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Dienstag den 5. Mai 1931
Nr. 104
ÄvbettSloKskett und SteUenbeschaffuns Wer darf noch Stellen vermitteln?
Nach den Beschlüssen des Reichstages ist gewerbsmäßige Stellenvermittlung ab 30. Juni 1931 verboten. Von diesem Zeitpunkt an liegt die Arbeitsvermittlung in Deutschland nur noch in den Händen der Arbeitsämter und der nichtgewerbsmäßigen Verbandsnachweije. Die Verbandsnachweise haben ihre überragende Bedeutung auf dem Gebiete des Stellenmarktes der Angestellten. Sie
die
find derartig stark an der Stellenbeschaffung beteiligt, daß sie ein wichtiges Mittel der Arbeitsbeschaffung für stellenlose Angestellte darstellen und auch als solches von dem Gesetzgeber gewertet werden. Im Jahre 1930 entfielen bei den kaufmännischen und technischen Angestellten von den Vermittlungserfolgen der Arbeitsamer in Deutschland 50 Prozent auf die Verbandsnachweise. Auch im Vorjahr betrug der Anteil 50 Prozent, so daß die Stellenbeschaffung durch die Verbandsnachweise im Laufe der Krise nicht gelitten hat. Die Vermittlung der Büro, und Behördenangestellten durch die Arbeitsämter ging um 25 Prozent zurück, was in erster Linie auf die Sparmaßnahmen der öffentlichen Körperschaften zurückzuführen ist. Die Vermittlung der Büroangestellten hat sich dagegen bei den Berbandsnachweisen infolge ihres Anteils an
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mand verpflichtet ist, seine religiöse Ueberzeugung zu offenbaren, hatt« ein Steuerpflichtiger es abge- lchnt, seine Religionszugehörigkeit in der Haushaltungsliste anzugeben. Er ist daraufhin unter Strafandrohung zur Ausfüllung der Spalte aufgefordert worden. Der Reichsfinanzhof hat in feiner Entscheidung ausgeführt, daß nach Art. 136 Abs. 3 Satz 2 der Reichsverfassung Behörden nach Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft soweit fragen dürften, als davon Recht« und Pf ten abhängen oder eine gesetzlich angeordnete statistische Erhebung dies erfordert. Diese Voraussetzungen träfen in diesem Falle zu. In Preußen sei die Verwaltung der Kirchensteuern auf die Finanzämter übertragen worden. Das Fragerecht der Steuerbehörde habe danach im vorliegenden Falle seine gesetzliche Grundlage.
* Deutscher Abend des „Stahlhelm". Auf den morgen in der Stadthalle stattfindenden Deutschen Abend des Stahlhelm sei nochmals hingewiesen. Saalöffnung 7.30 Uhr. Siehe auch Inserat.
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nerinnen der Turngesellschaft Volkstänze und Freiübungen. Mit einer Ansprache des Leiters Steigler- Großauheim, in der er auf die Bedeutung der Mannschaftswettkämpfe hinwies und der Siegerehrung endete die Veranstaltung.
Rüdigheim, 5. Mai. Seinen 85. Geburtstag feiert morgen Mittwoch der Kriegsoeteran von 1870/71 Herr Johannes Muth 4.
rückführt. Mit dieser Linie wird gleichzeitig eine neue Derkehrsverbindung für den Biebergrund und die Kreisstccht geschaffen.
der Stellenbeschaffung fast gehalten. In der Vermittlung der Arbeitsämter wurden besonders die männlichen Angestellten vom Rückgang betroffen und zwar stärker als die weiblichen Angestellten. Der Gesetzgeber hat die Konkurrenz zwischen den Arbeitsämtern und den Verbandsnachweisen als belebendes Mittel des Arbeitsmarktes beibehalten. Die Gegenüberstellung der Zahlen beweist, daß dieser Gedanke durchaus richtig ist und durch die Stellenbeschaffung der Verbandsnachweise zur Milderung der Arbeitslosigkeit der Angestelltenschaft beiträgt.
