Nr. 26
Samstag den 31. Januar 1931
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Das erste deutsche «Telephonbuch" — Eine un- geheure Entwicklung in 60 Jahren — von 94 Anschlüssen zu 400 000 — Die Entwicklung des Fernsprechers
Am 1. Februar 1881 erschien das erste deutsche Fernsprechbuch unter dem Titel: „Verzeichnis der bei der Fernspreckeinrichtung Beteiligthen". Es ist also nur recht uno billig, daß das neue Berliner Fernsprechverzeichnis, das am 9. Februar d. I. MN der Oberpostdirektion herausgegeben wird, als Jubiläumsausgabe erscheint, denn das sogenannte xclephonbuch, wie es früher genannt wurde, feiert seinen 50. Geburtstag. Eine ungeheure Ent- öiiflung ist in diesen 50 Jahren vor sich gegangen. Am 12. Januar 1881 wurde das erste Berliner Stadtfernsprechamt eröffnet. Emil Rathenau war der Vorkämpfer dieser neuen Einrichtung, denn e^ erkannte mit dem scharfen Blick des klugen Geschäftsmannes, daß es sich um eine wichtige und zukunftsreiche Sache handele. Während heute kein Kaufmann und nur selten ein Privatmann glaubt, ohne Fernsprecher auszukommen, fand Rathenau bei seiner Werbung tm Jahre 1881 nur sehr wenig Gegenliebe. Damals war selbst die Residenzstadt Berlin noch auf ein ruhiges und gemächliches Leben eingestellt, und wenn man sich etwas mitzuteilen hatte, dann tat man es durch Stadtbrief ober wartete, bis man sich traf, denn von der Haft und der Nervosität unserer Zeit war damals noch kein Hauch zu spüren. So kam es, daß Rathenau insgesamt 94 Teilnehmer für feine neue Einrichtung werben konnte. An ihrer Spitze stand ein Berliner Zeitungsverleger, der die erste Nummer hatte, die zweite Nummer hatte ein Speditionsgeschäft, und dann folgten einige größere öffentliche Unternehmungen und einige Privatpersonen. Damit war die ganze Herrlichkeit erschöpft. Das erste Verzeichnis war schön mit der Hand geschrieben. Als Benutzungsstunden war die Zeit von 8 Uhr morgens bis 9 Uhr abends in Aussicht genommen. Nach 9 Uhr abends war das Fernsprechamt geschlossen, wie heutzutage aus dem Dorf. Sehr umständliche Vorschriften beschäftigten sich damit, den Teilnehmern II m Anweisungen zu geben, wie der Fernsprecher be- niâ, nutzt werden sollte. Wenn ein geforderter Anschluß EUei besetzt war, da hatte das „Fräulein vom Amt" die ir Pflicht, dem Anrufenden mitzuteilen, daß sie ihn ‘«ft benachrichtigen werde, wenn der Anschluß wieder 1 " frei ist. Dieses liebenswürdige Entgegenkommen war bei der geringen Anzahl von Fernsprechteil- lehmern damals möglich. Heute würde es schwer sein, die vielen Tausende von Anschlußsuchern zu re M benachrichtigen, ob ein Anschluß frei ist oder nicht. Einige Zahlen gestatten einen Einblick in die gewal- ige Entwicklung, die das Fernsprechwesen n den ersten 50 Jahren allein in Bersin genommen hat. Die Zahl von 94 Teilneh
mern ist auf rund 400 000 gestiegen. Davon sind 03 000 Hauptanschlüsse und 107 000 Nebèn- ünfchlüsse. Dieser großen Zahl entsprechend erscheint s Jubiläumsfernsprechbuch auch in einer Auflage an fast 400 000 Exemplaren Auch der Fernsprech- pparat selbst hat eine ungeheure Entwicklung durch- emacht und zeigt heut Verbesserungen, die man or" 50 Jahren kaum für möglich gehalten hätte,
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mrde.' Bald erwiesen sich die Knöpfdruckapparatë ls nicht mehr ausreichend und es wurden Kurbel-
. pparate eingeführt, mit denen man nicht nur das lmt anrief, sondern auch nach erfolgter Verbindung en gewünschten Fernsprechteilnehmer. Diese Kur- . lelapparate sind heut noch in kleineren Städten " ; âelfach in Gebrauch. Bei größeren Aemtern haben
