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Seife 4

Montag den 4. Mal 1931

)tt. 103

Soe der Schule

Ein Wink an die Eltern

oft hinuntergestürzt wurde; Brötchen in der Faust, den

Fritz war ein Langschläfer und konnte sich nicht rechtzeitig aus dem Bett finden. Das kam daher, well er schwer einschlief und viel wirres Zeug träumte. Den Grund hierzu fand ein Onkel, der gerade zu Besuch war. Fritz ging nämlich gleich nach dem Abendbrot schlafen, oft kaute er sogar noch während des Ausziehens. Es hatte niemand daran gedacht, daß die erste Verdauung des Abendbrotes eine gewisse Unruhe in Fritzchens Magen und Kör­per hervorrief. Von dieser Zeit an bekam Fritz sein Abendbrot mindestens eine Stunde vor dem Schla­fengehen. Er hatte sich aber das lange Schlafen schon zu sehr angewöhnt, um es besser machen zu können. Oft mußte ihn die ältere Schwester mit dem nassen Schwamm aus dem Bett treiben. Zum Waschen war nicht viel Zeit, noch weniger zum Kaffeetrinken, der oft hinuntergestürzt wurde; mit dem Brot oder Brötchen in der Faust, den Schulranzen auf dem Rücken, rannte er in die Schule. Ueberhaupt keine Zeit blieb übrig für das beinah Wichtigste, was je­der gesundbleibende Mensch morgens vor dem Tagewerk verrichten soll. Es war kein Wunder, daß FrH verstopft und in unbehaglichem Empfinden auf seiner Bank saß. Dick war er so wie so nicht, die Muskeln sollten erst stärker werden. Das Rennen & Schule mit dem schlechtgekauten „Unterwegs» tück" und der morgens ständig nicht entleerte Darm war seinem wachsenden Körper auch nicht dienlich. Es war kein Wunder, daß er oft müde und schlaff auf seiner Bank saß und nicht so gut auf­passen konnte, wie die andern. Die Eltern konnten sich das nicht erklären; er war doch zu Hause ein lebhaftes Kerlchen, der nicht dumm oder schüchtern war. Wie Schuppen fiel es ihnen von den Augen, als sie in einem Vortrag eines Elternabends fol­gende Schulkinderregeln hörten:

Gib deinem Kinde 1—2 Stunden vor dem

Schlafengehen das Abendbrot.

Laß es dabei sitzen, nicht umhergehen.

Wecke es rechtzeitig vor dem Schulbeginn .

Am Kaffeetisch muß es in Gemütsruhe trinken und kauen.

Zeit für das Wichtigste (Stuhlgang) am Morgn muß da sein, ehe es in die Schule geht.

Keinen Wettlauf zur Schule.

So kommt Fritz gut vorbereitet auf die Schul­bank und kann gut aufpassen und lernen.

SevteNuns der ^vaMahvzeusfteuev

in

Die Landesverwaltung (Landeshauptmann Hessen) teilt uns mit: Ein Gegenstand ernstester Sorge des ganzen Landes ist der bedrohliche Zu­stand des ausgedehnten, verkehrsreichen Straßen­netzes des Bezirks. Der Landtag hat jährlich ganz erhebliche ordentliche und außerordentliche Mittel zur Verbesserung des Straßenzustandes bereit ge­stellt, welche bisher den Ausbau von 45 Prozent

der Straßenstrecken ermöglichte.

Für die Zukunft sind die für den Straßenbau zur Verfügung stehenden Mittel durch den bekann­ten gesetzlichen Zwang so gering, daß kaum die notdürftige Instandhaltung der Straßen gewährlei­stet ist, viel weniger noch die so unbedingt notwen-

dadurch bereit gestellt werden, daß die Kraftfahr­zeugsteuer einschließlich der Betriebsstoffabgaben als "reine Zwecksteuer mit dem vollen Aufkommen auf die straßenbaupflichtigen Stellen zur Ausschüt­tung kommen. Der Kommunallandtag verlangt dies dringend im Interesse des Verkehrs und der Wirtschaft.

