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Ar. 78

Donnerstag den r. Aprk 1931

Seite

Alsgeheilt" entlassen

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tjj(fle werden auf die Menschheit losgelassen an Berlin wurde vor einigen Tagen ein G-ei- »«kranker namens Bruno Funke wegen Mord- rdachtes verhaftet und in die Irrenanstalt Buch "naeliefert. Er hatte allem Anschein nach seine «.'Kebte namens Meta Schierley, die seit ihrem L Zusammensein mit Funke spurlos ver- Wunden ist, offenbar ermordet. Funke litt schon längerer Zeit an Geisteskrankheit und war auch L §st in der Irrenanstalt, wurde aber von Zeit Zeit alsgeheilt" entlassen. Die Le.brechen Artiger Geisteskranken, die als angeblich geheilt sie Menschheit losgelassen werden, haben in M. ,.i. Qrtté in nrirhrofF^nhdiv^sstötiö iirh >hi'iHrt

Ritten Zeit in erschreckender Weise sich gehäuft, adei Zeigte sich fast immer das gleiche B,ld. Die "senden Kranken waren längere Zeit völlig

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* zeigten keine Spuren von Geiste ökiankheit ! Lobsucht und gingen ihren Gesch iften in

Ä normaler Weise nach, b s sie plötzlich ohne Lnb ein Zeichen von Störung schwere Verbrechen hübten. So hat jüngst ein Beriiner Arbe.ter ganze Familie mit einem Gewehr bedroh:, c nUr mit knapper Mühe und Not konnten die ^hrbeten Personen aus dem Bereiche tes Gei- L=r anten flüchten. Es wurden auch in jüngster Veit Fälle gemeldet, wo sich bereits seit längerer L Zeichen von Unruhe bei den ehemaligen Gei- if-kranken zeigten. Die Verwandten, die für ihr Wn fürchleten, gingen daraufhin zur Polizei, um â die Unterbringung des Geisteskranken in einer Irrenanstalt zu sorgen, aber sehr oft ohne Erfolg, dem tiefe Drohungen sind noch kein genügender zur Internierung. Leider wird häufig erst der Brunnen zugedeckt, wenn das Kind ins Mer gefallen 'st. Wenn die Geisteskrankheit eines Verbrechers erst nach feiner Tat erkannt wird, daiin sind felbstverständ'ich rechtzeitige Vorsichts- Mßnahmen nicht möglich gewesen. Anders ist es ^ei, wenn, wie es so häufig der Fall ist, die be» äsende Person schon lange als geisteskrank be« toint ist unt trotzdem frei herum'aufen darf. Oft hält es sich um sogenannteGrenzfälle", bei baten die Neigung zum Verbrechen sich aus einer èormen psychischen Veranlagung ergibt, ohne geradezu Geisteskrankheit vorliegt. Hier kön­nen rechtzeitig Vorbeugungsmaßnahmen kaum er« .«rissen werden, da alle Handhaben dazu fehlen. Anders ist es aber bei den Kranken, die sich bereits âls gemeingefährlich erwiesen haben und darum ohne Schaden getan zu haben, in Irren- Kälten untergebracht werden mußten. Heutzu­tage sind die geflossenen Anstalten fast in keiner ^eife von anderen Krankenanstalten unterschieden. Sie dienen nur den besonderen Zwecken, und da mir die Geisteskranken heute nicht mehr als Ver- brecher oder behexte Menschen ansehen, so ist es nur recht und billig, daß sie in Krankenanstalten nlèrgebracht werden, d'e zu ihrer Pflege und ihrer Heilung da sind. Nun gibt es allerdings zahlreiche Simulanten, besonders unter den Verbiechern, di« sich der Strafe entgehen wollen, indem sie die Gei- fteslrmken oderwilde Männer" spielen. Bei die­sen Verbrechern handelt es sich weniger darum, sie als Kranke in Irren-anstalten festzuhalten, sondern zu entlarven und der Strafe zuzuführen. Die als

