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Selke 6

Dienslag den 3. März 1931

Nr. 52

Stern und evwev-slos vor ICC Lahven

Wenn der Pessimist, der Gegenwart und Zu­kunft schwarz und düster vor sich sieht und meint, so schlimm sei es denn doch noch nie gewesen, ein­mal einen Blick in die Vergangenheit täte, könnte er sehen, daß es damals einem großen Teil des Volkes noch viel schlechter ging, als wir es heute uns auch nur vorstellen können. Erwerbslose und Arme hat es immer und überall gegeben, aber wie Staat und Städte ihnen helfen, darin liegt ein ganz gewalttger Unterschied zwischen damals und jetzt. So entwirft der in der Zeit des Biedermeier in der preußischen Hauptstadt lebende Schriftsteller Ernst Dronke ein sehr bettübliches Bild vom da­maligen Stand der sozialen Fürsorge in Berlin. Alles, was wirklich arm war, lebte in den soge­nanntenschlechten Vierteln", in elenden Hütten, besonders in einem Stadteil, den man dasVoigt- land" hieß. Aber zwischen diesen Hütten standen auch sieben Riesenhäuser, in denen zwar 2500 Men­schen, diese aber immerhin in richtigen Wohnun­gen wohnten, wenn auch eine einzige Stube oft zwei Familien beherbergen mußte, und jede der beiden Wohnhäkften nur durch ein durch die Stube gespanntes Seil begrenzt wurde. Als Miete für eine solche Unterkunft wurden gewönlich im Monat zwei Taler berechnet; in der Regel hatte der Haus- inspektor zwar viel Geduld mit säumigen Zahlern, wer aber allzu lange nicht bezahlen konnte, wurde eines Tagesauf die Gasse geworfen."

Nun gab es allerdings eine Armendirektion, aber die Hilfe, die hier gespendet wurde, war schon deshalb immer völlig unzureichend, weil sie fast stets nur in einem Almosenein- für allemal" be­stand. Wer jünger als sechzig Jahre war, erhielt überhaupt nichts, weil er noch als arbeitsfähig be­trachtet wurde. Es sollen sogar auch Fälle vorge­kommen sein, daß junge arme Frauen keine Unter­stützung erhielten, weil sie ja noch Muttermilch besäßen! Während des Winters, das heißt in der Zeit von Mitte Dezember bis Mitte April, konnten sich arme Familien jeden zweiten Tag eine Portion Armensuppe holen, die unentgeltlich verteilt wurde. Anrecht darauf hatte aber nur, wer sonst keinerlei feste Unterstützung erhielt. Dabei trug der Höchst­satz der monatlichen Beihilfen zwei Taler, eine Summe, die aber nur für die Miete reichte, wofür sie denn gewöhnlich auch ausgegeben wurde, well nichts so gefürchtet war wie die Schulden des Mietzinses. Und das mit gutem Grund; da Jedem, der wegen Nichtbezahlung der Mieteauf die Gasfe" geworfen wurde, das Arbeitshaus drohte. Also wurde gedarbt und aehungert, um nur das Geld zum monatlichen Mietzins zusammen zu bekommen.

Besonders traurig war es für die Unterrichts­gelegenheiten für die Kinder der Armen bestellt. Schulzwang gab es ebenso wenig wie staatliche Volksschulen. So mußten viele Eltern darauf ver­zichten, ihre Kinder auch nur das Notwendigste lernen zu lassen. Dazu kam, daß man die Kinder schon des Verdienstes wegen lieber in die Fabrik als in die Schule schickte, umso mehr, als der Unterricht in den Schulen für die ärmere Bevölkerung sehr mel zu wünschen übrig ließ. Berlin besaß damals -überhaupt nur eine Kleinkinderschule sowie mehrere sogenanntePrimärschulen" für die größeren Kna­ben und Mädchen, aber auch, als es schon mehr Schulen gab, fanden sich unter 66 000 schulpflich- tigen Kindern nur 37 000, die regelmäßig die Schule besuchten; die übrigen 29 000 waren nicht einmal in der Lage, lesen und schreiben zu lernen.