An der Rückseite einer Tiefdruckstörung, die in der Nacht vom Sonntag zum Montag über uns hinweagmg, ist ziemlich kalte Luft unter kräftig! Regenschauern vorgedrungen. Das Hauptttef liegt noch über Nordengland und es werden deshalb weitere Störungen folgen, so daß das veränderliche Wetter zunächst anhält. — Vorhersage bis Dienstag abend: Wechselnd bewölkt, noch einzelne Schauer, kalt, westliche bis südwestliche Winde. — Witterungsaussichten für Mittwoch: Wärmer, nach Aufheiterung wieder neue Trübung und Regen-
neigung.
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Lmmev «och ausländische Avbettev ohne Genehmigung
Es gibt noch immer Arbeitgeber, die trotz der heutigen katastrophalen Lage des einheimischen Arbeitsmarktes ausländische Arbeiter beschäftigen, ohne im Besitz der hierzu erforderlichen Genehmigung zu sein. Der Präsident des Landesarbeitsamts Hessen macht in einem Rundschreiben an die Landwirtschaftskammern, die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände' der Landwirtschaft im Bezirk darauf aufmerksam, daß solche Arbeitgeber nach einer Verordnung des Präsidenten der Reichsanstalt mit Geldstrafe oder Gefängnis bis zu sechs Monaten bestraft werden. Die Arbeitsämter und Polizeibehörden sind erneut angewiesen, in jedem einzelnen Falle unverzüglich Strafanzeige zu erstatten. Arbeitgeber, die ohne Genehmigung Ausländer beschäftigen oder mehr Ausländer beschäftigen als ihnen für 1931 genehmigt worden sind, werden im nächsten Jahre keine ausländischen Arbeitskräfte mehr erhalten. Außerdem haben diese Arbeitgeber damit zu rechnen, daß ihnen auch die für dieses Jahr genehmigten Ausländer mit solo vollem pflichtige ausländische Landarbeiter über den genehmigten Termin hinaus beschäftigen oder rückkehrpflichtige Ausländer, die ohne Genehmigung noch aus dem Vorjahr im Lande sind, einstellen.
* Religionszugehörigkeit muß in der haushal- lungsliste angegeben werden. Unter Berufung auf den Artikel 136 der Reichsverfassung, wonach nie*
Landkreis Kana«.
1 Großkrotzenburg, 4. Mai. Autounfall mit Todesfolge. Am Sonntag abend gegen 12% Uhr ereignete sich auf der Landstraße nach Kahl ein Unglücksfall. Der hier wohnhafte Karl Trageser wurde von einem von Kahl kommenden Auto angefahren, so unglücklich erfaßt und zu Boden geschleudert, daß er mehrere Schädelbrüche und einen Beinbruch erlitt und in bewußtlosem Zustande nach Hause gebracht wurde, wo er am Morgen verstarb. Der Bedauernswerte stand im 47. Lebensjahre, verheiratet war er nicht. Nach den bis jetzt angestellten Ermittlungen trifft den Kraftwagenführer keine Schuld.
1 Großkrotzenburg, 4. Mai. Das Fest der silbernen Hochzeit feiern morgen die Eheleute Karl simon Klassert und Ottilia Elisabetha geb.
