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Dienskag den 31. März 1931
Sette 5
2 zugibt, Alkoholiker. Er war schon früher In Utreibungsöerfahren verwickelt. Am 22. August M wurde er vom Schwurgericht in Limburg mangels ausreichender Beweise freigesprochen. Am ,, Februar 1929 wurde er vom Schöffengericht Wburg wegen Abtreibung rechtskräftig zu vier Mnaten Gefängnis verurteilt. In dieser Sache flllr ihm bedingte Strasaussetzung zugebilligt, die widerruf., wurde.
Sprengunglück bei Wegebauarbeilen
Miltenberg, 31. März. Bei Wegebauarbeiten ^Stadtwald ereignete sich durch vorzeitige Lxplo. ijOn einer Sprengladung ein Unglücksfall, bei dem 2 ^lstandsarbeiter aus Miltenberg schwer verletzt wurden. Sie trugen Gesichts- und Augsnvsrbren- dungen davon, einer erlitt dazu noch Armverbren- ^ngen. Die Verunglückten wurden in das Milten ^rger Krankenhaus verbracht Glücklicherweise besteht bei beiden Verunglückten trotz der erlittenen ^meren Verletzungen kein« Lebensgefahr.
Tödlicher Sturz von der Kellertreppe
— Koblenz, 30 März Am Samstag abend öff» ^t« eine in einem Hause in der Wöllersgasse woh- ^nbe Frau im Alter von 65 Jahren irrtümlicherweise die verkehrte Tür im Hausflur. Sie stürzte ^ Kellertreppe herunter und blieb mit einer ge- fäbrlrchen SchSdelverleKuna liegen. Die Schwerver- Irtte wurde in das Krankenhaus gebracht, wo sie in der Nacht zum Sonntag stirb.
Schloß Kleinheubach
— Kleinheubach, 31. März. Auf vielfachen Mnsch finden ab Ostern Führungen zur Besich- S des fürstlich Löwensteinischen Schlosses eubach bei Miltenberg am Main statt. Das Schloß, inmitten eines . herrlichen Parkes, von Jeannes Dienzenhofer 1721 im reichsten Barockstile er' ut, enthält zahlreiche Prunkräume und Festsäle, wertvolle Inneneinrichtungen aus dem 18 Jahrhundert, Gemälde und Wandteppiche. Auch die Privatgemächer der fürstlichen Familie gelangen zur Besichtigung. Führungen bis auf weiteres täglich zwischen 9 und 12. 2 und 5 Uhr. Die be- riihihte Schloßkapelle mit den Gemälden Eduard m' Steinles ist ganztägig geöffnet.
Ievvettn macht Schule
Zapanische Luflschiffauslräge für Deutschland
8n Japan trägt man sich mit der Absicht, bei der Zeppelin-Gesellschaft im Friedrichshafen drei Lustschisse vom Typ des augenblicklich im Bau befindlichen „L. Z. 128" in Auftrag zu geben. Die Lustschiffe sollen eine sehr viel größere Tragfähig, leit erhalten und außerdem besser ausgerüstet werden als der „Graf Zeppelin".
Die japanische Luftverkehrsgesellschaft der äst. lichen Halbkugel , die demnächst ins Leben gerufen werden soll, beabsichtigt, wie die „Umschau" zu be» richten weiß, gegen Ende 1932 einen regelmäßigen Luftverkehr ür Passagier- unb Postbeförderung zwischen Japan und der Westküste der Vereinigten Staaten zu eröffnen. Es sind für diesen Zweck von führenden japanischen Persönlichkeiten und dem japanischen Generalkonsulat in San Francisco bereits Schritte unternommen worden, um über
Aprilicherre unter Kitmgöttern
Die Filmstars Habeu noch Sinn für Humor, was sich besonders am 1. April zeigt. In Künstlerkreisen werden zahlreich« Anekdoten aus dem intimen Leben der Filmgötter erzählt. Eine der nettesten betrifft den Liebling der Frauen Willi Fritsch. Fritsch kann vorzüglich krähon. 