Umfangreiche« Sl«ftvrvtunsskchwr«de»

Dresden, 2. März. Nach dem Inkrafttreten des deutschen Anleiheablösungsgesetzes ist die Stadtver- walrung Dresden durch Einreichung gefälschter Alt­besitzanweisungen bei der Aufwertung erheblich ge­schädigt worden. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, daß die Einreicher der Stücke zu einem Konsortium gehörten, die unter der Führung eines in Amsterdam ansässigen Effektenmaklers standen. Dieser hatte durch Vermittlung in Berlin wohnender Personen große Posten deutscher Stadt- und Pro­vinzialanleihen, außer von Dresden und Leipzig auch von Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Münster Stuttgart und anderen Städten aufkaufen und durch Mittelspersonen nach Holland bringen lassen. Dort wurden die Stücke als Altbesitz, der be­kanntlich höher aufgewertet wird, zurechlgemacht. Soweit bis jetzt festgestellt werden konnte,'hat der Hauptbeteiligte in etwa 100 Fällen deutsche Stadt- unb Provinzialverwaltungen betrogen und schätzungsweise einen Reingewinn von über einer halben Million Mark erzielt; er hat kürzlich einen Selbstmordversuch unternommen. Der Schaden der Stadtverwaltung Dresden betrögt nach vorläufigen Feststellungen etwa 38 000 Mark, worauf in­zwischen namhafte Beträge zurückerstattet worden sind. In Leipzig dürfte der Schaden ungefähr 120 000 Mark betragen. '

BsZsetztttts des letzten <$w$- hevross von Sldenbuvs

Oldenburg, 2. März. Friedrich August von Olden­burg, der letzte regierende Großherzog, wurde heute im Mauseleum des Gertruden-Kirchhofs beigesetzt. An den Trauerfeierlichkeiten nahmen an prominen­ten Gästen u a. teil von Verwandten des großher­zoglichen Hauses der Prinzgemahl der Niederlande, die Prinzen von Schaumburg-Lippe und Oldenburg, Herzog Adolf von Mecklenburg und als Vertreter des früheren deutschen Kaisers Prinz Adalbert, ein Vertreter des Reichspräsidenten, des Reichswehr­ministeriums, der oldenburgische Ministerpräsident, die oldenburgischen Minister, die bürgerlichen Ab­geordneten des Oldenburgischen Landtags, des Oldenburgischen Stadtrats und Vertreter sämtlicher oldenburgiscker Behörden, auch der Kirchenbehörden. Am Vormittag waren bereits 15 000 Menschen an der in der Lamberti-Kirche aufgebahrten Leiche vor- beidefiliert.

Professor Einstein zum Indianerhäuptling ernannt

Albuquerque (Neu-Mexiko), 2. März Der Tramm der Hupi-Jndianer hat Professor Einstein, der den interessanten Terrassendörfern des Stam­mes dieser Tage einen Besuch abstattete, feierlich den Titel einesGroßen Verwandten" und den Rang eines Häuptlings verliehen.

Das evfte VUd von den EvdbebenvevwLrfiungen Zn Neuseeland

Die jetfföde Hastings-Skraße in Napier (Neuseeland).

Dieses Bild, die erste Originalaufnahme von der furchtbaren Erdbebenkatastrophe auf Neuseeland, hat eine abenteuerliche Reise hinter sich. Von Neuseeland wurde es durch einen Schnelldampfer nach San Franzisca geschafft, von dort nach Newyork telegraphiert, von Newyork noch London gefunkt und von bort "mit Flugpost nach Berlin gebracht. Die reguläre Schiffsreise hätte mehr als 7 Wochen gedauert.

