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Nr. 4

Dienstag den S. Januar

Sette S

^nau, die am 5. Januar 1931 im neuen Vollver- Mmlungssaal des Kammergebäudes stattfand, Durde von Herrn Generaldirektor Professor Dr. ng, e. h., Dr. phil.nat.b.c. Bernhard Salomon zg Alterspräsidenten eröffnet. Er begrüßte zu- ^chst die Mitglieder der Bezirksstelle Wetzlar, die ^xch den mit Wirkung vom 1. Januar 1931 er- Men Zusammenschluß der beiden Kammern Mit- ,lieder der Gesamtkammer geworden sind und gab ier Hoffnung Ausdruck, daß die Tendenz zum ^usamnienschluß auf dem Gebiete der Handels- ammerorganisation fortschreiten möge, da nur -ro^e und leistungsfähige Kammern die Interessen )er Wirtschaft wirksam zu vertreten vermöchten, yas vergangene Jahr habe der Wirtschaft tiefe Bünden geschlagen, der bewährte Unternehmungs- >eift des deutschen Kaufmanns, welcher der Feind xder. Flaumacherei fei, werde aber auch der gegen- värtigen Schwierigkeiten Herr werden. Ein Zei­hen solchen Unternehmungsgeistes sei auch der Neubau der Handelskammer, der an« teile besonderer Feierlichkeiten durch die heutige geschäftliche Sitzung cingeweiht werde. Herr Vize- ,rasident Deines, Hanau, überbrachte zur Weihe >es Neubaues die Glückwünsche der Geschäftsstelle ^anau und überreichte als Erzeugnis der Hanauer Uelmetallindustrie eine von Hanauer Künstlern miworsene und in Hanauer Betrieben hergestellte ilberne Wahlurne.

Die darauf folgende Wahl des Präsidiums er- [ab die Wiederwahl des Herrn Otto Hauck als ßräfibenten, des Herrn Professor Dr. Salomon ,(5 Vizepräsidenten und ersten Stellvertreter des Präsidenten und der Herren Wilhelm Hofmann- gang, Paul Hirsch, H. C. Deines (Hanau) mb Kommerzienrat F. Neitzert (Fulda) als gizepräsidenten der Kammer; neu hinzu gewählt Durbe als Vizepräsident Herr Kommerzienrat )r. ing. E. h. Ad. Köhler, der bisherige Vor- itzende der Industrie- und Handelskammer Wetzlar. ' Herr Präsident Hauck sprach Herrn Professor Dr. Salomon den Dank der Versammlung für seine hervorragende Tätigkeit bei der Planung und Durchführung des Neubaues der Kammer aus. Er eilte sodann mit, daß Herr Geh. Kommerzienrat Dr. Leo Gans wegen seines hohen Alters sein Amt 115 Mitglied der Kammer niedergelegt habe, und gedachte mit ehrenden Worten dessen unermüd- jchen Wirkens für die Frankfurter Wirtschaft. Die 8er|ammlung wählie Darauf Herrn Geheimrat Sans einstimmig zum Ehrenmitglied.

Neue Momente ki der Frankfurter Hehleraffäre.

: Die Vernehmungen in der Angelegenheit des Internationalen Einbrechers Hecken und der da­mit verbundenen Frankfurter Hshleraffärs laufen weiter und zeitigen teilweise rechr interessante Sr» jebniffe. Erfreulicherweise kann oster heute schon gesagt werden, daß der Skandal nicht den Riesen- itnfang annimmt, wie zuerst befürchtet wurde. Wenn im Promenadencafë. Hehlergeschäfte >n einem ;ewissen Umfange getätigt wurden, so scheint der kafstier Landsberg allerdings sehr belastet. Er wirb noch mehr belastet durch eine Anzahl Ge- chästsleute, die, mittelbar oder indirekt, von ihm Sachen gekauft haben. Diese Leute, denen bewußte Hehlerei nicht vorgeworfen werden kann, beeilten ich jetzt, die Sachen zur Kriminalpolizei zu brin« jen, nachdem die Angelegenheit jetzt mZ Rolle« ge- ommen ist. Die meisten Verhafteten beteuern ^^lchuld: all- Wen ch besten Glauben ge-

