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Montag den

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streit usw. hat der Bezieher keinen Anspruch ans Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet. > Geschäftsstelle: Hammerstr. 9 Fernspr. 3956, 3957,3958

23. Sebruar

1931

Äiwyt ^w^e^cHk

Der Reichstag erledigte am Samstag in emer kurzen Sitzung die zweite Beratung des Krisgslastenetats, des Etats der Reichsschuld des Versorgungsetats und des Etats de Rechnungshofes Md des Reichssparkommissars. Auf der Tagesord­nung der heutigen Sitzung steht neben kleineren Vorlagen die zweite Beratung des Landwirtschafts.

Das Reichskabinett setzte heute die Be­ratung der Agrarnovelle fort. Fünf aus- ländische Staaten bereiten Gegenaktionen gegen den Butterzoll vor.

*.Der Reichspräsident hat in einem Ant­wortschreiben an den Abgeordneten Wege an die deutschnationale Fraktion ' appelliert ihre Mitarbeit im Reichstag im Interesse der Landwirtschaft wieder aufzunehmen.

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Reichsminister Dr. Curtius ist von feinem Urlaub nach Berlin zurückgekehrt, er hat feine Dienstgeschäfte wieder ausgenommen.

Die Deutsche Reichsbahngesellschaft hat den am Loh ntarifvertrag beteiligten Gewerkschaften die §§ 4 und 5 des Lohntarifver­trages zum 1. April er. gekündigt. Diese bei­den Paragraphen regeln die Lohnhöhe. Die Reichs­bahn wird die Gewerkschaften zu Verhandlungen demnächst einladen.

Die philosophische Fakultät der Universität Graz hat den Leipziger Verleger Emil Reclam inWürdigung seiner Verdienste um die deutsche Literatur zum Ehrendoktor ernannt.

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2 Opser des Gruben-

chiitzenhalle in Eschweiler aufaebâhrt. Die rauerfeier beginnt Dienstag 10,15 Uhr.

In Cosel wurde ein nationalsozialistischer Demonstrationszug in Stärke von etwa 200 Mann am Rathaus von etwa 50 Kommunisten angegriffen. In der sich entwickelnden Schlä­gerei erhielt ein Arbeiter mehrere M e s s e r st i ch e. Er mußte schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Mehrere Personen, darunter einige Frauen, erlitten leichtere Berletzungen. Die Polizei stellte die Ruhe wieder her Als die Kanrpsstätte geräumt war, fand man dort verschiedene Waffen, darunter Dolchmesser und Gummiknüppel.

Wie das Blatt der polnischen Regie­rung, dieGazeta Polska", mitteilt, ist dem Sejm von der Regierung ein Gesetzentwurf vorgelegt wor­den, nachdem ausnahmsweise für das Jahr 1931 das im Agrarreformgesetz vorgesehene Par - zellierungskontingent für die Kreise Warschau, Petrikau, Lublin, Posen und Graudenz um insgesamt 30 000 Hektar herabgesetzt werden soll. Das Blatt begründet diese Maß­nahme damit, daß die allgemeine Wirtschaftsdepres­sion eine Verminderung der Nachfrage nach Land Md ein Sinken der Bodenpreise zur Folge gehabt habe. *

Durch das Hochwasser der Maritza wurden in Adrianopel 47 Häuser zerstört. Die Reisenden des Expreßzuges wurden in Automobilen von Mustapha Pascha nach Karakatsch gebracht. Die Maritza hat inzwischen wieder ihren normalen Wasserstand erreicht.

Der diplomatische Korrespondent desObserver" bezeichwet die von Paris ausgehenden Meldungen, wonach man eine Lösung des Mittelmeer­flottenproblems bereits gefunden habe, als verfrüht.

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Während eines Demonstrationszuges indischer Nationalisten durch die Hauptverkehrsstraße von B o m b a y hat die Polizei, die mit einem großen Aufgebot an Mannschaften zur Stelle war, 400 Teilnehmer verhaftet.

