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tW®MttMl'3wiöev f^sdr^mimt Stadt und Land
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Ar. 38
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1. Äp«u
1931
GedbevenkatafN-phe in Nicaragua
Die Kauvistadt Managua vollkommen zevsiSvt
Die Zahl der Toten wird auf 2500 geschätzt
^EZ» ^knys-Sji^owi-
* Im Reichsrat hielt Dr. Curtius eine
längere Rede reich i f ch e 3
Sormür]
über die o l l u n i o n.
Briands antwortete.
deutsch- öst erbt der er auf die
Reichstagspräsident Löb« wird, wie das Nach- titfjtenbüro des VDZ. hört, auf Grund des Antrags der Kommunisten auf Einberusung des Reichstags den Seite ft enrat nach Ostern zu einer Sitzung tinladen. •
♦ Neuerlich unternommene Einigungveruche in der Krise in Thüringen sind gescheitert, so daß das Schicksal der Regierungskoalstion als besiegelt betrachtet werden kann.
3m Hinblick auf die gespannte Finanzlage des Staates Bremen, sind der Senat und die Fraktionen der Regierungskoalition übereingekommen, die Verminderung der Zahl der Senatoren von 14 aus 10 durchzuführen.
Der Berliner Polizeipräsident teilt mit: Aus Grund des § 1 Ziffer 1/4 der Notverordnung des Reichspräsidenten vom 28. März 1931 hat der Polizeipräsident sämtliche von dem
lommunistischen Jugendoerband anläßlich der
Reichsjugendtages in der Zeit vom 3. April bis
Sprit 1931 “ = - — â
eplanten öffentlichen Kund
MH
Der Berliner Polizeipräsident teilt mit: Auf Erund des § 1, Ziffer 1, II und IV der Verordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen vom 28. März 1931 ist eine für restern abend mit dem Mitgliede des Reichstages Munchmeyer als Redner angekündigte Versammlung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter-Partei lerboten worden.
Der Verteidiger des Leutnants Scheringer hat sich an den Oberreichsanwalt mit dem Antrag auf Gewährung eines dreimonatigen U r» lau b s aus der Festungshaft gewandt, um Springer Gelegenheit zu geben, sich auf einen türgerltchen ®eruj vo rzu b e re i te n.
Zwischen der Reichsbahn und den Cisenbohn- ßewerkschaften ist ein Feierschichtenab- fom me n auf die Dauer von drei Monaten für die Zeit vorn 1. April bis 30. Juni 1931 obge- schlossen worden, das für die Reichsbahnausbesse- rungswerke und einige andere Arbeitsgebiete die Einlegung von Feierschichten regelt. 3m Vierteljahr sollen durchschnittlich bis zu 12 Feierschichten durchgeführt werden.
In dem Konflikt zwischen der Reichs- dahngesellschast und den Gewerkschaf- hn der Eisenbahnarbeiter in Sachsen wegen der Feierschichten hat gestern das Landesarbeitsgericht Dresden die von den Gewerkschaften eingelegte Berufung zurückgewiesen und damit den Standpunkt der Reichsbahn anerkannt. Die verlautet, wollen die Gewerkschaften sich nicht ®it dieser Entscheidung abfinden, sondern sich an dar Reichsarbeitsgericht wenden.
Mit der Eröffnung des Hauptverfahrens 'M F a 11 S k l a r e k ist in diesen Tagen zu rechen. Die Anträge der Verteidigung, die Erklärungs- frist der Angeschuldigten um zwei Monate zu verlängern, sind bekanntlich von der Kammer abgelehnt worden. ♦
Wie die Agentur Havas berichtet, sollen entgegen anderslautenden Gerüchten die Interpellan- 'kn, die die französische Regierung über die deutsch-österreichischen Zollangleichungsbestrebungen Gefragen wollen, sich bereit erklärt haben, aus eine Angehende Debatte über diese Frage vor Beginn der Parlamentsjerien zu verzichten.
. Der amerikanische Captain Frank Hawks 'n gestern mittag zu einem Flug von Newyork "ach London gestartet.
Der englische Staatssekretär für Krieg teilte Extern dem Unterhaus« auf eine Anfrage nach den Prozentsätzen der Verminderung in den Heeres- tustungsausgaben Großbritanniens, Frankreichs, Aaliens, Amerikas, Japans und Rußlands im ^"hre 1930 im Vergleich zu dem Jahre 1^24 mit, vorläufigen Ziffern zeigten, daß nur i m balle Großbritanniens eine wef< nt - »che prozentual« Verminderung erfolgt sei. In stalle Japans fei eine geringe Verminderung vor Landen, während in den übrigen Fällen Erhöhun- stattgefunden hätten.
