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Samstag den 31. Januar 1931
Nr. 26
Das Wetter dev nächsten Woche
Winterlich, aber veränderlich ohne strenge Kälte
Der Witterungsverlauf der letzten Woche ist unserer Voraussage gemäß sehr wechselhaft gewesen. Das Hin und Hex zwischen Frost und Tauwetter hielt an; allerdings konnte sich der Frost nicht wieder in dem Maße durchsetzen wie in den Vorwochen, in denen die östlichen Gebiete des Reiches zeitweilig strenge Kälte hatten, und in denen auch die oberdeutsche Hochebene Temperaturen bis zum 18 Grad unter Null erreichte. Immerhin hatten sich auch um die Mitte dieser Woche südlich der Donau und des Oberrheins Kälteinseln gebildet, innerhalb deren, z. B. in der Zentral-Schweiz und im Allgäu, das Thermometer 9 bis 10 Grad unter Null zeigte. Völlig frostfrei ist ur ein kleinerer Teil des nordwestlichen Deutschland geblieben, obwohl am Ende der Vorwoche sowohl hier wie im ganzen Rheingebiet und im Alpenvorland die Temperaturen teils durch ozeanische Warmluftzufuhr, teils durch Föhnwirkung eine für die Jahreszeit beträchtliche Höhe — in Aachen, Frankfurt am Main und München 10, in Karlsruhe 13 Grad Wärme — erreicht hatten.
Im Augenblick befinden wir uns in einem neuen Stadium der Weiterentwicklung, die dadurch charakterisiert ist, daß sich die russische Winterantizyklone nordwestwärts über das nördliche Skandinavien nach dem Nordmöer ausbreitet. Der dorthin gerichtete Kaltlustabfluß ist bisher zwar noch nicht sonderlich stark; der damit verbundene Druckanstieg hat aber ausgereicht, um die atlantischen Zyklonen aus dem Raum von Island in eine südöstliche Bewegungsrichtung abzulenken. Daher die starken und verbreiteten Niederschläge am Mittwoch und Donnerstag, als ein Tief von der Nordsee mit seinem Kern nach dem mittleren Norddeutschland zog, nachdem wäh- rènd der ersten Tage der Woche Randwirbel auch im Südwesten und Süden des Landes ergiebige Niederschläge ausaelöst hatten, die namentlich im Allgäu in Gestalt starker Schneefälle niedergegangen waren. Die um die Wochenmitte erfolgten Schneefälle waren am ergiebigsten in dem Gebiet zwilchen Berlin und West-Volen.-Die dadurch teils neu zustande gekommene, teils verstärkte Schneedecke wird durch ihre abkühlende Wirkung die Ausbreitung des russischen Kältehochs zumindest auf die nördliche und östliche Hälfte Deutschlands begünstigen, so daß hier wahrscheinlich bei östlichen bis südöstlichen Winden Frost- wetter eintreten wird. Die Kälte dürfte aber infolge der Verfrachtung wärmerer Ozeanluft aus dem Bereich der atlantischen Depressionen nach Osten nicht sehr ^reng werden; überdies wird hier das Aufgleiten der Warmluft weitere Schneefälle auslösen. In den mittleren Landesteilen kann wiederholt mit raschem We^lel zwischen Frost und Tauwetter gerechnet werden, wobei es gleichfalls an Niederschlägen, meist in Form von S"bnee nicht fehlen wird. Der Wellen und Südwesten bis zu den Alp.en wird dagegen in erster Linie von der Warmluft der zu erwartenden atlantischen Depressionen überflutet werden, so daß hier meist ziemlich mildes und windiges Wetter mit Reoenfällen zu erwarten ist. Erst im Alvenvorland werden die vermutlich ergiebigen Niederschläge in Schnee übergehen. Das gesamte Witterungsbild der ersten Februarwoche wird also zwar ziemlich winterlich, dabei jedoch recht veränderlich werden.
