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Die deutsche Wehepolitit
Gvsenev fovdevi ev«e«t allgemene Abrüstung - Olf$it>Ita und Vaterlandsliebe die Gruudsciulen der Wehrmacht - Seltene Einmütigkeit dev Parteien
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* Jm Reichstag wurde gestern der Gesetzentwurf über die Entschädigung der gewerbsmäßigen Stellenvermittler enbgültig in der Fassung der zwecken Lesung angenommen. Die Zollvorlage wurde dem Handelspolitischen Ausschuß überwiesen .Jm übrigen wurde die Sitzung mit der Beratung des Wehrhaushalts ausgefüllt, die so gefördert wurde, daß etwa heute Mittag di« Abstimmungen erfolgen können.
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♦ Der kommunistische Sprecher teilte im Reichstag mit, daß der im Ulmer Prozeß verurteilte Leutnant Scheringer sich den Kommunisten ange- fchlosfen hat.
* Der Zustand Hermann Müllers ist sehr kritisch, da eine Lungenentzündung hinzugekom- men ist. Die Aerzte bezeichneten heute morgen das Befinden des Patienten als hoffnungslos.
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Im Loh nstreit zwischen der Deutschen Reichsbahngesellschaft und den Eisenbahner-Gewerkschaften wurde gestern ein Schiedsspruch gefällt. Der Schiedsspruch kürzt die Lohnbezüge der Reichsbahnarbeiter um durch- schncktlich 6 Prozent.
Die Nationalsozialisten haben wegen
durch me Berliner Pomzei Beschwerde beim Oberpräsidenten für Berlin und Brandenburg eingelegt. In der Beschwerde werden die Ver- fmnmlungsoerbote unzulässig und rechtswidrig genannt.
Die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn- gesellschaft veranstaltete gestern eine Versuchsfahrt zwischen Berlin und Magdeburg mit neuen vierachsigen Personenwagen, wobei Geschwindigkeiten bis zu 140 Kilometer pro Stunde erziell wurden. *
Der Stadtverordnetenausschuß für die Wahl des Berliner Oberbürgermeisters konnte sich auf keinen Kandidaten einigen. Dr. Mulert und Bürgermeister Scholtz sind zurückgetreten.
Gegen das Gebäude der d e u ff chen Gesandtschaft in Prag wurde gestern abend ein A n g r i f f von Demonstranten unternommen, die einige Fensterscheiben einschluaen und sich dann zerstreuten. Unter den Wurfgeschossen fand man ein Bleistück mit den eingravierten Worten „Fort mit der faschistischen Diktatur in Deutschland!" Die Täter konnten nicht ermittelt werden. Vor das Gesandt- jchaftsgebäude wurde ein^Potizeiwache postiert.
Die Zahl der Arbeitslosen in England erreichte am 9. März 2 691 737 Personen, d. s. 57 163 Arbeitslose mehr als in der Vorwoche und 1127 930 mehr als im Vorjahre.
Im Foreign Office fand gestern vormittag die erste Zusammenkunft der englischen, französischen und italienischen Marinesachverständigen statt. Die Beratungen werden voraussichtlich mehrere Tage dauern. Eingehende Mitteilungen werden über die Besprechungen nicht veröffentlicht werden.
Als Abschluß einer Debatte über eine sechspro- zentige Kürzung der Gehälter der Staatsbeamten nahm die belgische Kammer mit 96 gegen 77 Stimmen bei drei Enthaltungen eine Tagesordnung an, durch die der Regierung das Vertrauen ausgesprochen wird.
Gestern mittag ist bei Marina di Pisa das Flugzeug „Savoya 64", das die drei italienischen Teilnehmer des Südamerika- kluges der Balbo-Staffel Oberst Maddalena, Hauptmann Cecconi und Leutnant Damonte an Bord hatte, ins Meer gestürzt, wobei ?De drei Flieger den Tod fanden. Minister Balbo " • ig nach Pisa abgeflo-
unter den italienischen
ist sofort mit einem
gen. Oberst Maddalena ha... ------ -
Offizieren die größte Zahl von Auszeichnungen. Er und die beiden anderen Ertrunkenen hatten außerdem für den Südamerika-Flug die Goldene ^uftfahrtmedaMe erhalten.
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Mit 321 gegen 256 Stimmen hat die fr , „ laiche Kammer auf Antrag der Rc„' gestern abend die verschiedenen Interpellationen über den Fall Weingartner und die Affäre des Dreyfus-Stückes auf unbestimmte Zeit ver -
Der Ministerpräsident hatte nicht die Vertrauensfrage gestellt.
egterung
•) Näheres stehe im politischen Teil.