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lurd) Abheben des Hörers von der Gabel beim lwt ausgelöst werden. Die Wandapparate haben ine angenehme und bequeme Ergänzung durch stschfernsprecher erhalten. Bei diesen ist bekanntlich ne Sprech- und Hörmuschel aufs Bequemste in tiner einzigen Vorrichtung zusammengefaßt. Damit st aber die Vervollkommnung des Fernsprechwesens loch nicht beendet gewesen. Der» Gipfelpunkt ist las automatische Fernsprechamt, bei dem mit Hilfe tiner Nummemscheibe der Fernsprechteilnehmer in der Lage ist, selbst den Anschluß herzustellen. Das Fernsprechverzeichnis ist im Laufe der 50 Jahre zu einem der meist gebrauchten Bücher geworden, die fast in jedem deutschen Hause vorhanden sind. Es hat sich über Deutschland hinaus die Welt erobert. Sie Anzahl der Fernsprechbücher, die in Deutschland alljährlich gedruckt werden, geht in viele Millionen. Erfunden wurde der Fernsprecher von dem deutschen Physiker Reiß im Jahre 1860. Der Apparat wurde von dem Amerikaner Graham Bell verbessert und durch ein von Huges im Jahre 1878 erfundenes Mikrophon so gefördert, daß er zum Massengebrauch geignet wurde. Die bei den langen Leitungen auftretenden Störungen wurden durch
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Vrovleme um Lieschen Neumann
Jugendliche als Mörder. — Keine Verallgemeinerung! — Morde aus Ehrgefühl und Habgier. — wo liegen die Ursachen? — Der Mord als Willensprobe. — Schulkinder enthaupten ihre Lehrerin. — Nur eine Kriegs folge?
Ein sechzehnjähriges Mädchen steht mit seinen beiden nur um wenige Jahre älteren Mittätern in Moabit unter Mordanklage. Wieder mühen sich die Sachverständigen, in die Avgründe dieser Kmoes>eele Hinernzuleuchten, wieder steht die Oefsentllchteit ratlos vor ger Gleichgültigkeit der jugendlichen Mörderin. Man hat in oen letzten Jahren häufig, viel zu häufig, im Gerichlssaal Kinderpsychologie treiben müssen. Was hat hier die Schuld?. Gelockerte Disziplin, „das Fehlen sittlicher und weltanschaulicher Grundlagen", wie es eine Sachverständige im Krantz- Prozeß formuliert hat, oder falsche Einstellung der Erwachsenen?
Die Disposition, die einen Menschen im unreifen Aller zum Mord treibt, ist durch verschiedene Umstände bedingt. Jeder Mordprozeß mit jugendlichen Angeklagten hat daher Anspruch aus besondere Beurteilung — nichts wäre salscher als Verallgemeinerung. Mehr als beim Erwachsenen herrschen beim Kind Gefühle und Affekte, gute und böse Neigungen; sie herrschen, und dies ist entscheidend, Hemmungslos, denn sie sind noch von keiner festen Weltanschauung, keiner sozialen Einsicht, keiner Lebenserfahrung gezügelt. Die ungehemmte Phantasie, ausgepeitscht durch tausend äußere unverarbeitete Eindrücke, irregeleitet durch schlechte Lektüre oder Verführung, zu nachsichtige oder zu strenge, also in jedem Fall falsche Erziehung ist der Nährboden schlimmer Gedanken und schlimmer Taten. Bei jugendlichen Verbrechen kann man deutlich die Ursachen in zwei Gruppen eintei» len: der Einfluß von außen und die innere Anlage. Das Kind, das aus zerrütteten Familienverhältniffen kommt, in Not und Entbehrung aufwächst, dem die Eltern ein falsches Vorbild geben, wird leicht auf die Bahn des Bösen gedrängt. Es gibt natürlich auch Fälle, in denen die beste Erziehung wirkungslos bleibt, weil das schlechte Beispiel von Freunden stärker ist. Geistig zurückgebliebene Kinder unterliegen der Verlockung am Leichtesten. Bei anderen wiederum wirken die krankhafte Veranlagung oder schwere erbliche Belastung so stark, daß der Jugendliche selbst dann, wenn er aus geordneten Verhältnissen stammt, strauchelt Auch eine überhitzte Phantasie, übersteigertes Ehrgefühl und der Nachahmungstrieb können zum Bösen führen. Die abstoßende Unfähigkeit zur Reue kommt fast immer aus schlechtem Erbgut und krankhafter Veranlagung.