Die Südseeinseln wurden von einem schweren Drkan heimgesucht. Nach den bisher oorhegenoen ersten Meldungen haben vor allen Dingen die Cookinseln schwer gelitten.

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Der Generalkongreß der liberalen Par fei Rumäniens, der gestern in der Hauptstadt zu- ammenfrat, genehmigte die Wahl Ducas zum Par- telvorsitzendeil anstelle Vintila Bratianus. fet« "?r Progrmmrede vor 2000 Delegierten der firm "mzorganisaionen forderte Duca den R u ck t r irr der gegenwärtigen Regicrung und die Betrauung der Liberalen Partei mit der Kabinetts bUbung. Der Redner erklärte jedoch die Bereitschaft der Partei, an der Bildung einer Konzentratlons- regierung teilzunehmen. Duca betonte die Loyali­tät der Liberalen gegenüber dem König und sagte le Unterstützung seiner Partei bei der Zusamme - arbelt mit dem Auslandskapital zu. In der Außen- pol'ttk werde die Partei für europäische Zusammen- "rbeit für Konsolidierung des Friedens aufgrund bestehenden Verträge cintrcten.

Näheres siehe im politischen Teil.

Der Gonniag der Aukmârßche

Kundgebungen des Reichsbanners

160 <500 Mam,

«Schutzsormation - Dev Zweck: widerstand gegen Slus- . schveitungen Radikaler

. ^ ErNn, 21. Aebr. Zum heutigen siebten Jahrestag seiner Gründung veranstaltete oas Reichsbanner unter der LosungMarschbereit" größere Kundgebungen im ganzen Reich Sie sollten in erster Linie dazu dienen, der Oeffentlichkeit die in den letzten Monaten ins­besondere unter dem Eindruck der September wählen geschaffenen neuen Schußformationen fSchuso) vorzusühren, die dazu ausersehen sind, der zunehmendenhandgreiflichen" Be­tätigung der Nationalsozialisten und Kommunisten auf Straßen und in Versammlungen ein Gegengewicht zu bieten. In dieser Kern truppe sollen bis jetzt etwa 160 000 besonders von ehemaligen Heeres- und Polizei offizieren ausgebildete Mitglieder zusammen- gefaßt sein. Die Kundgebungen sind ohne wesentliche Zwischenfälle verlaufen.

â BeEtt

~ Berlin, 22. Febr. Der Lustgarten war, da mit störungsversuchen gerechnet werden mußte, schon gegen 2 Uhr von der Polizei abgeriegelt worden. Gegen 3 Uhr war der Aufmarch der uniformierten Abteilungen, die sich auf vier verschiedenen Plätzen Berlins gesammelt hatten, um mit Fahnen und Musik den Marsch nach dem Lustgarten anzutreten, beendet. Nach musikalischen Darbietungen sprach Ser Bundes füh rer Hör sing, der auf die ertig ausgebildeten, wohldisziplinierten Schufo- uänner des Reichsbanners hinwies, die jederzeit bereitstünden, zu marsicheren, zu kämpfen, zu sie­gen, wenn es di« D e r t e i è i g u n g d e r Repu­blik und der Demokratie erfordere. Dem ersten Aufgebot von 160 000 Mann würde je nach Not­wendigkeit ein zweites und drittes Aufgebot folgen. Ihre Ausbildung sei bitterste Notwendigkeit, Not- wehrhandluna derjenigen unter den Republikanern,

werden müßten. Republik, Demokratie, ©eiftesfreb heit, alles wäre längst ermordet, wenn nicht das Reichsbanner heute vor sieben Jahren als starkes Machtinstrument gegründet worden juäre. E i n Bürgerkriegserfolg

gegner sei von heute denn alle gewaltanbetenden Gegner der Demokratie sähen Reichsbanners und würden schlagen.