b Bruchköbel, 4. Mai. Wettkampf. Einen spannende» Mannschaftskampf lieferten sich am Samstag abend, 2. Mai, die Turngesellschaft Bruchköbel, Turnverein Niederissigheim und Turnverein Vorwärts Marköbel in der Turnhalle der Turngesellschaft Bruchköbel. Bruchköbel übernahm bereits bei der ersten Uebung am Barren die Führung und konnte auch diese behaupten bis zum Schluß. Ge- edem Kampfrichter bis zu 20 k und die Freiübung in der esamtriege bis zu 60 Punkten. Bruchköbel erreichte am Barren 186 Punkte, Marköbel 173 Punkte und Niederissigheim 165 Punkte; am Pferd Bruchköbel 187, Niederissigheim 184, Marköbel 164 Punkte; am Reck Bruchköbel 191, Niederissigheim 182, Marköbel 176 Punkte; Freiübung Bruchköbel 48, Niederissigheim 45, Marköbel 51 Punkte. Die Siege wurden der Reihe nach Bruchköbel 1., Niederissigheim 2. und Marköbel 3. durch Kränze geehrt. Zwischen den Uebungen zeigten die Tur-
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ai Hainstadt (Kr. Offenbach), 4. Mai. In der letzten Gemeinderatssitzung gab zu Punkt 1 der Vorsitzende bekannt, daß die Ausschreidungsarbei- ten für den zu errichtenden Kanal fertiggestellt sind. Die Bedingungen und Pläne können auf der Bür. germeisterei eingesehen und die übrigen Konzessionen gegen eine Gebühr von 4 RM ausgehändigt werden. Der Pachtvertrag mit dem Hainstädter Sportverein wurde gegen eine jährliche Pachtgebühr von 40 RM genehmigt. Der Vertrag läuft vom 1. Oktober 1933 bis dahin 1942. Der Schuldschein mit dem Darlehnskassenverein Hainstadt für aufgewertete Kriegsanleihen im Betrage von 4873.75 RM wurde genehmigt. Punkt 4 Stellenplan der Gemeinde betreffend wurde nach dem Vorgetragenen des Bürgermeisters angenommen. Der Voranschlag der freiwilligen Feuerwehr für 1931 im Bettage von 183.60 RM wurde genehmigt, ebenso der Voranschlag für die Schule für das Rj. 1931 im Bettage von 700 RM. Dem Gesuch des Schulvorstandes für Reparaturen und Neuanschaffungen, sowie 4 Podiums wurde zugestimmt. Betreffs Koksverwendung im Schulhaus soll im kommenden Jahr ein Versuch mit Zechenkoks gemacht werden. Sollten hierbei bessere Erfahrungen getroffen werden, so soll demnächst Zechenkoks verwendet werden. Der Faselsteuerniederschlag von 75 Rpf. wurde genehmigt. Die Haftpflichtversicherung der Gemeinde fand Zustimmung. Die Preisfestsetzung für die Tonabgabe 1930/31 wurde zurückgestellt. Es soll erst eine Besichtigung an Ort und Stelle stattfinden. Bei Punkt Verschiedenes gab der Vorsitzende einen kurzen Bericht über den wirtschaftlichen Stand der Gemeinde und brachte ein an das Kreisamt Offenbach gerichtetes Gesuch zwecks Staatsbeihilfe zur Auszahlung der Wohlfahrtsunterstützungsempfänger zur Verlesung, wovon der Gemeinderat Kenntnis nahm. In nichtöffentlicher Sitzung wurde über Steuer, und Fürsorgesachen beraten.
Seligenstadt, 4. Mai. Maimarkt. Der in letzter Zeit gegründete Verkehrsverein benutzt die 675= jährige Wiederkehr der Verleihung des Marktrechtes an die Stadt Seligenstadt, um den früher so belieb* ten Seligenstädter Maimarkt zu seinem alten Ansehen zu verhelfen. In einem Aufruf an die Geschäftswelt fordert der Verkehrsverein zur Vorbereitung auf. Es dürfte sich daher der Besuch des Hfftorifchen Seligenstadt an den Tagen des Mai- marktes, am 10. und 11. Mai, besonders empfehlen.
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Kreis Nüdinae«.
Bekanntmachung
Am Mittwoch, den 6. Mai 1931, vormittags Uhr werden in Büdingen
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:..t Wege der Zwangsvollstreckung öffentlich meist, bietend gegen Barzahlung versteigert. Zusammenkunft der Steigerer bei der Allgem. Ortskranken-
im
kaste Büdingen.
Büdingen, den 2. Mai 1931.
Allgem. Ortskrankenkasse für den Kreis Büdingenr Vollstreckungsstelle.
Bett. Tauzbelustiigungen und öffentl. Lustbarkesten. Bekanntmachung
Wir machen darauf aufmerksam, daß für Pfingst« somstag und Pfingstsonntag Tanzbelvstigungen nicht gesittet werden können, ebensowenig für Pfingstmontag, sofern an diesem Dga die Feier des heiligen Abendmahls stattfindet.
Büdingen, den 1. Mai 1931.
