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Samstag den 31. Januar 1931

Nr. 26

Gelnhausen.

m Somborn, 30. Jan. Der Zentralverband christl. Tabakarbeiter hatte in den Saal von Otto Gutmann eine Organisationsversammlung einberu­fen, welche recht gut besucht war. Herr Gewerk­schaftssekretär Betzel-Offenbach hielt ein aufklären­des Referat, in welchem er zum Schlüsse den An­schluß an den Christl. Tabakarbeiter-Verband emp­fahl. Auch Herr Pfarrer Dangel machte Ausfüh­rungen, die darin gipfelten, daß jedem christlich Denkenden der Beitritt zum christl. Verband seine Jnteressenwahrung sichere. Die gesamte Aussprache war von einem durchaus ruhigen ynd sachlichen Geiste getragen. Die Ortsgruppengründung für er­wähnten Verband dürfte als gelungen zu betrachten fein, nachdem sich 44 in der Tabakindustrie beschäf­tigte Personen als Mitglieder eintrugen.

Aus Sva«V-u«t a. M

Der Höchster Pfandhaus-Prozeß

: Zu Beginn des vierten VerhanLlungstages verlas der Vorsitzende wieder ein anonymes Schrei­ben an Dillmann. Die Verteidigung hatte gegen die Verlesung Protest erhoben, . da ein anonymes Schreiben nberhMpt nicht wert sei, vor Gericht verlesen zu werden. Der am ersten Verhandlungs- tag als Sachverständiger abgelehnte Direktor Neu­meyer vom Frankfurter Pfandhaus wurde als Zeuge vernommen. Er erklärte, daß in sämtlichen Pfandhäusern Deutschlands bei der Annahme von Pfältdern grob fahrlässig vorgegangen werde und gestohlenes Gut zu finden sei. Er mußte zugeben, daß in Frankfurt in zahlreichen Fällen Pfänder ohne Eigentumsnachweis belieben worden find. Der Zeuge verwahrte sich gegen den Vorwurf des Konkurrenzneides. Daß Dillmann keine Konkurrenz fei, gehe aus der Tatsache hervor, daß das Frank- ' fünfer Pfandhaus im Jahre 1929 in 267 000 und 1930 in 500 000 Fällen in Anspruch genommen worden sei und der Besuch immer noch stärker werde. Mehrere Zeugen bezeichnen Sillmann als einen seriösen und tüchtigen Geschäftsmann, der unbedingt korrekt gehandelt habe. Am Nachmittag kamen die Weingeschäfte Dillmanns Mr Sprache, wobei der vielgenannteZeller schwarze Herrgott" eine Hauptrolle spielt. Doch auch diese Angelegen­heit wird zu Wasser, denn die Anklage beruht auch in diesem Punkte auf Irrtümern, die in erster Linie durch die mangelhafte polizeiliche Vorunter­suchung entstanden sind. Die ganze Anklage steht nur noch auf sehr schwachen Füßen. Dillmann hat in vielen Fällen sogar hohe Summen Mgesetzt. Im ganzen wurden am heutigen Tage 20 Zeugen ver- nommen. Gegen 4 Uhr wurde die Verhandlung bis Montag ausgesetzt.

Die Tolschlagsaffäre in der Niddasiraße.

