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Nr. 51

Monkag den 2. März 1931

Seift 5

dl Landwirtschastskammer für Surhessen und Waldeck. Der Vorstand der Landwirtschaftskammer für Kurhessen und Waldeck beschloß, die Dollver- sammln ng auf ben 16. und 17. März in den großen Sitzungssaal des Ständehaufes einzuberufen. In der Hauptsache werden diesmal milchwirtschaftliche Fragen, die mit der Ausführung des Reichsmilch­gesetzes Zusammenhängen, die Vollversammlung be­schäftigen. Da die Milchwirtschaft und das Molke- reiwesen an Umfang und Bedeutung erheblich zuge- nommen haben, soll ein milchwirtschaftlicher Berater als Kammerbeamter auf Privatdienstvertrag an­gestellt und ein Ausschuß für Milchwirtschaft und Molkereiwesen aus Mitgliedern der Landwirtschafts­kammer für Kurhessen und Waldeck gebildet wer- den. Ferner soll auch ein Ausschuß für Arbeiter­wesen gebildet werden Die Kammerumlage Mr Ausgleichung des Haushaltungsvoranschlages für 1931 ist wieder mit dreiundeinviertel Prozent des Grundsteuer-Reinertrages der beitragspflichtigen Besitzungen wie in den Vorjahren in Voranschlag gebracht worden.

* Preuß. Slassenlotterle. Am 18. Ziehungstage wurden unter anderen folgende Nummern gezogen (ohne Gewähr): 70 921, 79 634, 79 710, 90 382, 92 424, 106 793, 110 323, 110 330, 135 729, 143 017, 148 531, 164 547, 188 219, 188 222, 244 326, 284 362, 287 524, 346 347, 387 253.

* Ein ernstes Wort. Der Landeskirchenrat der Thüringer evangelischen Kirche hat folgende Kund­gebung an die Kirchengemeinden . erlassen, die am Sonntag, den 22. Februar, in allen Gemeinden verlesen wurde und die auch in anderen Ländern wohl zu beherzigen wäre: Wir treten jetzt wieder ein in die Pässionszeit, diese stille Zeit, in der uns Christen trotz aller Weltunruhe und Volkserregung das Bild des für uns leidenden Heilandes mehr als sonst vor Augen stehen soll. Möchten diese Wochen bis Ostern wirklich stille Zeit sein; Volks­not, wie wir sie so nicht für möglich gehalten, ist über uns gekommen. Millionen unserer Volksge­nossen mußten arbeitslos werden und sind in har­ter Winterzeit größten Entbehrungen preisgegeben. Da ziemt es sich nicht, rauschende Feste mit Maskenscherz und Mummenschanz mit Tand und Flitter zu feiern. Christen sollten unbedingt davon fern bleiben. Die berufenen Kirchenvertretungen aber mögen immer wieder mahnen und bitten, daß feder in der Gemeinde, anstatt Geld für nichtige Zwecke auszugeben, lieber eine Gabe zur Linderung der Not zur Verfügung stellen möge. Sind wir noch Christen, dann steht in dieser Zeit das Bild dessen vor der Seele, der jeden Liebesdienst an- sehen will als ihm selbst getan, dann besinnen wir uns darauf, daß von den Tagen der großen Christengemeinde an es allzeit ein Kennzeichen der Christen gewesen ist, daß sie Liebe untereinander haben.

SiAwerev «LisenbabmukammenstoS tu HUdburghauken

Die lneinandergeschobene« und zertrümmerten Wage«

Im Bahnhof Hildburghausen stieß ein einfahrender Güterzug auf einen stehenden Zug auf. Der Anprall geschah mit solcher Kraft, daß 23 Wagen entgleisten und 12 zertrümmert wurden. Menschenleben sind glücklicherweise nicht zu beklagen

VapierfOnitzet statt VriUanten

Eine moderne Elrce Immer wieder Nellie Goelle Die Hypnotiseurin des Anwalls Das eigenartige Testament Unglaubliche

Beschuldigung eines gutmütigen Beamten

wettevbevrcht

Ueber fast ganz Europa ist der Luftdruck noch weiter stark gefallen und hat den Tiefdruckwirbel, der mit seinem Kern über der Elbmündung liegt, noch verstärkt. Im Bereich dieses Wirbels kommt es in fast ganz Mitteleuropa zu verbreiteten Nie­derschlägen, die in England und im Küstengebiet vielfach als Schneefälle niedergehen. Auch in un­serem Bezirk werden die Regenfällè unter Abküh­lung bald in Schnee übevgehen. Die Temperaturen gehen wieder weiter zurück. . Vorhersage bis Monta« abend: Bewölkt bis aufheiternd, noch ein­zelne Schauer, stellenweise Nachtfrost, frische west­liche Winde. Witterungsoussichten für Dienstag: Bei steigenden Temperaturen wieder neue Ein­trübung wahrscheinlich.

