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Samstag den 17. Januar 1931
Nr. 14
I ^
Stadt Aanau
So sah Oanan im Sahv dev Reichsgvünduns aus
Ergebnisse der Volkszählung von 1871
Wie ein ordentlicher Kaufmann wollte k Deutsche Reich in seinem Gründungsjahr eine I âungsbilanz vornehmen, obwohl viele Schwierig- i Eitert Vorlagen. Es bewältigte diese Aufgabe, in« i es den einzelnen Ländern die Zählarbeit über- f So gut sie es konnten, führten diese in der k AM vom 30. November zum 1. Dezember 1871 k tiè Zählung durch. Preußen kostete die Durchfüh- j „in« 549 000 Mk. oder wie man damals noch rech- । „ete 183 000 Taler, davon wurden 40 514 Taler für ! das Zählmaterial, 12 400 für Kuverts, 99 426 für i Remunerationen aller Art an Hilfsarbeiter usw.", 1 12 982 für Herstellung der Publikationen bezahlt. I Jas Ergebnis dieser deutschen Volkszählung war, das Deutsche Reich 41 058 792 Einwohner regist- rieren konnte. Auf 1 qkm wohnten 79 Personen, es Lab 8 731 919 Haushaltungen, die in ca. 5 330 000 f Häusern untergebracht waren. Von diesen Einwoh- t nenl lebten 6100 000 in großen Ortey, 5100 000 in Städten mit 5—20 000 Einwohnern, 5,4 Millionen I in Kleinstädten, und 26 Millionen auf dem Lande. [ $5 gab 97 Städte mit mehr als 20 000 Einwohnern. I Bon 100 Deutschen waren 60 ledig, 34 verheiratet I „ad 6 verwitwet oder geschieden. Auf 100 Männer hamen 103 Frauen, also schon damals gab es einen k Frauenüberschuß.
das Er-
In der Volkszählung ist auch unsere Stadt, die iselbstverständlich wesentlich kleiner war als jetzt, mit Lufaefübrt worden. Unter den preußischen Gemein- s den stand sie der Größe nach an 48. Stelle. Die Ein- ; «ohnerzahl betrug 20 924, die in 1527 Häusern un= hergebracht waren, an Haushaltungen wurden 4246 stählt. Von der ortsanwesenden Bevölkerung waren 10136 männlich, 10156 weiblich. Ferner twurde festgestellt, daß ca. 9000 anderswo geboren Iwaren. Die Zählung machte deswegen aroße Schwie- Irigfeiten, weil es noch überall Analphabeten gab; da- hon wurden in unserer Stadt 650 gezählt. Man war ||o genau daß auch die Zahl der Gebrechlichen fest- kgestellt wurde und zwar insgesamt hier 40, darun- Iter 15 Blinde.
VevSlSevnnsSvovsans im Sahve 1930
Im Jahre 1930 wurden 567 (im Vorjahre 593) slinder lebend geboren, davon waren 75 (69) un- Helich. Tot geboren wurden 19 (17) Kinder, dar- mter 1 (0) uneheliches. — Es starben 386 (441) kersonen, und zwar unter 1 Jahr 36 (38)/ davon inehelich 5 (7) Im Alter von 1—15 Jahren star- ien 27 (23), von 15—40 Jahren 55 (46), von 40 Hs 60 Jahren 74 (110) und über 60 Jahre 194 224) Personen. — Es starben an Masern 3 (1), divhtherie 13 (5X Tuberkulose 15 (32), Krebs 58 m, Gehirnschlag 33 (50), Lungenentzündung 22 B6), Altersschwäche 52 (66), durch Unfall 16 (8) 61b durch Selbstmord 7 (11). — Die Durchschnitts- Mohnerzahl betrug 40 177 (40 140).