persönliche Bekannte Landsbergs, die ständig m Promenadencafè verkehrten und Karten spiel­en. Man hatte in diesen Kreisen in die Lands- rergschen Verhältnisse genügend Einblick, um be- greifen zu können, daß der Kaffeehausbetrieb nicht illzu rentabel war. Man glaubte daher zu ver­stehen, daß Landsberg „Nebengeschäfte" machte, )ier aus einem Konkurslager billige Waren er- tand, dort von einem Privatmann für wenig Selb Schmucksachen usw. kaufte. Man will keine bedenken gehabt haben, ihm diese Waren zur Veiterveräußerung kommissionsweise oder gegen bar abzunehmen. Bezeichnend ist der Fall Simon Wolf — Peter Krag,. beide seriöse Geschäftsleute, >iè ebenfalls verhaftet worden sind. Der Auktio­nator Simon Wolf war ständiger Gast im Lands- dergerfchen Café, und Landsberg bot U)m eines Tages eine Anzahl ältere ■ und teilweise defekte Tchmucksachen an, die Wolf für ihn verkaufen sollte. Auf die Frage nach dem Woher erklärte Landsberg, die Sachen stammten von seinem Bru­der in Leipzig, teilweise noch aus der Inflations­zeit. Wolf hatte nun keine Bedenken und versuchte zuerst big Goldwaren einem auswärtigen Händler zu verkaufen, gab sie aber zurück, weil Landsberg einen zu hohen Preis hierfür gefordert haben soll. Später versuchte er sein Glück noch einmal, nach­dem Landsberg feine Forderung herunterschraubte. Der endgültige Käufer war schließlich der Uhr­macher Krag', der, als er auf Befragen erfuhr, daß die Sachen von dem als seriös bekannten Landsberg stammten, ebenfalls keine Bedenken hatte. Es gilt natürlich abzuwarten, wie sich die Angelegenheit weiter entwickelt, und ob die Bekun­dungen dieser beiden Geschäftsleute auf Wahrheit beruhen. Uebrigens war Landsl rg nicht der In­haber, des Promenadencafès, sondern nur der Ge­schäftsführer der Gesellschaft, in deren Besitz sich das Café befindet.

3» den Zahlungsschwierigkeiten des Fechenheimer Bankvereins

: Auf den Beschluß der Stadtverordnetenver­sammlung, sofort Maßnahmen zu ergreifen, um die kleinen Sparer, die durch die Zahlungsschwierig­keiten Des' Fechenheimer Bankvereins bedroht wer­den, zu schützen, teilt der Magistrat mit: Die Spar­guthaben der kleinen Sparkunden des in Schwierig­keiten geratenen Fechenbeimer Bankvereins — etwa w Höhe von 25 000 RM — können nur dann von Zeiten der Städtischen Svarkasse, bzw der Stadt­gemeinde sofort — vorschußweise — ausgezahlt wer« den, wenn sich Genossenschaftsmitglieder des Fechen­heimer Bankvereins bereit finden, in Höhe ihrer Haftsummen der Städtischen Sparkasse bzw. der ^ladtgemeinde satzungsmäßige Sicherheiten in aus« sichender Höhe zur Verfügung zu stellen.

Neubau für das staatliche Verusspädagogische Institut

: Dem Vertrag zwischen dem Preußischen Staat ^d der Stadtgemeinde Frankfurt a. M. über die ^micbtung eines Neubaues für das staatliche Be- rufspädagogische Institut soll von der Stadtverord- ^tcnvers'ammlung zugestimmt werden. Das Ge- daude wird von der Stadt Frankfurt errichtet wer-

und soll möglichst bis zum 1. Arril 1933 ge­brauchsfertig sein. Die Baukosten sind auf höchstens WO Mill. RM begrenzt. Die Ausstattung mit

Abfahrt des Rekhskamlevs «ach den deutsche« Sstmavke«

Schwarzkünsters und weiland Rektors des Kreuz- nacher Gymnasiums, des Vorbildes des Goethe- chen Faust, ist von den jetzigen Besitzern zu einem Lass umgebaut worden.

Ein Neujahrsglückwunsch ein Jahr unterwegs

—Melsungen, 5. Jan. Eine eigenartige Ueber» raschung erlebte ein hiesiges Ehepaar, das am Neujahrstage nach Kassel fuhr, um dortigen Ver­wandten persönlich zum neuen Jahr zu gratulieren. Die Kasselaner bedankten fid) für eine Neujahrs­karte, Lie sie tags zuvor erhalten hatten. Da das khepaar sich bewußt war, in diesem Jahr nicht christlich gratuliert zu haben, untersuchte man die leine, in einem Umschlag steckende Glückwunsch- karte genauer, und es stellte sich heraus, daß die Drucksache genau ein Jahr unterwegs gewesen war. Der Poststempel lautete nämlich: „Melsungen 31 .12. 29".

