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Montag den 19. Januar 1931

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Schweres Mokorradunglück. Ein Toter, zwei Schwerverletzte

Worms, 17. Jan. Auf der Bobenheimer Landstraße in der Nähe der pfälzisch-Hessischen Grenze ereignete sich ein schweres Motorradun­glück. Drei Angestellte vom Nonnenhof fuhren auf einem Motorrad und rannten auf ein vor ihnen fahrendes Kraftrad auf. Beide Fahrer und die Begleiter kamen zu Fall und wurden verletzt. Drei von ihnen wurden in das Wormser Kranken­haus eingeliefert. Dort ist der Oberschweizer des Nonnenhofes inzwischen seinen Verletzungen er­legen. Von den beiden andern Schwerverletzten

'""Sin Idsteiner Lehrer reffet sechs Kinder

Idstein (Taunus), 17. Ian. Durch eine mu­tige Tat des hiesigen Lehrers Schumann ist hier ein großes Unglück verhütet worden. Während auf der einen Seite des EisweihersAm Rädchen" die Eismacher tätig waren, tummelte sich die Jugend aus bereits wieder zugefrorener Stelle. Plötzlich brach jedoch eine große Eisscholle los und sank mit sechs darauf stehenden Schuljungen ins Wasser, Lehrer Schumann, der zufällig anwesend war, legte sich auf das feste Eis, und versuchte die Jungen herauszuziehen. Das Eis brach jedoch weiter und auch er stürzte kopfüber in das eiskalte Wasser. Es gelang ihm, alle Kinder an Land zu schaffen. Bei der Rettung eines sechsjährigen Knaben, der an einer Scholle hängend abgetrieben war, mußte er bis zum Halse im Wasser waten.

Ein neues RIesentiev in Queensland entdeckt

Ein neues Riesenlier in Queensland entdeckt

Der australische Zoologe, Professor le Soueff, berichtete jüngst in einem Vortrag vor derNatur- wissenschaftlichen Gesellschaft" zu Brisbane, der Hauptstadt des britisch-australische'' Staates Queensland, daß nach zuverlässigen Mitteilungen der eingeborenen Bevölkerung in den entlegenen Bergen des tropischen Queensland ein unbekanntes Riesentier entdeckt worden sei. Er habe Beweise batu-, daß es sich nicht um eine Fabel handele, son­dern um Wirklichkeit. Nach den Beschreibungen ist es ein katzenartiges Beuteltier von ungeheurer Größe, das einen gestreiften Leib und schreckliches Aussehen hat. Professor le Syueff wll eine Expe­dition ausrüsten, um eins dieser seltsamen Tiere tot oder lebend zu fangen damit dadurch der Be­weis geliefert wird, daß diese Abnormität tatsäch­lich vorhanden ist. Wenn es bisher noch nicht ge­lungen ist, nähere Nachrichten zu erhalten, so liegt das an der Furchtbarkeit dieses Riesentieres. Aber der Professor erklärte zum Schluß:Ich bin über­zeugt, daß früher oder später Australien die Welt um ein weiteres Exemplar seiner zoologischen Merkwürdigkeiten bereichern wird." Die Auffin­dung neuer unbekannter Tiere ist auch in unserer Zeit des Verkehrs durchaus etwa keine Unmöglich­keit, wenn auch die Fabelwesen der früheren Jahr­hunderte selbstverständlich heut aus dem Bereich der Forschung ausgeschaltet m-rben können. Man darf aber nicht vergessen, daß noch in den letzten Jahren die Zoologie um neuentbeefte Tiere bereichert wurde, von denen sie hin und wieder Mitteilungen erhielt, die aber für völlig unglaubwürdig gehal­ten und mit lächelndem Spott behandelt wurden

Vevftsns âonschatz - mm erstenmal im Ausland

Werte von über 100 Millionen Markt zeigt

... r.. je Kunstausstellung, die dieser Tage in der Königlichen Akademie zu London eröffnet wird, Schaustücke aus 2500 Jahren persischer Ge­schichte. 100 Museen und Bibliotheken und 800 Privatsammler aus 27 Staaten haben sie zur Ber-, _....-,-7 .. ..... . . . . .nnhn

sügung gestellt. Zum erstenmal kann man im Aus- in der sich ein Perlenhalsband im Werte von 40 000

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tvwd so die Weltvaumvakete aussehen?