Freilich: Verbrechen bleibt Verbrechen, auch wenn die Motive begreiflich sind. Man erinnert sich noch an den Prozeß Krantz, dessen Ausgangspunkt die Mordtat des Günther Scheller war, der den Liebhaber seiner Schwester und dann sich selbst getötet hatte. Eltern sollten das Ehr- und Feingefühl ihrer Kinder achten. Als vor einigen Jahren ein höherer Beamter seinen Sohn wegen eines kleinen Vergehens züchtigen wollte, zog der Junge plötzlich einen Revolver aus der Tasche und schoß auf den Vater, der den Verletzungen bald erlag. Erschreckender sind die überaus zahlreichen Fälle, wo Kinder aus materiellen
Gründen zur Mordwaffe greifen. Im Jahre 1927 schlug eine Siebjehnjährrge in Wien ihre Tante, die üJiutierftelle an ihr vertrat, nieder, weil sie kein Ballkleid besaß und sich Geld beschaffen wollte. Ein Sechzehnjähriger, der unbedingt ein Fahrrad besitzen wollte, erschlug deshalb einen alten Mechaniker. In der Berliner Stadtbahn verübte ein Jugendlicher an einem ihm unbekannten jungen Mädchen Raubmord — er brauchte dringend Geld, um seiner Braut ein Geschenk zu machen. Ein fünfzehnjähriger entsprungener Fürsorgezögling ermordete 1926 in Oranienburg eine
vurg eine ganze Familie, drei Menschen, denen er hätte dankbar sein müssen, und beraubte die Toten.
Gier nach Geld hat auch die Neumann und ihre Freunde zu Mördern werden lassen. Aber sie weifen zugleich auch Aehnlichkeit mit einer anderen Kategorie auf, deren Charakteristikum moral insanity ist. Man erinnert sich noch des Sensationsprozesses gegen die Millionärssöhne Loeb und Leopold in Chicago. Ein klassischer Fall ereignete sich 1927 in der höheren Lehranstalt von Baschkirir in Rußland. In einer Debatte über „Raskolnikow" behauptete der Schüler Slowokotow, der Wille des Menschen kenne keine Grenzen; er selbst werde deshalb auch einen Mord, wenn er ihn sich einmal vorgenommen habe, ohne Gewissensbisse ausführen. Man lachte über diese Redensarten; aber eine Klassenkollegin erbot sich, das Versuchsobjekt zu spielen, denn sie zweifelte, daß es Slowokotow ernst sei. Aber er machte seine Worte wahr, indem er dem Mädchen vor der ganzen Klasse den Dolch in die Brust stieß. Um seine Reuelosigkeit zu beweisen, stellte er selbst den Tod des Opfers fest, besuchte ein Wirtshaus und dann ein Kino. Von den Sachverständigen für vollkommen normal befunden, erhielt er die Höchststrafe von zehn Jahren Gefängnis. Im Jahre 1929 wurde in Stoutham (Virginia) eine Lehrerin in ihrer Wohnung enthauptet aufgefunden, die ganze Wohnung war durchwühlt. Fingerabdrücke wiesen auf ungewöhnlich kleine Hände; äls Täterinnen wurden drei Mädchen im Alter von 13 und 14 Jahren festgestellt, die wegen sexueller Verfehlungen hatten bestraft werden sollen. Sie hatten die Lehrerin vergebens um Schonung gebeten; da ergriff die eine ein scharfes Hackmesser und schlug damit der Lehrerin an den Hals; die Schlagader wurde verletzt, die Frau stürzte, und die drei Kinder trennten mit der Mordwaffe den Kopf vom Rumpf. Nachdem sie endlich die kompromittierenden Berichte gefunden und verbrannt hatten, reinigten sie sich und verließen unbemerkt das Haus.
Das sind ein paar Fälle, aus vielen herausgegriffen. Dabei handelt es sich keineswegs um eine Folge des Krieges, wenn auch die unruhigen Jahre nicht ohne fühlbaren Einfluß geblieben sind. Seit 1882 ist die Kriminalistik der Jugendlichen stärker angewachsen als die der Gesamtheit, und in den letzten Friedensjahren war vor allem der prozentuale Anteil der Jugendlichen an Morden gestiegen.
sten Fällen liegt ihnen nur daran, sich selbst auf leichte Weise zu bereichern. Der erste Schritt dazu ist eine gedrucktes Formular folgenden Inhalts:
Vorschußlose
Abzahldarlehen sofort und bis tret an kreditwürdige Personen zu vergeben. Zinsen niedrig. Rückzahlung bequem. Offerten an I, B u. Z.
