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Sette

Mittwoch den 29. April 1931

Itr. 99

Stavellauf des «anreeschiffeS A

Berlin, 28. April. Das Panzerschiff A, das am 19. Mai in Kiel vom Stapel läuft, wird, wie voni Reichswehrministerium mitgeteilt wird, vom Reichs­präsidenten getauft werden. Für den Besuch des Reichspräsidenten in Kiel ist folgendes Programm aufgestellt würden: Am 19. Mai vormittags 9 Uhr flaggen die Schiffe der Flotte, die mit allen Ein- Heften im Hafen liegt, aus, d. h. die Signalflaggen der Schiffe werden in besonderer Anordnung vom Bug über die Masten nach dem Heck gehißt. Die Gebäude der Behörden setzen Flaggen. Um 10.50 Uhr trifft der Reichspräsident auf dem Bahnhof in Kiel ein. Beim Einlaufen des Zuges wird die Standarte des Reichspräsidenten auf dem Kreuzer Königsberg" gesetzt, der vor der Scharnhorst-Brücke liegt. Sobald die Standarte des Reichspräsidenten gesetzt ist, feuern alle Schiffe den Salut von 21 Schuß, an dem sich auch die Salutbatterie in Frie- richsort beteilgt. Um 12 Uhr findet der Stapellauf statt. Nach Beendigung des Stapellaufes nimmt der Reichspräsident einen Imbiß auf den Deutschen Werken ein und fährt abschließend auf dem Kreu­zerKönigsberg" um 19.30 Uhr aus. In Beglei­tung des Reichspräsidenten befinden sich an Bord des Kreuzers der Reichswehrminister, der Chef der Marineleitung und der Flottenchef. Gegen 20.45 Uhr wohnt der Reichspräsident Schießübungen des KreuzersKöln" bei, die auf der Höhe von Schlei­münde durchgeführt werden. Im Anschluß hieran finden bis gegen 22.30 Uhr Torpedobootsangriffe der Zwesten Torpedobootsflotille auf die Kreuzer Königsberg" undKöln" statt. Danach trifft der Kreuzer wieder in Kiel ein. Am 20. Mai ver­sammelt sich die Flotte um. 7.45 Uhr beim Kiel- Feuerschiff. Don 9 Uhr vormittags ab wohnt der Reichsvräsident den Fahrtübungen der Flotte bei. Die Uebungen werden abgeschlossen mit einer Parade sämtlicher Seestreitkräfte vor dem Reichs­präsidenten. &

MK

v.t Amsterdam: Fußball-Länderkampf Deutschland Holland endet 1:1. Kampfszene aus dem Spiel, bei dem Deutschland nurUnentschieden" erzielen konnte. Im Kreis: Schlösser, der das deutsche Ausgleichstor schoß

In

Genosse Grinewitsch.Wieso", fragte der Kapâ, meister erstaunt.Die Musiker sind Faulenz» die ins Kittchen gehören", erläuterte Genosse Grö« witsch.Fangen Sie von vorn an." Der Kap^ meister schwang den Taktstock und ließ den marsch von neuem beginnen.Halt", schrie strenge Kommissar.Warum spielen nicht â Musiker?"Sie haben Pausen an dieser étellf erklärte der Kapellmeister.Das ist es ja eben*' brüllte der Kommissar.Was heißt Pausen? gf haben ununterbrochen zu spielen. Wer nicht arbei. tet, bekommt nichts zu essen"!

Rund uttkvvogvamm

Mittwoch, den 29. April

5.45: SF Wettermeldung. Anschließend: Motto, gymnastik. 7.158.15: SWF Frühkonzert. 10.2g bis 10.50: SWF Schulfunk:Mit dem Mikroph,, im In- und Auslande", Hörbild. 11.50: SM Schallplattenkonzert. 14: Werbekonzert. 15.20: EM Stunde der Jugend. 16.30: SWF Nachmittags!», zert. 18.15: SWFUniversitäts- und Berufst* dung", Vortrag. 18.45: SFBetriebsvereinbarw und Arbeitsordnung", Vortrag. 19.15: SF Volk tümlicher Opernabend. 20.30: SF Bunter Abetz, 21.45: SFDas Theater und die junge Generalis Vortrag.

vereine. Versammlungen.

