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Lanvmanns Gonntagsvlatt

^Hgemeine Leitung für £ggftfi>irtf eggst, SartenOau und ^auötotrtf eggst

«chnftleltung: Oekonomierat Grundmann, Neudamm. Jeder Nachdruck ans dem Jnhaü diese, «laste- wird gerichtlich verfolgt (Gesetz vom 19. Juni 1901)

1951

Der Eichelhäher.

von Dr. Ernst Scheffelt. (Mit Abbildung.)

Die Rabenvögel, zu denen der Eichelhäher zâhll, bilden eine interessante und wirtschaftlich bedeutungsvolle Familie im vielgestaltigen Reich der Vögel. Mögen sie nun schwarz sein wie die allbekannte Rabenkrähe oder schwarzweiß wie die Elster oder dunkelbraun mit weißen Flecken wie der Tannenhäher, immer sind noch zahlreiche, der ganzen Familie gemeinsame Merkmale auszuzählen, z. B die kräftige Gestalt, die sehr weit vorn liegenden und mit Borsten bedeckten Nasenlöcher, der Bau von Schnabel und Flügel. Nicht allgemein bekannt ist es, daß die Raben eine Familie der Singvögel sind, daß sie also in den Grundzügen ihre- Körperbaues und ihrer Lebensweise mit den Finken, Meisen, Laubsängern und anderen Kleinvögeln überemstimmen. In der Fabel macht sich zwar der Fuchs über den unschönen Gesang eines Raben lustig, aber dessen Stimme ist doch sehr umfangreich, er kann auch pfeifen und lernt etwas sprechen, wenn er jung ein- gefangen wird Der Eichelhäher, mit dem wir uns freute näher befassen wollen, verfügt un- streitig über die beste Singstimme unter dem Rabengeschlecht, obschon wir meist nur sein kreischendes, rätschendes Geschrei hören, daS gar nicht erbaulich klingt Zur Zeü der Liebe je- doch gibt er einen abwechslungsreichen, aus flötenden und klappernden Tönen bestehenden Gesang von sich, dem er allerlei andere Vogel­laute beimengt, besonders häufig den Schrei deS Bussards und daS Geschwätz deS StarS In der Gefangenschaft lernt der Eichelhäher Pfiffe und Lieder unschwer nachpfeifen, er hat also dieselbe Singmuskelvorrichtung wie Amsel und Nachtigall, ein weiterer Beweis seiner Zu- gehörigkeit zu den Singvögeln

Der Eichelhäher, auch Holzschreier, in alemannischen Landen Heerevogel (Herrenvogel» und in der deutschen Sage Markols oder Markwart genannt, ist eine unserer buntesten Vogelgestalten Ober- und Unterseite find zart graurötlich, der Vorderkopf weißlich mit dunkeln Längsstreifen, ein Backenstreif unter den Augen wirst wie ein schwarzer Schnurrbart, im Fliegen tritt die weiße Bürzelgegend deutlich hervor Einen besonders schönen Schmuck besitzt der Vogel in seinem glänzend schwarz-weiß-blau gefärbten Flügelfeld Es sind kleine Federn, nie sogenannten Handdecken, die mit den weit- | bin leuchtenden Farben fiCAiert sind Da^schöne t;

ff off nachzuweisen, sondern es ist eine .Struktur- Farbe', die durch Lichtbrechung hervorgerufen wird. Farblose Zellen über schwärzlichem Grund verursachen die Blauwirkung, ebenso wie die farblose Luft vor dem schwarzen Weltall die Blaufärbung des Himmels zuwege bringt.

Der Eichelhäher ist ein munterer, auffälliger Vogel, der Laub- und Nadelholz, insbesondere

Waldränder und Parks bevölkert. Nordwärts wagt er sich bis zum Polarkreis vor, während seine Südgrenze das Mittelmeer ist. In kalten Wintern streichen die Vögel weit umher, die nordischen sind regelrechte Zugvögel. Im Früh­jahr sind die Paare in der Nähe ihrer eigenen Geburtsstätte zu finden, wo sie aus Bäumen, nicht selten auch in Büschen, ein solides Nest aus Reisig, Stengeln und Wurzeln Herrichten Während des Nestbaues und hernach beim Brüten sind die Häher auffällig still und können sogar, wenn sie gestört werden, ihr lautes Rätschen unterdrücken Die Eier, häufig sieben an der Zahl. sind hellgrau bis grünlich­weiß und sein punktiert, die Jungen zunächst stanz nackt und rosa gefärbt Ihr Kot ist mit einem feinen Häutchen umgeben und kann da­her durch die Eltern leicht vom Nest entfernt werden Fast alle Singvögel halten auf diese Weise ihr Nest sauber Im Alter von 19 bis 20 ^°gen steigen die nun befiederten Jungen aus °em Nest und klettern in den Zweigen umher, nach weiteren vier Tagen können sie dann stiegen. So gewandt wie ein Raubvogel oder ™,r eine Schwalbe fliegt der Eichelhäher bei "Wem nicht, doch in den Säumen bewegt er