Groener vor dem Reichstag
Berlin, 19. März. Der Reichstag hat heute fleißige Arbeit geleistet. St hat die erste Lesung des Gesetzes über die Zollerhöhungen durchgeführt und den Entwurf an den Ausschuß verwiesen; er hat das Gesetz über die Entschädigung der gewerbsmäßigen Stellenvermittler endgültig verabschiedet, hat den Heeresekal durchberaten und noch mit der Beratung des Marineetats begonnen. Mit größter Aufmerksamkeit wurden dabei die Ausführungen des Reichswehrministers entgegengenommen. Die Abstimmung über den Wehrhaushalt und den Marinehaushalt sind für Freitag mittag in Aussicht genommen.
Zunächst wies der Ausschuß-Berichterstatter Abg. Stück len (Soz.) im Namen des ganzen Ausschusses die Behauptung von geheimen brutschen Rüstungen als absolut unbegründet und unbewiesen zurück. Mit solchen Behauptungen, für die auch nicht der Schatten eines Beweises vorgebracht sei, werde nur die deutsch- französische Verständigung gestört. Die Reichstagsmehrheit werde irgendeine schwarze Rüstung nicht dulden, sie habe seinerzeit ja auch der Schwarzen Reichswehr ein Ende gemacht.
Dann ergriff
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das Wort. Er erinnerte an seinen im vorigen
zur Wehrmacht mögliche wenig von parteipolitischen Gesichtspunkten beeinflußt werden möge, und daß der Wehrmacht die Zustimmung aller staatserhaltendem Parteien sicher sein möge. Mit Dank und Freude könne er heute feststellen, daß die Verhandlungen im Haushaltshausschuß die Erfüllung dieses Wunsches gebracht haben Alle Parteien, mit Ausnahme der Kommunisten, hätten sich in so warmer und zustimmender Werse zur Wehrmacht geäußert, daß diese Anerkennung das schönste Geschenk für die Reichswehr zu ihrem zehnjährigen Bestehen sei. Der Minister behandele dann
die polMsche Wnftâuns dev Wehrmacht
Die Dehmacht wird von Parteien und Richtungen der verschiedensten Art umworben, um sie zu zersetzen und dann für ihre Zwecke zu gebrauchen. Ein Erfolg dieser Bemühungen würde Bürgerkrieg und Chaos im Gefolge haben. Ich kann deshalb nicht ernst genug warnen und an das Verantwortungsgefühl aller derjenigen appellieren die Deutschlands Wiederaufstieg wolle«. Disziplin und Slaaksgesinnung find in der Wehrmacht fest verankert.
An diesem Glauben können mich auch Vorkonml- Nisse wie sie zum Leipziger Prozeß geführt haben, nicht irre machen. Man kann durchaus darüber streiten, ob dieser Prozeß dem Ansehen der Wehrmacht geschadet oder ob er nicht vielmehr reinigend gewirkt und das Vertrauen zur Wehrmacht gestärkt hat. Ueber die Frage, ob der Prozeß notwendig war oder nicht solle es aber keine Memungsoer- schiedenheiten geben. Das ist eine Rechtsfrage, und der Satz, daß die Gerechtigkeit das Fundament eines jeden Staates ist, gilt für niemand mehr, wie für eine überparteiliche, auf das Vertrauen aller Kreise angewiesene Organisation, wie es die Wehrmacht ist.
Die Difziplinarerledigung des Leipziger Falles ist in erster Linie an dem wenig ehrenhaften Verhalten der beteiligten Offiziere gescheitert.
Auch nach dn Ereignissen, die unter dem Namen Buchrucker und Hitler-Putsch bekannt sind, hat der damalige Chef der Heeresleitung mit äußerster Schärfe durchgegriffen und eine besondere Unter, suchungskommission eingesetzt, die ihre Untersuchungen selbst auf alle Vorgesetzten bis in die höchsten Stellen ausdehnen mußte. Der Prozeß hätte auch derartige Wellen nicht geschlagen, wenn man seine sensationelle Aufmachung und eine im wesentlichen parteipolitischen Zwecken dienende Berichterstattung hätte vermeiden können.