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In einem Dorfe bei Fulda war die Ehefrau eines Ortseinwohners an Brustkrebs erkrankt. Sie begab sich in ein Krankenhaus, in dem eine Operation vorgenommen werden mußte. Bei dieser Operation handelte es sich um die Fortnahme einer krebsigen Brust und um die Ausräumung einer Achselhöhle von krebsigen Lymphdrüsen. Nach geraumer Zeit verspürte die operierte Frau, die inzwischen das Krankenhaus verlassen hatte, heftige Schmerzen im linken Arm und begab sich auf ärztliches Anraten zur Nachuntersuchung in das Krankenhaus, wo jedoch nichts festgestellt werden konnte. Da sich ihr Zustand nicht besserte, begab sich die Frau in Behandlung eines in der Nähe ihres Wohnortes praktizierenden Arztes, der nach Erweiterung der Wunde einen Verbandsstofftupfer zutage förderte, der in der Operationswunde zurückgeblieben war. Sechs Monate später ist die
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Karlchen ist da. Wer kennt ihn nicht, den lustigen Kerl, dessen Aufsätze über Aktuelles und Altmodisches uns schon so oft zum Lachen gebracht haben. Man sollte meinen, ein solcher Spaßmacher würde eine große Gemeinde haben. besonders in der jetzigen Zeit, da wir das Lachen doch so nötig haben. Aber es kamen nur ein paar Getreue, die aber dann durch ein paar Stunden Humor belohnt wurden. Ettlinger gehört zu den Wenigen — oder ist er sogar der Einzige —, dessen lustige Streiche ganz ohne Zote auskommen. Er greift mit seiner Lausbubenfrechheit in das Tagesgetümmel und fischt sich ein paar Alltäglichkeiten, die er durch feine Brille betrachtet. Sei es das Radio oder der Abrüstungsrummel, sei es der Sport oder das Zeitalter der Technik. Alles das nimmt unter feinen Händen etwas Scherzhaftes an. Er zieht den Dingen das ernste Gewand aus und überhängt alles mit Fastnachtsflitter, und siehe, mit einem Schlage sieht die Welt lustig aus. Ganz verändert. Was uns wichtig war, wird lächerlich. Große Dinge werden klein und nur zuweilen läßt sich das Scharfe, Kantige, Ernste nicht ganz zudecken und kommt zum Vorschein. Aber Ettlingers Humor hat nichts Scharfes, es ist als ob ein Boxer ein Kissen um seine Fausthandschuhe gewickelte hätte, man spürt den Schlag, aber er tut nicht weh. Ettlinger kitzelt uns sacht und wir schmunzeln und freuen uns über seine Bemerkungen. Karlchen hatte denn auch einen vollen Erfolg und. erhielt zur Belohnung viel Beifall, wofür er sich durch einige Zugaben artig bedankte. Rü.
svantsuviev SchauWelhaus
„vbaea"
von Friß von Unruh
o Die Uraufführung, diè in Berlin stattfand, war durch die Umarbeitung des Regisseurs und das Extemporieren der Schauspieler so ausgebaut und «mgebogen, daß die Intuitionen des Verfassers nicht mehr so klar und scharf herausgearbeitet er
wie erreiche ich eine Gieuerftunduns? Devrinlnng 6mm gefordert werden
Hunderte von Millionen an Steuern sind rückständig und es besteht wenig Aussicht, daß ein größerer Teil dieser Rückstände jemals den Steuerlasten zu- fließen wird. Wo nichts ist, da hat der Steuererheber sein Recht verloren. Diese üble Erscheinung ist zweifellos erstens auf die Ueberspannung der steuerlichen Leistungen, dann aber auch aus den Niedergang der Wirtschaft zurückzuführen, der besonders aus die Gewerbebetriebe druckt.
Da tritt an Tausende von Steuerpflichtigen die Frage heran: wie schütze ich mich vor Zwangsmah- nahinen, vor Pfändung, vor einem Ofsenvarungseid, wenn ich außerstande bin, die fälligen Steuern zu bezahlen.
Wir raten ihnen: Reiche ein Stundungsgesuch ein und geben jetzt einem Sreuerfachmann das Wort über das einzuschlagende Verfahren. Er sagt:
Stundungsanträge für Reichssteuern (Umsatz-, Einkommen- und Vermögensteuern, Lohnsteuern) werden an das Finanzamt gerichtet. Anzugeben sind die Gründe für die zeitweilige Zahlungsunfähigkeit und die Termine und Teilbeträge, nach welchen die Rückstände getilgt werden sollen. Bei größeren Steuerschulden und längerer Stundung soll das Finanzamt Sicherheitsleistung verlangen. Auch der Nachweis der derzeitigen Zahlungsunfähigkeit kann gefordert werden, z. B. durch Vorlage der Kassen-, Postscheck- und Bankkonten oder sogar einer Zwischenbilanz.
