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Freitag den M. April 1931

Nr. 95

Herzschuß getötet. Sie waren Grundstücksnachbarn in der Nähe der Solitude und waren in Grenz­streitigkeiten geraten. Benz wurde verhaftet.

Raubmord

Neumünster, 23. April. Der Lokomotivführer Iohannes Runge wurde gestern nachmittag in sei­ner Wohnung ermordet aufgefunden. Der Tote wies eine Stichwunde am Hals auf und lag vor feinem Bett. Der Mörder hatte ihn in das Bett­zeug eingewickell. Nach dem ärztlichen Befund ist die grausige Tat schon vor mindestens acht bis zehn Tagen begangen worden. Es handett sich zweifellos um Raubmord.

3 m Goldbergwerk verschüttet

Bombay, 23. April. In den Goldbergwerken von Orfaum in der Provinz Mysore trat unerwar­tet ein schwerer Gesteinssturz ein, durch den eine größere Anzahl Bergleute verschüttet wurde. 17 wurden verletzt und zwei getötet. 13 werden ver­mißt.

DevMuisonntag" von Bore«

Zur 10jährigen Wiederkehr eines Schreckenstages des Deutschtums am 24. April.

Bozen, die gute, alle deutsche Stadt Walthers von der Bogelweide, die schon im Jahre 680 Sitz eines bayerischen Markgrafen war, wurde am 24. April der Schauplatz eines blutigen Uebersalles seitens der italienischen Faschisten, die dadurch alle deutschen Bestrebungen unterdrücken wollten. Bo­zen kam bekanntlich nach dem Weltkriege zu Ita­lien und erhielt den italienischen Namen Bolzano. Trotzdem aber hielt die Bevölkerung dieser deut­schen Stadt an der deutschen Sitte und am deut­schen Wesen fest, denn sie bestand größtenteils aus Deutschen, und ihre Zuweisung zu Italien mit Südriral war eine der himmelschreienden Unge­rechtigkeiten ut$ Gewalttaten, die die Begleit» erscheinungen des Friedens nach dem Weltkriege waren. Im April 1921 herrschte in Italien noch nicht der Faschismus. Er hatte damals noch nicht die Macht iBeftinunungen zu treffen. Jin Jahre 1921 wurde zum ersten Male Mussolini mit 40 Anhängern in das Parlament gewählt. Aber schon damals versuchte der Faschismus in denerober­ten" Provinzen das Deutschtum auszurotten und schreckte dabei "auch vor den ärgsten Gewalttaten ntd)t zurück. Da er noch nicht die Herrschaft in Italien hatte, konnte er sich noch unbedenklich der gesetzlosesten Mittel bedienen. Noch mußte Musso­lini mit rücksichtsloser Propaganda seine An- Hängerschare-n anfeuern, denn die Bewegung stand erst in ihrem Anfang. Später, als Mussolini die Herrschaft in den Händen hielt und die gewaltsame Werbung nicht mehr brauchte, änderte er sein Sy­stem, denn er ist ein kluger Politiker und Diplo. mat, der sich nicht für ewige Zeiten auf ein Wer- bungssystem feftlegt, sondern sich nach der jeweili­gen Lage der Dinge richtet. Im Jahre 1921 galt galt es, das Deutschtum in Südtirol zu unter­drücken. Der Tag der Frühjahrsmesse von Bozen ivar zu einem besonderen Schlage gegen das Deutschtum ausersehen worden. In Bozen bestand bereits eine größere Sektion des Faschismus, der sich unausgesetzt angelegen sein ließ, die deusichen Bestrebungen in ganz Südtirol zu untergraben. Nun sollte die Messe, die am 24. April 1921 in Bozen stattfand, durch einen Trachtenzug gefeiert werden, an dem die Deutchèn aus ganz Südtirol teilnehmen sollten. In Tirol hat sich bekanntlich noch bis zum heuti­gen Tage an zahlreichen Stellen die alte deutsche Volkstracht jener Gegenden in vielen Aborten er- balten. Das Trachtenfest war darum von den Fa- ichiften als ein echtes deutsches Fest, und als eine Demonstration des Deutschtums gegen die italie­nische Herrschaft verdächtigt worden, obwohl den Veranstaltern dieses Festzuges jede Propaganda sernlag. Sie wollten nur ihre Feste in der ihrem Volke entsprechenden Art feiern. In diese fried­liche Unternehmung platzten nun die verbrecheri­schen Bomben der Faschisten, die von allen Seiten nach Bogen herbeigeströmt waren. Sie erwarteten den Festzug am Obstmark von Bozen und eröffne­ten auf ihn ein heftiges Feuer, warfen auf ihn Bomben. Nach kurzer Zeit lagen ungefähr 50 Teil­nehmer, Männer, Frauen und Kinder in ihrem Blute. Ein Mann wurde erschossen. Die kriâiche Bevölkerung war völlig schutzlos den Angriffen der 'bewaffneten Faschisten preisgegeben, da das Militär sich nicht im geringsten bemühte, die An­griffe abzuwehren. Jener Tag es war ein Sonntag erhielt den bezeichnenden Namen der Blutsonntag" von Bozen. Damals war noch Mi- nisterpräsident Giolitti Herr von Italien, denn er leitete bis zum Juni 1921 die Regierung. Er war empört über diese Vorgänge, die jedoch von Musso­lini gutgeheißen wurden. Es war der Anfang eines Leidensweges für das Deutschtum von Tirol.