: Zu Beginn des zweiten Verhandlungstages lehnte der als^ Nebenkläger zugelassene und von Rechtsanwalt Steinschneider vertretene Kommunist Schadt den als Berichterstatter in der Sache berufe­nen richterlichen Beisitzet Landgerichtsrat Dr. Krebs als befangen ab, da dieser Richter langjähri­ges,. Mirglied der Nationalsozialistischen Arbeiter­partei sei. Der Vorsitzende verwies den Nebenkläger darauf, daß ein solcher Antrag nur vor Verlesung des Eröffnungsbeschlusses gestellt werden könne. Staatsanwalt und Verteidiger beantragten Ableh­nung des Antrages. Das Gericht zog sich zur Bera­tung zurück und es wurde dann der Beschluß ver­kündet, daß der Antrag als verspätet zurückzuweisen sei. Der Nebenkläger erkundigte sich dann, ob sich Krebs nicht selbst für befangen erklären wolle. Der Vorsitzende betonte demgegenüber, daß die Abgabe einer solchen Erklärung jetzt nicht mehr möglich sei. Das Gericht trat dann in die Zeugenvernehmung ein, u. zwar wurden zunächst solche Zeugen vernommen, die über die Geschehnisse vor der Tat berichten konnten. Es würden u. a. die Wirtsleute Heun als Zeugen vernommen. Sie lassen sich eingehend über die Vorfälle aus, doch versagt an manchen Stellen ihr Erinnerungsvermögen, oder sie haben Vor­gänge, auf die es wesentlich ankam, nicht wahrge­nommen. Eine Anzahl geladener Zeugen, die noch nicht vernommen werden konnten, wurden für näch­sten Donnerstag bestellt, um diè für Montag und Dienstag getroffenen Dispositionen nicht umzu­stoßen. Der Verteidiger Seipels hatte einen Haft­entlassungsantrag gestellt. Dieser Antrag wurde vom Gericht wegen Flucht- und Tatverdachts abge­lehnt, nachdem ärztlicherseits die Haftfähigkeit des Angeklagten bejaht wurde. Die Verhandlung wurde dann auf Montag vertagt.

Bekrugsversuch bei der Frankfurter Steuerkasse.

: Ein Beamter der Städt. Steuerverwaltung, Ab­teilung Wertzuwachs- und Grunderwerbssteuer, hatte eine Aufnahmeverhandlung zwecks Rücker- statung von Wertzuwachssteuer fingiert und dabei die Unterschrift eines angeblichen Antragstellers ge­fälscht. Bei der in der Organisation der Steuerver­waltung vorgesehenen Nachprüfung durch den Ab­teilungsvorsteher wurde die Manipulation sofort entdeckt und der schuldige Beamte gab auf Vorhalt sein Vergehen zu. Zu einer tatsächlichen Unterschla­gung ist es infolgedessen nicht gekommen. Der Be­amte ist sofort aus dem Dienst entlassen worden.

Gesangswettsireii in Fechenheim.

: Der GesangvereinGesellschaft Gemütlichkeit" Fechenheim hat'den Delegiertentag zu seinem im Juli stattfindenden Jubiläumsfest mit Wertungs­singen auf Sonntag den 8. Februar, nachmittags 2 Uhr, im Saale des GasthausesZum Schwan" in Fechenheim anberaumt. Die Gesangvereine, welche zu diesem Delegiertentag Vertreter entsenden wollen, werden gebeten, von vorstehender Notiz Kenntnis zu nehmen. ___

M-edproreS iUM

Berlin, 30. Jan. Unter außerordentlich starten, Andrang des Publikums wurde heute die Ver­handlung gegen die Mörder des Uhrmachers Ul­brich fortgesetzt und zur weiteren Vernehmung des Angeklagten S r o l p e geschritten. Der Angeklagte schilderte die Vorgänge nach der Verhaftung. Er und Benzinger seien von den Polizeibeamten in Schlievelbein geschlagen und beschimpft worden. In Berlin habe ihin Kriminalkommissar Thomas ge­sagt, er solle die reine Wahrheit sagen, er erleichtere sich dadurch alles. Die Untersuchungshaft werde ab­gekürzt. Dadurch habe er sich eingeschüchtert ge- fühlt. Was er im einzelnen vor der Polizei ange­geben H^U, wußte Stolpe heute angeblich nicht mehr. Vor dem Untersuchungsrichter habe er die Aussage verweigert.