Landkreis Kana».

6 Dörnigheim Konzert. Das am Sonntag im Saale zur Mainlust veranstaltete Konzert des hie­sigen Schubertvereins (Männer- u. Gemischter Chor) war gut besucht. Mitwirkende waren Herr Heinrich Liebmann Bariton, Frankfurt und die Pianisten Herr Philipp Bock aus Offenbach und Hans Diet­rich aus Dörnigheim. Das von Herrn Dirigenten Fritz Walzer in Hochstadt zusammengestellte Pro­gramm wies 12 Nummern auf. Die Darbietungen des Männerchores fanden gute Aufnahme. Doch war festzustellen, daß der erste und zweite Tenor gegenüber den Bässen etwas zu schwach ist. Ganz besonderen Applaus fanden die Vorträge des Ge-

In Moabit stand eine junge Frau vor Gericht, deren Lebensaufgabe es offenbar zu fein scheint, hilfsbereit Männer ins Unglück zu bringen. Es handelt sich um Nellie Goette, die erst vor kurzer Zett bei einem Strafprozeß gegen einen Rechts­anwalt eine unheilvolle Rolle gespielt hatte, eine moderne Circe, die angeblich mit Hypnose arbeitet, um Männer in ihre Dienste zu zwingen. Im jüngsten Prozeß gab eine phantastische Erfindung der "eigenartigen Frau den Hintergrund zur An­klage ab. Aus einem Kasten, voll mit Brillanten und anderen Juwelen waren die Kostbarkeiten an­geblich verschwunden, und an ihrer Stelle befanden sich - in dem verschnürten und versiegelten Kästchen nur .... Papierschnitzel. Das Kästchen hatte ein Justizwachtmeister im Amtsgericht Berlin-Mitte in Verwährung gehabt, also mußte er der Dieb sein. Gegen den alten treuen Beamten wurde nun ein hochnotpeinliches Verjähren wegen Amtsunter­schlagung eröffnet. Dabei stellte sich folgende Mär­chenerfindung der Frau Goette heraus. Sie hatte ihrem Mann erzählt, daß sie sehr vermögend sei. Als sie nun einer Operation wegen ins Kranken­haus gehen sollte, verlangte der Mann von ihr die Herausgabe ihresVermögens", also ihrer Ju­welen und Wertpapiere, die sie nie besessen hatte. Die Frau kam nun zu dem Justizwachtmeister und bat ihn, ihr das Kästchen aufzubewahren, das ihren ganzen Reichtum enthielt, da sie sich in eine Klinck zur Behandlung begeben müsse. Sie gab zugleich an, daß sie chr Testament machen wolle. Sre stehe mit ihrem Manne nicht auf gutem Fuße u. wolle auf diese Weise ihm ihr Vermögen entziehen, falls sie ster- ben sollte. Der gutmütige Beamte erklärte sich schließlich bereit, den treuen Sachwalter des großen Reichtums an Juwelen zu spielen. Er verwahrte das Kästchen, als ob es Millionenwerte geborgen hätte. Inzwischen hatte die Frau aber auf das Drängen ihres Mannes, ihm den Schmuck heraus­gegeben, ihm das große Geheimnis verraten, daß

mischten Chores (21 Sängerinnen und 16 Sänger). Aussprache, Intonation und Disziplin waren gut. Auch dem Solosänger Herrn Liebmann und den

Auch dem Solosängi beiden Pianisten Bi Beifall zuteil.

;otf und Dietrich wurde reicher

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= Groß-Steinheim, 28. Febr. Die Gründung eines Kneippoereins wurde am vergangenen Donnerstag hier vollzogen. Der Vorstand der hiesigen^ Ortsgruppe wurde gebildet aus den Herren Jean Old, 1. Vorsitzender, Lehrer Nahgang, 2. Vor­sitzender, Adam Hain, Kassierer und August Gadhof, Beisitzer. Es wurde festgelegt allmonatlich am ersten Dienstag eine V^reinsversammlung abzuhalten, in welcher' möglichst immer ein Vortrag über die Kneipp'sche Heilmethode gehalten werden soll.

