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grschâ täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den Halden y^nat IM 1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freilag 15, Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R-PK, im Reklameteil von SS mm Breite 25 R-Pfg. / Offertengebühr 50 R-Psg.

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Der Berliner Polizeipräsident hat einem Antrag der Gewerkschaften, am 1. Mai um 10 Uhr eine De­monstration im Lustgarten abhalten zu dürfen und ebenso einem Antrag der Kommunisten auf Geneh­migung einer Demonstration an gleicher Stelle um 15 Uhr, stattgegeben. Geschlossener Anmarsch ist in beiden Fällen gestattet.

* Das LuftschiffGraf Zeppelin" ist heute morgen von seiner Aegyptenfahrt nach Friedrichs­hafen zurückgekehrt.

* Der Führer der Höchster Kommunisten Wil­helm Dienstbach, Mftglied des Betriebs- und Ar­beiterrat der I. G. Farbenindustrie, Kommunal­landtagsabgeordneter und Mitglied des Höchster Bezirksrats ist wegen Werkspionage ver­haftet worden.

Auf einem politischen Ausspracheabend hat sich die Deutsche Volkspartei in Braun­schweig für weitere Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten ausgesprochen, da sie der An­sicht ist, daß sich die thüringischen Verhältnisse nicht ohne weiters auf Braunschweig übertragen lassen.

Ein Berliner Blatt bringt die Meldung, daß die Abberufung des deutschen Botschaf­ters in London, Freiherrn von Neurath, im Auswärtigen Amtbeschlossene Sache" sei. Wie von zuständiger Stelle erklärt wird, entbehrt diese Behauptung jeglicher Begründung. Sie ist mit sämtlichen von dem Blatt im Zusammenhang damit gebrachten Kombinationen glätt aus den / Fingern gesogen.

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ne Auguste Viktoria wurden am zehnjährigen Todestag eine unübersehbare Zahl ' von Kränzen und anderen Blumenspenden nieder- s gelegt. Der Kronprinz legte einen Kranz seines ) Vaters nieder. Die kaiserlichen Familienmitglieder ' versammelten sich zu einer längeren Andacht Mausoleum.

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be- r t

In einem Brief an Owen Poung tritt der kannte Wirtschaftssachverständige Herbe.. Houston dafür ein, daß die internationale Han­delskammer die Frage der Kriegsschul­den einer Prüfung unterziehe. Houston ist der Ansicht, daß jede Verminderung der Schul­den von einer gleichzeitigen Verminderung der Rüstungen begleitet sein müsse.

* Die gestrigen f p i wählen lassen den Si

anischen Gemeinde-

.Jieg der republikanisch-sozia­listischen Koalition unzweideutig erkennen. Der Ministerrat ist gestern abend zu seiner ersten Be­sprechung zusammengetreten, um das Wahlergebnis Gu besprechen, ein Beschluß wird nicht von dem nächsten Ministerrat gefaßt werden. Heute wird der Ministerpräsident mit dem König über die Lage .beraten.

. Wie dasJournal" aus Madrid erfährt, ist die kn Spanisch-Marokko in Garnison lie­gende Gendarmerie nach Spanien ubergeführt worden.

... Dem Friedensvertrag fällt wiederum ein mili- tarischer Bau zum Opfer, inbem die Kaser n'e auf dem Ast er st ein bei Koblenz auf Abbruch verkauft worden ist, der bald be­ginnen soll.

. . Die beiden Kammern des schwe - brschen Reichstags billigten die Regie­rungsvorlage über den Beitritt Schwe­ins zum Abkommen von Oslo, durch bas eine wirtschaftliche Annäherung zwischen Schweden, Norwegen, Dänemark, Holland und Belgien herbeigeführt wird.

Das japanische Kabinett ist zurück­getreten.

*

Der ehemalige König Aman Ullah von A f g h a n i st a n ist in Port Said eingetrof- ien und in einem Sondèrzuge nach Suez weiter­gereist, von wo er sich am Montag nach Dschiddah Zu einer Wallfahrt nach Mekka begeben wird. Aman Ullah hat erklärt, daß er nicht die Absicht Me, seinen Thron zurückzugewinnen. Der einzige Zweck feiner Reise sei die Wallfahrt nach Mekka.

Der neue Bürgermeister von Chicago Eon Cermak, hat 3000 städtische Ange- i iife, die während der Amtszeit seines Vor- MNgers eingestellt worden waren, innerhalb von Mer Tagen entlassen. Die Gehaltszahlung von il1 3000 Angestellten wird von dem Ausgang Jr Untersuchung abhängig gemacht, ob die Be- l-w? ^'ne ihrem Gehalt angemessene Arbeit ge- haben.