Deutscher Seeverein. An den am 30. 4. M um 20 Uhr in der Centralhall« stattftndendenB» trag über U-Boote wirb erinnert. M

ArMlerieverein Hanau. Am 30. April 1931, der Centralhalle LichtbildervortragWahrheit üb« den U-Bootkrieg". Die Monatsversammlung m 1. Mai fällt aus; dafür am 2. Mai Herrentour mj Dörnigheim, Mainlust. Abmarsch 6 Uhr WeD,

Deutscher Offiziersbund. Wir machen auf dr am 30. ds. Mts., abends 8 Uhr in der Centrolhch stattfindenden Lichtb ildervortvag des bekannt« U-Bootführers Freiherrn von Spiegel aufmertf®,

Tieve mH Lampenfrebev

Das Tonfilmatelier im Dschungel. wie man Bestien zumSprechen" bringt. Der Laubfrosch, der nicht quaken wollte. Die Primadonna der Affentruppe. Mit Seelöwen und Nilpferden ist gut filmen. Eine Tierstimme, die 800 Meter weit trägt.

Mst der zunehmenden technischen Verbesserung der Apparaturen für die Aufnahme und Wieder­gabe von Klangfilmen ist man auch daran gegan­gen, Tierstimmen naturgetreu wiederzugeben. Nicht nur in den Zoologischen Gärten, sondern auch in den Dschungeln Afrikas, Indiens und Südamerikas ist es gelungen, wilde Tiere vor geschickt verbor­genen Aufnahmeapparaten zumSprechen" zu bringen. Als erstem sind Commander George Dyott solche Tonifilmaufnahmen wilder Dschungeltiere ge­lungen. Dyott ist vor einigen Monaten von einer seiner Reisen in die wenig bekannten Bezirke Nord­indiens zurückgekehrt, wo es ihm gelang» eine Reihe Aufnahmen schreiender Pfauen, brummen­der Himalaya-Bären, zwitschernder Vögel, grun­zender Wildschweine, sowie von Tigern, Leoparden und Elefanten za M»chM»»M»qnttis neuer Erpe- ' triliort nach den gefährlichen Gebietenam z ingu- Fluß in Brasilien werden zwei Flugzeuge und eine Funkausrüstung zur Verfügung stehen, damit auch von anderen. Tieren der Dschungeln Aufnahmen ge­macht werden können.

Um beispielsweise einen Tiger dazu zu bewe­gen, einen Laut von sich zu" geben, bedarf es wochenlanger Vorbereitungen. Drei Meter oder mehr von dem aufgespürten Tiger entfernt, wird ein durch Gras maskiertes Gerüst aufgebaut, das dem Tiere das Dschungel vortäuschen soll. Dahinter stehen der Photograph, der Techniker der Klang- aufnahme und der Filmleiter völlig bewegungs­los. Sie dürfen nicht einmal mit der Wimper zucken. Wenn sie von dem Tier nicht entdeckt wer­den, so haben sie das nur dem gering entwickelten Geruchssinn des Tigers zu danken. Durch künst­liche Mittel kann übrigens kein Tier zur Laut­äußerung veranlaßt werden. Tiere bedienen sich der Stimme ja im allgemeinen nur zu dem Zweck, um den Gegner einzuschüchtern oder in der Brunst­zeit eine Artgenofsin anzulocken. Es ist deshalb nicht weiter verwunderlich, daß es selbst dem Di­rektor des Bronx-Zoo in Newyork, Dr. Raymond L. Ditmars, nicht möglich gewesen ist, die Stim­men des Wolfes und des Alligators im Mangfilm festzuhalten. Dagegen fand er ein einfaches Mittel, einen Löwen oder Tiger zum Brüllen zu bewegen. Zu diesem Zweck wird ein langer Draht, an dem ein saftiges Stück Fleisch mit Machen befestigt ist, der Bestie vorgeworfen. Wenn sie dann mitten beim Schmausen ist, wird ihr das Knochenstück blitzschnell aus dem Maul« gerissen. Das Wut- gebrüll, das das um den Leckerbissen gebrachte Tier ausstößt, wird dann durch den versteckten Auf­nahmeapparat aufgefangen und mit dem Bilde synchronisiert.

