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Samstag den 31. Januar 1931

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"g. I» Brief, einem

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quellte NrevvverS EvhShuns in Sana«

Der Bezirksausschuß in Kassel hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, die von der Stadtverordneten-Versamm- lung am 22. Januar abgelehnte Ver­doppelung der Bier st euer in Hanau ab 1. Februar 1931 zwangs­weise einzuführen.

41m die Erhaltung der Hanauer Kleinbahn Die Gemeinden und Sutevesfenten für Fortführung der Bahn - Der âveisausfchutz beschließt sich zu beteiligen

In der gestrigen außerordentlichen Mitglieder- W Sammlung der Gastwirte-Jnnung vom Stadt- und $ nich Mdkreis Hanau wirkte diese telegraphisch einge- M «jene Nachricht wie eine Bombe. Man hatte ge« Ä hubt, daß der Bezirksausschuß sich dazu entschließen . ^tbe, von der Verdoppelung der Gemeindebiersteuer ib-usehen — doch diese Hoffnung ist zuschanden ge« UN uorben. Von morgen ab sind nicht nur 5 Mark Ge- Mindebiersteuer pro Hektoliter an die Stadt abzu- Ln iw Obren, sondern 10 Mk. Infolgedessen konnte die ch Mâstwirte-Innung nicht umhin den Bierpreis, der erst schiârzlich erhöht worden ist, abermals zu erhöhen und «ie W® wurde beschlossen, den Ausschankpreis für La­st Mi und Exportbier pro Liter um 5 Pfg., ^ Liter 3 Pfg. und das gewöhnliche Ausschankglas um s Pfg., das kleine Glas um 1 Pfg. zu erhöhen, für Starkbier beträgt die Ausschankpreiserhöhung I Pfg. pro Liter. Man bedauerte im Interesse des Publikums diese Maßnahme, doch man sah keinen mberen Ausweg, um diese neue Steuer zu tragen.

k Eine längere Aussprache ging voraus über die Schankverzehrsteuer, die bekanntlich eben« Ws zwangsmätzig ab 1. Februar in Hanau einge- ßhrt worden ist. Der Vorsitzende, Herr Schulz be­richtete über die mit Herrn Bürgermeister Dr. Müller (führten Verhandlungen bezüglich der Erhebungs- m dieser Steuer. Nach diesem Bericht ist es dem

dtp« brftanb gelungen, eine Sondervereinbarung zu sespi! essen, dahingehend, daß nur eine Selbsteinschätzung ejstg es Gastwirts in Frage kommt. An jedem Monats- eiro luß hat der Gastwirt in einer ihm von der Steuer- jDât nvaltung zugegangenen Steuererklärung niederzu- [ d, gen, was er an Gemeindegetränkesteuer eingenom- \J ien hat. Diesen Betrag hat er an die Stadtkasse ab« r*6È «führen. Jeder Gastwirt ist verpflichtet diese Steuer, ch, i ! bekanntlich 10 Prozent des Entgelts für Wein, " ^unähnliche und weinhaltige Getränke, Schaum-

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Kin, schaumweinähnliche Getränke, Trinkbrannt- iein, Mineralwässern, künstlich bereitete Getränke, «Die Kakao, Kaffee, Tee usw. ausmacht, d. h. soweit lese Getränke an Ort und Stelle verzehrt werden, im Gast zu verlangen. Dabei muß dem Gast stets isagt werden, z. B. das Glas Wein kostet so und kviel, die Gemeindegetränkesteuer beträgt so und so lel. Bruchteile von Pfennigen sind dabei nach un= h abzurunden. — Aus der Versammlung heraus Srbe diese Steuerart, die nur zu Mißhèlligkeiten id zum weiteren Ruin des Gastwirtestandes führen, ier ohne nennenswerte Erträgnisse sein werde, |arf kritisiert; mich wurde allgemein darauf hinge- lefen, daß eine Kontrolle über diese Steuer nicht jrchzuführen ist. Ebenso wurde festgestellt, daß der irt nicht haftbar gmacht werden kann, wenn Gast die Steuer nicht bezahlt. (Bemerkt sei hier, nach der Steuerverordnung des Magistrats Zu- nung und die vom Magistrat erlassenen -führungsbestimmüngen mit Geldstrafe bis zu in nach dem Kommunalabqabengefetz in Verbin- pg mit der VO. über Vermögensstrafen und ften vom 6. Februar 1924 (RGBl. 1 S. 44) und Haigen späteren Aenderungen zulässigen Höchstmaß (traft werden, sofern nicht nach sonstigen Gesetzen hè böhere Geldstrafe oder Freiheitsstrafe verwirkt »Also der Gast, der bei der Weigerung der teuerzahlung polizeilich festgestellt wird, seßt sich I Bestrafung aus. Die Red.)