' *> Roheres stehe im politischen Teil.

Dee Wahltag in Spanien 4tehevwÄtrseu-e Erfolge der Revubttkauev

Madrid, 12. April. Die Kommun alwa hlen in Spanien, sind, soweit sich bis jetzt überblicken läßt, ohne jeden Zwischenfall verlaufen. Die ersten vorliegenden Wahler­gebnisse überschreiten alle, auch die kühnsten Erwartungen der Republikanischen Parteien und ihrer Anhänger.

Madrid, 12. April. Bei den heutigen Geineinüe- wahlen haben die Linksparteien in zahl­reichen Städten einen ausgesprochenen Erfolg da­vongetragen, so in Guadalajara, wo die Linksparteien 13 Sitze gegenüber sechs Monar­chisten erhielten, ferner in Valladolid und in Castellon de la Plana, wo 26 Mitglieder der republikanisch-sozialistischen Koalition und vier Monarchisten gewählt wurden. In Huelva sind 13 Republikaner, 10 Sozialisten und 10 Konstitutiona­listen, aber mir drei Monarchisten gewählt worden.

Wie verlautet, hotten die Republikaner sogar im Wahlbezirk, in dem das königliche Palais in Mad­rid liegt, um 19 Uhr mit einem Drittel Stimmen den Vorsprung vor den Monarchisten, obwohl man glaubte, daß in diesem Wahlbezirk die Monarchien sämtliche fünf Sitze ohne weiteres erobern könnten. Die Geistlichen des Sprengels von St. Marcus haben mit offenem Stimmzettel für die republika- nisch-sozialistische Koalition gestimmt.

Madrid, 12. April. 3m Wahlbezirk, In dem das königliche Palais liegt und wo die Monarchisten auf einen Erfolg hofften, wurden drei Mitglieder der republikanisch-sozialistischen Koalition und zwei Monarchisten gewählt. Bereits um 13.20 Uhr hatte die Regierung Nachrichten erhalten, wonach in 35 Provinzhauptstädten die Republikaner und die

oNkevedra

Mouar Republikaner 14,

Mon. 4, Rep. 10, Salamanca Mon. 12, Rep.

19, Valencia Mon. 18. Rep. 32. Leon Mon. 7, Rep. 18, Ciudad Real Mon. 8, Rep. 16, Cor­dova Mon. 17, Rep. 27, Saragossa Mon. 17,

Stattens Druck aut FeauSeeiO

DovlÄutts keine Stellungnahme Stattens zu den deutsch- Ssievvetthktcheu Zottveveinbaenngen

Paris, 12. April.AM großer Wahrscheinlichkeit wird Italien vor der Genfer Dölker- bundsrakslagung nicht zu den deutsch-österreichischen Zollbesprechungen Stellung-nehmen", telegraphiert heute nachmittag der gewöhnlich sehr gut unterrichtete römische Korrsepondent desTemps" feinem Blatt. Damit ist für die französische Oeffentlichkeit, die immer noch die Hoffnung auf eine energische Aktion der italienischen Regierung gehegt hatte, eine Ent­scheidung gefallen, die sicherlich wenig nach ihrem Geschmack ist und kaum dazu beitragen dürfte, die Unterzeichnung des Alottenabkommens zu erleichtern

DerTemps"-Korrespondent oertritt die Mei­nung weiter französischer Kreise, wenn er in seiner Meldung hinzusetzt, daß Italien mit seiner Haltung eine außerordentlich günstige Gelegenheit versäumt hat, in einer sehr bedeutungsvollen Frage die Ueber­einstimmung seiner Interessen mit denen Frank­reichs zu bekunden.

Nach derTemps"-Meldung haben folgende Gründe Italien zu seiner vom französischen Gesichts­punkt aus rein negativen Politik veranlaßt. In der neuen Atmosphäre des Flottenabkommens habe Rom sich zunächst der französischen Demarche in Wien und Berlin angeschlossen und beide Regierungen um Auskünfte über das Zollabkommen gebeten. Da­mit habe es eine klare Solidarität mit der Aktion der französischen Regierung gezeigt. Für diese Geste habe es aber keine andere Belohnung erhalten, als die Schwierigkeiten, die von französischer Seite be­züglich des Flottenabkommens erhoben wurden. Wenn auch in Rom", so fährt der Temps-Bericht- erltatter fort,ein Zusammenhang zwischen dem Flottenabkommen und der deutsch-österreichischen Zollkombination öffentlich nicht anerkannt wurde, so vertritt man doch den Standpunkt, daß unter den gegenwärtigen Umständen diese beiden Ereignisse nicht streng voneinander getrennt werden könnten. In Rom verhehlt man nicht, daß die gegenwärtige Haltung der italienischen Regierung in der Frage

