Einzelbild herunterladen
 

Nr. 86

Dienstag den 11 April 1931

Seite 5

8

fr

Kreis Büdingen.

Holzanfuhr

Die Anfuhr (ohne Verladung) von 407 Fm. Fichten- ctnmmbolx 1 »-Klasse, 553 Fm. Nadelholz (Langruben- 7.x und 1542 Rm. Fichten-Celluloseholz (2 Meter aus sämtlichen Schutzbezirken an die Bahnhöfe Mdingen (Holzlagerplatz) und Mittelgründau ist zu ^Gebote, welche die AufschriftHolzanfuhr" tragen müssen sind bis zuzn Samstag den 18. April d. I., vormittags 10 Uhr, einzure.chen. nähere Auskunft erteilt die unterzeichnete Stelle.

Büdingen den 13. April 1931.

Härstliche Rentkammer, Abt. Forstamt. Schaefer.

KeetS Gelnbaukeu.

S Gelnhausen, 14. April. Im nördlichen Teile

Kreises Gelnhausen, der seither noch postalisch von verschiedenen Postanstalten des Bezirkes be­dient wurde, wird die Zustellung vom 1. Mai d. I. wie auch bereits in dem anderen Teile des Kreises durch Kraftpost ausgeführt, und zwar vom Leitamt Wächtersbach aus.

SWS S«a«Sfuvt a. HL

Die Abrechnung der Frankfurter Sroßmarkthalle

: Der Maginrat nahm in feiner S nung den ; Bericht des Revisionsamtes über die Abrechnung le/ Großmarkthalle zur Kenntnis und genehmigte ; die Abrechnung und den Prüfungsbericht. Aus der i Abrechnung ergibt sich, daß von den städtischen i Körperschaften insgesamt 14 377 000 RM für den Bau der Großmarkthalle einschließlich Geländecr- werb bewilligt worden waren. Die Gesamtausgabe : beläuft sich, obwohl bei verschiedenen Titel des i Boranschlages Mehrleistungen erfolgt sind, und ob- i wohl während der Bauzeit durch gewisse Preisstel- gerungen mit einer Ueberschreitung des Kosten- voranschfags gerechnet werden mußte, nur aus 13 871 282'96 RM, so daß eine Gefamterfparme oeaenüber den bewilligten Mitteln von 505 717.04 RM eingetreten ist. Der Magistrat beschloß von diesem ats erspart nachgewiesenen Betrag 395 000 RM als extraordinären Kreditrest für die zwar vorgesehenen aber noch nicht durchgeführten Stra­ßenherstellungen weiterzuführen und den Restbe­trag als verfallen änzusehen.

Brand im Warlesaâl des Bahnhofes Frank­furt a. 2IL-SÜÖ

: Montag früh wurde beim Aufschließen des Wartesaales 3. Klasse im Bahnhof Frankfurt a. M.- Süd festgestellt, daß in dem Wartesaal ein Brand ausgebrochen war. Kurz nach 5 Uhr war das Feuer gelöscht Die Ursache des Brandes ist auf die Nichtausschaltung eines Bügeleisens zurückzu­führen.

Vier Selbstmorde an einem Sonntag

E : Am Sonntag haben sich in Frankfurt nicht weniger als vier Personen das Leben genommen. M^Neben einer aus der Heil, und Dklegeanftalt ent-

i|

Mn Zuge überfahren" ließ, schieden am Sonntag iwei Frauen, und ein junger Mann freiwillig aus fern Leben, indem sie sich mit Gas vergifteten.

gi' n

is im « Li ns

M

di«

ittii ois

mit Mt ißt bk

et

tP

Illi

B, DP

I»

bet in!

als B int B eP

Aus â« WM.