Ferner erwartet der Kommunallandtag drin­gend von der Preußischen Staatsregierung eine größere Berücksichtigung des Bezirks Hessen-Kassel bei der Unterverteilung des preußischen Anteils an der Kraftfahrzeugsteuer, damit er endlich in die Lage versetzt wird, sein Straßennetz dem modernen Verkehr so anzupassen, wie es in anderen Provin­zen schon der Fall ist.

Der Kommunallandtag beauftragt die Landes-

Verwaltung, bei den zuständigen Reichs- und Bootshause des Hanauer Ruder-Clubs Hassia e. V.

Sherman Movsettftevtt

r (Zum 60. Geburtstag des Dichters am 6. Mai.)

Von Kurt Kampf.

^ch wurde am 6. Mai 1871 als einziges Kind des Landschaftsmalers Karl Ernst Morgenstern (Sohn des Landschaftsmalers Christian Morgen­stern) und feiner Ehefrau Charlotte Schertel (Tochter be» Landschaftsmalers Josef Scherte!) in München

Christian Morgenstern

geboren und erlebte in unserem gegen Nymphenburg gelegenen — aller Kunst und heiteren Gesellschaft geöffneten — Hause mit partartigem Garten glück­liche, eindrucksreiche Kinderjahr«." Als Morgen­stern im Jahre 1913 diesen Satz an die Spitze jener autobiographischen Notiz stellte, die das Buch seiner Entwicklung eröffnet, trug er schon längst den Krank- Heitskettn in sich, der ihn schon nach einem Jahre nicht mehr unter den Lebenden sein ließ. Tirol, die Schweiz, das Elsaß, die bayrischen Seedörfer und das Vorland bes Riesengebirges hatten dem Knaben dig Natur geöffnet. Friedrich Kayßler wurde sein

Ltebeeeilie Bestellungen âeln Stecht, innerhalb 24 Stunden rueüBrutvete«

treten. Rechtsgeschäfte, die sie innerhalb dieses Wir­kungskreises vornimmt, gelten als im Namen des Mannes oorgenommen, wenn sich aus den Um« ständen nichts anderes ergibt. Hiernach ist z. B. die Frau berechtigt, die zum Haushalt erforderlichen Lebensmittel einzukaufen. Bestellt sie etwa fünf Pfund Mehl, so ist der Mann zahlungspslichtig.

Was nun in den Bereich der Schlüsselgewalt der Frau fällt, richtet sich nach der Lebenshaltung, welche die Eheleute führen. Die Schlüsselgewalt einer Arbeiterfrau wird naturgemäß einen be­schränkteren Umfang haben als diejenige einer Mil- lionärsfrau. Um die Entscheidung für den einzelnen Fall zu treffen, könnte man fragen: Ist anzuneh­men, daß der Mann nach seinen Vermögens- und Einkommensverhältnissen und nach dem äußeren Anstrich, den er seiner Lebenshaltung gibt, selbst bestellt haben würde, was seine Frau bestellt hat. Bestellt werden ja von Ehefrauen alle möglichen Sachen: Leibwäsche, medizinische Bücher, Staub­sauger, Waschmaschinsn, elektrische Heilapparate. Und ein besonderer Anreiz wird' dadurch geboten, daß nicht sofortige vollständige Zahlung, sondern nur Abschlagszahlungen verlangt werden. Bestellt die Frau etwa für sich Leibwäsche in einer Menge, wie sie auch sonst im Laden gekauft zu werden pflegt, so handelt sie im Rahmen der Schlüssel­gewalt, und für die Zahlung ist der Mann, nicht die Frau verpflichtet. Bei Gegenständen höheren Prei­ses ist die Lebenshaltung der Eheleute maßgebend. Ein Arbeiter, der vielleicht nur ein Einkommen von etwa 200 RM monatlich hat, wird vernünftigerweise nicht eine elektrische Waschmaschine für 350 RM kaufen, und wenn seine Frau ohne seine Zustim­mung eine so große Bestellung macht, so über­schreitet sie ihre Schlüsselgewalt. Anders fretltd), wenn die Frau eines reichen Bankiers dergleichen bestellt.

