Nr. 14
Samstag den 17. Januar 1931
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Langenbergheim. 16. Jan. Der Gesangverein L-belwsiß" hält morgen, Sonntag abend, in der ^wirtschaft Wilh Seitz 1. einen Theaterabend b — Heute abend ist cm Saal der Gastwirtschaft $ Frank ein Vortrag von vom Landtag sahge- chneten Dr. Leuchgens aus Friedberg.
KeetS Gelubaulen.
„ Neuenhahlau, 16. Jan. Zuchtererfolg. „Irlich seines 50jährigen Bestehens hielt der «und deutscher Geflügelzüchter", mit 150 000 Witzern die größte geflügelzüchterlsche Organisation Welt, vom 9—11. Januar seine diesjährige Bestellung in Leipzig ab. Der Neuenhaßl^uer
ab. Der Neuenhaßl^uer lt mit Genugtuung fest, daß feinen Züchtern Hugo Klein, Karl Betz 2. (bunte der) und Wilhelm Wagner (Zwerglangschan) ge- Ifl(n ist, mit 12 ausgestellten Tieren 2 Ehrende und 4 1. Preise zu erringen.
,, Neuenhatzlau, 16. Jan. Der hiesige Arbs'ter- elangverein „Einigkeit" hielt am letzten Samstag im Dereinslokal „Zum Adler" 'eine fahrige Jahreshauptversammlung ab, die sich ine6 guten Besuches der Mitglieder erfreute, fn* einem eingehenden Jahresbericht des Bor- j-xnden und dem Kassenbericht des 1. Kassierers lurbe zur Neuwahl des Vorstandes geschritten Der ersitzende Wilhelm Hamburger wurde einstim- iia wiedergewählt, während der Posten des 2. ersitzenden mit Ernst Semmel neu besetzt wurde, fo Wahl des 1. Schriftführers stel auf Frau Broich, 2. Schriftführer wurde Herr Droith. Zum Kassierer wurde Hermann Gunkel gewählt, zum Kassierer Peter Reußwig, zum Zeugwart Jakob essermann. Die Wahl der Beisitzer fiel auf die erren Karl Betz und August Rommel Nachdem ach das Programm für den diesjährigen Familien- ienü festgelegt und verschiedene interne Vereins- Gelegenheiten besprochen waren, wurde die Der- mmlung geschlossen.
k Rothenbergen, 16. Jan. Herrn Oberlandsäger Heper, der seit nahezu 2 Jahren den hiesigen itenftbesirf. inne hatte und sich allgemeiner Sym- athie und Wertschätzung erfreute, ist ab heute eine andjägerstelle in Langendiebach (Kr. Hanau) über- agen worden. Sein Nachfolger im hiesigen Berk ist Herr Landjäger Pfeffermann.
k Niedergründau, 16. Jan. Bedeutung es Schulsparens. Den sieben zur Entlas- mg kommenden Schülern der hiesigen Volksschule innte die Schulsparkasse 700.— RM zum Einkauf >r Konfirmationsgegenstände auszahlen. Da ein eil der Väter erwerbslos ist, ist diele Auszahlung s Spargeldes besonders zu begrüßen.
aus FvÄnSku«« a. m.
