Nr. 32
Samstag des T. Februar 193t
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Zunächst noch kalt mit Schneefällen.
Die vor acht Tagen hier gegebene Voraussage, ., 6en zu erwartenden Witterungsunterschieden milchen dem östlichen, mittleren und westlichen Mit- Osteuropa Rechnung trug, hat sich fast in allen Ein- elhèiten als zutreffend erwiesen. Insbesondere ist der allgemeine Witterungscharakter winterlich geblieben wenn auch, vom äußersten Nordosten Deutschlands abgesehen, der Frost sich in mäßigen Grenzen hielt. Im Rheingebiet, wo es zunächst noch regnete, sind die Temperaturen erst um die Mitte der Vorwoche etwas unter Null gesunken, und die Niederschläge in Schneefälle übergegangen, die wenn auch ohne nennenswerte Ergiebigkeit, um die Mitte der Woche auf ganz Mitteleuropa aus» breiteten und nun überall eine zusammenhängende, wenn auch vielfach nur dünne Schneedecke geschaf-
Der ideale Lehrer
2060 jugendliche zeichnen sein Bild
Gitte Umfrage in ganz
Deutschland - Das wichtigste: Gerechtigkeit, vertrauen, Vorbild! - Ein Blick in die Seele der jusend
Wie wünscht sich die Jugend ihre Lehrer? Eine Antwort auf diese Frage müßte zuverlässigere Auskunft über die seelische Verfassung des Heranwachsenden Geschlechts geben, klarer ihren Unterschied zu früheren Generationen zeigen als irgendeine von außen her geführte Untersuchung. Soeben ist von berufener Seite der Versuch gemacht worden. dem Jugendproblem auf diesem Weg beizu- kommen. Dr. M. Keilhacker, Assistent am Psychologisch-pädagogischen Seminar der Universität Königsberg, hat sich die Mühe gemache, die Heranwachsenden aller Altersstufen von acht bis zwanzig
jedoch Folgen auf Befehl und Untertanengehorsam ab. Ein Obertertianer fordert, daß der Lehrer „Erzieher und Freund, nicht Fronoogl" sei, Operprimaner wollen weder „Amtspersonen" noch Para-
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haben.
Diese Schneefälle wurden durch das Aufgleiten wärmerer Luft auf die kalte Bodenlustschicht ver- msacht; die Warmluft floß in der Höhe mit Süd-
1 finden aus dem Mittelmeer ab, wohin die Reste der letzten auf dem Kontinent verbliebenen atlan« tifien Störungen durch das Vorrücken der russischen Kallluft abgedrängt worden waren. Die Kaltluft floß allmählich über Skandinavien und die Nordsee südwestwärts ab und bildete eine, freilich schmale, Hllchdruckbrücke zwischen der russisch-sibirischen Win- terantizyklone und dem Azorenmaximum, so daß ein zusammenhängendes Hochdruckgebiet entstand, das sich um die Mitte der Woche vom Amurgebiet quer durch Sibirien, Rußland, Mittel- und Westeuropa auf den Alantischen Ozean erstreckte, dort allerdings nicht weit nach Westen reichte, sondern sich längs der afrikanischen Westküste in der Rich- tung nach dem Äequator verlief. Westlich davon lieht aus den Tropen maritime Warmluft norb« Bärs ab und bildet im Raum zwischen Grönland
Jahren die Frage beantworten zu lassen: „Wie wünsche ich meinen Lehrer?" Bis jetzt liegen ihm
., 2000 Aufsätze verschiedenster Herkunft vor, aus I Volksschulen, höheren Schuler der verschiedensten
6» und Island in Wechselwirkung mit der arktischen
Kallluft Sturmwirbel, die bisher auf der Nordseite hip der 1 .nggeftreeften Hochdruckgürtels ungehindert nach dem Eismeer abwandern konnten, ohne den
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Bestand der kontinentalen Kaltlustmasse nennens- hert anzugreifen. Nur im Norden Skandinaviens Mit die vorbeifließende maritime Warmluft den Brost neuerdings etwas gemildert; im skandinavischen Gebirge herrschen aber immer noch Temperaturen bis zu 30 Grad unter Null, und fast ebenso
kalt ist es im Innern und Westen Rußlands. Die von dort mit östlichen Winden abfließende Kaltluft ho' vor allem Ostpreußen und den Randstaaten sehr niedrige Temperaturen gebracht; Memel Ratte Donnerstag früh 19, Danzig 11 Grad Kälte.