Die Versammlung erklärte sich, obwohl auch Stim­mn der Weigerung laut wurden, schließlich damit «verstanden, die Steuer in der vorgeschlagenen grm zu erbeben und in die von der Steuerverwal- mq zugestellten Listen das einzutragen, was sie an chzehrsteuer einnehmen und diese Einnahme an die gabtfnffe abzuliefern. Ein etwaiges amtliches

Die Hanauer Kleinbahn ist am Ende ihrer Kraft, das ist ein offenes Geheimnis und wenn es nicht gelingt, die Bahn in irgend einer Weise zu sanieren, ist mit einem baldigen Stillegen zu rechnen. Ueber die Möglichkeit, die Bahn vor dem Stillegen zu retten, machte gestern Herr Landrat Kaiser eingehende Ausführungen Die Schulden der Bahn betragen nahezu 200 000 RM. Schon am 25. Oktober hat im Kreis­haus unter der Leitung des Regierungspräsidenten eine Besprechung über die Bahn stattgefunden, die aber zu keinem Ergebnis geführt hat, weil die be­teiligten Gemeinden und sonstigen Interessenten mit Ausnahme von Hüttengesäß der Meinung waren, daß die Kleinbahn den heutigen Verkehrs­bedürfnissen nicht mehr entspreche. Daraufhin sind von der Bahn

ernste Versuche unternommen worden, um das Interesse an der Bahn zu wecken.

Von Herrn Landrat Kaiser wurde deshalb auf den 27. Januar eine Sitzung anberaumt, an der die interessierten Gemeinden Rückingen, Langen­selbold, Langendiebach, Hüttengesäß, Neuwieder- mus und Rüdigheim, ferner die Interessenten, wie die Ziegelei Ravolzhausen und der Fürst von Wen- burg-Birstein beteiligt waren. Weiter waren an« wesend die Betriebsleitung und der Betriebsrat der Arbeiterschaft. Als Vertreter der Bahn war Herr Dr. v. W e st e r n h a g e n - Berlin an den Ver­handlungen beteiligt.

Nach Feststellung der Reichsbahndirektion Frankfurt ist für die Instandsetzung der Bahn ein Betrag von 365 000 RM erforderlich, während die Kleinbahn selbst glaubte, die Erneuerung mit einem Betrage von 286 000 durchsetzen zu können. Dieser Betrag ist nach Ansicht der Reichsbahn in 11 Jahresraten aufzubringen.

Nimmt man nun an, daß die Jnstandfetzungs- arbeiten ca. 300—320 000 RM betragen, wozu etwa 190 000 RM Schulden kommen, dann kommt man zu einer

Verpflichtung von rund % Million für Schulden und Instandsetzung, dabei dürften die zu erwerbenden Aktien nichts kosten. Der preußische Staat beteiligt sich an dem Erwerb der Bahn nicht, sondern höchstens an den Kosten für die Instandsetzung und zwar erfahrungs­gemäß mit einem Drittel, also mit ca. 100 000 RM. (Die Kleinbahn glaubt, daß der Betrag, der vom Minister zu erlangen wäre. 150 000 RM beträgt). Es blieben noch 400 000 RM von den Interessenten

aufzubringen. Der Landeshauptmann zeigt zunächst wenig Neigung überhaupt den Bezirksverband an der Sache zu beteiligen.