Cagliostro einer der berüchtigsten Abenteurer des 18. Jahrhunderts und aller Zeiten schlug de^ schweizer Regierung ernsthaft vor, die Gletscher mit Essig und Salpeter zu beschießen, um sie zum Schmelzen zu bringen. Er bildete sich sin, daß unter ihren Eismasssn Gold und Edelsteine ver­borgen wären.

Die Körperfläche des Menschen beträgt etwa 2 qm. Interessant ist wie sich die innere Ober­fläche der Lunge dazu verhält. Man hat ausge­rechnet, daß die Lunge insgesamt etwa 350 Mil­lionen Atemkammern besitzt, 75 Mal größer als die des Körpers ist, also zirka 150 Quadratmeter. Diese Fläche entspricht einer Front von 70 Meter einer etwa 200 Meter hohen Mauer.

Was Frauen gern verschweigen.

Wir Männer waren unter uns, sprachen von Frauen und Ehe und bedauerten, daß das reizende Aussehen der jungen Ehefrauen so bald verloren gehe.

Ihre Frau scheint ja eine Ausnahme zu sein", meinte einer der Herren,denn Ihre Frau bleibt Merkwürdig lange jung."

Es gibt eben solche Naturen", bemerkte ich.

Na ja . . .", antwortete er,,es gibt aber auch Frauen, die der Natur nachhelfen."

Erlauben Sie gütigst", gab ich zur Antwort, wollen Sie vielleicht sagen, daß meine Frau irgend «in Mittel nimmt?"

So stritten wir lange hin und her und erörter-

Der ritterliche Räuberhauptmann

Der reichste Ränder der wett. Der Smaragdring der Bourbonen. Er schwieg und ging ins Zuchthaus. Der Räuber als Don 3uan.

