KanaueMzeiger
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Vanau Giadt und Land
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21. Lanuar
1931
Große Äbrüstungsdebatte in Genf
Ek« wichtiges Geständnis: Kendeeson bestätigt die Abvüstungsvevpstichtung der SlUiievien - Snetius foedevt vavitätische Sicherheit
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Der Schnelldampfer „B r e m e n" hat die Fahrt Bremen—Newyorl in 6 Tagen 3 Stunden zurückgelegt und damit den von der „E u r o p a" gehaltenen Rekord um 3 Stunden geschlagen.
* Im Völkerbundsrat übte D r. C u rtius scharfe Kritik an den Methoden der Vorbereitenden A b r ü st u n g s k o m m i s s i o n, die unbedingt geändert werden müßten, wenn die Voll- Konjerenz Erfolg haben sollte Briand verteidigte die Vorbereitende Abrüstungskommission, spendete ihr Lob und Anerkennung und kritisierte stark die Ausführungen von Dr. Curtius.
In der gestrigen Sitzung des Rechtsaus- schusses blieben die nationalsozialistischen Ausschußmitglieder geschlossen den Verhandlungen fern. Ihr Verhalten begründen sie in einer Erklärung damit, daß sie sich ihre positive Mitarbeit an der Strafgesetzbuchreform von Fall Zu Fall vorbehielten.
Schweres LawinenungSüE
Sterns LattdesvoKMett in die Tiefe seeMe« - Zwei Sev- fchüLieie gerettet, die a«dee« sieben als Leiche« gebovsen
Benediktbeuern, 20. Jan. Heute nachmittag kurz nach 15 Uhr ereignete sich an der Ostseike der Vendikten-Wand ein furchtbares Lawinenunglück. Ein Skikurs der bayerischen Landespolizei wurde von einer Lawine überrascht und neun Mann wurden in die Tiefe gerissen. Aus sofortigen Alarm gingen von Benediktbeuern und Bad Tölz Biann- schaften des Alpinen Rettungsdienstes zur Hilfeleistung ab. Auch aus München ist eine Retkungsexpedition, bestehend aus zwei Offizieren, einem Arzt und 30 Mann, in Kraftwagen an die Unfallstelle abgefahren.
Die Krise in der Wirt|
Die Krise in der Wirtschaftspartei hat jetzt dazu geführt, daß auf Einladung des Landesverbandes Sachsen am Freitag eine Tagung in Dresden abgehalten wird, an der Vertreter Thüringens, des Rheinlandes, Hamburgs, Mecklen-
Hierzu erfahren wir folgende weitere Einzelheiten: Auf der der Landespolizei gehörenden Probsten-Alm sind zurzeit verschiedene Mannschaften der Landespolizei stationiert, die im dortigen Gebiet unter der Leitung eines eigenen Lehrers an einem Skikursus teilnehmen. Heute nachmittag gegen 15.15 Uhr übten die Kursusteilnehmer am Steilhang zwischen dem Benediktenwand-Ostgrad und den Achselköpfen, als sich plötzlich eine gewaltige Lawine löste und neun Mann mit in die Tiefe riß. Der Hüttenwirt der Landespolizei beobachtete mit einigen auf der Hütte verbliebenen Mannschaften das Unglück und sofort eilte ein Meldefahrer nach
Gräben zu ziehen. Die Arbeiten werden durch die ungünstige Witterung — es regnet — erschwert.
Gegen 22 Uhr gelang es, einen der verschütteten Landespolizeibeamten schwerverletzt zu bergen. Von den übrigen sieben konnte noch keine Spur gefunden werden.
Mim^W
der 20 Minuten entfernten Tutzinger Hütte, um
Giebe« Leiche« geborgen
München, 21. 3an. Die bei dem Lawinenunglück an der Venediktenwand am Dienstag nachmittag verschütteten 7 Landespolizisten find heute früh zwischen 1 und 5 Uhr nacheinander als Leichen geborgen worden. An der erfolglosen
die Kommission einschlug, sich ständig weiter von deni eigentlichen Ziele entfernt, trotz aller Einwände, die der Konventionsentwurf hinsichtlich der Londabrüstung Stück um Stück derjenigen wesentlichen Elemente beraubt, die zu einer wirklichen Abrüstung gehören würden. Das Rüstungsschema, das so entstand, läuft höchstens auf eine Stabilisierung des heutigen Rüstungsstandes hinaus. Zum Teil würde es sogar noch eine Erhöhung dieses Rüstungsstandes erlauben. Daher hat sich schon im Frühjahr 1929 der deutsche Vertreter auf Weisung der deutschen Regierung klar von dem Pro- gramm der Mehrheit der Kommission loslösen müssen.