Neuerdings hat aber über den Britischen Inseln «Hund dem Westen Frankreichs Druckfall eingesetzt, mgttnb es bleibt abzuwarten, ob dieser sich weiter in den Kontinent hinein fortsetzt, wo der Luftdruck bis» er zwar nicht sonderlich hoch, aber stabil ist. Jn- olgebeffen wird die Kälte in Mitteleuropa zunächst uf alle Fälle fortdauern; ihre Verschärfung hat ^svestlich der Weichsel die fast ununterbrochene Be- ölkung verhindert, die auch die leichten Schnee- mmer tnioh^r erneuert: Weitere und stärkere
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eicht, um den Angriff der atlantischen Warmluft f die kontinentale Kaltluftmasse unwirksam zu achen, das läßt sich im Augenblick noch nicht über« en. Daher ist es auch zurzeit nicht möglich, die
Stufen, Mittelschulen, Berufsschulen, sowie aus verschiedenen Gebieten, aus Ost- und Westpreußen, Schlesien, Hessen-Nassau, Bayern, Oldenburg, aus Städten und,oom flachen Land. Keilhacker, der das Ergebnis seiner Umfrage in einem höchst beachtenswerten Aufsatz in der „Zeitschrift für pädagogische Psychologie" beleuchtet, grenzt seinen Versuch — der nur einen Anfang darstellen soll! — dahin ab, daß es nicht darauf ankomme, die Urteile Jugendlicher möglichst schnell zu einem Gesamtbild zusammenzufassen und etwa am gegenwärtigen Lehrer Kritik zu üben. Es gilt nur, zu erkennen, wie es eigentlich in der Seele der Jugendlichen aussieht, und aus der Beantwortung dieser Fragen auf die Einflüsse des menschlichen Reifeprozesses, der bürger» lichen Herkunft, der Schulart, der Umgebung und anderer bestimmenden Faktoren zu schließen.
Das auffallendste Ergebnis, das ein Studium dieser 2000 Aufsätze vermittelt, ist dies: mit der seelischen Entwicklung des Heranwachsenden geht eine Wandlung in der Auffassung vom Jdealtyp des Lehrers Hând in Hand. Auf verschiedenen Altersstufen mit ihren verschiedenen inneren Notwendigkeiten werden verschiedene Lehrer verlangt. Die Unterschiede der Schulart, des Milieus und individueller Einflüsse treten im Ganzen stark zurück. Man kann ein Gesamtbild zeichnen, das ungefähr so aussieht: Die Frage: Lehrer oder Lehrerin spielt kaum eine Rolle. Nur die Schülerinnen der Ober«
Druckabnahme über dem Westen des Erdteils kann
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mperaturen sogar noch beträchtlich Hinabdrücken, isonders, wenn sich das Wetter aufklärt, was zu warten ist, sobald durch weiteren Druckfall im esten und Nordwesten Europas der Hochdruck» cken nach Süden wandert. Ob aber in diesem lle die abkühlende Wirkung der Schneedecke aus»
graphenmenschen"
Die Klagen über ungenügende Fachkenntnisse ind selten, dagegen bemängeln es ältere Schüler, venn höhere Allgemeinbildung und größeres Ver- tändnis für andere Interessengebiete, besonders in nodernen Fragen, fehlen „Der Lehrer muh ein großzügiger, vielseitiger Mensch sein, eine umfassende Verstandes- und Herzensbildung besitzen, nicht Fachgelehrter sein, sondern ein gewisses Uni« oersalwissen haben." Auf der Oberstufe ist man durchweg mit dem Fachwissen, weniger mit der All- gemeinbudung, am wenigsten mit den didaktischen Fähigkeiten zufrieden. Viel geäußert werden Wünsche nach Sport, großen Wanderungen, körperlicher Betätigung; dieses Verlangen ist allgemein, auch bei den Mädchen und auf den mittleren und unteren Stufen. Von den 23 Mädchen einer Bürgerschulklasse tn einer mitteldeutschen Stadt verlangen 17 ausdrücklich, daß der Lehrer, sollen sie mit ihm zufrieden sein, große schöne Wanderungen mit ihnen machen müsse. 'Er soll viel mit ihnen Bahn und Schiff fahren, sich im Gelände auskennen, alles mitmachen. Skifahren, rodeln, Schlittschuhlaufen. Dieses Verlangen äußern besonders die Zehn» und
