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Der frühere Groß Herzog von Oldenburg Friedrich August ist heute früh gestorben. Der Großherzog, der am 16. Nov. 1852 geboren war, kam am 13. Juni 1900 zur Regierung. Unter seiner Regierung wurde 1904 eine Neuregelung der Thronfolge vorgenommen und 1909 das direkte Wahlrecht eingeführt. Während- der Revolution verzichtete er freiwillig auf den Thron und lebte meist auf Schloß Rastede .
AdkchSuS dev asvavpolitißchen GvSievuns Das âaAnett hat ftch geeinigt - Die ReKhsvesievuns verlangt vom Reichstag eine GenevaievmSchtisnns - Bents GchZeie-Rede
Der Reichspräsident empfing gestern eine Vertretung der im Reichsausschuß der Kriegsbeschädigten- und Kriegerhinterbliebenenfürforge zu- sammengeschlosienen Organisationen, welche über ihre Besorgnisse wegen des Planes einer Umgestaltung des Versorgungswefens berichteten.
Auf einer Jungdeutschen Tagung in Holzminden erklärte der Hochmeister des Jungdo Arthur M a h r a u n, der Jungdeutsche Orden werde seinen Mitgliedern empfehlen, für das Stahlhelm- Volksbegehren auf Auflösung des Preußischen Landtages zu stimmen. Ferner schlug Mah- raun ein Volksbegehren auf Verlängerung der Amtszeit des Reichspräsidenten von Hindenburg auf Lebenszeit vor.
* Der Aeltestenrat des Reichstags erklärte, die Nattonalsozialisten müßten ihre Anträge in der Diätenfra" treten, f.....
Mögllch.
i äsen frage im Plenum selbst ver- Dlö MUzählung ihrer Stimmen sei nicht
Berlin, 23. Febr. Das Reichskabinekk hielt heute unter dem Vorsitz des Reichskanzler drei Sitzungen ab und führte abends seine agrar- und wirtschaftspolitischen Erörterungen zu Ende. — Die gefaßten Beschlüsse wird Reichsminister Dr. Schiele am Dienstag in seiner Rede zum Haushalt des Reichsernährungsministerums vertreten.
Wie wir erfahren, hat sich das Reichskabinett in seiner heutigen Abendfitzung, in der es nach der amtlichen Mitteilung die agrarpolilifchen Erörterungen abschloß, darauf geeinigt, daß es vom Reichstag die Generalermächtigung verlangen wird, alle zur Förderung der wirtschaft notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Mit dieser Formulierung, die etwa einem erweiterten Vertrauensvotum gleichkommt, würde der Regierung das Mikkel gegeben sein, der Landwirtschaft die notwendige Hilfe zu bringen, soweit sie im Rahmen der Gefamtwirlschaft möglich erscheint. Außerdem wird de« Einwänden psychologischer Art, die von Gegnern der Pläne des Reichsernährungsminislers erhoben worden
sind, durch die Ausdehnung der Ermächtigung auf die Gesamkwirtschafl Rechnung getragen werden. Das Kabinett hat auch bereits die Formel für die Ermächtigung ausgearbeitet, die von ihm selbst an eine bestimmte Frist gebunden wird. Die Einzelheiten der Maßnahmen, namentlich auf dem Gebiet der Veredelungswirtschaft, dürften der Reichs- regierung zum geeigneten Zeitpunkt Vorbehalten bleiben.
Zu politischen Kreisen sieht man der morgigen
Lrklämng des Reichsernährungsminisiers mit ßer Spannung entgegen, da sie eine Reihe grammatischer Einzelheiten enthalten wird.
gro- pro-
Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, ist die Ost Hilfe für Niederschlesien erweitert worden. In die Reichsratsvorlage, die bisher für Niederschlesien die Kreise Grünberg Stadt und Land. Freystadt, Glogau Stadt und
viumswuu eiiitjieii, jino neu erngefugr woroen Ore Kreise Habelschwerdt, Glatz, Neurode, Waldenburg, i Landeshut und die Stadt Breslau.
Das GvudenunalüE vov dem Landtaa
MdMsv Schvekbev Mee dke Lass dss Vevsbanes
Berlin, 23. Febr. Der preußische Landtag trat am Alontag nach zweieinhalbwöchiger
Wie man hört, ist die Durchsicht des bei den Haussuchungen in der Berliner Geschäftsstelle der nationalsozialistischen S. A -Abteilungen und deren Führer beschlagnahmten Materials nunmehr beendet. Der größte Teil der Dokumente ist bereits wieder vom Untersuchungsrichter Dr. Beckmann freigegeben worden, vor allem die beschlagnahmte Kartei etc. Nur der Briefwechsel zwischen der Berliner S. A -Leitung und Herrn v. Maltitz in Innsbruck befindet sich noch in den Händen der Staatsanwaltschaft.
