mangel zurückgeführt. Diese suchen tiefem Nebel durch Verabfolgung kalkreichen Futter», Leck» steine, durch direkte Zugaben von Futterkalk abzuhelfen. Neue Deovachtungen haben Die Vermutung bestätigt, ba6 zwischen Lecksucht, Knochenbrüchigkeit und den aufgenommenen Mineralstosfen ein gewisser Zusammenhang besteht. Man hat nämlich die an Lecksucht er- krankten Bestände und auch Bodenproben auf ihren MineralstoffgehaU untersucht und dabei festgestellt, daß das diesen Tieren verabfolgte Futter tatsächlich mlneralstosfarm war. Daher wurde eine Phosphorsäuredüngung sowie eine Kalkdüngung auf den betreffenden Futterfeldern unbedingt notwendig. Zur sofortigen Abhilfe der Lecksucht erfolgte ein« Beifütterung von phosphorsaurem Kalk und kleehaltigem Heu sowie Berfütterung von Melaste und Schlämm- kreide, solange noch das Futter von mlneralstoff- armen Böden den Tieren gereicht wurde. Hierbei wurde ein wirklicher Erfolg beobachtet. Die Lecksucht verlor stch nach und nach. R.
Rheumatismus bei Ziegen ist nicht selten und entsteht hauptsächlich durch Zugluft, plötzliche Abkühlung nach vorangegangener Erhitzung, auch durch nasse Weiden und feuchte Stallungen. Sn leichteren Fällen reibt man bie Haut recht tüchtig mit Strohwischen, auch wollenen Tüchern, ab, es werden sich dann die notwendigen Hautausdünstungen bald wieder regelmäßig einstellen. Ist der Fall schon schwerer, macht man Einreibungen mit Kampfer- oder Salmiakgeist, welche in Wasser gelöst sind. Innerlich wird in diesem Fall noch Kamillen, oder Fliedertee, dem ein wenig Kampfer bei» gemischt ist, gegeben. Rl.
Hunde, die wr Jagd gebraucht werden, bekommen nicht selten wunde Ballen. Das ist namentlich im Winter der Fall. Man behandelt bie Ballen am besten mit dem bekannten Gewehröl Neo-Ballrstol, das ja in Sägerkretfen schon lange bekannt ist. Zunächst werden die Ballen gewaschen und abgetrocknet, und dann , mit Oel behandelt. Kl.
Gänse- und EntenstäNe sollen mH einer dicken Schicht Torfmull belegt werden. Darüber bringe man eine Schicht Stroh, die häufiger erneuert werden muß. Auch Wasser- gcf.ügel erträgt in den Ställen ohne Nachteil keine Feuchtigkeit. An sehr kalten, besonder, schneereichen Tagen sollen Enten und Gänse im Stall verbleiben. Frische Luft aber ist sehr notwendig, und ein tiefes Gesäß mit Wasser, in das die Tiere den ganzen Kopf stecken können, um sich die Nasenlöcher zu reinigen, ist dringend notwendig. Kl.
Neues aus Feld und Garten, Treibhaus und Blumenzimmer.