Der letzte Erlaß des Chefs der Heeresleitung
gebung des Nationaloerbandes deutscher Offiziere völlig verständnislos gegenüberstehe. Der Erlaß
stehe durchaus auf dem Boden der Anschauungen, die auch im allen Heere für das Verhalten ausgeschiedener höherer Offiziere festgehalten und als vornehmstes Gebot erforderlicher Zurückhaltung verlangt wurden.
Dev Keevesevfatz
Der Minister wandte sich dann den Fragen des Ersatzes der Fürsorge und der Versorgung der Wehrmacht zu. Gegenüber dem Vorwurf, daß die "_ndbevölkerung beim Ersatz bevorzugt werde, weist der Minister darauf hin, daß am 1. Januar 1*30 55 Prozent Stadt- und 45 Prozent Landersatz war. Der Vorwurf, daß Linkskreise benachteiligt
Landbevölkerun:
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seien, werde umgekehrt auch von der äußersten Rechten erhoben. Der Minister betonte, daß es
Vaterlands als Soldat zu
Wenn es notwendig fei, für gewisse Persönlichkeiten hierbei eine Grenze zu ziehen, dann müsse diese so eng wie möglich gehalten werden. Aus politischen Gründen dürften nur solche Bewerber abgelehnt werden, denen nachgewiesen werde, daß sie sich in verfassungs-, also auch in wehrfeind- lichem Sinne betätigt haben. Entgleisungen einzelner Führer oder Mitglieder von Verbänden könnten daher noch kein Grund zum Ausschluß aller Mitglieder derartiger Verbände oder Parteien sein.
Anders fei es natürlich bei Mitgliedern von Parteien und verbänden, die ihrem Programm oder tatsächlichen Verhalten nach gewillt sind.
die Verfassung mit Gewaltmaßnahmen zu ob eine Partei als
ändern. Die Entscheidung, staatsfeindlich anzusehen ist, sei aber durchaus nicht endgültig und feststehend. Unter keinen Umständen könnten Bewerber aus Kreisen ausgenommen werden, die sich nicht scheuten, den Soldaten für den Kriegsfall Kriegsdienstverweigerung und Fahnenflucht zu predigen.
Der Minister verwies dann aus die dauernd steigenden Zahlen der DersorgungsanwSrter und tritt für Verbesserungen der Zivilversorgung ein. Als letztes Kapitel behandeck der Minister
d!e Abvüftunssikase
In dieser Frage ist sich ganz Deutschland in* sofern einig, als wir alle von der Abrüstungskonferenz volle Gleichberechtigung erwarten und auf der Erfüllung unseres guten Rechtes bestehen werden.
Der in der letzten Genfer Tagung fertig- gestellte Kouveutiovsentwurf dient der Ver-
gestellte kouventionseutwurf dient der Verschleierung und Aufrechterhaltung bei gegenwärtigen Mißverhältnisses der europäischen
Rüstungen.
Man sollte sich im Auslande vor der Illusion hüten, daß es möglich sei, die psychologischen Rückwirkungen der Behandlung der Abrüstungsfrage für das deuftche Volk außer Acht zu lassen.
Denn der Bereitschaft zur Verständigung, die durch zahlreiche und schwerwiegende Opfer non Deutschland unter Beweis gestellt wurde, immer wieder die Forderung auf einseitige Entwaffnung gegenübergestellt wird, dann kann eine solche Behandlung nicht ohn« Rückwirkungen auf den Willen und Glauben an die Möglichkeit einer Verständigung bleiben.
Was die angeblichen Seheimrüftungen betrifft, so bin ich überzeugt, daß die Verkünder solcher Nach-
~je stäche, daß diese Preise des Auslandes zun größten Teil ihr Material von Deutschen beziehen, deren Triebfeder entweder fanatischer Haß gegen alles Militärische oder gewöhnliche Gewinnsucht ist.
Ich stehe nicht an, zu erklären, daß ich außerordentliche gesetzliche Maßnahmen gegen diese Skaalsverleumder für erforderlich halte und auch beim Reichskabinett bereits beantragt habe. Es ist ein Lebensrecht des Staates, sich gegen Verleumdungen zu schützen, die seinem Ansehen im Auslande den größten Schaden zufügen.
Geheimrüstungen gibt es nicht.
Ich habe aber nie ein Hehl daraus gemacht, daß wir alle Maßnahmen zum Schutze unserer Grenzen treffen, soweit uns das unsere schwachen militärischen Kräfte und die uns auferlegten vertraglichen Bindungen erlauben, und ich bin felsenfest über« laugt, daß sich zur Verteidigung der Grenzen alle Kreise unsres Vaterlands ebenso zusammenfinden werden, wie in der Vertretung unseres vertraglichen und moralischen Rechtes auf Abrüstung. (Beifall.)
