Einzelbild herunterladen
 

Sette 4

Schulseldstrtnduns

2m Kampfe gegen eine bitterste Folge der Erwerbslosigkeit

Im Kampfe gegen eine bitterste Folge der Er­werbslosigkeit ist eine erfreuliche Hilfe durch eine Entschließung Des preußischen Kultusministers zu verzeichnen: er hat angeordnet, daß im Falle der Erwerbslosigkeit die Eltern von Schülern staatlicher Schulen das Schulgeld für die Dauer der Erwerbs­losigkeit gestundet erhalten. Wenn die Erwerbs­losigkeit beendet ist, spätestens aber am Schlüsse des Rechnungsjahres sollen die Beträge dann niederge­schlagen werden. Es ist anzunehmen, daß die anderen Länder des Reiches und daß die Städte für ihre Schulen Gleiches bestimmen werden — die Stadt Berlin ist bereits mit einer ähnlichen Verfü­gung vorangegangen.

Man braucht, so schreibt der Nachrichtendienst der Vela, dazu nur den Wunsch zu äußern, daß diese Bestimmungen recht weitherzig u. recht wenig büro­kratisch angewandt werden —denn in vielen Fällen wird die Entlassung beispielsweise eines Angestellten aus seiner bisherigen Stelle, selbst für den Fall, daß er — ein Wunder! — bald „etwas Neues" findet, für ihn gleich bedeutend fein mit einer erheblichen Schmälerung feiner bisherigen Lebenshaltung. Er wird, um seinen Jungen und sein Mädel etwas Gu­tes werden zu lassen, gern schwerste Opfer bringen, — würde doch ein Verzicht auf eine gute Sl^bilbung seiner Kinder auf einer höheren Lehranstalt für ihn bedeuten, daß er rettungslos abgesunken wäre. Wenn ihm bei seinem Streben, sich durch die Not der Zeit nicht unterkriegen zu lassen, der Staat und die Allgemeinheit in einer Weise beispringen, wie das Berliner Kultusministerium es will, dann ist das geeignet, in manche verzagende Elternherzen einen kleinen Lichtblick zu senden. Das Schlimmste, was für viele Männer und Frauen, insbesondere für Leute in etwas gehobenen Stellungen, dabei aber auch für alle Angestellten usw. der Begriff der Stel­lungslosigkeit in sich schließt, ist, abgesehen von der qualvollen Untätigkeit, das Gefühl des Absinkens in eine Schicht minderer Bildung und minderer geisti­ger Lebenshaltung. Uebrigens fetzen sich die Schü­ler unserer höheren Lehranstalten bekanntlich zu einem großen Teile aus Kindern von wenig oder gar nicht Bemittelten, auch von Arbeitern usw. zu­sammen, so daß der Erlaß des preußischen Kultus­ministers als im besten Sinne sozial angesprochen werden kann.

Sie Aeuveseluns der AauszinSsteuevhtzpotheken

Aufstellung der Richtlinien in Preußen

Zwischen dem preußischen Ministerium für Lolkswohlfahrt und den beteiligten Stellen finden gegenwärtig eingehende Verhandlungen über die in diesem Jahre geltenden Richtlinien für die Ver­wendung des für die Neubautätigkeit bestimmten Anteils am Hauszinssteuebaufkommen statt. Der Reichsoerband Deutscher Baugenossenschaften,. der über 500 Bauvereinigungen mit einem Gesamtbe­triebskapital von mehr als 600. Millionen umfaßt, formuliert seine Mindestforderungen für die dies-

:zur Verfügung stehenden Hauszinssteueranteils der Länder in diesem Jahr die Neubautätigkeit durch zu strenge Sparmaßnahmen nicht unterbunden werden darf. Dies würde dann zutrefsen, wenn die auch in den Vorjahren üblichen Zinszuschüsse nur, wie geplant ist, für sogenannte Kleinstwoh­nungen hergegeben würden, d. h. wenn also nur Wohnungen einer Größe von 32 bis 48 Quadrat­meter in den Genuß dieser b'lljgen Hypotheken kä­men. Dadurch würde besonders gegenüber den kinderreichen Familien eine Wohnungspolitik ge­trieben, die sich auf bie. Dauer als unhaltbar er­weisen dürfte. Der Reichsverband wendet sich fer­ner gegen die zu kurz befristete Gewährung von Zinszuschüssen. Er weist darauf hin, daß eine Fi­nanzierung des Wohnungsbaues mit Zinszuschüssen nur dann eine wirkliche Hilfe bedeutet, wenn die Zuschüsse rechtsverbindlich zugesagt werden für die