Gare ist die Vorbedingung aller Fruchtbarkeit auf dem Grünlande. Nahezu die Hälfte des gesamten Stickstofsbedarfs unserer Ernten wird iw Grünlande durch die Tätigkeit von Bakterien beschafft und den Pflanzen zur Verfügung gestellt. Wie zahlreich die Bakterien im Boden sind, geht aus einer vorsichtigen Schätzung hervor, nach der die Erde eines Diertelhektars Grünlanddodens ungefähr 250 Kilogramm Bakterien enthält. Sie gebrauchen zu ihrem Gedeihen außer der Nahrung genügende Feuchtigkeit, keine überschüssige Näss«, dann Luft und Wärme und die Abwesenheit von Säure im Boden. Als geeigneter Dünger kommt in erster Linie Kompost in Betracht, dann Jauche, Stallmist, auch Stickstoss, Phosphorsäure, Kali und Kalk in Form der Kunstdünger. Besonders rasch verarmt das Grünland an Kalk, denn 150 bis 250 Kilogramm gehen im Durchschnitt alljährlich vom Viertelhektar verloren. Der Verlust muß ersetzt werben und somit das Grünland stets in gutem Kalkzustand erhalten werden, schon deshalb, weil Kalk die Humussäure im Boden abstumpft. Ohne regel» mäßige Kalkzufuhr würde die zunehmende Humussäure alle nützlichen Bakterien vernichten, und Schimmelpilze würden an deren Stell« treten. Nächst dem Kalk ist besonders die Phosphorsäure zu berücksichtigen. Denn die Wiesen» pslanzen und die Kleinlebewelt des Bodens verlangen sie und lohnen sie reichlich. Das ergibt dann auch wiederum ein phosphorsäure- reiches Heu, das besonders unser Milchvieh zur Erzeugung größerer Milchmengen benötigt. Mit jedem Liter Milch scheidet bie Kuh Phosphorsäure aus, und wenn dieser Ausfall nicht ersetzt wird, sinkt mit Sicherheit der Milchertrag. Mangelt es im Boden an Luft, die die Wurzeln und die Bakterien benötigen, dann kann oft ein oberflächliches Ritzen mit nachfolgendem Walzen Abhilfe schaffen. Wenn dann schließlich auch noch die Feuchtigkeits- Verhältnisse geregelt sind, dann wird auch sicherlich die erwünschte Bodenaare eintreten, die die Vorbedingung aller Fruchtbarkeit ist. W.
Set Drahtwurm ist immer noch ein Schädling, der mancherorts recht schwer wegzubringen ist. Es gibt verschiedene Bekämpfungsarten, besonders chemische Abtötungsmittei, wie Schwefelkohlenstoff, Cyannaphthalin, Teer, Benzin, Karbolineum, Sensöl und Petroleum, die aber nur für kleine Flächen zur Verwendung kommen können. Aus großen Flächen empfiehlt sich die Auslage von vergifteten Ködern sKar- toffeln). Bor allem aber sind auch hier wie bei vielen anderen die Vorbeugungsmaßnahmen die wichtigsten. Mist darf z. B auf den Feldern nicht liegen bleiben, da er das Auftreten der Käfer begünstigt. Da der Drahtwurm gegen Sonne und Trockenheit empfindlich ist, ist eine gründliche und öftere Durchackerung des Bodens, die die Larven des Drahtwurms an die Oberfläche bringt, sehr zu empfehlen. Das Walzen des Bodens wirkt vor allem dadurch, daß bie oberen Bodenpartien trocken bleiben und der Schädling sich in die Tiefe zurückzieht. Aetzkalk und Kainit wirken infolge ihrer ätzenden Wirkung gleichfalls gut als Be- Kämpfungsmittel, Kalkstickstoff und Eisenvitriol besonders scharf und vernichtend. R.
Neues aus Haus, Nüche und Keller.
Bei starkem Frost bringt man die Eier in Holzkisten, die mit einem starken Pappkarton ausaelegt, zum Versand. Di« Eier werden in
PaMr NngENK tittV gut M E MÄéW Torfmull zugestreut. Kl.
Altes und Neues vom Essig. Vielfach wind setzt bei der Zubereitung der Speisen dem Essig die Zitrone vorgezogen — viele melken den Essig sogar völlig. Seine Verwendung ist nicht, wie viele denken, gesundheitsschädlich. Der Essig soll sogar, wie Fachleute behaupten, für bie Gesunderhaltung unseres Organismus nötig sein zur Erhaltung des sogenannten Dasen- überschusses, der ernährungsphysiologisch un» bedingt erwünscht ist, denn bie Essigsäure ist diejenige Säure, welche im menschlichen Organismus am schnellsten abgebaut wird. Bel der Zitrone befindet sich der Hauptgehalt an Vitaminen — neun Zehntel — in der Schale, ein kleiner Teil also nur in der Säure. Stellt man sich einen Kräuteressig her — er ist auch käuflich erhältlich —, o hat man eine an Vitaminen reiche Säure. Zudem ist dieser Essig deutsches Erzeugnis, welches der Auslandware stets vorgezogen werden sollt«. Auch als Hausmittel und für die Gesundheitspflege ist der Essig wichtig und nützlich wegen seiner konservierenden und desinfizierenden Wirkung. Er ist bakterientötend, zieht schlechte Gerüche an, wirkt stärkend im Fußbad« und belebt durch Abwaschungen in verdünntem Zustande Kranke und Ohnmächtige. Essiggetränkt« Tücher halten Fleisch längere Zeit frisch. Auch beim Hausputz wie bei der Wäsche tut er uns gute Dienste. Az.
