Einzelbild herunterladen
 

Nr. 37

Freilag den 13. Februar 1931

Seite 1

Kavtteval dev Tieve

Von Max Geißler.

Die die Menschen, so pflegen sich auch Tiere zu aewissen Zeiten zu „verkleiden", aus Gründen der aj»be oder zur Erhaltung der Art, um Gefahren 7h entgehen oder um eine Beute zu erhaschen. Da­bei sind Klugheit und aufgewandte Mittel oft be­wundernswert.

Für die Liebeszeit schmückt die Natur sie mit Farben und oft prächtigen Zeichnungen: oder sie schenkt ihnen das berückende Lied. In anderen Fällen, etwa um Schutz zu suchen, wechselt die äußere Form. So beim Pappelschwärmer, ^r sich mit den Beinen an die Aeste seines Bau­mes hängt, dort im Winde schaukelt und durchaus den Anblick eines zitternden Espenblattes gewährt.

Diese Verkleidungskünste sind überraschend nah ihrer Zahl und nach ihrer Raffiniertheit. Manch­mal ist die Maske ganz einfach, wie bei den Glas­flüglern — Schwärmern, die wegen ihrer glas- hellen Sinterflügel diesen Namen führen. Auf der Flucht vor einem Vogel stellen sie das Bild einer Wespe dar.

Unsere gefürchtete Kleidermotte ist wegen ihrer Künste sogar G--genstand des Scm.derstudiums von berühmten Forschern geworden. Motten, auch ihre Larven haben eine Vorliebe für blaue, grüne und rote Stoffe. Aus den Kleinteilen, die die Larve davon abfrißt. bildet sie sich einen Sack mit seidigem Innern. Wird der Sack im Laufe der Tage zu kurz, so steckt der Bewohner den Korst heraus, schneidet sich neue Fäden zu und fügt sie dem Gewebe an In ähnlicher Weise wird ge- arbestet, wenn der Sack zu eng geworden ist. Das ' Tier schneidet ihn der Länge nach auf. aber nur bis zur Mitte, und hängt über dem Schnitt eine neue Masche an.

Andere Arten von Motten leben in unteren Gärten, und ihre Larven verwenden den Stoff der Blätter für ihre Sackhäuser . , , bleiben wir im Bilde: für ihren Domino! Darin verbringen sie all die Zeit bis zum Ausflug der Motte, die meist ein Kleid von lebhaften und glänzend metalli­schen Farben trägt.

Solch ein Verkleidungskünstler ist auch die Kotwanze, die in den dunkelsten Winkeln der Häuser wohnt, am liebsten in Scheune-n. Ihre Lar­ven wälzen sich in Staub und Schmutz bis zur Unkenntlichkeit. In dieser Maske können sie sich ihren Opfern, den Fliegen oder Mücken, nähern, ohne Verdacht zu erregen. Dann springen sie ihnen auf den Rücken und saugen ihnen das Blut mittels ihres Röhrenstachels aus.

Auch unter den Bewohnern des Meeres gibt es viele, die mit derartigen VerkleidungskunWücken arbeiten. Vor allem jene Viereckkrabbe, die sich einen ganzen Garten auf dem Rücken anlegt. Origineller noch handeln die großen Pulpen. Sie ändern die Farbe je nach ihrem Aufenthaltsort und bringen ihre schlangenhaften Arme in eine Lage, daß sie nur schwer vom Meeresboden zu unterscheiden sind. Bekannt ist das Verkleidungs­mittel der Sepia, die sich in einen Schleier aus schwarzbrauner Farbe hüllt, um sich vor ihren Feinden zu „verdunkeln": und während der Schleier sie schützt, verbirgt sie sich im Geklipp. Bei

breiten , . , nicht ein Spiel, sich zu verbergen, son­dern ein Liebesgruß in Fernen, die sich oft auf Kilometer erstrecken. Manchmal tragen diese wehenden Briefe der Liebe den Geruch der Zi­trone. manchmal der Vanille, der Garoenia, der Fresia. Blumen der Luft, nicht nur in ihren Klei­dern, sondern auch in dem Parfüm, das sie ver­wenden und das sie in winzigen Behältern in den äußersten Schwingenenden bereiten, wenn es zum Tanze geht.

tande

Sine unbekannte âgvvtische SwUtta«»«?