»Im Dezember 1930 wurden 51 Kinder (10 un« Mche) lebend geboren. Es starben 48 Personen, M zwar an Tuberkulose 3, Krebs 5, Gehirnschlag MAltersschwäche 5, Lungenentzündung 1 und »rch Selbstmord 2. Unter 1 Jahr starben 5 ehe- foe und 1 uneheliches Kind.
Rerchsgvündunssßeier in Kanau
ÄlvbettssemelnMast devAananer Prieset- und LNilttävveveine
Die Arbeitsgemeinschaft der Hanauer Krieger- u. Militärvereine veranstaltete gestern im grasten Saal der „Centralhalle" ihre Reichsgründungsfeier. Die Kapelle der Freiw. Feuerwehr eröffnete mit einem flotten Marsch den Abend. Nach dem Einmarsch der Fahnen begrüßte Herr Oberstleutnant a. D. Apel die zahlreich Erschienenen. Einem mit Verve gespielten Musikstück folgte dann ein sinniger, gut vorgetragener Vorspruch. Die Festrede des Abends hielt Herr Postinspektor Wilhelm- Frankfurt über „Generalfeldmarschall von Hindenburg im Rahmen des Reichsgedankens". Redner gab einen geschichtlichen Rückblick und begann mit der Kaiser- Proklamation in Versailles. Der Krieg von 1870/71 hat wohl kommen müssen, so führte er aus, um das heutige Reich zu gestalten. Bismarck war es, der das Eisen schmiedete als es warm war und der das Reich schuf. Im Reichstag sprach der Kanzler damals die Worte, daß wir 50 Jahre lang Elsaß- Lothringen würden verteidigen müssen. Diese Frist war noch nicht abgelaufen, als das Schicksal wieder über Deutschland kam und der Weltkrieg ausbrach. Es ging wie ein Rauschen durch unser Volk, als die Nachrichten von den Siegen eintrafen, bis im Osten eine Gefahr auftauchte, die erst abgewandt wurde durch die Tat Hindenburgs. Hindenburgs Leben wurde nun vom Redner ausführlich geschildert, wie er aufwuchs als 6. von 11 Kindern. Wie er nach Volksschule und Gymnasium in die Kadettenschule kam, mit 18 Jahren schon Leutnant war, wie er sich 1866 zum ersten Mal auszeichnete. Wie er 1870/71 mitmacht und an der Reichs-
gründung teilnahm,
Hannover beschließen.
seine
um vorläufig 1911 in militärische Laufbahn zu
Dgnn kam 1914. Drei Wochen
wartete Hindenburg, bis man ihn rief und bis der Sieg von Tannenberg auf einmal ssinen Namen in aller Welt bekannt machte. Nach dem Sieg gab es Unstimmigkeiten mit Falkenhayn, bis man Hinidenburg zum Generalstabschef ernannte. Es war zu spät der letzte Befehl den Hindenburg vom Kaiser erhielt, war' „Führen Sie das Heer in die Heimat". Hindenburg hat sich aber auch dem neuen Staat zur Verfügung gestellt und ist zum Reichspräsidenten gewählt worden. Heute ist er der Repräsentant des deutschen Volkes nach außen. Die Geschichte des deutschen Volkes hat gezeigt, daß es immer wieder Niederungen durchschreiten mußte um wieder zur Höhe zu kommen, unsere Kinder werden das Ziel vielleicht erringen. Mit einem Hoch auf Deutschland und dem Deutschlandlied schloß die Festrede. Beim Abmarsch der Fahnen wurde von Herrn Oberstleutnant Apel ein Hoch auf den Reichspräsidenten von Hindenburg ausgebiacht, in das die Anwesenden be-
geistert einstimmten. __
Einige flott gespielte Musikstücke rundeten die nommen wurden.