Die Kommission ist schliesslich so weil gegangen, diesen an sich völlig ungenügenden Entwurf auch noch von vornherein zu verbinden mit einer erneuten FesklealMg des uns vertragsmäßig auferlegten Entwaffnungsstandes. So war es selbstverständlich, daß wir das Ergebnis der Arbeiten der vorbereitenden Abrüstungskommission ablehnlen.
Die kommende Konferenz würde nur dann annehmbare Resultate zeitigen können, wem; sie zunächst, ehe sie an die Einsetzung von Ziffern geht, die jetzt vorgeschlagenen Methoden durchgreifend revidiert. Sie wird sich ferner den ersten Grundsatz des Völkerbundes, nämlich die Gleichberechtigung seiner Mitglieder, zu eigen machen müssen und nicht Sicherheit gegen Unsicherheit stellen dürfen.
intro, eine neue Organisation —zu jnyanen, saus nicht auf einem bald einzuberufenden Parteitag die gesamte bisherige Leitung der Partei zurücktritt und die Partei selbst völlig neu organisiert wird.
auf und es gelang einen Offizier (Oberleutnant
o r -
Der badische Minister des Kultus und Unterrichts hat den Allgemeinen Studentenausschuß der Universität Heidelberg mit sofortiger Wirkung wegen Verstößen gegen die Satzungen der Allgemeinen Studentenschaft aufgelöst.
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Der bayerische Mini st errat hat in seiner gestrigen Sitzung einstimmig beschlossen, d i e Klage wegen des Steuervereinheitlichungsqesetzes beim Staatsgerichtshof für das Deut- scheReichzuerheben. Die Klage wird samt der Begründung in kürzester Frist abgehen.
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Das Erweiterte Wittenberger Schöftenaericht sprach gestern das Urteil gegen fünf Mitglieder des Perleberger Arbeiter-Turn- und Sportvereins, die in der Nacht zum 28. Dezember den Tapezierer Wiedstruck, Sturmführer her Perleberger SA. überfallen und schwer mißhandelt hatten. Dile Brüder Prill erhielten je sechs Monate, die Angeklagten Boetel und Kube se vier Monate und der Maurerlehrling Schulz Zwei Monate Geiänonis. Aufterd--rn haben die Verurteilten Wiedstruck 1000 RM Schadenersatz zu zahlen. Der Antrag auf Bewährungsfrist wurde abgelehnt.
Mit dem 31. Januar scheidet Generalmajor Schreiber, Kommandant von Berlin, aus dem Reichsheer aus. Er wird ersetzt durch Oberst von Witzendorff, bisherigen Kommandeur des Reichs- "ehrinfanterieregiments 6 in Lübeck. Von weitern sichtigen Personalveränderungen innerhalb der Reichswehr sind u. a. zu nennen die Ernennung des Obersten Freiherrn nan Hammerstein-Equord,' bisher Chef der Per- ionalobteilung im Reichswehrministerium, zum Inspekteur der Infanterie, des Obersten von Anin, bisher Chef des Stabes der 1. Division Königsberg) zum Inspekteur der Nachrichten- Kuppen, und des Generalmajors Freiherrn von Hirschberg zum Inspekteur der Kavallerie.
, In der gestrigen Sitzung des auswärtigen Aus- Msseg des polnischen Sejms richtete der Ersitzende, Fürst Radziwill, an den Vertreter des fiußenministeriums das Ersuchen, Bericht zu er« litten, was die Regierung unternommen habe, M die Befreiung der in Oppeln gefan g e n gehaltenen polnischen Militärflie- 5tr zu erwirken Radziwill kritisierte hierauf das Ergehen der deutschen Behörden.
Der mit der Prüfung der Einwanderungsfrage ^uftragte Unterausschuß des ameri - ^nischen Repräsentantenhauses hat Antrao der Regierung angenommen. wonach iivei Jahre lang die Gesamtzahl der in den Vereinigten Staaten zuzulassenden Einwanderer auf Prozent der gegenwärtigen geltenden Ein - ?nni»erungskontingènte herabge- ^t werden soll.
*t Näheres siehe im politischen Zeit
Remold) zu retten. Die Arbeiten werden die ganze Nacht mit Hilfe von Scheinwerfern fortgesetzt werden. Der Kurs bestand aus einem Offizier (Oberleutnant Remold) und 14 Mann. Am 21. Januar wäre der Kurs nach einwöchiger Dauer zu Ende gegangen.