Umsatz- und Vermögenssteuer werden schwerer gestundet, leichter die Einkommensteuer, besonders wenn es sich um die Vorauszahlungen handelt und das Einkommen im Vergleich zu dem des Vorjahres zurückzugehen scheint (aus dem Umsatz zu beurteilen) oder bereits zurückgegangen ist. Ein regelrechter Rechtsanspruch auf Stundung der Einkommensteuer- Vorauszahlungen besteht, wenn das Einkommen gegen das des Vorjahres um mehr als ein Fünftel oder um mehr als 1000 RM zurückgegangen ist. Wird
Frau gestorben. Der Ehemann war der Ansicht, daß seine Frau nicht sorgfältig genug operiert worden sei und machte das Krankenhaus für die Arztkosten und sonstigen Aufwendungen verantwortlich, die durch die nach der Operation stattgefundene Behandlung der Wunde notwendig geworden war. Das hiesige Landgericht, bei dem eine Klage anhängig gemacht worden war, entschied wie folgt: Die Klage auf Feststellung, daß die Forderung des beklagten Krankenhauses an den Kläger für Krankenhausbehandlung nicht besteht, wird abgewiesen. Der Anspruch des Klägers auf Schadenersatz wird unter Aufhebung eines Versäumnisurteils des zuständigen Amtsgerichts, nach welchem das beklagte Krankenhaus verurteilt worden war, d^m Grunde nach für gerechtfertigt erklärt. Gegen dieses Urteil hatte das Krankenhaus Berufung eingelegt. Das OoerianDesgeriajriranelälsöe^
das Urteil des Landgerichts abgeändert bzw. aufgehoben, soweit es den Anspruch des Klägers auf Schadenersatz dem Grunde nach für gerechtfertigt erklärt hatte. Mit seinen weiteren Schadenersatzansprüchen wurde der Kläger abgewiesen. Auch die Aushebung des Versäumnisurteils bleibt bestehen.
wem sehSvt übevsahvenes wild?
Zu der von Wagners Südwestdeutschen Nachrichtendienst verbreiteten Abhandlung über obiges Thema, die auch im .^Hanauer Anzeiger" wiederaegeben wurde, schreibt eine Oberförsterei:
Die Behauptung, daß auf der Landstraße nicht der Jäger, sondern die Wegebauverwaltung oder
schienen, wie es ein Dichter vom Range Unruhs wohl verlangen kann. Es ist deshalb ein ganz besonderes Verdienst des Frankfurter Schauspielhauses, diese Pflicht gegenüber Unruh nachgeholt zu haben, wodurch die Frankfurter Phaea-Auffüh- rung so eine Art Uraufsührungsätmosphare erhielt. Der Zuschauerraum wies keine Lücke auf und es wimmelte von Fachleuten im Theater. Beifall auf offener Szene, und am Schluß kamen Darsteller und Dichter noch durch die kleine Tür des Eisernen. Das Frankfurter Schauspielhaus hatte einen großen Tag. *
Unruh ist nun auch bei der Komödie angelangt. Eine Komödie, die uns aber mehr nachdenklich als hèiter stimmt, die statt dem Lachen der Befreiung den Zweifel hinterläßt, und statt einer Bejahung die bange Frage um das Warum aufwirft. Der Expressionist ist in Unruh noch immer nicht gestorben, ebensowenig wie er sein Kriegserlebnis überwinden kann. Er fragt auch hier wieder nach dem Sinn des Mordens -der Völker.
*
Sein Held, der Dichter Uhle — mit vielen Zügen des Dichters — glaubt der Menschheit helfen zu können durch das Wort, aber man hört nicht auf ihn, man hört ja nie auf die Geistigen zu ihren Lebzeiten. Wer Uhle will die Masse zwingen und so verbündet er sich mit S. M., das ist Samuel Morris, der. Präsident der Toyfilmgesellschaft Phaea. Durch ihn will er seine Rede an die Nation halten, seine Worte, die die Menschheit wieder erwecken sollen, wieder leben lehren. Aber S: M. ist dem Dichter über. Er, - der Filmgewaltige, jagt nach dem Leben, nach der echten Wirchlichkeit, die unverfälscht sein muß. In feine Falle mit dem Zelluloidstreifen müssen sie alle hinein, der Dichter und das Mädchen aus dem Volk, das noch unverbraucht und natürlich ist. Er führt sie in den Tigerkäfig, um die Geste des erstem Schrecks aufzunehmen, führt ihr den Dichter zu, nur um Leidenschaft photographieren zu können, und ist begeistert, wenn es ihm gelingt, den Film des Lebens zu drehem nicht mit Schauspielern, sondern mit Menschen in ihren Schmerzen urtb Nöten. Beide Antipoden, der Dichter und der Filmkönig, platzen aufeinander. Geist und Materie Unruh -vermag nicht den einen über den anderen obsiegen zu lassen.