Dev EvomweU dev ensUschen Lttevatuv

Zum 50. Todestag von Thomas Carlyle am

" 5. Februar

Von Dr. Heinrich Taschner

o Der schottische Prophet und Volksprediger, der als Sozialethiker und Geschichtsschreiber auf die geistige Entwicklung Englands einen ungeheuren, noch heute wirkenden Einfluß ausübte, hat sich nie. als Verfasser von Büchern gefühlt, die der Be­lehrung und Unterhaltung dienen wollen, sondern als Träger der Mission eines Purtianertums, das „mit dem Schwerte des Herrn und Gideon" alle Amaletiker der Heuchelei, der Falschheit und Ein­bildung erbarmungslos niedermäht. Er ist der eifernde Mahner und Erzieher, der rechthaberisch und gewalttätig sein Wort von dem, was not tut, zu wiederholen nicht müde wird, weil er weiß, daß man eine Wahrheit hundertmal sagen muß, bis ein Einziger an sie glaubt. Uns Deutschen steht dieser querköpfige schottische Puritaner besonders um der Verdienste willen nahe, die er sich um die Verbreitung der deutschen Literatur in England erworbèn hat. Hat doch Carlyle, dessen ganze Ent­wicklung den Einfluß der deutschen Klassiker offen­bart, der noch mit dem hymnisch gefeierten Goetehe im Briefwechsel stand, die klassischen und roman­tischen Dichter Deutschlands den Engländern in Uebersetzungen zugänglich gemacht, so daß er sagen konnte „er'denke uno schreibe deutsch". Darüber hinaus aber hat er mit dem zügellosen Fanatismus des Berserkers das Evangelium ber- Kraft, der germanischen Mannheit, Tugend und Tiefgründig­keit verkündet und sich in jener Zeit der Hoch­blüte bes- krassen Materialismus in schärfsten Gegensatz zum Weltschmerz Byrons gestellt. Kein Wunder, daß der ünerbittèrliche „Cromwell der englischen Literatur" vergöttert und mit- spöttischem Hohn abgetan wurde, der das Wort Napoleons III.: „Dieser Mensch ist verrückt" verständlich macht.

Carlyle' begann mit ber meisterhaften Ueber- tragung des „Wilhelm Meister" die, wie sein „Le­tzen Schillers , seine Geistesverwandtschaft mit, dem deutschen Klassizismus bezeugt Dann trat er mit feinen großen philosophischen Werk „Sartor Re- satus" hervor. Diejer biographische Roman erregte

Dienstag den 3. Februar 1931

Dauer der Laufzeit der Hypotheken, deren Lasten durch Zinszuschüsse gesenkt werden sollen. Werter- hin wendet sich der Verband gegen die geplante Herabsetzung der Hauszinssteuerhypotheken aus 2000 RM, in Ausnahmesällen auf 4000 RM >e Wohnung. Durch diese Kürzung werde die Niedrig­haltung der Miete illusorisch' gemacht, ohne daß durch die beabsichtigte Einsparung von DarlehnS-

durch die beabsichtigte r------„

mitteln die Zahl der zu fördernden Wohnungen er­höht'wird.