In Mexiko erregte jüngst ein Urteil großes Aufsehen, durch das der berühmte Räuberhaupt­mann Henriquez Almeida zu fünf Jahren Zucht­haus verurteilt wurde, obwohl alle Watt davon überzeugt ist, daß er unschuldig ist und nur aus großer Ritterlichkeit die Strafe auf sich nahm. Al­meida ist der reichste Räuber der Wett, denn er verfügt über ein Vermögen, das auf ungefähr 200 Millionen Dollar geschätzt wird. Er hat schon seit Jahren keine Veranlassung mehr gegeben, daß sich die Gerichte mit ihm beschäftigen, denn er lebt als großer Herr, besitzt Schlösser und Villen an der See. Wie er zu diesem vielen Gelde gekommen ist, ist bisher noch nicht ermittelt worden. Aber man weiß, daß er in früheren Jahren der kühnste An­führer einer Räubergesellschaft war, die sich nur an große Objekte machte. Er hatte mit dem gro­ßen Räuber Al Capone der Eine gemeinsam, daß er niemals ergriffen worden ist. Er hatte zwar überall seine Hände im Spiel, wo es sich darum handelte, Millionenbeute zu machen. Wenn aber die Behörden kamen und Verhaftung vornahmen, dann war er nie dabei zu finden. Er hat stets die gewiegtesten Kriminalisten an der Nase herum­geführt. Nur ein einziges Mal wurde er vor un­gefähr 10 Jahren zu 2 Jahren Zuchthaus verur­teilt, nicht, weil man ihn überführt hätte, sondern well er in der Umgebung der Bank, wo ein Ein­bruch erfolgt war, gesehen worden war. Dies hätte genügt, um ihm eine schwere Strafe einzutragen, da die Behörden einmal an ihm Rache nehmen wollten. In den letzten Jahren hat er sich nur als Lebemann betätigt. Er war einer der berühm­testen mexikanischen Don Juans. Besonders mun- kelte man, daß er mit einer Dame, die aus dem ältesten französischen Adel stammt und in Mexiko eine große gesellschaftliche Stellung hat, Beziehun­gen unterhielt. Diese Gerüchte, die der Räuber­hauptmann selbst für falsch erklärte, schienen Nah­rung zu gewinnen, als plötzlich der Gatte der Dame einen berühmten historischen Ring vermißte, den Smaragdring der Bourbonen". Dieser Ring zeich­nete sich dadurch aus, daß er in einem herrlichen großen Smaragd das Wappen des alten bourboni- chen Königsgeschlechts eingraviert hatte. Dieser sting war verschwunden, ohne daß man die Ur­sache dafür finden konnte. Plötzlich brachte ein Denunziant eines Tages die polizeiliche Mitteilung, daß der berühmte Smaragbring im Besitze des Millionärs Almeida sei. Daraufhin schritt man zur Verhaftung des Mannes, dem keiner traute, und dem jeder seine Reichtümer mißgönnte und

Das »Gpi-ttage-Mtz^ nach dem

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(Die französische Spionage in Ostpreußen. Militärattaches und Konsuls als Spionagehelfer. »Offizielle Mission" und »Besuche". Die französischefureté militaire").

Die Aufdeckung der Spionage zweier französi- scher Offiziere in Ostpreußen hat mit Recht das größte Aufsehen erregt. Dadurch wird wieder ein­mal beleuchtet, wie auch in der Nachkriegszeit in Deutschland umfangreiche Spionage betrieben wird, obwohl unser kleines Heer für keinen der waffen­strotzenden Nachbarn eine Gefahr bedeuten kann. Es ist auch kein Zufall, daß die zwei französischen Spionageoffiziere in enger Verbindung mit dem französischen Konsul in Königsberg und mit dem französischen Militärattache stehen. Im allgemei­nen sind besonders die Militärattaches der verschie­denen Botschaften unter dem Schutz ihrer amtlichen Stellung Helfer der Spione ihrer Länder. In die­ser Beziehung haben die Militärattaches besonders in der Vorkriegszeit Erstaunliches geleistet. So war z. B. der russische Oberst Basarow, der Militär- attachè der russischen Botschaft in Berlin im Jahre 1914 gezwungen, Berlin zu veranlassen, well man ihm auf seine Spionagetätigkeit gekommen war, die er gar zu bunt getrieben hatte. Oberst Gurko, der russische Militärattachè in der Schweiz hat in der unglaublichsten Weise gegen Oesterreich spio­niert, bis er eines Tages Pech hatte. Er hatte Ver­bindungen mit zwei Damen, die ihm einen Herrn als Helfer vorstellen wollten. Dieser Herr war zu­fälligerweise ein Geheimpolizist und verhinderte die Spionagetätigkeit. Oberst Zankiewitsch, der russi­sche Militärattachè in Wien, leitete geradezu eine große Spionagezentrale, die sich mit den militäri­schen Verhältnissen auf dem Balkon befaßte. Vor dem Kriege erregte die Spionageaffäre des russi­schen Hauptmann Kostewitsch in Berlin großes Auf­sehen. Dieser Hauptmann war inoffizieller Mis­sion" nach Berlin gekommen, war aber trotzdem ein Spion, der besonders von dem russischen Militar- attachè Oberst Masarow geschützt wurde. Besonders gefährlich sind fremdländische Offiziereauf Ur­laubsreisen", wie in dem Falle der beiden Fran­zosen, die bekanntlich angeblich auch nur eine Ur­laubsreise nach Deutschland gemacht hatten, um die Schlachtfelder von Tannenberg zu besichtigen. Wenn es sich gar noch um Generalstabs-Offiziere handelt, dann kann man davon überzeugt sein, daß es zu­mindestenAmateur-Spione" sind. Die Konsuln dienen auch häufig weniger dem Handel und der Aufrechterhaltung der internationalen Beziehungen, als der Spionage. Wenn an irgend einer Stelle,