der Nachweis hierüber erbracht, so muß das Finanzamt stunden.
Gegen die Ablehnung eines Stundungsantrages durch bas Finanzamt ist die Beschwerde beim Lan- dessmanzamt möglich. Gleichzeitig mit dieser Beschwerde muß die Aussetzung der Beitreibung beim Finanzamt beantragt werden.
Gestundete Steuern sollen grundsätzlich verzinst werden. Die Zinsen werden meist nur dann nicht gefordert, wenn der Zinsbetrag nicht lohnt. — Fast immer werden die Stundungen nur „vorbehaltlich jederzeitigen Widerruss" ausgesprochen. Das hat den Zweck, die Beitreibung jederzeit wieder einleiten zu können, wenn die Sleuersorderungen gefährdet erscheinen. — Unzulässig und strafbar ist die Inanspruchnahme der Stundung unter nur vorgetäuschter Notlage oder Zahlungsunfähigkeit, wobei zu beachten ist, daß die Steuern nicht die Schulden sind, die man erst nach allen anderen Verpflichtungen abzudecken braucht.
Die Gewerbesteuer wird nicht von den Finanzämtern, sondern von den Gemeindekassen gestundet. Wichtig ist, daß der nachgewiesene Rückgang des Geschäfts für die Gewerbesteuer keinen unbedingten Rechtsanspruch auf Stundung schasst. Das liegt daran, daß die laufenden Gewerbeertragsteuern nicht (wie bei der Einkommensteuer) Vorauszahlungen auf eine endgültige Iahressteuer, sondern bereits endgültig veranlagte Beträge sind, deren Veranlagungsmerkmal der Gewerbeertrag des Vorjahres ist. Während die Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer meist gestundet werden, weil die endgültige.Steuer nicht überzahlt werden soll, entsteht bei der Gewerbesteuer solche Ueberzahlung nicht oder erst bei Verzögerung einer Veranlagung. Deshalb muß bei Geschäftsrückgang immer noch mit der Abdeckung der rechtskräftig veranlagten Gewerbesteuer gerechnet werden. In schweren Fällen bleibt hier die letzte Hilfe nur der Erlaßantrag.
Landstraßenbehörde, und daß ferner auf Bahngelände die Reichsbahn jagdberechtigt sei, ist irrig. Nach der preußischen Jagdordnung werden Gewässer, Deiche, Wege, Kanäle und Eisenbahnen durchweg dem angrenzenden Jagdbezirk angeschlossen. Wege oder Eisenbahnen pp. können niemals Eigenjagdbezirke bilden. Ihre Eigentümer haben daher keinerlei Rechte am Fallwild auf diesen Flächen. Das Fallwild gebührt vielmehr dem Jagdberechtigten des Jagdbezirks, zu dem der betr. Weg, Eisenbahn pp. gehört.
Richtigstellend sei ferner bemerkt, daß die Aneignung überfahrenen Wildes in fremdem Jagdgebiete weder Diebstahl noch Hehlerei, sondern ein Jagdvergehen darstellt. Dieses Vergehen wird vom Gesetze mit schwerer Strafe bedroht, und ist daher die Einstellung eines hiernach eingeleiteten Strafverfahrens
Wer das Mißgeschick hatte, ein Stück jagdbaren Wudes auf fremdem Jagdgebiete zu überfahren und dadurch zu töten, tüt gut daran, das Stück an einem leicht wiederzufindenden Orte (ev. Chausseesteine) niederzulegen und den nächsten. Landjägerposten von dem Vörgefallenen zu unterrichten. Auch der Förster wird eine solche Benachrichtigung entgegennehmen, wenn das Fallwild im Walde liegt.