sich recht gewandt, er kann sich viele Meter hoch fast senkrecht auf- und niederschwingen und die Stücke auS dem Norden können eine größere Luftreise schon wagen, um in nahrungS- reichere Länder zu gelangen

Der Eichelhäher hat immer Appetit und tst in bezug auf seine Nahrung nicht wählerisch. Seinen Namen hat er vielleicht daher, daß er Eicheln frißt, aber auch Nüsse. Sämereien und Früchte aller Art verschmäht er nicht, auf die Edelkastanie, die ja in gewissen Bezirken Süd­westdeutschlands recht gut gedeiht, hat er e- besonderS abgesehen Fast noch lieber aber ist ihm tierische Nahrung. Insekten, Würmer, junge Vögel und Vogeleier. Durch seine ausgesprochene Vorliebe für junge Singvögel wird der Eichel- Häher entschieden sehr schädlich, und eS ist durchaus ratsam, ihn an Waldrändern und in Gärten, wo im Frühjahr oft Nest an Nest steht, kurzzuhalten.

Früher brauchte der Mensch in die Bestände der Rabenvögel nicht regulierend einzugreifen, da waren es die damals noch häufigen Raub­vögel, die dafür sorgten, daß Raben und Häher, Elstern und Dohlen nicht allzu stark zunahmen. Die hohe Eizahl deS Eichelhähers (bis 7, Elstern bis 0 Stück) zeigt, daß er ständig von Feinden umdroht ist; die Natur hat ihm zum Ausgleich dafür eine starke Vermehrungsfähig­keit gegeben. Nun sind diese Feinde, die Raub- vögel, weniger geworden, die große Eizahl aber ist geblieben und ist die Ursache der starken und unerwünschten Vermehrung des Eichel­hähers (und der Elster). Ein gutes Beispiel von dem gestörten Gleichgewicht m der Natur.

Der Nutzen deS Hähers ist beträchtlich da­durch. daß er allerlei schädliche Insekten, ge­legentlich auch Mäuse, vertilgt. Außerdem pflanzt er Bäume, d. h. er versteckt Nüsse, Haselnüsse. Eicheln und Kastanien im Boden, findet sie dann nicht mehr und die Früchte keimen aus Mancher Laubbaum, der isoliert in fremder Umgebung steht, ist durch die Sammeltätigkeit deS Eichelhähers gepflanzt worden, der damit die Bildung von Mischwald zu allen Zeiten begünstigt hat Daß das für unsere Forstwirtschaft eher ein Nutzen als Schaden ist. liegt auf der Hand, wird doch der Mischwald von allen modernen Forst­beamten wieder angestrebt So wirkt sich hier der allen Rabenvögeln eigene Trieb, Vorräte zu sammeln. in recht augenfälliger Weise aus

Wenn auch bet Jäger, ärgerlich über das eüjü^ w M^U?^ ° "" „

Rehe auf bte drohende Gefahr aufmerksam macht, nicht selten einen der bunten Burschen herunter­holt, so ist bamit unsere Kleinvogelwelt noch nicht von den Nachstellungen der Nesträuber- sicher Leise, in kurzen Sprüngen und Flügen, sucht er die Hecken ab. unbekümmert um das Jammergeschrei der Altvögel reißt er die Jungen heraus und verzehrt sie oder bringt sie der eigenen Brut. Mr dichte Dornhecken verschont er einigermaßen, und das gibt uns einen Finger- zeig, den Singvögeln zu helfen: es sollten mehr Weißdorn- und Wildrosenbüsche angepflanzt und diese, damit f^e recht dicht werden, auch fach- männisch geschnitten werden. Ödland, wo solche Dornhecken, möglichst im Verein mit etlichen Hochbäumen (Christus­dorn, Robinie, Eiche) un­gestört wuchern können, gibt es noch da und dort. Es ist darauf zu achten, daß die Büsche nicht abgebrannt werden Bei dornenlosen Gewächsen, wie Liguster, Hain­buche und auch