Der Jähzornige und die Ungetreue
? Ein trübes Ehebild offenbarte eine Gerichts- chandluna, die gegen den 33jährigen Hilfsarbeiter atz J. geführt wurde, einem schwer lungenkranken £ kehlkopfleidenden Angeklgten, der seit Jahren er eheliche Untreue seiner sogenannten besseren ilfte zu klagen Grund hatte. In erster Ehe recht icklich" verheiratet. starb ihm das brave Weib und
tre jünger als er ist und mit der Sittenkontrolle ihm hatte. Sie ist an elegantes Auftreten gs- pnt, während er sparsam und haushälterisch ist. e hinterging chn häufig, und als er sie eines iges wieder vermißte, da trat er eine Wande- ng durch Ine Wirtslotale der Altstadt an und tdeckte sie schließlich in einer Kneipe nahe der chrgosse, wo sie mit ihrem Galan saß. Auf der trahe packte ihn der Aerger über ihre Treulosig- it und er rechnete mit ihr ab, allerdings in einer el zu weitgehenden Form, denn er bediente sich ibei seines Taschenmessers und verletzte die Frau m Arm, an der Hand und an der Brust. Um n Haar wäre ihr Herz verletzt worden. Der An- eklagte ist erheblich belastet, vermindert zurech- ungsfähig, epileptoid und, wie erwähnt schwer mgenkrank. Diese Dinge waren maßgebend, daß man mildernde Umstände gab. Er wurde zu vier Ronaten Gefängnis verurteilt und erhält nach Ver- Gung von einem Monat für den Strafrest Be- »ährungsfrist, denn er ist bisher noch unbestraft.
Nachspiel der „Mahasonny"-Aufführung
: Bei der Aufführung der Oper „Mahagonny" ’n einem der letzten Oktobersonntage kam es be-
Die erste Postkarte des neuen StaateS Vatikan
Die erste Vatikan-Postkarte, die soeben zur Ausgabe gelangte
kanntkich zu Ausschreitungen durch Nationalsozialisten sowohl innerhalb des Theaters als auch auf der Straße. Diese Demonstrationen nahmen solche Formen an, daß die Polizei einschreiten mußte. Unter den Demonstranten befand sich der Metzger Anton Breithecker, der damals auch festgenommsn. aber abends wieder freigelassen wurde. Einige Tage danach wurde er als D-Zugdieb verhaftet. Breit- Hecker hatte sich nunmehr wegen Beamtennötigung und Widerstands vor dem Kleinen Schöffengericht zu verantworten, wo er sich der Vorgänge nicht mehr recht entsinnen wollte und nur zugab, den Beamten zugerufen zu haben: „Schlagt sie tot, die Bluthunde". Aus den Zeugenaussagen ging hervor, daß er Widerstand geleistet hatte, als man ihn festnehmen wollte. Im Hinblick auf seine geistige Minderwertigkeit gab ihm das Gericht mildernde Umstände und verurteilte ihn zu zwei Monaten Gefängnis. Wegen der Diebstähle wird er sich noch in einem besonderen Verfahren zu verantworten haben.
Drei Banken um je 13 000 RM geschädigt
: Vor einem Betrüger muß gewarnt werden, der heute mit gefälschten Avisschreiben je eine Bank in Frankfurt, Wiesbaden und Koblenz um den Betrag von je 12—13 000 RM geschädigt hat. Er nannte sich Leon Bernard und wies einen französischen Paß vor. Der Betrüger, der in einem gemieteten Auto reiste, hatte noch einen Begleiter, der sich Strenkholt nannte. Der angebliche Bernard ist etwa 40 Jahre alt, 1.70 Meter groß, korpulent und hat volles Gesicht.
Die Gasvergiftung im Badezimmer
: Die Untersuchung der Gasvergiftungsaffäre in der Bleichstraße durch die Behörde hat ergeben, daß ein strafbares Verschulden sich nicht nachweisen läßt sowohl hinsichtlich des Dieners Vlaminek als auch des Ueberlebenden Wmf. Doß Selbstmord vorliegt, ist auch nicht anzunehmen, vielmehr neigt man dazu, daß ein bedauerlicher Ünglücksfall oor- liegt.
M M «Kd Ser«.
Selbstmord des Kasseler Autodieb«.
— Kassel, 16. Jan. Der gestern verhaftete Autodieb, der sich aus einem Fenster des vierten Stockwerks des Polizeipräsidiums in selbstmörderischer Absicht auf die Straße stürzte, ist mehrere Stunden nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus gestorben.
Der unbekannte Tote von Mainz.