Der Angeklagte, der weiter befragt wurde, zö­gerte mit seiner Aussage. Auch Mahnungen seines Verteidigers nützten nichts. Auf Fragen Dr. Men­dels antwortete Stolpe schließlich, er habe vor der Polizei versucht, Aussagen zu machen, die mit denen von Lieschen Neumann übereinstimmten. Deshalb habe ich verschwiegen, daß Lieschen schon am Montag haben wollte, den Menschen um­zubringen. Sie wollte schon am Montag die Tat ausführen, weil sie fürchtete, daß er sonst sein Geld inzwischen zur Sparkasse bringen würde. Am Montag habe ich sie aber zurückgehalten. Sie sagte auch, es sei eiine Kleinigkeit für sie, den Mann allein umzubringen, wenn er schlafe. Sie wüßte ja, wo das Beil steht." Auf die Frage seines Ver­teidigers, ob Lieschen tatsächlich schon vorher davon gesprochen habe, sie würde selbst das Beil nehmen, antwortet Stolpe nach langem Zögern mit Ja. Vorsitzender:Und was sagten Sie daraus?"

Stolpe:Das geht nicht. Sie sagte, wenn sie am Montag nicht gehe, dann würde sie am Dienstag gehen."

Dann wurde Lieschen Neumann M den Aussagen Stolpes noch âmal vernommen. Sie erklärte, Stolpe habe am Sonntag mit ihr über die Ausführung der Tat gesprochen. Von Montag sei überhaupt nicht die Rede gewesen. Der Besuch bei Ulbrich wäre ja am Dienstag verabredet gewesen. Mit Benzinger habe Stolpè auch verabredet, er wolle Ulbrich erwürgen, damit er nicht brülle. Als bann Benzinger nach der Tat sagteEr ist schon grün und blau," da habe sie selbst gesagt:Wenn er sich nochmals umdreht, dann nehme ich das Beil". Ob sie nun das Beil tatsächlich in die Hand genommen hat, weiß sie heute nicht mehr, bereit-

Dev Ovoretz gegen Tausend

München, 30. Jan. Die heutige Sitzung des Tausend-Prozeß begann mit der Vernehmung des Sachverständigen Hütteningenieur Dr, Sterner- Rainer aus Neckarsulm, der verschiedene Ver­suche Tausends geprüft hat. Der Zeuge hält nach dem jetzigen Stande der Wissenschaft das Tau­fe n djchen Derfâhrenfür unglaubbar. Er hat auch Versuchen mit der Goldherstelluna bei- -gewöhnti "Auch diese ergäben mir ein geringes Er- gebnis. Der Zeuge betrachtet es als wahrscheinlich, daß die gewonnenen Goldmengen bereits in dem Ausgangsmaterial vorhanden waren. Die Mög­lichkeit einer Atomumwandlung will der Zeuge nicht absolut verneinen. Auf eine Frage des Ver­teidigers verneinte Dr. Sterner-Rainer die Mög­lichkeit, aus einem einwandfreien Ausgangmaterial das Fünf- bis Sechsfache an Gold herauszuholen, was vorher durch Analyse festgestellt worden sei. Er gibt aber zu, daß auch bei einem bis zum Er­folg durchgeführten Verfahren später immer wie­der Mißerfolge eintreten können. Nach längerer Debatte beschloß das Gericht, die Fragestellung durch den Sachverständigen zuzulassen. Die Sach­verständigen wurden auf Wunsch der Verteidigung vereidigt, und hierauf richtete Professor Röntgen an den Zeugen die beteffenden Fragen.

Als weiterer sachverständiger Zeuge wurde der Nahrungsmittelchemiker Professor Schöller- Berlin vernommen. Er hat im Auftrag der Wiener Schöller-Gruppe das Verfahren Tausend einer Prüfung unterzogen. Der Zeuge hält es für mög­lich, daß eine Verbesserung der Goldgewinnung aus Blei erzielt werden könnte, doch sei dieses Verfahren für eine praktische Verwertung zu kost­