Das rechnerische Ergebnis der Sache ist so, daß 18 000 RM jährl. Kapital- u. Amortisations-Zinsen und 11 Jahre lang jährlich für Instandsetzungsarbei­ten aufzubringen sind. Dazu kommen noch die Ko­sten für den Betrieb, denn es ist ja fraglich, ob die Bahn nach ihrer Instandsetzung ihre Betriebskosten selbst aufbringt. Im Augenblick ist das zweifelhaft, doch besteht bei wirtschaftlicher Belebung durchaus die Möglichkeit. Es wären aber immer noch jähr­lich 36 000 RM aufzubringen. Nach Ansicht des Herrn Dr. v. Westernhagen ist es möglich, einen Teil der Verwaltungskosten dieser Bahn einzu­sparen, aber selbst wenn man einen Betrag abzieht, blieben 30 000 RM, die von Bezirksverband, Kreis, Gemeinden und Interessenten anfzu- bringen gewesen wären.

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Bei der Besprechung sprachen sich die Vertreter Gemeinden und auch die Privaten

für die Erhaltung der Bahn aus. Auch erklärten sich einige Gemeinden bereit, im Rahmen ihrer verfügbaren Mittel für das Unternehmen Opfer zu bringen. Erschwert wird die Aktion für die Bahn dadurch, daß letztere auf der Verkehrsstraße liegt und da­durch die Verkehrssicherheit beeinträchtigt; ihren Unterbau aber zu verlegen, würde erhebliche Mehr­kosten verursachen.

Jetzt geht es darum, die Verhandlungen aufzu­nehmen einmal mit der Stadt Hanau, mit dem Be­zirksverband in Kassel und mit den einzelnen Ge­meinden. Erst wenn die Stellungnahme all die­ser Stellen vorliegt, wird man die Angelegenheit abschließend behandeln können.

Der Kreisausschuß ist nach diesen Ver­handlungen zu einer Sitzung zusammengetreten und hat beschlossen, daß der Kreis Hanau — unter der Voraussetzung, daß Stadt, Bezirksverband, die a n der Bahn liegenden Gemeinden und sonstige Interessenten sich beteiligen — 10 Prozent der Be­teiligung übernehmen will; an den Mitteln für die Instandsetzung wird sich der Kreis sogar mit 15 Prozent beteiligen, weil es bei der In­standsetzung gelingen würde, eine Reihe Erwerbs­lose zu beschäftigen. Der Beschluß des Kreisaus­schusses bedarf naturgemäß noch der Zustimmung des Kreistages.

dieser Parteien hat nicht den Grundsatz vertreten, das Vaterland über die Partei, sondern die Partei über das Vaterland gestellt und eine Popularitäts­hascherei betrieben, die uns schließlich dahin ge­bracht hat wo wir heute stehen. Wir haben einen Ueberparlamentarismus bekommen, der nicht mehr wußte, was er tun sollte, und jetzt wird allgemein erkannt, daß die schweren Fragen eines Volkes durch diesen Parlamentarismus nicht zu lösen sind. Redner beschäftigte sich dann mit der Fmge was zu tun ist und führte eine Reihe Forderungen an, u. a. Verfassungsänderung, Stärkung der Macht des Reichspräsidenten gegenüber dem Parlament, Wahlrechtsreform, Sparsamkeit auf allen Gebieten, Los vom Staatssoziolismus und Rückkehr ,zum freien Spiel der Kräfte. In kultureller Beziehung wandte Redner sich besonders gegen das Vordrin­gen religionsfeindlicher Mäche. Zum Schluß be« handelte Redner noch die Wichtigkeit der Wieder­erweckung des Wehrwillens im Volke. Wohl sei im Augenblick nicht an eine Aufrüstung zu denken, ’ die Aufrüstungsfrage trete erst in Erscheinung, wenn die künftige "Abrüstungskonferenz getagt un­versagt habe. Dennoch sei es Pflicht des Volkes, alles zu tun, um den Gedanken der Wehrhaftigkeit nicht einfchlafen zu lassen. Vor allem müsse man sich sowohl gegen die Werk- wie die geistige Sabotage mit Entschiedenheit wenden und das könne nur durch Aufklärungsarbeit in der Jugend geschehen, wobei selbstverständlich jeder Parteige- danke auszuschalten sei.

