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Stift S

Samstag, bett S. Januar 1931

Nr. 1

Mahnung an die Sp-vtlev

Dieses Schild hat ehe evangelische Gemeinde im Erzgebirge am Anfang des Ortes ausgestellt; eine Mahnung an die Sportler, ein Stündchen ihrer Zeit, die sie in den weißen Bergen verbringen, für einen Kirchgang zu erübrigen.

fachen entsprechen. Der Grenzbeamt« erklärte, daß man dem jungen Polen zunächst anbieten werde, in die Frenrdenlegion einzutreten. Sollte er dieses Angebot ablehnen, so werd« man ihn über die Grenze obschieben. In welcher Form diese Ange­bote vorgebracht werden, wird wohlweislich ver­schwiegen, ist aber für alle diejenigen kein Ge­heimnis, die das ungeheure Glück gehabt haben, aus der Hölle der Fremdenlegion zu entkommen. Es dürft« außerdem nicht schwer sein, einem ausge­hungerten und durch Elend und Not verzweifelten Menschen ein Angebot annehmen zu lassen, das ihm zum mindesten Len Schein der Hoffnung gibt, sein tägliches Brot zu verdienen.

Zur DuvMühmwg dev Vüvsevfteuev

Dem Reichsrat liegt . zurzeit ein (von den Reichsratsausschüssen bereits genehmigte) Verord- ordnung vor, die einige Fragen der Bürgersteuer für 1930 behandelt. Nach den bisherigen Durch­führungsbestimmungen wird die Bürgersteuer 1930 in zwei Raten am 10. Januar und am 10. März 1931 fällig. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, jede dieser Rate bei der auf den Fälligkeitstag folgen­den Lohnzahlung einzubehalten und an die "Te- meindekaffe abzuführen. Zur Vermeidung von Här­ten wird nun in der neuen Verordnung bestimmt, daß in den Fallen der Lohnzahlung für Zeiträume von nicht mehr als einer Woche jede der beiden Bürgersteuerraten auf mehrere Lohnzahlungen ver­teilt werden kann.

Ferner stellt die Derordnung ausdrücklich fest, daß die Ausländer von der Bürgersteuer nicht be­freit sind. Andererseits erstreckt sich in den Fällen, in denen der Ehegatte von der Bürgersteuer be­freit ist, die Befreiung in jedem -Falle auch auf die mit ihm in einem Haushalt lebende Ehefrau, also auch dann, wenn die Frau eigenes Arbeitsein­kommen haben sollte.

Der poMsche Doppelmovd kn Berlin

Berlin, 2. Jan. Die politische Bluttat, die sich in der Neujahrsnacht in der HufÄandstraße abspielte und bei der Reichsbannermann Schneider und der Bankbeamte Graf durch Revoloerschüsse getötet wurden, hat die Kriminalpolizei und die Abtei­lung IA zu umfassenden Ermittlungen veranlaßt. Nach dem bisherigen Ergebnis hat sich die Blut­tat etwa folgendermaßen abgespielt: Einige Ange­hörige des Reichsbanners wollten ihre Damen nach Hause bringen. Als sie, unter ihnen auch Schneider, an dem im Hause Hufelandstraße 31 befindlichen Stammlokal der Nationalsozialisten vorbeikamen, wurden sie angerempelt, so daß sich eine Schlä­gerei entwickelle. Die Reichsbannerleute zogen sich in ihre Gastwirtschaft zurück. Als später der Zigarrenhändler Schneider und sein Sohn nach Hause zurückkehrten, mußten sie die Feststellung machen, daß inzwischen einer ihrer politischen Geg­ner in das Geschäft eingedrungen war. Er befand sich in einem heftigen Wortstreit mit Frau Schnei­der, bei dem er nach deren Aussage Drohungen ausstieß. Als Schneider und sein Sohn den Toben­den aus dem Geschäft werfen wollten, gab dieser aus ganz kurzer Entfernung mit einem Revolver einen Schuß ab, der dem jungen Schneider in den Bauch drang, so daß er an innerer Verblutung starb. Nachdem der Täter den Schuß abgegeben hatte, ergriff er die Flucht und gab auf Graf, der vor dem Laden stand, einen weiteren Schuß ab, der jenem in den Kopf drang.

wieder ein verwegener Bankraub

Um ben, 2. Jan. Auf die Spar- und Dar. leheuskafse in Marienhase (Ostfriesland) wurde heute abend ei-n Raubüberfall verübt. Den Tälern

e» handelt sich um drei Personen sollen rund 10 000 RM in die Hände gefallen sein.

