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Orf*W täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertag«. / SezugSprei«: Für den halben Jl»not RA. 1., für den ganzen Monat RM. 2. ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 15, gamtftag U z Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R.Plg- im RrNam^eil von S« mm Breite rs R-pfg. / Offertengebü^r so R-pfg.

nzeiger

Hanarr Stadt und Land

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. - Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder au, Rückzahlung des Bezugspreises. / Für plahsorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr. 9 / Fernfpr. 3956,3957,3958

15. April

1931

-König SUf-ns Xin Hai abge-antt

Lbvonvevricht küv sich und seine Familie

rrevuvlikanisches Kavinett Slicafa Zamora gebildet

Dev âS«is vevlSSt das Land

Reichskanzler Dr. Brüning wird nach seinen neuen Dispositionen nicht, wie ursprünglich vorgesehen war, schon am Anfang nächster Woche sondern erst am Donnerstag, 23. April, aus sei­nem Urlaub nach Berlin zurückkehren.

Die Reichsgeschäftsstelle der Deut­schen Volkspartei hat anläßlich der Auf- lösung von Kundgebungen für das Volksbegehren beim preußischen Ministerium des Innern Ver- Wahrung dagegen eingelegt, daß Polizei­behörden der Notverordnung vom 28. März eine Auslegung geben, die mit ihrem Sinn und Geist nicht vereinbar sei.

* Dr. Sahm wurde mit 110 von 222 Stimmen non den Stadtverordneten zum Oberbürgermeister Berlins gewählt Dr. Lange und Elsas wurden Bürgermeister, Asch Stadtkämmerer.

* Sei Görlitz stürzte ein Verkehrs- ! I u g z e u a a b, wobei zwei Personen getötet und sieben Passagiere verletzt wurden.

e

Nach vorliegenden Berichten ist der Berliner Sauarbeit er ft reif überall beendet. Nur an et Meinen Stellen wurde die Wiederaufnahme der

Der Werlaus

des LLmKurzes in Onanien

211 et b 11 b, 14. April. König Alfons XIU hat heute abend für sich und seine Familie dem entsagb Ministerpräsident Admiral Aznar hat dem künftigen Präsidenten der Repu- Vitk, Alcala Zamora, die staatlichen Gewalten übergeben. König Alfons hat mit seiner Famme um 21.00 Uhr die Stadt in vier Autos in Richtung zur portugisischen Grenze verlassen. Vermutlich wird er in Lissabon oder Oporto von einem englischen Kriegsschiff aufgenom­men werden Sämtliche gefangenen Offiziere und Zivilisten, die in den letzten revoluNonären putsch verwickelt waren, wurden von der Regierung auf freien Fuß gesetzt.

Regierung wird in dem von Luch gewünschten Sinne arbeiten. Ihr habt das Recht. Beraniroot-

tung ZU fordern. Alcala Zamora teilte weiter in einer Ansprache vom Balkon des Innenmini­steriums au die Menge mit, daß der König 21 in Richtung Cartagena, wo er sich einschiffen verlaßen hat. Er fügte hinzu, die provisorische Regierung habe sämtliche Gefängnisdirektoren an­gewiesen, sofort alle politischen Gefangenen sreizu- lassen. Ueber die Gefangenen des gemeinen Rechts werde man später befinden.

Madrid

wird.

Ueber die näheren Umstände, die zu der Bil- dung einer republikanischen Regierung in Spanien geführt haben, verlautet folgendes: Nachdem der König seine Machtbefugnisse an die Regierung Aznar übertragen hatte, begab sich der Außen- Minister, Graf Romanones, sofort zu Alcala Zamora, um ihm die Regierungsgewalt für )ie provisorische republikanische Regierung zu übergeben. Die provisorische republikanische Re­gierung trat sofort bei Miguel Maura zusammen.

Maura gab daun die neue Regierung bekannt: Ministerpräsident Alcala Zamora; Finanzen: Garcia Prieto; Außenminister: Leroux; Iuslizminister: de los Rios; Seffent- liche Arbeiten: M ar c etliniM

um die Sauarbeiten, die mehrere Wochen ruhten, Ivelterzusühren.

* Nach einer amtlichen Mitteilung zu der Werkspionage bei der I. G. Farben haben die bisherigen Ermittelungen einen erheb­lichen Anhalt dafür gegeben, daß es sich um eine über ganz Deutschland verbreitete Organisation handelt, die dem Zwecke dient, wirtschaftliche Spionage zu treiben.

*

' 3n her Klagesache des Freistaates Sachsen gegen die Deutsche Reichs- bahngesellschaft wegen der Abänderung der Grenzen der Reichsbahndirektionsbezirke Dresden und Halle fanden gestern unter dem Vor­sitz des Präsidenten des Reichsbahngerichts Ver- gleichsverhandlungen der Parteien statt. Da die Verhandlungen zu keinem greifbaren Ergebnis führten, wurde ein neuer Termin für den 30. Aprll anberaumt.