Vor der Abfahrt: 1 Reichskanzler Dr. Brüning, 2 Reichsbahnpräsident Dorpmüller, 3 Reichsminister Treviranus.

Mobilar usw. ist Sache des Staates. Die Stadt stellt als Bauplatz ein Grundstück in der Nähe der Universität zur unentgeltlichen Verfügung. Der Staat gewährt zu den entstehenden Baukosten einen Zuschuß von 50 Prozent. Die Stadt Frankfurt übernimmt auf ihre Kosten die Unterhaltung des Gebäudes und der zugehörigen Hof- und Garten­anlagen, sowie die Heizung, Beleuchtung und Feuer­versicherung. Die Kosten des Schulbetriebes, ins­besondere die Besoldung, die Ruhegehälter und die Hinterbliebenenbezüge des Direktors, der Lehrer und Angestellten des Instituts trägt dagegen der Staat. Was die Finanzierung des von der Stadt­gemeinde zu tragenden Baukostenanteils von 540 000 RM und der übernommenen laufenden Kosten anlangt, so hat der Staat weitgehend Kom­pensationen für die Leistungen zugesichert.

Raubüberfall in Frankfurt

: Wie erst jetzt bekannt wird, ist in der Nacht zum 31. Dezember in der Schweizerstraße ein MMN W>®

beraubt worden. Sie Täter konnten bis jegr noch nicht ermittelt werden.

Die Frankfurter Grundvermögenssteuer wird wieder ermäßigt

: Nach § 5 des Finanzausgleichsgesetzes steht dem Finanzminister ein Einspruchsrecht bei Er­höhung von über 250 Prozent gemeindlicher Zu­schläge zur Grundvermögenssteuer zu. Der Reichs­finanzminister hat auf dieses Recht verzichtet, wenn die durch Gemeindebeschluß für Frankfurt auf 275 Prozent festgesetzte Erhöhung der Zuschläge zur Grundvermögenssteuer nur mit 265 Prozent er­folgt. Dabei ist vom Minister zum Ausdruck ge­bracht worden, daß einer weitergehenden Erhöhung der Grundvermögenssteuer nicht zugestimmt werden könne, da die Stadtgemeinde den Ausfall durch Verdoppelung der Biersteuer ausgleichen kann. In Ausführung der ministeriellen Anordnungen hat der Bezirksausschuß in Wiesbaden dis verfügte Er­höhung der Grundvermögenssteuer von 225 auf 275 Prozent nunmehr auf 265 Prozent festgesetzt. Das bedeutet, daß für die vorgesehene Zeit von Terminen (6 Monate) statt 4 Prozent nur 3,2 Pro­zent Mieterhöhung eintritt. Der Magistrat hat be­schlossen, die am 31. Oktober festgesetzten Sätze der Biersteuer ab 1. Februar weiter zu erhöhen. Die Verdoppelung der Viersteuer wird für die zwei letzten. Monate des Haushaltsjahres etwa 300 000 RM einbringen, der Ausfall der Grundvermögens­steuer beträgt etwa 600 000 RM.

Aus KM mrd Ke««.

Ein „Nachlgespeust" in Hünfeld

— Fulda, 5. Jan. In Hünfeld ist ein Bursche aufgetaucht, der sich nach dem berüchtigten Berliner Muster in die Schlafzimmer von Frauen und Mädchen einschlich, diese aus dem Schlaf schreckte und zu vergewaltigen versuchte. In etwa zehn Fällen hat er die Fensterscheiben von Parterre- Wohnungen eingedrückt, um sich einen Weg zu den Schlafzimmern zu bahnen. In drei Fällen klopfte er an Schlafzimmerfenster, bis geöffnet wurde, und versuchte einzusteigen. Als er in Fulda seine Tätigkeit fortsetzen wollte, wurde er von einem Ehemann festgehalten und der Polizei übergeben. Es ist ein mehrfach wegen Sittlichkeitsdelikten vor­bestrafter Vagabund.

Geplanter Raubüberfall

— Aschaffenburg, 5. Ian. Wegen eines geplan­ten Raubüberfalls wurde ein auf der Wanderschaft befindlicher Mann festgenommen. Nach den Angaben eines Kameraden befand er sich im Besitze eines Revolvers und scharfer Patronen. Beide planten eine Frau zu überfallen, folgten dieser auch vom Scharfeck bis zur Brentanostraße, der Ueberfall unterblieb ober, da der Gefährte des Revolverträgers, der be­reits in der Fremdenlegion war, nicht zugriff.