Aus KM mtb Seen,

âundsebungsvevbot in Hessen

Darmstadt, 30. Jan." Seitdem in den an Hessen grenzenden Gebieten eine Reihe von Uniform- und Umzugsverboten erlassen worden sind, benutzen außerhessische Ortsgruppen der Nationalsozialistischen Partei das Land Hessen immer häufiger als Auf­marschgebiet. Dabei ist es in letzter Zeit wiederholt zu schweren Ausschreitungen gekommen. Die hes­sische Regierung hat deshalb eine ArtEinfuhr­verbot" für nichthessische Nationalsozialisten er­lassen. Das Verbot erstreckt, sich nur auf Umzüge, Durchmärsche und Versammlungen unter freiem Himmel, nicht aber auf Saalversammlungen. Im Kreis Bensheim, in dem es in letzter Zeit besonders unruhig zuging und wiederholt schwere Zusammen­stöße erfolgten, ist eine alle Parteien treffendes Kundgebungs- und Versammlungsverbot auch in den Sälen erlassen worden.

gestellt habe sie es nicht, es habe immer neben dein Bett am Ofen gestanden. Auf dringendere Fragen blieb die Angeklagte Neumann dabei, sie habe tat­sächlich auch schon vorher von dem Beil gesprochen. Das sei die Wahrheit, sie habe also am Mittwoch gelogen.

Die Beweisaufnahme begann mit der Vernehmung des Leiters der Justizpressestelle in Moabit Lairdgerichtsrat Dr. Becher, darüber, aus welchem Grunde er sich den Angeklagten Stolpe habe vorführen lassen und weshalb er ihn darüber befragt habe, ob Stolpe in einem anderen Prozeß vor dem Amtsgericht Pankow (Stolpe war ange­klagt seinem Vater einen Mantel gestohlen zu haben) Lieschen Neumann beschuldigt habe, die geistige Führerschaft beli dem Mord gehabt zu haben. Landgerichtsrat Becher wies darauf hin, daß er Stolpe nur mit Genehmigung des Unter­suchungsrichters und in dessen Gegenwart ge­sprochen habe. Er habe keineswegs an den Ange- schulbigten Fragen gerichtet, die sich auf die Mord­sache bezogen, sondern lediglich ihn über die Pan- kower Gerichtsverhandlung, die mit der heutigen Hauptverhandlung gar nichts zu tun habe, befragt, da falsche Berichte darüber in die Presse gelangt seien.

Zwei Frauen, die Lieschen im Gefängnis be­obachteten und sprechen konnten, gaben der Ange- klgaten ein recht gutes Zeugnis.Einige Minder- wertigkeiitskomplexe," so meinte die eine,aber doch recht viel Seele."

Kriminalkommissar Thomas war als erster zu dem toten Uhrmacher gerufen worden und schil­derte den Befund. Lieschen Neumann habe der Polizei eine ausführliche Darstellung der Tat selbst gegeben. Von ihr erfuhr die Kriminalpolizei auch, wohin sich Stolpe und Benzinger begeben hatten, so daß diese festgenommen werden konnten. Eine gewisse Reue habe der Zeuge bei allen dreien be­obachtet. Sie hätten nicht versucht, sich die Tat gegenseitig MMschieben.

Auch der Zeuge Kriminalsekretär Schmettau, der gleich zu Anfang in der Sache tätig gewesen war, gab eine ganz ausführliche Darstellung der Tat, wie sie die Neumann ihm bei ihrem ersten Geständnis geschildert habe. Auch nach dieser Dar­stellung war das Erwürgen vorher verabredet.

Morgen wird Schmettau zunächst in nichtöffent­licher Sitzung über das Sexualleben der Angeklag­ten Neumann vernommen werden.

spielig. Die Theorie Tausends sei ihm als völlig sinnlos erschienen, sie sei praktischstes Laientum.

Der Kriminalkommissar Weiß aus München, der bei den Versuchen im Münzamt anwesend war. sagt aus, daß er trotz schärfster Ueberwachung bei den Versuchen keinerlei betrügerische Manipulationen habe entdecken können.