Die Ehefrau läßt sich non einem zungengewand­ten Reifenden zu einer Bestellung auf Wäsche, Kleiderstoff, Bücher usw. beschwatzen und unter- schreibt den ihr vorgelegten Bestellschein. Am Abend oder, wenn der Ehemann schlecht gelaunt nach Hause kommt, am nächstfolgenden Tage, bringt sie ihm schonend die Sache bei. Er denkt natürlich nicht daran, die Bestellung anzuerkennen, holt Tinte und Feder Herder und teilt der Firma mit, daß er die bestellten Gegenstände nicht annehmen werde und den Kauf rückgängig mache. Der ManU ist der Ansicht, daß die Angelegenheit erlägt sei,, wenn er innerhalb 24 Stunden den Vertrag widerrufe.

Hier muß einem Irrtum entgegengetreten wer­den, der unausrottbar ist. So viele Leute glauben, man habe das Recht, jeden Vertrag binnen 24 Stunden zu widerrufen, ohne daß man hierfür einen besonderen Grund geltend machen müßte; man könne zurücktreten, wenn man sich die Sache hinterher anders überlege. Diese Ansicht ist falsch. Wie sie aufgekommen ist, weiß niemand. Es gibt eine solche gesetzliche Vorschrift nicht und hat sie auch niemals gegeben. Man merke sich also als Regel: Man ist an einen einmal abgeschlossenen Vertrag und also auch an eine Bestellung gebunden, gleichviel, ob sie gleich von dem Reisenden angenom­men wird, so daß hierdurch der Vertrag zustande kommt, oder ob erst die Annahme der Bestellung, die ein Vertragsangebot darstellt, durch die Firma ausgesprochen werden muß. Jedenfalls: die Bestel­lung ist verbindlich.

Eine sehr wichtige Frage ist freilich, wer ge­bunden ist, die Ehefrau oder der Ehemann?

Im allgemeinen, verpflichtet sich derjenige, der die Erklärung ab gibt, also in dem geschilderten Falle die Frau. Nun hat aber diese die sogenannte Schlüsselgewalt, d. h., die Befugnis, den Mann innerhalb ihres häuslichen Wirkungskreises zu ver­

Staatsbehörden die erforderlichen Schritte zur Er­reichung dieser Forderungen zu unternehmen.

In dem Bericht, mit dem diese Entschließung des Kommunallandtages an die Preußische Staats­behörde weitergegeben wurde, ist zum Ausdruck ge­bracht worden, daß der Regierungsbezirk Kassel von 1925 bis 1930 17,7 Millionen Reichsmark aus Anleihe für die Um­wandlung der Landstraßen zwecks Anpassung an den Kraftwagenver- verkehr aufgewandt hat und daß einschl. der für 1931 bewilligten Beträge im ganzen für den genannten Zweck aus Anleihe 20 333 500 RM aufgewendet worden sind. Für den Zinsen­dienst dieser Anleihen wurden in 1930 rd. 2,5 Mil­lionen RM aufgewendet. Weiterhin wurden in den letzen Jahren aus ordenlichen Mitteln ganz erheb­liche Beträge für den Landstraßenbau zur Verfü­gung gestellt, so betrug der Zuschuß des Bezirks­verbandes im Jahre 1930 über 2,7 Millionen RM. In dem Bericht wurde weiter darauf Hingewie- fen, daß bei den geringen Steuereingängen in Zu-

zur Verfügung gestellt werden können. Aus dem Aufkommen an Kraftfahrzeug st euer wurden dem Bezirksoerband 2 963 521.60 Reichsmark überwiesen.

Um den weiteren Ausbau der Landstraßen zu fördern, ist es daher dringend erforderlich, dem Bezirksverband in Anbetracht feines weit ausge­dehnten durchgehenden Landstrahennetzes größere Mittel aus dem Krastfahrzeugsteueraufkommen zur Verfügung zupellen.

