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Mittwoch den 4. Februar 1931

Nr. »

Au» Seaukkukt a. M

100 Prozent Zuschlag zur Frankfurter Bürgersteuer.

: Ueber die Höhe des Zuschlages zur Bürgersteuer (den der Magistrat mit 80 Prozent in Aussicht ge­nommen hat) wird der Magistrat in seiner nächsten Sitzung endgültig beschließen. Da nach den Bestim­mungen der Notverordnung zur Zeit nur durch 50 teilbare Zuschläge zu den 'Sätzen der Bürgersteuer erhoben werden dürfen, wird der Magistrat voraus­sichtlich die Festsetzung des Zuschlags zur Bürgersteuer auf 100 Prozent bei den Stadtverordneten be­antragen müssen.

Zuwelendiebstahl auf der Kaiserstraße. — Der Täter verhaftet

: Am Dienstag nachmittag wurde in dem Ju­weliergeschäft von Fr. Lang auf der Kaiserstraßc ein dreister Juwelendiebstahl ausgeführt. Der Täter konnte kurz nach Ausführung des Diebstahls ver­haftet werden. Der Juwelendieb, ein Tscheche, namens Oboril hatte sich ein Tablett mit Brillant- unb Perlenringen vorlegen lassen. Besonderen Ge­fallen fand er" an einem wertvollen Goldring mit erbsengroßer Perle. Schließlich äußerte er, er wolle sich den Kauf noch überlegen und morgen wieder­kommen. Das schnelle Verschwinden machte den Ge- fchäfsführcr stutzig. Er stellte fest, daß anstelle des wertvollen Ringes sich eine minderwertige Imita­tion auf dem Tablett befand, die dem vertauschten Ring ähnelte. Er setzte dem Verbrecher nach und faßte ihn beim Cafö Rumpelmayer ab, worauf er ihn in seinen Laden mitnahm. Das herbeigerufene Ueberfallkommando nahm den Tschechen fest, ebenso seine Frau, die sich durch ihr aufgeregtes Wesen un­ter der angesammelten Menschenmenge auffällig gemacht hatte.

Der höchster Pfandhaus-Prozeß.

18 Monate Zuchthaus für Dillmann beantragt.

: Der sechste Verhandlungstag brachte zunächst die Gutachten der Sachverständigen. Dann folgte das Plädoyer des Vertreters der Staatsanwâlt- ichaft, Assessor Dr. Reiners, der darin zum Schlüsse kam, der Angeklagte müsse gewußt oder gemerkt haben, daß ein Teil der von ihm beliehenen Pfän­der auf unreelle Art erworben war. Das Delikt der gewerbsmäßigen Hehlerei werde von der An­klage in 20 Punkten^ für voll erwiesen gehalten. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte gegen den Hauptangeklagten eine Zuchthausstrafe mxi 18 Monaten und 3 Jahre Ehrverlust. Wegen Fluchtverdachts und Verdunkelungsgefahr beantragte er die erneute Verhaftung. Für den Mitangeklag­ten Bub und den Sohn Dillmanns forderte er

Straße lag, war sinnlos betrunken. Es hatte einen Maskenball im Frankurt besucht und hatte des Guten zu viel getan. Es fanden sich auch bald „Kava­liere", die das 18jährige Mädchen in einem Kraft­wagen nach Offenbach brachten. Unterwegs entklei­deten sie das Mädchen und warfen es nackt auf die Straße. Die Rohlinge verdienten eine exemplarische Strafe.