Hevabsetzuns der Avznettaxen 7

Die Frage, ob die Arzneitaxen für Apotheken eine Herübsetzung erfahren werden, ist gerade im Hinblick auf die Not des deutschen Wirtschaftslebens von größter Bedeutung. Das Reichsinnenministe- rium ist bestrebt, eine Ermäßigung der Arneitaxen herbeizuführen. Es finden augenblicklich bekanntlich Beratungen darüber statt, durch die Arzneitaxen für 1931 bestimmt werben sollen; Wenn auch die Arznei­taxen bis auf weiteres nach einem Beschlusse des Reichsra^s in der bisherigen Höhe bestehen bleiben; so ist doch damit zu rechnen, daß nach Beendigung der Preisberatungen, die eine Ermäßigung der Taxen in einer der heutigen Zeit entsprechenden Form eintritt. Die Apotheker sind selbstverständlich an diese Ermäßigung der Taxe besonders inter­essiert, zumal durch die Notverordnung das Geschäft eine erhebliche Einbuße erlitten hat. Die. . Wirt­schaftsvereinigung deutscher Apotheker führt darum in der lètzten'Zeit einen heftigen Kampf für die Er­mäßigung der Arzneipreise,-insbesondere der Apo­theker,Einkaufspreise für pharmazeutische Präparate. Die chemisch-stharmazeutische Industrie Deutschlands, die in der ganzen Welt eine hervorragende Stellung errungen hat, stellt einen-großen Teil der heute-ge­bräuchlichen Arzneimittel her: Insgesamt werden von den 13 Fabriken der Großindustrie ungefähr 1200 verschiedene Präparate fabriziert, aus denen sich hauptsächlich die Arzneien zUsammensetzen. Unter diesen- befinden sich zahlreiche berühmte Heil­mittel, die in der ganzen Welt Verbreitung gefunden haben und trotz des eifrigsten Bemühens der fremd­ländischen Chemiker in der deutschen Güte nicht nachgeahmt werden können. Nun wird von der Wirtschaftsvereinigung deutscher Apotheker in einer Eingabe an die Regierung darauf hingewiefen, daß die Preise der französischen Großhändler pharmazeu­tischer Präparate niedriger sind, als die der deut­schen. Uebrigens werden auch einige deutsche Mar­kenpräparate im Ausland zu niedrigeren Preisen verkauft als in Deutschland, wo sie hergestellt wer­den. Cs muß darum auch möglich sein, sie in Deutschland billiger abzugeben. Aus Gerechtigkeits- grünben muß allerdings berücksichtigt werden, daß die deutsche pharmazeutische Großindustrie die billi­gen Preise im Ausland als Kampf- und Konkurrenz­preise gegen die betreffenden nationalen pharmazeu­tischen Industrien betrachtet, bié vielfach staatliche Subventionen beziehen. Die meisten Länder sind nämlich bestrebt, von den deutschen pharmazeutischen Artikeln unabhängig zu werden, da die Herstellung dieser für die Behandlung von Kranken wichtiger Präparate unter Umständen eine Lebensfrage wer­den kann. Auch sind roohl zahlreiche pharmazeutische Präparate, die z. B. in Frankreich und England bil­liger hergestellt und verkauft werden, den deutschen Originalpräparaten gegenüber als nicht gleichwertig

pharmazeutischen Industrie kann nur durch erhöhte Qualität behauptet werden und diese wiederum ist nur durch teure Arbeitsmethoden dauernd aufrecht zu erhalten. Trotz alledem aber muß es möglich sein, die wichtigsten und z. T. sehr teuren Präparate der deutschem pharmazeutischen Großindustrie auch für billigeres Geld zu liefern, zumal es sich hier um Dinge handelt, die für die Volksgesundheit und für die Heilung von Kranken von allergrößter Bedeu­tung sind. Es sind nicht beliebige Waren, auf die man unter Umständen verzichten kann, sondern es sind lebensnotwendige Artikel, deren Preise dem augenblicklichen geringeren Einkommen des deut­schen Volkes angepaßt werden müssen. Man muß darum erwarten, daß die Beratungen über die Herabsetzung der Arzneitaxen eine den heutigen Zeitverhältnissen entsprechende Minderung der Preise bringen werden. Bei der Bedeutung, die ge-.

