Einzelbild herunterladen
 

Seite 8

Donnerstag den 19. März 1931

tvas sie uvwvüttglkh wevden sollten

Den meisten Künstlern war ein anderer Berus bestimmt

Ganz besonders um Ostern verursacht ja

die

Berufswahl gar manche Kopfschmerzen. Viele haben es eben hâèr sich, andere beginnen schon jetzt, sich Gedanken um dieses Thema zu machen, das für sie im nächsten Jahre aktuell wird. So wollen es Die Eltern, jenes ersehnen die Kinder. Und Tausende von ihnen trösten sich in dem Bewußtsein, zahlreiche Künstler, Träger der meist genannten Namen, soll­ten ursprünglich einen anderen Beruf ergreifen. So begann Bernhard Shaw als Musikkritiker, Mark Twain erlernte den Beruf eines Schriftsetzers und Charles Dickens weilte zunächst als Flaschenjunge in einer Schuhcremefabrik, um später in einem Anwaltsbüro als Schreiber Beschäftigung zu fin­den. Aehnlich wie Mark Twain erging es dem Filmhelüen Earl de Vogt. Er hätte gern als Missio­nar gewirkt, die Gütern jedoch bestimmten, daß er dieschwarze Kunst" erlerne. Und dem geschah so. Volle vier Jahre. Rudolf Klein-Rogge, der bekannte Schauspieler, sollte Offizier werden, mußte gegen seinen Willen jahrelang hn Kadettenkorps bleiben. Und hätten Sie das von Bruno Kastner gedacht? Ihm war der Beruf eines Predigers bestimmt, er selbst sehnte sich danach, Zoologie zu studieren und landete tm Schauspiel fach. Maurice Chevalier war 11 Jahre alt, als sein Vater starb. In harter Ar- bet mußte er helfen, das tägliche Brot zu ver­dienen. Als Zimmeramnnslehrling, als Gehilfe eines Installateurs, mit dem Bemalen von Puppen und als Schriftsetzer har er sich versucht. Bei dem ersten Schritt in den freien Beruf eines Akrobaten zog er sich einen Knöchelbruch zu. Dann lachte man Öjn im Konzertfaal aus. Schließlich setzte er sich doch mit populären Schlagern durch, erhielt bescheidene Engagements in der Provinz und hatte das Glück, in einer Tanznummer mit der Mistinguett« aufzu­treten Seine Beliebtheit wuchs. Nach Kiriegsver- wundungen und Gefangenschaft war er wieder Partner der Misttnmiette, ward männlicher Revue- star und eroberte sich den Film. Otto Reutter sollte Kaufmann werden. Erst nach verschiedenen Um­wegen fand sich der in diesen Tagen von uns ge­gangene zu seinem so viele Taufende erquickenden Beruf. Aehnlich erging es Emil Jannings. Die Eltern hatten ihn für die Inaemeurslaufbabn be­stimmt. Er brannte durch, fuhr nach Amerika und träumte sich als Großkaufmann, um schließlich bei Theater und Film Weltgeltung zu erlangen. Henny Porten trug sich mit der Absicht, die Krankenpflege zu erlernen, und Rita Georg, die beliebte Wiener Bühnenkünstlerin, fühlte sich zur Aerztin berufen. John Galsworthy ward ebenso wie Fritz Grüne­baum dem Anwaltsberuf untreu. Und nicht anders erring es Paul Morgan. Er reimte einmal:Ich sollte Anwalt werden (denn das war auch fein Vater!), doch haßte ich Paragraphen und lief un­ters Theater". H. G. Welle lernte in einem Tuch­geschäft. bevor er akademischer Lehrer und Volks-

schriftsteller wurde. Für Olga Tschechowa hatten die Eltern die Laufbahn als Bildhauerin bestimmt. Sie

als

errang sich tatsächlich auch schon mit siebzehn Jah­ren auf der Akademie ein Diplom. Alfred Döblin, Arthur Schnitzler und Conan Doyle hatten sich praktiOerende Aerzte bereits einen guten Nai gemacht, ehe sie zur Feder griffen.

amen

Lin ideales Theaterpublikum

Der Nestor der russischen Komponisten, Alexan­der Glasunow, weilt zurzeit in Deutschland. Glasu­now war der Freund Mussorgskys und Borodins. Unter anderem hat er die Ouvertüre zu der heute in Deutschland mit großem Erfolg gespielten Oper Fürst Igor" nach dem Tode Borodins aus dem Gedächtnis nachkomponiert. Glasunow, eine lebende Chronik des alten Rußland, weiß manche bezeich­nende Geschichte zu erzählen, wie diese:

