Nr. 27
Montag den 2. Februar 1931
Seite 5
Aus Heft und Kern
0-Zugräuber als Pinzettenschlucker
— Kassel, 31. Jan. Im hiesigen Landgerichts- gefängnis klagte einer der kürzlich gefaßten Kölner 0-Zugräuber über Leibschmerzen. Er wurde im Landeskrankenhaus geröntgt, wobei sich heraus- jtellte. daß er eine Pinzette verschluckt hatte. Wahrscheinlich hat er gehofft, während der Kranken- hausbehcmdlung leichter entfliehen zu können. Die Pinzette muß aus operativem Wege entfernt werden.
Verurteilker Schwarzbrenner. — 18 000 Mark Geldstrafe
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— Limburg, 31. Jan. Das hiesige Schöffengericht hatte sich am Donnerstag wieder einmal mit einer Schwarzorenneraffäre zu beschäftigen. In der im @eiObbad)tal gelegenen Bruchyäuser Mühle war in deren Keller Anfang vorigen Jahres eine schwunghafte Schnapsbrennerei betrieben worden, ohne daß die Oeffentlichkeit und noch weniger die Zolloehörde , etwas ahnte. Selbst der Mühlenbesitzer Hoffmann I will nichts davon gewußt haben, was sich im Keller | seiner Mühle abspielte. Ende 1929 habe bei ihm ein k gewisser Jakob, dessen geheimnisvolles Inkognito I während der ganzen Verhandlung nicht gelüftet wer- I dm konnte, bei ihm eine Kellerecke zum Preise von 35 I Mk. zur Fabrikation chemischer Präparate gemietet. ° Mehr will Hoffmann nicht wissen. Außer chm waren t ein Winzer Freis und ein Branntweinhändler f Steuer, beide aus Triers Umgebung, angeklagt wegen ( Steuerhinterziehung. 580 Liter Weingeist sind ge= | brannt worden. Die Angeklagten leugneten und ver- 1 schanzten sich hinter dem „Iakob", der gemietet und I gebrannt habe. Er gilt in ihren Augen als Spitzel f der Zollbehörde. Das Gericht verurteilte Freis zu F 18000 Mk. Geldstrafe und vier Monaten Gefängnis I und Steuer wegen Beihilfe an Stelle einer verwirk
ten Gefängnisstrafe von einem Monat zu 500 Mk. Geldstrafe. Hoffmann wurde mangels Beweises frei- gesprochen.
Tragisches Ende einer Hochzeitsreise
— Wiesbaden, 1. Febr. Der tragische .Unfall, der das Ehepaar Nikolaus Zils aus Trier vor einigen Tagen hier auf der Hochzeitsreise ereilt hat, ist durch die gerichtlichen und polizeilichen Ermittlungen nunmehr einwandfrei abgetiärt worden Wie die Obduktion der Leiche des Toten ergeben hat, sind die
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; Eheleute in dem engen Badezimmer durch aus- s strömende Kohlenoxydgase (Abgase) betäubt worden. ' Dadurch wurde der Ehemann, der in der Badewanne den Wirrungen Les Gases besonders ausgesetzt war, getötet, ehe chm Hilfe gebracht werden konnte. Bei der Ehefrau war die Gasvergiftung. noch nicht soweit vorgeschritten, so daß die bei ihr angestellten Wiederbelebungsversuche Erfolg hatten. Die tödlichen Gase haben sich im Abzugskamin der Gasbadeofens entwickelt und wurden, begünstigt durch das neblige Wetter, in den Kamin bzw. in das Badezimmer hineingedrückt. Das Ehepaar weilte bei der Schwester des Ehemannes seit mehreren Tagen zu Besuch und bereits einige Tage vor dem Unglück abreifen.
° Zureden der Verwandten
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verunUuckken Mannes standmöhrere Minuten ratlos vor der geschlsossenen Tür des Badezimmers, ohne dem Verunglückten rechtzeitig Hilfe bringen zu können.