2Us im vorigen Jahre am 1. April Filmaufnahmen statt« sanden, in denen ein Hahn feine Stimme im Tonfilm erschallen lassen sollte, mußte Fritsch krähen, da kein Hahn aufjutreiben war, der auf Befehl im rechten Augenblick „kikeriki" machen wollte. Da aber die Stimme von Fritsch nicht ganz hahnsn- echt klang, so sollte er aus einer Entfernung auf freiem Felde krähen. Ein Kollege von ihm machte sich nun den Scherz rechtzeitig einen Hüt«r der Ordnung in dem kleinen Städtchen, wo die Freiausnahme staUsand, auf den „Geistesgestörten" aufmerksam zu machen, der täglich angeblich um 10 Uhr morgens sich an der und der Stell« aushalte umb krähe. Das „Auge des Gesetzes" begab sich nun zur angegebenen Zeit an die Stelle, wo der Verrückte krähte. Tatsächlich stand hier schon Willi Fritsch und macht« Krähübungen, um im erforderlichen Augenblick, wenn der Regisseur aus dem Fenster des benachbarten Hauses winkt«, seine Stimme laut erschallen zu lassen. In dem Hause selbst waren inzwischen alle Vorbereitungen getroffen, die zur Tonsilinaufnahme notwendig waren. Als der Augenblick des Krähens herangekomman war, winkt« der Regisseur einmal, er winkt« zum zweitenmal, er winkte zum drittenmal, und sah schließlich ungeduldig zum Fenster hinaus. denn Willi Fritsch krähte nicht. Aber es war auch von ihm nichts zu erblicken er war verschwunden. Nach einer bangen viertel Stunde Verzögerung erschien er wieder und erzählte, daß er von dem Hüter der Ordnung verhafte! worden sei und erst auf dem Rathaus wieder freigelassen wurde, als er feinen bekannten Namen nannte und erklärte, warum er krähe. Alle Schauspieler und Regisseure lachten über bieten Aprilscherz so, daß die Filmaufnahme erst eine Stunde später ihren Fortgang nehmen konnt«.
Ein großes Festmahl, das Ernst Lubitsch in Hollywood zu Ehren eines gefeierten Gastes zum 1. April gab, scheitert« völlig daran, daß der Gast zufälligerweise am 1. April in Hollywood zu Besuch war. Lubitsch hatte 200 der prominentesten Filmleute eingeladen, und alles, was auf been Gebiete der Regie, der Tonmixerei. der Schauspielkunst und der Photographie in Hollywood einen Namen hatte, sollte erscheinen, di« Generaldirektoren und Direktoren der Filmgesellschast nicht zu vergessen. Der Nachmittag, an dèm das Esse» statt- finden sollte, rückte heran. Wahre Fürsten der
Pachtungen größerer Ländereien zu verhandeln. Die Bauzeit für das erste der drei Luftschiff« dürste ungefähr acht Monate betragen. Mit der Indienst
stellung der beiden anderen Fahrzeug« wird ein Jahr nach Fertigstellung des ersten Luftschiffes gerechnet.
Küche hatten die erlesensten Leckereien in ungeheurer Fülle hergestellt und trotz der Trockenheit Amerikas standen ganz« Batterien von Wein- und Likörslaschen bereit und harrten der Gäste, di« er- scheinen sollten. Aber niemand kam. Lubitsch saß mit feinem gefeierten Gast allein an der riesigen Tafel, alle anderen waren ausgeblieben. Als nun das Telefon in Tätigkeit trat erfuhr Lubitsch zu feinem Erstaunen, daß alle Emgeladenen die Veranstaltung de» Festes für einer Aprilscherz gehalten hatten, zumal von irgend einer Stelle, die un- bekannt blieb, die Nachricht verbreitet worden war, daß die Einladung überhaupt nicht von Lubitsch sondern von einem Witzbold stamme der sich mit den berühmten Filmstars einen Spaß machen wollt«. Nun glaubten die Stars klüger zu fein, und gingen einfach auf die Einladung nicht ein. Viele waren garnicht zu Hauf«, so daß aus dem großen Essen nur eine klein« Gesellschaft wurde, die diesen Aprilscherz, der in Wirklichkeit keiner war, beson- derz reizend fanb.
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In einem amerikanischen Tonfilm sollte der Held im tragischsten Augenblick durch eine Tür stürzen, um seine treulose Gattin im Nebenzimmer zu ermorden. Da die Aufnahm« am 1. April 1930 statt» fand so erlaubten sich einige Arbeiter den Scherz, die Tür zuzunagelm, um den Filmstar in Verlegenheit zu bringen. Sie hatten aber nicht mit seiner Schlagfertigkeit gerechnet, denn als er an der Tür rüttelte und sie nicht aufbekam, brüllte er: „Hast Du Dich eingeschlossen, Schlange! Ich werde Dich schon finben/ Mit diesen Wort«n stürzt« er zur Nebentür hinaus umb rettete damit die ganz« Szene Das war ein Aprilscherz, der durch die große Geistesgegenwart eines Schauspielers unwirksam gemocht wurde.