Entdeckungen in Waadi. — Eirunde Häuser

Gelehrte der Universität Kairo behaupten, einen prähistorischen Ort entdeckt zu haben, der den Aegyptologen bisher unbekannt geblieben sei. Die Entdeckung wurde in Maadi, der südlichen Vorstadt Kairos gemacht, wo kürzlich nach ergebnislosen Forschungen in Memphis, an dem gegenüberliegen­den Ufer des Nils Aufklärungsarbeiten vorgenom­men wurden. Dabei legte man auf der tiefsten Erd­schicht die Grundmauern von Häusern, Magazinen und Feuerherden frei, während gleichzeitig als Ge­treidespeicher dienende Gefäße in ihrer ursprüng­lichen Lage auf gefunden wurden. Hölzerne Pfeiler zeigen in ihrer Anordnung, daß die Häuser eirunde Form hatten. Die aufgefundenen Töpferarbeiten weisen daraufhin, daß man es hier mit einer ganz neuen Zivilisation zu tun hat. Die bemalten Köpfe zeigen eine gewisse Aehnlichkeit mit der wohlbekann­ten Keramik Ober-Aegyptens. Der eine ist das Bild eines Tieres vom Aussehen eines Kamels, obgleich KaMele damals in Aegypten unbekannt waren. Man fand ferner ein umfangreiches Lager von Feuersteinen in gutem Zustand, sowie Steingeräte einer Art, wie sie vorher noch nie in Aegypten ge­funden wurden. Die Zeit war offensichtlich auch reich an Kupfer. Zerfallene Gewebstücke beuten daraufhin, daß die Kunst der Weberei bekannt war. Die Bewohner beschäftigten sich offenbar mit Land­wirtschaft und Viehzucht, wie die Knochenreste von Rindern, Schafen. Ziegen und Schweinen, sowie von wilden Säugetieren beweisen. Man fand auch zerstreute Getreidekörner. Die Expedition der ägyp­tischen Universität behauptet, daß die hier aufge­deckte Zivilisation einer jüngeren Periode als der Steinzeit angehört, und daß sie der frühesten Periode der ägyptischen Dynastien unmittelbar vorangegangen sein muß.

Schadenersatzklage wegen der Treviranus-Rede

Berlin, 11. Febr. Das Arbeitsgericht hatte sich heute Dormittag mit dem wohl bisher noch nie da­gewesenen Fall zu beschäftigen, daß eine Minister­rede als Entlassungsgrund angeführt wurde und daraus Schadenersatzansprüche gegen dem betreffen­den Minister geltend gemacht wurden. Die Klage richtete sich gegen den R e ichs m i n i st e r Treviranus, und der Prozeß war von einem früher in Polen beschäftigten Obermontour namens Schmidt anhängig gemacht worden. Schmidt, der vor drei Jahren nach Polen ausgewandert war, hatte als Monteur bei einer polnischen Finna Arbeit gefunden und behauptet in seiner Klage, daß er diese Stelle infolge der Reden des Reichs­ministers Treviranus über die deutsch-polnische

folge der Verwehungen der Verkehr lahmgelegt. Dr wird mühsam mit Schlitten aufrechterhalten.

Eine Gutsbesih::7frau ersch„„en ausgefunden

Wernsdorf bei Berga (Elster), 12. Febr. Am Mittwoch abend wurde hier die G-tsbesitzersehe- frau Hildegard Hempel geborene Völkel in ihrem ehelichtzn Schlafgemach erschossen aufgefunden. Das Ehepaar ist seit einem Jahre verheiratet, der Mann in zweiter Ehe. Ueber die einzelnen Vorgänge werden zurzeit von der Staatsanwaltschaft Gera Untersuchungen angestellt. Die Tat ist mit einem Jagdgrwehr aeschehen, aus dem zwei Schrotpa­tronen abgefchoisen worden worden. Der Frau wurde die Schädeldecke total abgerissen. In dem ehelichen Schlafzimmer fand man fürchterliche Ver­wüstungen vor, die darauf schließen lassen daß der Tat ein Streit vorausgegangen sein muß. Ueber die Täterschaft bestehen zunächst nur Mut­maßungen. Wie verlautet, ist seit Donnerstag ein Knecht der Gutsbesitzersfamilie verschwunden. Es verlautet weiter, daß auch zwischen den Eheleuten ein Slr^ t über hat k- Oen

ausartete. Außer der Staatsanwaltschaft Gera ist auch die Mordkommission aus Weimar in Werns­dorf eingetroffen.