ÄeeiS Gelnbaukeu.

8 Gölnhausen, 1. März. Die Kreisbauernschaft Gelnhausen E. V. hält ihre diesjährige Haupt­versammlung am 7. März in Gelnhausen SaalbauZur Hoffnung" ab und hat als

Hauptredner Reichslandbundpräsident Bürgermeister Lind aus Niederissigheim gewonnen, der über das Thema:Der Kampf des Landbundes in schwerer Zeit" sprechen wird.

Gelnhausen, 2. März. Bei Bad Orb an der Ludwigsquelle kam es gestern zu einer Schlägerei zwischen Reichsbannerleuten und Nationalsozialisten. Es soll 46 Verletzte gegeben haben. Landjäger­beamte mußten die Ruhe wiederherstellen.

m Somborn, 28. Febr. Gemeindevertretersitzung. Die hiesigen Bäckermeister führten in einer Ein­gabe Beschwerde darüber, daß in letzter Zeit im Orte von Privatpersonen ein gewerbsmäßiges Brot- back«, und der Verkauf von Brot stattfinde. Den Antragsstellern wurde aufgegeben, die Namen der in Frage kommenden Personen anzugeben, worauf­hin die Gemeindeverwaltung geeignete Maßnahmen ergreifen will. Auf den Antrag der Bewohner der Schafgartenstraße hin um Instandsetzung dieser Straße wird die örtliche Straßenbau-Kommission in der kommenden Woche eine Besichtigung des Straßrnzugès, wie auch eine solche in der Wilhelmshöhe" und anderen instandfttzungs- bedürftigen Straßen vornehmen und in einer der nächsten Gemeindevertretersitzungen Bericht er­statten. Die Gemeinde wird sich mit dem Kreis wegen der Straßen- und Rinnenpflasteruag der Barbarossastraße von der Wirtschaft Karl Gut­mann bis zum Gemeindebackhaus in Verbindung setzen. Im nächsten Jahr soll die Pflasterung vor-

legte. Sie sah sich aber in dieser Hoffnung getäuscht. Fräulein Trauth wurde am Freitag nach der Be« erdigung fünf Stunden hintereinander vernommen, aber mit dem gleichen negativen Ergebnis. Fräulein Trauth ist ein Mädchen mit eisernen Nerven und einer Intelligenz über den Durchschnitt hinaus; und wenn sie, wie die Polizei annimmt, als Täterin in Frage kommt, dann hat sie ein sehr geschicktes Ver­teidigungssystem aufgebaut, vor allem auch hin­reichende Zeit gefunden, das Hauptindiz, nämlich das zur Tat benutzte Messer, wegzuschaffen. Die Woh­nung in der Eppsteiner Straße ist nochmals ein­gehend durchsucht worden, aber auch hier blieb ein Erfolg aus. Die Verdachtsmomente gegen die Toch­ter, wenigstens die positiven Momente, sind mehr als gering. Sie beschränken sich in der Hauptsache aus Aeußerungen, die die alte Frau Trauth kurz vor ihrem Tode zu verschiedenen Oberurseler Bürgern getan haben soll. Daß mit diesen Redensarten nicht allzu viel anzusangen ist, bedarf keiner besonderen Betonung. Nichtdestoweniger ist die Kriminalpolizei verpflichtet, jede dahingehende Aeußerung auf ihren Wert oder Unwert nachzuprüfen.

Zwei Frankfurter Raubüberfälle aufgeklärt

er sich sicher beim Amtsgericht befinde. Der Mann ging nun zu dem Beamten und verlangte die