Um das Zischen einer tropischen Schlange auf dem Streifen festzuhalten, wurde in einer Ent­fernung von etwa fünfzig Metern der Aufnahme­apparat aufgestellt. Dr. Ditmars und seine Assi­stenten liefen dabei oft genug Gefahr, Opfer der sich jäh aufrichtenden Schlange zu werden. Um einen Laubfrosch dazu zu bringen, im Tonfilm mit­zuwirken, versagte zunächst jedes Mittel. Schließ­lich erhielten vier Mann den Auftrag, mit allerlei Messinggeräten einen ohrenbetäubenden Lärm zu machen. Dieses Gewaltmittel erwies sich denn auch als unwiderstehlicher Anreiz. Als der Frösch seinen kleinen Brustkasten aufblies, wurde der

In Essen: Aufmarsch der Teilnehmer der deutschen Kunstturnmeisterschaften in der Grugerhalle in Essen, wo allgemein ausgezeichnete Leistungen an den Geräten erzielt wurden.

Lärm eingestellt und der schrille Ton des Frosches mit bestem Erfolg ausgenommen. Bei den Affen wurden an die fünfzig verschiedene Arten von Dr. Ditmars gefilmt. Er fand dabei, daß das Seidenäffchen, dessen Stimme wie die eines Vo­gels klingt- als die Primadonna der Affentruppe anzusprechen war.

Am leichtesten ist es, die Stimme eines See­löwen zu filmen. Er schreit, sobald er hungrig ist,, und überwindet seine Scheu dabei soweit, dicht an das Mikrophon heranzukommen. Die Riesen- schildkröte der Galapagos-Jnseln schreit zu einer bestimmten Zeit des Tages. Ebenso leicht ist es, die Stimme des Nilpferdes aufzunehmen, das ein­mal in der Woche einen Naturlaut ausstößt, den man eher ein Grunzen nennen könnte. Bären, die im allgemeinen ein würdiges und zurückhaltendes Wesen zeigen, werden lärmend und laut, wenn sie einander in die Haare geraten. Die meisten Tier« haben ausgesprochenes Lampenfieber; es genügt der Anblick der Kamera, und sie verstum­men. Besonders gilt dies für Wölfe. Das er­folgreichste Klangbild lieferte ein Chor von Laub- heüschrecken. Diese auf den Baumwipfeln hausen­den Sänger, die nur ein paar Zentimeter lang sind, bringen einen Ton hervor, der im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht stärker ist als der jedes ande­ren Tieres. Die Stimme trägt nämlich über 800 Meter; leider aber ist das Tier so scheu, daß es sofort mit dem Zirpen aufhört, wenn sich irgend jemand nähert.

Seltsame

Sslksrahluttgssoemulave.

Die Volkszählung in England gab einem Lon­doner Blatt Anlaß, daran zu erinnern, welche Schwierigkeiten das Geschäft der Volkszählung, das bei den zivilisierten Nationen reibungslos verläuft, bei den Bewohnern der Länder hat, die des Lesens und Schreibens nicht kundig sind. Abgesehen davon,

daß die Bewohner jener primitiven Länder bei den Volkszählungen Angst haben, irgendetwas Geheim­nisvolles sei dabei im Spiele, sind sie auch außer­stande, ein Formular auszufüllen. In solchen Län­dern muß man deshalb auf andere Methoden sin­nen, um die Zahl der Bevölkerung festzustellen. So wird in Süd-Afrika bei der Zählung der Zulu­bevölkerung nicht ein Formular aus Papier, son­dern ein solches aus Holz verwendet. Der Zähl­zettel besteht aus einem Holzstück für jeden Kraal von . drei Hütten. Hütten und Bewohner sind durch Einschnitte markiert. Die beiden großen Einschnitte in dem Holzstück, die es in drei Teile teilen, stellen die Hütten dar, und die in jedem Teile angebrachten kleineren Einkerbungen bezeichnen die Zahl der Personen, die am Tage der Zählung in jeder Hütte vorhanden sind.