Dev Stahlhelm
Der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten hatte zu einer Reichsgründungsfeier nach der Stadthalle eingeladen, die bis auf den letzten Platz besetzt war. Nach einigen flotten Marschklangen der Stahlhelmbundeskapelle Halle, unter Leitung des Herrn Kapellmeister Seifert- Halle, ferner der von der gleichen Kapelle tonschön zu Gehör gebrachten Festouvertüre über den Choral von Leuthen sprach Herr Direktor Poetsch einen Vorspruch „Bismarcks Ruf", der eine tiefe Wirkung hinterließ. Herr Kempf, Führer der hiesigen Stahlhelm-Ortsgruppe begrüßte die Erschienenen, wies kurz auf die Bedeutung des 18. Januar hin und brachte schließlich einen anläßlich der 60. Wiederkehr der Reichsgründung erlassenen Aufruf der Stahlhelm-Bundesführer zur Verlesung. Dann hielt Herr Burghard von der Bundeslettung Magdeburg die Festrede, in der Redner den „Unterschied von damals und heute" beleuchtete. An der Wiege des alten Kaiserreiches habe das Wort gestanden: „Welche Wendung durch Gottes Fügung" und an der Wiege des neuen Reiches das Wort: „Wir begrüßen es, daß die alten Fahnen nicht siegreich zurückkehren". Darin liege das Schicksal unseres Vaterlandes ausgedrückt. Uneinigkeit und Haß hätten es fertig gebracht, daß wir, die wir einst auf stolzer Höhe gestanden hätten, heute durch tiefe Täler wandern müßten. Treue und Glaube seien im Volke fremde Begriffe geworden, die deutsche Seele, der deutsche Charakter sei verloren gegangen. Wenn man nun zu der Reichsgründungsfeier zusammengekommen sei, dann sei es erstes Gebot, daß man aus dieser Feierstunde den Glauben schöpfe, einen Glauben, der über alle tiefen Täler hinwegtrage, der die völlig unzerstörbare Gewißheit gebe, daß wohl alles zusammenbrechen könne, aber nicht deutscher Geist, deutscher Wille, deutsche Kraft und deutscher Glaube. Der Tag fei zwar noch fern an dem sich das Volk jenseits des Klasienkampfes zusammenfinden werde, aber die Frontsoldaten und die Heranwachsende Jugend hätten vor unserem Volk und Gott die Verantwortung, daß deutsche heilige Erbehre rein und stark zu erhalten, weiles ihnen nicht um eine Form, sondern um das Vaterland gehe. Der Stahlhelm lasse sich den Glauben nicht rauben, daß es vorwärts gehen werde. Der 60 Geburtstag des alten deutschen Kaiserreiches sei dazu angetan, in allen Herzen den Wunsch wachzurufen, das heilige Vermächtnis Bismarcks wieder zur Auferstehung zu bringen. — Die Festrede klang aus mit dem ersten und vierten Vers des Deutschlandliedes.
Die Feier wurde umrahmt von einem Konzert der Stahlhelmbundeskapelle Halle, bei dem auch der Stahchelm-Spielmannszug Frankfurt a. M. mitwirkte. Die einzelnen Musikstücke fanden stürmischen Beifall, so daß sich die Kapelle zu zahlreichen Zugaben veranlaßt sah, die dankbar ausge-
der Lohnsette erfolgen darf, so ist das Lohnkonto doch ein so wichtiger Bestandteil der Gestehungskosten, daß an ihm nicht vorbeigegangen werden kann".