Dr. Eckener erklärte über den P l a n e i n e r rrukschiffverbindung zwischen Holland und Niederlândisch-Indien, daß er voraussichtlich im kommenden Winter nach Ba- tavla reisen werde. Erst nach der Studienreise er in der Lage fein, mit den interessierten «chifsahrtsgesellschaften weitere Verhandlungen zu Megen. Die Errichtung eines Luftschiffhafens in ^avia auf der Insel Java stehe aber heute schon

, Der deutsche GesandteGraf Lerchen- ieiö hat gestern abend Wien verlassen, um .seinen Posten in Brüssel zu begeben. Zur Verabschiedung hatte sich außer anderen Vizekanz- und Außenminister Dr. Schober eingefunden.

,- Der österr ichische Bundesminister für soziale Verwaltung, Dr. Rasch, hat gestern m den Abendstunden dem Bundespräsidenten ein ^s'.'uertes Rücktrittsgefuch überreichen ussen. Der Bundespräsident hat sich mit dem ^"ueskanzler in Verbindung gesetzt und erwartet J^ Vorschläge. Eine Entscheidung über das Gesuch der Bundespräsident noch nicht getroffen.

*

Dev finnische Reichstag hat eine Gesetzes- vviage angenommen, die eine Erhöhung des Alko- Meheiktes des Bieres von 1% auf 2^ Prozent Diese Entscheidung des Reichstages bedeutet Aenderung der Prohibitionsgesetzgebung.

*

,. ^ Havas aus Madrid meldet, wurde der * April zum Nationalfeiertag für ^Tanten bestimmt.

*

Nachrichten aus Nicaragua wurden 6tl?eritaner und mehrere britische Angehörige von den Aufitändischen m ®eJ argentinische Finanzmini st er iiiiri«!3 >st. z.urückgetreten. Der Rücktritt der _ 3en Minister soll unmittelbar bevorstehen.

v Nähere, siehe im politischen Teil.

LitiesEtlMter: » n a l a: MW _________

Innenminister: Maura; ettsmlnMer

L a b e l l e r o; Verkehrsminister: Barrios.

Der Finanzminister der provisorischen Regie- runa, Prieto, und eine gewisse Anzahl spanischer Persönlichkeiten, die sich bisher in Paris im Exil aufhielten, reifen heute abend nach Madrid ab. Sämtliche in Frankreich im Exil lebenden Persön­lichkeiten sind aufgefordert worden, nach Spanien zurückzukehren.

wegen

Sämtliche Minister sind unter der Mouarchie revolutionärer Umtriebe verfolgt gewesen.

Die Bedingungen des âvnigs

Madrid, 14. April. König Alfons Hal abgedankl. Rach Mitteilung des republikanischen Führers Maranon Halle der König zunächst ver­sucht, die Krone dem Kronprinzen zu übertragen. Das wurde aber von Alcala Zamorra abgelehnt. Der König entschloß sich darauf, alle Forderungen abzulehnen und unter folgenden Bedingungen die Krone niederzulegen:

1. Daß er Spanien mit allen Familienange­hörigen verlassen dürfe.

2. Daß ihm Gelegenheit geboten werde, sein Privatvermögen zn liquidieren und darüber zu disponieren.

3. Daß seine Abreise unter militärischen Ehren erfolgen dürfe.

Baveelona schlägt zuerst los

Barcelona, 14. Aprll. Auf dem Bürgermeisteramt und auf dem Gebäude des Provinziallandtages ist die republikanische Flagge gehißt worden. Beide Behör­den sind in die Hand der Anhänger des Katalonen- führers Oberst Macia übergegangen. Die Polizei leistete keinen Widerstand und wagte gegen die republikanischen Demonstranten, an deren Spitze sich Macia gestellt hatte, in keinem Augenblick einzu­schreiten. Oberst Macia veröffentlichte folgende Er­klärung:3m Namen des katalanischen Volkes rufe ich den katalanischen Staat unter republikanischem Regime aus, dessen Einführung ich gleichfalls für die übrigen iberischen Völker wünsche, mit denen wir eine Konförderation der iberischen Völker zwecks Befreiung von der Monarchie der Bourbonen bil­den werden. Wir wünschen, daß diese Stimme zu allen freien Staaten im Namen der Freiheit, der Gerechtigkeit und des Friedens unter den Völkern dringt. Gez. Frances Macia."

LVetteve Tsileevubttken

Madrid, 14. Aprll Nach in Madrid eingetroffe­nen Meldungen aus San Sebastian und Saragossa sind dort die neugewählten Munizi- palbehörden zusammengetreten und haben ihre Territorien zur Republik ausgerufen.

Tanger, 14. April. Die Flagge der spanischen Republik ist heute nachmittag auf dem spanischen Post- und Telegraphenamt gehißt worden.

Dev ^nia verläßt Madrid

Madrid, 14. April. König Alfons XIU hat nm 9 Uhr abends in Begleitung des Infanten Alfonso unb des früheren Marineministers Herzog von i

König Alfons Xin.