Schweres A«to»mslück

Ein ToterAsienforscher Dr. Trinkler schwer verletzt

Bremen, 13. April. Auf der Landstraße BremenBremenhaven geriet am Sonntag abend bei dem Dorf Hagen infolge des schlupfrigen Pflasters ein mit sechs Personen besetzter Kraft­wagen ins Schleudern und stürzte um. Der Chauf­feur war sofort tot. Der bekannte Asienforscher Dr. Irintier erlitt einen Kieferbruch, eine Ben- verletzung und innere Verletzungen, die jedoch nicht lebensgefährlicher Natur sind. Frau Dr. Kritis­ier blieb unverletzt. Von den übrigen Insassen erlitten drei Damen leichtere Verletzungen. Die Verunglückten wurden in ein Krankenhaus nach Bremerhaven übergeführt. Zurzeit des Unglücks wurde der Kraftwagen von einer Dame geführt.

Beginn des EvdSwvorekkss

Hannover, 13. April. Nach jahrelanger Vor­untersuchung begann heute vor dem hiesigen Schws- fengericht der sogenannte Erdölprozeß. Wegen Be­truges sind angeklagt Kaufmann Hirsch und Kauf­mann Jacobsen, beide aus Hannover, Landwirt Lampe und Markscheider und Makler Wiegand, beide aus Goslar, Landwirt Rehbock-Nordgoltern und Reisender Maisold-Hannover Sämtliche Ange­klagte werden beschuldigt, in den Jahren 1926 bis 1928 leichtgläubige Personen unter Vorspiegelung salscher Tatsachen zum Erwerb von wertlosen An­teilen an neugegründeten Erdölünternehmungen ver­anlaßt und sich dadurch wiederrechtlich in die Hun­derttausende, ja in die Millionen gehende Vermo- gensvorteile verschafft zu haben, während die Ge­schädigten teilweise Hab und Gut verloren haben. Zu dem Prozeß, dessen Dauer auf 14 Tage berech­net ist, sind 69 Zeugen geladen. Den ersten Ver­handlungstag füllte die Vernehmung des Haupt- Angeklagten Hirsch aus, der gelernter Silberschmied 'st und später als Bergmann gearbeitet hat. Nach dem Kriege hat er sich an Bergbauunternehmungen beteiligt und Erdölbohrgesellschaften gegründet. Ueber die Summen, die er durch den Verkauf der Anteilscheine an sich gebracht hat, macht er keine Angaben. Er erklärt, sich nicht mehr erinnern zu wnnen. Die Schulden bei einer Tiefbohrgesellschaft Hirten schließlich zum Konkurs, der aber wegen Aiangels an Masse eingestellt werden mußte.

H

Todesurteil in Dessau

. Dessau, 13. April. Das anhaltische Schwur- ^richt verurteilte heute den 24jährigen Bierfahrer Gustav Hinze aus Leopoldshall wegen Mordes zum ^ode Hinze ist im Juli vergangenen Jahres in »as Schlafzimmer seiner Geliebten, einer geschie- n eg Frau, et »gedrungen, um sie zu töten, Hat m aber durch Schüsse nur schwer verletzt. Dagegen wurde der zur Hilfe herbeieilende Stiefsohn der mau von Hinze erschossen.

Dev ^ürten-Vrozeß

Dev Angeklagte schAdevt seine freudlose Lugend und vevvvettet sich über feine Schandtaten

Aus »ab und Ser tu Aus dem AlntevbaU evichokien Der Täter wollte Kommunisten einen Denkzettel geben. Eine Verwechslung. Ein Toter und ein verletzter.

Düsseldorf, 13. April. Nach Eröffnung der Ver­handlung gegen den Massenmörder Kürten verlas der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Dr. Rose, den Erosfnungsbeschluß. Dann wurden die Sachverständigen aufgerufen und vereidigt. Auf die Frage des -Vorsitzenden erklärt sich Kürten

- D a r m st a d t, 13. April. Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt: In Ober-Olm besteht se» kurzem eine Ortsgruppe des Stah.helms, die auch gleichzeitig mit der Einrichtung einer sogenannten Ortswehr verbunden ist. Am Sonntag trafen llch

Walde bis zum Morgen festhielt. Dann kam die Frage auf die zahlreichen Brandstiftungen, die Kür­ten verübt hat. Er erklärte daß er die Brandstiftungen,,^,^^ ^^^^.. .,.. - hauptsächlich deshalb begangen habe, weil er Ge- in Ober-Olm Kommunisten aus der Umgebung, fallen an dem Feuerschein und an den Schreckens- - - ----- -........ "

rufen der Bewohner hatte. Allerdings habe er nicht

Blick in den Verhandlungssaal in der Turnhalle der Polizeiunterkunst Düsseldorf.