der an

oder heute sich

Republik­unmöglich, kriegslüsternen die Macht Les hüten, loszu-

Einige kleinere Störungsverfuche durch Hoch- und Niederrufe der Kommunisten wurden durch Eingreifen «der Polizei im Keime erstickt. Ein grö­ßerer Zusammenstoß ereignete sich an der Kaiser-Wilhelm-Brücke, wo ein abmarschierender Zug des Reichsbanners von Kommunisten ange­griffen wurde. Dabei wurde auch ein Polizeibeant- ter zu Boden geschlagen und leicht verletzt. Uebri- gens hatte die Polizei im Laufe der Nacht in Neu­kölln die S'tzung eines angeblichen Radio- Vereins ausgehoben, bei dem es sich in Wirklichkeit um eine kommunistische Veranstaltung handelte, in der ein planmäßiges Vorgehen gegen die Reichsbanneroersammlung vorbereitet werden sollte. 68 Personen wurden dabei vorläufig festge- nommen.

An Masvebttvs

Magdeburg, 22. Febr. In Magdeburg, der Gründungsstadt des Reichsbanners, vollzog sich der Reichsbanner-Appell in schlichter Form. Die neu­gegründeten Schufo-Organisationen marschierten in eine Stärke von etwa 2500 Mann zum Ehrenhof des Ausstellungsgeländes, wo der Oberpräsi­dent der Provinz Sachsen, Dr. Falck, die An­sprache hielt. Er erklärte, es müsse mit allem Nach­druck und zur Verminderung jeden Zweifels ausge­sprochen werden, daß die preußische Schutzpolizei stark und kräftig genug sei. auch in der heutigen Zeit Ruhe, Ordnung und Sicherheit im Lande auf­rechtzuerhalten und jede gesetzmäßige Tätigkeit zu stützen Damit soll die Arbeit des Reichsbanners nicht für unnützt erachtet werden. Denn der republi­kanische Volksstaat brauche Mitarbeiter, die die Ge­danken der Verfassung in alle Teile der Bevölke­rung trügen. In, Anschluß daran markierten die Schüfo-Oraaaisationen in geschloßenem Zuge durch die Stadt, wo sie sich vor dem Stadttheater in Ruhe auflösten. Zu Zusammenstößen ist es ntr= | gends gekommen.

LSb« in Svankfmrt a. M.

Frankfurt a. M 22. Febr. Die Kundgebung des Reichsbanners, der Gewerkschaften , und der Sozialdemokratischen Partei ist ohne jeden Zwi­schenfall verlaufen. Als die Teilnehmer am Deinon- Ktonsma mit fünfviertel Stunden Verspätung E taW* «wem», war 1« Stoum 6b

Die Asta-Wahlen an der Universität Jena

20 Febr. Die gestrigen Wahlen zum Allgemeinen' Studentenausschuß (Asia) der -hu- ringer Landesuniversität in Jena hatten folgendes Ergebnis: Nationalsozialisten g Nationale Studentinnen 81, ~ eutscher ^woc i e schänd (Republikanischen Studenten) .375, -ta- Saale Studenten 365 Stimmen. Somit entfallen

Die »Lntevuaüonale dev Gottlosen* und ihre Stele

Bon Wilhelm Fecht

Die Oeffentlichkeit hat sich in letzter Zeit sehr stark mit den religionsfeindlichen Zie­len der Kommunisten beschäftigt. Es wer­den deshalb die nachfolgenden Zeilen, die von sachkundiger Seite stammen, besonders interessieren. D. Red.

Wer heute vom Wiederaufbau redet, pflegt

allgemeinen darunter nur den materiellen Aufbau zu verstehen. Kulturelle Gesichtspunkte treten leider vielfach in den Hintergrund. Da-

im

auf den letzten Platz besetzt, so daß im Freien eine Paralleloersammlung abgehalten werden mußte.