Ferner wurde der' Direktor des Hauptmünz­amtes München, Dr. K ö l l, als Zeuge vernom­men. Dann wurden die Protokolle über die beiden Versuche in der Münze verlesen. Danach war der erste Versuch, der vom 25. bis 27 Juni 1929 mit Material, das Tausend zur Verfügung gestellt wurde, gemacht worden war, negativ. Der zweite Versuch fand vom 30. September bis 3. Oktober 1929 gleichfalls in der Münze statt. Dieser Versuch ergab schließlich ein Zehntel Gramm Gold und ein Vierzigstel Gramm Silber. Auffallend erschien da­bei Dr. Köll, daß der von Tausend übergebene Ma­terialkern dieselbe Legierung zeigte, wie das Metall, aus dem die Goldfedern eines Füllfederhalters her- gestellt werden. Er hatte daher die Vermutung, daß trotz scharfer, Ueberwachung durch irgendwelche Machenschaften Gold eingeschmuggelt worden sei.

Auf Antrag des Staatsanwaltes beschloß dann das Gericht, daß der Füllfederhalter, den Taufend in seinem Besitz hat, herbeigeschafft werden soll. Als der Füllfederhalter herbeigeholt war, stellte es sich heraus, daß es nicht der Füllfederhalter war, den Taufend bei dem ersten Versuch in der Münze bei sich trug. Hierzu, erklärte Tausend, daß ihm zwischen dem ersten und zweiten Versuch in der Münze der Füllfederhalter abgenommen worden sei.

Selbstmörder wirst sich vor den Fug

Goddelau, 30. Jan. Der in den 30er Jahren stehende aus Goddelau stammende Philipp Schaff­ner hat sich heute in der Nähe des Bahnüberganges Goddelau-Erfelden von einem Zuge überfahren lassen. Schaffner wurde von der Lokomotive der Kopf vom Rumpf getrennt, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Der Grund zu der Tat dürfte in einer Krankheit Schaffners zu suchen sein.

Attentat auf den eigenen Vater.

Neuwied, 30. Jan. Einen rohen Streich führte ein Fabrikarbeiter in dem Westerwaldort Heiligenroth gegen seinen eigenen Vater aus, mit dem er sich schon längere Zeit sehr schlecht vertrug. Er schlich sich am Spätabend des 29. Juli v. Js. an die Wohnung seines Vaters und warf durch eine Fensterscheibe einen schweren Basaltstein nach dem Vater, der mit Bekannten ruhig in der Küche saß. Das Amtsgericht Montabaur hatte den Angeklagten zu 50 Mk. Geldstrafe verurteilt. Die Strafkammer in Neuwied verurteilte in der Berufungsverhand­lung den Angeklagten zu zwei Monaten Gefängnis.

Grohseuer im Mannheimer Jndustriehafen

Mannheim, 30 Jan. Im Mannheimer Jn< dustriehafen brach Freitag abend nach 21 Uhr in der Lackfabrik Groß u. Perthum ein Gröbste, aus, das im Fabriktionslager seinen Ursprung nahm. Man glaubt, daß Kurzschluß den Brand hervorgerufen hat. Sämtliche Feuerwehren v« Mannheim und Ludwigshafen waren am SBranit platz erschienen. Gegen 22 Uhr war der Brand hauptsächlich durch das ausgezeichnete Funk, tionieren der Schaumlöschgeräte auf seinen Herd beschränkt. Verbrannt sind hauptsächlich LG fabrikate und Fabrikationsgeräte. Der Brand- und Materialschaden ist beträchtlich. Die Lackfabri! Groß u. Perthum war bereits vor vier Jahren bei Schauplatz eines großen Brandes

Diebstahl mit dem Tode bezahlt

Kirchheimbolanden, 30. Jan. Der 30jch, Arbeiter Johann Mattern und sein Freund Bal Veit wollten abends aus einer in unmittelbar« Nähe des Dorfes stehenden Arbeiterhütte einen starken Dachbalken stehlen, den Mattern Mr Er bauung eines Schuppens gut gebrauchen tonnte. Indessen kehrten die beiden nicht mehr von ihm Diebesgang zurück. Als die in größter Unruh wartenden Angehörigen schließlich Nachschau hh,, ten, fanden sie die Bauhütte völlig zusmnm^ gestürtzt und Mattern zerquetscht darunter lieget Durch die Fortnahme des HauptverbindungsbA kens war die Hütte zusammengebrochen und hch den in der Mitte befindlichen Mattern totgebriitfi Weit war in einen Hohlraum zu liegen gefomm(t und konnte sich nach längerer Zeit berausarbeitet Er hat einen Armbruch davongetragen. Die Leih des Mattern wurde nach Aufnahme des Tatbest« des freigegeben.