Die Aussprache
Cinmütigkett über Groeners Etat lm Reichst«« GvèlSvungeu zu den Vanzerschiffbauten
Nach der Rede des Reichswehrministers wandte sich Abg. Dr. Leber (Soz.) gegen die Auffassung, daß Deutschland verpflichtet sei, alle Rüstungsmög- lichkeiten auszuschöpfen, die ihm der Versailler Vertrag gelassen hat. Das Maß der Rüstungen müsse vielmehr bestimmt werden durch allgemeine politische Rücksichten. Zur Rede des französischen Kriegsministers erklärte der Redner: Es ist immer bedenklich, wenn Kriegsminister Politik machen.
Die von Maginot gemachte moralische Unterscheidung dient nicht dem Frieden, sondern der Fortsetzung des Unfriedens.
Kein Deutscher, welcher Partei er auch angehört, wird eine solche Unterscheidung anerkennen. Schon vor 2000 Jahren hat der alte Tacitus von den Germanen und Galliern gesagt: Diese beiden großen Völker sind getrennt voneinander erstens durch einen Strom, zweitens durch ein Gebirge und drittens durch die gegenseitige Angst voreinander. Es wäre gut, wenn diese gegenseitige Angst, die Deutsche und Franzosen trennt, heute endlich verschwinden und der gegenseitigen Verständigung Platz machen würde. (Beifall.) Zur Reichswehr sagte der Redner abschließend: Staatsvolk und Staatsmacht müssen in der jungen Republik zur Einheit werden.
In der weiteren Debatte wies Abg. Ersing Zentnim) darauf hin, daß die Reichswehr heute als bedeutsamer Bestandteil in unserem Volke, dessen größter Teil Vertrauen zu ihr habe, dastehe Ein Volk, das auf seine Wehrmacht verzichte, gebe sich selbst auf.
kann sachlich nicht beanstandet werden. Man kann nur darüber streiten, ob statt der Verfügung, die lediglich eine Warnung sein sollte, lieber ein Exempel statuiert und ohne Warnung mit der Entziehung der Uniform hätte vorgegangen werden sollen. Ich bin der Ansicht, daß zunächst eine Warnung am Platze war, und daß die 99 Prozent der ehemaligen Offiziere, die durchaus loyal und bei ihrer Kritik maßvoll sind, sich durch diese Verfügung in keiner Weise verletzt zu fühlen brauchen. Der Minister verliest den Brief eines ehemaligen ,
Offiziers, der lange Jahre im Militärkabinett des ' Der Redner wandte sich dann scharf gegen die Rede Kaisers diese Fragen bearbeitet habe und der dem des französischen Kriegsministers und bedauerte, daß Chef der Heeresleckung schreibt, daß c K** m'*1"1*' “ " " »-<^~ " '"'^'t*
er der Kund- das Material zu einer solchen Kriegshetze leider von
pazifistischen deutschen Zeitungen geliefert werde. Der Redner
klagte die Deutsche Friedensgesellschaft an. daß sie, indem sie den Kriegshetzern Material liefert, den Weltfrieden gefährdet. Erfolgt keine Abrüstung, dann wird der Tag der Abrüstungs-Konferenz zu einem schwarzen Tag für den Frieden und für Europa.
Der kommunistische Abg. Kippenberger, der sich in schärfster Weise gegen die Reichswehr wandte, verlas
eine Erklärung des im Leipziger Prozeß verurteilten Ulmer Reichswehrleutnanls Scheringer, nach der dieser sich endgültig „von Hitler und dem Faschismus lossagl und sich als Soldat in die Front des wehrhaften Proletariats einreiht."
Hintzmann (DVp.) erklärte: Wir würden es außerordentlich bedauern, wenn die Sozialdemokraten es tatsächlich für verderblich hielten, die geringen Möglichkeiten zur Ausbildung der Wehrmacht auszunutzen, die das Versailler Diktat uns gegeben hat. Der Reichsmehrminister hat vom Berufsideal gesprochen, das der Soldat haben müsse. Er sagte, der Soldat müsse der erste Diener des Staates sein. Nun ist in der Aussprache beanstandet worden, daß der frühere Chef der Heeresleitung, General von Seeckt, ein andres soldatisches Ideal gehabt hätte, daß er die Wehrmacht nicht auf dem Staatsideal
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