Die Totschlagsaffäre aus der Riddastraße

: -Der Strafprozeß, mit dem sich gegenwärtig das Schwurgericht zu befassen hat, kommt nur mühsam voran. Am Dienstag war die Vernehmung von gut einem Dutzend Zeugen am Vormittag ge­plant, aber man kam über"die Vernehmung von drei Zeugen nicht hinaus. Ueber die Tatvorgänge äußerte sich der 24jährige Mechaniker Karl Schnei­der, der sich in der „Krawallschachtel" befand und mit anderen Gästen dort fortging, ohne zu wissen, daß man sich in eine Wirtschaft begab, in der Na­zis verkehrten. Der Zeuge sah, wie Seipel mit einem Bierglas auf Breitenbach einschlug, und zwar geschah das so wuchtig, daß das Glas zer­brach. Der Angeklagte Seipel, der durch diese Aus­sage erstmalig stark belastet wird, behauptet dem­gegenüber, daß Schneider ihn nur aus rachsüchtigen Moitven als Täter bezeichne. Der Zeuge Schnei­der verneint, daß ihn irgendwelche rachsüchtige Gründe bewogen hätten, den Angeklagten zu be­lasten. Es kommt dann die Sprache auf die Mög­lichkeit einer Verwechslung Seipels mit Kirchstein durch Schneider. Der Vertreter des Nebenklägers ist der Ansicht, daß eine solche Verwechslung vor­liegen könne, und es wurden beide Angeklagte nebeneinander gestellt. Das Gericht lehnte bei Sitzungsschbuß die Haftentlassung Seipels, sowie den Antrag auf Verhaftung der übrigen drei An­geklagten âb.

Linie das sehr stark fahrende Fübrerpaar Schön- Pijnenburg sorgte. Dabei ging es nicht ohne Stürze ab, von denen besonders auch Goebel und Rausch betroffen wurden. Ein Massensturz, den Kroll durch Anfahren Rauschs verursachte, führte schließlich zur Neutralisation des Rennens. Um Mitternacht tagen wieder Schön-Pijnenburg, Dinale-Goebel und Rieger-van Kempen mit je einer Runde Abstand vor den Helden der vierten Nacht Rausch-Hürtgen und Kroll-Miethe in Führung, die jetzt drei Runden zurückliegen. 5 Runden zurück folgen Louet-Mouton und Rielens-van Buggenhout vor Tonani-Negrini mit 6 Runden, Gilgen-Bühler mit 9 Runden und Oszmella-Schorn mit 12 Runden Rückstand.

Erde", Vortrag. 19.45 SWF. In einem ob« Bauernhaus. 20.15: SWF. „Halali", Ein bi Jagd-Abend. 21.15 SF. Orchesterkonzert. 2 SWF: IV. Frankfurter Sechstagerennen, Svre W. W. Knoeckel.

wegen Beihilfe 8 bzw. 6 Monate Gefängnis. Liane Dillmann fei mangels Beweises freizusprechen. Die Verteidigung beantragte Freisprechung sämtlicher Angeklagten. In seinem Schlußwort beteuerte

mann mit erregter Stimme seine Unschuld. Urteilsverkündung wunde auf Mittwoch 13 festgesetzt.

Rohe Tak nach einem Maskenball

Dill- Die Uhr

; Am Sonntag vormittag wurde die Offenbacher Polizei alarmiert, weil man in einem Straßengraben der Uferstraße, die Frankfurt mit Offenbach verbin­det, eine vollkommen nackte weibliche Leiche gefunden haben wollte. Die Polizei stellte jedoch alsbald fest, daß e« W uW et^ Md