geisteskrank erkannten Menschen sollten aber unter allen Umständen in Irrenanstalten festgehalten werden, falls die Gefahr von Gewalttaten oder Tobsuchtsanfällen vorliegt. Zwar muß man be­denken, daß die Internierung eines Geisteskranken für feine soziale Stellung von einfchneidenstem Ein­fluß ist Oft handelt es sich um Leute, die scheinbar nur harmlos erkrankt sind. Sobald diese sich mo­natelang ruhig führen und keinerlei Anzeichen von Tobsucht in der Anstalt zeigen, sind die Aerzte be­reit, diese Menschen dem Leben wiederzugeben, in der Hoffnung, daß sich auch weiterhin kein« schlech­ten Folgen nach der Entlassung bemerkbar machen werden. Diese Personen werden wieder in vielen Fällen nützliche Mitglieder der menschlichen Gesell­schaft, anstatt dem Staate oder ihren Angehörigen zur Last zu fallen. Im Interesse dieser Personen liegt es, Dtm ihrem abgeklungenen Leiden möglichst wenig Aufheben zu machen. Andererseits aber liegt es im Interesse der Menschheit, daß sie vor schwe­ren Schädigungen durch erneute Ausbrüche von Geisteskrankheit bewahrt werden. In tiefen Fällen müßten die Verwandten auf Anzeichen aufmerksam gemacht werden, die auf Sinnestäuschungen oder Wahnvorstellungen schließen lassen, da in diesen Fällen die Handlungen der angeblichGeheilten" sehr schnell wieder völlig unberechenbar werden können. Wenn, wie in dem oben erwähnten Fall des Funke, der Geisteskranke plötzlich wieder An­zeichen einer an Verfolgungswahn grenzenden Ei­fersucht zeigt und Mordabsichten äußert er hat dies tatsächlich mehrere Male getan dann müß­ten die 2'rigehördigen verpflichtet ein, sofort die Polizei auf die drohende Gefahr eines neuen Aus­bruches des Geisteskranken aufmerksam zu machen, woraufhin eine erneute und dauernde Internierung dieses gemeingefährlichen Irren eine Pflicht gegen­über der Allgemeinheit ist, wenn auch hin und wie­der eine Härte mit unterläuft.

Allevle^ MMenswevtes

Der Hallesche Rechtslehrer und Danteforscher Karl Witte, der im Jahre 1883 nach einem 83jährigen Leben starb, konnte schon mit vier Jah­ren lateinisch sprechen.

Die niedrigste mittlere Jahrestemperatur, die in Framheim, am Rande der antarktischen Eisbarriere herrscht, beträgt 76 Grad unter Null. Sie wurde am 13. Januar 1885 in Werchojansk, dem sibirischen Kältepol, festgestellt. Trotzdem herrscht nicht hier, sondern am Rande des antarktischen Kontinents in Adelieland, das strengste Winterklima. Denn hier gesellt sich zur Kälte der Wind, der mit orkanartiger Gewalt weht, so daß man diese Gegend als die nie­drigste der Erde bezeichnen muß und sie mit voll­stem Rechtdie Heimat der Stürme" genannt hat.

Das Chloroform ist seit 1831 bekannt, in wel­chem Jahre es gleichzeitig von Liebig und Soubei­rain entdeckt wurde. Vier Jahre später wurde seine chemische Zusammensetzung von dem französi'chen Chemiker Dumas bestimmt. Zum ersten Male wurde es als Betäubungsmittel für Menschen von

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dem berühmten Frauenarzt und Geburtshelfer James Sipson (1847) in Edinburg benutzt.

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Holzschwellen und Schienen können ihrem Dienst etwa 18 bis 25 Jahre versehen, davon etwa 15 Jahve auf hochbeanspruchten Hauptstrecken (z. B. HamburgBerlin). Dann finden sie für Neben- streckem und Nebengeleise Verwendung.

Rttudfunr-Vvo-vamm

Donnerstag, den 2. April

6.15: SF Wettermeldung. Anschließend: Morgen­gymnastik. 7.158.15: SWF Frühkonzert. 12: Schallplattenkonzert 14.10: Werbekornert. 15.20: SWF Stunde der Jugend. 16.30 SF Nachmittags­konzert. 18.15: SWF Zeitfragen. 18.45:Julius Curtius", Vortrag. 19.10: SWF Französischer Sprachuntericht. 19.45: SF Kammermusik. 20.45: SFSendung", ein Hörbild. 21.45: SF Aus der Marienkirche Stuttgart: Orgel-Konzert. Anschlie­ßend: Von Berlin:Parsisal".

Freitag, den 3. April

8: SWF Aus der Johanniskirche Mainz: Orgel- Konzert 10: SWF Aus der Petertskirche Frankfurt: Morgenfeier. 12: SWF Konzert. 14: SF Stunde der Jugend. 15:30: SWFJoseph von Arimathia", Er­zählung. 16: SWF lM) Schallplattenkonzert: Hän­delsMessias" 18: SFPassiv Christi". 19: SWF Karfreitags-Weihestunde. 19.35: SWF (M) (Großer Saal des Saalbaues, Frankfurt a. M. Franz Schubert: Messe in As-Dur. 20.30: SWF (M) lAuf den Deutschlandsender): Christusleaende. 21: SWF (Auf den Deutschlandsender): Stunde der Kammer­musik.

