Sette 4
Donnerstag den 30. April 1931
Nr. 100
An die Adresse
gewisser Herrschaften!
Zum Deutschen Naturschutztag steuerte ein Berkner Rektor die folgenden Verse bei:
Laß draußen keine Blumen stehn, Die könnten sonst noch andre sehn! Fang mit dem Rupfen morgens an, Damit dein Strauß noch welken kann. Wirf ihn dann schleunig fort beim Wandern Und pflück dir wieder einen andern!
Die Saat, das Gras tritt ruhig nieder; Im nächsten Jahr wächst alles wieder. Wo Lerche, Fink und Amsel singen,
Da laß moderne Schlager klingen. Blechbüchsen, Scherben und Papier Laß liegen zu des Waldes Zier.
Wo freundlich Rast und Stille winken, Laß knatternd deinen Motor stinken.
Hälft du dich stets nach solcher Regel, Bist du ein richt'ger Wander... freund!
* Um den Ausbau der Brücke Hanau—Sleinheim.
In der Generalversammlung des Verkehrsvereins (Siehe Bericht im „Han. Anz." vom 15. April) war von interessierter Seite die Aeußerung gefallen, daß der Ausbau der Brücke Hanau —Steinheim in den nächsten Tagen zu erwarten fei. Wie die Handelskammer dem Verkehrsverein mitteilt, ist diese Angabe nicht zutreffend. Die Arbeiten für den Umbau der Brücke werden in diesem Jahre nicht in Angriff genommen werden, da in dem Etat für 1931/32 Mittel für diesen Zweck nicht' bereitgestellt werden konnten. Die Vorarbeiten sollen aber so gefördert werden, daß es möglich wird, die Verstärkung, bzw. den Umbau im nächsten Jahr vorzunehmen.
* Milderung der Wirkschaftsnot durch zinsfreie Darlehen. Ueber dieses Thema sprach am vergangenen Samstag in einem von der Bausparkasse der Deut sch en Bau- und Sied- lungsgemeinschaft (D.B.S.) Darmstadt im Restaurant „Zur Karthaune" abgehaltenen öffentlichen Vortrag vor einer großen Zahl von In- tsressenten der Lonbesgeschaftssührer Herr Lang. Butzbach. Redner entwickelte den Einfluß des zinsfreien Kapitals auf unsere Wirtschaft und folgerte an Hand der Leistungen und Erfolge der D.B.S., daß auf dem Wege des Gemeinfchaftsfparens jeder Deutsche nach seinen Verhältnissen mithelfen könne, die Wirtschaft zu beleben und damit die Arbeitslosigkeit und Not des deutschen Volkes zu lindern und weiter die Möglichkeit habe, sich ein zinsfreies Eigenheim zu erwerben. An ziffernmäßigen Beispielen zeigte Redner dann die Vorzüge des Systems der D.B.S. und feine Entwicklung. Dre Geschäftsbedingungen der Bausparkasse entsprächen schon seit 1929 dem am 1. Oktober ds. Js. in Kraft tretenden Bausparkasiengesetz, an desien Entwurf Mitglieder des Vorstandes und Aussichtsrates der D.B.S. mikgearbeitek hätten. Zahl der Bausparer und Spargeldeingang häten sich im Jahre 1930 um rund 40 Prozent erhöht. Insgesamt wurden bis heute 2516 zinsfreie Darlehen im Gesamtwerte von 36,5 Millionen RM für den Bau von Eigenheimen, Kauf von Grundstücken, Hypothekenablösung und Erbschaftsregulierungen gegeben. Das Wertungs- u. Verteiln ngsfystem der D.B.S. verhindere, daß kleine Sparer durch kapitalkräftigere Sparer be- nachteiligt würden. Die Wartezeit bei den im Jahre 1930 mit einem Darlehen bedachten Sparer betrage nach Einzahlung von 10 Prozent der Star lebens» summe 'anv Durchschnitt kaum ein Jahr. Jnfölgedes gesicherten Aufbaues und der Tatsache, daß alle Darlehen nur auf 1. Hypotheken gegeben würden, biete die D.B.S. auch die größte Sicherheit. Die Ausführungen des Redners fanden bei den Erschienenen, besonders auch bei den erschienenen Vertretern von Behörden und des Handwerks großes Interesse.
♦ Preuß. Klassenlotterie. Den Spielern zur gefl. Nachricht, daß die Lose 2. Klasse zur Abholung bereit liegen. Der letzte Erneuerungstag ist der 11. Mai.