Sammlung von Material über die Besatzungszeil
— Wiesbaden, 1. Febr. Der Generaldirektor der Preußischen Staatsarchive, der Rektor der Umversi- ■ tät Bonn, der Rektor der Universität Köln, sowie der Direktor des Institutes für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande an der Universität Bonn wenden sich
mit folgendem Aufruf an die Bevölkerung, um Briefe, Aufzeichnungen, sonstige Urkunden, die für eine Geschichte der Besetzung von Bedeutung sein können, zu erfassen und sicherzustellen. Nachdem die Rheinlande wieder frei geworden sind, gilt es, dis Erinnerung an die schwere Zeit der Besetzung wach- g zuhalten und sie vor Verdunkelung zu bewahren. Zu diesem Zweck erscheint es uns notwendig, alle wichtigen schriftlichen Dokumente und Nachrichten zu sammeln, um der späteren Geschichtsforschung die sichere Grundlage zu geben. Daher richten wir hiermit an alle Persönlichkeiten, Unternehmungen und Verbände, die den Ereignissen im Rheinland und ihren politischen oder wirtschaftlichen Auswirkungen in diesen Jahren in irgend einer Weise nahegestanden haben, die Bitte, das in ihrem Besitz befindliche Material, seien es Akten, Verhandlungen, Briefe oder persönliche Aufzeichnungen irgend welcher Art, der Obhut der Staatlichen Archive zu Koblenz und Düsseldorf oder des Instituts für geschichtliche Landeskunde der Rheinprovinz in Bonn zu treuen Händen anzuvertrauen in ähnlicher Weise, wie es seinerzeit in Ostpreußen nach dem Russeneinfall im Weltkriege geschehen ist. Das dorthin gegebene Material wird vor jeder mißbräuchlichen Verwertung geschützt, soll auch dem Historiker erst in späterer Zeit und dann auch nur mit Zustimmung des Eigentümers zugäng- öch gemacht und soll durch diese Art der Aufbewahrung lediglich vor der Vernichtung geschützt werden. Wer wie wir der Meinung ist, daß es unsere Pflicht ist, für ein künftiaes klares und unverfälschtes Bild der rheinischen Besetzungszeit tu sorgen, der folge unserer Bitte und sende sein Material an die oben angegebenen Institute.
Don einem Auto überfahren und getötet
. - Worms, 31. Ian. Gegen 1 Uhr nachts wurde °» 31'ährige Fabrikarbeiter Ernst Ludwig Schaffner aus Worms-Pfiffligheim von einem Personenkraftwagen angefahren und derart schwer verletzt, daß er auf der Stelle tot war. Der Radfahrer fuhr ohne fhcht und wollte kürz vor dem Auto die Straße Überqueren.
Todesslurz in den Schacht.
- Dillenburg, 30. Jan. Auf der Grube „Kö- U'gszug" in Oberscheld stürzte der l9jährige Berg- fuann Schneider aus Lixfeld mit einem Kippwagen 'N den Schacht. Auf der 400-Metersohle blieb er a^ verstümmelte Leiche liegen. Das Unglück ist umso tragischer, als die Familie des Toten bereits o^i Angehörige durch Grubenunfälle verloren hat. ^ater und Bruder des Verunglückten fanden vor Kahren durch Verschütten gemeinsam den Tod.
Ium Todesstuvz des Fliegers von Tsingtau
Günther Plüschow (links) und fein ebenfalls tödlich verunglückter Begleiter Dreblow Letzte Aufnahme.
Plüschows Forschungsflugzeug
wie bereits am Samstag gemeldet, ist Günther . Leichen nach der nächsten Stadt, dem argentinischen Plüschow, der „Flieger von Tsingtau" bei einem Flug f Hasen Puerto Gallegos, der etwa 350 Kilometer vom
und getötet worden. Auch sein Begleiter Dreblow ist dabei ums Leben gekommen.