— Mainz, 16. Jan. Zu der Meldung, daß in Mainz im Jahre 1926 ein ermordet aufgefundener junger Mann auf Grund von Papieren als Heinrich L. aus Pasewalk anerkannt und auch unter diesem Namen begraben worden sei, während der damals „begrabene" Heinrich L. jetzt in Bochum, nachdem er sechs Jahre verschollen war, wieder auf- täuchte, schreibt das Polizeiamt: Im vorliegenden Falle handelt es sich um die Auffindung eines unbekannten Toten in der Gemarkung Flomborn (Kreis Alzey). Dort wurde am 19. Mai 1926 in einer Dickrübenkaute die Leiche eines etwa 25 Jahre alten Mannes gefunden, der offenbar mit einem Spaten erschlagen worden war. Die Persönlichkeit dieses Toten, der als Unbekannter beerdigt wurde, steht auch heute noch nicht fest. Die Nachforschungen erstreckten sich u. a. auch auf Wanderburschen, die sich um die fragliche Zeit in der Flomborner Gegend aufgehalten hatten. Dabei stieß man in dem Fremdenbuch eines Uebernochtungslokals in Alzey auf den Namen Heinrich L. aus Pasewalk, dessen Eltern durch die Polizeibehörde der Heimatgemeinde das in den polizeilichen Fahndungsblättern verövffentlichte Lichtbild des Toten vorgezèigt wurde. Der Vater hat damals den abgebildeten Toten nicht als feinen Sohn erkannt, während die Mutter behauptete, das Bild ihres Sohnes vor sich zu haben. Da mihin Zweifel an der Persönlichkeit des Toten bestanden, ist bis heute noch kein Eintrag in das Sterbet eggtet unter dem Namen % erfolgt. Die Mainzer Kriminalpolizei war mit dem Fall überhaupt nicht befaßt.
Die Mainzer Bluttat
— Mainz, 16. Jan. Der Mörder Cazars hat bei der Gegenüberstellung mit der Leiche seines Opfers, feiner früheren Geliebten Anna Claude, ein ziemlich kaltblütiges Verhalten gezeigt. Als er sich Dienstag nacht der Polizei stellte, trug er einen Verband um das linke Handgelenk. Er hatte einen Selbstmordversuch gemacht, indem er sich mit dem Rasiermesser die Pulsader durchschnitt. Beim Ausströmen der Blutes bekam er es jedoch mit der Angst zu tun, legte sich einen Vrband an und stellte sich der Polizei. Von dort aus kam er in das Städtische Krankenhaus, wo die Wunde vernäht und verbunden wurde. Der Täter wurde nach Anlegung des Notverbandes wieder in Polizeihaft zurückgebracht.
Lrpreffungsversuch an Klosterschwestern.
— Wiesbaden, 16. Jan. Am Vormittag des 19. November v. I. sprach an der Pforte des Ur- sulinen-Jnstituts in Geisenheim ein Wanderbursche
vor, übergab der diensttuenden Schwester ein Schreiben mit dem Bemerken, man möge von dem Inhalt sofort Kenntnis nehmen, da er binnen einer Stunde wieder vorsprechen werde. In dem übergebenen Schriftstück wurden von dem Manne unter schweren Drohungen 900 Mk. gesordert. Das Geld brauche er, um sich in Afrika selbständig zu machen, er werde es zehnfach zurück^ahlen. Weiter war in dem Briefe zu lesen, falls die Summe dem Ueberbringer nicht übergeben werde, die Drohungen wahr gemacht würden. Auch war gesagt, der Polizei dürfe keinerlei Mitteilung von dem Inhalt des Briefes gemacht werden, da sonst von einem Freund di« angegebenen Drohungen in die Tat umgesetzt würden. Die Schwestern verständigten sofort die Polizei, die zur angegebenen Stunde den Walzbruder festnahm. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, daß es sich bei dem Erpresser um eine schon vorbestrafte Persönlichkeit mit Namen Anton Petris, 40 Jahre alt, aus der Tschechoslowakei handelte. Er kam in Haft und stand nun vor dem Schöffengericht in Wiesbaden. Er gab die strafbare Handlung zu und erzählt«, auf der Walze von Holland kommend, habe er das Rezept, um Geld zur Reise nach Afrika zu erhalten, von einem Walzbruder erhalten, der in Frankfurt a. M. auf das Resultat gewartet habe, um den Erlös zu teilen oder, wenn nichts abfiel, Rache zu nehmen. Das Gericht verurteilte den Erpresser zu einer Gefängnisstrafe von acht Monaten.
