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Sette 20

Samstag den 17. Jam»« 1931

Är. 14

Gibt es heute «och Älbenteuevr

Interessante Mitteilungen namhafter Persönlichkeiten

Solange Menschen den Erdball bevölkern, wird es auch Abenteuer geben, zu Lande, zu Wasser und in der Lust. Auch die Romantik des Abenteuers wird nicht aussterben, trotz aller Fortschritte der modernen Technik. Im folgenden äußern sich be­kannte Persönlichkeiten über die Frage, ob es „heute noch" Abenteuer gibt.

Sven Hedin.

der bedeutendste Forscher:

Unter schwierigsten Umständen wurde die letzte große Expedition nach den Wüsten Jnnerasiens im Jahre 1926 begonnen. Erbiterter Widerstand der chinesischen Regierung war zu überwinden, doch trugen diplomatisches Geschick und der unbedingte Wille den Süg davon. Aus den Gegnern wurden Freunde und Helfer. In drei Jahren wurden 2500 Kilometer Weg überwunden. Monate stärkster Strapazen, fast unüberwindliche Hindernisse und Mühsale, Erlebnisse voll dramatischer Spannungen, dazwischen küftliche Idyllen — das war unsere Forschungsreise. Jeder mußte sein letztes für dieses große „Abenteuer" hergeben. Aber was könnte herrlicher sein als das Erlebnis eines Tempelfestes in der heiligen Stadt, großartiger als die heftigen Sandstürme auf dem Wege nach der schwarzen Stadt, aufregender als Kamelrevolten und Siebes» iagden, wie sie uns auf dieser ereignisreichen Ex­pedition begegneten?

. Dr. Dr. Ing. e. h. Hugo Eckener:

Leider verbieten mir die kaufenden Geschiffte, mich ausführlich auf Ihre Frage zu äußern, und ich möchte mich darauf beschränken, Sorten zu sagen, daß mir das ganze Leben in dieser Zeit höchst abenteuerlich vorkommt.

Hanns Heinz Ewers,

der bekannte Schriftsteller:

"Gibt es noch Abenteuer? Welche Frage! Wenn die Philister der ganzen Welt von dem großen Napoleon nur als von dem „Korsischen Aben- teurer" sprachen, wird man heute diesen Ehren­namen Mussolini absprechen wollen? Natürlich er« lebt der Mensch der Masse — und die Masse er­streckt sich vom Minister bis zum ungelernten Ar­beiter — nie ein Abenteuer oder nur einmal eines durch blinden Zufall, und dann weiß er kaum etwas damit anzufangen. Der Abenteurer ist, oben wie unten, stets asozial, im tiefsten Grunde lebt er stets sein eigenes Leben, fern und feind jedem Zu- gehörigkeltsgefühl zu irgend einer Gesellschafts- klasse, besonders zu der, aus der er hervorgegangen: er sicht immer über oder neben der Gesellschaft. Ferne Länder — exotische Gegenden? Freilich, es treibt ihn hinaus; Fernweh hat er. Aberdas „Aben­teuer" wartet überall auf ihn; febe große oder kleine Stadt, jebes Dorf, jede Landstraße mag es ihm bescheren — zu jedem Tag und zu jeder Stunde. Dasselbe kleine Geschehnis, an dem der Mensch der Menge vorbeiläuft, das er nicht achtet und nicht begreift, das schon stirbt, ehe es noch ge­boren, wird zu starkem Leben erwachen, wenn es dem Menschen begegnet, der zu leben weiß, eben dem Abenteurer. Zum Sehen ist er geboren — darum gefällt ihm die Welt, die ihm unendlich reich erblüht. Doch begreift das keiner, dem die Natur nicht das Schönste mit auf den Weg gab: die Lust am Phantasieren.