Verein ehem. 6er Ulanen Lützow Hanau. Unsere Monatsoersammlung fällt morgen, wegen Kar­freitag, aus und findet dafür am Freitag, 10. April abends 8.30 Uhr im Vereinslokai statt.

kurzschriflvereiuigung Gabelsderger. Morgen, Karfreitag, Radwanderung nach Gravenbruch. Ab­fahrt pünktlich 1 Uhr mittags vom Deutschen Haus. Rückkunft - gegen 8 Uhr abends. Wir erwarten zahlreiche Beteiligung. 457

Amtlkh- Nerauntmachunse«

Bekanntmachung

Der Entwurf der Satzung nebst den Cntwurfs- unterlagem zur Bildung einer Entwäsferungs- genosfenfchaft gemäß §210 des Preußischen Wasser­gesetzes vom 7. Apru 1913 zur Melioration von Wiesen in der Gemarkung Wachenbuchen liegen aus dem Bürgermeisteramt in Wachenbuchen in der Zeit vom 6. bis einschließlich 14. d. M. während der Bürostunden zur Einsicht der Beteiligten offen.

Hanau, den 1. April 1931.

Der Kommissar des Regierungspräsidenten Kaiser, Landrat.

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Odenwald-Club. 1. Feiertag abends Treffpunkt

Hotel Lindenhof. 2. Feiertag Prioatwanderuna in den Vorspessart mit Sonntagskarte Kahst Abfahrt 9.23 Uhr Hanau-Haupt. 8959

Rudergeselljchast 1879. Karfreitagstour: Ab­fahrt 9.12 Uhr Westbahnhof. 916 Uhr Hauptbahn­hof. Sonntagskarte nach Aschaffenburg lösen. 445

Derkmeister-Bezirksverein Hanau. Heute abend 8.30 Uhr: Generalversammlung im Vereinslokal (vorderes Vereinszimmer). Vortrag des Kollegen Kloha überBetriebsstillegungen". 458

Volks-Chor Union. Karfreitag gemeinschaftlicher Spaziergang. Abmarsch 3 Uhr vom Steinheimertor. Weitere Nachrichten folgen am Samstag. 459

FL. Viloria 1930. Am Samstag, 4. April 1931, abends 8 Uhr, Spielersitzung. Anschließend Monats­versammlung. Erscheinen aller Mitglieder Pflicht.

Spessart-Touristenverein. Unsere heutige Mo­natsversammlung findet um ^9 Uhr im Vereins­lokal (Sängerheim) statt. Besprechung über die 4. Wanderung und Verschiedenes. 455

Verein der Hundesreunde für Hanau a. M. (e. V ). Heute abend 8^ Uhr Monatsoersamlung in der Vereinshütte. 456

Städtische Netauutmachuuge».

Die städtischen Badeanstalten Ba-ngertstraße 2 und Hauptstraße 6a (Kesselstadt) bleiben vom 7. April d. Js. ab bis auf weiteres ge- schlosfèn.

Hanau, den 28. März 1931.

Der Magistrat, gez.; Dr. Müller

Oessenlliche Mahnung billiger Steuern und Abgabeni

Diejenigen Steuerschuldner, welche mit Ent-

richtung

der

Hauszinssteuern, GrundoermögensstErn, Kanaibenutzungsgebühren Müllabfuhrgebühren

für März 1931

(fällig gewesen am 15. März 1931) Handwerkskammerbeiträge

für 1. Apri' 1930 bis 31. März 1931

Rückstände sind, werden hierdurch öffenMch gemahnt, die Rückstände bis spätestens 7. April 1931

im

an die umterzeichnetc Kasse zu entrichten.

Don den folgenden Tagen ab werden die fällig gewordenen Rückstände nebst Zinsen und Gebühren im Wege der Zwangsvollstreckung eimgezogen.

Eine Behändigung von kNâhniekteln findet nicht statt. Zahlungen im Giroverkehr oder auf Postscheckkonto Nr. 5104 Frankfurt a. M., müssen spätestens am obengenannten Tage der Kaste portofrei zugehen. 47

Hanau, 2. April 1931.

Stadtkasfe. gez. Albert, Rendant.

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