Lukullus-Eier. Füin gehackte Geflügelreste verarbeitet man mit ein wenig gewiegter Gänse- oder Kalbsleber, einigen Trüffeln, etwas Butter und Mehl, dem nötigen Salz und einigen Tropfen Zitronensaft zu einer Masse, die man auf schwachem Feuer rührt, bis die Leber nicht mehr blutig ist. Statt der Trüffeln können sehr, gut andere Pilze, besonders Morcheln. verwendet werden. Man belegt nun den Rand einer flachen Schüssel mit der Fülle, gibt ,tn die Mitte kurz zuvor bereitete „verlorene Eier", streicht über dieselben den Rest der Masse, träufelt zerlassene Butter darauf und bestreut das Ganze mit geriebenem Käse. In der heißen Röhre wird die vorzügliche Schüssel etwa zehn Minuten überbacken. Al.
Wildes Kanincken wie Backhähnel. Kaninchen gut gehäutet, obgewaschen, einige Stunden in Dier gelegt, gut abgetrocknet, eine Stunde «Inges atzen, wieder abgetrocknet, in nebenstehenden Teig die einzelnen Stücke ge» wickelt und in schwimmendem Fett gebacken, gibt ein sehr gutes Gericht. G. Mit.
KLseschnitten. Man reibt 250 g Schweizer- käse und gibt dazu eine halbe Zaffe dicke, süße Sahne, je eine Prise Salz und Muskat, zwei Eigelb und nach Belieben etwas feingehackte Zwiebel. Die Masse wird gut verrührt und dick auf Weißbrotscheiben gestrichen. Die zwei Eiweiß zu Schnee schlagen und diesen über die Käsemasse verteilen. Dann werden die Schnitten sofort in heißem Fett oder im Ofen gebacken. E. S.
Pudding von Schwarzbrot. Hierzu eignet sich am besten möglichst schwarzes Brot, auch Kommißbrot, das man reibt und durch einen Durchschlag siebt. Man nimmt hiervon 125 g und übergießt es mit einem Glas Rotwein, gibt man 125 g Zucker und zehn Eidotter schaumig, gibt 125 g feingeriebene süße Mandeln, das eingeweicht« Schwarzbrot, 50 g seimwürfelig geschnittene Orangeschale dazu, zieht zuletzt Den steisgesichlagtnen Schnee der zehn Eier darunter und schüttet die Masse in eine gut gefastete PuDdingsorm. Der Pudding muß 45 Minuten lang kochen, wird dann gestürzt und mit Fruchtjast ober Chaudeau serviert. G. Mü.
Neue Bücher.
Waldhril, Kalender für deutsche Forstmänner und Jäger, 1931. Verlag von 3. Neumann, Neudamm. Preis: Ausgabe A: I. Zeil 2 RM, Ausgabe A: 1. und II. Teil 2,50 RM. Ausgabe B: I. Teil 2,50 RM, Ausgabe B: I. und 11. Teil 3 RM, II. Teil einzeln 1,50 RM.
