AanaueMnzeiger
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^mum Stadt und Land
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1931
Kwe^k ^Di^ftkSjffoM’
* Reichskanzler Dr. Brüning sprach gestern auf einer Kundgebung des Bezirkskartells der christlichen Gewerkschaften in Köm und später in einer Zentrumsoerjammlung in Düren. Nach Schluß der letzteren kehrte der Kanzler nach Köln zurück, wo er den Abend in kleinem Kreise in der Wohnung des Regierungspräsidenten verbrachte. Mit dem Nachtzug fuhr der Reichskanzler nach Berlin zurück.
Dev âanzSev legt Rechenschaft ab
Kerchsranzrev Dv. Vvünrns GvichL in ^öln und Düven
Köln, 25. Jan. Das Bezirkskartell der christlichen Gewerkschaften Köln veranstaltete heute vormittag in der Großen Messehalle in Köln-Deutz eine Kundgebung, auf der Reichskanzler Dr. Brüning über die politischen und wirtschaftlichen Ausgaben des deutschen Bolzes und seiner Arbeiterschaft sprach. ,
Es wird möglich sein, den entscheidenden Punkt zu überwinden, die Bahn sreizumachen für einen dauernden Aufstieg, für eine bessere und glücklichere Zukunft unseres Vaterlandes. (Langanhaltender, stürmischer Beifall.)
Das Flugyeug Do X, das in den letzten Tagen verschiedene Prooeslüae ausgeführt hat, wird cm 30 Januar einen Flug nach Madeira unternehmen.
Als am Samstag auf dem Ostschacht der Grube Griesborn im Saargebiet die Mittagsschicht eingefahren war, wurde diese durch niedergehendes Gestein völlig abgefchnitten. Die versperrten Ausgänge konnten erst gegen Abend wieder frei gemacht werden. Als die Nachtschicht eingefahren war, ging ein erneuter Bruch nieder, so daß wiederum 21 Bergleute eingeschlossen wurden. Erst am Sonntagmittag konnten die Eingeschlossenen nach Ueberwindung größerer Schwierigkeiten beseit werden. Glücklicherweise ist kein Bergmann zu Schaden gekommen.
In die Villa Dr. Eckeners wurde ein Einbruch verübt. Dabei wurde der Silberschrank ausgeraubt und Sstbersachen im Werte von etwa 1500 Mark entwendet. Nach den Tätern wird gefahndet.
^°*' Präsident Doumergue hat den Senator »s^u. mit.. hrr Reaierunosbilduna beouftraat.
Der Kanzler führte u. a. etwa folgendes aus: „Wenn man wie ich, in den vergangenen drei Wochen in Oft» und Mitteldeutschland und jetzt in Westdeutschland herumkommt, dann hört man überall scharfe Kritik und man stößt auf eine Resignation, die bis an den Rand der Verzweiflung geht. Aber man hört auch ein Sichstreiten über die Ursachen und über die Verantwortung in Vergangenheit und Gegenwart. Es gibt kaum einen Tag, an dem nicht irgendeine Hiobsbotschaft an die Reichsregierung gelangt ist.
Wir haben zunächst nichts anderes machen können, als nur immer wieder neue Dämme aufzurichten. neue Mittel zu ersinnen, die uns vor der Katastrophe bewahren. Wir wären pflichtvergessen und verloren, wenn wir, wie es früher geschehen ist, dem Volke sagen würden: Wir machen jetzt ein Jahr Gesetze, und dann wird es in drei Monaten besser. Auch lehne ich es ab, irgend ein Versprechen zu machen, von dem ich nicht sicher weiß, daß ich es halten kann. (Lebhafter Beifall.) Meine Mitarbeiter und mich stören nicht die stärkste Agitation, die Auspeitschung der Massen, Verleumdungen jeder Art. Der Kampf geht diesmal um die Wahrheit, endlich einmal nach 16 Jahren. (Stürmischer Beisall.) And wer die Wahrheit hören will und wer sie hören kann, der wird in der Lage sein, trotz aller
verlorenen Kriege wieder hochgekommen sind, nämlich, sich wieder zu überlegen, was der Pfennig wert ist.