Aus attev Wett.

«ebevfall auf ein Standesamt

Berlin, 30. Jan. Ein maskierter und ein u» massierter Räuber versuchten heute nachmittq einen Ueberfall auf das Standesamt m der Ella befer Straße im Norden Berlins. Die Tür zu tun Zimmer des Dienstleiters Riegler im ersten St« wurde plötzlich abgerissen und herein trat eil massierter Mann mit einer Waffe in der Hau Ohne ein Wort zu sagen, richtete er die Münüm auf den Beamten, Riegler aber sprang geistesaeg» wärtig auf und schrie den Burschen an,' er solle [if hinaus machen. Dann eilte er in das Nebenzimmer um Hilfe herbeizuholen. Dort sah er auf der Tw schwelle einen unmaskierten Burschen, ebenfalls mit einem Revolver in der Hand. Diesen fordert er auf einzutreten. Auf den Räuber mit der Mark batte das energische Verhalten aber solchen Ei« druck gemacht, daß er es vorzog zu verschwind« Der unmaskierte wartete immer noch auf ein 6» nal seltnes Kumpans. Als sich nichts hören machte auch er kehrt und verschwand. Jnzwische waren noch andere Beamte hinzugekommen, di ab geblitzten Räuber waren aber WM^Mehr j

Das Schicksal des GvSn- kandoxveditio» Nv. âtM

Kopenhagen, 30. Jan. Von der im Herbst 192! unter Führung von Dr. Krüger-Darmstadt und bei Dänen Axel Bjerre abgereisten Expedition naj Nordgrönland ist jetzt eine Nachricht in Kopenhagen eingetroffen, ein am Silvesterabend von Axe Bjerre an seine Verwandten in Kopenhagen ge­schriebener Brief. WieBerlingske Tidende' schreibt, befürchtet man jetzt, daß Dr. Krüger uni Axel Bjerre in den Eisfeldern umgekommen W Die beiden der Expedition angehürenden wissM schaftlichen Teilnehmer sind bereits zu einem früheren Zeitpunkt nach Deutschland zurückgekehrl Von kanadischer Seite wurde eine Reihe ergebnis­loser Nachforschungen angestellt. Der ehemalig: Kolonialverwalter Grönlands erklärte dem BlÄ gegenüber, daß die Kolonieverwaltung die Sach untersucht habe, daß aber niemand in Grönland positiven Bescheid darüber geben könnte, wo sich bis Expedition befände. In Regierungskreisen glaubt man jedoch nicht, daß die Expedition umgekomm« ist. Dr. Krüger und Axel Bjerre haben beide gründ­liche Kenntnisse über arktische Reiseverhältnisse, uni man ist der Ansicht, daß beide überwintern könnten, wo sie sich auch befinden mögen.

GeschMliches

* Puppen als Varieke-Sünskler. Bei der Firm Leonhard Tietz wird ab Montag, 2. Februar, bis Samstag, 7. Februar, ein Marionetten-Theater g"' stieren. Eine luftige quitschlebendige Truppe, bei man von vielen Gastspielen im In- und Ausland große Erfolge nachsagt.

Es ist alles in diesem Ensemble vorhanden, i^ dazu dienen kann, eine Stunde wie im Flug von überziehen zu lassen. Es werden Nummern gn zeigt, wie sie in einem Theater mit wirkliche» Menschen als Darsteller niemals zu sehen sind. 2^ Marionetten sind die größeren Künstler, Tanzet Sänger, Artisten, Zauberer, Dresseure, Musikanteil, alle treten sie auf und alles wird über die Lei­stungen dieser kleinen Künstler staunen.

Mehr wollen wir für heute nicht sagen. Am Besucher, ob jung ob alt, werden ihre Freude daran haben.

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