* Brandsteuerzahlung. Die Landesrenterei bittet uns darauf aufmerksam zu machen, daß die Anfang Januar fällig gewesenen Brandsteuern umgehend gezahlt werden müssen, tw andernfalls Kosten nicht zu vermeiden, sind.
* Von den Apotheken hat Sonntags- bzw. Nachtdienst von heute abend 7 Uhr bis nächsten Samstag abend 7 Uhr die Engelapotheke.
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Die Feststellung Uhles: „Der Weg zum Leben führt nur durch uns selber hindurch" ist keine Erlösungsformel Unruh läßt sich verleiten, in den großen Kampf, den er aufweist, eine Menge anderer Probleme hineinzuwerfen. Viele Karikaturen von preußischen Offizieren, russischen Fürsten, Filmbetrieb, Starwesen Usw. Karikaturen, die mehr verwirren als klaren und kaum zum Lächeln zwingen. Am besten gelungen der erste Akt mit der geschickten Exposition. Wir' sind im Kabarett, ein Fememord wird verabredet. Der Conferencier will den Verdächtigey killen, aber der Plan mißlingt, und nun verwandelt sich die Szene. Die Wände gehen zur Seite und alles- war nur Kinoaufnahme bei S. M.
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Bei allen Schwächen des Stückes ist es in unserer Zeit sicher eine der stärksten Arbeiten, die geschaffen wurde, weil sie vom Atem eines ringenden Dichters getragen. Bei aller Entgleisung ein Werk, das mehr als Literatur ist.
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Fritz Peter Bach war sich der Größe der Aufgabe bewußt, als er diese schwere Inszenierung übernahm. Er leistete außerordentliches. Es war endlich, mal wieder eine Aufführung großen Formats. Unruh dankte dem Regisseur mit Recht vor dem Publikum. Ein erlesenes Ensemble schöpfte das Werk aus. Jungbaur gab dem Uhle Zerfahrenheit des Geistigen und edlen Willen. Dämonenhaft der wuchtige Filmgewaltige Ritters. Cläre Winter als Mädchen aus dem Volke schlicht und klar. Verhoeven hatte als Konfe- renzier das Gesicht vieler Zeitgenossen und Katsch als Oberregisseur war von unüberbietbarer Spiel- leidenschaft. Dorothea Wieck, eine elegante Diva, und die vielen Nebenrollen mit Schneider, Taube, Simon, Lengbach und Dannecker alle vorzüglich besetzt
Der große Tag des Schauspielhauses endete mit großem Beifall. Rü.
o Liederabend Emmy Marx. Die bestens bekannte einheimische Künstlerin Emmy Marx veranstaltet am Montag, 16. März, im Kammermusiksaale der Stadthalle einen Liederabend. Am Flügel begleitet Frau Zahn-Döhring. Nähere Ankündigungen folgen demnächst.
* Frankfurter Nationalsozialisten werden al schoben. Die hiesigen Nationalsozialisten h„ am Donnerstag eine A r b e i t e r o e r s a n lung einberufen. Der Saal der Centralhall,, überwiegend mit Gegnern der Nationalsozka^ (Sozialdemokraten und Kommunisten) besetzt, daß es zu stürmischen Auseinandersetzungen s Als die S.«A. der Nationalsozialisten ei^ wurde die Internationale angestimmt. Nach - stündigem Referat mußte die Versammln durch die Polizei aufgelöst werden, Ausschreitungen zu befürchten waren. Vor ! ginn der Versammlung war ein von Frans kommendes Auto mit S.-A-Leuten von der P°! abgefangen worden. Bei den Leuten selbst nm nichts gefunden, aber im Auto lagen 1 Kante!! 1 Holzknüppel, 1 Stahlrute,, 1 Stemmeisen, , umwickelte Kette, 3 Schlagringe und 2 Scheins Pistolen. Nach Feststellung der Personalien » den die Frankfurter von der Polizei abgeschch weil sie offensichtlich nicht nach Hanau getönt waren, um sich hier friedlich zu versammeln.
* Eine öffentliche Aufforderung zur Abgabe, Steuererklärungen für die FrühjahrsveranlaA 1931 finden unsere Leser heute im amtlichen Die Steuererklärungen sind in der Zeit vom 1. 16. Februar abzugeben.