Deshalb war wie anderwärts so auch für den hiesigen Tarifbereich den Arbeitgebern grundsätzlich eine Lohnsenkung zuzugestehen. Für ihr Ausmaß waren die aus dem Rhein-Main. Wirtschaftsgebiet bereits vorliegenden Entschließungen, insbesondere der Spruch des Schlichtungsausschusses in Frankfurt a. M. vom 10. d. Mts., richtunggebend, unter Berücksichtigung des Umstandes, daß es, um die hiesigen Betriebe konkurrenzfähig zu erhalten, nach wie vor geboten ist, die hiesigen Löhne niedriger zu bemessen als die Löhne für die in der Zentrale des Wirtschaftsgebietes im. Allgemeinen unter günstigeren Bedingungen stehenden Frankfurter Betriebe. Der Antrag der Arbeitnehmer, die Löhne für die ausschließlich im Zeitlohn beschäftigten Arbeiter nicht so stark zu ermäßigen wie die Löhne für diejenigen Arbeiter, welche die Möglichkeit haben, ihr Arbeitseinkommen durch Atkordverdienst zu verbessern, mußte als berechtigt anerkannt werden. Hiernach erschien es angemessen, den bisherigen Spitzenstundenlohn von 87 Rpfg. für die reinen Zeiüohnempfänger auf 82 Rpfg. und den Tarifspitzenlohn für die Akkordarbeiter auf 81 Rpfg. herabzusetzen. Die Arbeitgeber hatten eäne Senkung der Lohnsätze um 15 Prozent in Antrag gebracht, mithin eine Herabsetzung des Spitzenlohnes auf etwa 74 Rpfg. Eine so beträchtliche Einbuße kann bei voller Anerkennung der Sorgen der Unternehmer der Arbeiterschaft in der gegenwärtigen Notzeit umsoweniger ausgebürdet werden, als sie infolge der Verkürzung der Arbeitszeit ohnehin schwer mit dem Leben zu ringen hat. Aus diesen Erwägungen konnte der Schlichtungsausschuß, nachdem für die Akkordarbeit der Tarifspitzenlohn von 87Rpf. auf 81 Rpf. herabgesetzt ist, so daß er wie bisher 2 Rpfg. unter dem entsprechenden Frankfurter Sah bleibt, sich auch nicht entschließen, eine Abänderung des Akkordabkommens vom 28. 3. 28 vorzuschlagen, laut welchem der Akkord so geregelt werden muß, daß ein Arbeiter mittlerer Leistungs- 'biakeit in der Stunde einen Ueberverdienst von 25 Prozent über seinen Tariflohn erreichen kann.
Die vom Schlichtungsausschuß als notwendig und unabweisbar erkannte Lohnherabsetzung ist erfolgt im Hinblick auf die unbestreitbar im letzten Jahre bereits eingetretene Preissenkung und in der Zuversicht, daß der von der Reichsregierung in Aussicht gestellte weitere Preisabbau m einer auch für den Arbeiterhaushall nachhaltig fühlbaren Weise zur Tatsache wird, sowie in der Hoffnung, daß die zugestandene Erleichterung hinsichtlich der Löhne der Ausgangspunkt sein möge für eine Wiederbelebung der Betriebe und damit auch für eine starke Verminderung des Arbeitslosenheeres.
gelungene Feier ab.
Der Schiedsspruch wurde von den Arbeit- gebern abgelehnt. Die Arbeitnehmer stimmten, wie wir in Erfahrung gebracht haben, in einer Vertreterversammlung des Metallarbeiterverbandes dem Schiedsspruch mit 41:28 Stimmen zu.
1. Der Tarifspitzenlohn für den gelernten Arbei- ter über 24 Jahre beträgt in der Hanauer Metallindustrie ab 26. 1. 1931 82 Rpfg.
2.
her 87 Rpfg.)
Die übrigen Tariflöhne werden nach bisherigen Schlüssel errechnet.
Die Akkordlöhne vermindern sich im Hältnis von 87 Rpfg. zu 81 Rpfg. in Staffeln prozentual dem Schlüssel.
(bis'
dem
Ver- allen
Suv Lohnbewegung in dev Neftsen MetaMndnftvie - Wie bereits kurz berichtet, hat der hiesige kchlichtungsausschuß im Lohnstreit der hiesigen Wollindustrie am 14. d. Atts, nach mehr als 9= ständiger Verhandlung den folgenden S ch i e d s spruch gefällt:
3.