* 8. Hanauer Verbands-Ruder-RegaUa. Der Regatta-Ausschuß der beiden Hanauer Ruder­

Vereine trat am vergangenen Montag erstmalig im

zu einer Sitzung zusammsn. Bevor in die eigent­liche Tagesordnung eingetreten wurde, galt es dem aus dem Regattaausschuß scheidenden 1. Vorsitzen­den des Hanauer Ruder-Club Hassia e. V., Herrn Otto Lorge Worte des Abschiedes und des Dan­kes für seine -ersprießliche und unermüdliche Tätig­keit im Ausschuß zu widmen. Herrn K. Göbel, dem diesjährigen Leiter der 8. Hanauer Verbands-Ruder- Regatta und derzeitigen 1. Vorsitzenden der Hanauer Ruder-Gesellschaft 1879 e. V. war diese ehrenvolle Aufgabe vorbehalten. Die anschließenden Abschiedsworte Herrn Lorges, der vor Jahren die gemeinsame Regatta ins Leben gerufen hat, klan­gen in einer Mahnung zum steten Zusammenhalt der beiden Hanauer Vereine im Interesse des bis­herigen schönen Verhältnisses und des geliebten Rudersportes aus. — Nach diesem kleinen Festakt wurde in die offiziellen Beratungen eingetreten und beschlossen, die 8. Hanauer Verbands- Rude r-Regatta am 13. und 14. Juni wie alljährlich zwischen den beiden Bootshäusern der

~ ‘......-zutragen. Die

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berden Hanauer R eiMmen Rennèn ,...» ^..— — ...

Jahre gelassen worden und ist im Hinblick auf den frühen Termin mit einer starken Beschickung der ein­zelnen Rennen zu rechnen. Weitere Mitteilungen er­folgen laufend an diejer Stelle.

* Der Hanauer Flugsporlverein startete gestern nachmittag, auf dem Gelände des Kessslstädter Wasserwerkes, mit feinen Segelflugmodellen, die bei dem Rhönfliegen um den Hindenburgpreis vorgeführt werden sollen. Mit diesen Segelslugmo­dellen (Enten) wurden ganz beachtliche Leistungen erzielt; ebenso bewiesen die Kernen Miniatuomotor- flügmodelle, daß sich die Mitglieder des Flugversins sehr befleißigen, Erfolge zu erzilen.

* Schnellverkehr mit Mannheim und Heidelberg. Nachdem die erforderliche Kabelverbindung zwi­schen Mannheim und Heidelberg hergestellt ist, werden in den nächsten Tagen Probeverbindungen von Frankfurt, Offenbach, Hanau, Bergen (Kreis

Jugend- und Lebensfreund; Schopenhauers Lehre ährte den Sechzehnjährigen in das philüsophische Denken ein. Nietzsche war im dritten Jahrzehnt eines Lebens für länger« Zeit sein Führer.

Während diese Gewitter nach eigenem Zeugnis auf den ewig Reifenden emwirtten, waren schon ruh sein Fühlen und Wollen in Verse geflossen, die in Zartheit ihresgleichen suchen und deren Bilder immer von neuem verblüffen. Seltsamer Weise kamen erst später jene Sammlungen heraus, die Morgenstern als Suchenden in seiner ganzen Um» assendheit offenbaren: eigenartig überspitzte und zugespitzte Gebilde sind die Gedichte seiner Galgen- ieder und die des Palmströmzyklus, heiter, fast amüsant muten sie an, die tollsten Vergleiche lösen einander ab und führen zu grotesken Schlüssen; der Rhythmus und die Melodie der Worte vermögen den nüchternsten Leser zu bestticken. Die mitgegebe­nen und erworbenen wellanschaulichen Grundlagen scheinen den Dichter schon damals nicht vollends be­friedigt zu haben. Spuren van ihnen sind kaum in diesen Gedichten zu finden: Die Hilflosigkeit und Hilfebedürstigkett suchte er wohl deshalb durch die kosmische Form abzutöten und zu überwinden. Sind die obengenannten Sammlungen auch erst in den Jahren 1906 und 1910 erschienen, ihre Entstehungs­zeit liegt wesentlich früher. Andere Scherz- und phantastische Gedichte waren ihnen schon voraus­gegangen, ernstere Dichtungen hatten sich mit ihnen gekreuzt, diese aber geben die Vollendung seiner humorvoll-phantastischen Richtung in ihrer unan» tastbaren lleberlegenheit. Sie stellen die eine Seite des seltsamen Menschen dar, die sich auch in den Zeiten der Entstehung seiner geläutertsten Dich­tungen nie ganz unterdrücken ließ, den Resignier­ten, der vor sich selbst in dieses Bereich des Ufer­losen floh.