Hierzu erfahren wir noch folgende E-inzelhe-iten- Kurz nach 18 Uhr hielt etwa 20 Meter von der Spar- und Darlehnskasse von Marienhafe ent- fernt ein Kraftwagen, dem drei maskierte Männer entstiegen, die in den Kosfeenraum der Bank ein­drangen. Mit vorgehaltenen Revolvern einer der Räuber verfügte sogar über zwei Waffen drangen sie auf die anmefenben Beamten ein und holten etwa 10 000 RM aus dem Zahltisch. Wäh­rend zwei der Räuber mit dem geraubten Gelde zum Auto zurückeilten, hielt der dritte die im Kassenraum weilenden Bamten mit der Waffe im Schach. Der dritte der Banditen sprang erst im letzten Augenblick in den Wagen. Den Bankbe­amten, die über kein« Waffen verfügten, blieb nichts weiter übrig, als den Landjäger zu benach­richtigen, der die verschiedenen Polizeistationen von dem Raubüberfall sofort in Kenntnis setzte, damit die Landstraßen abgeriegelt würden. Nicht lange nach dem Ueberfall wurde das Auto der Banditen zwischen Marienhafe und Engerhave, nur einige Kilometer vom Tatort entfernt ausgefunden. Wie inzwischen festgestellt werden konnt«, handelt es sich um einen in der vergangenen Nacht gestohlenen Wagen.

Der Raubüberfall hat manche Ähnlichkeit mit dem auf die Filiale der Deutschen Bank und Dis­kontogesellschaft in Köln-Lindental verübten. Es heißt, daß einer der Bankräuber in der ver­gangenen Woche bei der bestohlenen Bank hollän­dische Gulden gewechselt haben soll, wahrscheinlich um sich über die Lokalitäten zu informieren.

Die Schatzkammer dev Madonna

Line Kette aus 100 000 Brillanten.Mekka" am Ufer des Ebro

Saragossa ist sozusagen die Hellige Stadt Spa­niens, und der Platz vor der Kirche Nuestra Senora del Pilar dasMekka" aller Bettler und Krüppel der Stadt. Die Kirche beherbergt als höchstes Kleinod das wundertätige Bild der Jungstau, das hinter dem Hauptaltar in einem Marmortempel auf einer Jas­pissäule thront. Die Gottesmutter war, wie eine Legende erzählt, im 40. Jahr der christlichen Zeit­rechnung an den Ufern des Ebro erschienen und hatte den Wunsch ausgedrückt, daß sich an dem Platz, den ihr Fuß betreten, eine Kirche erheben möge. Es ist die reichste Madonna Spaniens, wenn nicht die reichste der Welt überhaupt, die in der Kirche del Pilar als Schutzpatronin von Saragossa die Gläubigen zu ihren Füßen sieht. Ihre Schatzkammer zählt mehr Edel­steine als die Krone Englands. Seit 400 Jahren häufen sich in den Vitrinen der Sakristei der Kirche die Diamanten, die dort in ungezählten Reihen über­einander geschichtet sind. Spanien wird nicht müde, die kleine Madonna aus Alabaster mit allem zu ver­sehen, was dazu dienen kann, den Glanz und die Pracht ihres Kults zu erhöhen.