nicht minder großes Aussehen, wie die folgenden sozialpolitischen Schriften, unter denen die „Latter- day Pamphlets" die Frivolität u. den Humanitäts­dusel des 18. Jahrhunderts mit schonungslosem Spott geißelten. Carlyles Credo ist die Arbeit, Philantrophie ist ihm ein greulicher Humbug, und von Mitleid will dieser zelotische Puritaner über­haupt nichts wissen. Seine Religion ist eine Ver­götterung des Schmerzes, chr Kult die Heroenoer- ehrung. Sein Hauptwerk bleibt daher „Ueber Hel­den, Heldenverehrung und das Heroische in der Geschichte". Aber unter dem Heroischen versteht er nicht die Großtaten der überragenden Männer, sein Held ist der Denker, der Wahrheitskünder im Dienst einer Idee. Carlyle hat den puritanischen Radikalismus wieder erweckt. Seine Lehre von der Heldenverehrung krönt „Das Leben Friedrich des Großen", der ihm das Musterbeispiel eines Hel­den war und „nicht ein Chärlatan wie sein ganzes Jahrhundert"'.

«hantaMsihev Aufstieg unsere« „PvonUuerNen"

o Die „Stardämmerung" ist augenblicklich das Kriegsgeschrei unserer Theater und Operndirektoren, da die hohen Einkünfte der sogenannten Prominen­ten das Bestehen vieler Theater gefährden. Allent­halben schließen sich die Leiter unserer Kunstinstitute zusammen, um eine Neuregelung der Gagen durch­zusetzen In München fanden vor'kurzer Zeit vertrau-, liche Besprechungen von Vertretern reichsdeutscher und österreichischer Dpeminftitute statt, die darauf hinzielten, für die Sänger eine Höchstgage von 27 000 Mark und für die Stars ein Honorar von höchstens 650 Mk. für den Abend, festzusetzen, sobald es sich um Gastspiele handelt. Aber derartige Ab­machungen haben gerade bei den hervorragenden Kräften keine große Bedeutuyg, da diese dann auf ihre Mitwirkung an den Bühnen, die Höchstgagen festgesetzt haben, verzichten und sich dem Tonfilm oder den Gastspielreisen in Amerika widmen. Die Stars erklären, daß sie ihre Konjunktur ausnützen müssen, denn es sei noch nicht sehr lange her, daß sie sich mit sehr geringen Entschädigungen zufrieden­geben mußten. Tatsächlich ist merkwürdigerweise gerade die Laufbahn unserer hervorragendsten

rade die deutsche pharmazeutische Großindustrie auf dem Weltmarkt hat, ist nicht zu befürchten, daß ihre Leistungsfähigkeit dadurch beeinträchtigt werden wird.

* Anfängerkursus in Einheilskurzschrift. Heute abend 7.30 Uhr eröffnet die hiesige Kurzschrift­vereinigung Gabelsbergèr in ihren Ünterrichtsräu- men in der Eberhardschule einen Ansöngerkursus in Einheitskurzschrift, zu dem Meldungen dort vor Beginn des Unterrichts entgegengenommen werden. (Siehe Inserat.)

tvettevbevirht

Die über Mitteleuropa liegenden Tiefdruckgebiete haben ihren Einfluß aus unsere Witterung verloren und füllen sich auf. Es wird sich daher das im Nord­osten liegende Hochdruckgebiet mehr durchsetzen und mit einer aufkommenden Ostströmung Abkühlung eintreten. — Vorhersage bis Dienstag abend: Be­wölkt, höchstens ganz geringe Niederschläge, Tem­peraturen um Null mit leichten Nachtfrösten, schwache Winde aus Süd und Ost. — Witterungsaussichten für Mittwoch: Allmähliche weitere Abkühlung, bewölkt, aber keine wesentlichen Niederschläge, östliche Winde.

SattMeeid Sana«.