* Bekanntmachung betr. Biersteuer. Wir, weisen auf die heutige Bekanntmachung des $ strats betr. Erhöhung der Biersteuer. Die Höhung der Steuer tritt ab 1. Februar in Kref
* Kreiskirchentag. Am 3. Februar findet Saale des Ev. Vereinshauses in Hanau die T« des Kreiskirchentages des Kirchenkreises Hanau-L statt. Zu den Verhandlungen, die öffentlich f wird eingeladen. Auf der Tagesordnung steht 8 Wahl der Mitglieder - des Kirchenkreisvorstant Mitteilungen des Kreispfarrers; Rechnungslez, und Voranschlag 1930/31; Referat des Herrn fit jugendpfarrers Lipphardt-Windecken über: , Auflösung der Landgemeinde und ihre Erneum von der kirchlichen Jugendführung her; äußert Mitteilung über die Jugendarbeit und Referate! Gustav-Adolf-Verein, innere und äußere Miss Die Verhandlungen beginnen morgens um 8 pünktlich.
* Fahrraddiebstahl. Am Donnerstag wurde dem Hofe des Hauses Gärtnerstratze 6 ein Her fahrrad Marke „Brentano", schwarzer Rahmei mit Goldstreifen, schwarzes Schutzblech, eben|i Felgen, Metallpedale mit Gummieinlagen, lische Lenkstange, rote Gummihandgriffe, $ glocke, brauner Sattel und graue Bereifung stöhlen. Am Vorderrad ist ein Leerlauf angeb« und an der Hinteren Gabel ist im Rohr ein llei Riß. Personen, die irgendwelche Müteilm (auch vertraulich) machen können, werden gebe sich bei dem hiesigen Kviminalkammissaviat, j mer 248c, zu melden.
* Eigentümer gesucht. Heute früh würd, Walde an der Frankfurter Landstraße ein Her fahrrad Marke „Opel", Fabrik-Nr. 1 313 563 funden. Das Fahrrad hat schwarzen Rahmest und ebensolche Schutzbleche, schwarze Felgen breiten roten Streifen in der Mitte, englische & stange mit roten Griffen und braunen Sattel. Rahmenbau ist eine ältere Luftpumpe fefestigt- 4m Hinterrad befindet sich ein Gepäckträger.
m r Eigentum wirr- eiW sich bei der hiesigen Kriminalpolizei, Zimmer W zu melden.
♦ Gesellschaftsreisen des Reisebüros 3t Zentrale Dresden-A. Der illustrierte Reifekab enthält eine große Auswahl bestbekannter Reise» Das Büro unternimmt eine einmalige Nordlandf sowie Reisen nach Dalmatien, Sizilien, Griechen! und nach den Balearen. Vertreten wird die Fi in Hanau durch das Hapag-Reisebüro V. Hol Langstraße 58. Siehe heutiges Inserat.
En!fettunqs-Kuren im Winle
sind von besonderem Wert, da der Körper im W eine besondere Neigung zum Ansatz zeigt. Nehi Sie früh, mittags und abends 2—3 Tolut Kerne, die Sie in Apotheken erhalten.
o Frau Lindbergh als Dichterin. Die Gattin Ozeanbezwingers, die sich selbst als Aviatikerini tätigt, beschäftigt sich auch fleißig mit der Dichi^ und leistet auch auf diesem Gebiet recht Beach!« wertes. Frau Lindbergh ist jetzt nach Paris geh men und hat eine „Souvenance" betitelte DiW! mitgebracht, die Maury Madison nach der ft1 zösischen Uebersetzung in Musik gesetzt hat. Text« Musik übergab Frau Lindbergh dem Vorsitzenden« Vereinigung der „Ailes brisèes", die das Werk m Gutdünken zum Besten der Witwen und Waisen fr«1 zösischer Flieger verwerten soll.
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Höflichkeit 1931
Der Fahrer, der Fußgänger; „Bitte nach A^ mein Herr!"
„ Hier lies! Da steht in der Zeitung, da«' Chicago alle zehn Minuten ein Mann von ein« Auto überfahren wird!" — „Um Himmelswiue der arme Mann!"
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Er: „Ich habe dem Doktor vorhin zwaGl Dollars von seiner Rechnung abbezahlt!" — A „Herrlich! Noch zwei Raten, und Baby ^v" uns!"