* Vortrag: Freiherr v. Spiegel. Auf den heute abend 8 Uhr in der Centralhalle stqttfindenden Vortrag des bekannten O-Boot-Führerr, Freiherrn v. Spiegel über „Die Wahrheit über den H-Boot- Krieg — Erlebnisse und Abenteuer im Weltkriege" machen wir nochmals aufmerksam.
Der Sternhimmel im Mai
Die belebende Kraft der Sonnenstrahlen hat die Natur aus ihrem Winterschlaf geweckt Schon tritt sie uns im schönsten Frühlingskleide entgegen. Die ersten warmen Abende locken hinaus in Freie und laden zu einer Betrachtung des gestirnten Himmels ein. Ganz besonders lohnend ist es in diesem Jahre,
da zwei Planeten den Abendhimmel zieren. Jupiter und Mars sind beide nach Sonnenuntergang sichtbar. Jupiter steht im Sternbild der Zwillinge und geht anfangs kurz nach Mitternacht, zuletzt bereits eine Stunde vorher unter. Mars, der sich auf das Sternbild des Löwen zu bewegt, verschwindet erst 2 Stunden nach seinem größeren Bruder- unter dem Horizont.
Unsere Sternkarte, die infolge der zwei haupt- achlichsten Bewegungen unserer Erde, einmal der äglichen Drehung um ihre Achse und zum andern wegen der jährlichen Umlaufsbewegung um die Sonne, nicht den Stand der Sterne während eines ganzen Abends wiedergeben kann, gilt am 1.. Mai um 10 Uhr abends und am 15. Mai um 9 Uhr W^MMW zeichnet. Wir sehen im Westen den Kleinen Hund mit dem etern Prokyon, die Zwillinge mit den Sternen Kastor und Pollux und dem Planeten Jupiter, darüber, etwas mehr nach Süden zu, den Planeten Mars, dann die Wasserschlange und den Löwen mit den Sternen Regulus und Denebola. Genau in südlicher Richtung finden wir die Jungfrau mit der Spika, darunter das kleine Sternbild des Raben. Es schließen sich nach Osten zu an Bootes mit Arktur, Krone mit Gemma, die Waage, die Schlange, der Schlangenträger, der Herkules. Wenden wir uns noch weiter nach Nordosten, so sehen wir dort die Leier mit der hellen Wega, den Schwan mit Deneb und im Norden Kepheus, Kassiopeia und den Kleinen Bären. Hoch über unseren Häuptern steht der ©roße- Bär und der langgestreckte Drache, der sich zwischen dem Kleinen
und dem Großen Bären hindurchwindet. Alle Sterne scheinen am Himmelsdom befestigt und führen eine gleichmäßige Drehung um den Himmels- vol aus. Der Polarstern bleibt dabei immer an derselben Stelle stehen und kann daher stets als Richtungsweiser benutzt werden.
Ein tieferes Eindringen in die Erscheinungen am Himmel mit Meßinstrumenten und Fernrohr hat uns gelehrt, daß manches, was zunächst als kompliziert erscheint, wie die Bahnen der Planeten, sich auf ganz einfache Art erklärt, wenn man nicht jede Bewegung am Himmel als wirklich sondern nur als Widerspiegelung der Bewegungen unserer Erde ansieht. Seit Kopernikus, dem wir den ersten Ausbau dieser Ansicht verdanken, hat die Astronomie immer weitere Fortschritte gemacht, und heute ist der Astronom in der Lage, die Bewegungen der Himmelskörper und Ereignisse wie Sonnen- und Mondfinsternisse auf Jahrtausende im voraus mit der größten Genauigkeit zu berechnen. Andererseits haben die feinen Untersuchungen ge- WMWU WWWsMMMi WW wattiger, vielgestaltiger Aufbau zugrunde liegt. Die einfachen Lichtpunkte sind riesige Sonnen, größer als unsere Sonne, viele erscheinen im Fernrohr als doppelte oder mehrfache Gestirne. Trotz der scheinbaren Ruhe ergibt sich, daß alle Sterne eine Eigenbewegung haben, einige sogar Hunderte, oder Tausende von Kilometern in einer Sekunde zurücklegen. Die Himmelskugel weitet sich zum unendlichen Kosmos, dessen Wunder uns einzigen Bewohnern eines der kleinsten Weltenkörper immer rätselhaft bleiben werden.