Lin amerikanisches Modell eines Weltraumschiffes

, vorläufig für Filmaufnahmen konstruiert, aber in allen Einzelheiten den Ergebnissen der wissenschaftlichen Raketenforschung entsprechend.

Sttles Vernes Gnrel fährt im v-V-ot zum Nordpol

Ein 60 Jahre alter Traum wird Wirklichkeit DasRordpol-U-BootNautilus" Die Aussichten von Sir Hubert Wilkins Das Modell zumNautilus".

Die Nordpol-Expediton, die Sir Hubert Wilkins n kurzer Zeit bekanntlich in einem U-Boot unter dem Eise' unternehmen will, wird einen eigen­artigen Teilnehmer aufweisen, nämlich Jean Berne, den Enkel des berühmten Schriststellèns Jules Verne, der zum ersten Male im Jahre 1870 in seinem phantastischen Roman20 000 Meilen unter )em Meer" eine ähnliche Expedition vorausgeahnt hat. Auf diese Weise wird die große Unterseeboot« Expedition nach dem Nordpol eine eigenartige Be­ziehung zu der großen Phantasie von Jules Verne rhalten. Nach amerikanischen Zeitungsmeldungen st der amerikanische Marine-Offizier Sloan Flamenhaven nach Paris gefahren, um den Enkel von Jules Verne zu der Teilnahme an der Expe­dition unter dem Eise mit dem U-BootNautilus" aufzufordern und Sean Verne hat nicht nur ver- prochen, das U-Boot auf diesen Namen zu taufen, andern auch selbst an der Expedition teilzunehmen. Jules Verne hatte allerdings nicht die technischen Vollkommenheiten geahnt, die das U-Boot auf­weisen wird, das augenblicklich für die Expedition umgebaut wird. Zwischen dem Schiff von Jules Verne und einem modernen U-Boot bestehen ge-

Als Jules Verne seinen berühmten Roman schrieb, waren zwar Unterseeboote noch nicht im prak­tischen Gebrauch der Kriegsmarinen, da diese erst ungefähr in den 80er Jahren des vorigen Jahr­hunderts dazu übergingen, die ersten Unterseeboote in den Dienst zu stellen. In Frankreich wurden die ersten Versuche erst im Jahre 1888 gemacht. Aber nichtsdestoweniger ist bas U-Boot eine ältere Er­findung. Abgesehen von einigen phantastischen Kon­struktionen wurde bereits im Jahre 1850 in Kiel bei der Firma Schweffel und Howach ein Unter­seeboot gebaut, das den deutschen Ingenieur Wil­helm Bauer zum Erfinder hatte. Es hatte die Form eines Seehundes, war 7 9 Meter lang, 2 Meter breit und hatte einen Inhalt von 1070 ebm, Mit diesem Boot hat Bauer vom 1. Februar 1851 den ersten größeren Versuch im Hafen von Kiel unternommen. Das Unterseeboot, das erBrand­taucher" nannte, ging aber unter und er und seine 2 Gefährten wurden nur durch einen glücklichen Zu-

land den persischen Kronschatz bewundern. Eigryße Smaragde und Rubine von der Größe einer Walnuß fallen dem Museumsbesucher besonders auf. Diamantendtehe dürften aber kein Glück haben. Der Schaukasten, der die Schätze des Perserschahs birgt, ist durch einen neuartigen Alarmapparat wirksam gegen Angriffe geschützt. Die alten persischen Teppiche, Wunder der Web­kunst, sind in großer Zahl vertreten. Ein seltenes Farbenspiel von Lichtblau, Weiß, Karmin und Gelb vereinigt der Teppich vom Sarkophag des im Jahre 1668 gestorbenen Schahs Abbas II. Durch­aus modern wirkende exzentrische Metallarbeiten, Keramiken und Seidenkleider haben schon die alten Perser herzustellen verstanden. Was an den Mustern auffällt, ist die Tatsache, daß nirgends eine schöne Frau, die im Mittelpunkt des euro« päischen Kunstschaffens steht, zu sehen ist. Nur Tiermotive, Löwen, Gazellen, Pferde und Fische sind behandelt.