Die Ausführungen wurden mit starkem Beifall ausgenommen; eine kurze Aussprache über interne Angelegenheiten schloß sich an.

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Schätzungsverfahren oder die Einführung Pauschalsatzes wurde entschieden abgelehnt.

DeutMe Solksvavtei

Die „Ortsgruppe Hanau

fauptversammlung ab, die einen guten

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über die Reichsgründung und anschließend über Probleme und Aufgaben der Ge­genwart. Redner gab zunächst eine historische Schilderung über die Entwicklung des liberalen Ge-

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hob die Stärke dieses Gedankens hervor, e die Tatsache, daß man in diesem Jahre

* Daten für 1. und 2. Februar. 1874: Der Dich­ter Hugo von Hoffmannsthal in Wien geb. 1910: Der Dichter O. I. Bierbaum in Dresden gestorben. 2. Februar: 1700: Der Dichter und Aesthetiken I. Ch. Cotfched geboren. 1829: Der Naturforscher Alfred Brehm geboren. 1303: Hanau erhält von Kaiser Albrecht I. Stadtrecht verliehen.

* Offenhaltung der Seitentore des Hauptsried- Hofes. Die Friedhofsverwaltung hat sich entschlossen, versuchsweise ein Tor an der Nordseite des Friedhofes (Birkenhainerstraße) tagsüber für die im Ostviertel der Stadt wohnenden Friedhofs­besucher zu öffnen. Sofern sich aus dieser Maß­nahme Mißstände irgendwelcher Art ergeben sollten, muß die Wiederaufhebung angeordnet werden.

* Seinen 86. Geburtstag begeht am 31. 1. Herr Ludwig August Schwindt, wohnhaft Frank­furter Straße 17. Schwindt ist Veteran von '1870/71.

* Gehilfinnenprüfung im Modistinnenhandwerk. Lehrmädchen im Modistinnenhandwerk, die bis Ende April d. I. ihre Lehrzeit beenden, werden aufgefordert, die Anmeldung zur Gehilfinnenprüfucig spätestens bis zum 5. Februar an die Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Frau Selma Ochs, i. Fa. Modesalon Hirschsprung, Hanau, Hammerstraße, zu richten. Der Anmeldung sind belustigen, der Lehrvertrag, eine Bescheinigung des Lehrherrn und ein selbstgeschriebener Lebenslauf.

* hohe Landesschule. Am Mittwoch, 4. Februar, 20XUhr, spricht in der Aula der Hohen Landesschule Herr Studiendirektor Grießbach, über das Thema: „Beurteilung der Gesamtpersönlichkeit des iLctmters". Der Doriraa toll über die neu^eltlicke Art ,

wies. Nach Erstattung des Kassenberichtes — der Jahresbericht lag schriftlich vor — wurden Ersatz­wahlen für den geschäftsführenden Vorstand und den sog. großen Ausschuß vorgenommen. Die aus dem geschäftsfUhrenden Vorstand satzungsgemäß ausscherdenden Herren Landgerichtspräsident Grimm, Otto Bernges, Dr. Klemm und Schafft wurden wiedergewählt; für die durch Wegzug ausgeschie­denen Vorstandsmitglieder Frau Landgerichts- direktor Becker und Herrn Georg Deines wurden gewählt: Frau Vankdirektor Mayer und Herr Specht. Der große Ausschuß wurde wiedergewählt, bzw. durch Zuwahl ergänzt.