Unterschlagungen mit Hilfe „gestorbener" Personen

Gelsenkirchen, 12. Febr. Anfang November v. I. wurden auf dem Betriebsratsbüro der Zeche Dahlbusch in Gelsenkirchen fingierte Buchungen festgestellt. Mehrere Betriebsrat-,nitglieder hatten Personen „sterben lassen", um sich dann in den Besitz des Sterbegeldes zu setzen. Die Feststellun­gen haben ergeben, daß die Fälschungen in über 80 Fällen vorgenommen worden sind. Die Ge- samtsumme der erschwindelten Gelder beläuft sich auf 40 000 RM. Als treibende Kraft in der An­gelegenheit wurde der Steiger und Betriebsrat Heinrich Toennies aus Gelsenürchen verhasst. Die

Die Ge-

abgeänderten Sterbeurkunden reichten für den Geld­bedarf der Fälscher, die auf großem Fuße lebten, nicht aus, weshalb sie eine kleine Formular- druckerei im Münsterlande gewannen, die bereit­willig Sterbeurkundenformumre druckte und lie­ferte. Die Betrüger ließen u. a. Leute „sterben", die sich heute noch der besten Gesundheit erfreuen.

Thealerbrand in Bordeaux.

Paris, 11. Febr. 3m Alhambra-Thealer in Bordeaux ist heule abend ein heftiger Brand aus- gebrochen, der durch die Explosion eines Heizkessels entstanden ist. Das Feuer ist sofort auf die Bühne

übergesprungen. Sämtliche Löschzüge der wehr wurden an die Brandstelle beordert.

Schneebevttbt

Feuer-

Dev nette Sühne des Äeuivums im Reichstas

Abgeordneter Perlitius wurde zum ersten Vorsitzenden der Reichstag» fraktion des Zentrums gewählt.

Svovtnachvichien

Preuß-Resiger Sieger im Stuttgarter Sechstage­rennen

Wie kaum anders zu erwarten war, blieb das junge Breslauer Paar Preuß-Resiger Sieger, nach­dem in der letzten Nacht noch Krüger-Funda. Ehmer-Tietz und Manthey-Maczinsky zu dem Füh­rerpaar aufgelaufen war. In der letzten Stunde fuhren die Breslauer aber nochmals eine Runde Vorsprung trotz größter Wachsamkeit der restlichen drei Spitzenpaare heraus und sicherten sich damit den Sieg. Das Feld legte insgesamt 3406,450 Km. zurück. Die höchste Punktzahl errangen Franken­stein-Petri die 6 Runden zurück auf dem siebenten Platz endeten. Das Ergebnis: Sieger: Preuß- Resiger 325 Punkte. Eine Runde zurück: 2. Krüger- Funda 261 P. 3. Ehmer-Tietz 180 P. 4. Manthey- Btaczinfki 131 Punke. Drei Runden zurück: 5. Kilian-Pützfeld 193 P. 6. Duray-Dumm 172 Punke. Sechs Runden zurück: 7. Frankenstein-Petri 370 Punkte.

oder des Zornes befinden. Viele fkleins Farbdrüsen liegen unter ihrer Haut, die sich durch Muskeln ausbehnen lassen, so daß die Ge- famtfärbung des Tieres sich ändert, ganz nach fernem Willen Aehnlich verfahren etliche Fisch­arten, wie der Steinbutt, der Glattbutt, wenn sie von einem Lagerplatz zum anderen ziehen. Diese Tätigkeit ist eine bewußte Handlung, die auf Antt'eb des Gehirns durch die Nerven bewirkt wird. Das bewies der Forscher Pouchet, indem er einige dieser Nerven zerschnitt, und siehe da: mit der Verkleidungskunst des Butts war es zu Ende! Ein Tier ist wegen seiner Fähigkeit, Farbe und Gestalt zu wechseln, sogar sprichwörtlich geworden — nicht ganz mit Recht: das Chmäleon; denn es bedient sich einer helleren Farbe in der Finster­nis und kleidet sich dunkler im Licht. Der Wech- fcl hängt von zwei Hautschichten ab, über denen Farbdrüsen liegen — in der oberen hellgelbe, in der unteren schwarzbraune. Auch hier arbeitet der Mechanismus der Drüsen wie beim Pulpe. Es können auf der Oberhaut des Tieres sogar bizarre Zeichnungen und Bilder erscheinen.