Earl Hagenbeck,

der Organisator der zoologischen Gärten: Aben- teuer bestehen für mich in irgendwelchen Erleb­nissen mit meinen Tieren. Da allerdings gibt es so viel zu erzählen, daß man Bände damit füllen könnte. Eine besonders gefährliche Situation ent­stand einmal in München während des Festzuges im Juli 1888. Ein undglücklicher Zufall war die Ursache. Wir hatten unsere Elefanten dem Fest­zuge zur Verfügung gestellt, und die Tiere benah­men sich auch vollkommen ruhig, bis eine Figur, die einen Drachen darstellte, sich in Bewegung setzte und Feuer zwischen die Elefanten spie, die erschraken und mitten im Menschengewühl durch­gingen. Die Treiber hakten zwar sofort ein, aber die wild gewordenen Tiere trabten durch ein Sei­tengäßchen weiter, durchbrachen die Menschenmenge und riefen eine entsetzliche Panik hervor. Alles füchtete schreiend. Pferde rissen aus, selbst Gen­darmerie und Militär hielten nicht stand. Einige Elefanten verliefen sich zwischen den Säulen des Residenztheaters und stürmten dann den Vorbau des Hoftheaters, wo sie einige Gebirglerinnen zu Boden rissen. Mit Hilfe von Kavallerie wurden vier Elefanten wieder eingebracht, während ich mich mit den andern vier bis zur Erschöpfung herumschlug. Schließlich bekamen wir sie auch wieder, unversehrt, während ich immerhin einige Tage brauchte, um mich von meinem „Abenteuer" wieder zu erholen.

Dr. Werner-Otto von Heutig, deutscher Generalkonsul in San Franzisko (führte im Weltkrieg eine diplomatische Mission nach Afghanistan und dann mitten durch Asien nach Schanghai). Gewiß, mindestens im gleichen Maße

Rundfunk - Vortragsfolge

Samstag, 17. Januar

6.15: Wettermeldung. Anschließend: Morgen­gymnastik. 7.15: SWF (Gießen): Militärkonzert des Musikkorps d. 1. Hess. Grenadier-Bataillons 15. Jnf.-Regt Gießen. 10.20: SWF Schulfunk: „Selbst- erlebtes aus dem Dreißigjährigen Krieg". 12.00: SWF Schallplattenkonzert: Tänze. 13.05: SWF (Von Köln): Mtttagskonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 15.20: SWF Stunde der Jugend. 16.30: SWF Unterhaltungskonzert. 17.00: SWF (Von Köln): Nachmittagskonzert des großen Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 18.15: SWF „Erlebnisse unter Strafgefangenen", Vortrag. 18.45: SWF „Volkshochschularbeit an der Saar", Vortrag. 19.15: SWF Spanischer Sprachunterricht. 19.45: SF „Der fidele Bauer", Operette in einem Vorspiel. 22.15: SF Schlager, gesungen von Austin Egen, Berlin. 22.45—24.00: SF (Karlsruhe): Tanz­musik.

Sonntag, 18. Januar

7.00: SWF. (Von Hamburg): Hafenkonzert. 8.15: SWF.: Morgenfeier der Bischöflichen Metho- disten-Kirche (Ebenezer-Gemeinde), Frankfurt a. M. 9.30: SWF. Stunde d. Chorgesangs. 10.30: SWF. „Fortschritte im Winterflugdienst und in der Flug­sicherheit". 11.15: SWF. (Von Berlin) aus dem Reichstag: Festakt der Reichsregierung aus Anlaß des 60. Reichsgrimdungstages. 12.20: SWF. Mit­tagskonzert auf Schallplatten. 13.50: SWF. Zehn­minutendienst der Landwirtschaftskammer Wies­baden. 14.00: SWF. Stunde des Landes. 15.00: SWF. Stunde der Jugend. Das alte Kölner Hän- neschen-Theatsr. Die Wunderlampe. 16.15: SWF. „Riviera mit und ohne Sonne", Vortrag. 16.35: SF. (Von München): Nachmittagskonzert. 18.00: SWF. „Die Stellung der Frau im Familieurecht", Dortrag. 18.30: SWF. „Die Kunst der Führung", Dortrag. 19.00: SWF. Stunde der Frankfurter Zeitung. 19.30: Sportbericht. 19.45: SWF. (Von Köln): Eine Stunde Kurzweil. 20.25: SWF. Sech­zig Jahre Deutsches Reich. Von Bismarck zu Hin­denburg. 21.05: SWF. Unterhaltungskonzert. 22.40: Nachrichten, Sportbericht und Wettermel­dung. 23.00: SWF. (Von Köln): Tanzmusik der Kapelle Wolf.