Ein alter, guter Bekannter klopft wieder einmal an und mahnt uns, daß das Jahr 1930 vorüber ist. Die Gelegenheit ist eigentlich verführerisch, dem scheidenden Jahre" einen kleinen Nachruf zu widmen, aber das geschieht von anderer Seite schon reichlich und besonders Lobenswertes ist von lhm kaum zu sagen; der Landmann und auch der Forstmann und Holz. Händler seufzt im Rückblick aus die vielen unerfüllten Hoffnungen. Der neue Kalender gilt dem jetzigen Fahre, der neuen Arbeit, der neuen, hoffentlich besseren Zeit. Wie es aber auch kommt: einen Zeitweiser braucht ein jeder, der Kalendermann kann nur wünschen, daß er jedem das Seine bringt, der ehrlichen Arbeit den ehrlich verdienten Lohn. Der alte Freund erscheint in der alten, beliebten Form: Der erste Teil zum täglichen Gebrauch mit Kalendarium, Auszug aus dem Fischerergesetz, Anweisung zur Hilfeleistung bei Unglücksfallen, Formulare und reichlich Schreibpapier; der zweite Teil mit einer Unzahl von Tabellen, Hilfszahlen, Statistiken, Deutsche Eisenbahn- tarife für Hölzer in Wagenladungen, Frachtanzeiger. Der Kalender ist immer in der Lage, Auskunft zu geben über Schuß- und Schonzeiten, Reichsvo^elschutzgesetz, Verordnung zum Schutze von Tier- und Pflanzenarien und vieles andere mehr. Schwabe.
$rage und Antwort.
Ein Ratgeber für jedermann.
vedtnsonge« für sie Beantwortung von Anträgen: Der »rökte T-U bet Fr-gen muh fthriftli# beantwortet werden, ba ein Abdruck alter Antworten räumlich unmöglich ist Deshalb muß jede Anträge die genaue Adrette des Fragesteller« enthalten Anonyme Fragen werden grundtätzlich nicht beantwortet. Außerdem ist jeder Frage ein Ausweis. daß Fragesteller Bezieher unsere« Blatte« ist, sowie alS Portoersatz »er Betrag von 50 R»I. beizusügen. Für jede weitere Frage sind gleichtall» le 50 Rps. mitzulenden Anfragen, denen weniger Porto beigefügt wurde, werden zurückgelegi und erst beantwortet, wenn der volle Portoersatz erstatt > worden ist Im Brieftasten werden nur rein landwirtschaftliche Fragen behandelt; in Rechtsfragen oder in Angelegenheiten, die sich nicht dem Rahmen unsere« Blatte« anpaffen, sann Austunst nicht erteilt werben. Unsere Ratschläge geschehen ohne jede Verbindlichkeit. Die Schristieit un».
Frage Nr. 1. Eine elf Monate alte, rotbunte Färse zeigte gestern Aufblähung. Auf
die Wëlve Wermut das Tier ttlchk. Ms Nukier verabreiche ich zunächst eine lauwarme Tränke mit etwas Wetzenkleie, sodann Kartoffeln und Rüben zu gleisen Teilen tn geschnittener Form mit etwas Spreu, Weizenklete und Palmkernkuchen. Sodann gebe ich abgewelkte Rübenköpfe und Stroh. Die Färse hat feit einiger Zeit bei den Mahlzeiten wenig Tränke ausgenommen. Worin mag wohl die Ursache des Ausblähens bestehen? Wie habe ich mich bei Wiederholung dieser Erkrankung zu verhalten? Ist es ratsam, die Färse zur Zucht zu benutzen? A. N. tn K.
Antwort: 3m allgemehten ist di« Fütterung Ihrer Färse nicht dazu angetan, ein Auivlähen Hervorzurusen. Es muß deshalb nach unserm Erachten das bei Ihrer Färse beobachtete Aufblähen als eine zufällige Erscheinung angesehen, werden. Vielleicht hat das Tier infolge zu geringer Feuchtigkeitsaufnahme stark an Verstopfung gelitten. Ob dieses Der Fall war, konnten Sie an den abgehenden Exkrementen beobachten. Wir möchten Ihnen empfehlen, zur Beseitigung einer etwa vorhandenen Verdauungsstörung dem Tier« zunächst Glaubersalz zu verabreichen. Sodann tränken Sie zweckmäßig nicht vor der Fütterung, sondern nachher. Die für die Tränke verwendete Kleie geben Sie am besten tn trockener Form zu den Rüben und Kartoffeln. Als Tränke wird am besten leicht verschlagenes Brunnenwasser verwendet. Zeigt das Tier wieder Anzeichen von Aufblähung, so binden Sie demselben am besten ein Strohsett, welches mit Teer beschmiert ist, fest durch das Maul, so daß dieses ständig geöffnet bleibt. Die entstehenden Zersetzungsgase, durch welche das Aufblähen hervorgerufen wird, werden sodann durch das Maul ausgestoßen. Dr. Bn.