fen auch die Frage, ob es der Wissenschaft wohl gelingen werde, ein Mittel herauszubekommen, das den Gesichtern bleibende Jugend schenken könne. Zum Schluß vereinbarten wir, bei "Tieren Frauen auszukundschaften, ob sie ein Gesichtspflegemittel anwen-deten und welches.

sah. Im Laufe 6er nächst fällig die Bemerkung falb

Als ich nach Haus kam, freute ich mich wieder sehr, daß Frauchen so prickelnd frisch und jung aus­sah. Im Laufe 6er nächsten Abende ließ ich unauf­fällig die Bemerkung fallen, daß meine Freunde der Ansicht seien, sie wende irgendein Berjüngungs-

mittel an.

Frauchen errötete lieblich und lächelte:Keine Spur. Was die Männer immer denken!"

Dennoch ging ich der Sache nach. Ms ich eines Abends spät nach Hause kam und Frauchen schon

darum keine Strafe für zu hoch hielt, die ihm zu­diktiert werden könnte. Bei der Untersuchung wurde Almeida gefragt, woher er den Ring habe. Er er­klärte:Durch einen Einbruch". Ueber die nähe­ren Einzelheiten dieses Einbruchs ließ er sich nicht aus. Auch auf die Frage, warum ein so reicher Mann wie er noch durch Einbrüche andere Leute schädige, antwortete er nicht, sondern erklärte, daß dies keinen Menschen etwas anginge. Er sei bereit, die wtrafe anzunehmen, die man über ihn verhängen wolle und bedaure nur, daß er so unvorsichtig ge­wesen sei, den Ring zu tragen. Er erklärte sich bereit, dem Besitzer den Ring abzukaufen, für eine Summe, die der Graf selbst bestimmen sollte. Aber der stolze Mann lehnte das Angebot ab, und nun fand der Prozeß gegen den Millionär statt. Er wurde, wie erwähnt, zu 5 Jahren Zuchthaus ver­urteilt und zwar mit der Begründung, daß man von ihm noch andere Verbrechen annehmen dürfe, da er über ein großes Vermögen verfüge, dessen Herkunft keiner kenne. Alle sind aber überzeugt, daß es sich um ein Urteil der Rache handelte, und daß Almeida den Ring nicht geraubt habe. Er hat es nicht nötig, sich wegen eines Wertes, der im Verhältnis zu seinem Vermögen gering ist, in Ge­fahr zu stürzen oder einen Einbruch zu begehen, der vom Verbrecherstandpunkt aus geradezu kin­disch genannt werden müßte. Außerdem wäre er dann nicht so unklug gewesen, den Ring ganz öffentlich zu tragen, zumal er wußte, daß es sich um ein seltenes Objekt handelte. Zu einer Sen­sationsszene kam es, als die Gattin des Ringeigen­tümers als Zeugin vor Gericht erschien. Auf die Frage des Richters, ob er die Dame kenne, erklärte der ritterliche Räuber, der sich sehr gleichgültig ver­hielt und der Anwesenheit der schönen Frau gar keine Aufmerkamkeit zu schenken schien:Ich habe sie wohl hin und wieder gesehen, denn eine so schöne Frau entgeht nicht meinen Blicken, aber es wäre frech gelogen, von mir zu sagen, ich kenne sie." Auch die Dame selbst leugnete, daß sie mit der Ringgeschichte auch nur das Geringste zu tun habe. Nun ist ganz Mexiko im Zweifel, ob der Millionär tatsächlich den ganz unsinnig erscheinen­den Einbruch begangen habe, ober ob er nicht vielmehr nicht der reichste, sondern auch der ritter­lichste Räuberhauptmann der Welt ist. Die Frauen schwärmen jedenfalls von ihm, da er ein sehr schöner und kühner Mann ist, und bei der Gerichts­verhandlung war der Raum für Zuschauer von den schönsten und vornehmsten Frauen Mexikos ge­füllt.

wo ein Konsul nicht durchaus notwendig ist, plötz­lich ein Konulat errichtet wird, dann kann man stets davon überzeugt sein, daß dahinter mehr oder weniger Spionage steckt.