Pfaffenhütchen, binde man je­weils einige Zweige zusammen, so gebildete Nestunterlagen wer­den gern benützt. Endlich ist darauf zu achten, daß zu Um­zäunungen nur lebende Pflanzen genommen werden, besonder- günstig sind Fichtenhecken, die bei passendem Schnitt viele Jahrzente lang keinen dürren Zweig zeigen und dabei ein Schlupfwinkel für so manchen Kleinvogel sind. Wem- jeder Landmann, jeder Gärtner und Waldbesitzer immer daran denkt, die Nistgelegen­heiten und Zufluchtsorte für unsere Kleinvögel zu erhalten und zu vermehren, so wird es vor­läufig nicht nötig sein, unserm schönen Eichel­häher, der ja gewiß einen wirkungsvollen Schmuck der Landschaft darstellt, den Ver­nichtungskrieg anzusagen Im Laufe der Zeit wird sich ja auch der Raubvogelschutz, der in fast allen Kulturstaaten gesetzlich verankert ist, günstig auswirken, so daß die Natur selber wieder eine Regulierung der Vogelbestände wird übernehmen können.

Der Wurzelkropf der Zuckerrüben.

Von Dr. A. Einecke. (Mit Abbildung.)

Im Spätherbst, bei der Ernte der Zucker- rüden, werden hier und da Einzelrüden mit Kröpfen gefunden, wie sie die nachstehende Abbildung zeigt. Die starken Wucherungen werben von einem Kleinlebewesen, dem Bacterium

tumefaciBM, erzeugt, daS im Ackerboden lebt und das vielleicht durch eine entstandene Ver­letzung in die Rübenwurzel einwandert. Die Pflanze sucht sich deS Eindringlings durch Gewebe­wucherung zu erwehren. Im Wechselspiel des angreifenden Bacteriumâ und der sich ver­teidigenden Pflanze können dann, wie vorliegend, die unförmigen Gebilde entstehen.

Der Wurzelkropf scheint bei Rüben nur selten vorzukommen und dann nur an Einzelexemplaren aufzutreten. Gelangen die Krankheitserreger dagegen in den Boden von Baumschulen, ver­

»nrieltrofif der «Sie».

ursachen sie hier ein Massenabsterben der jungen Bäumchen durch die Bildung von sogenannten „Krongallen" in deren Wurzelwerk. Die Krankheit ist daher vom Obstgärtner sehr gefürchtet. Cie ist nicht zu bekämpfen und führt notgedrungen zu einer Verlegung der Baumschule.

Zierende Gartenpflanzen auf trockenem, schweren Lehmboden.

Bon H.S ch mtd t-Degau, staatt. dipl.Gartenbamnjpeltor.

Der Gartenbesitzer, weicher schweren Lehmboden aus seinem Grundstück hat, wird ohne durch­greifende Vorarbeiten wenig Freude daran haben, wenn derselbe viel der Besonnung in freier Lage ausgesetzt ist. Von vornherein bereitet die Be­arbeitung solches Gartens große Schwierigkesten. Im Herbst ist man nicht in der Lage, nach trocknem Sommer in den Boden zu dringen. Im Früh- jähr ist der Boden schmierig und klebrig und kurz darauf, nachdem mit Mühe die Arbeiten durch­geführt, bildet sich eine harte rissige Oberkruste, die kein Pflanzenleben aufkommen lassen will. Der Boden ist untätig, naß und kalt Sein hoher Gehalt an Nährstoffen läßt sich nur durch um­fangreiche Vorarbeiten erschließen, um zersetzend auf die Bindigkest einzuwirken. Dazu stehen uns vielerlei Mittel zur Verfügung. Zunächst sind Dränagestränge in 15 bis 20 m Abstand zu legen und gleichzeitig ist der Boden zu rigolen. Hierbei ist zu beachten, daß die Mutterbodenschicht an der Oberfläche bleibt Steht uns Reisig in Fülle zur Verfügung, dann ist in der Tiefe eine 30 bis 40 cm starke Schichtung dringend ratsam. Haben wir wenig Arbeitskräfte für daS Rigolen mit der Hand übrig, so kann anderseits die Bodenlockerung auch durch Romperit-Sprengung erfolgen, die sich um so kräftiger auswirkt, je trockener und fester der Boden im Hochsommer ist. Im Anschluß an die Lockerung geben wir getrennt Kalk, Stallmist, ferner so reichlich wie möglich Sand und Humus, wobei es nicht an Kali und Phosphorsäure fehlen darf, damit die Pflanzen ihre Lebensbedürfnisse befriedigen können. Am ratsamsten für die Humusbereiche­rung ist Moostorfmull. Weiter verwendungs­fähig, aber nicht so nachhaltig, wirken Laub- und Waldstreu. Solche vorbereitende Arbeit im Herbst wird im Laufe deS Winters die Tages- wässer begünstigen. Durch Frost und Bodengare wirb dann der große Reichtum des Bodens er­schlossen. Frühjahrsanfang bist es die vorhandene Bodenfeuchtigkeit für die Begetationszeit zu er­halten. Deshalb sind zunächst windschützende Heckenwände in nicht zu weiten Zwischenräumen der Lage deS Geländes entsprechend am Platze Jede Neupflanzung in schwerem Boden hat grundsätzlich im Frühjahr zu erfolgen Das Wurzelwerk jeder Pflanze ist hierbei in einen Brei von frischem Kuhmist mit Lehm zu tauchen, was die sofortige Saugwurzelbildung anregt.