Frage Nr. 2. Wie lange kann ich bet einer Erstlingssau und bei einer älteren Zuchtsau das Eintreten der Brünstigkeit vorübergehen lassen, ohne befürchten zu müssen, daß die Zuchttauglichkeit darunter leidet? — Don den bisherigen Würfen zeigten die Ferkel in der Regel in der vierten Lebenswoche Durchfall. Worin mag die Ursache hieran bestehen? Die Muttertiere erhalten nur Gerstenschrot mit etwas Sojaschrot und Tiermehl. Hinzu- gesetzt wird etwas Schlämmkreide. 3m Sommer füttere ich als Beigabe Rotklee, im Winter Runkelrüben. G. K. in B.
Antwort: Ein Ueberschlagen von einer oder mehreren Brunstzeiten nimmt man bei Zuchtsauen häufig vor, um einmal bk Tiere Sm Zwecke einer kräftigeren Entwicklung zu anen und zum andern, um das Ferkeln zu einer günstigeren Jahreszeit eintreten zu lassen. Eine derartige Maßnahme ist wirtschaft- lick durchaus berechtigt. Es dürfen jedoch bk Sauen während der Uebergangszelt nicht zu kräftig gefüttert werden, da sonst leicht eine Verfettung der inneren Geschlechtsorgane eintritt und die Tiere dadurch unfruchtbar werden. Bei richtiger Haltung und Fütterung kann ein Uebergehen der Zuchtsauen bis vier Monat« und Darüber vorgenommen werden, ohne daß die Zuchtdrauckbarkeit hierunter Einbuße er» leidet. — Es ist schwer zu sagen, worauf der bei Ihren Ferkeln beobachtete Durchfall de-
EAMWWW empfehlen, dahingehende Beobachtungen anzustellen. Wahrscheinlich ist aber, daß die jungen Ferkel, welche in der vierten Lebenswoche vielfach bereits ein starkes Bedürfnis zur Aufnahme von Beifutter zeigen, von dem Futter der Muttersau fressen, und daß ihnen dies nicht bekommt. Dielleicht fressen die Tiere auch Reste, welche die Sau übriggelassen hat und die nicht mehr ganz einwandfrei waren. Wir empfehlen Ihnen, für die Uebergangszelt die Ferkel in einen besonderen Stall einzusperren und sie nur zur Zeit des Säugens zur Muttersau zu lassen. Dr. Bn.
Frage Nr. 3. Ick habe zwei zwölf Wochen alte Ferkel gekauft. Seit einer Woche husten dieselben sehr stark, auch hat die Fr«H- lust bei einem der Tiere sehr abgenommen. Was kann ich dagegen tun? H. v. d. B. tn M.
Antwort: Der Husten bei Ihren Ferkeln kann zunächst aus Erkältung zurückzuführen sein. Um diese zu beseitigen, müßten Sie Dafür Sorge tragen, daß der Stall warm und trocken ist; er darf aber nicht dumpfig sein, jedoch ist Zuglust zu vermeiden. Die Fütterung muß aus leicht verdaulichen Futtermitteln bestehen, wie Kartoffeln gekocht und gequetscht mit Magermilch, Gerstenschrot und Fischmehl. Per- schwmdet bei dieser Form der Haltung und Fütterung der Husten nicht, so muß mit einer anderweitigen Erkrankung gerechnet werden. Es kommt hier in erster Linie die Schweineseuche in Frage. Als Anzeichen für diese treten meist Abmagerung und schmutzige, verkrustete Haut auf. Die Schweineseuche führt nicht ohne weiteres zum Verenden der Tiere. Bei normaler Fütterung und Pflege können Sie immer noch bei den Tieren ein gewisses Maststadium erreichen, so daß eine Verwertung möglich ist. Magern jedoch die Tiere fortlaufend ab, so ist sobald als möglich ein Abschlachten vorzu- nehmen. Dr. Bn.
