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Zustande aber ist nur für kürzere Zeit angebracht, da bei längerem Lagern naturgemäß größere Ver­luste eintreten. Man kann «Kg bis SO g ge­kochte Kartoffel» je Tag an Legehennen ver- füttern. Auch an Mastgeflügel können Kartoffeln im gekochte» oder gedämpften Zustande ohne Nachteil verfüttert werden. DaS Geflügel frißt die Kartoffeln am liebsten, wenn diese frisch gekocht und eben erkaltet sind. Ein Verfüttern von frischen Kartoffeln im gekochten Zustande ist zu empfehlen, solange gesunde, ungekermte vorliegen.

Auch bei der Kückenaufzucht spielt die Kartoffel- fütterung eine nicht unwesentliche Rolle, einmal wegen der Verbilligung des Futters, dann aber auch aus rein gesundheitlichen Gründen. So empfiehlt z. 8. die Firma Nagut, Lage in Lippe, neben ihrem Aufzuchtfutter täglich zerkleinerte, gekochte Kartoffeln zu verfüttern, um Durchfall zu vermeiden. Weszenkleie, Ragut-Aufzuchtfutter und Kartoffeln, zu je einem Drittel gemischt, ergibt ein vorzügliches Kückenfutter und verhindert den Durchfall. Die von uns gemachten Erfahrungen haben sich bestens bewährt.

Daß sich gekochte Kartoffel» auch vorzüglich zur Fütterung von Esten eignen, ist selbstverständlich.

DaS Verfüttern roher Kartoffeln kommt für Geflügel nicht in Frage. Der Verbrauch ge- trorfneter Kartoffeln dagegen ist sehr zu empfehlen bei Trockenfütterung mittels Futterautomaten.

Neves aus Stall und Hof.

Vorsicht beim Süttern schlecht eingemieteter

Rüben. Da Runkelrüben dem Rindvieh ein recht zuträgliches Futter sind, werden sie von allen Landwirten in großen Mengen angebaut. Wenn dann im gerbst die Rübenernte beendet ist, zeigen uns die langausgedehnten Hügel den reichen Ertrag. Alle Landwirte sind jedoch mit ihrer Arbeit von der Witterung abhängig und müssen auch demzufolge bei dem Einmieten der Rüben die gegenwärtigen klimatischen Witts- rungsoerhältnisie berücksichtigen. Bei einer längeren warmen tzerbstveriode und einer milden Wtuterzeit ist die Mietendecke verhält­nismäßig dünn aufzulegen; denn werden gleich zu dicke Schichten aufgeworfen, so erwärmen sich die Rüden zu sehr, sie treiben aus und werben weich und schimmlig. Dieser Zustand ist «in Berwesungsprozetz, der durch die treibenden Säfte und durch die anhaftenden Bakterien her­vorgerufen wird. Eine Fütterung solcher Rüben hat oft recht bedenkliche Folge». Anfangs läßt Durchfall den Krankheitsbegmv erkennen, dann geht die produktiv« Leistung der erkrankten Tiere sehr schnell zurück. Es treten Schwel­lungen an den Gelenken auf, die die Tiere sehr schmerzen und schwächen. Aus dem Maul fließt, da eine vollkommene Nervenlähmung eintritt, Speichel, alle Futtermittel bleiben un­berührt. Dieser Zustand hält geraume Zeit an. Infolge der Nichtaufnahme des Futters schwinden mit der Zeit die Krankheitssymptome und die Tiere beginnen wieder zu fressen. Bei einer weiteren Fütterung mit guten Futters mitteln ist für die Tiere weiter nichts zu be­fürchten. Der indirekte Verlust ist jedoch oft­mals recht erheblich. Hochtragende Kühe ver­kalbe» sehr oft in einer solchen Krankheits­periode, was dann allerdings den direkten Verlust zur Folge hat. Die Schuld trifft einzig und allein den Landwirt; denn werden vie Mieten angebrochen und die Runkeln sind schimmlig und ausgewachsen, dann füttert er die Rüben meist schnell weg, damit sie nicht ganz verderben. Diese falsche Sparsamkeit hat vielfach mit der besagten Krankheit seinen Aus­gang. Richtig ist es in einem solchen Falle, die Rüben auf dem Scheunenflur auszubreiten und der Zugluft auszusetzen. Die schlechtesten der Hackfrüchte werden herausgesammelt. Nach einer solchen Behandlung der Runkelrüben ist di« Fütterung mit denselben weniger schädlich. Ma.