stufe einer höheren Lehranstalt wünschen für Klassenleitung und Deutschunterricht Lehrerinnen, sonst ziehen sie teilweise Lehrer vor. Häufiger dagegen sind Aeußerungen über das Alter. Junge Lehrer und solche in mittleren Jahren werden entschieden bevorzugt. Nicht erwünscht ist der ganz junge, frischgebackene Lehrer, weniger wegen mangelnder Unterrichtserfahrung, als wegen seiner häufig festgestellten Unfähigkeit, Disziplin zu halten; die Jugendlichen der Oberstufe vermissen bei ihm noch das nötige Maß Lebenserfahrung. „Der Lehrer muß jung sein", so meint ein Oberprimaner, „nicht etwa 25, dann hat er noch nicht genug (Lebens-) Erfahrung, aber 30 bis 35 Er soll nicht älter als 45, höchstens 50 fein. dann besteht schon wieder die
Fünfzehnjährigen.
Kein Wunsch aber ist so häufig und wird mit solcher inneren Anteilnahme vorgetragen wie der nach einem gerechten Lehrer. Rund 70 Prozent aller Jugendlichen bezeichnen dies als das Wichtigste und setzen auseinander, wie verbitternd Ungerechtigkeit wirkt, die den Arbeitseifer des Einzelnen ebenso zerstöre wie den Klassengeist im
Erdteils kann @efa^r der Verknöcherung". Ordnung und Disziplin Weltanichauung und der eigenen Lebensgi icalllurr werden auf allen Altersstufen, von Mädchen und von Der Schwerpunkt liegt hier nicht mehr Ostwinde die Knaben verlangt. Die Jungen der Oberstufe lehnen Freundschaft selbst, sondern im praktischen
raussichtliche Dauer der Kälteperiode zu beftim« Ke rnen, die unter Umständen schon in einigen Tagen
Mihr Ende finden kann, wenn auch die Wahrschein. âMchkeit nicht gering ist, daß die winterliche Witte- Mnq sich noch die ganze kommende Woche hindurch
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(Nachdruck verbalen)
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die ^Schlacht am chettmavkt^
Dor der Großen Strafkammer mußte man gestern jene „Schlacht am Heumarkr" in zweiter Auflage über sich ergehen lassen, die unmittelbar vor der letzten Reichstagswahl im September v. I. die Gemüter in den beteiligten radikalen Lagern aufs heftigste erregte Es handelte sich dabei bekanntlich um die Tat eines betrunkenen Links- radikalen, der auf eigene Faust einen recht schmählich verlaufenen „UeberfaU" auf das Parteibüro der Nationalsozialisten in Szene setzte und zwei in
I Sie war jetzt in dem Gang vor ihrem Zimmer. Sicherlich würde sie ein paar Zeilen von Nicholas Draganov vorfinden, um sie auf die bevorstehende Abreise vorzubereiten. Allerdings hatte Prinzessin pOla in ähnlichen Fällen niemals Rücksicht auf sie genommen. Immerhin konnte man nicht von ihr Inarten, daß sie ohne vorherige Ankündigung in indeseile zur Abfahrt von Belcaire bereit fein sie. Angela fürchtete jedoch fast, daß dies tatsäch- i) die Absicht der Prinzessin war. Die Unter« dung würde also recht unangenehm werden!
