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Weg zur gesunden Entwicklung der ihm innewoh­nenden Kruste finden werde.

Es sei hohe Zeit, schloß der Redner, daß etwas Reues in die Weil hineingebracht werde. Ob auf Grund des Doung-Planes oder über ihn hinauswachsend, sei gleichgültig. Es komme daraus an daß die starken Kapitalkräfte und kapltal- machte der Well sich die Hand zu gemeinsamen Handeln, zur Rettung der Völker der Kultur­welt reichten. Voraussetzung dabei sei die Ver­ständigung auch mit denen, denen das Geld zu- gesührl werden solle, und der Verzicht auf die Verbindung politischer oder polilikähnlicher Forderungen mit der Kapitalgewährung.

AttKÜNdiSttUS inuevvoMißchev AuivLse der Deutschen Volkspartei

Köln, 1. März. Auf Einladung des Wahlkreis­verbandes Köln-Aachen der DVP. hielt deren Führer, Reichstagsabgeordneter Dingeldey, in der Großen Messehalle eine Rede, in der er u. a. ausführte: Die Außenpolitik steht an einem Wende­punkt. Von entscheidender Bedeutung wird die Lösung der Frage der internationalen Schulden sein. Die Zeit ist vorbei, wo das deutsche Volk es ertrug, daß der französische Kriegsminister zur Rechtfertigung der französichen Kriegsmacht von dem alten, endlich erledigten Mittel der Kriegs­schuldlüge Gebrauch machte.

Der Redner wandte sich dann innerpolitischen Fragen zu und forderte vom Nationalsozialismus mehr Verantwortungsgefühl. Das deutsche Volk habe ein Recht zu wissen, was geschehen würde, wenn die Nationalsozialisten einmal die Verant­wortung übernähmen.

Der Redner stellte weiter die Frage: Sollen Ge. setze und Verträge hartnäckig gehalten werden, auch wenn darüber Hunderttausende zugrunde gehen? Die Gewerkschaften sollten in dieser Hinsicht ein Einsehen haben. Dingeldey sprach sich ferner für die Erhaltung und Stützung des deutschen Ostens aus und sagte, die Osthilfe habe nicht den Zweck, den Großgrundbesitz zu sanieren, sondern im Osten das Deutschtum gegen die immer heftiger vordringende polnische Flut zu stärken.

Zum Schluß beleuchtete der Redner das Pro­blemReichs-Preußen" und stellte folgende Anträge in Aussicht, die die DVP. bei der Beratung des Etats des Innenministeriums stellen werde: Herauf­setzung des Wahlalters, Schaffung einer Ersten Ständischen Kammer neben dem Reichstage und Be­rufung des Reichspräsidenten zum Oberhaupt des preußischen Staates.

GeuatsuvaftdenL ^â&mr - NationMoziE

Bersin, 1. März. Der Senatspräsident am Oberlandesgericht Grützner, der wegen feiner Angriffe gegen Minister Grzesinski aus der SPD. ausgeschlossen worden ist, ist der National­sozialistischen Partei beigetreten und in oie Ortsgruppe Mahlow eingegliedert worden.

Senatspräsident Walter Grützner schied aus der SPD. aus in Zusammenhang mit der Affäre, die zum Rücktritt des damaligen preußischen Innen­ministers Grzesinski führte. Nach einer national­sozialistischen Mitteilung erklärte Grützner, daß er feine Hauptaufgabe in der Säuberung der schwer­kranken Selbstverwaltung, namentlich der Groß­städte, der Wiederaufrichtung der deutschen Land­wirtschaft und darin sehe, daß in Deutschland wie­der deranständiae Mensch" zur Geltung komme. Er sei der NSDAP, beigetreten, weil diese Partei nach seiner Ansicht allein die Partei der Sauber­keit und Ordnung sei, die die Errichtung eines wahren nationalen Sozialismus durchführen werde.

Lteue Absage dee Kechèsu?