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Die Innsbrucker Polizei hat gegen Hauptmann a. D. v. Ma ltitz einen Ausweisungsbefehl erlassen, v. Maltitz hat hiergegen Einspruch bei der Landesregierung erhoben und wird in Innsbruck die Entscheidung abwarten.
Verhandlungspause wieder zusammen. Nach kurzer Beileidskundgebung für die Toten der Eschweiler Reserve trat das Haus in die zweite Beratung des Berghaushalls ein, mit dec eine sozialdemokratische Große Anfrage zu dem neuen Grubenunglück verbunden wurde.
Die gestrige Untersuchung der Unfallkommission auf der Grube „Eschweiler Reserve" hat, wie verlautet, keine wesentlichen neuen Momente gegenüber den bisherigen Ermittlungen ergeben. Die Unfallkomission scheint an ihrer bereits zum Ausdruck gebrachten Ansicht, daß als Ursache der Katastrophe eine durch einen mißglückten Spreng- schtzß hervorgerufene Kohlenstaubexplosion anzunehmen ist, festzuhallen.
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Der Regierungspräsident von Aachen veröffentlicht einen Aufruf für die Hinterbliebenen der Opfer der Grubenkatastrophe von Eschweiler. Er bittet um Beiträge an die Kreissparkasse Aachen, Konto 6000.
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Das Bundesamt des Stahlhelms teilt mit, ein Teil der französischen und der deutschen Presse berichte, daß in Paris Abordnungen deutscher Rechtsparteien, darunter des Stahlhelms, weilen, um mit den französischen Rechtskreisen über die näheren Bedingungen einer Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich nach der Regierungs- Übernahme durch die Rechte in Deutschland zu verhandeln. Für den Stahlhelm erklärt dessen Bundes- leitung diese Meldung als unrichtig. Auch die Kanzlei Adolf Hitlers bezeichnet die französische Meldung als unrichtig.
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Nach Direktor Sarassani hat sich jetzt ein zweiter Zirkusdirektor, I u l i u s G l e i ch aus Köln, um den Posten des Berliner Oberbürgermeisters beworben. Dem Ächrei- ben an die Stadtverordneten sämtlicher Fraktionen "egt ein ausführlicher Prospekt bei, wie ihn Bsanderzirkusse verteilen. Gleich macht der etaut Berlin das Angebot, daß, falls er zum Oberbürgermeister gewählt werden sollte, er der «tadt Berlin ein Darlehen von drei Millionen Mark zur Verfügung stellen würde.
Handelsminister Dr. Schreiber schloß sich der Anteilnahme seitens der Staatsregierung an und erklärte, daß die Staatsregierung alles tun werde, um den Verletzten und Hinterbliebenen zu helfen. Redner wies dann den kommunistischen Vorwurf zurück, als ob in den letzten Monaten bereits mehrere Vefchwerden wegen der Zustände auf Eschweiler Reserve eingegangen wären. Die einzige Angelegenheit, die Veranlassung gegeben habe, sich mit der Grube zu beschäftigen, seien Sprengstoffdiebstähle von Kommunisten gewesen. (Lebhaftes Hört! hört!) Die Wetterführung auf Eschweiler Reserve war in Ordnung. Das hätten auch die Betriebsräte bestätigt. Der deutsche Bergbau sei im abgelaufenen Jahr durch große Katastrophen heimgesucht worden. Die sorgfältigen amtlichen Ermittlungen hätten sowohl bei der Wenzeslaus-Grube in Niederschlesien als auch bei der Grube Anna II bei Aachen ergeben, daß diese Ursachen nicht in der Nichlbefolgung bergpolizeilicher Vorschriften zu finden seien, sondern in dem plötzlichen und nicht vorhersehbaren Einbruch gefährlicher Gase. Die Folgerung daraus müsse sein, daß der Bergbau sich aus den kohlesäuregefährlichsten Grubenbetrieben zurückziehe. Das Gesteinstaubverfahren müsse auch in solchen Betrieben eingeführt werden, deren Kohlenstaub bisher als weniger gefährlich angesprochen werde. Der Minister hob hervor, daß trotz der schweren Massenunglücke des vergangenen Jahres die durch- schnittliche Jahreszahl der Unglücksfälle im preußischen Bergbau seit 1927 ständig zurückgegangen sei.