Als sie die Tür zu ihrem Schlafzimmer öffnete, sand sie sich in einer Art Halbdunkel. Zu chrem snaßlosen Erstaunen hatte man die schweren Laden, bm außen angebracht waren, an beiden Fenstern geschlossen. c
Sie versuchte, eines davon zu öffnen, aber der Riegel gab nicht nach. In einem plötzlichen Gefühl Unruhe und der Angst stand sie einen Augen- bltd still. Da hörte sie, wie jemand im Nebenzimmer Nägel in Holz einschlug.
Auf einmal wußte sie, was das Klopfen zu bedeuten hatte'
.... Voller Entsetzen sah sie, daß in gewissen Abhanden große, starke Nägel in die Fensterrahmen e^geschlagen waren. Ebenso durch die äußeren grünen Fensterladen. . ,
„ Bestürzt schaute sie sich in dem verdunketten h°um um. Ihr Bett war noch ungemacht. Der âiesumschlag, der an die Prinzessin gerichtet war, ag nicht mehr da. Im übrigen war alles noch so, lassen'h tf3 bei Hrem Weggehen mit Katty ver- ^„.^chreckensbilder und schaurige Gedanken jagten tJ# Angelas erregtes, verängstigtes Gemüt. Sie sich vor, daß Nicholas Draganov und fe ne iJmt die Villa wahrscheinlich schon verlassen und daß nur noch das Verbrecherpaar Jean ^Clarisse da wären. Wahrscheinlich hatte man
zweifellos erst dann bekam, wenn Clarisse und Jean es für angebracht hielten.
Wieder ging sie an das verschlossene und zugenagelte Fenster. Das entfernte Geräusch des auf der Strandstraße auf- und abwogenden Verkehrs beruhigte sie etwas.
Ob es nicht das beste war, wenn sie sich in ihrem Schlafzimmer einschloß und wartete, bis Jim Chichester sie zum Lunch abholte und die laute Glocke ziehen würde, die an den verschlossenen Toren hing? Er mußte sehr bald kommen. Und wenn dann Clarisse an die Haustür ging, würde sie rasch herunterlaufen.
Zu ihrem Entsetzen entdeckte sie, daß der Schttissel an ihrer Tür fehlte!
Nach ein paar Minuten, die ihr wie eine Ewigkeit erschienen, hörte das Klopfen im Nebenzimmer auf. Ein Männerschritt kam den Gang herauf. Mit einer wahren Erleichterung hörte sie vor chrer Tür Prinz Draganovs Stimme: „Mrs. Graham, sind Sie da?" _
„Ja — ja, ich bin hrer und warte schon auf Sie!"
Sie riß die Tür auf und trat auf den Gang hinaus. , , „ ... .
Für einen Augenblick fah sie gar nichts, denn das Licht war nicht eingeschaltet.
„Wo sind Sie? flüsterte Angela.
Är lind nach erkannte sie feine große Gestalt.
„Ich muß Ihnen etwas sagen/ flüsterte sie, „etwas, das Sie und die Prinzessin sofort wissen müssen, denn ich nehme an, daß Sie Belcaire heute verlassen?"
Anstatt ihr in seinem gewohnten höflichen und fast weichen Ton zu antworten, sagte er barsch: „Sind Sie heute früh ausgegangen, Mrs.
^S jiemlf früh. Ich bin eben erst zurückge-
Hart und befehlshaberisch fragte er weiter: .Haben Sie irgend jemand unterwegs getroffen?
„Lord Cherwell, einen meiner Freunde, den Sie damals in Major Chichesters Wohnung c-
Wohnung
ge
ihnen i"e °° wären. Wahrscheinlich baue m »«hi einen Brief für sie übergeben, den sie aber erzählt?
sehen haben."
„So, also Lord Cherwell?"