Einigkeit zwischen den Deulschnakionalen und den Nationalsozialisten

Berlin, 2. März. Die Vertreter der Reichs- kagsfraklionen der Nationalsozialisten und der Deutschnakionalon hielten am Sonntag in Berlin eine gemeinschaftliche Besprechung ab, an der auch die aus der Bauernpartei ausgeschiedenen Abge­ordneten teilnahmen. Die Beratungen ergaben, wie derMontag" meldet, die allgemeine Ueberein­stimmung in der Beurteilung der parlamentariick^n Lage und volle Einmütigkeit über die Zu ergreifen­den weiteren politischen Maßnahmen.

Die ââgsla^e im SuM IQ iS

Newyork, 28. Febr.Newyork Times", die in täglichen Fortsetzungen die Krieaserinnerungen des früheren amerikanischen Hochslkommandleren- den General Pershing veröffentlichen, drucken heute einen Brief Pershings an den früheren krieos- minister Baker ab, der im Juni 1918 geschrieben ist, und in dem Pershing dringend weitere zwei Millionen Soldaten und eine weitgehende Be- schäfligung von Frauen in den Munitionsfabriken verlangt, da die Aussichten sehr ungünstig seien. Wenn in diesem Jahre, so heißt es in dem Schrei­ben wörtlich, noch weitere ernste Rückschläge kom­men. dann wird es sehr schwer fallen, Frankreich überhaupt noch im Kriege zu halten. Die moralische Widerstandsfähigkeit sowohl der französischen als auch der britischen Truppen ist nicht wie sie sein sollte. Unsere zweite und dritte Division haben in Wirklichkeit die Deutschen zum halten gebracht, die Franzosen waren der Aufgabe nicht gewachsen.

Dev &am1e$ übev den Besuch Dv. EueLius m w eu

Wien, 1. März. DieWiener Neuesten Nach­richten" veröffentlichen Aeußerungen des Reichs­kanzlers zu dem Berliner Vertreter des Blattes, in denen Dr. Brüning unterHinweis auf die dringende |

Montag den 2. März 1931

Der deutsche DolLstrauertag

Ium GedSchtnis dev Zoten des gvokon Beleges

Berlin, 1. März. Im Mittelpunkt der Feiern zum Volkstrauertag in der Reichshauptstadt stand wiederum die Gedächtnisstunde des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Reichstag, an der, wie in den Vorjahren, Reichspräsident und Reichs­kabinett sich beteiligten.

Es hat hier schon eine gewisse feste Tradition sich gebildet, äußerlich wie innerlich, im Verlauf wie, möchte man sagen, im seelischen Rhythmus: Der hohe Plenarsaal des Reichstags trägt Jahr für Jahr den gleichen düsteren Schmuck: Die Rückwand ist mit schwarzem Tuch verhangen, auf dem zwischen Krän­zen versilberten Lorbeers silberne Kreuze hochragen, das Symbol des Volksbundes. Davor riesige Leucht­kandelaber, von schwarzem Flor umwunden, und vor dem Rednerpult Lorbeerkränze mit schwarz-rot- goldenen Schleifen. Ehe die Feier beginnt, marschiert eine Abteilung der Reichswehr mit Fahnen des alten Heeres und die Abordnung der studentischen Kor­porationen ein und nehmen vor dem Präsidenten­stuhl und vor den Estraden Aufstellung.

Kurz vor 12 Uhr kommen die Mitglieder der Reichsregierung. Diesmal an ihrer Spitze Dr. Brü­ning, Dietrich und Curtius. Mit ihnen nimmt der greife Professor Kahl auf der Regierungsbank Platz. Pünktlich um die Mittagsstunde erscheint der Reichs­präsident, während das Haus voller Andacht und Verehrung sich erhebt, in der großen Ehrenloge. An seiner Seite der Präsident des Reichstages, Löbe, die Reichsminister der Wehrmacht und des Innern, Gröner und Wirth, die Chefs der Heeresleitung und der Admiralität, Hammerstein und Räder. Die Musik unserer Großen, ein Trauermarsch von Händel und das Adagio aus der Sonate Pathètique von Beet­hoven leiten über zur Gedenkrede, und der wieder folgen wie stets Trommelwirbel, die Weise vom guten Kameraden und das Deutschlandlied. Die Fest­rede hielt diesmal der erste Schriftführer des Volks- bundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Dr. Eulen, der die Toten des Krieges zu Mahnern zur Einig­keit, zum Opfermut und zur hingebenden Vater­landsliebe werden ließ.