Buntes Allerlei

Litt-bevstz als ^ouSuvveut des VeZuzeu von Males

Wallstreet sieht mit mißtrauischen Blicken auf den Triumphzug, den der englische Thronso'ger durch die hauptsächlichsten Wirtschaftsstaaten Süd­amerikas zurücklegt. Die amerikanische Handelswelt fürchtet vielleicht mit Recht von diesem königlichen Handelsreisenden, der sich nicht nur in England, sondern auch in ganz Amerika großer Sympathien erfreut, eine Beeinträchtigung ihrer Interessen und ihres Cxportes durch die Propagandareise des eng­lischen Prinzen. Was aber dem Erben eines Thro­nes recht ist, das muß dem verehrten Nationalheld

billig sein. Die Zeiten, in denen geschäftliche Be­tätigung für nichtstandesgemäß" angesehen wur­de, sind in Europa endgültig vorbei und in Ame-

riss haben sie wohl nie bestanden. Ein nordame- non Amerika gehören werde.

rikanisches Handelskonsortium, dem die hervor­ragendsten Firmen angeboren, und das sich der eif­rigen Förderung durch die Regierung erfreut, hat beschlossen, dem Prinzen von Wales einen Konkur­renten auf den Hals zuschicken. Natürlich muß die­ser Geschäftsreisende auch ein Atann sein, der sich der Zuneigung der Massen erfreut. Aus diesem Grunde wurde der amerikanische Nationalheros Oberst Lindbergh gewählt, der auch in Südamerika wegen feiner ersten Ueberfliegung des Ozeans als der Held des Kontinents angesehen wird. Lindbergh wird voraussichtlich Ende des Sommers dieses Jahresauf die südamerikanische Tour" gehen, um nicht dem Prinzen ms Gehege zu kommen. Ame­rika, d. h. Nordamerika hat seinen Export nach den Südstaaten bitter nötig. Die Zeiten der Prosperity sind bekanntlich vorbei, und wenn der englrche Prinz auch das südamerikanische Geschäft für Eng­land gewinnt und den amerikanischen Kaufleuten wegschnappt, dann ist die amerikanische Handels­bilanz ernstlich gefährdet. Das amerikanische Kon­sortium hofft, daß der Glanz des Namens Lind­bergh den Prinzen von Wales überstrahlen und keine geschäftlichen Erfolge stark beeinträchtigen wird. Die Entsendung dieses Geschäftsreisenden soll -in offiziöser Form erfolgen, damit ganz Amerika sieht, daß es sich nicht um ein privates Geschäfts- Unternehmen handelt, sondern um eine Angelegen­heit der Vereinigten Staaten. Lindbergh soll nach dem bisherigen Programm Argentinien, Bolivien, Peru und Chile besuchen. Es wird also ein er­bitterter Kampf um das Geschäft werden, wie ihn die Welt bisher noch nicht gesehen hat. Erfahrene Männer der amerikan'f-hen Geschäftswelt haben allerdings weder zu der Geschäftsreise des Prinzen noch zu der des Obersten Lindbergh großes Zu­trauen, da sie, vielleicht nicht mit Unrecht, der Mei­nung sind, daß Reifen von Nationalhelden zwar zu Banketten und Festreden Gelegenheit geben, taff aber das Geschäft von der Gediegenheit und Billig­keit der Ware abhängt, da die geschäftlichm Ver­handlungen vom Nutzen geleitet werden. Die Be­geisterungsstürme, von denen die Empfänge her­vorragender Männer begleitet sind, sind in der nüchternen Luft der kaufmännischen Büros ver­gessen, denn hier regieren die Zahlen. Trotzdem aber wird auch Lindbergh in ein'gm Wochen auf Geschäftsreisen gehen, denn man will nidys ver­säumen. um die drohende Gefahr der Abschnürung des nordamerikanischen Exportes zu bekämpfen.

yLWSvkgev rNiMavdâv fährt nur Butersvundbah«

In Newyork feierte vor einigen Tagen der Milliardär John E. Andrus, der zu den zehn reichsten Männern der Vereinigten Staaten gehört, seinen 90. Geburtstag in voller körperlicher Frische. Andrus, der ein Vermögen von 400 Millionen der Haupteigentümer der