Eisenbahndreb als Sektlottschef

Eine Löpenickiade aus der tschechischen Eisenbahn

Olmüh, 15. Jan. Wegen einer unerhörten Köckenickiade hatte sich vor dem Olmützer Gericht der als international bekannte und mehrmals abgestrafte

Eisenbahndieb Karl Celustka zu verantworten. Eines Tages hatte Celustka auf der Eisenbahn wäh­rend der Fahrt dem Sektionechef des Prager Eisen­bahnministeriums Plischka eine Handtasche gestohlen, in der sich verschiedene Effekten befanden, was aber für Celustka wichtiger war, eine Freikarte erster Klasse Seither verwandelte sich Celustka in den Sek- tionsches Plischka und reiste unter diesem Titel monatelang aus der Strecke OlmützPrag hin und her, wobei er zahllose Eisenbahndiebstähle verübte.

Oft mußte ihm dabei das Personal unwissentlich behilflich sein. So gab Sektionschef Celustka eines Tages, es war am 17. Oktober 1929, dem Kondukteur den Auftrag, ihm. den Schlofwagenschlüssel auszu. händigen Auf diese Weise gelangte der Gauner in den I Schlafwagen und entwendete dort eine Handtasche,

fall gerettet. Im Mai 1855 konnte er dagegen mit russischer Unterstützung in der Herzoglich Leuten- berg'schen Fabrik neue Bauversuche unternehmen. Am 1, November 1855 war das U-Boot fertig. Im nächsten Frühjahr fuhr er am 26. Mai 1856 da­mit nach dem Hafen von Kronstadt. Er machte mit dem Boot bis zum 8, Oktober 134 erfolgreiche Tauchfahrten. Durch einen unglücklichen Zufall bei einer Fahrt ließ sein Helfer die Luke offen versank das Boot. Jedenfalls hat Jules Berns die großen Erfolge, die Wilhelm Bauer zu verzeichn aen hatte, gekannt und von den zahlreichen Unter- wasserfyhrten diesesBrandtauchers" gehört, da sich der Ruf von Wilhelm Bauer allmählich über

ganz Europa verbreitet hatte. Cs h'ieb nun der dichterischen Phantasie des Schriftstellers vorbe- h fts^ den Roman nun «der großen Reise unter linnen. Mit dem U«

der Meeresoberfläche zu erbt Boot, das dem Sir Hubert W

Boot, das dem Sir Hubert Wilkins zur Verfügung steht, wird es wohl möglich [ein, die Schwierigkei­ten zu überwinden, die sich einer Expedition unter Wasser entgegenstellen. Durch besondere Maßnah­men ist die Gefahr beseitigt, daß das U-Boot durch

eine au dicke Eisdecke in den Fluten des Eismeeres

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mefal'Stempel

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erdem kann mit Hilfe von Schmelzanlagen eine Eisdecke bis zu einer Dicke von ungefähr 20 Metern u. U. durch­schmolzen werden, so daß auch die Stärke des Polareises den ExpeditlonZteilnehmern nicht ge­fährlich werden kann. Für alle Fälle befinden sich an dem U-Boot neben der Säge und der Schmelz­anlage noch Eisbohrer, die alle von dem Innen­raum des U-Bootes aus bedient werden können, Wenn Wilkins von der Kings-Bay aus seine große und gefährliche Fahrt antreten wird, dann wird die ungewöhnlichste wissenschaftliche Expedition, die jemals von Gelehrten unternommen wurde, vor sich gehen. Zu Schiff, im Luftballon, mit den Hunde­rten. mit Flugzeugen und im Luftschiff ist der Nordpol bereits umworben worden. Ungeheure Opfer hat er schon gefordert, Aber die unerschrocke­nen Forscher lassen sich in ihren Zielen nicht be­irren. Wilkins hat mit dem U-Boot einen sehr ge­fährlichen Weg gewählt. Wir wollen hoffen, daß ihm sein kühnes Unternehmen glücken wird.