Kreisamt Büdingen: Dr. Gaßner
s. Büdingen, 5. Mai. Als der hiesige Metzger- meister und Gastwirt K. sich am Sonntag morgen nach Alsfeld zum Fleischertag beider Hessen und Nassau begeben, und zu diesem Zwecke seiner im Schlafzimmer der Familie untergebrachten Kassette Geld entnehmen wollte, mußte er die Entdeckung machen, daß die Kassette samt Inhalt — etwa 900 Mark — gestohlen war.
Aus Seankkuvt a. M
Drei Selbstmorde und ein tödlicher Anglücksfall.
: Ar^ Nidda wurde ein 21 Jahre alter Gärtnergehilfe geländet. Er war seit längerer Zeit arbeitslos und hatte wiederholt Slebstmordabsichten geäußert. — Aus dem Main gelandet wurde ein 55 Jahre alter pensionierter Arbeiter aus Fechenheim. Er zeigte in letzter Zeit ein überaus nervöses Benehmen und hat freiwillig den Tod gesucht. — In der Waldschmidtstraße wurde ein Maschinenmeister in seiner Wohnung tot aufgefunden. Er hatte sich die Pulsader verletzt und öffnete dann die Gashähne. Familienstreitigkeiten sind das Motiv des Selbstmordes. — Ein 76 Jahre alter Mann süß am Main beim Angeln. Dabei verlor er das Gleichgewicht, fiel in das Wasser und ertrank.
3m Schnellverfahren abgeurteilt.
* Gelnhausen, 5. Mai. Um der besonders am Nachmittag fehlenden direkten Verkehrsoerbindung zw schon der Kreisstadt und dem südlich vom ihr gelegenen Freigericht abzuhelfen, hat sich die Kreisbahnverwaltung entschlossen, neue Kraftwagenlinie einzu .. _____ urn 18.15 Uhr verläßt und über Meerholz, Niedermittlau, Bernbach—Altenmittlau — Horbach—Neuses nach Somborn und von dort nach Gelnhausen zu-
: In einem Demonstrationszug, den die KPD. \ am 1. Mai veranstaltete, wurden Transparente \ mitgeführt, die entgegen den Bestimmungen der ' Notverordnung des Reichspräsidenten der Polizei- ’ behörde nicht vorgelegen hatten. Die Träger dieser Transvarente wurden festgenommen und »nm
wegen Vergehen-! ~
ordNUNg zu 30 bzw 40 RM, hilfsweise zu ieâ " bzw. acht Tagen Gefängnis .perurteilt. h 7b
Der Zusammenbruch der Spar- und Kreditbank
- Mider Erwarten stellten sich bei Beginn der
lösten, vom 15. Mai ab eine Verhandlung des Großen Schöffengerichts gege einzurichten, die Gelnhausen den Bcrnkdirsktor Valentin Schöneberger von bi
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Allgemeinen Spar- und Kreditbank Schwierigkeiten heraus. Es wurde zunächst festgestellt, daß der als Zeuge geladene Kaufmann Rieger, der nach dein
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was kostet ein Tausend- mavkfcheln?
Die Herstellung des Papiergeldes ist billiger geworden. — Was die Reichsbank erzählt. — Die Fünfzigmarknote der beliebteste Geldschein. — Was f mit beschädigten Banknoten geschieht.