Oben links: Dr. Wehner,der Verteidiger Kürtens.

Zwifchen diesen Kommunisten und IRitghebern bet Stahlhelm-Ortsgruppe entstanden in bet Nacht vom Sonntag zum Montag Streitigkeiten, in deren Verlauf von Stahlhelmleuten nach den Kommu­nisten mit Steinen geworfen wurde. Mehrere von den dem Stahlhelm nahestehenden Leuten gingen daraus in das Gehöft eines Stahlhelmmannes und holten von dort zwei Jagdgewehre. Sie stellten sich an einer Straßenecke auf, und als sie zwei Per­sonen kommen sahen, von denen sie annahmen, daß es Kommunisten seien, schoß der Stahlhelmmann Oberhahn aus Ober-Olm auf die eine des Weges kommende Person, die tödlich getroffen zu Boden iel. Es war dies ein gewisser Adam Krämer, dec mit der Sache nichts zu tun hatte, kein Kommunist ist, auch sonst keiner Partei angehört, sondern der von einer Hochzeit nach Hause ging. Sein ihn be­gleitender Bruder wollte ihn in die Höhe he en; daraufhin wurde von Oberhahn auch auf den Bruder geschallen. Dieser wurde am Bauch ge­streift und verletzt. Die Ermittlungen der Staats- anwaltschaft und der Landeskriminalpolizei in

mit und

leiser Stimme bereit, auszufagen. Stockend mit vielen Unterbrechungen,

ichttdevt âüvien Heinen Lebens­lang

Während er noch ein kleiner Junge war und die Volksschule besuchte, zogen die Eltern von einem Ort zum andern.Mein Vater war ein Säufer", erzählt Kürten.Schon als kleiner Junge wurde ich von ihm immer schwer mißhandelt. Mit acht Jahren lief ich aus dem Elternhaus davon und blieb drei Jahre fort. Wiesen und Wagen waren meine Schlafstellen. Ich ernährte mich von ge­stoßenem Obst und Feldfrüchten. Dann wurde ich von der Polizei ergriffen und in die Erziehungs­anstalt gesteckt. 1897 übersiedelten meine Eltern

INI

nicht weiters

des Vorsitzen!

>» gesteckt, 1897 ubersieâ jâckeinstack Lisdie Frage des Vorsitzenden, ob er,

MWWMMMcht plötzlich ab und will mit der Absicht auspegangen je., jemand zu Wien, wettersprechen Erst nach längerem Zureden schwieg Kürten zunächst, gab aber dann d.e ^otungs- ^""Ä ffÄÄ TL ,«,., ».11 *M. OMI,f.r* ein Iraurlaes8 Sehen, befonhers wenn Later Sprad>e.:ble Surfen 10 Mmulen non ferner

auf. xvu.v.» (j"/'* ........ . V

war ein trauriges Leben, besonders wenn Vater nicht zu Hause war. Einmal wollte mich Vater totschlagen. Nur als meine Geschwister zu jammern und zu weinen begannen, ließ er von mir ab.

Dors.:Vielleicht sagen Sie etwas Näheres

über Ihren Vater."

A n g e k l.:Mein Vater war wegen Totschlags vorbestraft. Er schlug auf mich in unmenschlicher Weise ein. Ich habe feine Vorstrafe als Schmach und Schande empfunden. Mit vierzehn Jahren kam ich in die Lehre, und da stellte mein Vater etwas Furchtbares an." Der Vorsitzende erläutert dies.

Angekl.:Als Baier aus dem Gefängnis zurückkam, mißhandelte er mich auf das schlimmste. Auch meine Geschwister wurden von ihm geprügelt. Es kam sogar vor, daß er ein Loch im Garten grub eins von den Kindern hineinsteckte und die Erde wieder zustampfte. Ost mußte meine Mutter in der Nacht flüchten."