Montag, 19. Januar

6.15: SF. Wettermeldung. Anschließend: Mor­gengymnastik. 7.15—8.15: SWF. Frühkonzert. 12.00: SWF. Schallplattenkonzert. 12.50: Wetter­bericht. 13.05: SWF. (Von Köln): Mittagskonzert. 14.00: Werbekonzert (Schallplatten). 15.20—15.50: SWF. Vortragszyklus d. Frauenverbandes Hessen- Nassau und Waldeck: „Familien- und Verwandt­schaftshilfe in Notzeiten", Vortrag. 16.20: Wirt­schaftsmeldungen. 16.30: SWF. Nachmittags­konzert. 18.15: Stunde der Bühne. 18.40: Zeit­angabe, evtl. Bekanntgabe von Programmände» rungen. 18.45: SWF. „Der deutsche Kaufmann im Ausland", Vortrag. 19.15: SWF. Engl. Sprach­unterricht. 19.45: SWF. Die Instrumente des Or­chesters, 15. Vortrag. 20.15: SWF. Napoleon oder Die hundert Tage. Ein Drama. 22(35: SWF7 Tanzunterricht. 23.05: (Von Berlin): Tanzmusik.

Dienstag, 20. Januar

6.15: SF. Wettermeldung. Anschließend: Mor­gengymnastik. 7.15—8.15: SWF. Frühkonzert. 12.00: SÄF. Schallplattenkonzert: Unterhaltungs­konzert. 13.05: SWF. (Von Köln): Mittagskonzert. 14.00: Werbekonzert (Schallplatten). 15.20: SWF. Hausfrauen-Nachmittag. 16.30: SF. Nachmittags­konzert. 18.15: SWF. „Sechzig Jahre Zentrums­partei", Dortrag. 18.45: SF. „Möglichkeiten studen­tischer Arbeit am Auslandsdeutschtum", Vortrag. 19.10: Zeitangabe, Wettervoraussage, Wirtschafts- Meldungen. 19.15: SF. (Karlsruhe): „Hundert Uhren schlagen. Eine Führung durch das Institut für Zeitmeßkunde und Uyrentechnik in Karlsruhe",

wie zu allen Zeiten; nur ist es schwerer, auszu­ziehen, um sie zu suchen. — Die Abenteuer kom­men heute und finden den, der sie annimmt. Der so Gefundene ist auch kein Abenteurer, sondern ein Mann, der Geschicken zu begegnen, mit ihnen zu kämpfen und oft sie zu meistern versteht.

Bernhard Kellermann,

der bekannte Schriftsteller: Das größte Abenteuer, das Menschen jemals unternahmen, scheint mir die erste Weltumsegelung Magalhaes' zu sein. Dieser Magalhaes war wohl ein ganz verwegener Bursche! Er wollte bekanntlich die Gewürzinseln (Molukken) auf dem westlichen Seeweg erreichen, mußte aber vorher erst die Magalhaesstraße ent­decken. Dahinter lag dann zu seiner großen Ueberraschung ein völlig unbekanntes Meer, der Pazifische Ozean, zu dessen Durchquerung die Flotte volle drei Monate brauchte, bevor sie die

Vortrag. 19.45: SF. Kompositionen von Leon Jessel. 20.45: SF. Drei Sketchs. 21.15: SF. Volks- lieber. 22.00: SF. „Ist die Schaubühne Spiegel unserer Zeit?" 22.30—23.15: SF. Tanzmusik.