Der Antrag der Arbeitgeber auf Abänderung des bisherigen Akkordabkommens wird abgelehnt, das im Schiedsspruch 2 vom 28. 3. 28 niedergelegte Akkordabkommen gilt mit Ausnahme des Absatzes 3 (Kündigungsfrist) weiter. Das bisherige Gießereiabkommen läuft weiter bis zum Erlaß eines neuen Schiedsspruches, der gefällt werden wird, sobald über die Verbindlichkeitserklärung des heutigen Schiedsspruches eine Entscheidung vorliegt.
4. Dieses Mtommen kann beiderjMs, mit ein- monatiger Kündigungsfrist, erstmals zum 31. Oktober 1931, gekündigt werden. Den Parteien wird aufgegeben, sich über die Annahme oder Ablehnung des vorstehenden Schiedsspruches gegenseitig und gegenüber dem Schkichtungs- ausschuß bis zum 20. d. Ms., mittags 12 Uhr, schriftlich zu erklären.
Nichterklärung gilt als Ablehnung.
Den Arbeitgebern wird empfohlen, die Leistungszulagen in der bisherigen Höhe beizubehalten.
Die Gründe: Wie u. a. auch in der Begründung zu dem einstimmigen Schiedsspruch für die Berliner Metallindustrie vom 8. November 1930 ausgeführt ist, bedarf es zur Behebung der bereits seit der Jahreswende 1927/28 anhaltenden schweren Wirtschaftskrise „einer wirksamen Preissenkung auf allen Gebieten. Wenn dies auch nicht allein von
• Daten für Sonntag, 18. n. Montag, 19. 3an.: 18. Ian.: 1701: Kurfürst Friedrich III. nimmt als Friedrich I. die Königswürde an; 1871: Wilhelm l. wird deutscher Kaiser; 1923: der Jurist Karl von Gareis in München gest. — 19. Jan.: 1809: der Dichter Edgar Allan Poe in Boston geb.; 1863: der Nationalökonom Werner Sombart in Ermsleben geb.; 1868: der Schriftsteller Gustav Meyrinck in Wien geb.
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Regen Vind u.Schnee
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Von Belloc Lowndes
Copyright by Ernst Oldenburg, Verlag, Leipzig 0 1.
âomehunk
(Nachdruck oerboten.)
Die Gäste saßen bereits am Tisch in der von der Saftgeberin angeordneten Reihenfolge. Katty hatte Mn Platz neben dem Amerikaner van Bergh, der mit unverhohlener Bewunderung betrachtete. An Mer anderen Seite saß Lady Mangel. Der Prinz, k Bankhalter und Croupier zugleich war, bat mela neben sich. Ihr gegenüber befand sich Prin- WN Lola.
L Die übrigen Gäste waren zwischen ihnen verteilt, fiwor das Spiel seinen Anfang nahm, gab es noch r1^ Diskussion, ob mit Spielmarken aus Perlmutter mit wirklichem Geld gespielt werden sollte. Geld Mb Trumpf. m . ,
(.Prinz Dragonov holte unter dem Tisch eine Brief- hervor, aus der er mehrere Bündel französischer Fanfnoten von verschiedensten Werten nahm.
1 Das Spiel begann. Man war sich sehr bald Muber klar, daß die einzigen wirklich ernsthaften Wiler die Herren van Bergh und Boyd-eonuth, Mdame Alido und die Prinzessin waren. Der Wirikaner spielte sehr hoch und mit ständigem Iw. Er gewann eine beträchtliche Summe. Dann IN er an, immer die letzten sechs Nummern zu und hatte mit einem Schlag den ganzeni
auf 35. Von da an verfolgte ihn das Pech.
L^as nun geschah, erinnerte Angela Graham iMrziich an die Ereignisse jenes unheilvollen Mdknds in Mrs. Evelyns Haus in London.
L Nr. van Bergh wandte sich an seine hübsche iNNim „So, Miß Katty, jetzt werde ich für Sie
I Er setzte eine Tausend-Francsnote auf Rot. Rot Mann. Lächelnd meinte er: „Sollen nur die zwei
stehen lassen?" m
I« 'S bitte ja!" rief Katty begeistert, „es ist höchste baß ich auch einmal Glück habe!" Lieber gewann Rot. Und wieder hatte Katty Er-
12 Noch kurzer Zeit lagen acht Banknoten von je I W Francs vor ihr. . -
„Und was nun, Miß Katty?"