Dasfranzösische Spionage-Netz", das in der Nachkriegszeit als Spionage-Organisation von Ge­neral Goureaud geschaffen wurde, diefuretè militaire" spinnt feine Fäden über ganz Europa. In Deutschland ist die Tätigkeit dieser Spionage- Organisation besonders eifrig. Es sind mehrfach bereits Leute verhaftet worben, die ohne jede Frage für Frankreich Spionage trieben. Vor zwei Jahren wurde ein dänischer Infanterie-Hauptmann Leinbourn verhaftet, der unter dem Namen Brown in Deutschland Spionage trieb, ganz offenbar im Auftrage Frankreichs. Erst jüngst sind ein Bau­meister und seine Frau wegen Spionage verhaftet worden, die er zu Gunsten Frankreichs betrieben hat. Das Reichsgericht hat sich häufig mit derarti­gen Fällen zu beschäftigen. Auch Polen unterhält ein großes Spionagenefe in allen angrenzenden Län­dern, besonders in Deutschland. Wenn die Spionage im Kriege eine der größten Gefahren für die Heere war, so ist sie im Frieden durchaus nicht ungefähr­licher, obwohl sie nicht so mittelbar wie im Kriege eine Bedrohung der Sicherheit der betreffenden Völker ist. Die verschiedenen Armeen würden nicht ungeheure Summen aufwenden, wenn sie nicht das Bewußtsein hätten, daß auch die größten Ausgaben sich lohnen. Die Methoden der Spionage bleiben immer dieselben. Hauptächlich wird mit Verbin­dungsmännern ober Verbindungsfrauen gearbeitet. Frauen sind viel argloser und leichter auszuforschen als Männer, die bei Fragen von Ausländern nach deutschen Heereseinrichtungen in den meisten Fäl­len den Verdacht der Spionage haben. Aber den Frauen, die irgendwie mit Reichswehrangehörigen Verbindung haben, nähern sich dieinteressanten" Ausländer als Verehrer, und dann gelingt es ihnen häufig, die Arglosigkeit dieser Frauen zu miß­brauchen und sich Kenntnis von geheimzuhaltenden Dingen zu verschaffen. Auch der photographische Apparat spielt eine erhebliche Rolle. Nicht immer wird er so plump gebraucht wie jüngst von den französischen Offizieren, die offenbar nicht daran dachten, daß man ihre Tätigkeit beargwöhnen wird. Sonst hätten sie sich photographische Apparate mit­gebracht, mit denen man Aufnahmen machen kann,

schlief, hielt ich Nachschau im Spiegeltaften meines Lieblings. Was fand ich? Eine halbleere Dose Marylan-Creme. Also doch! Ich suchte weiter und fand ein dazugehöriges Büchlein über vernunft­gemäße Gesichtspflege, aus dem mir klar wurde, warum Marylan-Creme eine so famose, anhaltende Wirkung auf die Gefichtshaut hat, warum man aufblüht und Falten den Eingang wehrt.

Mir kam der Gedanke, ob ich Marylan-Creme an meinem eigenen Gesicht versuchen sollte. Ich tat es heimlich und begreife nun, daß mehr als 22 000 Damen und Herren in Dankbriefen, deren Zahl notariell beglaubigt ist, ihre überaus günstige Mei­nung über die jungmachende Marylan-Creme be­kundet haben.