Auf seine ersten Dichtungen haben Nietzsche — ihm hatte Morgenstern sein erstes Buch gewid­met — und Ibsen, dessen Peer Gynt und Brand er u. a. ins Deutsche übertragen hatte, einen maß­gebenden Einfluß. Dann kam der Odem Goethes über ihn, an dessen Rhythmen die Verse Morgen­sterns von nun cm oft erinnern, ohne daß man ihnen eigene Schönheit und selbständiges Empfinden absprechen will. Stimmungsstarke Gedichte ent» halte« die Sammlungen „Ein Sommer", „Uns aber rundet sich ein Kranz" und „Melancholie" (1899 bis 1906). Im ersten Jahrzehnt unseres Jahr­hunderts. dem vierten Morgensterns, vollzogen sich

Hanau), Bad Homburg, Oberursel, Cronberg,. Königstein, Bad Soden, Kelkheim und Langen. Sprendlingen nach Heidelberg über das Schnell-i Verkehrsamt Frankfurt hergestellt werden. ■ Der Zeitpunkt der enbgültigen Inbetriebnahme wird später veröffentlicht werden.

* An übertragbaren Krankheiten wurden in der Woche vom 26. April bis 2. Mai amtlich gemeldet: Scharlach je 1 Fall aus Hanau und Enkheim; Diph. f therie 1 Fall aus Mittelbuchen; Abortus Bang 1 Fall aus Hanau und Tuberkulose 1 Fall aus Großauheim und 3 Todesfälle aus Hanau und 1 Todesfall aus Dörnigheim.

tVettevbevicht

In ganz Mittel- und Westeuropa wird im Be­reich eines ausgedehnten Tiefdruckgebiets ziemlich warmes, aber im ganzen noch trockenes Wetter be- f obachtet. Stärker« Niederschlagsgebiete finden sich erst über Westfrankreich und Italien. Die Druck­änderungen gingen bisher zwar stetig fallend, aber nur langsam vor. Mjt der starken Erwärmung, die heute in Westeuropa eingetreten ist, wird aber die Wetterlage voraussichtlich wieder rascher in Be-^ wegung geraten. Die kühleren ozeanischen Lust- ,massen werden von Westen her gegen das Festland vordringen, wobei vielfach gewittrige Niederschläge eintretn dürften: Nach einem solchen Umschwung ist dann zunächst wieder trübes und zettweise reg- , nerisches Wetter bei erheblich niedrigeren Tempe­raturen zu erwarten. — Vorhersage bis Montag: abend: Nach Niderschlägsn, die vietfach mit Gewit­tern einsetzen, kühleres, meist stark bewölktes Wetter | mit weiteren einzelnen Regenfällen, nach West und Nord drehende Winde. — Witterungsaussichten für Dienstag: Vorerst kälteres und unbeständiges Wet­ter wahrscheinlich.