Die Kl-ttenveeKSttdigung pevßeSt

^varrSveich Mmmi den ensrisch-ZtalieniMen Verreitt- bavttngen zu - GeiienHiebe auf Deut-chiand

Rom. 28. Febr. Wie offiziell milgekeilt wird, ist in den italienisch-britischen Verhandlungen eine grundsätzliche Einigung über die auf der Londoner Flottenkonferenz noch offen gelassenen Fragen er- zielt worden.

Die Agentur Stefanie gibt bekannt: Zn Verfolg der freundschaftlichen und im Geiste herzlicher Zu­sammenarbeit geführten Besprechungen, die in die­se« Tagen zwischen den englischen Ministern hen- derin und A'exander einerseits und dem Regie- rungsches sowie den italienischen Ministern des Auswärtigen und der Marine andererseits statt- fanden. wurde eine grundsätzliche Einigung in den auf der Londonr Flottenkonferenz nicht gelösten Fragen erzielt. Die Formel muh noch der franzö­sischen Regierung unterbreitet werden, und die Minister Henderson und Alexander reifen zu diesem Zweck heute nach Paris ab. Wenn die französische Regierung den Vorschlägen zuskimml, so werden sie den Regierungen der Vereinigten Staaten, Japans, Großbritanniens und der britischen Dominions, die auf der Londoner Konferenz vertreten waren, vorgelegt werden.

Paris, 1. März. Am Sonntag abend wurde vom französischen Außenministerium die Mitteilung verbreitet, daß die am Nachmittag in Paris zwi­schen dem Außenminister Briand und Marine- minister Doumont einerseits und Außenminister Henderson und dem Marinsminister Alexander ge­führten Bestechungen auf der Grundlage der in den letzten Tagen erzielten französisch-britischen und britisch-italienischen Einigung zu einem positiven Abschluß gekommen sind.

Paris, 2. März. Bei einem Empfang der englischen Journalisten in Paris erklärte, wie Renker berichtet, Außenminister Henderson, er sei glücklich, ein Abkommen abgeschlossen zu haben, das die Freundschaft zwischen England, Frankreich und Italien befestige. Man werde im Laufe dieses Jahres die Vorbereitungen für die Genfer Ab­rüstungskonferenz mit um so größerem Vertrauen fortfetzen, da die schwierige Frage der Flotten- rüsiung zwischen Frankreich und Italien nunmehr bereinigt sei.

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Eine französische Nachrichtenagentur will in Rom aus guter Quelle erfahren haben, daß das zukünftige Verhältnis zwischen den italienischen und fran­zösischen Kriegsflotten in den englischen und italie­nischen Besprechungen folgendermaßen festgelegt wurde:

Frankreich soll in der Gesamklonnage die Ueber- legenheit über Italien beibehalten. In der Kate­gorie der Torpedobookszerstörer und der leichten Kreu-er soll Italien eine etwas höhere Tonnagezahl als Frankreich erhallen. Frankreich dagegen wurde eine recht erhebliche Ueberlegenheit in der Kategorie der Unterseeboote zugesprochen. Frankreich soll fer-

Arbeit in Berlin erneut seinem größten Bedauern Ausdruck gibt, nicht nach Wien reisen zu können, um feinen Gefühlen der Freundschaft und Sym­pathie für das deutsche Volk in Oesterreich und für seine Regierung folgen zu können und gerade in diesen schwierigen Tagen mit den österreichischen Freunden einen Meinungsaustausch zu pflegen. Das Verhältnis zwischen Oesterreich und Deutschland sei so besonderer Art, daß es einen Vergleich nicht zu­lasse. Wir sind, sagt Brüning, ob wir wollen oder nicht, gezwungen einen gemeinschaftlichen Weg zu finden, der uns aus den Wirrungen und Irrungen der jetzigen Tage hoffentlich recht bald in eine glück­lichere Zukunft führt. Zum Schluß spricht Dr. Brü­ning die zuversichtliche Hoffnung aus, daß der Be­such des Reichsaußenministers Dr. Curtius und des