Nach Erledigung dieser geschäftlichen Angelegen­heiten hielt anstelle des angekündigten, aber durch Krankheit verhinderten, Herrn Pfarrer Meyer- Frankfurt, Herr Oberstleutnant Apel ein Referat

die 60. Wiederkehr der

konnte, als einen freudigen Beweis dafür, daß das Fundament, was vor allen Dingen von Bismarck gelegt worden sei, ein festes war, denn sonst hätte es den ungeheuren Erschütterungen der letzten 12 Jahre nicht standgehalten. Bei einem Vergleich des ersten mit dem zweiten Reich kam Redner zu dem Ergebnis, daß das zweite Reich stärker und sicherer war, als das Reich Karls des Großen, und daß man den Glauben haben dürfe, daß die Einheit des deutschen Reiches auch weiterhin halten werde. Zum neuen Reich übergehend befaßte sich Redner zunächst mit dem Parlamentarismus, der dem Reichs­parlament die letzte Macht im Staate gab. Dieser Parlamentarismus, so führte Redner aus, war in den vergangenen 12 Jahren eine Macht der Par­teien, die gerade am stärksten waren, die gerade den größten Zuzug hatten. Die größte Zahl all

teressierte Gäste sind eingeladen. Eintritt frei?

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wie schön Ihre Toiletten, Mantel, Kostüme, Jumper, Anzüge etc. wieder werden, wenn Sie diese bei uns chemisch reinigen lassen 9C8

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Von Belloc Lowndes

^Copyright by Ernst Oldenburg, Verlag, Leipzig

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'• Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

»Sas ist der Ort, den ich meine!" rief Popeau. Wie mir erzählt wurde, soll dort sehr hoch gespielt Men, trotzdem das Kasino nur klein ist."

»Als wir dort waren, war es schrecklich voll,"

Ms i »Als wir dort waren, war es schrecklich voll, ließ We Angela zu Chichester gewendet. „Prinz Dra- nteit ^noD ist ein Feind von allem Menschengewühl, ein “^ -"

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Hercules

Dragonov? tODtni in 1

Popeau unterbrach sie fast unhöflich. Was für ein merkwürdiger Name! Eine ..... r°ötn3 in Alt-Rußland heißt genau so. Ich dachte isâ- ^er. daß dieser Herr unter dem Namen Prinz itiib ^novsky bekannt war!"

. Chichester lachte ärgerlich. Popeau ging seiner Einung nach doch zu weit.

»Wollen Sie nicht auch noch Mrs. Graham ^en, ob sie vielleicht die Dame ist, für die ich mich ’ London vor einem Monat um eine gute Stellung müht habe?"

»Diese Frage ist nicht notwendig, Major," ant- Popeau ernst.

&otj seiner Sympathie für Chichester war er im Wnt sehr ungehalten auf ihn. Seine Verstim- ^g ging jedoch schnell vorüber, denn selten hatte , .der Zufall so viel Wissenswertes in die Hände Aelt wie heute abend. Trotzdem gestaltete diese Ande, kleine Frau, die sein englischer Freund ,c'Wlos verehrte, die Sachlage überaus schwierig, w sein besseres Missen hoffte er inständig, daß nn diesem nicht nur so fein durchdachten, sondern W, mit vollendeter Geschicklichkeit ausgesuchten Ahndel nicht aktiv beteiligt sein möchte. Mit un= ™Nem Instinkt wußte er aber, daß dem doch so

Ü^Em Sie heute in Monte Carlo gespielt, iz^®. und ich habe eine Menge gewonnen. Natür- JW für mich Ich habe mit dem Geld der Dame bei ber ich Gesellschafterin bin."

^nl Prinz Dragonov auch gespielt?"

„Nein. Ich war mit ein paar englischen Freun­den zusammen."

Chichester lachte kurz. „Reingefallen, Popeau!" sagte er zu sich selbst. „Wer war es denn, Angel? Kenne ich sie?"