Mittwoch, 21. Januar

6.15: SF. Wettermeldung. Anschließend: Mor­gengymnastik. 7.15: SWF. Frühkonzert aus der Kino-Orgel. 10.20: SWF. Schulfunk: „Die Strei­cher und Bläser", Vortrag. , 12.00: SWF. Schall­plattenkonzert. Italienische Opernarien. 13.05: SWF. (Don Köln): Mittagskonzert. 14.00: Werbe­konzert (Schallplatten). 15.20: SWF. Stunde der Jugend. 16.30: SWF. Nachmittagskonzert. 18.00: Wirtschaftsmeldungen. 18.15: SWF. „Musikalische Begabung". Vortrag. 18.40: Zeitangabe, evtl. Be­kanntgabe von Programmändsrungen. 18.45: SF. Esperanto-Unterricht. 19.15: SWF. „Die Krise der geistigen Freiheit", Vortrag. 19.45: SWF. Unterhaltungskonzert. 20.45: SWF. Erlebte Ge­schichten: „Wie ich in Tirol auf Gemsen jagte".

21.15: SF. (Freiburg): Eine elsässische Stunde.

Donnerstag, 22. Januar

6.15: SF. Wettermeldung. Anschließend: Mor­gengymnastik. 7.15—8.15: Frühkonzert. 12.00: SWF. Schallplattenkonzert: Unterhaltungskonzert (Wünsche). 13.05: SWF. (Von Köln): Mittagskon- zert. 14.00: Werbekonzert (Schallplatten). 15.20: SWF. Stunde der Jugend. 16.30: SWF. Konzert. 18.10: SWF. Zeitfragen. 18.35: SWF. Eine Vier­telstunde Deutsch. 18.50: „Stresemann", Vortrag. 19.20: SWF. Französ. Sprachunterricht. 19.45: SF. Bunter Abend. 21.00: SF. Klavierkonzert in B-Dur ops 18. 21.30: SF. Der Blockadebrecher. Eine heitere Kurzgeschichte. 22.20: SWF. Studien­konzart.

Freilag, 23. Januar

6.15: SF. Wettermeldung. Anschließend: Mor­gengymnastik. 7.15—8.15: SWF. Frühkonzert auf Schallplatten. 12: SWF. Schallplattenkonzert. 13.05: SWF. (Don Köln): Mittagskonzert. 14: Werbekonzert (Schallplatten). 15.20: SWF. Erziehung und Bildung — Elternstunde: „Erwä­gungen über organisatorische Aenderungen im preu­ßischen Schulwesen". Vortrag. 15.50: SWF.: „Ein Tag Kesselschmied", Vortrag. 16.30: SF. Nachmit­tagskonzert. 18.05: SF. Buch und Film. 18.25: SWF. „Deutschland und die olympischen Spiele 1932". 18.45: SF. Aeztevortrag: „Ueber Pilzver­giftungen und zweckmäßige Vorsichtsmaßnahmen". 19.15: SF. Unterhaltungskonzert des Philharmo­nischen Orchesters Stuttgart. 20: SF. (Konzertsaal der Liederhalle Stuttgart): Alte und neue Chor­musik. 21: SF Renaissance, Barock, Rokoko, 3. Abend. Spanische Renaissance. 22.30: Nachrich­tendienst, Sportbericht, Wettermeldung. 22.50 bis 24: SF. Tanzmusik.