Der Trabant der Erde ist am 2. und 31. Mai als Vollmond zu sehen. Dazwischen durchläuft er alle Phasen. Am 9. ist Letztes Viertel, am 17. Neumond und am 24. Erstes Viertel.
* Fahrpreisermäßigung für Jugendpflegeverein« auf der Reichsbahn. Der Herr Regierungspräsident weist in einer Rundverfügung vom 18. Avril ds. 3s. darauf hin, daß von einer Reichsbahndirektion die Beobachtung gemacht worden ist, daß die zur Erlangung der Fahrpreisermäßigung ausgestellten Anerkennungsbescheinigungen, sowie auch die Füh- rerausweise vielfach sehr abgenutzt sind. Vereine, die unleserlich gewordene Ausweise vorzeigen, laufen Gefahr, der Fahrpreisermäßigung verlustia zu gehen. Deshalb müssen die Jugendvereinsvorstänoe dafür Sorge tragen, daß die Anerkennungsbescheinigungen und Führerausweise sorgsam behandelt und vor Verschmutzung geschützt werden. Empfehlenswert ist die Aufbewahrung in Schutzhüllen. Gegebenenfalls müssen die Vereine auf zwischenzeitliche Er- Neuerung der für 2 Jahre geltenden Papiere bedacht sein. Für Ersatzausfertigungen von Anerkennungsbescheinigungen wird in jedem Falle eine Verwaltungsgebühr von 2 RM erhoben.
* Der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten veranstaltet am Mittwoch, 6. Mai, in der Stadthalle, abends 8.15 Uhr, einen „Deutschen Abend". Mr Redner ist Herr Dr. Stabiler» Berlin gewonnen worden. Der Film .Stahlhelm am Rhein" wird laufen und die Stahlhelmkapelle Frankfurt spielen. Karten im Vorverkauf sind zu haben bei Musikhaus Schaaf, Königs Buchhandlung und Zeitungskiosk Petri. (Siehe auch Inserat.)
wettevbevkcht
Die Luftdruckverteilung über Europa zeigt nur geringe Gegensätze, und auch das flache Tiefdruckgebiet, das sich hier befindet, füllt sich noch weiter auf. Dabei entwickeln sich nun viele kleine lokal begrenzte Störungen, die der Witterung noch ihren unbeständigen Charakter belassen. Jedoch werden sich mehr Aufheiterungsperioden einschieben, die Temperaturen etwas ansteigen und Niederschläge mehr in Form von Schauern auftreten. — Vorhersage bis Donnerstag abend: Zeitweise aufheiternd, nur noch vereinzelte Niederschläge, etwas wärmer, Winde aus wechselnden Richtungen. — Witterungsaussichten für Freitag: Zeitweise aufheiternd, weitere langsame Erwärmung, einzelne teilweise gewittrige Schauer.
■■■■■■■■^■■■■■■MMaaMMMBMI
Wie konnten Sie mich nur mit meiner Schwester verwechseln, die do*» -fahre jünger 'n -v-i»»«t^Mx^DM Seitdem wir uns zuletzt sahen, sind Sie eigent» lieh noch jünger geworden, gnädige Frau! Und da Sie, wie ich sehe, dem Kaffee Hag treu geblieben sind, werde ich Sie in zehn Jahren vielleicht mit Ihrer Tochter verwechseln. Sie sind also auch ein Hag-Freund?
Ja freilich, denn 1. halte ich es in der heutigen Zeit, wo die Nerven so vieler Menschen aufs äußerste angespannt werden, einfach für ein Gebot der Lebensklugheit, coffeinfreien Kaffee Hag zu trinken, 2. gibt es keinen Kaffee, der mir besser schmeckt als Kaffee Haj.
. RÜEMB auf die Spielzeit 1030/31 der Hanauer Theatergemeinde des Bühnenvolksbundes.
o Vom Obmann der Hanauer Theatergemeinde des B. V. B. wird uns geschrieben: Als die Pforten des Theaters am Ende der Spielzeit 1929/30 geschloffen wurden, wußte man wohl schon, daß die neue Saison noch größere Opfer von allen am Theater interessierten Kreisen fordern würde. Die mit so viel Erfolg in den Spielplan des Hanauer Stadttheaters aufgenommene Oper konnte nicht beibehalten werden. Und doch kann man gerade in unserer Welt nicht auf die Erhaltung und Förderung aller wirklich ernstgemeinten kulturellen Bestrebungen verzichten.