: Dem Frankfurter Raubdezernat gelang ein guter Fang Frankfurter Beamte verhafteten in Mainz einen Burschen, der vor einigen Wochen in einer Wohnung im Mittelweg eine junge Kontoristin niederschlug, fesselte und 35 Mk. aus der Wohnung raubte Der Täter verschaffte sich dadurch Eingang, daß er vorgab ein Interessent aus eine zu vermie­tende Wohnung zu sein und die Wohnung besichtigen wollte. Die Kontoristin ließ den Burschen eintreten, und dieser nahm hinter dem Rücken des Mädchens einen Ledergürtel von der Flurgarderobe. Im Schlafzimmer warf er die Kontoristin aufs Bett, fesselte sie, verübte in aller Eile den Raub und ver­schwand. Der Fall war insofern für die Kriminal­polizei nicht ganz aussichtslos, als das junge Mäd­chen eine eingehende Schilderung der Tat und eine ganz detaillierte Beschreibung des Täters liefern konnte. Beamte des Frankfurter Raubdezernats stell­ten denn auch fest, daß ein junger Bursche, auf den die Beschreibung zutraf, in einer Wirtschaft in der Alten Mainzergasse genächtigt hatte. Der Gastwirt kannte den Manm wußte daß er aus Mainz stammte bzw. dort seine Angehörigen hatte, und die Mainzer Polizei nahm gemeinschaftlich mit der Frankfurter die Spuren auf. Als man feststellte, daß er sich um einen mehrfach vorbestraften Menschen handelte, fuhr ein Frankfurter Kriminalbeamter mit der Kon­toristin nach Mainz und es gelang ihm mit einiger Schwierigkeit den Burschen, der nicht zu Hause war, aufzufinden. Er leugnete zuerst mit der Tat irgend etwas zu tun zu haben; die Kontoristin erkennt ihn aber einwandfrei wieder. Bezeichnend ist übrigens die Tatsache, daß die damals von dem jungen Mäd­chen gegebene Beschreibung des Täters bis in die kleinsten Einzelheiten hinein stimmt. Erfreuliches weise gelang es auch einen zweiten Raub, der sich aber juristisch als Diebstahl herausstellt, soweit zu klären, daß man den Täter wenigstens kennt. Ein Kassenbote der Firma Beer, Sondheimer u. Co. wurde in den Geschäftsräumen des GDA. von unbe­kannten Tätern insofern geschädigt,- als ihm die Aktentasche, die einen großen Geldbetrag enthielt, mit einer andern Tasche vertauscht wurde. In dieser lag statt Geld ein großer Stein. Gemeinschaftlich mit der Berliner Polizei gelang es festmstellen, daß als

Herausgabe des Kästchens. Der Beamte glaubte aber nicht, dazu befugt zu sein und teilte das Ver­langen des Mannes der Eigentümerin der Schmuck- kassette mit. Nun gestand die Frau dem Beamten unter dem Sigel der Verschwiegenheit, daß in der Kassette, die angeblich einentastbaren Schatz eines Potsdamer Grafen" enthalten sollte, nur . . . Pa­pierschnitzel seien. Sie wollte ihrem Manne nicht gestehen, daß sie die reiche Frau nicht sei, für die er sie gehalten habe und habe zu diesem Zwecke die ganze Komödie aufgeführt. Nun setzte sie aber ihren Intriguen die Krone auf. Da der Beamte sich um die Wünsche des Gatten nicht kümmerte, veranlaßte der Mann feine Frau, gegen den Be­amten eine Anzeige wegen Amtsunterschlaguna zu erstatten. Der Mann hatte den naheliegenden Der- 'Aubeifn in Frage

dacht, daß der Beamte vielleicht die,tastbaren TâEP^

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deshalb die Kassette zurückbehalte. Die Gattin mußte nun, nachdem sie A gesagt hatte, auch B sa­gen, um den Mann weiterhin in dem Glauben von ihrem Reichtum zu erhalten. Sie zeigte also den Beamten, der ihr völlig uneigennützig Dienste ge­leistet hatte, ohne allerdings die Gefährlichkeit dieser Phantasiegebilde zu durchschauen, wegen Unter­schlagung an. Die Untersuchung ergab, wie die Dinge in Wirklichkeit lagen und sörderte sogar die Wahrheit über diekostbaren Juwelenschätze des Potsdamer Grafen" zu Tage, und nun wurde der Spieß umgedreht. Gegen die erfindungsreiche Frau, die einen treuen und ehrlichen Beamten bei­nahe ins Unglück gestürzt hätte, wurde Anklage we­gen falscher Anschuldigung erhoben. In dem Dro- zeß wurde ihr zwar vom medizinischen Sachver­ständigen bescheinigt. daß sie eine Psychovatin sei, aber nicht unzurechnungsfähig. Die Angeklagte wurde daraufhin wegen der Schwere der sallchen Anschuldigung zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.

