Einzelbild herunterladen
 

«». 1C5

Mittwoch den

Srscheint täglich »tt Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Manat 3011.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 15, Samstag « R-Pfg. / Anzeigenpreise- Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R-Psg^ im Retlameteil von 66 mm Sreite 25 R-â / Qfsert engeb öhr 50 R-Psg.

* SSV. AlHWW

tyeiget

Oana« Stadt und Land

ErMungsort und Gerichtsstand für beide Leite ist Ham». ' Sei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Sezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nmhlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Für Platzvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr gleistet.^Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fnaspr. 3956,3951,3958

H.Mar

1931

Der Preußische Landtag schloß nach âer Etatsrede des Ministerpräsidenten die zweite Lesung des Haushalts des Staatsmmisteriums bis auf die später erfolgenden Abstimmungen. Die zweite Lesung des-Haushalts des Finanzmimifte- rmms, des sogenannten Bea-mtenetats, wurde be­gonnen und eine Reihe von Abstimmungen durch- xeführt.

* Die württembevgischen Regie­rungsparteien treten in einem Antrag an den Landtag für baldige Revision des Poungplanes ein.

Der deutsche Segelflieger Gröhn- H o f f hat von München aus einen neuen Rekord im Segelflug aufgestellt, indem er eine Strecke von 265 Klm. zurücklegte.

Wetzen Spionage verdachter zugunsten Polens wurde in Beeskow ein Angehöriger des S. Reiterregiments durch die Kriminal­polizei verhaftet. *

Der Preußische Staatsrat kann heute auf eine zehnjährige Tätigkeit zurück­blicken. Am 7. Mai 1921 wählte der Staatsrat den Oberbürgermeister von Köln, Dr. Adenauer, zu seinem Präsidenten, der somit das Amt als Präsi­dent ohne Unterbrechung bisher zehn Jahre aus- geubt hat.

ien

* Im Berliner Raubmordprozeß gegi den Artisten Urban Beantragte der Staatsan- walt die Todesstrafe.

DieSchlesische Volkszeitung" meldet aus Frey- ^ban, Kreis Milttfch-Trachenberg es sei dort gestern wiederum ech^JÄM® meinet worden, das deutsches Gebiet überflogen "habe Das Flugzeug fei bei völlig klarem Wetter von der polnischen Grenze gekommen, habe um 17.21 Uhr in auffallend geringer Höhe die Stadt Freyhan überflogen und sei dann nach der Grenze I zurückgekehrt.

$ Die französische Kammer, die gestern ihre Sitzungen wieder aufnahm, beschloß, die De­batte über die Interpellation betr. das deutsch- österreichische Zollabkommen für Donnerstag anzubevamnen.

Im nord französischen Textilge­werbe droht der Generalstreik. Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben seit dem 29. April jede Verhandlung miteinander abgebrochen und höchstwahrscheinlich wird am 11. Mai der Ge­neralstreik ausbrechen, wenn die angekündigte Lohn­herabsetzung in Kraft tritt.

- Der französische Abgeordnete Louis Marin und eine Anzahl seiner Fraktionsgenoffen haben in der Kammer einen Gesetzentwurf eingebracht, der die Wahlpflicht für die Kammer-, Departe­ments- und Gemeindewahlen vorsieht.

Der französische Delegierte für die Flotten- Verhandlungen Massigli wird heute nach London zurückkehren, um, wie der offiziösePe­tit Zartsten" erklärt, mit den englischen Delegierten und der italienischen Regierung wieder Fühlung zu nehmen.

Das englische Unterhaus hat gestern mit 252 gegen 146 Stimmen den Gesetzentwurf über eine Besteuerung des Betriebsstoffes für Kraftfahrzeuge in Höhe von 4 bis 6 Pence Gallone unverändert angenommen; zwei Derbesserungsanträge sind abgelehnt worden.

leichten Rückgang in den letzten ein Zunahme zu verzeichnen.

Die englische Arh eitslosenziffer hat nach einem leichten Rückgang in den letzten Wochen wiederum ein Zunahme zu verzeichnen. Sie stieg während der letzten Woche um 6 257 auf 2 520113 und ist um 821727 höher als in der glei­chen Zeit des Vorjahrs.

Nach einer Newyorker Meldung ist bei Harlan, Kentucky eine Polizeistreife aus dem Hinterhalt überfallen worden, wobei v i e r T o t e und mehrere Verwundete zu beklagen waren Ursache dürfte der gegenwärtig im Kohlen- gebiet bestehende Arbeitskonflikt sein. Die Polizisten, die überfallen worden sind, haben das Feuer er­widert, sich jedoch dann zurückgezogen, um mit Ma­schinengewehren und Tränengasbomben ausge­rüstete Verstärkungen heranzuholen.