Frage Nr. 4. Eine junge Ziege ist jetzt 18 Monate, im Winter hat die Ziege reichlich rohe Kartofselschalen bekommen. Ich merkte nun im Februar, daß die Füße dick wurden und dieses Leiden immer schlimmer wirb, besonders an den Vorderfützen. Die Ziege steht mit einem Fuß nach innen, und mit dem andern nach außen. Gefüttert wird noch Heu und Rüben und ein Schrottrank wird täglich gegeben. Die Ziege gibt reichlich Milch. Was soll ich tun? H. K. In S
Antwort: Det der Ziege handelt es sich um Knochenweiche. Schuld an dem Auftreten der Knochenweiche trägt die einseitige Fütterung. Kartoffelschalen und Rüben sind kalkarm. Sie hätten von Jugend an dem Tier mehr kalkreiches Futter und auch entschieden mehr Kraftfutter verabreichen müssen, dann wäre das Leiden nicht aufgetreten. Knochenweiche tritt bei jugendlichen Tieren auf und kann unter Umständen, wenn die Mutter be» reits unter Kalkmangel leidet, auch angeboren sein. Zweckmäßige und abweckilunasreiche
Nahrung vtthfnderk stets Ben Ausbruch tiefet sehr gefürchteten Krankheit. Eine völlig« Heilung ist ausgeschlossen. Damit das Leiden sich jedoch nicht noch weiter oerschlimmett, muß dem Tier kalkreich« Nahrung zugefühtt werden. Esparsette und Luzerne sind kalkreiche Futterpflanzen. Da» Kraftfutter, auch Schrot, gibt man zum Trockenfutter. Als Getränk klares, überstandenes Wasser. Geben St« be« Tier im Winter zum Trockenfutter stets etwas Kalk in Form von Futterkalk. Futterkalk ist auch im Handel erhältlich. Nur kräftige und abwechslungsreiche Nahrung verhütet weitere Berschlimmung des Leidens. Ho.
Frage Nr. 6. Ein tn Stamm und Geäst seit 20 Jahren sehr gut herangewachsener „Schöner von Boskoov" trieb schon im vorigen Sahre viele Wasserschossen, bie ich in diesem Jahre in noch größerer Menge wiederkommen sah. Dabei war aber das Blätterkleid verhältnismäßig schwach und licht. Als ich nun jetzt den Baum bestieg, um die Wasjerschossm zu entfernen und die Rinde zu reinigen, sand Id), daß die Aeste an vielen Stellen weiß« Flecke zeigten, Die den sogen. Stockflecken deckend ähnlich sehen. Im übrigen war bie Entwicklung der Früchte gut. Woran krankt der Baum? W. in S.
Antwort: Falls es sich nicht um Blutlausstellen handelt — erkenntlich sind Diese beim Zerdrücken durch den roten Inhalt —, so ist es ein Baumschwamm. Die Bekämpfung der Blutlaus wird im Herbst bis Winter durch das Bepinseln der Kolonien mit zehnproze-ntigem Obstbaumkarboltneum, im Frühjahr bis Sommer mH fünfprozentiger Lösung ausgeführt. Hierbei wird jede befallene Ritze durch kräftiges Drücken bearbeitet, so daß man bie Gewähr hat, daß die Flüssigkeit auch überall hinkommt. Blatt-Teile Dürfen von Der Flüssigkeit nicht benetzt werden. Da die Läuse im Winter am unteren Stammteile sowie an Den oberen Dicken Wurzeln sitzen, so sind diese von der Erde zu befreien und mH Aetzkalk zu bestreuen. Hierauf wird der Boden wieder glattaemacht. Die von Pilz befallenen Aeste sind bis zum gesunden Holze zurückzuschneiden oder bis zum gesunden Gewebe auszuschneiden. Die Schnittflächen sind mit Steinkohlenteer zu bestreichen. Die Wasserreiser sind zu schonen, da sich aus diesen in einigen Jahren eine neu« Krone herstellen läßt, zu dicht stehendes wird später ausgelichtet 3m Winter spritzen Sie den Daum mit zehn- prozentigem Obstbaumkarboltneum. Rz.