Wir können uns heute von der Begeisterungs­fähigkeit des russischen Theaterpublikums gar keine Vorstellung mehr machen. In den achtziger Jahren war der Bariton Koklow ein Abgott der Petersburger und Moskauer. Er hatte eine blen­dende Bühnenerscheinung und eine wundervoll weiche Stimme. Wenn er in einer Oper erst im zweiten Akt aufzutreten hatte, wurde er bereits nach dem ersten Akt mindestens dreimal vor den Vorhang gerufen. Als Koklow die Stimme verlor, wurde er vom Publikum in besonders schonender Weise behandelt. In der OperDämon" von Ru­binstein hatte er das für einen Bariton sehr schwer erreichbare hohe G zu singen. Ehe noch die für ihn so gefährliche Stelle der Partie kam, brach das Theater in einen frenetischen Applaus aus, um den mangelnden Ton zu überklatschen. Auf diese Art konnte niemand bemerken, daß Koklow das hohe G garnicht fang. Nach Beendigung seiner Opernlaufbahn wurde der Sänger Adelsmarschall in einem mittelrussischen Gouvernement.

Großer Lagerhausbrand

Stuttgart, 18. März. In den frühen Abend­stunden brach heute in einem großen aus Holz er­bauten Lagerhausschuppen der Speditionsfirma Mannheimer, Lagerhausgesellschaft m. b. h., in Stuttgart ein Brand aus. Das Feuer fand in den dort liegenden Warengütern, vor allem in Alt­papier, Dachpappe, Farben, Wolle, Autoöl, reich­liche Nahrung und griff auch auf einen zweiten großen Holzschuppen über. Zur Hilfeleistung waren in kürzester Zeit sämtliche Stuttgarter Feuerwehren erschienen, die mit zahlreichen Stahlrohren die Feuersbrunst bekämpften. Explodierende Oelfäster, die zum Teil 50 Meter hoch in die Luft geschleu­dert wurden, Brachten die Feuerwehrleute in große Gefahr. Beide Schuppen sind mit sämtlichen Vor­räten vollständig niedergebrannt. Der Schaden, der nur zum Teil durch Versicherung gedeckt ist, wird auf 170 000 Mark geschätzt. Als Brandursache kommt nur Brandstiftung in Frage.

Elli Beinhorn aus dem Rückfluge von Afrika

Berlin, 18. März. Die Afrikafliegerin Elli Beinhorn ist nach Beendigung der wissenschaftlichen Expedition Endè voriger Woche mit ihrem Klemm­flugzeug von Bissao nach Cayenne in Französisch- Senegal gestartet. Sie bewältigte die über 600 Kilometer lange Strecke, die zum großen Teil über Urwälder führte, in knapp 5 Stunden. Am Montag setzte sie ihren Flug nach Bammako fort, wo sie am Nachmittag eintraf. ' Elli Beinhorn be­findet sich damit bereits über 1000 Kilometer im Innern Afrikas. Sie wird voraussichtlich im Game des Mittwochs Timbuktu erreichen, von wo sie Dann den Flug über die Sahara antreten wird.

Eine Wüstenexpedilion von Wölfen zerrissen

Kairo. 17. März. Nach Berichten der Zeitung Achram" aus Beirut haben Mitglieder einer Anto­mobilexpedition durch die Syrische Wüste einen schrecklichen Tod gefunden. Als die vier Erpetzillons- mitglieder sich auf der Fahrt zwischen Mossul und Deir Lz-Sor befanden, gerieten sie in einen Sturm, der die Weiterfahrt unmöglich machte. Sie wurden von Wölfen angefallen und sämtlich zerrillen. Don den Lxpedikionsmilgliedern wurden lediglich noch Knochenreste^in der Wüste aufgefunden.

Von dev F^krsbübne.