Der türkische Ministerpräsident Jsmed Pa­scha, der mit der Neubil du n g des Kabinetts beauftragt ist, legte dem Staatspräsidenten eine Liste vor, in der alle bisherigen Minister beibehalten werden.

-

k *) Näheres siehe im politischen

Dev ßveiwiltise AsbeßtsdienK

Die Metrums dev ruieveMevterr Verbände

Berlin, 6. Mai. In der Reichskanzlei hatten gestern vormittag eine Anzahl Verbänden eine Aussprache über die Fragen des freiwilligen Arbeitsdienstes.

von

Zu der angekündigten Aussprache über die Frage des freiwilligen Arbeitsdienstes hatten sich neben einer Reihe von Einzelpersönlichketten und Behörden folgende Verbände eingesunden: Kysf- Häuser-Bund, Reichsbanner, Stahlhelm, Jugendtraft, Eichenkreuz, Reichsausschuß deutscher Jugendver- Lände, Hilfsgemeinschaft deutscher Kriegsteilnehmer, Reichslandbund, Kuratorium für" Arbeitsdienst und Volksbund für Arbeitsdienst.

Reichsminister Treviranus eröffnete die Verhandlungen mit längeren Darlegungen darüber, wie sich auf Grund der Besprechungen zwischen den Reichsresiorts und innerhalb der Brquns-Kommis« sion nach seiner Ansicht ein freiwilliger Arbeitsdienst mit Unterstützung des Reiches entwickeln ließe. Es bestehe die Hoffnung, von der Reichsänstalt für Ar. beitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung einen Kopfbeitrag von etwa zwei Reichsmark für eine

Die Vvotpreiskvage

Die Vemühungen dev RegLevung nm die Senkung Vvospvekies - ZollevmSMsnns fnv Wetze«

des

Amtlich wird mitgeleilt: 3m Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft haben am 5. Mai Besprechungen mit den Berliner Mühlen stakkgefuaden über die Mittel und Wege, wie den Bäckern das Roggenmehl zu einem Preise angeboten werden kann, der es ihnen auch bei Würdigung aller Umstände ermöglicht, den alten Brotpreis wieder her-

Die Berliner Mühlen haben sich grundsätzlich bereit erklärt, bei Hergabe gewisser Mengen von Koggen aus den Beständen der Deutschen Getreide- handelsgesellschaft das Mehl zu einem entsprechen­den Preise zu liefern. Die letzten Einzelheiten wer­den voraussichtlich im Laufe des 6. Mai festgesetzt werden. An die anschließende Besprechung mit den Mühlen werden sich die Verhandlungen mit den Berliner Bäckern wegen Senkung des Brofpteifes unmittelbar anschließen.

Vev-v-mms übet? LoU- evmöMsuuse« füt? wetze« und Gvetz

Berlin, 5. Mai. Durch eine am 6. Mai zur Veröffentlichung gelangende Verordnung wird der Zoll für Weizen und Spelz zur Her­stellung von Mehl oder Schrot für diejenigen Müh­lenbetriebe, die in dem Kalendervierteljahr April bis Juni 1930 ausländischen Weizen oder Spelz zu Mehl oder Schrot verarbeitet haben, in Höhe von 20 v. H. der gesamten, von ihnen in dieser Zeit nachweislich zu Mehl oder Schrot vermahlenen Mengen inländischen und ausländischen Weizens und Spelzes auf 20 RM je Doppelzentner er­mäßigt.

Diese Regelung gilt zunächst bis zum 15. Juni 1931 und ist den geltenden Vorschriften über den Verhandlungszwang für Jnlandsweizen angspaßt, so daß die derzeittge Vermahlungsquote von 50 v. H. völlig unberührt bleibt und eine für die Land­wirtschaft nachteilige Wirkung auf dem deutschen Markt ausgeschlossen ist.

Die Mühlen werden gehalten werden, den gan­zen Vortett dieser Zollvergütung von 50 RM für die Tonne ausländischen Weizens den Verbrauchern dadurch zugute kommen zu lassen, daß eine entspre­chende Senkung des Mehlpreises erfolgt.

Stiv die VevtragsvevMon

Krmdsebtttts gegen die DevewZsuns des ^vressbas-es

R e w y o r k, 5. Mai. Bei einer gestern abend von Ler American Legion veranstalteten stark besuchten Freundschaftsfeier der Kriegs Veteranen Amerikas und der Mittelmächte wurde eine Entschließung angenommen, in, der die Revision alter Verträge dringend empfohlen wird.