b Bruchköbel, 3. Febr. Am Samstag, 31. Januar tagten die hiesigen Gemeindevertreter, um über fol­gende Tagesordnung zu beraten. 1. Antrag des Johannes Lamb, betr. Zuweisung eines Bauplatzes in der neuen Straße. 2> Antrag der Kommunisti­schen Partei, Uebernahme der Desinfektionskosten auf die Gemeinde. 3. Löschungsbewilligung für eine zu gunsten der Gemeinde eingetragene aufgewertete Hypothek. 4. Nochmals Ortsstâtut über die Straßen- und, Wegereinigung. Anschließend Geheimsitzung. Zu Punkt 1: Lamb bekommt einen -Bauplatz ent­weder neben Schomann oder Hayer, jedoch wäre letzterer der Gemeinde erwünschter und soll noch­mals mit Lamb Rücksprache genommen werden. Die Ueberschreibung am Grundbuch erfolgt, wenn das Bauvorhaben gesichert ist. Wird mit 8 bei 3 Stim­men Enthaltung angenommen. Zu Punkt 2: Nach ansteckenden Krankheiten muß laut polizeilicher Vor­schrift eine Desinfektion vorgenommen werden und sollte nach dem Antrag der Kommunisten die Kosten, die je nach Fall 6—10 RM betragen, von der Ge­meindekasse getragen werden. Die Aussprache ergab, daß nach Schluß ds Rechnungsjahres eine Prüfung sämtlicher Fälle durch die Gemeindevertretung stattfinden soll, und wo es die dringende Bedürftig­keit ergibt, sollen die Kosten von der Gemeinde ge­tragen werden. Auch soll, da in Bruchköbel ein ge­prüfter Desinfektor ; anwesend ist, bei der Kreis­behörde angetragen werden (um Ersparung der Unkosten, Kilometergelder usw.), daß er die Des­infektion in Bruchköbel vornehmen kann. Zu Punkt 3: Unter der Voraussetzung, daß das Kapital der Gemeinde zurückgezahlt wird, wurde dem An­trag zugestimmt. Zu Punkt 4: Da die Beschluß­fassung vor der Auslegung der Statuten vorge­nommen wurde, mußte nochmals ein Beschluß her­beigeführt werden, wird zugestimmt, In der Ge- heirnsitzung wurde nochmals die Vermietung des nächst stattfindenden Generalversammlung der Bruchwiesengenossenschaft Klärung geschaffen wer­den. Eine Steuerstundung wurde genehmigt, jedoch sollen Lichigelder und Hundesteuer nicht gestundet werden. Betr. des schon oft behandelten Holz­privilegs der Schulstellen wird Kenntnis genom­men. Auch wurde noch zur Kenntnis gegeben, daß die diesjährigen Holzverkäufe für Brennholz einen Mindererlös von ca. 5000 RM zu verzeichnen hatten. /

d Hochstadk, 1. Febr. Hauptversammlung des Obstbauvereins. Am 26. Januar hielt der Obstau- verein seine Jahresversammlung in der Rauchschen Gastwirtschaft ab. Nach Eröffnung der Versamm­lung durch Herrn Ph. Schmidt, erstattete der Ge­schäftsführer Herr Philipp Mankel den Jahres- und Kassenbericht für das abgelaufene Geschäftsjahr, aus

__ Nr. 28

dem hervorging, daß der Verein in seinen vet denen Betätigungen beachtliche Fortschritte M zeichnen hat. Dem Vorstande wurde Entlastun teilt. Die nunmehr vorgenommene Wahl der standes ergab die Wiederwahl des seitherigen ftanbes, der die Wahl annahm. Aus dem wei Verlauf der Sitzung ist noch folgendes zu erwâi Zum diesjährigen Bespritzen von Obstbäumen w, etwa 1000 Bäume angemeldet. Der Baum Herr W. Stein wird gebeten, an der Auch „Ueber Schädlingsbekämpfung", die am 3.

d. I. im Versuchsgarten beim LandratsW Hanau durch Herrn Kreisobstbautechn. Trautne gehalten wird, teilzunehmen. — Bestellung Pfropfreisern, die von der Obstbauabteilung Landwirtschaftskammer Kassel bezogen werden nen, sind alsbald beim Geschäftsführer auszug Laut Beschluß der letzten Versammlung wird, Mitgliede eine Vogelnisthöhle auf Vereines überlassen, da die bereits im Vorjahre angebro Nisthöhlen sehr gut von Höhlenbrütern angn men wurden und so die Bruten dieser gefiel Schädlingsvertilger besser dem Zugriff der K und anderer Feinde entzogen sind. In den nai Tagen wird außerdem der Hersteller der NiW Herr Wagner, G. Fischer noch einige Halbs! (für Rotschwanz und Fliegenschnäpper) auf f Kosten an geeigneten Stellen anbringen.