Beim Einfang«» der Hühner soll man die Tiere so wenig wie nur möglich jagen. Am besten werden die Tiere in einen Stall getrieben und da mit einem Haken, den man an einen Stock befestigt hat, herausgefangen. Mit dem Haken werden die Beme der Hühner erfaßt; der Haken darf aber nicht zu groß sein, er muß den Lauf ziemlich anliegend umspannen. Kl.

Neues aus Feld und Garten, Treibhaus und Vlumenzimmer.

Sine sicher«, reichliche und unkrautfrei« Samenernte beim Rotklee läßt sich selbst unter ungünstigen klimatischen Verhältnissen, wie denen in Ostpreußen, erzielen. Gleich beim ersten Weidegang wird vom jungen Rotklee- schlag so viel mit Rindvieh abgehutet, als man zu Samen stehen lassen will. Die anderen Klee­arten, die etwa zusammen mit dem Rotklee ausgesät sein sollten, sind bekanntlich ein« schnittig, sie wachsen nunmehr nicht mehr hoch. Desgleichen wird durch die Weide da» Unkraut beseitigt. Nur der Rotklee treibt von neuem aus. Er bleibt zur Saat stehen und wird ge­wöhnlich Mitte August reif, also zu einer Zeit, in der noch auf beständiges Wetter zu rechnen ist. Und dieser Schnitt liefert dann auch recht reine, unkrautfreie Rotkleesaat. Würde man nach dem alten Verfahren im Frühjahr den Samenrotklee nicht abweiden lassen, so würde der erste Schnitt bekanntlich keinen erheblichen Samenertrag bringen, weil er frühzeitig reift in einer Zeit, tn der noch nicht genügend Hummeln zur Befruchtung vorhanden sind. Und läßt man, wie gewöhnlich, den zweiten Schnitt zur Samenbildung stehen, dann reift er oft zu spät und leidet unter ungünstigem Wetter. Unser oben beschriebenes Verfahren hält die Mitte zwischen beiden. Es hat sich in Ostpreußen be­währt und wird sich auch in anderen Gegenden, wie den deutschen Mittelgebirgen mit ihren un­günstigen klimatischen Verhältnissen als zweck­mäßig erweisen. Ws.

Zur Sickerung des Sarloffelertrage» dürfte es sich empfehlen, in erster Linie späte Sorten an­zubauen, weil sie in der Regel die Haupterträge liefern, daneben aber nicht zu unterlassen, auch eine mittelspäte und eine frühe Sorte auszulegen. Dieses einfache Verfahren trägt viel zur Sicherung des Gesamtertrages bei, von dem so viel in der Landwirtschaft gerade bei der Kartoffel abhängt. Außerordentlich wünschenswert ist es, wenn fort.

laufend ein vergleichender Sortenanbouversuch durchgeführt wird, bei dem neben den bisher an- gebauten alten Sotten neue Sotten, gut emp­fohlene Sotten geprüft werden. Ew.

Zur Dahlie uaufbcwahruug. Im Wochenblatt der niederländischen K.-Gesellschaft für Gatten­bau und Pflanzenkunde weist P. Koumans darauf hin, daß es Gefahr mit fick bringt, die Erde an den Dahlienknollen zu lassen. Er entdeckte nämlich vor ein paar Jahren, daß einiae auf diese Weise bewahrte Knollen im Frühjahr ganz aufgefressen waren. Sie Uebel- täter waren kleine Tausendfüßer von ein paar Millimeter Länge. Er empfiehlt darum, die Knollen in einem Eimer Wasser gut abzujpülen und sie dann draußen gut trocknen zu lassen. Hiernach kann man sie in eine Kiste mit trocknem Sand oder Torfmull auf froftfreiem, aber nicht zu warmem Platz aufzubewahren. Rrs.