Trotz seines zweifelnden Tones erleichtert zu sein. „Haben Sie ihm lebnissen in Monte Carlo und den
schien er von Ihren
doch Er-
anderen Orten
ahnen Ließ. In seiner Begleitung befanden sich im weiteren Verlauf des Abends zwei Angehörige der „Anttfa", die den unverzeihlichen Fehler begingen, den Betrunkenen in Richtung Heumarkt zu begleiten, anstatt für seinen schleunigsten Heimtransport zu sorgen. Gewisse Provokationen, die sich der Haupttuser im Streite im Lause des Abends im Lerkehrslokal der S.-A. und, anschließend auf der Straße gegenüber seinen politischen Gegnern hatte zuschulden kommen lassen, hätte die beiden Mitan geklagten erst recht dazu bestimmen müssen. Leider war dies nicht der Fall und das dicke Ende ließ denn auch nicht lange auf sich warten. Auf dein Wege zum Heumarkt riß der Betrunkene plötzlich einen Kanaldeckel los, steuerte damit quer über den Heumarkt und begann mit dem Deckel auf dem Rolladen des Parteibüros herumzutrommeln. Einige von der S.-A. zur Wache ausgestellten Leute ver- üchten den Gegner vergeblich wegzudrängen, der dabei einem Wachtposten den Stock entriß und damit auf die Posten losschlug, die schleunigst ins Büro retierierten und Hilfe herbeiholten. Im Augenblick war angesichts einer wachsenden Menschenmenge der schönste Krawall fertig und die solennste Kellerei im Gange. Der bereits auf dem Rückzug befindliche Betrunkene fuchtelte dabei auch mit einem Messer herum und verletzte einige Gegner, ehe er mit einem SchaUerbaum zu Boden geschlagen und anschließend noch mit Fußtritten bearbeitet wurde. Im Augenblick der höchsten Gefahr für den Angreifer eilten auch seine beiden Gefährten herbei, um ihn aus her bedrohlichen Lage zu befreien und nach ihren eigenen, kaum widerlegten Angaben schlichtend einzugreifen. Ohne Kompli- kattonen auf beiden Seiten ging das natürlich nicht ab und schon drohten wertere „Einzelgefechte" zu entstehen, als einige Schreckschüsse eines Nationalsozialisten das Signal zum fluchtartigen Rückzug der nächtlichen Kämpfer gaben. Der ganze nächtliche Vorgang mit seinen bedauerlichen Begleiterscheinungen, der im Grunde genommen lediglich auf das sinnlose Verhalten eines Betrunkenen zurück zu führen war, bildete den Gegenstand eines Landfriedensbruchprozesses mit dem sich das hiesige Schöffengericht am 25. November zu befchät gen hatte. Der
Der ganze nächtliche
Hauptübelläter wurde damals zu 9 Monaten Ge fängnis und 10 Mark Geldstrafe, seine beiden Komplizen zu je 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Während ersterer die Strafe annahm, legten die beiden Mitangeklagten Berufung ein, mit dem sich gestern 'in bald siebenstündiger Verhandlung die Große Strafkammer zu besassen hatte. Im Gegen-
Ganzen.
Ist dies das Allgemeine, was sich aus der Rundfrage ergibt, so sind doch auch gewisse Unterschiede zwischen den einzelnen Altersstufen sestzustellen. Die Kinderstufen wünschen z. B. nicht allzuviel Hausaufgaben, einen interessanten Unterricht, sie erwarten vom Lehrer, daß er ihnen alles gut erkläre und mit ihnen wandere. Beim Spiel soll er mitmachen, nicht mürrisch beiseite stehen, sondern sich am Spiel freuen. Auf der Mittelstufe treten neue Wünsche hinzu. Es wird Wert auf ein persönliches seelisches Vertrauen gelegt. Die Erziehungsfragen drängen die rein unterrichtlichen zurück. „Der Lehrer muß ein Vorbild fein", „uns zum Guten anhalten", „uns zu guten Menschen erziehen". Es wird von ihm erwartet, daß er sich in die Herzen der, Schüler hineinversetze. Noch stärker betont die Oberstufe das persönliche Verhältnis. Sie wünscht vom Lehrer Fähigkeit zur Freundschaft, zum persönlichen Verständnis. Dazu wird gerade das Kriterium feiner Eignung erblickt. Ein Versagen auf diesem Gebiet . _
kann auch durch die glänzendste Bildung und didak- . .. Paten für 8. Februar. 1587: Maria Stuart, tische Begabung nicht ausgeglichen werden. Eine Komgm von Schottland hmgerichtet; 1828: Der frgn- große Rolle spielen in diesem Alter die Fragen der I A'sche Schriftsteller Jules Derne geb ; 1871: Der Weltanichauung und der eigenen, LLbensgestastung. " A” "”' “ ”””
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satz zu dem Oberstaatsanwalt, der an der Anklage auf Landfriedensbruch festhielt und Verwerfung der Berufung beantragte, hob das Gericht das Urteil der ersten Instanz insoweit auf, als es gegen beide Angeklagte lediglich wegen gemeinschaftlicher schwerer Körperverletzung nach der Devise „Mètge- gangen, mitgehangen" auf je 3 Monate Gefängnis erkannte. Die Voraussetzungen des Landfriedens- bruches sah das Gericht nach dem Gange der Be- weisaiufnahme als nicht erfüllt an, da es sich um keine öffentliche Zusammenrottung zur Vorbereitung und Ausführung gemeinschaftlicher Gewalttätigkeiten gehandelt hatte.