Samstag, 24. Januar

6.15: SF. Wettermeldung. Anschließend: Mor­gengymnastik. 7.15—8in- lMWWWI Frühkonzert. 10.20: SWF. Schulfunk — „Welche Märchen sollen die Kinder lesen?", Vortrag. 12: SWF. Schallplattenkonzert. 13.05: SWF. (Von Köln): Mittagskonzert. 14: Werbekonzert (Schall­platten) 15.20: SF. Stunde der Jugend. 15:» SF. Nachmitagskonzert. 16.20: Wirtschaftsmeldungen. 16.30: SWF. Fritz o. Unruh lieft aus seinem Werk „Phea". 17: SF. (Aus einem Privathause in Stuttgart): Alte Hausmusik. 18.05: SWF. Aus dem Drama „Lasalle" von I. de Kort. 18.40: SWF. „Ueber dem Rücken des Silbernen Löwen — Im Flugzeug über das persische Hochgebirge", Vortrag. 19.10: SWF. Spanischer Sprachunterricht. 19.30: SF. (Berlin): Zur Eröffnung des neuen Funk­hauses Berlin: „Die Zauberflöte", Deutsche Oper in zwei Auszügen. 22.50: SF. (Karlsruhe): Tanz­musik.

Ladronen erreichte. Hier zeigte Magalhaes den Eingeborenen höchst einfach eine Handvoll Nelken, die Eingeborenen deuteten dann über das Meer nach Süden. Die Flotte hat in der Tat die Gewürzinseln erreicht, und das Schiff „Viktoria" kam nach dreijähriger Abwesenheit wie­der nach Spanien zurück. Abenteuer von diesem ungeheuren Ausmaße sind natürlich in unserer Zeit nicht mehr möglich. Aber Abenteuer etwas kleineren Formats kann man immerhin noch auf dieser Erde erleben, zum Beispiel im östlichen Tibet, auf Borneo, in der Mongolei, in Süd­amerika und an den beiden Polen. In dreißig bis fünfzig Jahren wird es wohl auch mit dieser Herrlichkeit ein Ende haben. Aber der Mensch, der von Natur aus abenteuerlich ist, hat sich selbst schon andere Möglichkeiten geschaffen: die Luft, die Rennbahn, und er wird wohl noch auf ganz andere Einfälle kommen.

Lola Kreuzberg,

die deutsche Yilmexpedtttons-Regisseurin: Mein, Filmexpedinonen haben mir genug Gelegenheit gegeben, Außergewöhnliches zu erleben. Wohl mch es sich eine Frau sehr überlegen, ob sie es wag^ will, in ein fremdes Land einzudringen. Hat aber den Entschluß einmal gefaßt und sich damit abgefunden, aus die Vorzüge unserer Zivilisation zu verzichten, dann bieten sich ihr ungeahnt, Möglichkeiten des Erlebens. Freilich muß sie fünde Nerven haben, unzeitgemäße NervoM kann unter Umständen alles verderben. Ein Anen, teuer auf meiner Expedition auf Bali kostete mich beinahe das Leben. Ich hatte mit vieler Mühe ben indischen Fürsten so weit gebracht, daß er mit persönlich gestattete, den heiligen Tempeltänze« zuzusehen. Allerdings lehnte er jede Verantwor. tung ab, für den Fall, daß man uns entdeckte, Denn der Inder betrachtet es als eine Eni. weihung, wenn ein Ungläubiger diesen Zeremonie» beiwohnt, und pflegt das mit sofortiger Bell, streckung der Todesstrafe zu ahnden. Und nun nicht nur zuzusehen, sondern außerdem die Kam«, zu bedienen, um das ganze unerhört schöne M noch im Film festzuhalten ... das ist ein wirf, liches Abenteuer nach meinem Geschmack.

Korvelten-Kapitän Felix Graf Luckner,

der Weltumsegler: Für mich gibt es nur ein Element im Guten wie im Bösen: Eine richtig, Sturmfahrt ist etwas so Grandioses, wie man es nie auf festem Boden wird erleben können. Ich erinnere mich an solche Fahrten, die Himmel und Hölle gleichzeitig für uns gewesen sind. Auf btt See wird das Abenteuer nicht aussterben. Wh ungewöhnlich es auch heute noch sein kann, sch ein kleines Erlebnis zeigen.