Neues aus tzaus, Nüche und Keller.

Hühnerfedera können auch zum Süllen billiger Betten benutzt werben. Am ansehn­lichsten sind weiße Federn. Dor dem Gebrauche sind die Federn zu reinigen. Man tut hierzu die Federn in einen Waschkessei, unter den man ein kleines Feuer anfacht, damit sich die Federn nicht zu stark erhitzen. Man rührt mit einem Stabe fleißig um, bis sich aller Schmutz auf dem Boden des Gefäßes angesetzt hat. Man kann aber auch die Federn in einen Kissen- bezug tun, dann out zudinden, und dann alles in warmem Seifenwasser gründlich waschen, bis das Wasser rein ausläuft. Der Bezug wird darauf mit den Federn zum Trocknen auf. gehängt. KL

Zwiebelsupp« mit Käse. Gericht für vier Personen. Zutaten: Vier bis sechs mittel­große Zwiebeln, 50 g Butter, 50 g Mehl, anderthalb Liter Fleischbrühe aus vier Maggi's Fleischbrühwürfeln, 150 g Käse, 100 g altbackenes Weißbrot, Prise Pfeffer. Z u - bereitung: Die geschälten Zwiebeln werden in ganz dünne Scheiben geschnitten und in der Butter durchgebraten, ohne daß sie sich bräunen dürfen. Das Mehl wird über die Zwiebeln ge­streut, mit ihnen durchgeschwitzt und dann die Fleischbrühe zu den Zwiebeln gerührt. Die Suppe muß langsam 30 Minuten kochen. Inzwischen gibt man in die Suppenschüssel abwechselnd den ganz feinblättrig geschnittenen Käse und das bünnfdjeibig geschnittene Weiß, brot, streut eine Prise Pfeffer darauf und gießt die fertige Suppe darüber. Die geschlossene Suppenschüssel mutz so lange noch wärm'- gestellt werden, bis der Käse Heitz geworden ist und Fäden zieht, dann aber muß man die Suppe sofort auftragen. L. H.

Paprikabuhn. Die »orbereiteten Hühner werden gevierteilt und mit Salz und etwas Paprika überstäubt. In einen gut schließenden Tops gibt man reichlich Butter, schneidet eine mittelgroße Zwiebel hinein und legt, sowie die Butter sich bräunt, die Hühnerstucke in den Topf und läßt sie, gut zugedeckt, eine halbe Stunde darin dämpfen, gibt eine halbe bis eine Tasse saure Sahne dazu und dämpft darin die Hühner völlig gar. Man gibt sie mit der Soße, die, wenn nötig, noch mit Salz und die Hühner aber auch im Reisrand anrichten. Dann legt man sie in die Mitte der Schusses gießt etwas Soße darüber und reicht den Rest nebenher. E. S.

Gedämpfte Hammelnlerrn. Die gewässerten und abgezogenen Nieren spickt man mit feinen Speckfiwen, bestreut sie mit Pfeffer und Salz und dunstet sie in einer gut zugedeckten Kasse­rolle mit zerlassener Butter weich. Dann nimmt man sie heraus, läßt die Tunke mit etwas Zitronenschale, dem Saft einer halben Zitrone und einem Glase Wein verkochen unb gibt sie über die Nieren. Frau A. in L,

Neue Bücher.

Taschenbuch der Deutsche» Jäger-Zeitung 1931.

6. Jahrgang. Herausgegeben von derDeut- Mn Iâger-Zeitung". Neudamm. Verlag von s. Neumann, Neudamm. Preis 2,50 RM, von 5 Stück an billiger.