Auch verschiedene Schrecken, wie die Gottes-

Frane -verloren. bade. ..SÄlâ^ ,. .... _ Schadenersatz 1000 Mk.. In der 'Verhandlung ver­trat der Kläger Schmidt seine Sache selbst/wäh­rend für den Reichsminister Treviranus Ministerial" amtmann Weiß erschienen war. Es kam indessen nicht zu einer Verhandlung, da das Arbeitsgericht sich für nicht zuständig erklärte und die Angelegen­heit auf Antrag des Klägers an das Landgeicht vewies. Der Vorsitzende machte den Kläger auf die Aussichtslosigkeit seines Vorgehens aufmertfam, da Schadenersatz nur auf Grund der Schädigung durch eine unerlaubte Handlung gefordert werden könne. Eine im deutschen Interesse gehaltene Ministerrede könne jedoch nicht gut als unerlaubte Handlung be­trachtet werden.

Freitag, 13. Febr., 10.30 Uhr nor mit tags Taunus

Kl. Feldberg: Nebel, —4, 38 Zentimeter I /chnee, verweht. Shi und Rodel mäßig. Cronberg: Schneetreiben, 0 Grad, 15 Zentimeter Schnee, ver­weht. Ski und Rodel mäßig. Saalburg: bewölkt, — 1, 24 Zentimeter Pulverschnee. Ski und Rodel sehr gut.

Rhön

Wasserkuppe: Schneefall, —4, 55 Zentimeter Pulverschnee. Gersfeld: Schneefall, —2, 40 Zenti­meter Pulverschnee. Eisenacher Haus am Ellen-

gut

ichnee. Damersreid: Sch ..„,__, ,

Pulverschnee. Ueberall Ski und Rodel

Spessart

Rvhrbrunn: Schneefall, —2, 22 Zentimeter Schnee, gekörnt. Ski und Rodel sehr gut.

Vogelsberg

Hoherodskopf: Bewölkt, — 4, 45 Zentimeter Schnee, verharscht. Ski und Radel sehr gut.

Odenwald

Auf der Tromm: Bewölkt, — 1, 20 Zentimeter Pulverschnee. Ski und Rodel sehr gut.

rtund-tmr-PvosvMum

Freitag, 13. Februar

6.15: SF. Wettermeldung. Anschließend: Mor­gengymnastik 7.15—8.15: SWF. Frühkonzert. 12.00: SWF. Schallplattenkonzert: Unterhaltungs­konzert. 14.00: Werbekonzert (Schallplatten) 16 30: SWF. (Kurhaus Wiesbaden): Konzert des Studt. Kurorchesters Wiesbaden. 18.10 SWF. Stunde des Buches: „Rezept gegen winterliches Grauen". 18.35: SWF Eine Viertelstunde Deutsch 18.50

Mit Skiern durch das badische Land , Dorkrag. 19.20: SF. (Mannheim): Aerstsvortrag: „Hunaer und Durst" 19.45 SF. D-ei Einakter. 20.15: SF. Das schöne Mädchen von Perth Oper. 22.10-24 00" SF. (Cafè Schanz, Freiburg): Unterhaltungsmusik.

anbeterin, wären hier zu erwähnen.

Kaum nötig ist dagegen, auf den Wechsel der Pel-färbe von Bären, Polarfüchsen, Alpenhasen, Hühnervögeln des Hochgebirges hinzuweisen. Die­ser Wechsel geht bekanntlich mit der Jahreszeit vor sich. Auch vom Rade des verliebten Pfauen, der sich unter den Augen seiner Frau gebärdet, als habe er die Sonne in den Schatten zu stellen, kann man Notiz nehmen. Der Puter treibt es ähnlich. Was er an Glanz der Federfarben nicht aufzubieten hat, ersetzt er — wenigstens für seinen Geschmack — durch die Schwellungen der Wülste wn Schnabel und Seher.

Die Krone der Verkleidungskunst der großen Familie der Insekten. Schmetterlingen gibt es eine 'Wen, die wegen der Köstlichkeit Zungen und der Lebhaftigkeit ihrer Wunder anmuten: Mosaiks werden Gemmen, Metalle, lebende Blumen, "'ese leichtbeschwingten Gesellen in

gebührt aber Unter den

Menge von ihrer Zeich-

Farben wie sie, Stoffe. Bringen sich 0iNö lUl:

Jage — man denke an den Admiral —, so erschei­nen sie wie ein Blatt. ein Stein, ein Stück Rinde, Zunder.