Vor dem Hause sammelte Zeugnis der von Jahr zu Jahr wachsenden allgemeinen Teilnahme eine nach Tausenden zählende Menschenmenge sich an, um Zuschauer beim Anmarsch der Reichswehr mit den alten Fahnen und des Schlußaktes vor dem Bismarckdenkmal, dem Aufmarsch vor dem Reichs­präsidenten zu sein. Wir brauchen in diesen Zeiten der Wirrnis, der Not und des Haders feste Halte­punkte, in denen des Lebens Stetigkeit und Wieder­kehr, fein trotz allem ruhiger, sicherer Wellenschlag sich erweisen. Und daß die Feier der Erinnerung an die Toten des Weltkrieges mit ihren ernsten, schon zeremoniellen Formen zu einem solchen Haltepunkt wird, scheint uns nur ein gutes Zeichen.

An die Feier im Reichstag schloß sich eine Ge­denkfeier im Großen Schauspielhaus an, zu der der Hauptkriegerverband Berlin, die Spitzenorganisation der Kriegervereine, geladen hatte.

Sie BeAassu«« zum votksivansVtas

Berlin, 28. Febr. Die Frage der Halbmastbe­flaggung aus Anlaß des Bolkstrauertages ist Ge­genstand einer Erörterung in der heutigen Sitzung des R e i ch s k a b i n e t t s gewesen. Die Reichs­regierung hat beschlossen, an der bisherigen Uebung festzuhalten, wonach die Reichsbehörden sich dem Vorgehen der Landesbehörücn anschließen, also in den Ländern Halbmast flaggen in denen die Lan­desbehörden die Flagge auf Halbmast setzen. Die Reichswehr wird, wie in früheren Jahren, im ganzen Reich Halbmast flaggen. Der Reichspräsi­dent als Oberbefehlshaber der Wehrmacht, setzt gleichfalls morgen eine Standarte auf Halbmast.

Um in Zukunft -aber ein einheitliches Vorgehen von Reich und Ländern zu gewährleisten, wird die Reichsregierung über die Frage der Festsetzung und Gestaltung 'eines Gedenktages für die Opfer des Weltkrieges eine gesetzliche Regelung herbei führen.

net ermächig worden sein, einige seiner schweren Kreuzer zu modernisieren unter der Voraussetzung, daß diese Schiffe nur zwischen dem Mutterland und den überseeischen Kolonien Verwendung finden. In der Klasse der 10 000-Tonnen-Kreuzer sollen die französischen und italienischen Tonnagezahlen gleich groß werden. In der Kategorie der HUfsfahrzeuge schließlich soll Frankreich ein leichtes Rebergewicht bekommen.

In der französischen Oesfentlichkeit hat das Er­gebnis der britisch-italienischen Besprechungen eine allgemeine Befriedigung ausgelöst. Die meisten Blätter heben vor allem hervor, daß der Weg für eine französisch-italienische Annäherung nunmehr von allen Hindernissen befreit ist. Mit dem Urteil über das materielle Ergebnis der Flottenbesprechun­gen hält man allerdings noch zurück, da man bezüg­lich der Zahlen noch vollkommen im Dunkeln tastet.

DerTemps" ist erfreut über die Haltung der tialiemschen Presse, die den Erfolg der römisch. Ver­handlungen mit warmer Zustimmung begrüßt hat und hofft, daß das Abkommen den Ausgangspunkt einer ganz neuen Politik zwischen Italien und Frankreich bilden wird. Um so schärfer ist die Zurückweisung, die das Blatt den deutschen Kom­mentaren zuteil werden läßt.

Deutschland müsse sich endlich klar herüber aus­sprechen, so fordert derTemps", ob es die allge­meine Abrüstung wünscht, soweit sie im Bereich der Vernust und der Möglichkeit bleibt, oder ob es seiner eigenen Aufrüstung entgegen- strebt. Die Einstellung Deutschlands, in der bri­tisch-französisch-italienischen Einigung eine Schwä­chung seiner eigenen Position auf der kommenden Abrüstungskonferenz zu sehen, wird von dem Blatt nachdrücklich zurückgewiesen. Daß diese Befürch­tungen doch nicht ganz so grundlos sind, wie der Temps" glauben machen möchte, lassen die Kom­mentare einer Reihe anderer Blätter erkennen, die den Standpunkt der gegenwärtigen Regierungs­parteien vertreten. So will beispielsweise das Journal" das soeben getroffene Flottsnabkoinmen dann glutheißen, wenn ' sich die Engländer und Italiener damit einverstanden erklären, daß die Militärvorschriften des Versailler Vertrages die wichtigste Grundlage für die allgemeine Abrüstungs­konferenz bilden und in vollem Umfang aufrecht erhalten werden müssen.