Auf rund 2,8 Millionen Mark schätzt man allein die kleine Diamantenkrone, die der Statuette am Taa des Festes der Heiligen aufs Haupt gefetzt wird, und auf rund 1,8 Millionen Mark beläuft sich der Wert der zweiten, kleineren Krone, die das Jesuskind bei dieser Gelegenheit trägt.Die am lehmigen Ufer des Ebro erba ute Kirche", so schreibt der Re ist - korrespondet eines ausländischen Blattes,die auf dem unsicheren Fundament einer alten Moschee ruht, drohte mit ihrem Marmorschmuck, ihrem Gold, ihren Bannern, die von 20 Republiken Süd- amertas gestiftet wurden, zusammenzustürzen. Um sie vor dem Untergang zu retten, brauchte man aber nicht einen einzigen Edelstein des Schatzes der Madonna anzugreifen. Es genügte ein Wort, um in vier Monaten rund 3 Millionen Mark als erste Baurate für die Kosten der Erneuerungsarbeiten aufzubringen. Ferner ist man entschlossen, die wei­ter erforderlichen Kosten für die im Umbau be­griffene Kirche durch Sammlungen aufzubringen, denn der Schatz der Jungfrau soll in jedem Fall unversehrt erhalten bleiben. Dieser Schatz befindet sich drüben in der Sakristei. Die Lawine der sil­bernenEx voto" ist in der größeren der beiden Sakristeien aufgebaut. Obgleich es sich auch hier um Millionenwerte handelt, scheint es doch eine Bagatelle im Vergleich mit dem mit Edelsteinen ge­füllten Schrank der kleineren Sakristei. Aber es ist nicht etwa ein Panzertresor, wo hier der Schatz verwahrt roiab, sondern ein einfacher großer, mit einer Scheibe geschlossener Wandschrank von zweieinhalb Meter Breite. Wenn er sich auftut, scheint sich ein Riesenfenster auf ein Meer von Diamanten zu öffnen. Da sind beispielsweise hundert­tausend Brillanten zu einer einzigen meterbreiten Kette zusammengeschlossen, die ein­mal im Jahre das wundertätige Bild schmückt, große und kleine Brillanten von einem Wert, der selbst einen amerikanischen Millionär vor Neid er­blassen lassen könnte. Nur die armen Teufel er­blassen nicht. Der Reichtum, der hier aufgehäuft ist, übersteigt eben alle Vorstellungen so gewaltig, daß er nicht einmal die Begierde wecken kann. Das ganze Innere des Schrankes ist ungefüllt mit an­deren Edelsteinen, die sich um das Hauptstück des Schatzes, die große Diamantenkette, gruppieren. Immer wenn man glaubt, den größten Rubin ent­deckt zu haben, bemerkt man einen anderen, noch viel größeren. Man soll sich nicht von dem ersten besten Solitär blenden lassen, denn die Solitäre treten gleich gruppenweise auf. Daneben das un­übersehbare Gewimmel desgemeinen Volkes" der Saphire, der Perlen und der kleinen Brillant­splitter, das sich in breitem Fluß über die Fächer des Schrankes ergießt. Trotzdem bleibt es freilich eine kalte Pracht wie die einer Eisgrotte. Es sind Diamanten von Königen, Königinnen, von reichen Emigranten, Granden von Spanien und an­rüchigen Abendteurern aus Brasilien. Seit vier Jahrhunderten hat Spaniens Reichtum oder Ruhm in diesen Tributen hier eine diamantene Spur hinterlassen.Hier drinnen ist Spaniens ganzer

Ruhm vereinigt", sagte ich zu dem Priester, der mich führt.Nein", antwortete er,sagen Sie lieber, ein Teil seiner Sünden".

wkv reden alle zuviel

Wieviel Wörter benutzen Sie täglich? Diese Frage wird im sehr interessanten neuen Heft desUhu" behandelt:

Anatole France hat dinimal gejagt, er hätte als Schriftsteller etwa 5 Millionen Worte nieder, geschrieben, aber in Wahrheit hätten 5000 auch genügt. Haben Sie sich einmal klaraemacht, wie- viel Worte sie täglich aussprechen? Und wie viele davon ungesprochen bleiben könnten? Wenn wir annehmen," daß der Durchschnittsmensch 1000 Worte in der Stunde spricht, so wären das etwa 16 000 am Tag Die wissenschaftliche Statistik in Amerika hat festgestellt, daß dort 700 800 000 000 000 Worte im Jahre gebraucht werden eine überwältigende Zahl, die ja mehr oder minder für jede Kultur­nation gilt Denn daß die Amerikaner besonders redselig' wären, ist nicht bekannt. Man hat dort herausgefunden, daß der intelligente Durchschnitt unter den kleinen Leuten einen Sprachschatz von etwa 5000 Worten besitzt, während der gebildete Durchchsnittsmensch über einen von 8000 bis 10 000 verfügt. _____

Mr. Gregg, der sich um die amerikanische Ste­nographie sehr verdient gemacht und die besten Lehrbücher darüber geschrieben hat, ist, wie sich das bei solchen Studien von selbst versteht, auch ein großer Sprachgelehrter. Er hat nun bei seinen jahrelangen Bemühungen um die beste und prak­

tischste Verkürzung der Umgangssprache auf steno­graphischem Wege festgestellt, daß es 100 Wörter isten von allen benutzt werden und

gibt, die am meisten von allen benutzt werden und etwa 50 Prozent unseres ganzen Sprachschatzes darstellen. Nachstehend folgen diese Wörter in der Reihenfolge ihrer größten Häufigkeit, wobei bemer­kenswert ist, daß das Wörtchenich" schon an zehnter Stelle steht! der, die das; von, und, zu, ein, in, daß, es, ist, ich, für, sein (besitzanzeigendes Fürwort), war, als (Adverbial-Bestimmung), du, mit, er, auf, haben, durch, nicht, bei, dies, sind, wir, sein (Verb.), aber, sie (Einzahl), alle, oder, welches, will, vom. I)atie, hat, eine, unser, man,

gewösen, kein, ihr (Einzahl), dort, waren, so, mein, wenn; mich, mir; was, würde, welcher, ob, ihm» ihnen, ihr (Mehrzahl), Krieg, dein, nirgends mehr, jetzt, ihre, Zeit, auf, mehr, aus, kann, als (nach Komparativ), mir, sie (Mehrzahl), gemacht, andere, bitteln, Menschen, muß, Leute sagte, darf. Mann, etwa, über, einige, diese, zwei, bevor, sehr, groß, könnte, solch, erste, hinauf, jeder, wie, kom­men, uns, soll, sollte, dann, gehabt, gut, klein, bitte.