Miranda die Stabs verlassen. Das Ziel seiner Reise ist nicht bekannt. Rach der einen Version ist es Larlagena, nach der anderen Ladix. Die übrigen Mitglieder der königlichen Familie werden Madrid morgen verlassen. Ein besonderes Abdankungs- dekret ist nicht abgefaßt worden. Der König hat, wie gemeldet, faktisch auf die Regierungsgewalt ver­zichtet.

M a d r i d, 15. April. König Alfons traf in Be­gleitung seines Vetters des Infanten Alfonso heute morgen 4 Ahr in Cartagena ein und begab sich so­fort an Bord des Kreuzers Principe Alfonso.

Lamova an das ivaniswe flott

^5^^^'.^ «peil. Der Präsident der pro- slforrschen Regierung Alcala Zamora hat folgende durch Radio verbreitete Rede an das spanische Volk

Zamora, der Präsident der provisorischen repu­blikanischen Regierung bei einer Wahlrede. Un« ten rechts Miguel Maura, der neue Innen­minister.

gehalten: Ich begrüße die Ration. Ich fordere Luch alle auf, trotz der Begeisterung eine würdige Haltung zu bewahren. Spanien muß seine Größe beweisen. Bleibt weiter vorsichtig. Die provisorische

Paris, 15. April. Die Regierung der spani­schen Republik veröfsenllicht ein A mnest le­ge s e tz, wonach für alle politischen und Presse-Ver. gehen weitgehender Straferlaß gewährt wird. Gleichzeitig wurde eine Vorbereitung einer algemeinen Amnestie angeordnet.

Mvsends Slutvevgietzeu

Madrid, 14. April. In allen spanischen Städten wehen die republikanischen Flaggen. Sowell bis jetzt festgestellt werden kann, ist es auch nirgends zu Blutvergießen ge­kommen. In Madrid, wo die republikanische Flagge zuerst auf dem Postamt gehißt wurde, wurde dann das Rathaus um 4% Uhr von den Revolutionären besetzt. Seither durchziehen singende und kund­gebende Mengen die Straßen. Bisher sind hier keine Ausschreitungen zu verzeichnen gewesen.

Daß der Thron Usfons XIII. erheblich knS Wanten geraten war, das war der erste und bedeutsamste Eindruck der spanischen Kom­munalwahlen vom letzten Sonntag. Trotzdem konnte man immer noch der Ansicht sein, daß der König wie so oft in kritischen Augenblicken durch Mut und Entschlossenheit wieder Herr der Lage bleiben würde. Alfons XIII. hat den Kampf diesmal nicht ausgenommen, er hat aus dem durchschlagenden Wahlerfolg der ver­bündeten Republikaner und Sozialisten die Konsequenzen gezogen und dem Thron ent­sagt. Geht man den Ursachen nach, die am letzten Sonntag zu dem republikanischen Be­kenntnis eines großen Teiles des spanischen Volkes geführt haben, so wird man zu der Ueberzeugung kommen, daß hier der Dynastie eine Rechnung über die Diktatur des verstorbenen Primo de Rivera überreicht worden ist, dessen Wirken, neben dem Nachteil des Zwanges und der Unterdrückung, nicht in jeder Hinsicht segensreich gewesen ist. Seine Diktatur aber war, wenn nicht ein Werk der Krone, so doch von ihr jahrelang geduldet und gefördert worden, und so ist es nur selbstver­ständlich, daß sie dem König zur Last geschrie­ben wurde. Immerhin hätte die Krone die Möglichkeit besessen, nachträglich von Primo de Rivera abzurücken und sich selbst als sein Opfer hinzustellen. Ein Ueebrgang zur konsti­tutionellen Monarchie wäre vielleicht noch vor einem Jahre, energisch, rasch und aufrichtig vollzogen, von Erfolg begleitet gewesen. Al­fons XIII. verschmähte diesen Weg. Vielleicht hätte ihn das auch nichts genützt, denn manche Kenner der spanischen Verhältnisse hielten die republikanische Bewegung damals schon für oweit fortgeschritten, daß^das Mittel des Ent- ;egenkommens nicht mehr aussichtsreich er- chien. So suchte der König, zunächst mit dem Kabinett des Generals Berenguer, zuletzt mit dem des Admirals Aznar, Zeit und Ueber- gangsstadien zu gewinnen, ein Versuch, der nun endgültig gescheitert ist. Die republi­kanische Bewegung Spaniens, deren klägliche Mißerfolge bei Demonstrationen und Putsch­versuchen über ihre Stärke täuschten, konnte nach dem Wahlausfall vom letzten Sonntag nicht mehr als eine Sache der Studenten und Literaten abgetan werden. Sie ist in den letzten Monaten zu einer V o l k s b e. wegung größten Stils geworden, zu einem politischen Machtfaktor, dem der König mit der Abdankung glaubte Rechnung tragen zu müssen.

Eine Beurteilung der Reaierungstätigkeit Alfons XIII. von Deutschland aus wird die

Die Heuikae «ummev umfaßt 10 Sette«