Auf der Freundschaftsfeier hielten u. a. Ingalls, der Hilfssekretär des Marineamtes, Edward Spafford, der frühere Nationalkomman­deur der American Legion, Joseph Ridder, der Herausgeber derNewyorker Staatszettung", Bür­germeister Walker und Generalkonsul Kiep Ansprachen über die Notwendigkeit der Verstän­digung unter den ehemaligen Kriegsteilnehmern im Interesse des Friedens. Ingalls begrüßte die deutschen Veteranen als erwünschte Neubörger nach Art Steubens und Schurz'. Die Versammlung nahm unter großer Begeisterung folgende von Spafford vorgeschlagen« Entschließung am

bestimmte Frist (ca. 20 Wochen) zu erhalten. In der Debatte pflichteten alle beteiligten Or­ganisationen mit gewissen Abweichungen in Einzelfragen dem Grundgedanken des frei­willigen Arbeitsdienstes zu. Die von dem Minister aufgeworfene Frage, ob eine ausreichende Zahl von Freiwilligen sich unter den in Aussicht genommenen Bedingungen melden würde, wurde allerseits be­jaht. Auch die weitere Frage, ob ausreichende Ar­beiten vorhanden seien, wurde wèitgehendst bejaht.

Die Besprechungen über die Verwirklichung des freiwilligen Arbeitsdienstes sollen nach dieser vor- berettenden Aussprache in der allernächsten Zett fortgesetzt werden. Die nächste Sitzung wird unter dem Vorsitz des Reichsarbeitsministers Dr. Steger­wald stattfinden, sobald die Brauns-Kommission ihr Gutachten über den freiwilligen Arbeitsdienst er­stattet hat.

Die VaEev wehveu M

Berlin, 5. Mai. Die Erklärungen des Reichs­ernährungsministers zu der neuerlichen Brotpreis­erhöhung werden vom Zweckverband der Bäckermeister Groß-Berlins mit einer Gegenerklärung beantwortet, in der es u. a. heißt:

Als die Regierung im November 1930 die Preissenkungsaktion einleitete, war es das Bäcker­gewerbe, das den Brotpreis unter den Gestehungs­preis um 4 Pfennig für 1250 Gramm Brot senkte. Es wurde mit dem Ernährungsminister verein­bart, daß dieses Opfer als Vorleistung inne­gehalten werden könnte, wenn eine allgemeine Lastensenkung eintritt. Zwei Monate verpflichtete sich das Bäckergewerbe, diesen niedrigen Preis durchzuhalten. Es hat diesen Preis mehr als wei­tere drei Monate durchgehalten und immer wieder das Ernährungsministerium aufgefordert, feine Versprechungen einzulösen. Als mân mit uns die Verhandlungen abbrach und dann gleichfalls er­gebnislos mit den Müllern verhandelte, erhöhte man um dieselbe Zeit an der Börse den Preis um weitere 0,25 Mark. Wenn das Ministerium behaup­tet, daß diese Erhöhung überraschend gekommen ist im Augenbuck, wo eine Reihe weiterer Maßnahmen eingeleitet ist, so verweisen wir darauf, daß diese be­reits seit 5 Monaten versprochen sind u. bisher nichts geschehen ist. Wir brauchen, um billiges Brot backen zu können, billiges Mehl. Alle Drohungen, wie vor allem Aufhebung des Nachtbackverbots, müssen wirkungslos bleiben, denn die Brotfabriken machten die Ermäßigung nicht mit. Auch die Konsumvereine folgten unsern Preisen. Die Aufhebung.der Nachtarbeit bringt nach einwand­freien Erhebungen keine Ermäßigung. Wir fordern Einlösung der Versprechungen auf Senkung der Rohmaterialpreise und Gestehungskosten. Führen die Bemühungen des Ernährungsministerimns beim Roggenmehlpreis zu einem Erfolg, so erklärt oas Bäckergewerbe erneut feine Bereit­willigkeit zum Senken des Brotpreises.

Die Versammlung beschließt, daß entweder der Abschluß neuer Verträge oder die Revision alter Verträge dringend empfohlen werden soll, damit Liebe und Freundschaft den Reid und Haß im Bewußtsein kommender Generationen Euro­pas ersetzen und uns gewährleisten, daß unsere Kindeskinder niemals wieder in die Schrecken eines neuen Krieges hineingezogen werden."