Was kostet ein Tausendmarkschein? Diese kuriose Frage ist leicht zu beantworten, denn jeder weiß, daß er für einen Tausendmarkschein 10 Hundertmarkscheine oder eine andere entsprechende Summe zahlen muß, die zusammen tausend Mark ergibt. Erfreulicherweise ist ja der Wert unseres Geldes außerordentlich beständig, so daß man heute Tausendmarkscheine nicht mehr für wenige Dollar kaufen kann, wie in den ersten Zeiten der Inflation. Es handelt sich aber in unserem Aufsatz nicht um die Frage nach dem Wert eines Tausendmarkscheins, sondern vielmehr darum, was die Herstellung unseres Papiergeldes kostet. Da ist es, wie die Reichsbank erzählt, höchst seltsam, zu hören, daß diese allmächtigen Papiersetzen, die ungeheure Werte darstellen, tatsächlich für wenige Pfennige angefertigt werden. Die neuesten Maschinen und Herstellungsmethoden ermöglichen nicht nur die Anfertigung von Papiergeld, das sehr schwer tzachzu- ahmen ist, sondern auch eine billige Massenfabrikation, die den Betrieb recht lohnend gestaltet. Wir erfahren nämlich, daß die Kosten einer Banknote sich im Durchschnitt vom Tausendmarkschein bis zum Zehnmarkschein nur auf 3,4 Pfennige stellen. , Dabei sind bei der Anfertigung vom Papier für diese Noten und bei dem Druck sowie bei der Färbung die kompliziertesten Maßnahmen getroffen, um eine Nachahmung durch Falschgeldhersteller zu erschweren oder gar unmöglich zu machen. Man braucht nun nicht zu befürchten, daß bei diesen geringen Herstellungskosten die Falschgeldsabrikation blühe» wird, da es zwar verbrecherisches aber lohnendes Geschäft sein würde, Tausendmarkscheine, Hundermarkscheine und andere Banknoten zu durchschnittlich 3% Pfennig herzustellen. Die Falsch- münzer würden ganz andere Unkosten haben, wenn sie Wert darauf legen, daß ihre falschen Scheine nicht sofort als unecht erkannt werden sollen. In diesem Falle müßten sie viele Willtoney anlegen, um die Maschinen anfer-
tigen zu lassen, mit deren Hilfe sie erst daran denken könnten, das Falschgeld zu fabrizieren. Andere sehr teure Maschinen wären für den Druck nötig. Aber auch dann würden sie noch nicht einmal das Geheimnis der Papierherstellung kennen. Wenn man dies alles berücksichtigt, dann würde ein Hundertmarkschein, der einem echten ziemlich gleichkommt, den mehrfachen Bettag seines Wertes an Herstellungskosten verschlingen, da Falschmünzer nicht an die Massenfabrikation denken können, wie sie die Reichsbank durchführt. Da außerdem diese falschen Noten doch niemals den echten völlig gleich wären, also über kurz oder lang erkannt werden müßten, so wäre das ganze Anlagekapital verloren, wenn überhaupt die Verbrecher über so viel Geld verfügen würden. Er- reulich ist die Tatsache, daß gegenüber früheren Jahren die Herstellung des Papiergeldes billiger zeworden ist. Der berühmte „rote Tausender" 'oftete 26 Pfennig in der Herstellung. Das kost- bare Papier und der Kupferdruck erforderten große Ausgaben. Ein Hundertmarkschein der Vorkriegszeit wurde schon für 11% Pfennig angefertigt, und der graue lappige Zehnmarkschein kostete gar nur 8 Pfennige. Selbst wenn man für alle diese Banknoten einen Durchschnittspreis annimmt, ist er beträchtlich höher, als der heutige Herstellungspreis. Trotz des billigen Preises müssen aber bei der Masse von Banknoten, die alljährlich neu hergestellt werden, Millionen aufgemenbet werden. Zwar wird bei uns nicht neues Geld gedruckt, wenn nicht altes aus dem Verkehr gezogen wird. Aber das Papiergeld hat die unangenehme Eigenschaft, bei der ständigen Wanderung von Hand zu Hand schnell so verbraucht zu werden, daß es für den Verkehr nicht mehr geeignet ist. Es wird also eingezogen und vernichtet. Insgesamt wurden im letzten Jahre fast 64 Millionen ein» zelne Banknoten, die stark beschädigt waren, durch neue ersetzt Sie hatten einen Gesamtwert von rund 1290 Millionen Mark. Die Kosten für die neuen Banknoten beliefen sich auf 2100 000 Mark für Drucksachen éin ganz schöner Betrag! Die gute Ausführung der Banknoten hat übrigens dazu geführt, daß die Summe der beschädigten Noten in einem Jahre um ein Drittel gesunken ist. Im Jahre 1929 mußten noch mehr als 93 Millionen Stück Banknoten vernichtet werden. Die bessere Ausführung ist also nicht nur in ästhetischer Beziehung erfreulich, sondern auch in praktischer. Der Privatmann hat
'burd) die beschädigten Banknoten keinen Schaden, denn er bekommt die ersetzt, auch wenn sie zerrissen sind. Es muß nur sich einwandfrei ergeben, daß es sich tatsächlich um eine vollständige Banknote handelt. Hat doch sogar einmal ein Mann mehrere Tausendmarkscheine ersetzt erhalten, die eine Ziege aufgefressen hatt«. Er schlachtete das iter und brachte es zur Reichsbank, wo durch sehr feine Methoden der Tatbestand festgestellt wurde. Die beliebtest« Banknote scheint nach den Feststellungen der Reichsbank der Fünfzigmarkschein zu sein. Er wird jedenfalls am meisten verlangt. In den heutigen schweren Zeiten heißt er auch der „Tausender des kleinen Mannes". Wenn es nach dem Wunsch der Menschen ginge, dann wäre sicherlich der Tauiend- markschein am beliebtesten. Aber es soll zahlreiche Personen geben, die einen derartig hohen Geldschein überhaupt noch «richt gesehen haben.