Bei dieser Gelegenheit: unsere Sphinx athro- trägt als Abzeichen den Totenkopf mit ge­lenzten Knochen — das verbirgt sie nicht, sondern i e will Furcht damit erwecken!

^„X^111^ Physiker haben erklärt, wie dies Zuchten, dieser metallische Glanz sich bildet: durch darben, zu denen die Einflüsse des Lichts treten, F welche die kleinen Schuppen in irgend einer s".empfindlich fin& Farben, welche die Falter- w^rn decken und die sich so leicht ver ieren, ^ Hânde diese Blumen der Luft belasten.

Maskenbälle der Insekten gehört auch der g^jJ^biein eisten der Ab-ndsalter vèr-

Das Ergebnis der Berliner Getränkesteuer

Berlin, 12. Febr. Die Abrechnung über das Er­gebnis der Berliner Getränkesteuer im D e z e m b e r, dem ersten Monat, in dem sie erhoben wurde, liegt jetzt vor. Mit 795 696 RM erreicht sie de>. geschätzten Monatsdurchschnitt von 800 000 RM. Rund 650 000 RM sind bereits bezahlt, der Restt ist noch nicht an die zuständigen Kassen gelangt. Die Verwaltungs­kosten betrugen im ersten Monat etwa 25000 RM. Man rechnet damit, daß sich das Gesanitergebnis noch durch die Beträge steigern wird, die durch Nachprüfung der eingereichten Steuererklärungen erwartet werden können.

Umfangreiche Rotstandsmaßnahmen in Sachsen

Berlin, 11. Febr. Die Reichsanstall für Arbeits­vermittlung und Arbeitslosenversicherung teilt mit: Angesichts der starken Arbeitslosigkeit in Sachsen ist es von be anderer Bedeutung, daß im Wege der wertschaffenden Arbeitslosenfürsorge die Finanzie­rung einer umfangreichen Notstandsarbeit in Sachsen gelungen ist. Gegenstand des Unterckeh- mens ist die Wasserversorgung von Mittelsachsen. Als Träger der Notstandsarbeit wird eine besondere Aktiengesellschaft gegründet, in der der Freistaat Sachsen und die Dresdner Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke A.-G. zusammengeschlossen sind. Die Gesamtkosten der Arbeit, die sich auf zwei bis drei Jahre erstrecken wird, werden inehr als 20 Millionen Mark betragen. An der Finan.z!erung beteiligt sich die Reichsanstalt für Arbeitsvernntt- luag und Arbeitslosenversicherung mit einem ver­lorenen Zuschuß von 1350 000 Mark, während die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten A.-G. und das Land Sachsen langfristige geringverzins­liche Darlehen im Gesamtbettage von über acht Millionen Mark bewilligt haben. Die Zahl der Ar­beitslosentagewerke betragt etwa 450 000.

Sturm im Schwarzwald

Freiburg, 12 Febr Im Schwarzwald herrscht feit heute nacht ein heftiger Südweststurin mit star­ken Schneefällen Vom Feldberg wird eine Sturm­stärke von über 23 Sekundeninetern gemeldet. Der Schnee liegt dort über zwei Meter hoch. Schnee­verwehungen haben vielfach e^b.1^ Verkehrs­stockungen zur Folge. Auf der Drel--^^hdN-Bahn, die vom Titi-See nvch Seebruck fahrt, wurde tn=

Sevems. Vevramintunse«.

Turn- u. Sportvereinigung 1860. Heute abend 8.30 Uhr Vorstandssitzung. 213

Turn- u. Fechtclub (Hockey-Abtlg.). Abfahrt der Herren- und Damenmannschaften zu dem Spiel in Höchst: Sonntag norm. 7.15 Uhr Hauptbahnhof.

Rhönclub, Zweigverein Hanau e. V. Wir laden unsere Mitglieder zu der morgen Samstag abend 8.30 Uhr im Vereinslokal stattfindenden Monats­versammlung, sowie Vortragsabend höflich ein, und bitten in Anbetracht des Vortrages um pünktliches und zahlreiches Erscheinen. 217

Vogelsberger Höhenklub (VHC.) Hanau. Sonn­tag, 15. Februar: Ausflug nach Seligenstadt. Ab­marsch 1.30 Uhr steinheimer Tor. Einkehr in Seligenstadt bei Appelmann. Für Esten, Trinken und Unterhaltung ist gesorgt. Liederbücher mit­bringen. Gäste willkommen. 209