Eine Meldung der Associated preß aus Santiago de Chile enthält Einzelheiten über den Absturz des Tsingtau-Fliegers. Danach war Plüschow am vergangenen Mittwoch mit seinem Begleiter Dreblow in dem kombinierten Land- und Wasserflugzeug „Lon- dor de la Plata" aufgestiegen, um die Erforschung Südpatagoniens und der Anden forkzusehen, sowie um kartographische und photographische Aufnahmen zu machen. In der Nähe der argentinischen Ortschaft Puerto Natales,, unmittelbar über dem Rica- See, begann das Flugzeug plötzlich abzustürzen. Es gelang den Fliegern zwar, mit ihren Fallschirmen aus dem Flugzeug abzuspringen, die Fallschirme öffneten sich jedoch nicht, so daß beide etwa ZOO Meter tief hinab- stürzten und am Ufer des Rica-Sees zerschmettert liegen blieben. Das Flugzeug schlug in der Nähe auf und wurde vollständig zertrümmert. Da der Rica- See in einer der unwegsamsten Gegenden Argentiniens liegt, dürste es mehrere Tage dauern, bis die
Die Flucht um den Gedvall
Ium Tode Günther Plüschows - G «e Odyssee von heute
Fliegerlos hat einen der besten deutschen Piloten ereilt, dessen Flucht um den Erdball einst die Begeisterung der Jugend und die Bewunderung der ganzen Welt erregte. Der Himmel, unter dem er seine letzten Taten vollbrachte, ist der Himmel seiner Träume gewesen; nach dem Feuerland hatte sich schon der junge Kadett gesehnt, Südamerika hat den ewig tatendurstigen Flieger, den es nie lange zu Hause litt, immer in seinen Bann gezogen, und in Südamerika hat er ja auch nicht nur bedeutende fliegerische Leistungen vollbracht, sondern auch durch Erforschung, unbekannter Gebiete der Wissenschaft große Dienste geleistet.
Spätere Geschlechter aber werden seinen Namen um seiner Flucht um die Erde willen bewahren. Die Geschichte des „Fliegers von Tsingtau" ist eine moderne Odyssee, das schönste Denkmal für den Mann, den in schwerer Zeit das Verlangen trieb, nach getaner Pflicht, unter abenteuerlichen Schicksalen und auf den verschlungensten Wegen in sein Vaterland zurückzukehren, um das sich der eiserne Ring einer Weltkoalition gelegt hatte. Am 5. Novbr. 1914 konnte Plüschow mit seiner alten „Taube" aus Tsingtau entfliehen, das von den Japanern eingeschlossen, und dessen Schicksal besiegelt war. Er kam nur 250 Kilometer weit. Auf einem Reisfeld in der Provinz Kiangsu mußte er niedergehen, wobei das Flugzeug zertrümmert wurde, sein Führer aber mit heiler Haut davonkam. Den Motor schenkte Plüschow einem chinesischen Mandarin, worauf er sich nach Nanking begab. Dort traf er den Kapitän Brunner, der mit seinem U-Boot dort interniert worden war. Um diesem Schicksal zu entgehen, begab er sich schleunigst nach Schanghai. Dort hielt er sich drei Wochen versteckt, bis er die Papiere in Händen hielt, die auf de namerikanischen Kaufmann Mac Carvin lauteten. Unter diesem Pseudonym kam er nach San Fran- cksco und von dort nach Newyork, wo er sich in den Schweizer Ernst Suse verwandelte. Mit vier anderen
den.
Günther Plüschow, der in wenigen Tagen seinen 45. Geburtstag hätte feiern können, ist in der ganzen Welt als der „Flieger von Tsingtau" bekannt. Bei Ausbruch des Krieges war er der einzige Flieger in der von den Japanern belagerten Festung Tsingtau; er leistete dem heldenmütigen Widerstand der kleinen deutschen Schar wertvolle Aufklärungsdienste. Kurz vor dem Falle der Festung verließ er auf Befehl der Gouverneurs auf dem Luftwege Tsingtau und landete planmäßig in Hai-Dschon in der Provinz Kiang'u. Ueber Amerika und England und nach einer abenteuerlichen Flucht aus einem englischen Gefangenenlager gelangte er nach Deutschland, wo er Kommandeur einer Marineflugstation im Osten wurde. Nach dem Kriege unternahm er mehrere Forschungsfahrten nach Südamerika. 3m Feuerlande drehte er den Film „Silbervondor über Feuerland". Erst im
vorigen Jahre trat er eine neue Expedition Patagonien, dem Lande seiner Sehnsucht, an.
nach
Deutschen, die sich ebenfalls als Schweizer ausgaben, bestieg er den italienischen Dampfer „Herzog der Abbruzzen", um nach dem damals noch neutralen Italien durchzukommen. In Gibraltar, wo das Schiff am 3. Februar 1915 anlief, wäre alles ums Haar gut gegangen, wenn nicht ein Zivilist, der für England Spionage trieb, von dem visitierenden Offizier die Durchsuchung des Gepäcks der fünf „Schweizer" verlangt hätte. Zu seinem Unglück hatte Plüschow Schriftstücke in seinem Koffer, die auf feinen richtigen Namen lauteten; und wenige Tage später saß er mit seinen Reisebegleitern in England hinterm Stacheldraht.