Freundschaft selbst, sondern im praktischen Leben.
seiner Begleitung befindliche Gefährten durch sein unvernünftiges Borgehen mit ins Verderben riß. Es war in der Nacht vom 13. September zwischen 12.30 und 1 Uhr als es vor dem Parteibüro zu der fraglichen „Schlacht" kam, in deren Verlauf der Angreifer recht kräftig den kürzeren zog, alber auch auf der Gegenseite einige Verletzte auf der Strecke blieben. Der von jeher in der Trunkenheit zu Gewalttätigkeiten neigende Hauptübeltäter, ein 33jähriger, vielfach vorbestrafter Erwerbsloser, hatte wieder einmal stattliche Mengen von Alkohol hinter die Binde gegossen und war dadurch allmählich in einen Zustand geraten, der schlimme Dinge
„Nein. Monte Carlo wurde gar nicht erwähnt. Wir hatten über so viele Menschen und Dinge zu sprechen, daß —"
„Bitte, nicht so laut! Ich möchte nicht, daß Lola uns hört. Kommen Sie hier hinein!"
Sein Ton duldete keinen Widerspruch. Er stieß die Tür zum Nebenzimmer auf.
Der Raum war anscheinend unbewohnt. In dem matten, unsicheren Licht, das durch die geflossenen Läden drang sahen sich die beiden Mensch-m an.
Angela konnte sich jetzt sein seltsames Wesen erklären, denn sie stellte mit Besorgnis fest, daß er entsetzlich elend und bleich war.
„Sie sehen noch sehr krank aus! Warum sind Sie nicht in Monaco geblieben?" rief sie aus.
Ohne auf ihre Worte zu achten, fragte er plötzlich: „Was hat dies hier zu bedeuten, Mrs. Graham?" Er trat näher an sie heran und hielt ihr ein Stück mattblaues Papier entgegen.
Sie griff danach und überflog es. Es war teils bedruckt, teils beschrieben. Oben über stand „Mitteilung des Polizeikommissars zu Belcaire". In dem Schreiben selbst wurde „Madame Angela Graham" zu einer Befragung auf 10 Uhr des fob genden Tages vorgeladen.
Ehe sie sich noch dazu äußern konnte, sagte der Prinz rauh: „Was haben Sie Major Chichester und dem Herrn, der Sie gestern abend nach Haus gefahren hat, erzählt? Glauben Sie mir, es ist in Ihrem eigenen Interesse, wenn Sie mir die volle Wahrheit sagen, ganz gleich, was wir dann später Lola angeben."
„Nichts, gar nichts habe ich gesagt! Es gab ja nichts weiter zu erzählen!" stammelte sie. „Erst als ich in der Villa angelangt war, hat sich etwas ereignet!" .
Der Ausdruck in seinem fast weißen Gesicht sagte ihr, daß er ihr nicht glaubte. Das kränkte sie ebenso sehr, wie sie sich durch die Beschuldigung verletzt fühlte. „
Sie fuhr hastig fort: „Major Chichester wird in wenigen Minuten hier sein. Er holt mich zum Lunch ab. Dann können Sie ihn selbst fragen, ob ich auch nur ein Wort gesagt habe, das Sie oder Prinzessin Lola mißbilligen könnten!" .