Benediktbeuern, 20. Jan. Gegen 19.30 Uhr traf die Benediktbeuerner Rettungskolonne, an der Mannschaften der Sanitätskolonne des Gebirgsunfalldienstes und des Sportvereins Benediktbeuern teilnehmen, an der Unfallstelle ein. Der Anstieg gestaltete sich wegen der außerordentlich starken Vereisung aller Wege äußerst schwierig. Die Bergungsarbeiten wurden sofort mit allem Nachdruck aufgenommen.
Erst gegen %10 Uhr abends traf die Rettungs- expedition aus Bad Tölz an der Stätte des Unglücks ein, während die Mannschaften aus Lenggries und München noch unterwegs sind. Die außergewöhnlich große Lawine war in einer Breite von 60 Metern 150 Meter niedergegangen. Ihre Tiefe betrug 3 Meter. Zurzeit sind die Bergungsmannschaften unter Leitung des geretteten Oberleutnants Remold damit beschäftigt, durch die Schneemassen
Die zahlreichen Lawinenkatastrophen der letzten Tage beleuchteten schlagartig, wie schutzlos der Mensch diesen Naturereignissen preisgegeben ist. In ihrer Majestät ist die Lawine ebenso groß, wie in ihrer Furchtbarkeit. Unzählige sind im Laufe der Jahrhunderte den Schneestürzen zum Opfer gefallen. Als z. B. im Jahre 1800 der französische Marschall Macdonald den Splügenpaß überschritt, wurden ganze Reihen seines Heeres von Lawinen erfaßt und getötet. Im Jahre 1720 wurden im Dorfe Obergestein im Wallis von einer Neuschnee- lawine 120 Häuser und Ställe vernichtet, wobei 84 Menschen und über 400 Stück Vieh ums Leben kamen. Im Placistale schleuderte 1754 eine solche Lawine einen aus Granit gehauenen Tränktrog über eine Viertelstunde weit durch die Lust.
Wer als Laie im Alpinismus in das Hochgebirge zieht, darf der Begleitung erfahrener und erprobter Gefährten nicht entbehren; auf alle Fälle muß sich ein jeder über die als lawinenver- dächtig bekannten Hänge gründlich informieren, ehe er feine Hochtour unternimmt; denn in vielen Fällen hat eine hierin an Leichtsinn grenzende Gleichgültigkeit schon zu Tod und Verderben geführt.
Immer wieder hat die deutsche Regierung diesen Grundsatz zu dem ihrigen gemacht. So noch im Sommer vorigen Jahres, in ihrem Memorandum zur Paneuropafrage. Graf Bern - stör ff hat noch vor sechs Wochen in diesem Saal
für Deutschland
Ich billige und ganz. Würde der
paritätische Sicherheit ver-
langt.
unterstreiche Völkerbund
diese Erklärungen
diesen Grundsatz Aufgabe versagen, die darin besteht, durch Abrüstung allen seinen Mitgliedern Sicherheit zu verschaffen, so würde er seine Friedensaufgabe verfehlen, sein eigenes Dasein erschüttern und seine Existenzberechtigung verlieren. Erfüllt er aber seine Abrüstungsverpflich-
preisgeben, würde er in seiner
tung, so werden wir die ersten sein, kennen.
Niemand kann mehr an wirklicher gelegen sein als dem deutschen
das anzuer-
Abrüstung
Volke." sprach sich
Zu Beginn seiner Ausführungen
Dr. Curtius dahin aus, daß er die von
Die Äbrüftungsdebatte
Genf, 20. Jan. Der Völkerbundsrat begann heute vormittag feine Beratungen über die Einberufung der Abrüstungskonferenz. Der Rat hak die Aufgabe, das Datum für diefe Konferenz, die im Völkerbundspakt vorgesehen und bisher immer wieder verschoben wor-
den ist, feskzufetzen.
Die heutige Sitzung begann mit dem Bericht des spanischen Gesandten in Paris. Quinones de Leon. Dieser Bericht enthält noch keine Angaben über das Datum und den Ort der Konferenz, sondern beschränkt sich auf eine kurze historische Darstellung über die bisherigen Arbeiten des Völkerbundes auf dem Gebiet der Abrüstung und insbesondere über die Ergebnisse des Vorbereitenden Abrüstungsausschusses.
Sendevson
Der britische Außenminister Henderson erklärt u. a.: Wenn das Gebäude des Weltfriedens auf eine sichere und dauerhafte Grundlage gestellt werden solle, müßte der Völkerbund die Völker zu einem kühnen Schritte auf dem Wege der Abrüstung führen.