Man muß daran denken, gleichzeitig Maßnahmen zu treffen, die verhindern, daß trotz der Ersparnisse der Lebensstandard des deutschen Volkes in allen feinen Kreisen zum Sinken gebracht wird.
Mit der Lohnsenkung allein, wie vielleicht in ruehmerkreisen die Meinung herrscht, die Produktionskosten zu senken, ist nicht möglich.
Der Grad der Lohnsenkung muß sehr sorgfältig überlegt werden und muß in Einklang stehen mit der Aufrechterhaltung der Kaufkraft in der Masse der Bevölkerung, sonst kommt man in denselben Irrkreis hinein, in den man auf anderem Wege durch übermäßige und übereilte Rationalisierung unserer Industrie gekommen ist.
Sollten in Lohnstreitigkeiten politische Ueberlegungen hineinkommen — etwa derart, als müsse zuerst das Chaos kommen, es sönne' gar nicht schaden, wenn die Arbeiterschaft nach einem solchen Chaos auf Jahre hinaus am Boden liege —, sollte sich diese Auffassung Geltung verschaffen, so wird die Regierung alles tun, um auch die Staatsautorität gegenüber solchen Theorien zu sichern. (Lebhafter Beifall.) ■
Der Untersuchungsausschuß, der sich mit dem O u str i c-S k a nd a l beschäftigt, hat den Abgeordneten Buyat aus der Frantlin-Boullion- Gruppe,' der durch seine Interpellation den ersten Anstoß zum Sturz.des Kabinetts Steeg gegeben hatte, beauftragt, vor der Kammer den Bericht über die Untersuchungsergebnisse zu erstatten und die Schlußfolgerungen daraus zu ziehen. Er hat an» gekündigt, daß er nachprüfen wolle, ob die strafrechtlichen Voraussetzungen gegeben seien, den früheren Botschafter Besnard und den früheren Justizminister Raoul Pèret vor den Staatsgerichts- Hof zu stellen.
Horizont Glauben zu haben an die 3ui
Mut fassen für die Gegenwart. Nicht alle Pläne der jetzigen Reichsregierung können in diesem Augenblick schon der Oeffeallichkeit preisgegeben werden. Man muß mit einem klar durcKiachten und überlegten Plan, nicht auf drei Monate, sondern auf ein Jahrzehnt, kommen und alle Maßnahmen, die des Augenblicks und der nächsten Zukunft, auf die großen Gesichtspunkte dieses Planes
Dev Keichskamlev zum RevavatßonspvoÄkem
Düren, 25. Jan. Am Sonntagnachmittag sprach der Reichskanzler in Düren. Er führte u. a. aus: Es sind Meinungen aufgetaucht, an eine frontale Aufrollung des Reparationsproblems heranzutrefen, selbst auf die Gefahr hin, daß die eine oder andere Provinz in ihrem Zusammenhang mit dem Reich gefährdet würde. Solche Aeußerungen sind in der letzten Zest gefallen. Es sieht so aus, als ob gewisse Persönlichkeiten alles wieder vergessen haben, was wir in den letzten Jahren durchgemacht haben, und glauben, man könnte die 'Außenpolitik ändern, indem man unter Trommel- und Pfeifenklang auf dem Exerzierplatz aufmarschiert. Verantwortliche Politik ist etwas anderes, und die Politik, die wir ein« mal als richtig erkannt haben, werden wir auch in ihrem Tempo selbst bestimmen. Es kommt darauf an, jedes zu seiner Zeit, dann aber entschieden zu tun. Aber eine vorzeitige Inangriffnahme von innerpolitisch und wirtschaftspolitisch nicht vorbereiteten Fragen, die Wahl des falschen Augenblicks für die Lösung der Reparationsfragen wäre das törichste, was man in der deutschen Politik tun könnte. Uebrigens darf bei dieser Gelegenheit auch einmal gesagt werden, daß gerade die Leute, die heute als Größen der Vergangenhest geehrt werden, zu ihrer Zeit mit denselben Worten des Verrats beschimpft worden sind, und zwar zum Teil von denselben Organen, wie es heute mit den Männern der Regierung geschieht. ,
Das gilt auch von dèr „Kreuzzeitung",' die in di» letzten Tagen den Führer des oberschlesischen Zen- irums—heil AbaeoLuiieien. . ÜLS LandLS-
Die amerikanische Arbeitslosen» kommission schätzt die Gesamtzahl der Arbeits. losen auf 4^ bis 5 Millionen. Diese Schätzung fußt auf einer Zählung, dir von einer großen Versicherungsgesellschaft durch ihre Agenturen in 16 GroßstMen vorgenommen worden ist.