„Ja. Die Parrishs! Sir James hatte sagenhaftes Glück. Ich traf sie, als ich gerade in die Spielsäle gehen wollte. Dann habe ich so gespielt wie er."

Als sie in der Nähe von Belcaire waren, fragte Popeau noch etwas. „Sie sagten, Sie seien heute landeinwärts gefahren, Mrs. Graham. Waren Sie in Grasse?"

„O nein! Wir waren in gar keinem Ort. Wir fuhren nach einem Bauerngut, von wo die Prin­zessin Geflügel und Eier bezieht."

„Und da war die Prinzessin mit?"

Angela fand diese Art, sie auszufragen, höchst eigenartig. „Nein, die Prinzessin blieb in Belcaire. Prinz Dragonov und ich fuhren auf dem Wege nach Monte Carlo an dem Bauerngut vorbei."

„Wie heißt übrigens die Villa der Prinzessin?" fragte Popeau. „Ich muß dem Chauffeur noch Be­scheid sagen, wo er halten soll."

„Villa Bosphore," antwortete Chichester an Angelas Stelle. „Es ist fast das letzte Haus am Strand."

„Ich möchte lieber schon etwas vorher aussteigen", bat Angela. „Die Prinzessin haßt es, durch das Autohupen im Schlaf gestört zu werden."

Hercules Popeau nahm das kleine Sprachrohr ab und gab dem Chauffeur die nötigen Anweisun- aen.

Auf einmal stoppte das Auto so plötzlich, daß alle drei nach vorn geschleudert wurden.

„Was ist denn los?" rief Chichester.

Er schaute aus dem Fenster auf seiner Seite. „Popeau sehen Sie mal! Was hat das zu be­deuten?"

Eine Reihe von Polizisten war quer über die Fahrstraße postiert und zahllose Autos nach und von Belcaire wurden angehalten.

Popeau beugte sich aus dem Fenster und hatte eine lange Unterredung mit dem diensttuenden Po­lizeiinspektor. Danach durfte sein Wagen als ein­ziger in die Stadt fahren.

„Sie halten jedes Auto und jeden Pasianten auf der Straße von Belcaire an, weil der Mann von der Nachtwache in einer Villa, die einem Engländer mit Namen John Mangel gehört, eben ermordet worden ist. Das Ehepaar war mit dem Auto in

Beaulieu und wurde erst gegen 1 Uhr nachts zurück­erwartet. Anscheinend haben sämtliche Dienstboten die Gelegenheit benutzt, sich aus der Villa zu ent« fernen, bis auf den unglücklichen Mann von der Nachtwache. Er trat um 8 Uhr feinen Dienst an und kurz vor 9 Uhr war er schon tot. Nur dem glücklichen Umstand, daß ein Bote ein Telegramm für Sir John Mangel brachte, ist es zu verdanken, daß die Leiche sofort entdeckt wurde. Die Verfolgung des Mörders ist bereits in die Wege geleitet, wie wir ja eben selbst gesehen haben."

„Die Nachtwache in der Mangel'schen Villa er« mordet! Aber das ist ja entsetzlich!" rief Angela aus.

„Kennen Sie Lady Mangel?" fragte Popeau.

„Sehr gut sogar. Ich war vor ein paar Tagen bei ihr zum Lunsch und sie nahm an einer Gesell­schaft teil, die Prinzessin Lola vorgestern gab."

„Es heißt, daß der Einbrecher eine Menge Schmuck gestohlen hat", sagte der Franzose.

„Ob wohl ihre Perlen mit dabei sind?"

Angela sagte das laut, obgleich sie eigentlich mehr zu sich sprach. Dann fuhr sie fort: „Noch vor­gestern auf der Gesellschaft haben wir alle die Per­len von Lady Mangel bewundert. Sie erzählte uns, daß Sir John es lieber gesehen hätte, wenn sie für die Dauer ihres Aufenthalts in Belcaire imitierte Perlen trüge. Aber sie wollte sie nicht in England lassen. Ich weiß jedoch, daß sie den Perlenschmuck niemals des Nachts auf einer Autofahrt trägt, weil ihr jemand gesagt hat, daß dazu die Riviera nicht sicher genug sei. Vermutlich haben die Diebe in Er­fahrung gebracht, daß die Perlen in der Villa So­lei! waren".