46 Stunden-Moche

Berlin, 13. April. Nach einer Blättermeldung aus Bielefeld wird heute bei der Bielefelder Wäschefabrik Ernst Kast A.-G. die 40-Stundenwoche eingeführt. Insgesamt sollen, da gleichzeitig auch eine Ausdehnung der Produktion erfolgen kann, 100 Arbeitskräfte eingestellt werden, wodurch die Be­legschaft von 250 Köpfen auf 350 erhöht wird. Für die zurzeit beschäftigten Arbeitskräfte bringt die Kürzung der Arbeitszeit einen Lohnausfall von 15 bis 18 v. H. mit sich, der aber im Interesse der Neueinstellungen von den Arbeitern getragen wird.

Rep. 30, Toledo Mon. 10, Rep 15, Santan­der Mon. 15, Rep. 25, Valladolid Mon. 18,

Rep. 26.

Meliere Siege der rtevublikanev

Madrid, 12 April. Wie aus Barcelona gemeldet wird, hat nach den bis 21 Uhr vorliegen­den Ergebnissen die republikanische Linke in Katalonien (Oberst Macia) mit 30 000 Stimmen die Mehrheit erhalten. Dann kommen die Region- listen und die radikalen Republikaner. Die anti- monarchistischen Parteien werden also im Stadlrat von Barcelona über eine große Mehrheit verfügen. Auch in den anderen Städten Kataloniens haben die Republikaner fast überall die Mehrheit errun­gen. Auf den Straßen warten Tausende vor den Redaktionen ber Zeitungen und begrüßen die Sie- gesnachrichken der Republikaner in ganz Spanien mit Begeisterung.

Heute LKttMstwat Über die Lase

Paris, 12. April. Graf Romanones gewährte dem Madrider Vertreter der Agentur Havas eine Unterredung, in der er das Ergebnis der Wahlen als bedauerlich bezeichnete. Man müsse zugeben, be-

nistërraf über die Lage beraten. Denn die Monarchisten bei den heutigen Wahlen geschlagen worden seien, so sei das auf die Diktatur und die schlechte Behandlung der politischen Parteien zu­rückzuführen.

desAnschlusses" zum Teil durch die Schwierig­keiten des Flo tte na b k omme ns dik­tiert wurde. Italien habe bereits alle Beweise seines guten Willens gegeben und könne sein Opfer nicht noch mehr erhöhen. Außerdem seien die italie­nischen und englischen Ansichten völlig übereinstim­mend, was bei der Aufnahme der Flottenbesprech­ungen in der kommenden Woche deutlich zu Tage treten werde."

DieTemps"-Meldung schließt mit der Fest­stellung, daß man in den streng faschistischen Kreisen in Rom die französische Flottenparade anläßlich der Präsidentenreise nach Tunis für völlig unnötig halte, die sicherlich nicht geeignet sei, die Lösung der Flottenfrage zu erleichtern. Diese sehr bemerkenswerten Ausführungen des französischen Blattes enthalten viel Wahres. Die aktive und ge­schickte Polttik des Nachkriegs-Italiens versteht es meisterhaft, die internationale Konstellation zu ih­rem Vorteil auszunutzen. Zweifellos will Italien mit feiner Haltung zur deutsch-österreichischen Zoll­frage einen Druck auf Frankreich aus - üben und politische Konzessionen herausschlagen. Deutschland und Oesterreich werden die Genfer Mai­tagung abwarten müssen, um festzustellen, inwieweit die bisherige italienische Zurückhaltung vom Gefühl der Zustimmung und Sympathie für das Zollabkommen diktiert war.

Rücktritt des athautMeu ^abinsiis

Rom, 12. April. Nach einer Meldung der Agenzia Stefani aus Tirana hat der albanische Iustizminister wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Parlament seine Demission eingereicht. Die albanische Regierung hat darauf hin die Ge­samtdemission des Kabinetts beschlossen mit der Be- griinbung, daß die gegenwärtigen Meinungsver­schiedenheiten charakteristisch seien für die an­dauernd feindselige Haftung des Parlaments gegen die Regierrmg, "her es dauernd ernste Schwierig­keiten bei der Ausführung chrer Aufgaben mache.