Lentraltheater. Kaum ein Film dürfte gegen­wärtig mehr Anspruch auf Aktuellität erheben als C y a n k a l i", der seine Entstehung dem bekann­ten gleichnamigen Bühnenstück des Stuttgarter Arztes Dr. Friedrich Wolf verdankt. Kampf dem § 218, so schreit es einem aus dem stark realistischen Film sozialen Einschlages, der ein erschütterndes Einzelschicksal aus dem Proletarierviertel des hohen Berliner Nordens behandelt, förmlich entgegen. Grete Mosheim als Mädel aus dem Volke wirkt ungemein erschütternd auf den einzelnen Etappen ihres Leidensweges, wandelt sich aus einer stum­men Dulderin in eine furchtbare Anklägerin, wenn sie in den Schlußakten bei ihrem konvulsivischen Fieberausbruch die bis dahin nur tonlich höchst ge­schickt unterstrichene Handlung mit einem Schrei größter menschlicher Verzweiflung und höchster Todesangst jäh und grell unterbricht. In einer ein­zigen Anklage endete der von Szene zu Szene stär­ker wirkende Film, der bewußt eine Tendenz ver­tritt und dabei vor den stärksten Mitteln nicht zu­rückschreckt. Das Beiprogramm weist u. a. eine tönende Wochenschau und einen interessanten Lehr­film auf. '

GthneebeeWt

Donnerstag, 19. März, 10.30 Uhr vormittags Taunus

Kleiner Feldberg: Heiter, + 4, 25 Zentimeter, verharscht, Ski und Rodel mäßig. Falkenstein, Cronberg, Saalburg: Keine Sportmöglichkelten.

Rhön

Wasserkuppe: Heiter, + 4, 15 Zentimeter, ver­harscht, Ski und Rodel nur noch stellenweise möglich.

Spessart und Odenwald Keine Sportmöglichkeiten.

RuudktmS-Vvosvamm

Donnerstag, 19. März 1931

6.15 SF: Wettermeldung. Anschließend Morgen, gymnastik. 7.158.15 SWF: Frühkonzert aus Schallplatten. 99.45 SWF: Schulfunk: Auf einer Schiffswerft. 12 SWF: Schallplattenkonzert. 13.05 SWF: Schallplattenkonzert. 14.10: Werbekonzert- 15.20 SWF: Stunde der Jugend. 15.50 SWF: Aus der Deutschen Automobil-Ausstellung, Repor­tage. 16.30 SWF (M): Konzert. 18.10 SWF: Zeit­svagen. 18.30- SWF:Stalin", Dortrag 19: SWF (M): Forschungsergebnisse meiner letzte» Ostasien- Expedition. 19.30 SWF (M): Eine Viertelstunde Deutsche Reichspast:Der gegenwärtige Stand der Fernseh-Technik" 19.45 SWF lM): Opern-Konzert. 21.15: SF: Drei Grotesken 2145: SF: Violin- konzert. 22.5024 SF: Tanzmusik.

Vetrekne. VevsammUmse«.

SpVgg. 60/94. Morgen Freitag abend 9 Uhr Spielerfitzung aller Aktiven im Eigenheim. 396 Turn- und Fechtklub L. V. 69 Kanuabteilung, Donnerstag, 19 März, abends 8.30 Uhr, Zu­sammenkunft im Klubhaus. Verteilung der Boots- platze. 395

Lv. Arbeiter-Verein (3"m Löwen aärick-n").

Am Freitag abend 8.30 Uhr hält unser 2. Vorsitzen­der, Herr M. Frischkorn für die Jugendabteilung einen Vortrag. Sämtliche Mitglieder des Hauvt-

Vereins sind dazu herzlich eingeladen.

390

FL. Viktoria 1930. Am Freitag, 20. März, abends 8.30 Uhr, Spielersitzung im Vereinslakai Park-Restaurant. 8307

Lhem. höhere Handelsschüler. Freitag, 20. März, VortragRationalisierung und Mechanik, runo im Bürobetrieb". 8287

Kath. Männerverein, heute abend 8 Uhr Mo-

niatsversammlung.

8302

Städtisch« Nekauutmachunae».

Der städtische Haushaltsplan für das Rj. 1931 liegt gemäß § 76 der Städteordnung von Donners­tag, 19. März 1931 ab acht Tage lang in Zimmer 33 des Rathauses zur Einsicht der Gomeindeangè- Höviyen offen.

Hanau, den 19. März 1931.

Der Magistrat, gez. Dr. Blaum

billiger

nur

. Plund

nur

. Pfund

nur

. Rund

nur

. nur

. . nur

20^

gut kochend .... Pfund

30 A

nur

KT Kostproben in unseren Filial n Cjt 3tis!

Pflaumen getrocknet.

leipziger Allerlei gern. Gemüse . . . nur

Stangen-Maccaroni(kein Brpänd

, tdce Hospital Schuistr-',

Spaghetti......

Eier-Bandnudeln .