Die deutschen Ansprüche aus Gleichberechtigung sind abzulehnen. Erst wenn diese Zusicherungen von 3talie-n und England vorliegen, sei das Flottenabkommen als wertvoll und vorteilhaft zu bezeichnen.

Andererseits würde Frankreich Gefahr laufen, einer neuen deutschen Offensive gegen die französischen Flottenrüstungen gegenüberzustehen.

Staatssekretärs Dr. Pünder dazu beitragen werde, das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen dem deutschen Volke und dem in Oesterreich noch mehr zu stärken.

Beginn des MenkchetvU««» «vorekkes in «i»Mau

Rloskau, 1. März. Heute begann der Prozeß gegen das Unionsburo des Zentralkomitees der Menichewiken im Berbandshaufe der Moskauer Gewerkschaften. 2000 Fabrikarbeiter sowie zahl­reiche Vertreter der Sowjet- und Auslandspresse wohnten den Verhandlungen bei. Die Frage des Gerichtsvorsitzenden Schwernik, welcher Partei die Angeklagten angehören, beantworteten diese: Wir

__________________________ Ar. 51 gehören der Russischen Sozialdemokmti'schen Ar. beiterpartèi der Menschewiken an". Auf Antrag der Staatsanwaltschaft werden vom Gericht Kondrat- jeff Ramsin, Laritscheff, Gwosdeff, Rekrassoff und Scheludkoff als Zeugen vorgeladen.

Moskau, 1. März. 3m Prozeß gegen die Mitglieder des Union-Büros des Zentralkomitees der Menschewiken haben, wie die Telegraphen- Agenlur der Sowjetunion meldet, nach vierstündiger Verlesung der Anklageschrift alle Angeklagten auf bie Frage des Vorsitzenden sämtliche erhobenen Beschuldigungen anerkannt.

Keuev »cSfibent von Deon

Newyork, 2. März. Nach Meldungen aus Lima hat sich die peruanische Flotte den Aufständischen anaeschlossen. In einer Kundgebung fordert sie den Chef der Regierung von Peru, Oberst Cerro, auf, zurückzutreten und die Regierung einer neuen Junta zu übertragen. Die Kundgebung erklärt, die Soldaten in den Garnisonstädten beabsichtigten gegen Lima vorzumarschieren, so bestehe die Ge­fahr eines allgemeinen Bürgerkrieges.

Rewyork, 2. März. Wie aus Lima berichtet wird, ist Leoncio Elias der Vorsitzende der obersten Gerichtshofes gestern abend von der neuen Junta- Regierung zum neuen Präsidenten gewählt wurden. Sein abgedankter Vorgänger Cerro war ^ Jahr im Amt.

«lotißfibe GOleHsvel

Köln, 1 März. Im benachbarten Frechen wurde am Sonntagnachmsttag eine Gruppe National- sozialisten von mehreren Kommunisten überfallen, wobei, wie die Polizei meldet, ein Nationaloszailist einen Schuß in den Kopf erhielt. Er wurde ins Krankenhaus gebracht. Lebensgefahr soll nicht be­stehen. Sieben Kommunisten wurden festgenommen.

Aebevkall ant einen Anffen- Mn

Die Täter mit 10 000 Mark geflüchtet

Berlin, 28. Febr. Der Kassenbote Otto Schulze, der heute vormittag von der Reichsbank 10000 Mark abgehoben hatte, wurde im Flur des Bank­hauses, in dem er beschäftigt ist, plötzlich von drei Männern überfallen. Einer der Täter schlug ihm mit einer mit Lappen umwickelten Eisenstange über den Kopf, der zweite bedrohte ihn mit einer Pistole, und der dritte entriß dem halbbetäubten Manne die Aktentasche mit dem Gelde. Die Wehr­losigkeit . des Schulze benutzten die Täter, um aus dem Hause zu flüchten. Die Tür schlossen sie hinter sich ab, so daß ihnen zunächst niemand folgen konnte. Die Räuber flüchteten in einer Autodroschke, die mit laufendem Motor auf sie wartete. Schulze hat eine schwere Gehirnerschütterung durch die Schläge mit der Eisenstange davongetragen und ist noch sticht vernehmungsfähig. Die geraubte Akten­tasche enthielt 10 000 Mark.