Dollar besitzt, ist einer der Haupteigentümer der Untergrundbahn von Newyork. Der alte Mann ist in jeder Beziehung ein Original. Trotz seines un­geheuren Reichtums wohnt er in einem bescheidenen Häuschen in Pleasantville. Hier arbeitet er an feinem kleinen Gärtchen. Er geht noch täglich ins Büro und hat auch an seinem 90. Geburtstage Gratulanten nicht empfangen können, weil er keine Zeit hatte.Ich muß arbeiten, erklärte er, denn sonst werde ich krank." Für einen Amerikaner ist aber die Tatsache märchenhaft, daß Andrus nicht

ein einziges Automobil besitzt. Er fährt ins Büro und nach Hause feit dem Bestehen der Untergrund­bahn nur mit diesem Verkehrsmittel. Ob er auf diese Weise für sein Unternehmen Reklame machen will was bei einem Amerikaner durchaus mög­lich wäre oder ob er so konservativ an alten Gebräuchen festhält, ist ungewiß. Er selbst erklärte, daß er bisher noch nichts versäumt habe und dar­um auch nicht einsehe, warum er nicht weiterhin die Untergrundbahn benutzen solle. Auch seine Kin­der er hat zwei Söhne und vier Töchter ver­sucht er in der bescheidenen Anschauung zu erhal­ten. Aber öas ist ihm nicht gelungen, denn seine Söhne führen ein Leben, wie es das Vermögen ihres Vaters ihnen gestattet. Das Hausgerät des

Milliardärs stammt noch aus der Zeit seiner ersten Anfänge. Dem Krösus wurde nicht an der Wiege gesungen, daß er einstmals zu den reichsten Leuten «<------ ------Er fing als kleiner

Kaufmann an und verdankte feinen Anstieg einigen sehr glücklichen Spekulationen in einer Zeit, als in

ich auf der Straße lagen. I öbel genügten, so will er

Amerika die Millionen noi

Da ihm damals feine Möbel genügten, so sich auch jetzt nicht von ihnen trennen. Er erklärte, daß er sich nicht geändert habe, sondern nur sein Bankguthaben. Er habe aber durchaus keine Lust, sich in seiner Lebensführung von seinem Scheckbuch vergewaltigen zu lassen. Das sei sein Diener, aber nicht sein Herr. Ein seltener Milliardär und vor allen Dingen ein wahrer Philosoph!

Ole LeZuwau- ww- rum TMbunal

Wird derProzeßfilm" (oder, wenn man so will,Filmprozeß") eines Tages die Schwur- gerichtsverhandlung ersetzen? Die Möglichkeit einer solchen Entwicklung wirft ihren Schatten in einem Sprechfilm voraus, der demnächst in ganz Frank­reich vorgefübrt werden wird. Es handelt sich dabei um eine gefilmte Gerichtsverhandlung, in deren Mittelpunkt neue Zeugen eines Prozesses stehen, der vor zwei Jahren Tagesgespräch war. Es wur- ben damals zwei Angeklagte des Mordes schuldig gesprochen. Die Beiden verbüßen zurzeit ihre Strafe im Bagno von Guyana. Hinterher melde­ten sich plötzlich Zeugen, von denen man vorher nichts gewußt hatte, was der Verteidigung natür­lich Veranlassung gab, die, Wiederaufnahme des Prozesses zu betreiben. Der Fall an sich ist nicht bemerkenswert. Neu ist nur die Tatsache, daß Männer und Frauen als Zeugen ihre Aussage in einem Film, also vor der großen Oesfentlichkeit, machen, noch bevor die Hauptverhandlung im Wie­deraufnahmeverfahren stattgefunden hat. Die Filmproduzenten haben die Absicht, auch Vertei­diger. die in einem Sensationsprozeß die Aufmerk­samkeit auf sich gelenkt haben, einzuladen, und sie im Film vor einem großen Publikum sprechen zu lassen. Man will sich, so wollen wenigstens die Blätter wissen, in absehbarer Zeit sogar an die Gefängnisbehörden mit dem Ersuchen wenden, Untersuchungsgefangenen ihre Verteidigung durch den Film zu erleichtern. (?) Kein Wunder, daß einige Leute schon die Zeit kommen sehen, da die Schwurgerichte überhaupt abqeschasft und an Stelle der Geschworenen das Kinopublikum aufge­fordert werden wird, beim Verlassen des Theaters fein Verdikt abzugeben.