AlsHeckenpflanzen kommen in Frage: Schlehen, Weißdorn, Oelweide, Wildrosenarten» Steinquitte, Sanddorn, Feuerdorn, Boxdorn, Brombeeren, Felsenbirne, Quitten, Spiraeen und fern von Kornfeldern Berberitzen.

EinehalbschattenspendendeHochstammpflanzung kommt als weiterer wirkungsvoller Schutz in Frage. Hierzu eignen sich: Weißdorn, Rotdorn, Birnen, Bogelkirschen und die reiche Zahl der zierenden Prunusarten. Aus allen vorgenannten Arten können wir Hochzüchtungen entnehmen, welche besonders zierenden Wert haben, um als Blütensträucher in Gruppen oder einzeln zu wirken Der Prunusarten, der Spiraeenarten, wie der Rosen sei hier nochmals besonders gedacht. Reich ist die Zahl der Stauden, hohe Ziergias- arten, Lupinen (blau und rosa), Malven, Ehren- preis, Edeldistel. Mannstreu, Scabiose. Steinbrech, Alpenaster werden mit Fettpflanzen (Hauslauctz,

Fetthenne), mit Zwiebelgewächsen (CrocuS, Schnee- glöckchen, Narzissen) wirkungsvoll vereinigt. Als Lückenbüßer kommen die Sommerblumen auf den Staudenrabatten in Frage. Anderseits sind dieselben auch für Massenwirkung auf Beeten Seeignet: Pottulack, Teufelsauge, Nelken, Ringel- lume, Löwenmaul, Reseda

Ganz im allgemeinen gesagt, kommen m erster Linie alle die Arten in Frage, welche sich mit zierlicher Belaubung, mit dornigen Zweigen, weißfilztgen Blättern oder durch Fettpflanzen­charakter auszeichnen Alle diese Arten sind, um die Tageswässer während der VegetattonSzest zu fesseln, in Fülle als Polsterpflanzen zu bringen. Solange dies nicht erreicht ist. sind zunächst alle Jungpflanzen über den Kulturboden durch Torf­mull und Waldstteu zu schützen. Durch fleißiges Hacken (die Hacke ersetzt die Gießkanne) ist die aufsteigende Bodenfeuchtigkeit zu fördern, Nur bei anhaltender Trockenheit wird dem so gepflegten Pflanzenwuchs eine Bewässerung erwünscht sein. Das Wasser wird nicht wie einst über die un­durchdringliche Schicht hinwegfließen, sondern jetzt nach sorgfältiger Vorarbeit sofort restlos vom Boden angenommen.

Trockener, schwerer Lehmboden nach solchen Gesichtspunkten erschlossen, wird »um schönsten Gartenboden. Nadelhölzer und Rosen werden hier besonders günstig gedeihen. Der Gartenfreund wird seine helle Freude an allen Kulturen haben, und er wird erkennen, daß grundlegende ganze Arbeit dazu gehörte, damit der zähe, bindige Boden in größter Freigebigkeit die aufgespeicherten Nährstoffvorräte abgeben konnte.

3mf erarbeiten im Monat Zebruar.

Von Lehrer Schmidt.