Das Taschenbuch ist wie im Vorjahr« tn zwei Teilen herausgegeben. Teil I, welcher tn wetterfestem Leineneinband für den Gebrauch im Revier bestimmt ist, enthält Kalender, Ta­bellen. Schußlisten und jagdliche Formulare verschiedenster Art. Teil II, welcher als jagd­liches Hilfsbuch für den Schreibtisch gedacht ist. enthält unter anderem die neue Tier- und Pflanzenschudverordnung für Preußen einschl. Ausführungsbestimmungen. Anweisung zur Wil- dererbekämpfung. Muster zu einem Jagd- pachtvertrag-, Jagd-, Schieß- und Hundezucht- vereine, Hundestammbücher, Gehörmnarkenzeich- nung, Erkennen der Rehkitze am Gebiß, De- gattungs-, Trächtigkeit»- und Brutzeiten des Haar- und Federwildes, Geschäftsbedingungen für den Handel mit Wild und Geflügel, ferner zwei sehr wertvolle AufsätzeJagd- und Polks« wirtschaft" von Forstmeister Bieger undDer deutsche Wachtelhund" von Forstmeister Frieß. Auch der neue Jahrgang steht wie seine Vor­gänger vollständig auf der Höhe der Zeit und kann jedem empfohlen werden. L.

Frage und Antwort.

Ein Ratgeber für jedermann.

Beetneensee für die Beeitwortune een enfragei: »et greife Teil bet Frezen et#6 schriftlich beantwortet werde», da ein Abdruck aller Antworte« räumlich unmöglich ist Deshalb stuft jede Anfrage die genaue Adresse bei gtaaeftelUt» enthalten. Anonyme Fragen werde« grundsätzlich nicht Seesheertet. Außerdem ist jeder Stage ein Ausweis, daß Fragesteller Bejieher unsere» Blatte» ist sowie al» V-rtoersa» der Betrag von 60 Rpf. beruhigen. Für jede weitete Frage find gleichfalls je 50 Rpf. mitjufenben. Anfrage«, denen weniger Porto beigefügt wurde, werben »uriickgelegt unb erst beantwortet. Wenn der nette Portoersatz erstattet werben ist.

8m Brief lasten werden nur rein landwirtschaftlich« Fragen behandelt; in Rechtsfragen oder in Angelegenheiten, die sich nicht best Rahmen unsere» Blatte» anttaffen, t-nn Sliltkunft richt erteilt werben. Unsere Ratschläge geschehen ebne lebt Verbindlichkeit. Die Schrittlett»««.

Frage Nr. 1. Ein« Erstlingskuh, die mit auf die Weide geht und im März bereits ge­kalbt hat. rindert immer, steht aber nicht vor dem Bullen. Was kann ich tun, damit die Kuh auf nimmt? L. T. in L.

Antwort: Wir dürfe» wohl an« nehmen, daß auch der Bulle sich in der Herde befindet und daß die Delegungsversuche im freien, umherlaufenden Zustande gemacht worden sind. Sie können im andern Falle nur Abhilfe schaffen, indem Sie die Kuh in einem sogenannten Sprungstande decken lassen. Dieser Svrunastand besteht aus einem im spitzen Winkel auf Pfosten ruhenden Stangendreieck. In dieses Dreieck wird die Kuh hineingestellt, befindet sich somit in einer emgezwengten Lage unb kann vor dem Dullen nicht davon- laufen. Ein derartiger Sprungstand läßt sich mit ganz geringer Mühe anlegen. Sollte das Tier, das auf diese Art und Weise gan- bestimmt gedeckt werden kann, nicht aufnehmen, so möchten wir empfehlen, vor dem Deckakt eine Ausspülung der Scheide mit doppeltkohlen­saurem Natron vorzunehmen. vr.Bn.

Frage Nr. 2. Meine Kuh, etwa fünf Jahre alt, hat am linken Dorderbein am Knie eine Geschwulst. Dieselbe ist aus heiler Haut entstanden. Im Sommer auf der Weide war das Tier beim Laufen nicht beeinträchtigt. Jetzt im Stall nimmt die Geschwulst an Größe zu. Der Tierarzt bezeichnete die Sache im Anfang nur als Schönheitsfehler. Ein kleiner Einschnitt ließ nur etwas Blut aus­treten. Schmerzen hat das Tier anscheinend nicht. S. Z. in S.