La«drvers Stanau

x Ostheim, 2. Mai. Der hiesige Obstbau­verein hielt gestern abend im Gasthaus Harten- feller eine Generalversammlung ab, in der nach Begrüßungsworten des Vorsitzenden, Herrn Haupt­lehrer i. R. Hofacker, der Kassierer, Herr Lehrer Creutzberg, den einen günstigen Stand aufweisen­den Kassenbericht erstattete. An der Jubiläums- tagung des Kreisobstbauvereins in Enkheim wird sich der Verein beteiligen; die Fahrttosten (Auto) sollen aus der Vereinskasse bezahlt werden. Ferner wurde die Anschaffung von Nisthöhlen auf Vereins­kosten beschlossen. Die allgemeine Aussprache über den Stand des Obstbaues in der Gemeinde und des­sen Zukunftsaussichten, ferner über zweckmäßige und für die Züchter vorteilhafte Verwertung der diesjährigen Ernte, förderte eine lebhafte Aus­sprache zu Tag«, die deshalb für die leider nur wenigen Anwesenden von besonderer Bedeu^mr | ige

cer

die größten Wandlungen in ihm. Es waren jene für die moderne deutsche Literatur großen Jahre, während denen ein Stefan George mit Maximin, Rainer M. Rilke mit Rodin zusammenlebte. Es war zuerst Paul de Lagarde — er erschien Morgen­stern „als der zweite maßgebende Deutsche der letz­ten Jahrzchnte —, der ihn zum Mystiker werden ließ, daß er das Evangelium nach Johannis zum ersten Mal zu verstehen glaubte. Und dann Rudolf Steiner.

„Da traf ich dich, in ärgster Not: den anderen

Mit dir vereint gewann ich frischen Mut.

Von neuem hob ich an zu wandern, Und siehe da: das Schicksal war uns gut. Wir fanden einen Pfad, der klar und einsam Empor sich zog, bis, wo ein Tempel stand.

Der Steig war steil, doch wagten wirs gemeinsam Und heut noch helfen wir uns Hand in Hand." Scit dem Jahre 1808 datiert Morgensterns Zu­sammengehen mit R. Steiner auf dem Pfade theo- sophisch-antroposophifcher Erkenntnisse. Diesen Weg hat der Dichter bis zu seinem frühen Tode im März 1914 nicht mehr verlassen. Die schönsten und hei­ligsten Klänge entströmen den Gedichten aus „Wir fanden einen Pfad" oder den letzten Epigrammen und Aphorismen, wie sie in den „Stufen" veröffent­licht sind. Man hör« dieses Gedicht aus dem letzt­genannten Bande:

„Ich bin aus Gott wie alles Sein geboren. Ich geh im Gott mit allem Mein zu sterben. Ich kehre heim, o Gott, als Dein zu leben.

Erst wurde ich aus Deinem Ich gegeben, Dann galt es dies Gegebene zu erwerben Dir als ein Du es Brust an Brust zu heben. Da wollte Stolz es mitten drin verderben, Und es ward Dir, und Du warst ihm verloren ,. . Bis daß Du übermächtig mich beschworen.

Da ward ich Dir zum andern Mal geboren: Denn ich verstand zum ersten Mal zu sterben, Denn ich empfand zum ersten Mal zu leben." Um Gott und den Menschen kreisen seine letzten Gedanken. Man muß das „Tagebuch eines Mysti- fers* in den „Stufen" lesen, die ganze Reichheit und Erfüllthett Morgensterns wird erst in ihm offenbar. Als Symbol feines Lebens ließ er einmal den „Gral" darstellen; ihm bedeutet der Stil: Welttiche Peeriode beendet durch innere Krankheit (Nietzsche), die Schale: Oesfnung durch Johanneisches, das Blut- Erfüllung.