*> Näheres siehe im politischen Teil
Washington. 31. März. Präsident Hoover hat heute bekannkgegeben. daß nach privaten Meldungen aus Nicaragua ein außerordentlich schweres Erdbeben den Bezirk von Managua helmgesucht hat. Die Stadt Managua sei so gut wie ganz zerstört worden. In verschiedenen Teilen der Stadt wüteten heftige Feuersbrünste, wie Associated Preß meldet. befinden sich unter den Toten, deren Zahl auf 1000 geschätzt wird, viele Amerikaner, darunter auch ein höherer amerikanischer Ma rineosfizier.
Newyork, 31. März. Nach einem direkten Funkspruch der Associated Preß aus Managua ist das Ausmaß der durch das Erdbeben verursachten Katastrophe noch nicht zu übersehen, da die dichten Rauchschwaden, die über der Stabt hängen, es unmöglich machen, einen Ueberblick zu gewinnen. Die in der Mitte der Stabt gelegene Markthalle, in der kurz nach dem Erdsturz Feuer ausbrach und mit Frauen und Kindern überfüllt war, stürzte infolge des Brandes zum Teil ein, wobei 35 Personen unter den Trümmern begraben wurden und verbrannten. Auch auf bey Straßen liegen zahlreiche Tote und verletzte. Die in Managua stationierten amerikanischen Marinesoldaten tun ihr Möglichstes, um die Verletzten zu retten. Der Erdstoß dauerte im ganzen nur vier bis fünf Sekunden, war jedoch von solcher Heftigkeit, daß er fast alle Gebäude der Stadt in Trümmer legte.
Newyork. 31. März. Vie Associated Preß aus Managua meldet, ist der versuch, durch Dynamitsprengungen den Brand, der in der vom Erdbeben heimgesuchten Stadt wütet, elnzudäm-
fen sind unmöglich, da die Wasserleitungen durch das Erdbeben zerstört wurden. Die Straßen sind mit Flüchtlingen angefüllt, die, von einer Panik ergriffen, aus der brennenden Stadt zu flüchten suchen. Infolge der Trümmermassen sind die Straßen jedoch kaum passierbar. 3n der ganzen Stadt ist kein einziges Gebäude unbeschädigt geblieben. Das Feuer breitet sich noch immer weiter aus. Auch im Zentrum der Stadt, wo sich mehrere große Hotels und Geschäftshäuser befanden, ist kein Stein aus dem andern geblieben.
Newyork, 31. März. Der Korrespondent der Associated Preß in Managua berichtet: Eine größere Anzahl Leichen amerikanischer Frauen
und Kinder ist noch nicht identifiziert. Die Zahl der Verletzten wird auf mehrere tausend geschätzt. Die Gefandtschastsgebäude, Regierungsgebäude, Banken, Geschäfte sind sämtlich zerstört und nieder- gebrannt. Es herrscht ernster Mangel an Wasser und Nahrungsmitteln. Der bisher angerichtete Sachschaden wird auf 30 Millionen Dollar geschätzt. 20 Straßenblocks im Geschäftsviertel sind nieder- gebrannt.
Panama City, 31. März. Der in Managua stationierte Beamte der Tropical Radio Company berichtet, daß das Funkgebäude in Managua durch das Erdbeben zerstört sei und der Funkbetrieb von einer acht Kilometer außerhalb Managuas gelegenen Fabrik aus aufrechterhalten werde. 3n Managua sei das Kriegsrecht proklamiert worden.
Gin WSttSBSV Evdfiotz
Newyork, 31. März. Nach Meldungen TropicaURaüm-LUmp. wurde m Muuaguo um Uhr abends wiederum ein Erdstoß verspürt.
2300 Tote?
(Letzte Drahtmeldung)
der
Vertrages als rechtswidrig ansehe, weil er mit ben internationalen Verträgen in Widerspruch steh«, insbesondere mit den Abmachungen, die England, Frankreich, Italien und die Tschechoslowakei 1922 mit Oestereich getroffen haben. Es versteht sich von selbst, daß wir diesen Pakt nicht unberücksichtigt gelassen haben. Gerade das hat dazu geführt, ein Vertragsverhältnis ins Auge zu fassen, das
keinerlei slaatsrechlliche Verschmelzung, keinerlei staatsrechtliche Organe enthält, das die Völker- rechtliche Handlungsfähigkeit unberührt läßt.