Antwort: Durch das Stützen der Körper­last auf das Borderknie beim Aufstehen quetscht das Rind die dort liegenden Gewebe, so daß es zu Anschwellungen kommt. Diese Anschwellungen sind in der Regel nicht schmerz, haft, weich, fühlen sich wie mit Flüssigkeit (fluktuierend) an und können bedeutenden Um- fana erreichen. Im allgemeinen bereitet die Anschwellung, wie auch im vorliegenden Falle, dem Tiere keine Beschwerden, es handelt sich dann nur um einen Schönheitsfehler. Im An. fangsstadium der Erkrankung find Lehmanstriche vorteilhaft. Später läßt sich die Geschwulst nur auf operativem Wege entfernen, da bei allen anderen Behandlungsmethoden Rückfälle beobachtet werden. Vorbeugend empfiehlt es sich, den Rindern stets ein geräumiges und weiches Lager zur Verfügung zu stellen. Dr. Lz.

Frage Nr. S. Mein Rind Viehbestand hat vor drei Wochen die Maul- und Klauenseuche gehabt. Eine Kuh des Bestandes war hochtragend, hat abgekalbt und kann jetzt die Füße nicht mehr aufsetzen, besonders die Hinterfüße, an denen die Klauen sehr stark entzündet sind und ein gelbliches Aussehen haben. Die Kuh frißt wenig und gibt natürlich auch sehr wenig Milch. Die anderen Tiere haben die Maul- und Klauenseuche gut überstanden, nur diese eine Kuh leidet unter den geschilderten Nacherschei- nungen. Um was für eine Krankheit handelt es sich, wie kann ich sie behandeln? C. B. in B.

Antwort: Das Klauenleiden der Kuh ist als Panaritium anzusprechen, eine Krankheli. die im Anschluß an die Maul- und Klauen­seuche häufiger beobachtet wird. Diese Krank­heit gehört zu den gefürchtetsten Klauenerkran- Kungen des Rindviehs und ist eine akute nekrotische und tn Eiterung übergehende Ent­zündung der Haut, die auch auf das Unterhaut­zellgewebe übergeben kann und auch die und die Knochen ergreifen kann. Auch das Allgemeinbefinden der Tiere kann, wie auch im vorliegenden Falle, darunter leiden. Geringfügige, unschein­bare Hautverletzungen über die bei der Klauen­seuche austretenden Veränderungen der Klauen bilden die Eintrittspforte für die Nekrose- und Eiterbazillen. Da der Nekrosebazlllus ein ständiger Bewohner des Rinderdarmes ist, findet er sich auch stets im Stallbodenschmutz. Eine besondere Disposition für dieses Leiden

schaffen durchfallerzeugende Futtermittel, die die Haut der Extremitätenenden verätzen, un. saubere Standplätze und mangelhafte Klauen- vflege. Die Behandlung hat, nachdem bk Eiterherde sich bereits geöffnet haben, in des­infizierenden Bädern zu bestehen. Die Mund­höhlen sind mit Jodtinktur auszuwischen und durch Holzteerverbände der Heilung zuzuführen. Gleichzeitig ist regelmäßige Stalldesmfektion und Trockenfütteruna anaezeigt. Durchfaller­zeugende Fütterung ist auf jeden Fall zu ver- melden. Ferner ist durch weiche Einstreu in Verbindung mit dem Teeren und Pflegen der Klauen vorbeugend viel zu erreichen. Dr. Bn.

die

Frage Nr. 4V In meinem 2500 qm großen Karpfenteich haben sich fadenstarke, bis Drei Zentimeter lange Tierchen, anscheinend Egel, angesunden. Diese Tierchen sitzen an den Fischen so fest und lassen sich nur schwer ent­fernen. Ist Ihnen ein Mittel zur Vernichtung Der Tiere bekannt? P. S. in B. .

Antwort: Ihre Fische leiden an Fisch­egeln, die sich mit ihren Saugnäpfen an den Fischen festsaugen und ihnen Blut entziehen. Im freien Wafser befallen sie die Fische nicht in so starkem Maße wie bei der Abfischung, wenn die Fische eng zusammenstehen und Die Egel in großen Mengen mit dem abfließenden Wasser in die Fischgrube gelangen. Sind Teiche mit Egeln infiziert, so lasse man sie trocken liegen und übergieße den Boden mit Kalkmilch. Die an den Fischen sitzenden Egel entferne man, indem man die Fisch« in einer LVsprozentigen Kochsalzlösung habet. Anfangs werben die Fische versuchen, aus dem Bade herauszuspringen, beruhigen sich aber sehr schnell; sie können etwa eine halbe Stunde im Badewasser bleiben, ohne Schaden zu nehmen. Meistens sind aber die Egel schon eher abgefallen. Kle.