Flammentod eines Kindes
—Rockenhausen (Pfalz), 16. Jan. Im Dorfe Imsbach wollte das fünfjährige Töchterchen des Arbeiters Otto Gabel in Abwesenheit der Mutter einen überkochenden Topf vom Herdfeuer nehmen. Dabei fingen di« Kleider Feuer und das Kind stand bald in hellen Flammen. Auf die Hilferufe herbeieilende Hausbewohner mußten die Küchentür einschlagen. In der Zwischenzeit hatte das Kind so schwere Verletzungen erlitten, daß es im hiesigen Krankenhaus gestorben ist.
Line lebende Fackel
— Mannheim, 16 Jan. Im Stadtviertel Lu- zenberg ereignete sich heute nachmittag ein schwerer Unfall. Die 53 Jahre alte ledige Haushälterin Pauline Fritz kam in ihrer Wohnung in der Stein- straße dem Ofen zu nahe, wodurch ihre Kleider Feuer fingen. Brennend eilte die Frau auf die Straße, wo chr Nachbarn zu Hilfe kamen. Sie wurde dann mit schweren Brandwunden ins Städtische Krankenhaus übergeführt. Ihr Zustand ist hoffnungslos, da sie am ganzen Körper verbrannt ist
Majsenerkrankung in einer Schulklasse.
— Koblenz, 15. Jan. Die Volksschule in Kittig mußte am Mittwoch behördlicherseits gesch ossen werden. In einer Klasse brach unter den Kindern plötzlich eine Krankheit aus, die mit ungeheurer Schnelligkeit um sich griff, so daß in kurzer Zeit 31 Kinder vom Schulbesuch wegen Krankheit dispensiert werden mußte. Da die schnelle Ausbreitung der Krankheit, deren Ursache bis zur Stunde noch nicht geklärt ist, zu den ernstesten Befürchtungen Anlaß gibt, wurde der Kreisarzt in Koblenz gebeten, am Ort die nötigen Untersuchungen anzustellen. Auf Grund der Untersuchungen wurde die
— Koblenz, 16. Jan. Zu der Meldung über Massenerkrankung von Schulkindern In Kettig kann ergänzend mitgeteilt werden, daß die Zahl der er-
Geschästliches.
Gepackter Zucker — eine hygienische Forderung.
Fortschritte auf dem Gebiete der Hygiene mehren sich erfreulicherweise von Tag zu Tag. Wer hat früher daran gedacht, den Zucker, der in Gaststätten und Hotels gereicht wird, mit einer Hülle zu umgeben, um die einzelnen Stücke vor Bazillen, Krankheitskeimen und Unreinlichkeiten zu schützen, wie es die Kaffee Hag feit einiger Zeit in vorbildlicher Weise tut. Wer kennt nicht die Miniaturausführung des Original-Hagpäckchens, die mit der bekannten Schutzmarke, dem Rettungsring, einen so hübschen und sauberen Eindruck macht. Sieht nicht jedes Kaffeegedeck noch einmal so schön und einladend aus, wenn der Zucker sauber und einwandfrei gereicht wird. Das bringt uns die Neuerung der Kaffee Hag. Dienst am Kunden wird hier zur freudigen Anerkennung des Verbrauchers.
Die letzte Woche in unserem Inventur-Ausverkauf bietet noch alle Vorteile! Nützen Sie dieselben! Es ist die größte Kauf- und Spargelegenheit im Jahre! S7HMAMN- M 67/69 ~"~—- 9 H M W MM M KM 11 (j Aelteste Textil-Etage Deutschlands