Aber den Mut ließ Plüschow deshalb nicht sinken. Es wurde Sommer. Da nutzte er einen Wolkenbruch, der die Bewachung in ihrer Baracke sesthielt, aus, um mit seinem Kameraden Trefftz zu entfliehen. In einem Gebüsch versteckt, warteten sie die Nacht ab, dann schlugen sie sich nach London durch, wo sie sich trennten. Am nächsten Tag las Plüschow auf den Plakatsäulen sein Signalement mit der Bemerkung, daß sein Kamerad bereits gefaßt worden sei. Ziellos irrte der Flieger umher, als plötzlich ein Sergeant auf ihn zutrat: nun glaubte er alles verloren, aber er sollte nicht verhaftet, sondern für die Armee angeworben werden. Plüschow erklärte, er wolle sichs überlegen und machte sich aus dem Staube. Dann gelang es ihm, unter größten Schwierigkeiten auf einen holländischen Dampfer zu kommen, wo er si h in einem Rettungsboot verbarg. So gelangte er nach Vlissingen und von dort aus nach Deutschland. Aber als er sich meldete, glaubte man ihm nicht, der Flieger Plüschow sollte doch in Tsingtau mit der Besatzung gefangen sein! Zwei Soldaten eskortierten ihn, den vermeintlichen Spion, nach Wesel, wo er endlich erkannt wurde. Nach neun Monaten hatte Plüschow fein Vaterland erreicht, dem er nun aufs Neue dienen konnte.
Tausends Goldfüllfeder- balter ist verschwunden
München, 31. Jan. Bei Beginn der Samstag« Sitzung teilte der Vorsitzende zunächst mit, daß der Goldfüllfederholter, von dem Tausend gestern behauptete, er sei ihm im Gefängnis ab genommen worden, trotz eifrigsten Suchens nicht gefunden werden konnte.
Dann gab Prof. Dr. B o st r ö m als medizinischer Sachverständiger sein Gutachten ab. Tausend sei ein Phantast, sehr selbstbewußt und habe ein großes Geltungsbedürfnis. Er sei ein Psychopath mit hysterischem Einschlag An seine Erfindung hat er nach der Ansicht des Sachverständigen fest geglaubt. Dann folgte die Vernehmung des Professors «e - s t mi aus Bergamo, der durch Vermittlung eines italienischen Offiziers mit ^Taufend in Verbindung getreten ist und 1928 auf Schloß Paschbach in Südtirol mehreren Versuchen Tausends beigewohnt hat. Die Theorien Tausends hätten, erklärte der Zeuge, auf ihn einen vollkommen verworrenen Eindruck gemacht. Bei einem Experiment, bei dem man Gold Herstellen wollte, habe der Zeuge festgestellt, daß unter verschiedenem anderen Material eine Metallegierung versteckt war. Mit einem Drittel dieser Legierung unternahm dann Sesimi selbst einen Versuch, der mehr Gold erbrachte, als ein Tausmdscher Versuch mit zwei Dritteln der weichen Legierung. Der Zeuge sieht hierin einen Beweis dafür, daß das Metallstück goldhaltig war.
Am Montag werden die Sachverständigen ihr Gutachten erstatten.
ElLv Beinhorn am Ziel
Berlin, 31. Jan. Die Afrikafliegerin Elly Beinhorn traf gestern nachmittag in Bolama (Portugiesisch-Guinea) ein und hat damit ihr vorläufiges Ziel erreicht. Auf dem Flugplatz hat sich eine große Menschenmenge eingefunden. Der deutsche Konsul begrüßte die Fliegerin mit herzlichen Worten. Der Vertreter des Shell-Betriebskonzerns, der den Flug mit Benzin versorgte, gab ein Frühstück, an dem auch die ofsiziellen Behörden teilnahmen. Von Berlin, wo Elly Beinhorn am 4. Januar früh morgens startete, hat sie die 7000 Kilometer lange Strecke in knapp 70 Stunden durchflogen, ein Flug, der sportlich außerordentlich hoch zu werten ist, ging doch die Strecke über Gebiete, in denen irgendwelche Notlandung zum Verlust des Flugzeuges oder sogar zum Verlust des Lebens der Siegerin geführt hatte. Elly Beinhorn wird erst am 10. Februar von den beiden Forschern Bernatzik und Professor Struck erwartet. Alsdann beginnt die Forschertätigkeit unter Einsatz des Flugzeuges. Das Flugzeug wird durch Unterbauen eines Schwimmergestells in ein Wasser- fu:gzeug umgewandelt, damit die Bissagos-Jnseln, die der Küste vorgelagert sind, erforscht werden können. Der Aufenthalt der Fliegerin bei der Expedition wird ungefähr zwei Monate dauern. Der Rückflug wird auf einer anderen Route erfolgen.