Sehr langsam und mit voller Betonung jedes Wortes sagte der Prinz: „Major Chichester wird heute vormittag nicht hierher kommen. Ich betrachte diese Vorladung des Polizeikommissars als eine so wichtige und ernsthafte Angelegenheit, so
Mater Moritz von Schwind gest.; 1909: Der Hoj- prediger und Sozialpolitiker Adolf Stöcker gest. 9. Februar: 1789: Franz Taner (Babelsberger, der
Begründer der deutschen Stenographie geb.; 1834: Der Dichter Felix Dahn geb.
* Das Hahnenkamm- und Duchberghaus ist nur noch Sonntags geöffnet
Üblen Mundgeruch beseitigt man wie folgt: Drücken Sie einen Strang Thlorodont-Zahnpaste auf Die trodene Chlorodon!-Zahnbürste (Spezialbürste mit gezahntem BorsienschniN), bürsten Sie Ihr Kebih nun nach allen Seiten, auch von unten nach oben, lauchen Sie erst jeM die Bürst« in Wasser und spülen Sie mit Chlorodonl- Mundwasser unter Gurgeln gründlich nach. Der (Erfolg wirb Sie überraschen! Der mihsarbene Zahnbelag ist verschwunden und ein herrliches Gesühl der Frische bleibt zurück Versuchen Sie es zunächst mit einer Tube Chlorodonl Zahnpaste zu 54 Ps. Verlangen Sie aber echt Chlorodonl und weisen Sie jeden Ersatz dafür zurück.
wohl für mich als auch für Lola, daß ich mir die Freiheit genommen habe, Major Chichester telephonisch in seinem Hotel davon benachrichtigen zu lassen, daß Sie unerwartet einen Freund getroffen hätten und heute außerhalb Belcaire sein würden."
Sie wandte sich ab. Aerger und Bestürzung ließen sie verstummen.
Gott sei Dank, daß sie sich entschloßen hatte, ihre Stellung bei diesen eigenartigen und stets unberechenbaren Menschen sofort zu'verlassen!
„Wir haben nur noch kurze Zeit, um verfchie- denes miteinander zu besprechen. Wollen Sie, bitte, mit mir kommen?"
Er drängte sie aus dem Zimmer heraus und ging voran. „Schnell! Schnell!" rief er ihr zu. „Diesen Weg, bitte!"
„Dieser Weg" war derselbe, den Katty sie heute früh geführt hatte, nämlich die Wendeltreppe herunter bis zu dem einsamen kleinen Anbau an der äußersten Rückseite des Hauses.
Mit Furcht und Unbehagen folgte Angela der großen Gestalt des Prinzen bis in den Billardraum. „Bitte, warten Sie einen Augenblick hier. Ich bin sofort zurück," sagte er in freundlicherem Ton, ohne sie jedoch anzusehen.
Ruhelos wanderte Angela auf und ab. Welcher Art würde die bevorstehende Unterredung sein und was konnte dabei geschehen? Sie empfand eine unbestimmte Furcht, als sie sich unter bitteren Selbstvorwürfen an Kattys Warnungen erinnerte.
Was konnte sie unbewußt gesagt haben, das Nicholas Draganov in einen derartigen Zorn versetzte und ihn so erregte! Sein Benehmen und sein Aussehen hatten ihr gewisse Momente der gemeinsamen Autofahrt durch Frankreich zurückgerufen, jene Augenblicke, wo er in Todesangst vor den Fanatikern geschwebt hatte, denen kein Preis für seinen Kopf zu hoch war. Fürchtete er sie von neuem? Oder glaubte er, daß Jim Chichester in irgend einer Weise mit seinen Feinden verbündet war? Lächerlicher Gedanke!
Der Aufforderung des Polizeikommissars van Belcaire würde sie keinesfalls Folge leisten. Sie war jetzt fest entschlossen, die Stadt noch heute und zwar sofort zu verlassen — wenn auch nicht unbedingt mit Cherwell im Flugzeug, obgleich, der Gedanke an die Möglichkeit dazu ihr Herz schneller schlagen ließ.
^Fortsetzung folgt)