Mädchen, das in der kalten Winternacht nackt auf der

Kvankfnvtev Sechstagerennen

Die Nacht zum Dienstag war die große Sen­sation des Rennens, die unerhörte Veränderungen im Felde brachte, ohne daß freilich das starke Paar Schön-Pijnenburg von der Spitze verdrängt werden konnte. Bis um Mitternacht gab es eine einzige wilde Jagd mit ständigen Ueberrundungen. Erst dann flaute langsam das Tempo ab. Bis 6 Uhr früh gab es keine Veränderungen mehr im Feld. Lediglich das 18 Runden zurückliegende Paar Schäfer-Damm wurde aus dem Rennen genommen. Ain gestrigen Nachmittag war gleichfalls noch Ruhe vor dem Sturm. Nach 89 Stunden waren insgesamt 1879,790 Kilometer zurückgelgt. Auch der Abend brachte vor­erst noch keine aufregende Jagden, die erst beim letzten Spurt entfesselt wurden. Das Lieblingspaar des Publikums Rausch-Hürtgen verlor dabei u. a. eine Runde, während Rieger-van Kempen zwei Ver­lustrunden aufholen konnten. Auch die beiden Aus­landspaare Rielens-van Buggenhout und Louet- Mouton machten eine Verlustrunde gut, so daß das Feld um 11 Uhr nachts folgendes Aussehen hatte: Die Spitze: 1. Schön-Pijnenburg 225 Punkte. — Eine Runde zurück: 2. Dinale-Göbel 170 Punkte; 3. Rieger-van Kempen 155 Punkte; 4. Kroll-Miethe 34 Punkte. — Zwei Runden zurück: 5. Rausch- Hürtgen 95 Punkte. — Drei Runden zurück: 6. Riekens- van Buggenhout 84 Punkte; 7. Louet- Mouton 79 Punkte. — Vier Runden zurück: 8. Tonani-Negrini 44 Punkte. — Acht Runden zurück:

von döv Enobühne.

Modernes Theater „hallelujah". Es hat bisher nicht viele Tonfilme gegeben, die über das Niveau der Unterhaltungsstücke hinausgekommen sind, man mußte noch einmal alle Kinderkrankheiten, die der stumme Film schon hinter sich hatte durchwachen. Schon gibt es Leute die dem Tonfilm jede Berech­tigung sich mit Kunst zu identifizieren, absprechen. King Bibers Film „Hallelujah", der nur wenige Tage hier läuft, belehrt sie eines besseren. Hser ist ein Tonfilm entstanden, der sich abkehrt vom Unterhaltungsbedürfnis. Agierende sind auch keine Schauspieler mit klingendem Namen sondern Neger aus den Baumwollslanzungen. Wir sehen sie ihrer schweren Arbeit nachgehen, beobachten sie in ihrer Lebensweise und erleben es mit wie einer von ihnen einem Spieler in die Hände fällt und den Tod seines Bruders verursacht. Er sühnt seine Schuld indem er Wanderprediger wird. Ein tiefer Einblick in das Seelenleben dieser primitiven Menschen zeigt sich uns, ihre kindliche Freude, ihre Religiosität die sich zu Ekstasen steigert und ihr ein­faches tiefes Rechtsempfinden. Die Handlung geht weiter, der Held verfällt erneut der Frau, die, ihn zuerst dem Spieler in die Hände getrieben und als er sie bei einer Untreue erwischt, schießt er sie nie­der und verfolgt seinen Nebenbuhler durch die Sümpfe. Diese Verfolgung schnürt einem den Atem ab so gesteigert ist hier die Ausdruckskraft des Hauptdarstellers. Der Film mutet anfangs fremb an durch das ganz veränderte Milieu, aber bald erkennt man rückhaltlos an, daß hier ein Kunstwerk geschaffen wurde. Wir erleben hier eine neue Welt. Die Sprache kann da natürlich nicht mehr dazu dienen uns die Ansicht der «pieler ver­ständlich zu machen, sie ist wie die Musik und die Gesänge nur der Träger des Rhythmus. Im Bei­programm läuft neben der interessanten Wochen­schau der Film „Glühwürmchen", eine Verwandte der Mickymaus, die freudig begrüßt wird.

Nevâe. VeviEMlunse«

Werkmeister-Bezirksverein Hanau. Heute S wach, 8.30 Uhr: Vorstandssitzung im Kolleg Gewerkschaftshauses. Samstag, 7. d. M., ab 8% Uhr, Monasversammlung im Bereinsl Vortrag des Koll. Feih von der Geschäftsstelle 1 Die Versammlung beginnt pünktlich.

F. C. Viktoria 1930. Am 7. Februar half F. C. Viktoria 1930 seinen ersten Maskenboi sämtlichen Lokalitäten des Parkrestaurants Siehe heutiges Inserat.