Avheovismen
Don P. Hegemann
Abwege ziehen sich stets weiter hinaus, als man anfänglich annimmt.
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Fröhliche und heitere Augen finden oft mehr als suchende.
Bei Gelegenheit Güte zeigen, kann manch einer. Wer aber wäre niemals ungütig?
Man lasse sich vom Leben nicht täuschen: Ge- legenheiten, die sich günstig anbieten, brauchen des- halb nicht zu einem günstigen Ende zu führen.
,,Alles, worüber ich Freude empfinden kann, gehört mir“, sagte ein Armer. — Wie reich er oft ist! —
o Uraufführung Im Hessischen Landeslheaker. Eine neue Büchner-Oper. Das Hessische Landes- theater Darmstadt brachte am Samstag di« erste Oper des 34jährigen Darmstädter Komponisten Hans Simon zur erfolgreichen Uraufführung. Das Libretto der „Valerio" betitelten Oper ist von
Theodor Ginster nach Motiven von Büchners Lust- | spiel „Leonce und Lena" geschrieben. Simon, der gelegentlich des Tonkünstlerfestes des Reichsoerbandes deutscher Tonkünstlsr vor etwa zwei Jahren mit seiner „Ersten Symphonie" großes Aufsehen | erregt hatte, erwies sich auch hier wieder als großer Könner. Er hat vor allem den Mut, endlich k wieder einmal eine Melodie zu schreiben, endlich - wieder tonal zu sein. Die Musik Simons bewegt j sich trotz aller Zeitgemäßheit nicht in ultramodernen Bahnen Sie ist liebenswürdig erfunden, spinnt 6 den Hörer in den Klang eines raffiniert instrumentierten Orchesters, das allerdings hin und wieder | ein bischen zu dick aufträgt. Der Höhepunkt der Partitur ist der wundervolle dritte Akt, der u. a. ein ganz groß angelegtes Ensemble enthält. Eine | von Dr. Böhm und Renato Mordo sorgsam vorbe- ! reitete Aufführung in entzückenden Bühnenbildern I Lothar Schenk von Trapps sicherte dem neuen I âerk stärksten' Beifall, den der anwesende Autor | entgegennehmen konnte. ■
Bücherlisch.
Der neue Führer durch die deutschen Ostseebäder für 1931, herausgegeben vom Verband Deutscher r Ostfeebäder (E. V.), mit Karte der Küste ist er- i schienen. Der Führer enthält wie alljährlich die neuesten Nachrichten über die Bäder und Städte von Schleswig-Holstein bis zum Memelland, ihre ' Beschreibung, ihre Unterkunftsmöglichkeiten und i ihren Reiseweg. Nach dem das Bad beschreibenden Text befinden sich die Anzeigen der Hotels und ' Pensionen, die Fahrpläne der einzelnen Reedereien - befinden sich im Anhang. Schriftliche Bestellungen nur nach Berlin W 35, Genthiner Straße 27. '
AUevlei MissenSwevteS
Frauen ertragen große Blutverluste bei Ver- letzungen und Operationen stets viel besser als ' Männer.
Sie deutsche Landwirtschaft verbraucht alljähr- i lich für etwa 400 Millionen RM künstliche Dunge- i mittel,