GhavKn

Akttev -ev Ghvenlesßon

Wie eingeweihte Pariser Kreise wissen wollen, erwartet Charlie Chaplin, der in etwa drei Wochen in Paris eintreffen soll, eine eigenartige Ueber- raschung. Selbstverständlich wird die Stadt Paris dem großen Künstler einen nicht weniger herz­lichen Empfang bereiten als London. Aber es ver­lautet, daß man darüber hinaus diesem Empfang auch noch einen amtlichen Charakter geben will, indem manCharlot", wie die Pariser Chaplin nennen, zum Ritter, vielleicht sogar zum Offizier der Ehrenlegion ernennen werde Eme amtliche Be­stätigung der Nachricht ist freilich nicht zu erhalten. Der Quay d'Orsay begnügt sich mit der Erklärung, daß über eine solche offizielle Ehrung dort nichts bekannt sei."

Don dev âZnovübne.

Modernes Theater.Die Privatsekre­tär i n". Es löst ein Schlagerfilm den anderen ab. Welken schon dieEinbrecher" ein Erfolg, so wird diePrivatsekretärin" erst recht einschlagen. Ein Lustspiel ist hier gelungen, daß selbst den Erfolg derDrei von der Tankstelle" noch weit hinter sich läßt. 3m Stoff bringt es zwar noch Herkömmliches, nämlich das oft abgewandelte Schicksal der armen Kirchenmäuse, Pie Privatsekretärin, die anfangs als Tippfräulein in eine Großbank eintritt, stammt aus diesem Geschlecht der armen Kirchenmäuse. Sie ist aber ein Jdealmädel, die Herz und Kopf auf dem rechten Fleck hat und da sämtliche Filmlust­spiele ein happy end brauchen, ergattert sie sich den Bankdirektor, nachdem sie vorher mit dem Gewal­tigen unbekannterweise einen Bummel gemacht hat. Was ihr dabei alles passiert und wie sie sich durch­setzt, das muß man sich aber selbst ansehen denn das ist so hübsch gemacht, so spielerisch leicht, voll der reizendsten Einfälle und ulkigsten Parodien, daß man aus dem Schmunzeln gar nicht herauskommt, die Regie trifft ganz den Ton, den ein solches Lust­spiel nötig hat. Die Darsteller, fast nur neue Ge­sichter, Renate Müller eine Privatsekretärin, die nicht nur gut aussieht, sondern die ein temperament­volles echtes Spiel hat. Den Bankdirektor gibt Hermann Thimig mit dem ganzen Charme feiner Persönlichkeit. Den Haupterfolg hat aber Bressort mit der Type eines kleinen Bankangestellten. Er weiß dieser Figur bei aller Parodie viel menschliche Züge zu geben. Neben diesem gelungenen Hauptfilm fallen auf die spannende Reportage der Woche" und der Naturfilm von der Donau.

Lenkratthealer. In dem Joe May-Tonfilm Ihre Majestät die Liebe" lernen wir ein Lustspiel ganz großen Formates kennen, das zweifellos eine Sonderstellung einnimmt und stark von der üblichen Lustspielschablone abweicht. Auf Schritt und Tritt merkt man, daß ein so Großer auf dem Gebiete der Regiekunst wie Joe May die Zügel in der Hand hält und das menschenmöglichste aus einem an und für sich schon äußerst dankbaren Lustspielstoff herausholt. Die hervorragende Be­setzung des Filmes mit einer Nagy und einem Franz Lederer, einem Roberts, einer Gretl Theimer und anderen bestens bewährten Lustspiel- kräften tut ihr übriges, um Tempo und Laune nie­mals abreißen zu lassen. Man kommt einfach aus dem Lachen nicht heraus und hegt schließlich den Wunsch, das launige Spiel der Liebe noch einmal von vorn« beginnen zu sehen. Wie der junge Großindustrielle zu seiner geliebten tugendhaften Barmaid kommt, wie er schließlich auf der ganzen Linie nach etlichen Schwankungen und Kämpfen trotz des gefährdeten Generaldirektorpostens, des hohen Familienrates und des unmöglichen Schwie­gervaters in fpee (Szöke-Szakall) siegt und im letz­ten Augenblick dem gräflichen Nebenbuhler eine glänzende Figur ein Schnippchen schlägt, ist derart köstlich gezeichnet, daß schallende Heiterkeit den mit toller Situationskomik gepflasterten Weg zum Liebesglück begleitet. Mit einem Wort, es war ein ganz großer Lustspielerfolg, der vollauf begründet ist und auch in Hanau wie allenthalben volle Häuser schaffen sollte. Im Beiprogramm läuft u. a. ein sehenswerter Lehrfilm aus Ober­ammergau. ^mmI