Bei Harley in der englischen Grafschaft Surrey «eignete sich heute ein schweres Flugzeugunglück. Drei Insassen des Flugzeuges fanden dabei den Tod.
Die G r i p p e e p i de m i e in Tokio hat außerordentlich schwere Formen angenommen. Nach Zeitungsberichten sind täglich 60 Tote dieser Krankheit zuzuschreiben; die Gssundheitsbehörden erklären, daß die Grippe seit zehn Jahren nicht wehr in so heftiger Form aufgetreten ist.
einstellen.
Wir befinden uns aber nicht nur in einer wirtschaftlichen, sondern auch in einer politischen Krise, die nicht auf Deutschland beschränkt ist und die eine gewisse Krise der Demokratie und des Parlamentarismus ist. Solange man überall in Ländern und Gemeinde reiche Ueberschüsse hatte, aus denen man reiche Geschenke machen konnte, so lange wurde die Demokratie von vielen als etwas sehr Schönes und Angenehmes empfunden. In dem Augenblick, als dieser vorübergehende glückliche Zustand aufhörte, merkte man immer stärker, wie sich viele Menschen vom System des Parlamentarismus abwandten. So kommt es, daß man heute sehr viele Menschen sieht, die einmal Demokraten waren, sogar Ueber« oemokraten, und Republikaner von links die heute auf einmal ganz rechts stehen.
Der Kampf für die Demokratie wird von der jetzigen Reichsregierung unter allen Umständen fest, ruhig, entschlossen und ohne große Redereien durchgeführt werden.
^^ Angst vor Drohungen und Verleumdungen: wir sii entschlossen, den Weg des soliden Aufbaues zu gehen. Die Lasten, die dem deutschen Volke auferlegt sind, sind nicht auf die Dauer zu ertragen. Aber um den Kampf zu führen zur Verständigung über neue Lö- fungen der Reparationsfrage, dafür muß man wirtschaftlich und finanziell gerüstet sei. Auch hier muß Verantwortung und Mut zu unpopulären, richtigen Entfcheidungen über Umfang und Zeit allein maßgebend sein. Es sind nicht die schlechtesten Namen in der preuß. und deutschen Geschichte, die wie wir, als Landesverräter gebrandmarkt worden sind. Es ist kein Grund zur Verzweiflung da. Wir find nicht so schlecht gestellt wie andere Industrieländer. Wir haben heute bereits einen gewissen Vorsprung.
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Reichskanzler, auf die Niedrigkeit und Gemeinheit dieser Anwürfe ncht weiter einzugehen. Aber ès dürfe daran erinnert werden, daß es dieselbe Kreuzzeitung gewesen sei, die, als Bismarck den Grund legte zu feinen Erfolgen, ihn in gleich gehässiger Weise behandelt habe, wie es jetzt mit pem verdienten Vorkämpfer im oberfchlesischen Abstimmungskampf geschehen sei. Wenn man weiterhin glaube, eine Regierung als unnational verdächtigen zu müssen, weil ein Katholik an der Spitze stehe, so möchten diese Leute auch einmal überlegen, welche Rückwirkungen solche Angriffe auf den Westen haben müssen, in einem Augenblick, wo es gelte, das Wollen des gesamten deutschen Volkes auf eine durchgreifende Osthilfe einzustellen.