Kündigungen bei der Kahlgrund-Lisenbahu

— Schöllkrippen, 5. Jan. Angesichts der un- günstigen Wirtschaftslage ist von der Direktion der Kahltalbahn, die von der Kahlgrund-Eisenbahn be- trieben wird, dem gesamten Verkehrspersonal zum

1. April d. J. gekündigt worden. Wie die Direktion mitteilt, handelt es sich um eine vorsorgliche Maß. nähme.

Bei der Luche nach einem Nachtlager tödlich abgestürzt

— Gießen, 5. Jan. Der 53 Jahre alte Landarbeiter Placide Audra, ein Franzose, der bis vor einiger Zeit hier gearbeitet hatte, versuchte als Arbeitsloser nachts in einer Feldscheune bei Gießen zu über» nachten Auf der Suche nach einem geeigneten Nacht­lager stürzte er in der Scheune ab und blieb auf der Stelle tot liegen. Der Unfall hat sich schon vor fünf Tagen ereignet, heute früh wurde aber erst die Leiche aufgefunden.

Zur Mainzer Bluttat

— Mainz, 5. Jan. Der Kaufmann Ebling, der am 2. Januar an seinem Schwiegervater, dem Photographen Metz, einen Mord begangen hat, wurde heute auf der Kriminalpolizei einem mehr- ■bie^L gibt aber an, in seinem ihm haften Zustand gehandelt zu haben. Die Briefe an seine Braut und deren Mutter habe er schon am Vormittag der Tat geschrieben. Die Mordwaffe will er unbewußt zu sich gesteckt haben. Ebling gab weiter an, daß er sich mit dem Erstochenen zunächst unterhalten habe. Plötzlich habe er ihn unter irgend einem Zwang umfaßt und auf ihn ge­stochen; er will sich aber nur eines Stiches erinnern. Nach der Tat traf er mit seiner Braut, die von dem Vorfall nichts gewußt habe, zusammen. In Wiesbaden nahmen sie gemeinsam in einem Restaurant ein Essen ein. Nachdem sie sich dann ge­trennt hatten, versuchte er, wie bereits gemeldet, sich im Rhein zu ertränken. Ebling war bis kurz vor der Tat bei seinem Onkel in Wiesbaden in Stellung, hat aber drei Tage vor der Tat seine Stellung ohne jede Veranlassung getünbigt. Der Täter, gegen den Haftbefehl erlassen worden ist, wurde in das Landgerichtsgefängnis eingeliefert.

Eine traurige Statistik.

— Mainz, 5. Ian. In Auswirkung der allge­meinen Wirtschaftskrise hat sich die Zahl der Selbst- morde in Groß-Mainz im abgelaufenen Jahre be­trächtlich vermehrt. 1929 verzeichnete man 51 Selbst­morde, 1930 dagegen mehr als 80. Ursache der Selbstmorde, bei denen es sich in der Mehrzahl um männliche Personen handell, ist in erster Linie die verschärfte Wirtschaftskrise; aber auch zerrüttete Familienverhältnisse — ein Zeitübel — und nicht zuletzt auch die „unglückliche" Liebe kommen als Motiv der Tat in Betracht. Die Mehrzahl der Selbstmorde ist begangen worden durch Vergiften und Erhängen, dann durch Ertränken und Ueber« fahrenlassen und schließlich durch Erschießen.

Aus dem fahrenden Zug gestürzt

— Worms, 5. Jan. Auf der Fahrt von Worms nach Osthofen öffnete der 67jährige Maurer Deibert die Abteiltür des Zuges und stürzte aus dem in voller Fahrt befindlichen Zug. Mit zerschmetterten Gliedern blieb er tot auf dem Gleis liegen. 'Ein aus Richtung Gau-Odernheim kommender Zug erfaßte die Leiche und riß sie in Stücke.

Seine Begnadigung Meons

—Darmstadt, 5. Jan. Die Nachricht, der wegen Tötung eines Mädchens am 15. Oktober 1926 zu 15 Jahren Zuchthaus verurteile Student Meo« sei begnadigt worden, trifft nach Mitteilung des hes­sischen Justizministeriums nrcht zu. Es ist eine Be­gnadigung auch nicht-in Aussicht genommen.

Fehlbetrag bei den Marburger Festspielen

— Marburg, 5 Ian. Die vorjährigen Marburger Festspiele schließen, wie der Magistrat mitteilt, mit einem Fehlbetrag von 18 495 Mk. ab. Er bewilligte die Deckung dieses Betrages aus der Erkenntnis heraus, daß. die Marburger Festspiele von Jahr zu Johr gesteigerte künstlerische und kulturelle sowie verkehrswerbende Bedeutung erlangt haben. In einer am Dienstag stattfindenden Sitzung werden sich die Stadtverordneten mit der Deckungsfrage be­schäftigen.