Wer sich auf ein derartiges, sehr nettes und liebenswürdiges Angebot meldet, erhält noch kein Geld, sondern er muß im Gegenteil erst einmal etwas bezahlen, und zwar ungefähr 30—50 RM. Da gib# es nämlich „Bearbeitungsgebühren", „Recherchengebühren", bte selbstverständlich vorher und zwar sofort zu erlegen sind, damit der Geldgeber sich über die Kreditwürdigkeit des Darlehnsbesuchers unterrichten kann. Bei Darlehen von 200 RM muß eine Bearbeitugsgebühr von 15 RM gezahlt werden, bei höheren Darlehen mehr. Will man 500 RM geliehen erhalten, dann kostet die Einschreibegebühr oder Bearbeitungsgebühr 30 RM, die Gebühr für Recherchen — das ist nicht Bearbeitung und muß besonders bezahlt werden — 20 RM. So ist der Geldsucher einmal erst 50 Mark los. Bekommt er dann das Geld, dann muß er 2 Proz. monatlich Zinsen Zahlen, also 24 Prozent jährlich. Eine Abschlußprovision in Höhe von 3—4 Prozent wird sofort abgezogen, und die erwähnten anderen Ausgaben kommen dazu. In vielen Fällen werden Wechsel anstatt Geld gegeben, dann ist bas Geld noch viel teurer. Das sind aber die Glücklichen unehrlichen Fälle. Wenn die Auskünfte nicht gut genug lauten, gibt es natürlich kein Geld und die bezahlte Summe ist verloren. Bei der großen Zahl täglicher Fälle ist auch die Zahl der kreditunwürdigen Darlehnssucher beträchtlich, also die Einnahme ober Gegenleistung groß. Das gedruckte Flugblatt kostet den Bruchteil eines Pfennigs. Es liegt nahe, daß bei einem derartigen Betrieb u. bei dieser leichten Möglichkeit, Geld zu verdienen, auch Unredliche sich der Sache annehmen, die nur auf die „Gebühren Wert legen. Dann gibt uns hin und wieder ein Gerichtsbericht Auskunft, wie leicht man Geld verdienen kann, und wie schamlos bedürftige und notleidende Menschen von gewinnsüchtigen Schwindlern unter der Maske der Gesetzlichkeit ausgebeutet werden. Es sind meist „Geldgeber" ohne Geld, die sich als Helfer in der Not anpreisen. Man kann aus dieser Darstellung ersehen, wie sehr Vorsicht am Platze ist.
Europas Geburten- rückgang
Deutschland an der Spitze. — Das kinderreiche Osteuropa
Europa, dessen Bevölkerungszahl im Laufe der letzten 100 Jahre von 230 Millionen auf etwa 475 Millionen angestiegen ist, sich also in der Zeit von 1830 bis 1930 mehr als verdoppelt hat, tritt neuerdings mehr und mehr in das Stadium der Beoölke- rungsstagnation ein. Wenigstens gilt dies für West-, Mittel- und Nordeuropa, wo die Geburtenhäufigkeit bereits derartig zurückgegangen ist, daß nur noch ein ganz geringfügiges Wachstum festzustellen ist. Wie der Direktor im Statistischen Reichsamt Berlin, Dr. Burgdörfer für Deutschland festgestellt hat, reicht die Geburtenzahl schon nicht mehr aus, um den DevöUerungsstand zu halten. Der Ge-
v^ämMen Äpmen^eieulgt M oav man nunmehr auf große Entfernungen sprechen konnte und Lautverstärker taten das Uebrige.