TSsUch »olitiftbe Schlägereien
Am Samstag und Sonntag haben wieder verschiedene politische Schlägereien stattgesunden, wobei es zahlreiche Verletzte gegeben Hal. Heute morgen liegen solgende Leibungen vor:
Kassel, 26. Jan. In dem benachbarten Grebenstein kam es am Sonntag nachmittag zu einer schweren Schlägerei zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten. Die Nationalsozialisten hatten zum Nachmittag dine Versammlung einberufen. Etwa 1 Stunde vorher hatten jedoch bereits
Der spanische Ministerrat hat gestern abend in Anbetracht der im ganzen Lande herrschenden Ruhe beschlossen, den Belagerungszustand auf« Iuheben, außer in Madrid und Huesca, ®o der Prozeß gegen die Teilnehmer der letzten revolutionären Bewegung im Gange ist. Die Zensur ist gleichzeitig mit der Aufhebung des Belagerungszustandes den Zivilbehörden übertragen worden, und die Regierung soll die Absicht haben, ouch die Zensur in ein oder zwei Tagen aufzuheben.
(Stürmischer Beifall.) Das deutsche Volk ist doch etoa 80 Kasseler Kommunisten das Versammlungs- nicht so unpolitisch, wie es manche politische Führer I lâl besetzt und räumten es auch nicht, als Kasseler haben wollen. Glaubt man denn wirklich, daß diese i Nationalsozialisten den Saalschutz übernehmen gewaltige Auferlegung von Opfern für alle Schichten der Bevölkerung, vor allem aber für die Aerm» ften, so ruhig ausgenommen würde, wenn nicht in diesem Volke etwas geradezu Fabelhaftes an po« litifcher Begabung und Verantwortungsgefühl steckte. Und dieses zu erwecken, darum geht es, und diesen guten Geist des deutschen Volkes auf das Parlament zu übertragen, darum geht
* Der indische Vizekönig hat die bedingungslose Freilassung Gandhis und der a>.deren Aistglieder des Arbeitsausschusses des Allindischen Kongresses angeordnet.
, Die Abstimmung unter den Webern von Lanca- $re hat mit 90 770 ablehnend n Stimmen eine Mehrheit von 45 780 Stimmen gegen die Wieder- Ninahme der Verhandlungen zur Regelung der M-Webstuhl-Frage ergeben. Der Gewerkschafts- '^rung ist es somit untersagt, mit den Fabrikanten etwaige Revision der von den letzteren ange- Wneten Akkordlöhne bei Anwendung der Acht- ^ebstuhl-Ordnung zu besprechen. Nach einer An» Mutung des Innenministers Clynes zu fc^e^en, Want die Reaie^'nq einen snock-m, "tH^,
es auch.
Dag Spiel des Parlaments. einige hundert Aql- tatlonsanträge einzubringen, die gewöhnlich einige hundert Millionen oder gar ein bis zwei Milliarden neuer Ausgaben bedeuten, muß endlich durch Maßnahmen des Reichs zu Ende gebracht werden. (Beifall.) Man ist Abgeordneter, um feinen Wählern die Wahrheit zu sagen, und nicht, um zu verspre- chen, was man nicht halten kann. Der Reichstag wird im Februar nach dieser Richtung hin vor ge- waltige Entscheidungen gestellt sein. Und dann werden wir eine gewisse Klarheit bekommen, auch im Volke, über Wahrheit und Richlwahrheit, über Wirklichkeit und Agitation.
Wir sind nicht allein durch Reparationslasten ins finanzielle Unglück hineingekommen, sondern in sehr starkem Maße auch dadurch, daß wir uns eingebildet haben, die öffentliche Hand und arch die Privaten könnten trotz eines verlorenen Krieges, trotz ungeheurer Opfer an Geld und Blut besser leben als in der Vorkriegszeit. Wir haben uns Bauten geleistet überall in Reich, Ländern und Gemeinden, die wir uns in der Vorkriegszeit nicht
sollten. Als diese sie aufforderten, Eintrittsgeld zu zahlen oder den enat zu verlassen, kam es zu einer schweren Schlägerei, bei der Tische, Stühle, Biergläser usw. als Waffen dienten. Die Kasseler Schupo, die von der Grebensteiner Ortspolizei zur Unterstützung herbeigerufen wurde, traf zu spät ein, konnte aber die Kommunisten, die bereits auf 3 Lastkraftwagen den Rückweg nach Kastei angetreten hatten, zwischen Grebenstein und Kassel abfangen. Sämtliche 89 Kommunisten wurden dem
haben leisten können, wir haben hunderte von Mib
"ungsschritt, um die Ausdehnung der Aussperrung Honen für Dinge ausgegeben, die sich nach einiger M die spinnenden und verfeinerten Zweige in (Zeit als verfehlt und unproduktiv erwiesen.