102 800 Tonnen im Vorjahre. Die staatliche Beteiligung an diesem neuen Wirtschaftszweig sei im allgemein-wirtschaftlichen deutschen Interesse notwendig.
Der Minister schloß mit dem Hinweis, daß wir wohl bereits am äußersten Punkte der Krise angekommen seien.
Die Debatte drehte sich ausschließlich um Vorbeugungsmaßnahmen gegen wettere Bergwerkskatastrophen. — Die Wetterberatung findet Dienstag statt.
Äns dem Reichstag
kommunistischer Antrag zum Eschweiler Unglück
Berlin, 23. Febr. Im Reichstag haben dis Kommunisten heute die durch den Exodus der Rechtsopposition entstandene Lage zum erstenmal benutzt, um Schwierigkeiten zu schaffen. Das Bergwerksunglück auf Grube „Eschweiler Reserv e", dessen der Präsident Löbe mit Wor
Sodann wandte er sich der Lage des Bergbaues zu. Die wirtschaftlichen und sozialen Ber- hällnisfe des Bergbaues seien im vergangenen Jahre höchst unerfreulich gewesen. Neben einem Rückgang der Kohlenförderung sei der Absatz be- sonders ungünstig gewesen, so daß sich Haldenbestände von etwa zehn Millionen Tonnen ange- sammel hätten. Die Zahl der arbeitslosen Bergarbeiter sei von rund 4500 im Dezember 1929 auf rund 64 000 im Dezember 1930 gestiegen. Eine Arbeitsstreckung sei angesichts der großen Zahl der Feierschichten kaum noch möglich. Stark gesunken sei der Ausfuhrüberschuß an Kohle, ein Grund mehr,, vor allem die Betriebe der öffentlichen Hand, die vielfach noch ausländische Kohlen eingeführt hatten, an ihre nationale Verantwortung zu erinnern. Insgesamt seien im vergangenen Jahre fast sieben Millionen Tonnen auslanRsche Kohle nach Deutschland eingeführt worden. Die internationale Kohlenverständigung habe leider nur geringe Fortschritte gemacht.
täufen0^ bie Beträge aus etwaigen Freihandver- tW ^’i^ 'Preisverhältnisse gegenüber. Die Erdöl für de r un g . sei dagege erfreut, cherweye m Zaestiegen und zwar auf 179 000 Tonnen gegenüber Näheres siehe im politischen Teil. gesnegen d
Die Versteigerung im Schlo ß G lie - nicke hat 84 000 RM erbracht. Dazu kommen
ten des Betteids und der Trauer gedachte, gab ihnen willkommenen Anlaß, einen Agitationsantrag auf sofortige Berettstellung von drei Millionen Mark für die Opfer der Katastrophe einzubringen. Dieser Antrag versetzte die Sozialdemokratie in Verlegenheit, die sofort geltend machten, nach der neuen Geschäftsordnung wäre der Antrag hinfällig, da er keinen Deckungsvorschlag enthalte. Die Kommunisten, auf diesen Einwurf offenbar vorbereitet, verwiesen aber auf einen früheren Antrag, in dem sie, und zwar mit Unterstützung der Sozialdemokratie, einer Sonderbesteuerung der Vermögen, Tantiemen und Dividenden verlangt hatten. Die Situation war für die Sozialdemokraten um so unangenehmer, als das Zentrum mit Vorbedacht für eine debattelose Ueberweisung des Antrags an den Ausschuß eingetreten war. Herr Löbe verhinderte weitere unerquickliche Auseinandersetzungen dadurch, daß er schleunigst von sich aus im Sinn der Zentrumsanregung entschied.
ig des Antrags an Herr Löbe verhin-
Man erledigte dann fünf kleinere Vorlagen, darunter auch "das Zusatzabkommen zum deutschfranzösischen Handelsvertrag und ging dann zur zweiten Lesung des Landwirtschaftsetats über. Vorher hatte man sich im Aeltestenrat darüber verständigt, mit Rücksicht auf die noch nicht abgeschlossenen Agrarverhandlungen im Kabinett heute nur das Referat des Berichterstatters entgegenzunehmen, das der Sozialdemokrat Schmidt-Köpenick denn auch in aller Kürze erstattete. Darauf vertagte man sich auf morgen.