Reichstagspräsldent Löbe führte als erster Redner u. a. aus: Die heutige Kundgebung ist die Antwort der deutschen Arbeiterschaft auf das dreiste Verlangen der Nationalsozialisten, allein in Deutschland kommandieren zu wollen. Schon haben die Nationalsozialisten die erste Schlacht ver­loren. Der Auszug aus dem Reichstag hat sich als ein Schlag ins Wasser erwiesen, der sie zudem der Lächerlichkeit preisgibt. Gegen die Gefahr des deutschen Faschismus richtet sich der Kampf der freiheitliebenden Bürger und Arbeiter. Wenn es hart auf hart geht, werden die Führer der Arbeiter- lchaft auf ihrem Posten sein. Die Hunderttausende und Millionen werden die Feinde der Republik Niederschlagen, wenn der Gegner ein anderes Schlachtfeld als das des Geistes will. Der zweite Redner, der französische Delegierte sSpi n asse sagte, die republikanischen und srei- «Ocgmüscnwnen, diMells unK jenseits bes. eien imstande, die Vorbedingungen für die restlose Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich zu schaffen. Als Dritter im Bunde sprach der Oesterreicher Dr. Renner. Die große Mehrheit Oesterreichs wünsche nichts sehnlicher als die baldige Vereinigung mit dem deutschen Bruder- volke.

Auch in anderen Städten fanden große Kund­gebungen statt, die ebenfalls ohne Zwischenfälle verlaufen sind.

bei muß man sich klar darüber sein, daß mit einem materiellen Aufbau allein angesichts der seelischen Volkskrise, die wir durchleben, auf die Dauer gar nichts erreicht werden kann. Namentlich in der Arbeiterschaft beginnt die Saat, die von sozialdemokratischer Seite lange Jahre hindurch, schon in der Vorkriegszeit, ausgesät worden und die der Ausdruck einer rein materialistischen Denkweise ist, heute fruchtbar aufzugehen. Und so sehen wir denn in diesen ..reifen eine immer mehr fortschrei­tende religionsfeindliche Bewegung, die na­mentlich in der wachsenden Zahl der Kirchen­austritte in den letzten Jahren ihren deut­lichen Ausdruck gefunden hat. Allein in Berlin traten aus der Kirche in den Jahren 1924 bis 1929 aus: 10 246, 30 809, 45 451, 41801, 52182 und 57 640. In der Zeit von 1919 bis 1930 sind über eine halbe Million Einwohner in Berlin aus der Kirche ausgeschieden.

Freidenkerorganisationen übergegangen, die ur­sprünglich völlig in sozialdemokratischen Hän­den waren, seit einiger Zeit aber einen sehr gefährlichen kommunistischen Einschlag bekom­men haben. Denn die Kommunisten verfolgen mit dieser Arbeit sehr ernste Ziele. Ueber ihren

Plan, eineInternationale der Gottlosen" in Deutschland zu gründen und ihren Sitz nach Berlin zu verlegen, ist es zwar seit einiger Zeit wieder still geworden. Das ist der Kommuni- ^U.WV M stischen Partei sehr angenehm. Denn die Sont«

Braunschwelg, 22. Febr. Anläßlich ihres Gau- ' munisten wollen bei ihrer sogenannten Sus« tages für Südhannooer-Braunschweig, an dem Adolf turpropaganda keineswegs mit der deutschen Hitler teilnimmt, veranstalteten die National- Gesetzgebung in Konflikt geraten. Im Gegen­sozialisten am Samstag abend einen FackelMg. Für teil, man benutzt alle Lücken der Gesetzgebung andere Verbände bestand Umzugsverbot. Bei dem unb Verfassung, um trotzdem unter dem Deck- Umzug durch die Stadt kam es mehrfach zu Zusam- manfe( einer scheinbar harmlosen Organisation menstoßen mit positi ven Gegnern, es gab aus bei«; -internationale her Gottlosen" eine

den Seiten Verletzte. In der Innenstadt herrschte, M° , internationale der Gottlosen ome bis in die Nachtstunden Unruhe. Ansammlungen astrale zu schaffen.

wurden von der Polizei zerstreut. Im Laufe her | Wie bei allen von Rußland inspirierten

Bewegungen hat man sich auch h'er ein ziem­lich weit gestecktes Ziel gesetzt. Man will allein

Nacht kam es zu weiteren Zwischenfällen. In einer Gastwirtschaft in der Nähe des Hauptbahnhofes sol­len Leute versucht haben, Möbelstücke zu zertrüm­mern und die Wirtin zu mißhandeln. Am Lan­destheater und an der Garnisonkirche waren von unbekannten Tätern, vermutlich Kommunisten, rote Fahnen aufgezogen worden. Wegen verbotenen Waffentragens wurden vier Teilnehmer an den Ausschreitungen verhaftet, zwei von ihnen hatten geladene Pistolen bei sich.