Odenwald-Klub. Donnerstag, 5. Februar, ab 9 Uhr, Hotel Linidenhof: Monatsversammlung.

Deulschnalionale Krankenkasse, Verwaltungs Hanau. Die Jahreshauptversammlung der waltungsstelle findet Donnerstag den 5. Feb, abends 8% Uhr, im Ortsgruppenheim, Langst statt. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnun es Pflicht eines jeden Mitgliedes, die Verfamm zu besuchen.

Turngemeinde (Gesangsabteilung). Heute a zur gewohnten Stunde Gesangsprobe. Am T tag, den 21. Februar, findet unsere diesjäi Hauptversammlung statt, zu der die aktiven ganz besonders auch die passiven Mitglieder Abteilung hierdurch eingeladen werden. Mit ’ sicht auf die Wichtigkeit der Tagesordnung, di, der Vereinstafel ausgehängt ist, wird zahlt Teilnahme erwartet.

Rttndfunk-Pv-svamm

Mittwoch, 4. Februar 1931

6.15: SF. Wettermeldung. Anschließend: Mor­gengymnastik. 7.15—8.15: SWF. (Roxy-Palast): Frühkonzert auf der Kino-Orgel. 10.20: SWF. Schulfunk — „Deutsche Kinder in der Tschechoslo­wakei", Vortrag. 12: SWF. Sinfonie-Konzert. 14: Werbekonzert. 15.20: SWF. Stunde der Jugend. 16.30: SWF. (Bremerhaven): Bordkon­zert. 17.30: SWF. Neue Tanzmusik. 18.15: SWF. „Im Reiche Batas, des tschechischen Schuh-Fords",

nden Vortrag. 18.45: SF. (Mannheim): „Mannheim,

den rissen auch späterhin nicht ab, wofür in erster

19.15: SF. „Im Kampf um die höchsten Gipfel dèr

AmtKKe VeSauntmaOtt«««

Bekanntmachung

Der Plan nebst den erforderlichen Unterlagen läuterungsbericht nebst Karten, Kostenanschlag i betreffend den Ausbau des Krebsbaches und Wässerung der Talwiesen in den Gemarku Rüdigheim, Oberissigheim, Niederissigheim Bruchköbel, liegt gemäß §§ 165 und 166 des Pi Wassergesetzes vom 7. 4. 1913 (G. S. S. 53) in Zeit vom 6, bis einschl. 21. ds. Mts., während Bürostunden auf dem Bürgermeisteramt in £ issigheim zu jedermanns Einsicht offen. Ein Au aus dem Entwurf nebst Uebersichtskarte liegt i rend der vorgenannten Frist auf den Bürgermei ämtern in Rüdigheim, Niederissigheim und Bi köbcl, während den Bürostunden" ebenfalls aut

Widersprüche gegen den Ausbau pp. des Pl und Ansprüche auf Herstellung und Unterhaltung Einrichtungen oder auf Entschädigung sönnet zum 7. März ds. Js. einschl. beim 'Bürgermeister Oberissigheim schriftlich oder mündlich zu Prot erhoben werden.

Diejenigen, die innerhalb der vorbezeich« Frist (7. 3' 31) keinen Widerspruch usw. gegen Ausbau erheben, verlieren ihr Widerspruchsrecht können nach Feststellung des Planes nur nochH § 172 des Wajsergesetzes bezeichneten Ansprüche tend machen. :WM^ . jg

Der Landrat: Kaiser.

Fußball-Club „Viktoria 1930

Am Samstag den 7. Februar 1931

Großer Maskenball in sämtlichen Lokalitäten des Park-Restaurant, Lamboystraße Saalöffnung 7.11 Ende 5 Uhr Anfang 7.59 Eintrittspreis: Herrenkarte 1.00 RM ( einschließlich Sleuer pamenkane v.ov (

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Hanau, 5. Februar 1931.

Die Beerdigung findet statt am 6. Februar vorm. um 11 Uhr.

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