Slufreinigung im Frühjas

Ein wichtiges Erfordernis der

Erhaltung von GesundiWMW^WWW^â ■ 'den'Jetzt gute Verdauung,' reiste Säfte und «ine? k Blut voraus. Es ist daher in weitesten Kreisen ü*>‘ f lich, im Frühjahr längere Zeit hindurch ein mildes M Abführmittel zu gebrauchen, um durch Beförderung M des Stuhlganges die schädlichen Ablagerungen und M Säuren, die sich während des Winters gebildet W haben, aus dem Körper auszuscheiden und eine E gute Dlutzusammensetzung zu erzielen. Hierdurch I wird der gesamte Organismus wohltuend erfrischt p und der Entstehung von Krankheiten und Be- D schwerden, wie Unbehagen, Beklemmungen, Mat- Ä tigkeit und Kopfschmerzen oorgebeugt. Am zweck- mäßigsten gebraucht man die als Ab führ- und^ Blutreinigungsmittel hervorragend bewährten y Apotheker Richard Brandt's Schweizerpillen, die in f jeder Apotheke zu RM 1.50 die Schachtel erhältlich sind. Sie bestehen ausschließlich aus unschädlichen^ pflanzlichen Auszügen und Stoffen und enthaltens keine chemischen Zusätze. Sie wirken zuverlässig, B angenehm und schmerzlos.

Und mit der Erfüllung mußte auch sein Leben 1 enden. Krankheit hat ihn schon von früher Jugend U. an geplagt: der Süden brachte ihm zwar Erleich- A terung, aber der Norden ließ ihn wissen, „daß man H zwischen sünfunddreißig und fünfundvierzig zu er- f > ledigen hat, was man zwischen fünfundvierzig und V sechzig hätte sollen erledigen können. Hatte Morgen- W stern früh diese bittere Erkenntnis, sie wurde über- wölbt durch den höchsten Glauben der Harmonie, die I Morgenstern schon während seiner Erdentage ge- funden zu haben scheint.

o Wilhelmsbader Freilichttheater 1931. Die | seit 1928 Angeführten Wilhelmsbader Freilicht-Auf- W führungen finden auch in diesem Sommer statt, und :- zwar am Ginntag, 31. Mai, abends 6 Uhr. Zur I Aufsuhmng kommt Grillparzers Drama „Medea". 1 Nähere Mitteilungen erfolgen demnächst.

Frankfurter Theater

Frankfurter Opernhaus. Montag, 4. Mai, 19^ | Uhr: „Zar und Zimmermann". — Dienstag, 5., j 20 Uhr: „Schwanda, der Dudelsackpfeifer". — Mitt- I mod), 6., 19i- Uhr: 5. Opernhauskonzert. — Don­nerstag, 7., 19% Uhr: „Figaros Hochzeit". — Frei- | iog, 8., 20 Uhr: „Die Bohème". — Samstag 9., | 20 Uhr: „Wozzeck". — Sonntag, 10., 15 Uhr: „Der Ztgeunerbaron"; 20 Uhr: „Der Troubadour". Montag, 11., 19% Uhr: „Viktoria und ihr Husar". - Frankfurter Schauspielhaus. Montag. 4. Mai, s 20 Uhr: „Rotation". — Dienstag, 5. Mai, 20 Uhr: „Der Hauptmann von Köpenick". — Mittwoch, 6., : 20 Uhr: „Der Hauptmann von Köpenick". — Donnerstag, 20 Uhr: „Alt Frankfurt", -» Freitag, 8. Mai: 20 Uhr: „Ernst (Bunbury)". - Samstag, 9., 20 Uhr: „Der Hauptmann von Köpenick'. — Sonntag, 10. Mai, 20 Uhr: „Der; Hauptmann von Köpenick". — Montaa 11 20 Uhr: „Grand Hotel".

Frankfurter Neues Theater. Montag, 4 Mai, 8 Uhr: „Der Biberpelz". — Dienstag, 5. 8 Uhr: „Der Unwiderstehliche". — Mittwoch, 8. 8 Uhr: „Schneider Wibbel". — Donnerstag, 7 8 Uhr: „Der Biberpelz" — Freitag, 8., 8 Uhr: „'Der Teu- ' felsschuler". — Samstag, 9., 7% Uhr: „Der Teu­felsschüler"; abends 10% Uhr: „Die Kleine Katha- rma . — Sonntag, 10., vorm. 11 Uhr: „Macbeth"; nachm. 4 Uhr: „Schneider Wibbel"; abends 8 Uhr: : „Intimitäten", — Montag, 11., 8 Uhr: „Der Biber­pelz .