Bankraub In Boizenburg

Boizenburg, 28. Febr... Ein Bankraub .wurde..-, heute, abend, gegen 7 .Ubr in der hiesigen Bankstelleca dèr Sparkasse des mecklenburg-fchwerlnschen Amtes ' Hagenow verübt. Zwei maskierte Räuber betraten den Kassenraum, fesselten den Bankvertreter und dessen zufällig anwesende Braut, hinderten sie daran, um Hilfe zu rufen und raubten etwa 200 Mark. Ein kleines Mädchen, das zu dieser Zeit . den Raum betrat, wurde gleichfalls in Schach ge­halten. Die Räuber entkamen unbehelligt im Schutze der Dunkelheit.

Der Eisenbahnmörder gesteht

Köln, 1. März. DieKölnische Zeitung" meldet aus Brüssel: Ein am Sonntag früh in Lüttich fest- . genommener Araber, der verdächtig war, den Ueberfall und den Mord im Nachtexpreß Ostende-^ Köln verübt zu haben, hat bei seiner Vevnshmung ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Trotzkis Heim niedergebrannt

Berlin, 2. März. Das Haus Tr-otzkis auf der Insel Prinkipo bei Stambul, ist, wie die Montags­post aus Konstantinopel meldet, durch Feuer ganz zerstört worden. Der Brand brach gegen 2 Uhr früh im Dachgeschoß durch einen schadhäften Badeofen aus. Die gesamte Garderobe, alle persönlichen Ef­fekten, alles Bargeld des Ehepaares Trotzki und deir übrigen Hausbewohner verbrannten, ebenso, die große Bibliothek, Trotzkis Bücher mit zahl­losen Randbemerkungen und Einlagen, die Frucht jahrelanger Arbeit, sind bis auf wenige Bände vernichtet. Das Archiv mit dem umfangreichen Br efwechfel Trotzkis mit Lenin konnte gerettet werden. Dagegen ist das Material, für ein geplan­tes . Buch über politische Männer der Gegenwart vernichtet. Wie weit das Material für andere Bü­cher über die Rote Armee und über Lenin ge= rettet ist, konnte noch nicht festgestellt werden. Sroßtt und seine Hausgenossen suchten im benach­barten Hotel Savoy Unterkunft.

Reue Giflgaswelle in Belgien

Brüssel, 28. Febr. Wie Libre Belgique meldet, hat sich gestern abend eine neue Giftgaswelle über ote Ortschaften Tilleur und Schlessin südlich von Lüttich verbreitet. Etwa 30 Personen zeigten Ver­giftungssymptome. Die Lütticher Staatsanwalt­schaft hat sich an Ort und Stelle begeben.

Panik im Hause eines Hollywooder Filmstars

Hollywood, 1. März. Dramatische Szenen, die nicht gestellt waren, spielten sich in der Nacht zum Samstag in der luxuriösen Woh­nung des Filmschauspielers William Boyd ab. Polizeibeamte drangen plötzlich während eines festes, das Boyd feinen Freunden und Freundin­nen gab, in die Wohnung ein und verhafteten den Hausherrn unter der Anschuldigung, in seinem Hause seien Glücksspiele gespielt und verbotene Getränke verabreicht worden. Zwei weniger be­kannte Filmschauspieler. wurden ebenfalls ver­haftet, da sie total betrunken waren. Unter den Gästen brach eine Panik aus und manche von ihnen versuchten aus den Fenstern zu springen. Die Auf­regung legte sich erst, als die Polizeibeamten, nach­dem sie die Namen aller Anwesenden ausgeschrieben hatten, gegangen waren.

Der D a m pfe r Commereio " ist auf der Höhe des Kaps Pena im Sturm gesunken. Sieben Mitglieder ehr Besatzung sind ertrunken.