„Ich lasse sie wieder stehen," rief sie aufgeregt.
Rot gewann von neuem.
„Wollen Sie jetzt nicht aufhören?"
„Nur noch einmal!"
Der Prinz lächelte finster, fast geheimnisvoll. Als die kleine weiße Kugel wieder in ein rotes Feld fiel, rief er: „Ich gratuliere Ihnen, Katty!"
„Das dürfte für jetzt genug sein," sagte van Bergh und schob Katty Raevski 32 000 Francs hin.
Während der großzügige Amerikaner für die Russin gewann, hatte er für sich selbst während der letzten sechs Nummern verloren. Die auf dem grünen Tuch mit Gelb bezeichneten Nummern des ersten Dutzends gewannen ununterbrochen. Angela bedauerte schon, den Rat des Prinzen nicht befolgt zu haben. Sie hatte es schließlich satt, nur Zuschauerin zu sein und wechselte eine ihrer kostbaren Fünfpfundnoten.
In dem sichern Gefühl, daß jetzt zweifellos das mittlere und letzte Dutzend drankommen würden, deckte sie die Nummern 13 bis 36. Aber ihr schönes Geld schmolz wie der Schnee an der Sonne. Zum Schluß blieben ihr nur noch 50 Francs.
Sie hätte etwas darum gegeben, wenn sie sich jetzt hätte zurückziehen können. Aber sie wußte, daß dies den Aerger der Prinzessin erregen würde.
In der Zwischenzeit entspann sich zwischen Madame Alido und ihrem Bruder eine eifrige Diskussion über die Vorteile eines gewissen Systems, an der sich die französischen Gäste interessiert beteiligten.
Der Prinz beugte sich zu Angela vor und nahm ihre Fünfzig Francsnote. „Darf ich sie auf Zero setzen," fragte er flüsternd. „Zero hat während des ganzen Spieles erst einmal gewonnen."
Sie nickte viel zu deprimiert, um ernsthaft Darüber nachzudenken. Aber als sie zufällig über den Tisch schaute, sah sie den giftgeschwollenen Blick der Prinzessin auf ihren Vetter gerichtet.
„Bist du toll, Nicholas?" rief sie mit unterdrückter Wut.
Er schüttelte lachend den Kopf. „Falles vos jeur!" erklang feine volltönende Stimme. Und schon tanzte die Kugel. In wildem Wirbel drehte sich der kleine, weiße Dämon, wie sie Madame Uhuo bezeichnete. , ., _ ,
Fast in der letzten Sekunde, ehe die Kugel anhielt, rief van Bergh: „Tausend Francs aus Zero!
Eigentlich war es viel zu spät zum Setzen, aber man war ja im Freundeskreis und noch pendelte die Kugel zwischen drei Nummern hin und her. Der Prinz rief zustimmend: „Gut, tausend auf Zero!"
Zero gewann.
Jetzt lief ein, Zittern der Erregung durch die Gesellschaft der Spielenden. Nur Angela und der Amerikaner hatten Gewinneinsätze. Sie seufzte erleichtert auf und berechnete, wieviel 35 mal 60 Francs in englischer Währung betragen würde.
Mr. van Bergh war ebenfalls sehr erfreut über seinen hohen Gewinn.
„Darf ich Ihnen die Summe in den hier ortsüblichen Kasino-Spielmarken auszahlen?" fragte der Prinz. „Sie können damit heute abend weiterspielen."
„Aber selbstverständlich. Sie werden mir sicherlich Glück bringen," gab der Amerikaner zurück.