Die Hanauer Theatergemeinde des Bühnenvolksbundes kann auch auf die nun zu Ende gegangene Spielzeit, es ist für sie die zwölfte feit ihrem Bestehen, befriedigt zurückschauen.
Sie eröffnete die Reihe ihrer Vorstellungen mit Björnsons Lustspiel „Wenn der junge Wein blüht". Wer Björnson nur aus seinen Romanen und ernsten Stücken kennt, war vielleicht erstaunt, den einstmals so gefeierten Nordländer, nun als Lustspiel- dichter wiederzufinden. Daß ein wirklicher Künstler jedoch auch hinter diesem Werk stand, hat die Aufführung gezeigt. Neue und alte schon bekannte Kräfte wußten dem Werk Leben einzuhauchen. Die zweite Aufführung brachte Franz Lehars neuesten, großen und man darf wohl sagen wohlverdienten Operettenerfolg „Das Land des Lächelns". Viel Gefühl und der Schauplatz iw fernen Asien gaben Gelegenheit zu reicher musikalischer und künstlerischer Gestaltung. In die Welt des großen dramatischen Schaffens und Gestaltens historischer und geistesgeschichtlicher Zusammenhänge führte die nächste Vorstellung: Shaws „Heilige Johanna". Das Werk zeigt Shaw auf einem Höhepunkt seines Schaffens, als Gestalter weltgeschichtlicher Ideen, die er seinen dramatischen Personen in den Mund legt, in kühner Eindringlichkeit werden sie verkündet. All das bietet dem Schauspieler und Regisseur schwere und schwierigste Aufgaben, Die Regie versuchte allen Schwierigkeiten Herr zu werden. Entspan
nend und unterhaltsam — weil voll lustiger Ein- sälle — war die nächste Aufführung, das musikalische Lustspiel „Meine Schwester und ich" von Ralph Benatzky. Regisseur und Darsteller, Musik und Kapellmeiste? verhalfen dem witzig und kaba- rettartig gearbeiteten Werk zu einem wirklich geschloffenen Gesamteindruck. Der Sinn- und Wertgehalt des russischen Dramas zeigte sich in einer Aufführung von Tolstois „Macht der Finsternis". Künstlerisch höher wird man wohl sein Drama „Der lebende Leichnam" einschätzen dürfen. „Die Macht der Finsternis" erscheint nicht ganz frei von einer gewissen Tendenz. Tolstois Stärke ist jedoch auch hier die einzigartige Charakterzeichnung.' „Nach schwerer Kost", schrieb die Kritik gelegentlich der Erstaufführung des „Geschäft mit Amerika", „schmeckt auch ein leichtes Zwischengericht". Das harmlose Geschichtchen von der „opferbereiten" Privatsekretärin wurde flott heruntergespielt. In der geschmackvollen Operette „Der Tenor der Herzogin" konnten sich die Hanauer Künstler neben dem Gast vom Frankfurter Opernhaus, Herrn Pistorius, einen vollen Erfolg erspielen. Der moderne Zug der Operette, die nicht im Sentimentalen ihr Heil sucht, wurde gut getroffen. Gefällige, leichte Unterhaltungsware bot die nächste Vorstellung, die Bernauer und Oesterreicher mit dem „Konto X" bestritten. Die folgende Aufführung war wieder der Operette gewidmet und zwar gab es den „Zare- witfch" von Franz Lehar. Ist sie auch eine ältere Operette und ihr Milieu des Vorkriegsrußland nicht mehr ganz am Platze, so zeigt sie doch, daß ein wirklicher Musiker sie geschaffen hat, darum behält sie auch chren Wert. Im Reigen der Aufführungen folgte Bruno Franks neue Komödie «Sturm im Wasserglas". Die Handlung, die sich um einen richtigen vierbeinigen Hund herumgruppiert, ist geschickt und spannend aufgebaut und verrät auf Schritt und Tritt den Bühnenfachmann. „Das öffentliche Aer- gernis", ein Schwank von Arnold, beschloß zunächst die Reihe der Lustspiel- und Operettenaufführungen. Schwer und ernst, wie der religiöse Geist des Mittelalters, ging das Spiel vom Sterben des reichen Mannes „Jedermann" über die Bretter. Der Direktion gebührt Dank, daß sie dies Werk in den Spielplan ausgenommen hat, die Aufführung selbst war eine Leistung! Fast in keiner Spielzeit fehlte ein Werk des großen einzigartigen Dramatikers Shakespeare. Diesmal hatte man die gewaltige