^ancashire zu vermeiden
*) Näheres siehe im politischen Teil.
Ls bleibt nichts anderes übrig, als mit jedem Pfennig, den die öffenkfliche Hand ausgibt, genau so zu verfahren wie andere Völker, die nach einem
Kasseler Polizeipräsidium zugeführt.
Dresden, 25. Jan. Für Samstag abend hatte die Ortsgruppe der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei in Radeberg zu einer öffentlichen Kundgebung nach dem Schützenhaus gerufen. Es kam jedoch bereits vor Beginn der Versammlung, die sehr stark von Kommunisten und Sozialisten besucht war, zu einer wüsten Schlägerei, bei der sechs Personen Biß- und Schießwunden erlitten und ins Krankenhaus eingeliefert werden mußten. Die Polizei nahm mehrere Festnahmen vor. Die Versammlung konnte nicht abgehalten werden. Die Einrichtung des Saales war bei der Schlägerei zertrümmert worden.
Chemnitz, 25. Jan. Im benachbarten Penig hielten am Samstag abend die Nation ilfrzi rüsten eine Versammlung, in deren Verlaufe eins Saal» schlacht zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten entstand. Es wurde mit Stühlen, Biergläsern und auch mit gefährlichen Waffen zuge- schlagen. Verletzt wurden dabei 25 Personen, und zwar 5 Nationalsozialisten und 20 Kommunisten. Auf beiden Seiten sind Schwerverletzte zu beklagen. Bei Aufräumung des Saales durch die Polizei wurden Totschläger, Stahlruten, Schlagringe und Dolche gefunden. Die Verletzten wurden von Aerzten verbunbeh, die Schwerverletzten ins Krankenhaus Penta aelretert ,
Hahnheim (Rheinhess.) Südwestdeutscher Aach- richte ninenft) Am Sonntag abend kam es hier zu einer schweren Schlägerei zwischen Nation,ll- sozialichen und Reichsbannerleuten. Die National- sozialisten, die in Stärke von etwa 40 Mann in einer Wirtschaft sich aufhielten, beschimpften vorbei. ziehende Reichsbannerleute und bewarfen sie mit Steinen. Als die Reichsbannerleute sich zur Wehr setzten, faxn es zu einer regelrechten Straßen, schlacht, wobei geschlagen, geschossen und gestochen wurde. Als der Bürgermeister von Hahnheim die Streitigfeiten schlichten wollte, wurde er von den Nationalsozialisten mißhandelt und der Polizei- diener niedergeschlagen. Daraufhin versuchten die Nationalsozialisten das Bürgermeisteramt zu stürmen, wurden aber von der inzwischen alarmierten Mainzer Ueberfallkommavdo daran gehindert. Etwa 40 Nationalsozialisten wurden festgenommen. Bon den Nationalsozialisten wurde», zwei in das Oppenheimer Krankenhaus eingeliefeit,
Aövfttts gegen AMev
Bremen, 25. Jan. Das Reichsbanner veranstaltete hier gemeinsam mit der Sozialdemokratischen Partei und den Freien Gewerkschaften eine Kundgebung mit der Parole „Gegen Faschismus, sür Republik und Sozias lismus!" Nach einem großen Demonstrations- tnarfch von der Neustadt zur Wtstadt, dèr im wesentlichen ungestört verlief, sprach Reichsbannerführer Otto Hörsing in dem dicht gefüllten Saal der Zentralhalle. Hörsing wandte sich in seiner Rede wiederum vor allem gegen die Nationalsozialisten. Am 14. September 1930 habe eine Minderheit das deutsche Volk in der ganzen Welt in Verruf, gebracht. Das Wahlergebnis sei ein schwerer wirtschaftlicher Schlag für Deutschland gewesen, nur vergleichbar dem Ausgang der Ruhrbesetzung und den Wirkungen des Vertrags
Die heutiae Nummer umfaßt 10 kettete