Generalkonsul Dr. Kiep empfahl unter Hin- weis auf die Kriegsschuldfrage, sich die gleiche Auffassung von der Ehre des Gegners anzUeignen, wie sie unter Soldaten üblich fei. Der

(Fortsetzung aus Sette 2)

Dev Appell des amevi- kanischen Präsidenten

Der Tagung des Kongresses der Inter­nationalen Handelskammern, die in Washing­ton mit einer bedeutsamen Rede Hoovers er­öffnet wurde, ist diesmal besondere Bedeutung beizumessen Es trifft sich gut, daß sie in Washington stattfindet. Denn es hat kaum eine Zeit gegeben, in der die enge wirtschaft­liche Verbundenheit der Vereinigten Staaten mit der Weltwirtschaft so klar zutage getre­ten ist wie in den Tagen der gegenwärtigen Wirtschaftsnot, die nicht nur auf Europa, son­dern ebensosehr auch auf Amerika lastet. Diese enge wirtschaftliche Verbundenheit aller Län­der hat denn auch Hoover in seiner Eröff­nungsrede sehr stark betont und damit einer Auffassung Ausdruck gegeben, die den Ameri­kanern noch vor zwei Jahren sehr fern lag. Man kann also damit rechnen, daß die Ver­handlungen des Kongresses gerade in den Vereinigten Staaten ein sehr starkes Echo fin­den und daß die Amerikaner selbst sich auch alle Mühe geben werden, an einer Be­kämpfung der weltwirtschaftlichen Schwie­rigkeiten energisch mitzuarbeiten.

Es ist freilich über die Methode der Be­kämpfung sofort eine Meinungsverschieden­heit in Washington zutage getreten, die der Präsident Hoover in seiner Rede mit vollem Bewußtsein kräftig unterstrichen hat. Eine Reihe ausländischer Delegationen, darunter auch die englische unter der Führung von Sir Arthur Balfour, sind in der Absicht nach Washington gegangen, dort die Frage der internationalen Schulden und der inter­nationalen Kredite aufzuroüen. Sir Bafour ist der Ansicht, daß die gegenwärtige Wett­krisis die offene und entschiedene Behandlung- eines Problems rechtfertige, daß man noch vor zwei Jahren in einer solchen internatio­nalen Organisation nicht recht anzufassen wagte. Auch für die Erörterung dieser Frage ist Washington gerade der richtige Boden. Die Amerikaner sind die Gläubiger der ganzen Welt und von ihnen hängt es ab, ob eine Er­leichterung der internationalen Last der Kriegsschulden und damit auch eine Erleichte­rung der deutschen Entschädigungsverpflich­tungen herbeigeführt werden kann. Daß man über diese Frage nirgends mit größerem Nach­druck sprechen kann als gerade in Washington, liegt auf der Hand.

Wie die englische und die italienische, so wird selbstverständlich auch die deutsche Dele­gation in Washington für de Behandlung und die rasche Lösung des internationalen Kriegs­schuldenproblems eintreten. Ist doch die Re­vision des Zahlungsplanes sehr eng mit die­ser ganzen Frage verknüpft. Die ameri­kanische Regierung hat es indessen für notwen­dig gehalten, den Eifer der Delegationen etwas zu dämpfen. Sie hat noch vor der Eröffnung des Kongresses eine Mitteilung veröffentlicht, aus der hervorgeht, daß man in Washington auch heute noch nichts von einer Neuregelung der internationalen Schuldenfrage wissen will. Die Vereinigten Staaten haben mit ihren Kriegsschuldnern Rückzahlungsverträge abge­schlossen und wollen, daß diese Verträge bis auf weiteres eingehalten werden. Man will keinen Schuldennachlaß gewähren, weil man der Ansicht ist, daß das Problem der Welt­wirtschaftskrise von dieser Seite her nicht ge­löst werden kann. Deshalb haben auch dl» amerkanischen Teilnehmer der internationalen Handelskammern beschlossen, sich möglichst wenig an der Eröterung der Kriegsschulden­frage zu beteiligen. In den amerikanischen Re­gierungskreisen vertritt man die Aufffassung, daß die Gesundung der Weltwirtschaft in wei­tem Umfange von der Abrüstung abhängig ist Es ist deshalb kein Zufall, daß Präsident Hoo­ver in seiner Eröffnungsrede die Notwendig­keit der Abrüstung mit einer Entschiedenheit betont hat, wie es bisher von einem ameri­kanischen Staatsmanne noch niemals geschehen ist. Es sollte gerade dem internationalen Kon­greß der Handelskammern gegenüber mit aller Deutlichkeit betont werden, daß nach dem Standpunkt der. Vereinigten Staaten der Ab­rüstung der Vorrang vor allen anderen außenpolitischen Fragen gebührt. Don dlefer

Die beiiii«e Kummee tnnMsf 10 Seite«