GtbneebevWt

Dienstag, 3. März, 10.30 Uhr vormittags

Taunus

Kleiner Feldberg: Bewölkt,7, 45 Zentimeter, verweht, Ski und Rodel gut. Falkenstein: Bewölkt, 3, 15 Zentimeter, verweht, Ski gut, Rodel

mäßig.

Rhön

Wasserkuppe: Bewölkt,7, 35 Zentimeter, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Gersfeld: Bewölkt,5, 40 Zentimeter, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Eisenacherhaus am Ellen­bogen: Pewölkt,5, 55 Zentimeter, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.

Vogelsberg

Herchenhainer Höhe: Bewölkt,8, 60 Zenti- . Meter, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Hoherodskopf: Bewölkt,6, 40100 Zentimeter, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.

Kundsunk-Pvosvamm

Dienslag, 3. März 1931

6.15: SF. Wettermeldung. Anschließend: Mor­gengymnastik. 7.158.15: SWF. Frühkonzert. 12: SWF. Schallplattenkonzert: Kammermusik. 14: Werbekonzert (Schallplatten). 15.20: SWF. Haus- frauen-Nachmittag. 16 30: SWF. (M. ) Nach­mittagskonzert, Werke von Rich. Wagner. 18.10: SWF.Arbeiten im Gemüsegarten", Vortrag. 18.45: SF.Deutsche Pionierarbeit in der ameri­kanischen Einwandererfürsorge", Vortrag. 19.15: SF. Erich Kästner liest aus eigenen Werken. 19.45: SF. Anekdoten. 20.00:Rosen aus Florida", Operette in 3 Akten. 22: SF. Walter-Niemann- Stunde. Dr. Walter Niemann (Leipzig) spielt aus eigenen Klavierwerken. 22.5024: SF. Unter­haltungsmusik.

Devetzre- Devsammlunsen.

Deutsche Volkspartei. Wir erinnern an die heute abend um 8 Uhr imRiesen" stattfindende Mit­gliederversammlung. (Kommunalfragen). 305

Garde-Verein Hanau. Wir machen die Kame­raden auf die morgen, Mittwoch abends 8% Uhr, im Sängerheim", stattfindende Monatsversamm- lung aufmerksam und erwarten zahlreichen Besuch.

Lehrersängerchor. Heute 8% Uhr Singstunde im Sangerheim". Vollzähliger Besuch wird erwartet.

G. D. A. Gewerkschaftsbund der Angestellten, Ortsgruppe Hanau. Herr Willy Brause gibt heute abend eingehenden Aufschluß über das Betriebs­rätegesetz im Gartensälchen des Rest. Mohr Krämer­straße. Am Mittwoch den 3. März spricht Herr DiplomhanLelslehrer Leicht über Rationalisierung und Mechanisierung im Bürobetrieb im Rest zur Sonne L. -e Veranstaltungen beginnen abends U Uhr und bitten wir um zahlreiches und pünkt­liches Erscheinen. 309

Gesangverein Tonblüthe e. V. Morgen Mitt- woch abend 8.30 Uhr Singstunde. Pünktliches Er- scheinen aller Sänger dringend nötig. 306