Es ist schwer zu verstehen, inwiefern durch den Vertrag die Unabhängigkeit Oesterreichs angetastet werden könnte. Man behauptet zwar die Vertragswidrigkeit des Planes, hat aber noch niemals versucht, sie zu begründen. Man kann sich kaum der Befürchtung erwehren, als ob die Konstruktion der Vertragsverletzung auf einer Auslegung der Verträge und des Genfer Protokolls beruht, die nicht mehr auf die Wahrung der Unabhängigkeit Oesterreichs, sondern auf seine Herabwürdigung zu einem Staatswesen zweiter Klasse hinausläuft. Sie wissen, daß die englische Regierung, ohne damit sachlich gegen den Plan Stellung zu nehmen, mit dem Vorschlag an uns herangetreten ist, die rechtliche Seite der Frage im Völkerbundsrat zur Erörterung zu bringen.
Es ist klar, daß wir eine Erörterung der Rechtsfrage nicht für erforderlich erflären können, da der Plan sich völlig im Rahmen der internationalen Verträge hält. Mir brauchen aber eine Behandlung der Sache im Pölkerbnndsrat in keiner Weife zu scheuen.
Wir können nichts dagegen «inwenden, wenn Herr Henderson die Angelegenheit auf
die Tagesordnung der nächsten Ratstagung setzen will. Ich fühle auch persönlich das Bedürfnis, daß die Außenminister sich
Newyork, 1. April. Aus Balboa wird „ __„„.r_____,_,„ _.,_,_,_ ____„___,,.
meldet, daß die Zahl der Toten heute früh auf min- erleichtern. Wir Habei unsere Missionen angewiesen., bestens 1100, die der Verletzten aus 1000 geschätzt die fremden Regierungen zu verständigen. Es ist wird. Die Zahl der Toten könne aber auch 1500 eine'Verkennung des Wesens der Sache selbst, wenn erreichen. Managua wurde während der ersten iman noch frühere diplomatische Schritte dieser sechs Stunden zerstört. lober jener Art fordert. Erst am 19. März war die
'übereinstimmende Auffassung des Berliner und Wiener Kabinetts gesichert und schon am übernächsten Tage sind die Demarchen in London, Paris und Rom erfolgt.
ge- gegenseitig ihr außenpolitisches Geschäft möglichst
Newyork, t. April. Nach den letzten drahtlosen Telegrammen aus Managua hat sich die Zahl der Todesopfer auf 2500 erhöht.
Die Aniwsvt
an Veiand und Dendevksn
Die w'str-bafttiche Bedeutung der Iollun on - Wo sind BevteSse verletzt? - Die diplomatische Lovaitât gewahrt
Berlin. 31. März. Die heutige Vollsitzu ng des Reichsrats, der man mit lebhafter Spannung entgegensah, fand nicht in dem gewöhnlichen Reichsratssaale statt, sondern im Haushaltsausschuß des Reichstages, der mehrere hundert Personen faßt. Der Reichsrat war nahezu vollständig versammelt. Die Sitzung bot dem Reichsautzemninisler Dr. Curtius die willkommene Gelegenheit, auf die ungewöhnlich agrefsive Senatsrede Briands und in diesem Zusammenhang gleich auch summarisch aus die vielen unfreundlichen Kommentare zu antworten, die der Wiener Zollvertrag im Ausland gefunden hat.
Reichsaußenminister Dr. Curtius hob in feiner Rede einleitend hervor, er beabsichtige nicht, auf alle Einzelheiten des deutsch-österreichischen Der- träges einzugehen, er sehe seine Ausgabe darin, die wirtschaftliche Bedeutung der Vertragswertes klar herauszustellen und feine Einfügung in die Pläne einer besseren Organisation der euro- päischen Gesamtwirtschaft zu betonen und die Zweifel an der Loyalität unseres Vorgehens zu zer- streuen. Polemik liege ihm fern. Er fuhr dann fort: Herr Briand hat in seiner Rede vor dem französischen Senat die Gefahren anerkannt, die die Volkswirtschaften der Länder Mittel- und Osteuropas bedrohen.
Wirlschaftssorgen sind es, die die österreichische und deutsche Regierung zufammengeführt haben.
Wirtschaftsnot ist es, die uns zu unserem Vorgehen treibt. Neben der Sanierung und Hebung des Binnenmarktes stehen wir unter dem Zwang der Markterweiterung, der Ausweitung unseres Außenhandels. Oesterreich muß die gleichen Ziele verfolgen. Unser Vorgehen bewegt sich in den Bahnen der gesamteuropäischen Kooperation. Wir haben die Pläne, durch weitestgehende Zusammenarbeit die europäische Ordnung zu verbessern, die gesamteuro- päifche Wirtschaft zu organisieren, lebhaft begrüßt. Wir halten an dieer gesamteuropäischen Kooperation fest.