44

48

58

32

Gemüse-Erbsen J/i Dose . . : Schnittbohnen 7i Dose . . ,

Erbsen Linsen Bonnen

HASSAN-Schmelz-Schokolade

e ne Ede. 'Qualität

1 Tafel â 100 Gramm ......

50 t

35 x

72 t

5% Rabatt

WITTWE IISSOI

23

i>MâM SCWAN

Drum jede Hausfrau mög* benutzen die vier zum Waschen, Bleichen, Putzen, sie führen stets die Marke Schwan, wie hier im Bild ist kundgetan.

ist schon seil Jahrtausenden dem Japaner das Zeichen der Reinlichkeit. Ein weißer Schwan Ist durch das Haus geflogen", so sagen sie. Das bedeutet: das Haus Ist rein und blitzblank, die Wäsche ist sauber, Kleider und Menschen sind wohlgeputzt und alles ist zu frohem Feste bereit.

Und so ist der weiße Schwan als Zeichen der Reinheit und Reinlichkeit auch zum Kennzeichen für alle Thompson-Fabrikate geworden. - Wo Thompsons Schwan hinkommt, verschwindet aller Schmutz. Da gibt es schneeweiße Wäsche, da ist blitzsauber das Haus.

Schwan Im Haus, Schmutz heraus", das ist die Bedeutung unserer MarkeSchwan". Alle Schwan-Erzeugnisse sind von vorzüglicher Quali­tät und höchster Reinigungskraft, dabei außerordentlich milde und voll* kommen unschädlich.

6 ssM-W«

mit Zentralheizung, Bad, 2 Mansarden, Keller und Gartenanteil, im Hause Vor der Kinzig-

VISITENKARTEN in feinster Ausführung WAISENHAUS- BUCHDRUCKER5

Zu vermieten

brücke 13 zu vermieten.

2406

Fr. Kellermann, Baugeschäft.

Zu gemeinsamen Spa­ziergängen tRadfahr.) wünscht junge Frau

jüngere Dame

kennen zu lernen. Off. unter 8297 an die Ge­schäftsstelle.

on . ^.azeo loi HiGiitrauGher Aust oftenl. Sanitas devot,Holle a. 4K

kostenlose-

KOMM

Dr. phii.

Mi Ml. ? immer mögl. als Alleinmieter u. m. Bad. Off. unt. L P. 30280 an die Ge-

schäftsstelle.

2410

1 sckwr.a. Eehrockanzug für starke Figur,

1 Itür. Kleiderlckranb,

1 Itür. K eiderlchrank.

1 Steuerpult

zu verkaufen. 8289

Salisweg 51 I r.

erd. Schlin^loH Möbeltransport Spedition Lagerung Veroackung

W Ml Simin.

mit voller Pension in nur gut. Hause, Nähe Nürnbergerstr., z. 1. 4 gesucht. Offert, unter F. N. O- 8135 an die Geschäftsstelle. 2418

Zu vermieten:

MmemoMng

Kastanienallee 12

4 Zimm. m. Mansarde.

Landgräfl. Hessische Hauptverwaltung Philippsruhe.

Eine

2- ob. 3-Zim.-

Wohnuny und eine Wmer-Vn im Hause Nuhallee 2

Möbliertes Zimmer zu vermieten. 8303

Steinheimerstr. 30 l.

Frdl. möbl. Zimmer mit oder ohne Pension zu vermieten. - 8323 Näh. Geschäftsstelle.

Möbliertes Zimmer m 1 u. 2 Bett. u. Küch. evtl, auch leer, zu vm.

8316

Langstr. 3.

Möbliertes Zimmer zu vermieten., 8314

Grüner Weg 31 UL

Möbliertes Zimmer zu vermieten. 8308 Marktstr. 18 I.

zu vermieten.

Anfragen an:

A. Keunecke, Heigenbrücken.

2924

Gut mcbT. Zimmer zu vermieten. 3804

Mühlstr. 2b I l.

Schön möbl. Zimmer zu vermieten. 8296 Nürnbergerstr. 12 II l

Schlafstelle zu vermiet. 8319 Nordstr. 7 I.

Sdj'affteHe zu vermiet.

8309 Gärtnerstr. 24.

Todesanzeige

Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß heute früh 5% Uhr meine liebe Frau, unsere gute treusorgende Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante

Frau Dorothea Heil geb. Inderwies

(Mitglied des dritten Ordens)

nach schwerem Leiden,, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, im vollendeten 62. Lebensjahre entschlafen ist.

Hanau, den 18. März 1931.

Fasanerieweg 6.

In tiefer Trauer:

Ferdinand Heil nebst Kinder und Angehörige.

Beerdigung: Freitag nachm. 4% Uhr von der Friedhofskapelle au«.