Das Auto bog jetzt scharf nach links ab und hi elt un­weit des Strandes.

Die beiden Herren stiegen aus.

„Warten Sie nicht auf mich, Popeau", rief Chi­chester. „Ich begleite Mrs. Graham noch bis an die Villa und gehe dann in mein Hotel zurück."

Es lag ihm viel daran, noch einen Augenblick mit Angela allein zu fein. Außerdem war er unzu­frieden über die Art und Weife, wie Popeau feine Landsmännin ausgefragt hatte. Er empfand es als unhöflich, daß der Franzose alles daran gesetzt hatte, um zu erreichen, daß Angela Madame Atido bloß­stellen sollte. Ferner ärgerte er sich über den Glücks­zufall, wie er es bei sich selbst bezeichnete, durch den Hercules Popeau die Identität des Prinzen Dra­gonov mit dem Manne, von dem er anscheinend eine so schlechte Meinung hatte, feststellen konnte.

Das Auto fuhr nach der Stadt zu. Angela und Chichester wanderten bei Mondschein auf und ab.

„Ich habe Ihnen etwas zu sagen, Angel."

„Ueber Ralph?"

Sie wandte sich ihm zu. Und als er einen Mo­ment schwieg, legte sie ihre Hand auf feinen Arm. „Es ist ihm doch nichts zugestoßen?"

Die Angst, die in der Frage lag, ergriff ihn. „So­viel ich weiß, ^eht es ihm gut. Aber — nun ja, kleine Frau, Sie wissen doch, daß er übermorgen hier sein wird?"

„Hier? In Belcaire? Ist das Sicher?"

„Ja. natürlich", sagte er fast mürrisch. „Aber, — Sie müssen schon entschuldigen, wenn ich das sage, — ich meine, er hätte Sie benachrichtigen sollen.“

„Woher wissen Sie, daß er kommt?"

„Kurz bevor ich mich nach Monte Carlo auf­machte, bekam ich ein Telegramm von ihm."

Angela war unfähig zu sprechen. Cherwell kam nach Belcaire!

„Man hat ihn kaum in London gesehen, seit Sie fortgegangen sind", fuhr Chichester fort. „Aber sicherlich hat er Ihnen oft geschrieben?"

„Nicht ein einziges Mal, Jim! Aber das ist meine eigene Schuld. Sie besinnen sich auf den Tag, an dem er und ich Ihre Wohnung verließen?"

„Natürlich. Das war, als Sie heimlich ent­wischten!"

„Ihm habe ich auch nichts davon gesagt. Er war ganz sicher, daß ich wenigstens noch ein paar Tage in London bleiben würde, während ich die ganze Zeit über wußte, daß ich am selben Abend abreiste!"

„Wie konnten Sie so etwas tun? Es hat eine Menge Staub aufgewirbelt — Ihr plötzliches Ver­schwinden. meine ich."

„Der Prinz hatte seinen guten Grund, so rasch und so heimlich wie möglich von London fortzukom­men. Es ist ein Preis auf feinen Kopf ausgesetzt."

„Ein Preis auf feinen Kopf?"

Chichester mußte blitzschnell an die Art denken, in der Hercules Popeau über den Mann gesprochen hatte, mit dem er in London zusammengewesen war. Er wurde unruhig. Popeau irrte sich selten in der Beurteilung der Menschen, die er auf seine schwarze Liste schrieb.

Hastig fuhr Chichester fort: „Wissen Sie auch, wer diesen Preis ausgesetzt hat?"

„Natürlich! Die Bolschewisten! Sie hassen ihn!" „Die Bolschewisten?"

(Fortjetzung folgt.)