Der Minister führte weiter aus, daß die wer- dende Solidarität der europäischen Wirtschaft gleich im Beginn der gemeinsamen Arbeiten schweren Rückschlägen ausgesetzt gewesen sei.
In den Internationalen Diskussionen der letzten Jahre sei oft anerkannt worden, daß ü i e wirlschaslsnot (Europas in erster Linie auf die Zerstückelung zurück- zusühren sei.
Die Idee regionaler Verständigung unb Zusammenschlüsse trete immer mehr in den Vordergrund. Die tschechoslowakische Regierung beispielsweise habe erklärt, daß der natürlichste Ausgangspunkt für eine Organisation der Zusammenarbeit aller Völker die Zusanunenarbeit zwischen den Staaten sei, die in denselben größeren oder kleineren geographischen Bezirken liegen.
Der Gedanke regionaler Wirt- schastsvereinbarungen habe die Zusammenkünfte der südosteuropäischen Agrarstaaten beherrscht und auch zu grundsätzlichem Einverständnis zwischen den skandinavischen Staaten, Holland und Belgien geführt. In gleicher Linie bewegten sich die Vorarbeiten, die im vorigen Herbst in Lüttich eine französisch-belgische Zollunion anregten. Vie deutsche und österreichische Regierung seien sich bewußt, mit ihrem Plan in der gleichen Richtung vorwärts zu streben. Ihre Erklärung der Bereitschaft zu Verhandlungen mit anderen Ländern über eine gleichartige Regelung entspringe der Ueberzeugung, damit den europäischen wirtschaftgesehen zu folgen.
Der rein wirtschaftliche Charakter des Planes stehe nicht im Widerspruch zu völkerrechtlichen Verpflichtungen und Bindungen. Wir haben gehört, fuhr Dr. Curtius fort, daß Frankreich den Abschluß des in Aussicht genommenen doutsch-öfterreichi-schen
Wlr wären froh, wenn man uns immer mit gleicher Loyalität und Offenheit behandelte.
Wir wollen im Rahmen der geltenden Verträge mit möglichster Beschleunigung unseren beiden in schwerer Not befindlichen Ländern die Vorteil« verschaffen, die sich aus der Erweiterung des Wirtschaftsgebietes ergeben. Wir wollen zugleich den Bemühungen um eine Neuorganisierung der europäischen Wirtschaft einen neuen Impuls geben.
Es ist mir eine Genugtuung, feststellen zu können, daß diese unsere Ziele in der Welt weit- gehendes Verständnis gefunden haben. Wenn trotzdem der deutsch-österreichische Plan Erregung verursacht hat, so geben die wirklichen Absichten Deutschlands und Oesterreichs dazu keinen Anlaß. Ihre Verkennung läßt sich nur dadurch erklären, daß man die ganze Angelegenheit ohne Grund vom wirtschaftlichen auf das politische Terrain verschoben und mit politischen Zielen in Zusammen- Hana gebracht hat, mit denen sie nichts zu tun hat.
Daß das deutsch-österreichisch« Vorgehen wirtschaftliche Fragen dieser ober jener Art aufmirf^ läßt sich verstehen. Nicht verständlich erscheint es mir aber, da-bei von einer Störung des guten Einvernehmens unter den Nationen oder wohl gar van einer Gefährdung des Friedens zu sprechen. Ich kann deshalb auch nicht zugeben, daß der deutsch-österreichische Plan zu einem Hemmnis für die Abrüstungskonferenz des nächsten Jahres werden könnte.
Kein Land in der Velk ist an dem Frieden Europas und feinem gemeinsamen Mederausbau mehr interessiert als Deutschland und Oesterreich es sind. Dessen sind wir uns stets bewußt. Kein Lan- kann auch mehr als sie den Wunsch haben, die Zusammenarbeit gefördert unb schließlich von Erfolg gekrönt zu sehen, wird der deutsch-österreichische Plan so verstanden und gewürdigt, wie er von beiden Partnern gedacht ist, so wird sich, wie ich bestimmt Hosse, die Erkenntnis durchsehen, daß er sich in die allgemeinen europäischen Bestrebungen ein. ordnet.
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Hier und da wird man schärfere Tone gegenüber der französischen Arroganz erwartet haben, immerhin muss festgestellt werden, daß Curtius deutlich aiusgesprochen hat um was es sich bei bet ganzen Streitfrage bezüglich der deutsch-österreichischen Soihinion im Grunde genommen handelt. Die
Die heutige Kumr^r
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