Ich träumte im Liegestuhl vor mich hin, mitte« in Hitze und Sonnenschein, als plötzlich der Rus ertönte: Das Schiff brennt! Im Nu war ich wach, der Gedanke an meine Verantwortung riß mich hoch. Und dann brannte unser Schiff garnicht. 3h meinem Dämmerzustand zwischen Wachen und Schlafen hatte ich das wohl irgendwie falsch aus gefaßt. In etwa 1000 Meter Entfernung sah ich die drei Masten eines Schoners, der schon bis zur Reling im Wasser lag. Kein Mann war mehr an Bord. Nun mußten wir natürlich hi», über, uns das Schiff aus der Nähe ansehen. Wir hätte man sich ein solches Abenteuer entgehe« lassen können? Wir nahmen bann mit, was nicht niet- und nagelfest war, denn nach den Seegesetze« gehört ein verlassenes Schiff dem, der es zuerst betritt. Gleichzeitig aber erlebte ich zum erstenmal, daß ein Schiff kein totes Ding, sondern beinah ein eigenes Wesen, ganz von Leben erfüllt ist. Uni um dieses für mich neuartigen Gefühles will» werde ich diese ganz sonderbare Situation niemali vergessen.

Kapitän zur See Lothar v. Arnauld de la Perièkl, der erfolgreiche Unterseeboots-Kommandant:

Natürlich gibt es noch Abenteuer! Darüber b» steht kein Zweifel. Und zwar soviel. Sie habe« wollen. Nur kann ich sie hier nicht erzählen.

Wie wohl jeder Kriegsteilnehmer habe auch ich ad U-BootsKommandant Abenteuer von unerhört« Einzigartigkeit erlebt, aber auch nach dem Kreg gab es solche, nur daß sich das Geschehen da ein? ruhiger abspielte.

Sans allgemein bin ich der Ansicht, daß d mana)ewcbn](i>etiut^r5auptrOT

dere wieder solche täglich bei jeder Gelegenhe während es schließlich auch Menschen geben soll, » Abenteuer zwar nicht erleben, sie aber umso packk» der erzählen. ' 1

Hans Schomburgk,

der berühmte Afrikaforscher:

Mir, der ich Polizeireiter in Süd-Afrika, Poll« zeioffizier in Nord-Rhodesia, Elefantenjäger m! Forschungsreisender war, der ich drei Feldzug mitgemacht habe, erscheint diese Frage eigenste' lich. Wer Freude an Abenteuern hat, kann st heute noch zur Genüge erleben. Anders die Frage Was sind Abenteuer? Wer in allen lebensgefäht lichen Situationen Abenteuer erblickt, braucht nie eine zeitlang berufsmäßiger Elefantenjäger x werden. Dieser Beruf ist ein einziges Abenteuer Im Gegensatz zum Nur-Sportjäger muß der S» rufsjäger den Elefanten oft tagelang »erfolgen uni ihn dort angreifen, wo er ihn gerade findet, H immer in einem für den Jäger ungünstigen ®? lande.

Zweimal habe ich unter einem angeschweißte wütenden Elefantenbullen gelegen. Einmal erlebt daß einer meiner Leute von einem Elefanten t Stücke gerissen wurde. Das sind Abenteuer, an N* ich nicht gerne zurückdenke.

Das schönste Abenteuer für mich ist immer wie der, als erster ein unbekanntes Gebiet zu betrete», als erster mit Eingeborenen zusammen zu treffe", die noch nie einen Europäer gesehen haben, ein btt Wissenschaft unbekanntes Tier zu entdecken ober in Afrika eine Szene im Film festzuhalten, von M ich bestimmt weiß, daß sie der zivilisierten M unbekannt ist.

Für den, der sie sucht, ist auch heute noch unsere alte Erde voller Abenteuer, die sich aber nur bf® offenbaren, der wirklich Abenteuerblut in de» Adern hat.

M^j^t^ OHA

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