Hast die Kälte in diesem Monat an, so hast du, lieber Imkerfreund, nichts zu tun, als für Ruhe zu sorgen. Steigt das Quecksilber des Thermometers aber über 10 Grad Wärme, so mußt du Achtung geben, ob die Fluglöcher auch frei und nicht von innen durch tote Bienen verstopft sind, oder sonst irgendwelche Umstände den zu erwartenden Ausflug der Dienen verhindern können. Man nennt diesen ersten Ausflug den Reinigungsausflug. Di« Bienen entleeren bei diesem Herauskommen aus dem Stock den angesammelten Kot. Da sie dies gern an hellen Gegenständen, an zum Trocknen aufgehängten Wäschestücken, tun, ist bei einem plötzlich eintretenden Bienenfluge aufgehängte Wäsche zu entfernen. Liegt noch Schnee vor dem Bienenhause, so ist er durch Dachpappe, Säcke oder dergleichen abzudecken. Stroh, Häcksel oder derartige Deckmittel sind nicht zu empfehlen, weil sich zu viele Bienen im Deckzeug verkriechen und umkommen. Herrscht starker Wind, so muht du, lieber ^urkerireuad. periumen. durch auf das Flug- brett gelegtes Eis oder zufammengeballten Schnee und durch Verdunkeln der Fluglöcher den Ausflug zu verhindern. — Bei gefunden und weifelrichtigen Völkern dauert der Aus­flug gewöhnlich nicht lange. Bald kehrt wieder Ruhe ein. Nur wenn das Wetter ungewöhnlich warm ist, beginnen die Völker die Bodenbretter zu reinigen. Dieses Geschäft mußt du ihnen aber abnehmen. Du ziehst die eingelegten Papp­einlagen heraus und schiebst dafür neue ein. Auf der Unterlage, die du auch ohne Ausflug leise und vorsichtig wechseln kannst, schrieb dir bas Volk auf, was im Innern im Winter vorging.

An den Hügelreihen des herabgeschroteten Wachses merkst du den Sitz des Volkes, herab­geworfene Honig- und Wachskristalle zeigen den Zustand des Winterfutters an, Bienen­puppen und Rankmaden verraten, daß das Eigenleben sich im Volke schon regt, und der Totenfall bringt dir den Beweis, ob du ge­nügend junge Bienen eingewintert hast oder ob nur absterbende, alte Immen im Stocke waren. — Laufen nach beendetem Rcinigungsausslug« noch Bienen suchend an der Dorderwand hin und her, lassen sie ein eigenartiges Summen, ein Heulen, hören, so mußt du dir, lieber Imkerfreund, dies Volk als weiselverdächtig merken. Jetzt kannst du mit ihnen nichts an­fangen. Im nächsten Monat erfährst du etwas darüber. — Alle Völker mußt du recht warm halten, weil die Bienen in diesem Monat das Brutgeschäft aufnehmen und dazu die Wärme sehr nötig haben.

Neues aus Stall und Hof.

Reinigung der Düngerstreuerketten. Das Reinigen der Ketten des Düngerstreuers ist be- kanntlich sehr schwierig und zeitraubend. Viele Landwirte ziehen es daher vor, diese Arbert so weit wie irgend möglich hinauszuschieden, natürlich zum Schaden ihres Maschinenbestandes. Es gibt nun verschiedene Reinigungsverfahren. Zuerst das Abwaschen in verdünnter Salzsäure, das aber teuer und gefährlich ist, Material­verschleiß nach sich zieht, besonders dann, wenn Salzsäure Hinterher nicht einwandfrei durch Wasser abgekühlt wird. Ein anderes Ver­fahren ist das Erwärmen der Kette im Schmiedefeuer bis zur Rothitze und das darauf folgende Abklopfen und Abbürsten der Kette. Auch bei diesem Verfahren leidet die Güte dès Materials. Besser ist schon die Reinigung der Kettenglieder durch Einlegen derselben in Molke, in der sie mehrere Tage verbleiben. Wohl löst sich der Kunstdünger gut, jedoch ist nach dem Herausnehmen der Kette aus der Molke immer noch ein längerer Zeitraum für das Schaben und Reinigen der Kette mittels Draht­bürste notwendig. Selten werden hierbei die Kettenglieder sorgfältig getrocknet und ein Nach- rosten tritt ein. Als brauchbar hat sich fol­gendes Verfahren bewährt. Die sorgfältig ge­trockneten Kettenglieder werden in einer sich drehenden ausgelochten Blechtrommel in einer Zeit von 10 bis 15 Minuten gereinigt, indem die Trommel in Umdrehungen versetzt wird, und zwar 26 Umdrehungen für die Minute. Als Waschmittel sind in die Trommel Hartauß-