beschloß die Versammlung den Beitrit des Bn als außerordentliches Mitglied mit einem 3p beitrag von 10 RM zur Vereinigung für Vogel Naturschutz in Frankfurt-Fechenheim, die der Ze beringung stellte Untermann der Staatlichen gelwarte Helgoland angeschlossen ist. Zum fand noch eine Aussprache über SamenbesM statt.

d Hochstadl, 2. Febr. Vortrag. Im Saf einer Vortragsreihe über neue deutsche Sefo hält Herr Hauptlehreb Tèxtor am nächsten Mit abend im Rathaussaal einen Vortrag über „Dm Geschichte vom Jahre 1901 bis 1914". Der w Tagen gehaltene Vortrag behandelte das Th „Die gescheiterten Bündnisverhandlungen u® England und Deutschland in der Zeit vom Fch bis August 1901" Die auf Studien in den veröj lichten deutschen und englischen Geheimakten den interessanten Ausführungen fanden reidjeil fall. Es wäre zu begrüßen, wenn dies" lehr« und rein sachlich gehaltenen Darbietungen j großen Interessentenkreis fänden.

Ueber StuhLverstopsung und Abführmitl

Eine Veröffentlichung in der ärztlichen Fais (Dezember 1930) von Dr. med. $. Haase, J

Gewiß ist es bei der Behandlung der SM stopfung dringend erforderlich, zuerst bie 6 krankheit zu erfassen und das ursächliche Mi zu beseitigen, sei es, daß dieses in falscher St weise, mangelhafter Diätetik, organischen Ei! kungen usw. besteht. Andererseits ist es vor!

wichtig, durch ein richtig ausgewähltes uni nünftig angewandtes Abführmittel regele weiche Stühle zu erzielen und den Darm op (möglichst ausgiebig) zu entleeren. Und da ka mir darauf an, umer der Legion der AbsMi eines aüszuwählen,' dâs erstens "081^2. uW zweitens durchaus zuverlässig wax uiMtzriw wirkte, daß es den yvxhqndenen Zustand nach' setzen nicht noch verschlimmerte. So bin H Laufe der jahrelangen Versuche mit den nti densten Mitteln zu den altbewährten, in Apotheke erhältlichen Schweizerpillen des kers Richard Brandt zurückgekommen. Sie I vor allem den Vozug, daß sie frei von allen Es kalien sind und nur rein pflanzliche SW halten. In den meisten Fällen kommt man 1 bis 2 Pillen, die am besten abends vor Schlafengehen genommen werden, aus. Sie $ ruhe wird hierbei keineswegs gestört, uni nächsten Morgen erfolgt ein ausgiebiger brei Stuhlgang ohne Schmerzen und ohne irgerl unerwünschte Nebenerscheinung wie: M Drang, Bauchkneifen, wässerige Entleerung etc.'

Gewöhnung tritt nicht ein.