OvchestevmrLsikedev duvsen keine Pause machen

Genosse Grinewitsch wurde, wie dieMoskauer Abendzeitung" erzählt, in eine mittelgroße Provinz­stadt Sowjetrußlands als Kommissar für mili­tärische Angelegenheiten versetzt. Grinewitsch galt als ein überaus strenger Chef, der nicht umsonst überall, wohin er kam, gefürchtet war. Eines Tages befahl Grinewitsch, zwecks kultureller Ausbildung der Soldaten dèr Roten Armee einmal in der Woche ein Konzert zu veranstalten. Der Kapell­meister des Militärorchesters gab sich die größte Mühe, seine Leute zu einem anständigen Zu­sammenspiel zu erziehen. Während einer Probe erschien plötzlich Genosse Grinewitsch. Die Kapelle übte gerade den berühmten Triumphmarsch aus Aida . Das Gesicht des strengen Chefs verzog sich, obwohl die Musiker außerordentlich sauber.spiel­ten. Nach Beendigung des Stückes fragte' der Kapellmeister ehrerbietig, ob das Spiel gefallen habe.Die Darbietung war miserabel", antwortete

Amtliche Vekanntmachuugeu

Die Verordnung des Herrn Reichspräsident!! zur Bekämpfung politisier Ausschreitungen m 28. März 1931 (R. Ä. Bl. 1. S. 79) bestimmt, d-j außer allen öffentlichen politischen Versammlung« sowie allen Versammlungen und Auszügen unta freiem Himmel, auch alle Personenfahrten auf.Lch wagen, die von Mitgliedern politischer Vereinigung« oder zu politischen Zwecken unternommen weck, spätestens 24 Stunden vorher polizeilich anzumeld« sind. Hierzu hat der Herr Preußische Minister ds Innern angeordnet, daß zur Entgegennahme de vorgeschriebenen Anmeldung die einzelnen Otto Polizeibehörden zuständig sind, sofern sich die Fch ten auf ihren Amtsbezirk bechränken. Werden to gegen mehrere Ortschaften berührt, die zu versch denen Ortspolizeibezirken, aber zu demselben Krch gehören, so hat die Anmeldung beim zuständig« Landrat zu erfolgen; werden verschiedene StA oder Landkreise berührt, die zu demselben teL. rungsbezirk gehören, so hat die Annwldunv Nr"'" mcglerungspräsidenten erfolgen; werdèn^vchv^WW Regierungsbezirke berührt, so ist die Fahrt 6, jedem Regierungspräsidenten anzumelden, tiefe' Bezirk berührt wird.

Die durch die Verordnung des Herrn Rech Präsidenten gleichfalls vorgeschriebene Vorlage du Plakaten und Flugblättern politischen Inhalt.', welche auf öffentlichen Wegen, Straßen oder Pläh» angeschlagen, ausgestellt, verbreitet, oder sonst ie Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden hat für den Stadtkreis bei dem staatl. Polip direktor und für den Landkreis bei dem Landlni- zu erfolgen, und zwar in dreifacher Ausfertigung.

Die Herren Bürgermeister werden ersucht, M stehende Bekanntmachung ortsüblich bekannt je - geben.

Hanau, 27. April 193.1.

Der Landrat und staatliche Polizeidirektor Kaiser.

Stödttsche Vekauutmaibuugek

Betr. Hauszinssteuer usw.

Wir machen darauf aufmerksam, daß die «! ; 1. April d. J. fällig gewordene HauszinsMs j staatliche Steuer vom Grundvermögen, der M f liche und städtische Zuschlag hierzu sowie die Kb benutzuags- und Müllabfuhrgebühr zu den U - ligkeftsterminen an die Stadtkasse zu entricht«"^ i Bis zur Behändigung der Steuerzettel für N; Steuerjahr 1931 ist die Zahlung unter Lorlegu"- ; des Steuerzettels für 1930 zu leisten.

Bei der Hauszinssteuer für 1931 tritt SW das Vorjahr allgemein eine Ermäßigung ein [ zur endgültigen Feststellung der Steuerbeträge£ die bisher veranlagte Hauszinssteuer mit der w i gäbe zu zahlen, daß 3 % dieser Beträge gestundet werden. Quittungsleistung erfolgt w dem Steuerzettel für 1930, Verrechnung noch händigung der neuen Steuerzettel. ,

Zufolge wiederholter Anordnungen der K i lichen Aufsichtsbehörde sind wir verpflichtet,, 6(1 ; verspäteter Zahlung die gesetzlichen Verzugszw^ : «inzuziehen; zur Abstandnahme von der EinzieM der Verzugszinsen sind wir nicht beteiligt. Hanau den 28. April 1931. w

Der Magistrat, gez.: Dr. Müller,

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