Ortsausschuß für Jugendpflege (Skikursus). Die Rhönwanderung fällt aus. Wenn Sonderzug in den Vogelsberg fährt: Treffpunkt am Bahnhof. 208

Verein deutscher Rosenfreunde e. V., Ortsgruppe Hanau u. Umg. Heute abend 8.30 Uhr im Hotel Riesen, Vereinszimmer 1. Stock, findet der Fach- vortrag über Kakteen statt. Wir laden nochmals alle Kakteenliebhaber höflichst dazu ein. Eintritt frei. 214

Beamtenbank Hanau. Wir verweisen nochmals auf die heute abend 8.30 Uhr stattfindende General-

Nekattutmachttuae«

startoffetkrebs

Trotz der angeordneten und durchgeführten Gegenmaßnahmen ist auch im vergangenen Jahre auf einer Reihe von Grundstücken im Stadtbezirk Hanau der Kartoffelkrebs sestgestellt worden. Es wird daher auf Grund der Mrnisterial-Polizeiver- ordnung vom 27. August 1924 (Regierungsamts­blatt 1924 Seite 239) über die Grundstücke rechts der Kinzig bis zur Kesselstädter Gemarkungsgrenze, ferner links der Lamboystraße sowie an der Birkenhainer- und Freioerichtstraße erneut die Sperre verhängt mit der Wirkung, daß auf diesen Grundstücken, soweit sie für den Anbau von Kar­toffeln vorgesehen find, bis auf weiteres nur die von der städtischen Polizeiverwaltung genehmigten, als krebsfest ausdrücklich anerkannten Kartoffelsor­ten, und zwar nur „anerkannte" 1. Absaat oder Originalsaat von den amtlich zugelassenen Ver- kaufsstellen bezogen und angebaut werden dürfen. In Frage kommen folgende krebsfeste Kartoffel­

sorten: frühe

mittelfrühe späte

Sorten:

Jäorfe:

Sorten:

Rosafolia Kuckuck Maibutter Erdgold Preußen

I»

Versammlung im Restaurant zur Karthaune, zähliges Erscheinen erwünscht.

Voll- 212

1. Hanauer Rauchklub 1925. Morgen Samstag, 14. Februar, 20.01 Uhr findet beim Vereinswirt im „Ratskeller" unser diesjähriger Faftnachtsrumme! (Kappenfahrt) statt. Erscheinen aller Mitglieder ist Ehrensache. Gäste und Freunde sind hierzu herz­lichst eingeladen. 6705

Lehrersängerchor. Heute keine Singstunde. Zu- ammensein bei Weißenstein. 216

Gesangverein Germania. Sonntag, 15. Februar, abends 8.30 Uhr große Kappenfahrt in der Turn­halle, Jahnstraße, wozu wir alle Mitglieder sowie Freunde und Gönner des Vereins herzlichst einlaben.

Evang. Arbeiterverein Hanau. Wir erinnern nochmals an den heute abend 8 Uhr im Vereinslokal Löwengärtchen stattfindenden Lichtbildervortrag. Eintritt frei. Gäste willkommen. 211

Stahlhelm. Heute abend 8.30 Uhr Pflicht-

Versammlung.

218

Ackersegen.

Saatgut aus eigener Wirtschaft darf im Sperr­gebiet nicht angebaut werden.

Die amtlich zugelassenen Verkaufsstellen werden demnächst in den Tageszeitungen veröffentlicht; sie können auch beim städtischen Polizeiamt, Lang­straße 41, erfragt werden, woselbst jede weitere Auskunft über die Gefahren des Kartoffelkrebses und seine Bekämpfung bereitwilligst und kostenlos erteilt wird.

Zuwiderhandlungen oder Verstöße gegen die vorstehenden Anordnungen ziehen auf Grund des 8 8 der eingangs angeführten Polizeiverordnung Geldstrafen bis zu 10 000 RM oder Freiheits­strafen bis zu 1 Jahr Gefängnis nach sich.

Anträge von ortsansässigen Händlern und Ge­nossenschaften auf Zulassung zum Verkauf von trebsfestem Kartoffelsaatgut find alsbald an die tädtische Polizeiverwaltung, Langstraße 41 j, ein­zureichen, wo auch die vorgeschriebenen Bedingun­gen, erhältlich sind 23

Hanau, den 11. Februar 1931.

Städtische Polizeiverwaltung.

Der Oberbürgermeister. I. V. gez. Dr. Müller

Trauma JP 1 ä 8 t der beste Wundverband