Frage Nr/ ö. Wir haben auf dem Hofe einige Korbweiden. Sie sind Mitte November f«schnitten und wir wollen damit einige Körbe leckten. Wir wollen die Weiden aber schälen (also den Bast abziehen), denn sonst werden Die Körbe zu schwer und der Wu-rm kommt zu leicht herein. Wann müssen die Weiden geschält werden und wie lange müssen sie tm Wasser liegen? Kann man die geschälten Weiden zu jeder ZeU verarbeiten? Wie ge- schieht Dies am besten? Wie läßt sich der Bast am besten abziehen? W. D. in O.

Antwort: Das Schälen der Weiden wird am besten im Mai ausgeführt. Die jetzt ab- geschnittenen Weiden kommen in einen luftigen

Ketter und werben Wer mit dem Flammende in feuchtem Sande eingeschlagen. Etwa Mitte April werden die Weiden im Freien ungefähr 10 cm tief im Wasser möglichst senkrecht aus­gestellt und bleiben hier so lange, bis die Rinde gut löst. Handelt es sich nur um eine kleine Menge, so können Sie diese im Januar in einem geheizten Raume, möglichst an ein Fenster, ebenso tief in angewärmtes Wass« stellen, welches öfters zu erneuern ist. Nach einigen Wochen löst sich die Rinde hrer eben­falls. Die geschälten Weiden nach b es er Art der Behandlung bleiben schön weiß. Die andere Methode ist, die Weiden etwa eine halbe Stunde zu kochen, hierauf werden sie sofort geschält. Nach dem Schälen können dieselben e verarbeitet werden ober sie sind sofort

zu schichten und zu trocknen. Vor dem Gebrauch sind die Weiden kurze Zeit in heißes Wasser zu legen. Rz.

Frage Nr. 6. In der Anlage übersende ich Ihnen zwei Aepfel. Gepflückt sind sie Anfang Oktober und werden unter einem Pappdachhause auf freiem Boden, auf Säcken liegend, frei und luftig, frostfrei aufbewahrt. Es wird allgemein über schlechte Winterung der Aepfel geklagt. Woran liegt die leichte Verderblichkeit und was ist zu tun, um die Wahrungszeit zu verlängern? M. S. tn W.

Antwort: Di« beiden etngesandten Aepfel waren leicht von Schorf befallen, außerdem war die eine Sorte zu früh gepflückt worden, ist auf dem Lager gewelkt und fängt von innen an zu faulen. Die Schorfflecke gehen ebenfalls als schwarze Punktstellen nach und nach tiefer ins Fleisch. Das Welken Der Aepfel wird noch beschleunigt, wenn der Lagerraum tags zu warm ist. Als Unterlagen nimmt man am besten Lattenroste, oder legt die Früchte direkt auf den Boden, nachdem man auf diesen einen Bogen Papier gelegt hat. Zur Btz- kämpfung des Apfelschorfes harken sie jetzt alles Laub zusammen und verbrennen dieses. Im Spätwinter, kurz bevor die Knospen schwellen, spritzen Sie die Bäume mit zweS- prozentiger Kupferkalkbrühe oder dreiprozen- tigern Solbar. Diese Spritzungen sind nach der Blüte bis Ende Juni (n Abständen von vierzehn Tagen bis drei Wochen mit ein­prozentigen Lösungen zu wiederhole». Rz.

Frage Nr. 7. Wir haben einen schönen Rebstock am Hause, der schon über zehn Jahre alt ist; bis jetzt hat er noch keine einzige Wein,- traube getragen. Im Sommer bescheint die Sonne den Rebstock von 1 Uhr an. Woran wirb das liegen? G. tz. in D.