Tragödie der Eifersucht „Othello" gewählt. Sie verlangt vom darstellenden Künstler letzte Hingabe. Die Aufführung durfte als geglückt bezeichnet werden, wenn auch vielleicht geheimste Tiefen unausgeschöpft blieben. Mit auswärtigen und Hanauern Künstlern kam schließlich auch eine Opernaufführung zustande — die einzige dieser Spielzeit — nicht eine der großen, die uns in den vergangenen Spielzeiten beschieden waren, sondern Donizettis komische Oper „Marie oder die Regimentstochter". Fr. Liselotte Maull-Herx, noch in guter Erinnerung von der Spielzeit 1929/30, Herr Proescholdt, Herr Kattesen, verstanden es, dem Werk künstlerisch voll gerecht zu werden. Als letzte Schauspielvorstellung hatte die Theatergemeinde das neue und in den Großstädten unter stärkster Beachtung aufgefüfjrte- Werk „Voruntersuchung" von Alsberg und Hesse gewählt. Das Problem des Strafrechts wird ja heute in weiten Kreisen diskutiert, hier ist ein Teilproblem, die „Voruntersuchung" menschlich-dramatisch gestaltet. Den Darstellern, es ist nicht möglich, Namen einzeln zu nennen, wurde am Schluß der Vorstellung ein äußeres Zeichen der Dankbarkeit für die in dieser Spielzeit geleistete Arbeit zuteil. Die Operette „Eine Frau von Format" von M. Krauß beschloß die Reihe der Vorstellungen, alle Künstler waren voll und ganz bei der Sache. Auch ihnen konnten vom Obmann der Theatergemeinde Worte und Gaben des Danks übermittelt werden.
So ist es denn durch die Opferbereitschaft der Mitglieder gelungen, die zu Ende gegangene Spielzeit 1930/31, wirtschaftlich gesehen wohl die schwerste seit dem Bestehen der Theatergemeinde, nicht nur durchführen, sondern auch manch schönen Erfolg zu erzielen dt.
Fürsorge
Fürsorge heißt für Andre sorgen, In fremden Kummer, fremdes Leid M it ganzer Seele hinzu horchen. Zur stillen Hilfe werkbereit. Fürsorge ist von unsrem Leben, Von unsrem Können, unsrer Kraft Dem armen Bruder das zu geben Was seinen Nöten Hilfe schafft.
Das deutsche Volk hat schwer getragen An Leid in langer trüber Zeit, Da stand in jenen schlimmen Tagen Die Wohlfahrt auf zum Dienst bereit. Die Saat, die damals langsam keimte Wuchs fegensvoll durch Jahre hin Ein Werk, wie es das Herz einst träumte, Das ist es heut', in deutschem Sinn.
Wie einer Mutter treu’ Beraten
Gemahnt mich hier der „Schwester" Wort, Mit täglich neuen Liebestaten Wirkt freudig sie an ihrem Ort.
Sie steht gar nicht an leichter Stelle Auskunft heischt jeder, bündig, klar, Und feiner geht von dieser Schwelle, Der nicht in sich getröstet war.
Die Liebe hat das Werk in Händen,
Da ist der Arzt mit güt’gem Wort, Dort das Verwaltungamtz der Ort der Spenden, Allüberall tönt feine Stimme fort.
Und jeder findet dann zuletzt voll Wonne Was er gesucht, gewünscht, erkämpft, erfleht, . Der Milch, der Kleidung, der die Höhensonne, Ein jeder das, was ihn angeht.
Fürsorge heißt für Andere sorgen, In fremden,Kummer, fremdes Selb, Mit ganzer Seele hinzuhorchen, Zur stillen Hilfe werkbereit. Fürsorge ist von unsrem Leben, Von unsrem Können, unsrer Kraft, Dem armen Bruder das zu geben, Was feine Nöten Hilfe schafft.
Else Hertel.
Humov
o „Ich bin jetzt vierzehn Tage hier in der Stadt", sagte der Gast, „aber es tut mir wirklich leid, Herr Wirt, daß ich Ihr Lokal nicht schon am ersten Tag gefunden habe!" — „Ah, Sie schmeicheln, mein Herr!" — „Ja, wenn ich damals gleich gekommen wäre, wer weiß, vielleicht wäre der Fisch hier noch frisch gewesen!"