Kürten fuhr fort:3m Jahre 1899 erhielt ich wegen Unterschlagung zwei Monate Gefängnis. Eines Tages wurde ich von einem Schutzmann er­wischt und gefesselt. Er versah meine Kette mit einem Vorhängeschloß und führte mich so durch die »tabt (Ironisch): Vielleicht hielt er mich schon damals für einen Massenmörder. Im Polizeigefängnis lernte ich verschiedene Genosten kennen, die nahmen mich Milchgesicht sofort in dieArbert".

Kürten schildert dann seine weiteren Vergehen, doch unterbricht der Vorsitzende diese Ausführungen, in dem er die zahlreichen Vorstrafen des Angeklagten ausführt. Nach einer im Sommer 1900 verbüß en Gefängnisstrafe hat Kürten vier Wochen gearbeitet und später in Rheydt einen Diebstahl ausgefuhrt, der ihm zwei Jahre Gefängnis einbrachte, die er in Düsseldorf verbüßte.

Seine tviebbafte« vergehen traten zum ersten Male im April 1913 in Erschei- nung. Als er in Düsseldorf in ein Haus der Munster- itrane eindrana, um dort einen Diebstahl zu begehen, and er ein âjähriges Mädchen im Bett, würgte das Mädchen und machte sich wieder aus dem Staube. Er behauptet, er sei in den Gefängnissen und Zuchthäusern mißhandelt worden und die grau­samen Fesselungen hätten erst bte Empfindungen bei ihch geweckt, die später bei den Mordtaten zum Aus-

drück kamen.

Als Kürten sich zu den Motiven zu seinen ver­brecherischen Handlungen näher auslassen will be­antragt der Staatsanwalt Ausschluß der Oeffent- lichkett. Der Verteidiger widerspricht. Das Gericht »lebt sich zur Beratung zurück und verkündet dann den Beschluß daß die Oeffentiichkeit nicht ausge­schlossen werde, doch soll sich Kurten aller Einzel­heiten bet der Schilderung feiner Taten enthalten.

Dei Angeklagte Kürten gab im weiteren Verlause seiner Vernehmung noch einen Fall zu, wo er sich in Düsseldorf in ein Haus in der Munsterstraßc in der Absicht des Diebstahls eingeschlichen habe. Als er schon mehrere Zimmer aufgeschlossen hatte, habe er einen Knaben im Bette liegend gesehen. Er wollte ihn mit einem Beil niederschlagen, wurde aber ge- stört und floh. , .

5m Jahre 1913 lernte er ein 20,ahriges Mädchen kennen das er auf dem Heimwege von einem Spa- ziergange nach Grafenberge vergewaltigte und im

daran gedacht, daß sich in den angezündeten Heu­schobern etwa Menschen befunden haben könnten.

In Düsseldorf machte Kürten die Bekanntschas von zwei Hausangestellten, die er mißhandelte und würgte Er zog sich dadurch eine Klage wegen Not­zucht zu, wurde aber sreigesprochen. Dann kam Kür­ten auf ___

die ÄeVevfLlle

in den Lahven 1025 bis 1020

zu sprechen. Er sagte aus, daß er sich bei diesen Uebersällen stets bamit begnügt habe, sich an der Angst seiner Opfer zu weiden. Der erste Mordver­such ereignete sich am 3. Februar 1929 in Gerres­heim an Frau Kühn, auf die er mit einer Schere, die er sich zu diesem Zwcke mitgenommen hatte, mehr-

nung entfernt antraf. Er ging dem Kind entgegen und'stach es mit der Schere nieder. Dann begab er sich in ein Kino, kehrte aber später zum Tatort zu­rück und zwar mit einer Flasche Petroleum, die er neben die Leiche stellte. Morgens, etwa um 6% Uhr, begab er sich abermals zum Tatort überschüttete die Kleider des Kindes mit Petroleum und zündete sie an. Am 13. Februar begegnete er dem Inva­liden Scheer, der angetrunken war und Kür­ten anrempelte Kürten stieß den Mann nieder und tötete ihn auf die gleiche Art wie die kleine Ohligser.