Dev »#$S$ebemfall*

Der französische Präsident Doumergue hat auf seiner Reise nach Tunis in Nizza andeu­tungsweise davon gesprochen, daß die Ge­schichte Deutschlands im Hinblick auf die ge­plante deutsch-österreichische Zollunion einen Präzedenzfall biete, den Frankreich nicht aus dem Auge verlieren dürfe. In Frankreich ist dieser Hinweis Doumergues sofort jedem ver­ständlich gewesen, nicht etwa deshalb, weil den Franzosen etwa die deutsche Geschichte beson­ders geläufig wäre, andern einfach deshalb weil das Organ der französischen Regierung, der vielgelesenePetit Parisien", vor kurzem mit aller Deutlichkeit und Ausführlichkeit einen Vergleich zwischen der geplanten Zollunion und demPräzedenzfall" gezogen hat. Die Meinung, die Doumergue geäußert hat, ist sicher auch die Ansicht der französischen Re­gierung und es wird aut und nützlich sein, wenn man sich in Deutschland mit diesen fran­zösischen Gedankengängen vertraut macht, da man erst dann mit voller Klarheit erkennen kann, auf was es der französischen Politik bei ihrem Widerstande gegen die geplante deutsch­österreichische Zollunion ankommt.

In dem Artikel desPetit Parisien" wird der Reichsregierung vorgeworfen, sie treibe mit der offiziellen Begründung des geplanten Zollausschusses die reine Spiegelfechterei. Der Ursprung des Planes liege ganz wo anders, nämlich in den Archiven der Wilhelmstraße. Dr. Gaus, der Kronjurist des Auswärtigen Amtes, habe sich bei der Ausarbeitung der Richtlinien ganz einfach jene Verträge zum

dèutsHen Staaten abgeschlossen worden seien, in erster Linie aber den Vertrag zwischen dem Königreich Preußen und dem Großherzogtum Hessen-Darmstadt vom 14. Februar 1828, aus dem später der deutsche Zollverein hervorge­gangen sei. Der Verfasser des Artikels ver­gleicht den Text jener Verträge mit dem der Richtlinien und behauptet, es sei geradezu verblüffend, wie weit die Uebereinstimmung zwischen jenen alten Dokumenten und den jüngst entworfenen Richtlinien gehe. Heute spreche man von einem einheitlichen Zolltarif für die beiden Länder, damals habe man von einem gemeinsamen Zoll- und Handelssystem gesprochen. Die Voraussetzungen, unter denen die Zolleinheit durchgeführt werden solle, seien damals wie heute die gleichen. Die Bestim­mung der Richtlinien über die Abschaffung der Ausfuhr- und Einfuhrzölle finde sich auch in den Verträgen des Jahres 1828, ebenso die Be­stimmung über die Einrichtung einer Zollver­waltung. So wird der Vergleich weiter durch­geführt bis zu den letzten Artikeln der Richt­linien. Als einziger Unterschied wird zuge­geben, daß nach den jüngst aufgestellten Richt­linien die beiden Staaten das Recht haben sollen, Handelsverträge mit anderen Staaten abzuschliehen. Dieser Unterschied aber, so wird hinzugefügt, sei unwesentlich, da man im Grunde genommen doch entschlossen sei, solche Handelsverträgein Zusammenarbeit und kn Uebereinstimmung" abzuschließen, wie es m dem Vertrage von 1828 festgelegt werde.

Wenn der Verfasser des Artikels etwa glauben sollte, mit dem Vergleich eine große Entdeckung gemacht zu haben, so irrt er sich ge­waltig. Was der deutsche Zollverein zu be­deuten hatte, weiß jeder Geschichtskundige ganz genau. Dieser Vorgang braucht nicht erst in einer französischen Zeitungentdeckt" zu werden. Es liegt auch vollkommen in der Natur der Dinge, daß die jüngst aufgestellten Richtlinien und die Bestimmungen der vor mehr als hundert Jahren abgeschlossenen Ver­träge eine gewisse Aehnlichkeit oder Ueberein­stimmung aufweisen. Denn wenn man vor hundert Jahren eine Zollunion abschloß, so wird man dabei ungefähr ebenso verfahren sein wie heute. Mit dem bis ins einzelne durchgeführten Vergleich kann also der Ver­fasser des Artikels, den offenbar Sachverstän­dige der französischen Regierung beraten haben, nicht den geringsten Eindruck machen. Es kommt ihm im Grunde genommen auf die­sen Vergleich auch gar nicht an, sondern auf etwas ganz anderes. Er gibt selbst zu, daß er an den Vertrag des Jahres 1828 in der Haupt­sache deshalb erinnert habe, weil an dem Tage

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