Jeder bekommt eine kostenlose Probe Marylan-

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Der neue Frankier-Automat in einem Berliner Postamt

Der Apparat stempelt eingelegte Briefe, Postkartq und Drucksachen nach Einwurf des jeweils erfordn. lichen Frankierbetrags frei und befördert sie auto> matisch in den Briefkasten.

ohne daß es sofort sichtbar wird. Welche verheere» den Folge unter Umständen die militärische «Spio­nage haben kann, geht aus der berüchtigten Tätig- teil des österreichischen Generalstabsobersten Reit hervor. Dieser größte Verräter aller Zeiten war Schuld daran, daß die Russen über den Aufmarsch­plan des österreichisch-ungarischen Heeres auf ge­naueste unterrichtet wurden. Nur durch einen Zu­fall konnte der Mann entlarvt und beseitigt werben, In der Nachkriegszeit geht, wie zahlreiche Beispiel! beweisen, die Spionagearbeit der Mächtt ihm Gang weiter.

Wied Miete« hinssvichtet!

Berlin, 23. April. Nachdem das nounstch« Todesurteil gegen Kürten durch den eigenen Ver­zicht des Verurteilten auf Revision rechtskrastiz geworben ist, muß das preußische Staatsminisli- num schon in den nächsten Tagen zu der FW Stellung nehmen, ob Kürtens Todesstrafe M streckt wird. Die Gerichte haben vor der Ski streckuna einer Todesstrafe in jedem Einzelfal beim Staatsmlnisternrm anzu-tragen, ov nag ' 'irrt

auch vollstreckt werden darf. Dieser Anfrage wv ein Bericht des Schwurgerichtsvorsitzenden und dl Anklagevertreters beigefügt. Wie dasTempo Bf zuverlässiger Seite erfährt, werden sich diese beid Stellen für die Vollstreckung der Todesstrafen « Kürten einfetzen. Nach Ansicht des Blattes ist nii anzunehmen, daß das Staatsministerium bei da besonderen Lage des Falles von einer Vollftreckiq der Todesstrafe Abstand nimmt. Grundsätzlich hat das preußische Staatsmimstermm zwar stets bei Satz vertreten, daß die Todesstrafe solange nicht vollstreckt werden soll, bis erst dur chdas Reichs- strafgefetzbuch die Frage entschieden worden ist, ob die Todesstrafe bleibt oder nicht. In den Steif« des Staatsministeriums wird der Fall Kürten erbet als ein Sonderfall betrachtet, bei dem die sonst b Preußen bsach/.ten Gründe gegen die Todesstrch in keiner Beziehung Anwendung finden sönnen, weil im Grunde der ungeheuerliche Fall Kürten in kein normales Justizsystem hineinpaßt. Bei bett preußischen Regierungsparteien scheint halM auch Einigkeit zu bestehen.

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Der Landesbezirk Reffen der Technischen Wob Hilfe Frankfurt a. M. hat am letzten Sonntag eine großzügig angelegte Uebung, welche unter der DeviseHochwasser-Katastrophe am Rhein und Nahe" stand, abgehalten. Vertreten waren die Kolonnen Frankfurt, Wiesbaden, Darmstâ Worms, Offenbach, Hanau, Bensheim, Biebrich, Bingen, Kreuznach und der Landesbezirk Baden- Württemberg; außerdem nahmen die Freiwilligen Feuerwehren und die Sanitätskolonnen an der Uebung teil.

Es waren drei Punkte als besonders gefährdet ins Auge gefaßt. Diese waren Lampertheim, Frei' weinheim und Dietersheim a. d. Nahe. Bei LaM' bertheim war eine Rheininsel überschwemmt und dadurch Menschenleben in Gefahr. Freiweinheini war durch einen Dammbruch in Mitleidenschaft Se' zogen und bei Dietersheim drohte das Hochwasser die Felder zu überfluten.

Die Reichsbahn sorgte durch Stellung eines Zuges für die Herbeischaffung von Brettern und Balken sowie für den Abtransport von Menschen

es

Creme und dazu noch das recht interessante Büch' lein über kluge Schönheitspflege, aus dem man vieles lernen kann. Man schneidet einfach fnu- stehenden Gralisbezugsschein aus, legt ihn in einen offenen Briefumschlag (4 Pfg. Porto durch gE Deutschland) und schreibt auf die Rückseite des Um­schlages seine genaue Adresse.

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