Nur er und vermutlich der Bankhalter wußten, wie groß trotz des letzten Gewinnes feine bisherigen Verluste gewesen waren. Und doch hatte er keine Lust, aufzuhören. Aber die Prinzessin deutete an, daß sie das Spiel zu beendigen wünsche. Es war sieben Uhr und man hatte über zwei Stunden gespielt.
Kurze Zeit darauf hatten sich die Gäste verabschiedet.
Die beiden Gastgeber blieben mit Angela und Katty Raevsky in der festlich erleuchteten, blumen- durchdufteten Halle zurück.
Die Prinzessin unterdrückte ein Gähnen. „Es war ganz nett," meinte sie in liebenswürdigem Ton zu ihrer Gesellschafterin. Dann gingen sie langsam die teppichbelegte Treppe hinauf.
Der Prinz ging in das Empfangszimmer zurück. Katty Raevski folgte ihm. Einen Augenblick später hörte Angela zu ihrem maßlosen Erstaunen durch die Stille des Hauses den Klang sich heftig zankender Stimmen. Auf einmal stürzte die Russin mit einem wahren Wutschrei in die Halle. „Es ist mein Geld," schrie sie „und ich behalte es!" Und ohne einen Blick auf Angela zu werfen, verschwand sie durch das Billardzimmer.
Gleich darauf erschien Nicholas Draganoo. Er sah so zornig aus, wie Angela ihn noch nicht gesehen hatte. Als er sie erblickte, gab er sich alle Mühe, ruhig zu erscheinen und sagte lächelnd: „Die Nachtruhe wird uns sicherlich gut tun nach dieser anstrengenden Tagesarbeit."
Angela hielt chm ihre Hand hin. „Gute Nacht und vielen Dank, daß Sie für mich auf Zero gesetzt haben!"
Ein liebenswürdiger Schein ging über sein erregtes Gesicht. Mit einem halb humoristischen Blick nach oben legte er warnend den Finger auf die Lippen.
„Gute Nacht," wiederholle sie.
Als einzige Antwort ergriff er ihre ausgestreckte Hand und zog sie langsam in das Zimmer, in dem sich die Gäste am Nachmittag zuerst versammelt hatten. Es brannte nur eine Flamme und das Teegerät stand noch herum.
Angelas
Geld in
Noch halb in der Tür ließ der Prinz Hand los und zog feine Brieftasche.
„Würden Sie gern Ihr französisches englische Banknoten uipwechseln?" Er hielt ihr vier
Fünfpfundnoten hin.
„Oh, aber foviel ist es ja gar nicht!"
„Unsinn!" gab er zur Antwort.
Sie nahm die 1700 Francs aus ihrer Handtasche und erhielt dagegen vier zusammengefaltete
englische Banknoten. „Wie soll ich Ihnen danken," flüsterte sie und ihre Stimme zitterte vor Abwar reichlich viel
spannung, denn der ganze Tag für sie gewesen.
Er trat einen Schritt näher,
legte feine Hände ihr ernsthaft ins
auf ihre Schultern und schaute , ...
Gesicht, das er noch niemals so weich gesehen Halle. Wie unter einer hypnotischen Kraft fühlte sie sich von diesem warmen, prüfenden Blick gleichmäßig stark abgestoßen und angezogen und für einen flüchtigen Augenblick empfand sie bewußt das Bedürfnis, ihren Kopf an seine Brust zu legen. Das war jedoch nur das Verlangen des Kindes und nicht des Weibes in ihr, hervorgerufen durch die unendliche seelische Vereinsamung, mit der ihr jetziges Leben sie täglich und stündlich immer mehr
umgab.
In feine Augen trat ein leidenschaftlicher Glanz. Er faßte die zarten Schultern fester. Auf einmal war es Angela, als ob sich Lord Cherwells Gesicht zwischen sie und den Prinzen drängte.
Mit einem gestammelten „Verzeihung, mir ist
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nicht gut“, entschlüpfte sie ihm und hielt sich wußt an einer vergoldeten Säule fest, auf de Base mit Rosen stand.
der eine
(Forttetzung folgt.)