Faust's Wohnung wird Café

— Bad Kreuznach, 5. Jan. Das Wohnhaus des Doktors Johannes Sabillious Faustus, Alchimisten,

Nsmd dev iechMchen ÄA- sestelliett und BsamSen

Vom Bund der technischen Angestellten und Be­amten wird uns geschrieben: Das Jahr 1930 war für die Berufsorganisation der Techniker ein solches der intensivsten Betätigung. Wie auf allen Wirt­schaftszweigen, so lastet die Krise auch auf den in der Produktion oder in der öffentlichen Verwal­tung beschäftigten technischen Angestellten und Be­amten. Wenn es trotzdem der Organisation gelun­gen ist, die größten Härten abzuwenden, so ist das nur der inneren Stärke zu verdanken^ die sich auf das solidarische Verhalten aller Mitglieder und deren Mitarbeit stütz. Vor allem galt es, die sozialpoliti­schen Rechte und die erreichte Lebenshaltungsgrund- lage zu erhalten. Bei dem in vielen Betrieben er­folgten Abbau war es möglich, die sozialen Verhält­nisse des Einzelnen zur Berücksichtigung zu bringen. Mit Hilfe der Betriebsvertretungen und oft auch der Arbeitsgerichts wurden die schlimmsten Härten abgewendet. So mancher Techniker erreichte erst durch die Organisation das ihm durch Vertrag oder Tarif Zustehènde. In dem Gau Hessen des Bundes, der sich mit den Grenzen des Landesarbeitsamts­bezirks Hessen deckt, wurden durch Verhandlungen mit den Arbeitgebern und durch Vergleiche bzw. Urteile der Arbeitsgerichte erster und zweiter In­stanz erreicht: 30 Weiterbeschästigungen nach er­folgter Kündigung, 15 Zeugnisse, die unbefriedigend ausgestellt waren und Abfindungen, Entchädigun- gen und sonstige geldliche Ansprüche aus dem Dienstverhältnis im Betrage von RM 46 600. — An dem Gesamtmitgliederzuwachs des Bundes auf 70 000 ist der Gau Hessen mit 2'25 beteiligt, so daß hier jetzt ca. 3900 technische Angestellte und Be­amte Butabmitglieder sind. — Den durch die Krise ober sonstige Umstände in Not geratenen Mitglie­dern konnte die Organisation durch Beratung, Stellenvermittlung und finanzielle Unterstützung helfen. Bis zum Ende des Jahres sind an Unter­stützungen rund 1 Million Mark aufgewendet wor­den. Der Winter wird leider noch größere Opfer fordern. Sind doch jetzt schon 8000 Mitglieder des Bundes im Reiche stellenlos.

Die -eMche Slte^ta

Elli Beinhorn, die erst kürzlich mit dem Silbernen Sportflieger« abzeichen ausgezeichnet wurde, ist wie gemeldet, von Berlin mit einer 49 ?8-Klernm-Maf'chine zu einem Flug nach Westafrika gestartet.

Basel, 5. Ian. Die Fliegerin Elly Beinhorn, die heute früh um 10.20 lihr in Stuttgart zu ihrem Amerikaflug nach Lyon weitergcstartet ist, mußte wegen des schlechten Wetters bei Bessingen im Schwarzwald landen Sie geriet bald nach ihrem Start in dichtes Schneetreiben und Nebel, so daß sie sich zu einer Landung auf einem Felde entschließen mußte. Nach zweistündigem Aufent- Hatt erhob sie sich mit ihrem Klemm-Flugzeug vom völlig verschnetten Felde, und nach kurzem Weiter­fluge landete die Fliegerin in Basel. Die Fliegerin wird morgen früh, falls das Wetter günstig ist, ihren Weiterflug nach Lyon antreten.

Tumult in einem Berliner Jugendheim

Berlin, 5. Jan. In dem Jugendheim Willdenow- straße 5 am Wedding kam es heute nachmittag zu schweren Ausschreitungen. Von den etwa 80 an­wesenden Jugendlichen beteiligten sich 50 an einem Tumult, der von einigen Rädelsführern inszeniert war. Sie zertrümmerten Einrichtungsgegenstände und schütteten das warme Essen auf den Fuß­boden. Der Leiter des Heims rief schleunigst die Polizei herbei, doch waren die Täter bereits ge. flüchtet, als die Beamten eintrafen.