Die Pflicht der Abrüstung ergebe sich ganz klar aus Artikel 8 des Völkerbundspaktes, dem Versailler Vertrag, dem Vertrag von Locarno und aus allen Reden, die feit 1920 in Genf gehalten worden feien.
Alle Nationen seien nicht nur rechtlich, sondern auch moralisch verpflichtet. Die Mitglieder des Völkerbundes seien auch durch ihre eigensten Interessen zur Abrüstung verpflichtet. Die Welt leide unter einer schweren Krise, die zum größten Teil eine Folge des Krieges sei. Die Geschichte der letzten zwei Jahrzehnte habe klar bewiesen, daß jedes Land, möge es nun Mitglied des Völkerbundes sein oder nicht, ein Interesse daran habe, sein Teil zur Verhütung von Kriegen beizutragen. Man mache viel- fach den Einwand, daß die Abrüstung unzeitgemäß
sei, da überall von Unruhen und von Kriegsgefahr gesprochen werde.
Eine unmittelbare Kriegsgefahr bestehe zwar nicht, aber ein Fehlschlag der Abrüstungskonferenz würde zu einer Lage führen, die der von 1914 ähnlich sei.
Es gebe Leute, die behaupten, daß man sich jetzt schon auf diesem gefährlichen Wege befinde, daß die Nationen wieder zu dem Vorkriegssystem der Militärallianzen zurückkehrten. Das seien gefährliche Erwägungen. Nach seiner Meinung sei es unmöglich, heute einen Vertrag abzuschließen, der sich nicht völlig in das System der Völkerbundsverträge eingliedere. Keine Regierung, so mächtig sie auch sei, dürfte es wagen, sich über den Völkerbund hinwegzusetzen, Henderson richiete einen dringenden Appell an die Ratsmitglieder, in ihrem eigenen Interesse alles zu tun, damit die Ab-
rüstungskonserenz zu einem Erfolg führe.
Nach Henderson ergriff der deutsche außenminister
Dt. Guvtius
Reichs-
diesem
das Wort. Die . Aufmerksamkeit. war in Augenblicke äußer st gespannt. Briand verfolgte die in deutscher Sprache gehaltenen Ausführungen des Reichsaußenministers Dr. Curtius mit sichtbarem Interesse. Dr. Curtius sagte:
„Wie wir in Deutschland den Konventionsent- wurf selbst beurteilen, wissen Sie alle. Seit dem Zusammentritt der vorbereitenden Abrüstungskommission mußten wir mit jedem Jahr immer mehr èrkennen und darauf hinweisen, daß der Weg, den
Henderson abgegebene Erklärung vollinhaltlich billige. Es war interessant, während der von Curtius gehaltenen Rede das Mienenspiel Briands zu ' beobachten. Der französische Außenminister schüttelte mehrmals den Kopf, als Dr. Curtius die Arbeiten der Vorbereitenden Abrüstungskommission kritisierte und hatte ein ironisches Lächeln am Schluß der von Dr. Curtius gehaltenen Rede, in der auf den Völkerbund und die ihm gestellte Aufgabe hingewiesen wird.
Nach Dr. Curtius' sprach
Grandi
Der italienische Außenminister betonte, daß auf Grund des Völkerbundspaktes, die Abrüstungs Verpflichtung für alle Völker gegeben fei. Die Sicherheit zahlreicher Nationen sei gegenwärtig gefährdet.
Es fei unbedingt nowendig, so rasch wie möglich die Abrüstungskonferenz einzuberufen.
Diese Dringlichkeit sei umso größer, da überall schwere wirtschaftliche Krisen herrschen und das wech. feifettige Vertrauen der Völker eine schwere Einbuße erlitten haben.
Grandi erwähnte die Schwierigkeiten, die sich der Durchführung der internationalen Abrüstungskonferenz entgegenstellen. Dies sei hauptsächlich die Frage der G l e i ch st e l l u n g aller beteiligten Völker und die Vorbereitung der Abrüstungskonferenz selbst. Hier machte er einen Hinweis auf den gegenwärtigen Stand der französisch-italienischen Flo* tenoerhandlungen und betonte, daß darüber noch ein Meinungsaustausch u«b wenn irgend möglich eine Verständigung erreicht werden müsse, um der Abrüstungskonferenz den Erfolg zu bringen.
Im Gegensatz zu den deutlichen und stellenweise scharfen Darlegungen des Reichsaußenministers Dr. Curtius verhielt sich Grandi auffallend zu. rückhaltend.
Die benttae Kummer « mfaßi 1C <«*M«^