Am 1. August 1929 lernte Kürten im Zooviertel die Hausangestellte Hahn kennen, verabredete sich mit ihr zu einem Ausflug nach. Neandertal und stach sie auf dem Rückweg bei Pappendelle mit einer Schere nieder. Am nächster Tage kehrte er an den Tatort zurück, verweilte dort längere Zeit und grub die Leiche nachts ein.

WÄvumâiivien d^eBviefe ickvkeb

Dorf.:Die Leiche wurde vorerst nicht gefun­den. Im September begannen Sie dann Briefe zu schreiben." _

Angekl.Das tat ich, um in der Bevölkerung Aufregung hervorzurufen. Die Verwirrung machte mir Freude."

Kürtens erste Briefe an die Polizei waren ge­nau. Auf Grund feiner späteren Mitteilungen konnte die Leiche gefunden werden.

5m Anschluß hieran wurden die brei^ Mord­versuche besprochen, die Kürten am 21 August begangen hatte. Da er seine Schere nicht Mr Ver­fügung hatte, kaufte er sich ein Stilett, mit dem er Kornblu m. Frau Mantel und Inge Goldhausen schwer verletzte. Schon wenige Tage später, am 24. August, ereignete sich der Döppelmord an Luise Lenzen und Ger­trud Hammacher, denen er in Dülleldorf-Flehe die Kehlen durchschnitt. Am nächster, Tage bereits unternahm er einen Mordversuch an Gertrud Schulte, mit der im Anschluß an einen Besuch der Neußer Kirmes einen Spasiergana nach Ober­kassel machte. In den Oberkasseler Wiesen fiel er über die Schulte her und verletzte sie schwer. Am 30. September lernte er die J d a Reuter in der Düsseldorfer Bahnhofshalle kennen und machte mit ihr einen Spaziergang nach dem Pappelwäldchen. Auf dem Rückweg schliua Kürten die Reuter mit einem Hammer nieder und tötete sie Die Leiche wollte er in den Rhein werfen, mußte aber davon Abstand nehmen, da sich ihn: ein Polizist näherte. Don der Elisabeth Dörrier wurde er am 12. Oktober auf Der Straße anuesprochen Er nahm die Dörrier mit mm Tortb ruch, wo er_ sie mit einerfl Hamm-r tötete. Am 25. Oktober überfiel er eine Frau Meurer in Gerresheim mit einem Kammer und später im Hofaarten die Prostituierte Klara Wanders. Der letzte Fall in der Serie der Morde ereignete sich am 7 November 1929 an der Gertrud Aldermann, die er hinter die Fabrikmauer der Firma Haniel-Lueg schleppte und bort mit einer Schere ermordete.

Nachdem diese Morde und Mordüberfälle kurz dmrchaesprochen waren, wurde die Verhandlung auf Antrag des Verteidigers auf Dienstag vor- Dormitiad 9 Uhr vertagt.

Mainz sind im Gange.

Feststellungen am Tatort.

Die Pfarrgasse wurde am Montagmorgen in aller Frühe von der Gendarmerie aus Nieder-Olm abgesperrt damit etwaige Spuren bis zum Ein­treffen der inzwischen herbeigerufenen Landes- krim'nalpolizei nicht verwischt würden. De Kri­minalpolizei erschien unter Leitung des Kr'mmal- rates Enders und es wurde festgestellt, daß die beiden Schüsse aus einem Jagdgewehr abgegeben waren.

Der erste Schuß, der den Adam Krämer tödlich verletzt hatte, muß aus einer Entfernung von VA bis 2 Meter aus dem Hinterhalt abgegeben worden sein.

Entweder ist der oder die Täter, wahrscheinlich han­delt es sich um zwei, den beiden K. nachgeschlichsn oder haben diesen in einem Türeingang aus­gelauert. ...