Tschechenkronen befand. Unter den Opfern Celustkas war auch ein hoher Beamter des Washingtoner Schatzamtes namens Peersa, dem Celustka eine Tasche mit Geheimdokumenten und verschiedenen Baluten entwendete. Auf der ganzen Strecke war Sektionschef Celustka sehr bekannt und das Personal leistete ihm überall die gebührende Ehrenbezeugung, Ein Stationsches mußte sich täglich bei ihm melden,

Monatelang reifte der Sektionschef Celustka der­art auf der Bahn, ohne daß sich ein Berdacht gegen ihn zu äußern wagte. Als sich in Südmähren ein großes Eisenbahnunglück ereignete, setzte sich Celustka in den Sonderzug, der zur Unglücksstätte fuhr und mit hohen Eisenbahnfunktionären besetzt war, er nahm auch an der Untersuchung teil. Sehr oft kam es vor, daß er das Personal auf der Strecke rügte und öffentlich herunterputzte. In Böhmisch-Trübau, wo ex sein Hauptquartier aufgeschlagen hatte wo er dank seinem hohen Range vom Eisenk , personal und von den Beamten mit größtem Respekt behandelt wurde, faßte eines Tages die Gendarmerie Verdacht und entlarvte den gefährlichen Gauner. Vor Gericht warSektionschef Celustka" vollkommen ge­ständig. Das Urteil lautete auf zweieinhalb Jahre schweren Kerkers.

und

Eisenbahn-

Venösevungen im

Ginvüvsevunssvevkabve«

vor

latsminifterium,

Denn«

Landtagsabgeord-

Berlin, 14. Jan. Der Landtag ersuchte längerer Zeit das preußische Stoatsministt bei Behandlung von Cinbürgerungsanträgen zu der langjährig bewährten preußischen Praxis zurückzukehren, nach der Ausländer, die sich im Jn- lande zehn Jahre lang aufgehalten und einwand­frei geführt haben, eingebürgert werden. Denn« noch häuften sich, so führt« ein Landtagsabgeord. neter in einer kleinen Anfrage aus in der letzten Zeit die Fälle, daß völlig einwandfreie Personen, die sogar 20, 30, zum Teil sogar mehr als 50 Jahre in Deutschland ansäßig seien, vergeblich auf die Aushändigung ihrer Einbürgerungsurkunde warteten. Der Anfrauende führte au», es sei ihm midgeteilt worden, daß von der Möglichkeit, bei

Einbürgerungsvorhaben Bedenken zu erheben,.^ ein einziges Land, nämlich Thüringen, Gebrich gemocht habe.

Wie der Amtl. Preuß. Pressedienst der Antwort 'des preußischen Jnnemninisters entnimmt, trift die in der kleinen Anfrage gegebene Sachen, stellung zu. Es ist nach wie vor beabsichtigt, d,» Wünschen des Landtages Rechnung zu tragen. Richtig ist auch, daß in den erwähnten Fällen lebig, sich Thüringen Einwendungen erhoben hat, Ä rend die übrigen 15 deutschen Länder Bedenke, nicht geltend gemacht haben.

Loffvos Buvkeve stirbt mit feinem Sevv«

Marschall Joffres früherer Bursche Gaillon ist unmittelbar nachdem er von der Leichenfeier d« Marschalls heimgekehrt war, einem Herzschlag 6r, legen. Gaillon, ein Bauernknecht aus der Ner< mandle, war in demselben Jahre, in dem JoM Offizier wurde, in die Armee eingetreten. gr wurde von dem damaligen Leutnant Joffre ah Bursche angsfordert, der den Analphabeten p». sönlich in der Kunst des Lesens und Schreibens unterrichtete und ihm nach seiner Entlassung eine Anstellung bei der Eisenbahn verschaffte. ganzes Leben lang stand der Verstorbene Vor. schall in freundschaftlichen Bezlichungen zu seinem alten Burschen. __________

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