Frag« Nr. 6. In meinem Garten wächst jedes Jahr Meerrettich tn einer Menge, Die nicht zu bewältigen ist. Der Garten ist gut gedüngt mit Klärbeckenschlamm und Ziegenmist. Was kann ich zur Beseitigung Des Unkrautes tun, welche Mittel sind anzuwenden? Ich habe das Unkraut jedes Jahr vor dem Samen» werfen gejätet, und trotzdem kommt es immer wieder in großer Menge. Der Gatten ist sandiger Boden. I. M. in tz.
Antwort: Die restlose Beseitigung des Meerrettichs kann nur durch Rigolen und habet gutes Aussammeln alter Wurzeln geschehen. Sollten sich im Frühjahr und Sommer dennoch einige Triebe einfinben, so sind diese sofort" beim Erscheinen mit der Hacke abzuhacken.
wdckentllck èTtl
Frühjahr bis zum Herbst das Land ebenfalls von diesem außerordentlich lästigen Unkraut ju^ befreien. Eine andere erfolgreiche Bekämpsungs- Methode gibt es nicht. Rz.
F r a g e Nr. 7. Ich bitte um Auskunft, um welche Krankheit es sich bei beiliegenden Proben desPslaumenbaumblattes handeln könnte und wie der Uebelstand behoben werben kann. Der Pflaumendaum steht in der Nähe des Brunnens und eines Abwasserlocijes, das bisweilen verschlammt ist. Trotz zeitweiiigsr Reinigung ist der Abwasserkanal bisweilen verstopft. Kann die Baumkrankheit damit zusammenhängen? Zum Derpslanzen ist der Baum schon zu groß. 3m Sommer 1929 hat er überreich getragen, so daß ein Ast oben aus der Mitte gebrochen ist. Dies« Pflaumen hatten bereits auch einen klebrigen, aber unsichtbaren Ueberzug. Sm Jahre 1930 hatten wir keine Ernte. I. P. in W.
Antwort: Die eingesandten Blätter waren von keiner schädigenden Krankheit befallen, Die Flecke sind die Merkmale Des bevorstehendes Laubfalles im Herbst. Besonders tritt dieses in feuchten Jahren und nassen Böden sehr augenfällig zutage. Da ein Pflaumenbaum etwas feuchten Boden sehr gut verträgt, so käme eine Schädigung durch Den verstopften Abzugskanal nur dann in Frage, wenn hier scharf ätzende Mittel hineingegossen werden, oder wenn das Wasser wochenlang einen Hochstand von i/a m unter der Erdoberfläche hat. Der klebrige Ueberzug auf den Blättern rühtt von Blattläusen her; sollten sich diese wieder einstellen, sie sitzen besonders an der Blattunlerseite, so spritzen Sie bei dem Erscheinen sofort mit zweiprozentiger Schmierseifealöjung. Bei etwaigem Neubefall ist die Spritzung sofort zu wiederholen. Rz.
Frage Nr. 8. Ich schicke eine Apfelprobe und wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir über folgendes Auskunft geben würden. Ein Teil dieser Aepfel weist schon seit einigen Jahren außer vielen Flecken welke Stellen unter der Schale auf, welche bis auf den Kern reichen. Ich habe von den mitfolgenden Aepfel» einen ausgeschnitten, an dem Sie diese sch. in- bare Krankheit sehen können. An Mangel von Dung kann es nicht liegen, Da ich in Den letzten Jahren Pferdcmist und Kalk verwandte. Könnten Sie mir nun raten, woher die Krankheit kommt, und was Dagegen zu tun ist? 3. S. in H.
Antwort: Die krankhaften Erscheinungen bei den eingesandten Aepfeln liegen an der zu späten Ernte. Da es eine Herbstsorte zu sein scheint, müssen dieselben schon dann abgenommen werden, wenn die Kerne anfangen sich zu bräunen. Eine kühle, luftige Lagerung ist anzu raten. Die feuchte Witterung dieses Herbstes hat auch noch zur Verschlechterung beigetragen. Der Name der Sorte läßt sich nicht angeben, es scheint eine Sämlingsforte zu sein, diese fallen fast stets anders als Die Elterntarte» aus. ®*-