Wallungen bereits aufs beste bekannt.

genommen werden. Der Schneidermeister Konrad Müller in der Jakobstraße ist bereit, von seinem Eigentum 5 Meter zum Zwecke der Straßen- verbreiterung an die Gemeinde gegen mtfprechende Vergütung abzutreten. Mit Peter Müller in der gleichen Straße will sich die Gemeinde auch wegen der Straßenerweiterung durch Abgabe des kleinen Müller'schen Hausgartens gegen Tausch oder Ver­gütung an die Gemeinde ins Benehmen fetzen. Der Zuschlag für die Jagdpacktung des Jagb- bezirks H in derSölzert" für jährlich 230 RM ist erteilt worden, hingegen ist die Neuverpachtung des Jagdbezirks I wegen zu geringem Gebot noch nicht erfolgt.

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Das Rätselraten um den Oberurseler Täter

: Die Aufklärung der Oberurseler Bluttat scheint für die Kriminalpolizei eine äußerst schwere Auf­gabe zu sein. Wenn auch nach wie vor starke Ver­dachtsmomente gegen die Tochter bestehen, so dürfte es sehr schwer sein, ihr die Täterschaft derart nach­zuweisen, daß das Hauptverfahren eröffnet werden kann. Die Kriminalpolizei hatte gegen eine Teil­nahme der Anna Trauth an der Beerdigung ihrer Mutter schon deshalb nichts einzuwenden, weil sie vielleicht gehofft hat, daß das junge Mädchen unter dem Eindruck der Beerdigung ein Geständnis ab-

Kündigung des Lohnabkommens der chemischen Industrie

: Der Arbeitgeber-Verband der Chemischen In­dustrie Frankfurt a. M. hat den Gewerkschaften zum 31. März den Lohntarif für die Provinz Hessen- Nasiau und den Freistaat Hessen mit dem Ziel einer Lohnsenkung gekündigt. Der gekündigte Lohntarif läuft seit Frühjahr 1929 und war zunächst bis Sep­tember 1930 abgeschlossen worden. Während der Wintermonate hat die chemische Industrie somit von der Kündigungsmöglichkett keinen Gebrauch gemacht.

Eine Neuauflage des Pache-Prozesses?

: Als der Kaufmann und Fußballmeister Robert Pache anfangs Februar aus der Strafverbüßung mit Bewährungsfrist entlasten wurde, geschah das, um dem jungen bis dahin noch nicht bestraften Mann den Wiedereintritt in das bürgerliche Leben nicht zu erschweren, es war chm eine Stelle in Südamerika angeboten worden, und man hatte der Behörde die Garantie gegeben, daß Pache sofort nach seiner Ent- lassunq aus der Strafanstalt den deutschen Boden verlassen werde. Dieser Verpflichtung ist Pache auch nachgekommen. Er reiste sofort in seine Heimat, die Schweiz. Erst nach Ablauf der Bewährungsfrist ist ihm die Möglichkeit wieder gegeben, deutschen Boden betreten zu können. Es ist aber nicht völlig ausge­schlossen, daß Pache sch^n erheblich früher sich wie­der in Frankfurt a. M. einfindet dann nämlich, wenn es sich darum handeln sollte, daß er hier als Zeuge benötigt oder eine Wiederaufnahme seines Prozesses stattfinden wird. Pache ist nämlich zur Zeit damit beschäftigt, Material für die Wiederauf­nahme seines Prozesses zu sammeln. Er hat dabei, wie bebauvtet wird, schon einen hervorragenden Er­folg erzielt. Er hat sich eine der Hauvtzeuainnen in die Schweiz bestellt. Dort hat die junge Dame im Beisein eines Notars zu Protokoll gegeben, daß ihre Aussagen, die sie in Frankfurt a. M. vor Gericht wachse, erpreßt worden seien, daß man ihr mit Hilfe yon Betäubungsmitteln Angaben, die Pache be­lasteten, suggeriert habe.

M KM «md Ksim.

Eine löjährige Straßenräuberin

Kassel, 28. Febr. Seit August vorigen Jahres wurden der Kriminalpolizei in 20 Fällen Anzeigen erstattet, wonach ein etwa 16 Jahre altes Mädchen kleinen Kindern, die von den Eltern zum Einkäufen

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