Auf dem Gaukongreß erklärte Hitler, der Kampf um die Seele des deutschen Volkes gehe weiter, bis eines Tages der Sieg errungen fei.

äommunWiMe Aus- schsezirmsen ist LVolfenbütiel

Wolfenbütlel, 22. Febr. Trotz des Verbotes politischer Demonstrationen hatten sich heute etwa 1000 Kommunisten aus Hannover, Lehrte, Peine und anderen Orten hier eingefunden. Die Polizei, verstärkt durch Landjägereibeamte, versuchte, die auf Lastkraftwagen Ankommenden abzudrängen. Dabei wurde sie mit Steinen beworfen, wodurch ein Beamter verletzt wurde. Die Polizei ging dar­auf mit Gummiknüppeln und dem Gewehrkolben vor, wobei 8 Personen Verletzungen erlitten. Eine Abteilung von 12 Polizeibeamten war von den Kommunisten eingeschlossen worden. Zwecks ihrer Befreiung war ein Truppenkommando in einiger Entfernung vom Schauplatz bereitgestellt worden, das aber nicht in Tätigkeit zu treten brauchte, da die Kommunisten, die oas Anrllcken bemerkt hat­ten, alsbald die Flucht ergriffen. Eine Anzahl Demonstranten wurde festgenommen.

auf die vereinigten rechtsstehenden Studentenver- bände acht Sitze, während die republikanische Stu­denten zwei Spitze erhalten. Bei den Wahlen im vorigen Jahr erhielten die großdeutsche Liste 854 Stimmen (4 Sitze), die Nationalsozialisten 620 Stimmen (3), Nationale Studentinnen 37 (0), Deutscher Studentenverband (Republikanisch) 294 (2) und die Liste sachliche Hochschularbeit 310 Stim­men (2).

wie aus Bemerkungen derRoten Fahne" hervorgeht, in den nächsten Jahren bis zu einer Million Kirchenaustritte jährlich er­reichen und baut dabei auf den Erfahrungen der antireligiösen Propaganda in Rußland auf. Dort gibt es nicht nur einen wirtschaft- § lichen, sondern auch einen kulturellen Fünf- jahreplan, der sich zum Ziel gesetzt hat, die sämtlichen Kirchen in der Sowjet-Union bis zum 1. Januar 1934 zu schließen. In 18 Aka­demien werden besondere Werberedner in der antireligiösen Propaganda ausgebildet. Allein im Jahre 1930 sind in Heer und Flotte 10 000 solcher Agitatoren verweirdet worden. Auf einer Konferenz, die am 11. Dezember 1930 in Moskau stattfand, wurde der Beschluß ge­faßt, in mehreren Sprachen, auch in der deut­schen, eine Darstellung des marxistischen Athe- ismus herauszugeben.

Weiter sollen, wie wir das in Berlin schon erlebt haben, antireligiöse Ausstellungen auf­gezogen werden, und für das Jahr 1931 will man vor allem durch die Filmpropaganda wirken. 12 Filmstreifen sind hergestellt wor­den, die sich gegen die evangelische und gegen die katholische Kirche richten, und die, wie die ganze russische Filmpropaganda, außerordent­lich geschickt angefertigt sind. Nun wird man allerdings erwarten können, daß diese Film­propaganda an der deutschen Filmzensur schei­tert. Immerhin, der Kampf gegen alles Religiöse hat nicht nur in Rußland, wo be­reits in den letzten Jahren 14 000 Kirchen­schliebungen stattgefunden haben, sondern auch in Deutschland, wie die wachsenden Zahlen

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