Die deutschen Landkreise beim ReichssinanrmiEev
anen Arbeitslosen 1 Million Wohlfahrtserwerbslose
Dieser Tage empfing der Reichsfinanzminister Vertreter der deutschen Landkreise aus allen Teilen Deutschlands unter Führung des Präsidenten Dr. von Stempel. Die Abordnung wies darauf hin, daß die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen in den Landkreisen in erschreckendem Maße steige. Dieses Anwachsen, das im letzten Halbjahr 67 Prozent betrug, gefährde die Kreisfinanzen in bedrohlichem Maße. Die Landkreise seien w zweckmäßigen Umgestaltung der Arbeitslosenversicherung mitzuarbeiten. Bis zu dem Zeitpunkt jedoch, wo dieses Reformwerk in Kraft treten
lerne bereit, an der
könne, müsse auf dem Wege über Sonderdotationen eine Ueberbrückung der Schwierigkeiten Platz greifen. Die Landkreise, die 70 Prozent der Fürsorgelasten tragen, seien in Zukunft nur dann in der Lage, ihre Aufgaben aus der Fürsorgepflichtordnung richtig zu erfüllen, wenn den Ausgaben eine entsprechende Einnahme gegenüber stehe. Könne, das nicht bewirkt werden, so könnten die Landkreise ihren Fürsorgeaufgaben nicht mehr gerecht werden.. Der Reichsfinanzminister sagte in jeder Hinsicht wohlwollende Prüfung zu.
Aus Ms« Wett.
Carl Brackmann f
Stuttgart, 31. Jan. Am Mittwoch abend ist der Htuptschriftleiter des „Stuttgarter Neuen Tagblatts", Earl Brackmann, noch nicht 59 Jahre alt, einem schweren Leiden erlegen. Geborener Westfale trat er schon als Student der Theologie an der Universität Tübingen mit schwäbischer Art in Berührung. In die Journalistik sind sich Braâmann erst nach elfjährigem pfarramtlichen Wirken. Er gehörte dann den Redaktionen der „Braunschweigischen Neuesten Nachrichten", der „Magdeburgischen Zeitung" und des „Hamburger Fremdenblattes" an, ehe er vor zwölf Jahren an die Spitze des Stuttgarter Blattes trat. Hier bewährte er sich als ein Mann, der feinen Beruf außerordentlich ernst nahm und immer die vornehmste Auffassung der Aufgaben und Pflichten eines Zeitungsmannes bewies.
Eine mathematische Fliegerabwehr-Kanone
London, 31. Jan. Von dem englischen Rüstungs- Konzern Vickers-Armstrong ist ein neues Flieger- abwehrgeschütz konstruiert worden, das nach den.vorliegenden Berichten nahezu vollkommene Treffsicherheit bei der Beschießung von feindlichen Flugzeugen gewährleisten soll. Das Geschütz hat eine vertikale Schußweite von etwa acht Kilometer und kann 25 Schuß in der Minute abfeuern. Außerdem ist es mit einem elektrischen Instrument ausgerüstet, das die Garantie dafür geben soll, daß mindestens jeder zehnte Schuß trifft. Dieser elektrische Apparat soll, wenn man den Berichten Glauben schenken darf, mit großer Genauigkeit Schußweite und Geschüßwinkel automatisch einstellen, nachdem das Geschütz einmal auf sein Ziel eingestellt worden ist. Das englische Kriegsministerium soll mit dem neuen Geschütz bereits durchaus zufriedenstellende Ergebnisse erzielt haben.