Die Landwirts chaftskreditkonfe- r e n z der europäischen Mitigliedsstaaten des Völkerbundes ist gestern vormittag im französischen Außenministerium mit einer Rede Briands eröffnet worden.' Die deutsche Delegation steht unter der Führüng des Reichstagsabgeordneten Dr. Hernres-
3m Lande dev großen LnkaS
Zur Revolution in Peru
Es ist kaum ein halbes Jahr her, daß in Peru eine Revolution ausbrach, und schon wieder kommen aus diesem Lande Alarmmeldungen. Damals wurde der berühmte peruanische Staatsmann, Präsident Leguia, gestürzt, — heute scheint die Reihe an seinen Nachfolger Corro gekommen zu sein. Es ist 311 erwarten, daß auch die anderen südameri- raNlich vtaa^n, die damals eine Revolution durchmachten, jetzt wiederum dem Beispiel Perus folgen und zum Schauplatz neuer Aufstände werden. • Es scheint das einzutreffen, was schon vor einem halben Jahre mit fast völliger Sicherheit »orausgesagt werden konnte, nämlich, daß der südamerikanische Erdteil, einmal in die Aera der Evolutionen eingetreten, zur Ruhe und Ordnung nicht so bald zurückkehrt.
Es ist schwer zu sagen, wo die letzte Ursache für die Erregung zu suchen ist, in deren Zeichen sich Südamerika heute befindet, im Temperament seiner Einwohner oder in der Ungunst der Zeit, die für die Rohstoff produzierenden ibero-amerikanischen Staaten schwer genug sind. Am wahrscheinlichsten ist, daß beide Beweggründe mitsprechen. Da es in der Tradition Südamerika liegt, einen Umsturz nach dem anderen durchzumachen, genügt die kleinste Verschiebung des politischen oder wirtschaftspolitischen Gleichgewichts, um die lodernden Leidenschaften zum Ausbruch zu bringen. Die Mvolutionswelle im Sommer und Herbst des vergangenen Jahres sollte der Äevvtieruiig Lesterung per .uuuiuu^i» sehr unerfreulichen Lage bringen. Die erwartete Besserung ist nicht gekommen, im Gegenteil, die Verhältnisse sind noch schlimmer geworden. Und nun wird die Schuld wieder beim Regierungssystem und bei den Trägern der Macht gesucht. Die Pfeiler des jeweiligen Regimes nutzen sich heutzutage in Südmerika sehr schnell âb, die revolutionäre Gärung setzt wieder ein, und das Spiel kann von vorn beginnen.
Peru, dessen Fläche größer ist als Deutschland, Frankreich und Italien zusammen, zählt nur 6 Millionen Einwohner, davon 85 Proz. Indianer und Mischlinge, 2 Proz. Schwarze. 2 Proz. Chinesen. Von den übrigen 11 Proz. sind ein großer Teil Kreolen. Die Zahl der Weißen ist äußerst gering. Von den Fremden stehen die Italiener mit 13 000 an erster Stelle; e- folgen Spanier, Engländer und Japaner mit je 2000, die Zahl der Deutschen beträgt rund 800. Die Hauptstadt Perus, zugleich die größte Stadt des Landes, ist Lima mit 220 000 Einwohnern.
Peru gehört zu den reichsten Ländern Amerikas. Sein Boden birgt unermeßliche Schätze, darunter Erdöl in besonders großen Mengen. ~.e Nu^barmachung dieser Schätze geschieht bis jetzt in einem verhältnismäßig keinen Umfange. Aber selbst diese, vergleichsweise geringe Produktion, iü neuerdings infolge der Wirtschaftskrise erheblich zusammen- geschmolzen. Das Finanzjahr 1930 endete mit einem Defizit von mehr als 25 Millionen Gold-Zoll (nach heutigem Kurs beinahe 40 Millionen Goldmark), was rund ^ des Staatshaushalts usmacht. Die Ausfuhr des Landes ist erheblich gesunken, noch schlimmer ist es um die Einfuhr nach Peru bestellt, die zum Beispiel an Maschinen um 60 Prozent, an Zement um 80 Prozent zurückgegangen ist.
Die peruanische Wirtschaft befindet sich beinahe in völliger Abhängigkeit von den Ver« eingten Staaten von Nordamerika. Die nord- amerkanische Einfuhr nach Peru ist doppelt so ;roß, wie die an zweiter Stelle stehende Einuhr Englands. Noch frappanter ist das lebergewicht der USA. in der peruanischen Ausfuhr, die beinahe dopvelt so groß ist wie die Ausfuhr nach den beiden nächststehenden Ländern England und Deutschland. Die Beteiligung des amerikanischen Kapitals an den peruanischen Unternehmungen ist konkurrenz- os. Peru ist von allen südamerikanischen Staaten Nordamerika am stärksten verschrie- )en. Es ist anzunehmen, daß die Unsicherheit der politischen Lage Perus in direktem Zu-
Die Hentze Kummer umfaßt 10 Setten
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