Der zweite Schuß ist aus einer etwas größeren Entfernung erfolgt, was daraus zu schließen ist, daß die Schrotkörner die Brust des Heinrich Kra­mer nicht durchdrungen haben. An der gegenüber­liegenden Häuserfront wurden leichte Be'chaä-gun- gen durch Schrotschuß festgestellt und auf der Straße lagen noch Schrotkörner vereinzelt umher. Außerdem wurde am Eingänge der Sackgasse zu der Wohnung der beiden Krämer eine leere Schrot- Hülse aufgefünden.

Die Täter verhaftet.

Die Ermittlungen der LandeskriminalpoNzei führten rur Verhaftuna des begüterten verheiratete,» Landwirts Karl Auauft Oberhahn als Haupt­täter und der zur Zeit der Tat in stmer . , ' fung befindlichen 20jährigen Arbeiter Willi haei­ne r und Josef Strzoda aus Ober-Olm Die der verhaftete Oberhahn zuaibk. hasten sie die Ab­sicht. einigen Kommunisten einen Denk­zettel i u geben und ihnen die Sckrotladungen in die Beine iu schießen. In der Dunkelheit haben sie sich angeblich in den Personen geirrt.

Sevwesenev Ltsbevfa« auf eine Raffelet? VankfMale Kassel, 13. April. Heute vormittag gegen M Uhr wurde auf die Filiale der Deutschey Bank im Bahnhof Wilhelmshöhe ein dreister Ueberfall ver­übt. Zwei junge Burschen, die schwarze Masken vor dem Gesicht turgen, traten in den Vorraum der Bank und hielten dem Beamten sofort eine ' Pistole vor mit dem Ruf .Hände hoch!" Der Be­amte sprang geistesgegenwärtig auf, ergriff einen Stuhl und schlug damit dem die Pistole haltenden Räuber auf den Kopf, wobei dessen Hut herunter­fiel. Dann sprang der Beamte über den Schalter hinweg auf die Räuber zu. Einer der Burschen feuerte sofort auf den Beamten, ohne ihn jedoch zu verletzen. Die Kugel drang aber dem Beamten in der Höhe der Hüfte durch Rock und Hose. Als der^ Räuber weiter schießen wollte, hatte er eine Lade­hemmung. Beide Räuber flüchteten darauf auf die Straße, ^hier bestiegen sie einen roten Opelwagen und fuhren in rasendem Tempo davon. Der am Bahnhof Wilhelmshöhe postierte Schutzpolizei- beamte hatte den Schuß gehört und war sofort zur Bank geeilt. Er konnte jedoch die Flucht der bei­den Räuber nicht mehr verhindern, da sie bei ferner Ankunft bereits davongelaufen waren. Der Beamte konnte nur noch die Nummer des Wagens I T 23471 feststellen, die auch von dem Bankbemnten bereits erkannt worden war. Das sofort alarmierte Ueberfallkommdando konnte den Wagen nicht mehr einholen. Der am Tatort zurückgebliebene Hut des einen Verbrechens ist ein grau-brauner Velourhut und in Kassel gekauft.

Abgeordneter Feder Zu einem Monat Gefängnis verurteilt

Kastel, 13. April. Der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete Dr. Feder wurde heute vom Großen Schöffengericht in Kastel wegen Vergehens gegen § 5 Absatz 1 des Republikschutzgesetzes zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Die Strafe wird gegen, eine Buße von 200 RM auf drei Jahre ausgefetzt. Dem Urteil liegen drei Aeußerungen Feders zugrunde, die er in einer Rede in Kastel ge­tan hat.

Schöne weiße Zähne

Auch ich möchte nicht verfehlen. Ihnen meine größte Aner­kennung und vollste Zufriedenheit über dieChlorodont- Zahnpaste" zu übermitteln. Ich gebraucheChlorodont" schon feit Jahren und werde ob meiner s-bönen weißen Zäbneoft be­neidet, die ich letzten Endes nur durch den lagiichen Webrauch Ihrer Chlorodont-Zahnpasie erreicht habe. C.Reichelt, Sch.... Man verlange nur die echte Chlorodont-Zahnpaste, Tube b4Ps. und 90 Pf., und weise jeden Ersatz dafür zurück