaner kämpfenden Fran­zosen abzuschneiden. Dieser lange Aufenthalt fern der Heimat war mit gewissen Ernähruagsschwierig- feiten verknüpft. Für gewöhnlich mußt« die U- Boot-Besatzung von Konserven leben, und man kann sich Dorftellen, wie groß die Freude war, wenn einmal eine gute Prise gemacht wurde. Einmal wurde ein Fruchtdampfer versenkt, wobei die Be­satzung der „Deutschland" nach langer Zeit wieder einmal Gelegenheit hatte, sich an Apfelsinen gütlich zu tun. In vierundzwanzig Stunden hatte ein Matrose nicht weniger als 100 Stück dieser schmack­haften Südfrüchte verzehrt.

Die 20, 30 und 40 Meter tief liegenden Minen bedeuteten eine ernste Gefahr für die Unterseeboote, aber noch weit gefürchteter waren die U-Boot» Fallen. Kapitänleutnant Crompton ist neben dem Obersteuermann Brodau der letzte Ueberlebende von „U 41", das von dem unter amerikanischer Flagge fahrenden englischen Dampfer „Baralong" so feige vernichtet wurde. Auf das Haltesignal von „U 41" hatte der „Baralong" gestoppt, zum Zeichen, daß er sich ergeben wolle; als dann das Unterseeboot auf 300 Meter Entfernung herangekommen war, fielen plötzlich die Bordwände, und aus Kanonen, Maschinengewehren und Flinten ergoß sich ein Feuerregen auf die Besatzung des U’Bootès. Es gab zahlreiche Tote und Verwundete, und als das Boot tauchte, erwies sich, daß es selbst schwer be­schädigt war; es füllte sich bedenklich mit Wass«r. Dann ging „U 41" noch einmal hoch, um dann für immer in die Tief« abzusinken. Crompton, der schwer verwundet war, blieb wie durch ein Wunder an der Oberfläche des Wassers, aber sein Lederzeug, das ihn noch über Wasser gehalten hatte, saugte sich voll, wurde schwerer und schwerer und drohte ihn in die Tiefe hinabzuziehen. Plötzlich sah er ein leeres Rettungsboot vor sich treiben, das von einem von „U 41" versenkten Dampfer stammte. Cromp­ton und Brodau, der noch als Einziger mit den Wellen rang, zogen sich mit ihren letzten Kräften ins Boot. Die Besatzung des „Baralong" hatte dies bemerkt, und das englische Schiff fuhr nun auf das Boot zu, um es zu rammen. Die beiden Schiff­brüchigen stürzten abermals in Wasser. Kohlen, Holzscheite und Schippen wurden von Bord des englischen Dampfers auf sie niedergeworfen, als sie ihr Rettungsboot zum zweitenmal erreicht hatten. Dann wurden sie an Bord des „Baralong" genom» men und auf dem Schiff, wie auch wieder nachher in englischen Gefängnissen, als Seeräuber behan­delt. Erst die Repressalien der deutschen Regierung erzwangen dann ihren Austausch.

Bis zum Jahre 1918 waren 340 Unterseeboote in Dienst gestellt, 400 lagen noch auf den Werften. 199 sind als eiserne Särge ihrer Besatzung gesun­ken. Nur fünf U'Boote sind der von den Ameri­kanern zwischen Schottland und Norwegen ange­legten Sperre von 70 000 Minen zum Opfer ge­fallen, bei deren Beseitigung noch nach dem Kriege viele Amerikaner ihr Leben lassen mußten. „U* Deutschland" wurde 1918 an England ausgeliefert und für 4000 Mark in London versteigert. Der packende Film von der Fahrt des Unterseebootes ist dem Schiffsarzt der „Deutschland" zu verdanken, der ihn häufig unter Lebensgefahr gedreht hat, wenn er sich z. B. im Orkan am Kommandoturm festbinden ließ.

Der größte bis jetzt gefangene Walfisch hatte eine Länge von 22,5 Metern und ein Alter von schätzungsweise 300 Jahren.