„Geld leicht m verdienen^
Der Mann, der durch Sitzen Geld in Massen verdient — Berliner Auktionen — Die Schliche
und Künste der „Kreditgeber ohne Geld
.Geldgeber'
In der heutigen Not- und Krifenzeit, unter der alle Erwerbszweige ächzen, gibt es einige Berufe, die auf seltsame und sehr leichte Art Geld verdienen, und zwar ün el Geld, Summen, auf die man neidisch werden könnte. Da ist ein Mann, der nur durch Dasitzen Geld verdient. Er tut nichts, arbeitet nicht, handelt nicht, sondern „sitzt". Allerdings hat er sich einen wichtigen Ort ausgesucht, wo sein Sitzen eine Art von stillschweigender Bedrohung ist. Er gehört nämlich zur „Chawrusche". Mit diesem fremdartigen Wort wird die freiwillige Gemeinschaft der Händler bezeichnet, die auf Auktionen anwesend sind. Ihr Weizen blüht vorzüglich in Notzeiten, wenn den Armen das letzte Hab und Gut gepfändet wird. Dann gebt es für sie eine Menge „Ssore", d. h. Ware, die sie billig erstehen durch die man viel Geld, verdienen kann, auch wenn man nichts tut und nichts kauft. Bei den Versteigerungen kommt es nämlich für die „Eaw- rusche"' darauf an, daß nicht geboten wird. Wenn sich keine Bieter finden, dann kann man Schreib- Maschinen und andere wichtige Bedarfsartikel für
ehemaligen Eigentümer gedient, der nichts oder fast nichts für sein gepfändetes Eigentum erhält, und noch fast die ganze Summe schuldig bleibt, obwohl er dafür seine Wertgegenstände hergeben mußte. Aber der „Chawrusche" ist damit gedient Einer von ihnen ersteigert die Ware für eine geringe Summe, und dann wird sie innerhalb der Gesellschaft noch einmal privatim aber zum normalen Preis versteigert. Wenn z. B. eine Schreibmaschine 20 Mark bei der offiziellen Versteigerung gebracht hat, bei der „privaten" aber 70 Mark, dann wird der Ueberschuß von 50 Mark unter den
Mitgliedern der „Chawrusche" verteilt
Es gibt
bewußten Geburtenbeschränkung und das deutsche Volk befindet sich auf dem Wege zum Zweikinder- system, in den Großstädten herrscht sogar praktisch bereits das Einkindersystem. Zur Erhaltung des Volksbestandes sind jedoch nicht zwei, sondern 3 bis 4 Kinder je Ehe erforderlich. Vorangegangen auf dem Wege der Geburtenbeschränkung ist das französische Volk. Ihm folgten um die letzte Jahrhundertwende die meisten Völker des abendländischen Kulturkreises. Heute wird die Geburtenbeschränkung am radikalsten in Deutschland durch- geführt. Nicht mehr das französische, sondern das deutsche Volk marschiert heute an der Spitze der Geburtenbeschränkung. Unberührt von dieser Bewe-
EäS^ I : ÄS ?ÄÄ Ä %» ÄLS hnnUjA^^
"'^^ ^^^ ^O^- 3um Dank ^chur werden sie an auf Belgien ist in dieser Hinsicht um 8 Prozent und ^mUeberprels beteiligt. Das einfachste und nstko- I Frankreich, das klassische Land des Geburtenrück- lcheste Geschäft, das , sie machen können. sogar um 12 Prozent lebensfähiger als
viel Gegenstände aus diese Weise behandelt wer- Deutschland. In Dänemark, Norwegen, der Tschecho-
den, so ist auch der Verdienst unter Umständen be-
trächtlich. Es soll Leute geben, die nur durch Dasitzen in den Auktionsräumen ein Ministereinkommen haben.
Ein anderer Berufszweig, der von der Not der Menschen lebt, ist der der „Geldgeber". Sie sind darauf bedacht, der notleidenden Menschheit unter die Arme zu greifen, und da sehr viele notleidend sind, so ist ihr Tätigkeitsgebiet sehr groß. Es wächst lawinenartig mit der wirtschaftlichen Krise. Aber nicht immer ist der edle Drang, den Mitmenschen zu helfen, die Triebfeder ihres Handelns. In den mei-
nt lebensfähiger als _ - . orwegen, der Tschecho
slowakei und in Lettland liegt die Fortpflanzungsintensität rund 20 Prozent über der deutschen, in Finalnd um 29 Prozent, in Ungarn um 32 Prozent, in Litauen um 42 Prozent und in den Niederlanden um etwa 50 bis 60 Prozent. Vor allem aber wird Deutschland aber in dieser Hinsicht von den südromanischen Ländern, z. B. Italien um 51 Prozent und Spanien um 61 Prozent übertroffen, während Polen sogar um 76 Prozent, Bulgarien um 91 Prozent und schätzungsweise das europäische Rußland um 119 Prozent den deutschen Geburtenstand übersteigt.
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