Bei Filmaufnahmen, di« am 1. April staltfin- den, weigern sich die meisten Schauspieler, irgend etwas zu essen oder zu trinken, was sie vorher nicht untersucht haben. War doch sogar einmal vor einigen Jahren eine Schlagsahnenspeise so täuschend aus Seifenschaum nochgemacht. daß alle begeistert davon aßen, um schleunigst das Genossene wieder von sich zu geben. Jannings war im Ungestüm seines Spiels einmal unvorsichtig oder er dachte vielleicht nicht baran, daß der 1. April war. Jeden- falls trank er einen Becher mit Sekt fast zur Hälfte aus, als er merkte, daß Essig im Sektkelch war. Heldenhaft aber schluckt« er das Zeug her- unter, ohn« eine Miene zu verziehen und rettete dadurch die ganze Szene, die er herrlich gespielt hatte. Am 1. April trinkt er aber keinen Sekt mehr im Filmatelier.
Die Kosten je eines Luftschiffes werden auf ungefähr 9 Millionen Mark, einschließlich des Einfuhr- zolles, veranschlagt. Die japanisch« Luftverkehrsgesellschaft, deren Gründungskapital 240 Millionen Mark betragen soll, wird ferner drei Hallen zum Preise von te 4 Millionen Mark und zwei Anker
masten, di« auf zusammen 80 000 Mark berechnet werden, in Auftrag zu geben haben. Die in Japan selbst benötigten Landanlagen werden sich in der Nähe von Tokio befinden. Ferner wird bekannt, daß die Zeppelingesellschast sich bereit erklärt haben soll, die japanischen Besatzungen her drei zu bauenden Luftschiffe in Friedrichshafen in der Handhabung der Fahrzeug« zu unterweisen.
Die geheime Dvahtlettung
Leipzig, 30. März. Der Bund Nationalsozialisti- scher Deutscher Juristen hielt am Samstag und Sonntag in den Friedrichshallen in Leipzig. Connewitz feine zweite Reichstagung ab. Von den S. A.-Leuten wurde eine geheime Drahtleitung nach der Saalbühne der Friedrichshallen festgestellt. Man vermutete ein Attentat und verständigte die Polizei. Der Polizeibericht meldet darüber folaen» des: Am Sonntag vormittag wurde das Polizeipräsidium von der Leitung der N. S. D. A. P. verständigt, daß im Grundstück des Etablissements Friedrichshallen in Leipzig-Connewitz eine geheime Drahtleitung nach der Saalbühne feftgefteöt morden sei, die auf ein beabsichtigtes Sprengstoffattentat gegen die Teilnehmer schließen lasse. Das Polizeipräsidium nahm sofort die Ermittlungen unter Zuziehung des Erkennungsdienstes und eines Feuerwerkers auf. Die Annahme, daß die Leitung einem Sprengstoffattentat dienen sollte. bestätigte sich nicht. Es wurde vielmehr festgestellt, daß an der Drahtleitung, die von einem Nachbargrundstück nach dem Saal führte, unter der Bühne eine radioartige Anlage angebracht war. Es wurden in dem Nachbargrundstück drei Personen ermittelt, die sich als Mitglieder des Reichsbanners ausgaben und zugaben, daß sie durch die Radioanlage den Verlauf' der Tagung hätten abhören wollen.
Gllv Belnhovns Llusrens verloren
Berlin, 30. März. Die Afrika-Fliegerin EM Beinhorn teilte heute aus Timbuktu mit daß ihr Flugzeug nicht mehr zu retten ist Sie kehrt« mit einer Hilfskarawane zu ihrem im Wüstengelände zurückgelasssnen Flugzeug zurück, um für den Abtransport zum nächsten Startplatz zu sorgen. Nach vielen Mühen mußte die Fliegerin erkennen, daß jeder Transport durch die Sandmassen der Sahara unmöglich ist. Schweren Herzens mußte sie daher jeden Bergungsversuch aufgeben umb das Flugzeug völlig unversehrt in der Wüste ^ur-cflaffen. Elli Beinhorn nahm nur den wertvollen Motor heraus, um ihn in die Heimat zurückzusenden. Sie wird nunmehr über Algier nach Eropa zurückkehren. Somit em bet der Flug, den die Fliegerin allen Wider- ständen zum Trotz durchführt«. Nach fast 8000 Km. Flug und sechswöchiger Expeditivnsarbeit hat ein Oelrohrbruch, der an sich in einer knapp--« Shmbe behoben werden konnte, alle weiteren Pläne der Fliegerin zunichte gemacht.
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