Antwort: Die Unfruchtbarkeit Des an­geklagten Rebstockes scheint in erster Linie an dem Standort zu liegen; denn wenn ihn erst um 1 Uhr die Sonne trifft, so reicht dies« Wärmesumme kaum aus, daß sich Blüten bilden können. In solch rauhen Lagen braucht der Weinstock eine reine Süd- oder Südostlage. Weiter hätten da nur sehr frühreisende Sotten Wert. Es kann zufällig eine spätreifende Sorte sein, dann ist kaum eine Traube zu erwarten. Ferner kann der Stock von einem faulen Träger abstammen, oder er ist zu kurz im Frühjahr geschnitten worden. Treibt er, was.anzunehmen ist, recht stark, so f*=

Sie die Triebe vom Jahre 1930, welche benu29er Holze (zweijährig) stehen, so lange, daß 15 Augen daran bleiben, und biegen Sie diese Ruten Ende April 1931 zu einem schönen Bogen, der entsprechend anzuheften ist. Bringen Sie so den Stock 1931 und 1932 nicht zum Tragen, dann hauen Sie ihn heraus und ver­schaffen sich eine zweijährige Wurzelrebe vom Frühblauen Burgunder für eine Südwand. Gro.

Frage Nr. 8. Die Blätter eines aut entwickelten Gummibaumes bekommen fast durchweg Flecken (krustige braune Stellen), wie ein beigefügtes Blatt zeigt, und fallen dann ab. Das Bäumchen steht im geheizten Wohn­zimmer in der Nähe des Fensters. Die Pflanze wird wöchentlich zweimal gegossen. Leucht­gasleitung ist in dem Zimmer nicht vorhanden. Da mir ein gleiches Bäumchen, unter den gleiche» Erscheinungen, vor einiger Zett ein­gegangen ist, wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mir mitteilen könnten, worauf diese Krank­heit zurückzuführen ist und was ich dagegen tun kann. O. M. in

Antwort: Der Gummibaum ist, wie die erkrankte Stelle des eingesandten Blattes zeigte, von einer Schildlausart befallen. Die Muttertiere dieser Schildläuse setzen sich auf den Blättern fest und bilden eine braune, feste Erhöhung um sich. Man entfernt sie durch Ab­lösen mit einem Pinsel und durch nachheriges Abwaschen der Blätter mit einer Scifenlösung. Letztere ist jedoch sorgfältig abzuwaschen, sie darf nicht auf Den Blättern stehen bleiben. Die primäre Ursache dürften jedoch nicht die Schildläuse fein, sondern ungünstige Standorts- bebingungen geben den Läusen eine gute Aus­breitung. Ein Gummibaum soll möglichst hell stehen, und dann ist das Gießen nicht in festen Zettabständen vorzunehmen, sondern nur dann, wenn die Erde trocken ist, b. h. in diesem Falle soll sie nicht ganz austrocknen. Durch Gießen in festen Zeitabständen wird es sich nie ver­meiden lassen, daß Pflanzen entweder einige Zeit zu trocken oder quch zu feucht stehen. Wird die Pflanze weiter noch durch schlechten Standort geschwächt, dann breiten sich Läuse immer stärker aus. Schfd.

Frage Nr. 9. Beigefügte Weinprobe be­steht aus Schattenmorellen, angesetzt mit Tarra­gonahefe. Auf 25 Liter fertigen Wein habe ich 4,5 kg Zucker verwendet. Der Wein schmeckt trotzdem sehr sauer. Ist sein Genuß gesund­heitsschädlich? H.M. inD.

Antwort: Die Untersuchung dèr übet* andten Probe ergab, daß der Wein zwar gut iurchgegoren, aber zuckerfrei war und nur 3,5 Bolumprozent Alkohol enthielt. SW ihrigen ist er vollkommen gesundheitsunschäd- ich und bedarf nur einer Nachprüfung. Da er bet dem geringen Alkoholgehalt aus Zusatz von Zucker nochmals in Gärung gehen könnte, raten wir zu einer Nachsüßung mit Kristall- süßstoff, dessen Menge jedoch erst ganz genau ausprobiert werden muß, denn Der Geschmack ist gerade bezüglich der Süße des Weines recht verschieden. Prof. Dr. Ks.