Theatersterne höchst phantastisch und erinnert an amerikanische Verhältnisse. Es ist noch nicht sehr lange her, daß Schauspieler, und Sänger, die heute über ein Millioneneinkommen verfügen, mit wenigen Mark am Tage zufrieden waren. Im Jahre 1915 mußte noch Werner Kraus sich mit 10 Mark am Tag begnügen und er glaubte, eine ungeheure Forderung zu stellen, als er beim Film „Hoffmanns Erzählun­gen" 20 Mark Tagesgage verlangte. Aehnlich erging es dem heute bestbezahlten deutschen Schauspieler Emil Jannings, dessen Honorare sogar die ameri­kanischen Filmsterne neidisch machen. In den ersten Kriegsjahren bezog er in der Provinz das fürstliche Honorar von 3 Mark pro Abend. Als er in Berlin in einem Film von Harry Piel mitwirken wollte, sollte er von einer Brücke ins Wasser springen. Das war die Glanzleistung, die von ihm verlangt wurde. Er verzichtete aber darauf, da er lieber den Leib­riemen enger schnallen, als sein Leben aufs Spiel setzen wollte. Auch Marlene Dietrich, augenblicklich einer der gefeiertsten Filmsterne der Welt, hat noch vor einigen Jahren nicht im Traume daran gedacht, daß sie schon nach kurzer Zeit Millionengagen im Jahr verdienen werde. Der bekannte Filmschau­spieler Gerron hat auch noch vor wenigen Jahren mit großer Begeisterung für wenige Mark am Abend in Berliner Kabaretts mitgewirkt. Man kann sagen, daß der größte Teil der heutigen bekanntesten Theaterstars noch vor kurzer Zeit im Dunkel der Un­bekanntheit lebte. Sie alle haben das gemeinsame, daß sie meteorgleich am Kunsthimmel emporstiegen und in ganz kurzer Zeit eine phantastische Höhe in der Wertung der Menschheit erreichten. Dies ist natürlich kein Zufall, sondern es war traurig, daß diese großen Begabungen nicht von den Fachleuten sofort erkannt wurden Wenn dann der große Ent­decker kam, der Regisseur ober kluge Theaterdirektor, der sich nicht von großen und hohlen Namen inxpo- nieren ließ, sondern jedem seiner Mitwirkenden ins Herz sah, dann war das Glück dieser Künstler ge­macht. Max Reinhardt ist unter den augenblicklichen Theaterdirektoren einer der erfolgreichsten Entdecker von Stars. Ihm war es vorbehalten, in den unbe­kanntesten Neulingen das Genie zu erblicken und sie auf diejenigen Plätze zu stellen, die ihnen gebührten. Dagegen hat er die hohlè Theatralik und selbst­bewußte Attitüde der Stars alten Stils stets nur gering geachtet. Andere Theaterdirektoren und Regisseure konnten hingegen echtes Gold in die

Hände bekommen, ohne es zu zu erkennen. 8 Garbo konnte darum in der ersten Zeit ihrer? tätigfeit nur Rollen dritten und fünften RaW halten, bis der Regisseur Moriz Stiller kam, kannte, daß ès sich hier um ein ungewöhnliches ß spielerisches Talent handele. In kurzer Zeit faul Garbo von einem Monatseinkommen von 300® auf 100 000 Dollar. Auch Pola Negri (jaM märchenhafte Laufbahn aufzuweisen. Sie war zerin und Statistin, als Lubitsch auf den Ge!» kam, sie als Schauspielerin zu verwenden.

sie noch kurz vorher mit Nahrungssargen zu kW hatte, wohnte sie kaum ein Jahr später in Hollr' in einer eigenen Villa und trug Brillanten int $ von hundertausend Mark uni den Hals. Ach" ehemalige Versicherungsbeamte Max W8 augenblicklich einer der besten deutschen ßunw# dachte nicht daran,, daß er einstmals über nentengagen verfügen würde, ebensowenig u>'(' Reisende Reinhold Schünzel, der jetzt erst mied! dem Film „1914" großen Erfolg als Zar Nikolch hatte. Sckwn diese kurze Uebersicht wat daß heutigen Prominenten sehr viel trübe Tage gw haben. Ihr Glanz und ihr Reichtum ist noch M

o Sladltheaker. Aus dem Theaterbüro wird" geschrieben: Heute abend 8. Uhr finbet als 20. stellung im Dienstag-Abonnement die erste ® derholung von „Jedermann", ein Spiel v« , den des reichen Mannes von Hug» ‘ Hofmannsthal, Musik von Einar Nilson, M Morgen Mittwoch, abends 7.30 Uhr, gelangt, 20. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement er|* „Der Opernball", Operette in 3 Akten von M Heuberger zur Aufführung. Aus der NacM' schaft von Johann Strauß sind neben den bei" teren Namen wie Suppe und Millöcker nur wenige Komponisten, die ein Vierteljahrs überdauern konnten. Einer von ihnen ist ™ Heuberger; namentlich mit seiner Operette - Opernball" ist er Ende des vorigen JahrW, zu Ansehen gelangt. Mit Recht! Die Muf1', eigene Wesensart, die sie erheblich über das läufige Niveau trägt. Sie hat Erfindung " Charme, Pikanterie und Verve.

Heuberger zur Aufführung schaft von r