Kein Geld in Ehrenbreitstein

Berlin, 3. Jan. Die Finanzlage der ehemaligen Festung Ehrenbreitstcin.ist, wie dieBoss. Ztg." be­richtet, geradezsi trostlos. Sie Kassenbestände reich­ten nicht mehr aus, um die fälligen Gehälter zu be­zahlen, so daß an alle Beamten und Angestellten nur ein Betrag von je 50 RM gezahlt" werden konnte.

LiebestragSdie

sieben,Auf dem gen Bahn­hof wurde heute nacht in einem Abteil 2. Klasse eines Zuges ein Brautpaar tot aufgefunden. Wie durch die Untersuchung festgestellt wurde, hat der junge Mann, der aus Hoym stammte, zuerst seine Braut, ein junges Mädchen aus Halberstadt, und dann sich selbst erschossen.

Gutspächter erschießt seine Hausangestellte

Lochen, 2. Jan. In dem Glauben, einen Ein­brecher vor sich zu haben, erschoß heute früh der Gutspächter Straßburger in Biestern bei Loetzen seine Hausangestellte. Straßburger erwachte gegen Morgen von einem verdächtigen Geräusch. In der Annahme, daß Einbrecher am Werke seien, nahm er sein« Taschenlampe und dinen Revolver und be­gab sich aus den Flur. Als er dort eine Person sah, die auf die FrageWer -da?" keine Antwort gab, schoß Straßburger, der sich in großer Erregung be­fand, in das Dunkel des Flurs. Wie er zu seinem Entsetzen entdecken mußte, hatte er seine eigene Hausangestellte Fräulein Drubba erschossen.

Fortuna in der Backstube

Sprottau, 2. Jan. In der Weihnachtslotterie der Arbeiterwohlfahrt gewann der Bäckerlehrling Ernst Lindner aus Sprotten den Hauptgewinn in Höhe von 25 000 RM. Der Gewinner ist ein Waisen­knabe.

Großer Erdrutsch in Oslo

Oslo, 2. Jan. Ein großer Erdrutsch ereignete sich heute früh am Fluß Glomm in der Nähe von Sarpsborg. Durch die in den Fluß gestürzten Erb­massen wurde die Schiffahrt einige Stunden be- hirüiert, doch ist die Fahrrinne jetzt wieder passier­bar. Menschenleben hat das Ereignis nicht gefor­dert. Der Materialschaden ist noch nicht bekannt, doch dürfte er beträchtlich sein. In den Ortschaften in der Nähe von Sarpsborg und Freüpikstäd ist die Ueberlaridleitung größtenteils gestört.

Das Testament Sir Sefton Brancker

London, 1. Jan. Der englische Luftmarschall Sir Sefton Brancker, der im Oktober mit dem eng­lischen LuftschiffR 101" ums Leben kam, hat sein gesamtes Vermögen in Hööhe von etwa 130 000 RM der englischen Schauspielerin Miß Aurell Lee hinterlassen. Seine Witwe bleibt auf die Pension von 600 RM jährlich angewiesen. Sein 20jähriger Sohn geht leer aus. Fräulein Lee war eine alte Bekannte des englischen Luftmarschalls und hatte als erste Frau zusammen mit ihm den Aequator überflogen. Sie widmet sich jetzt in der letzten Zeit in Amerika der Herstellung von Sprech-

Gv bezwang Mettmeisiev Sapadlauea

.UKk .HiULk ^uuuii ^yuu, uli, ^jLjiumyti. blancas (Porträt rechts).

Auf dem Schachturnier in Hastings (England gelang es dem Inder Sultan Khan den Weltmeiste Capablanca zu besiegen. Sultan Khan fuhr gegenwärtig im Turnier mit 4 Punkten « Capablanca (2%).

fihnen. Die Angelegenheit hat in London erheb liches Aufsehen erregt.

Selbstmord eines politischen Gefangenen in Hon

Rom, 1. Jan. Im hiesigen Untersuchungsgefäch ins machte heute ein gewisser Umberto Ceva seines Leben ein Ende, der wegen Beteiligung an eine antifaschistischen Geheimorganisation verhaftet wor­den war und vor den Staatsgerichtshof gefteÈ werden sollte. In einem hinterlassenen Schreib» an seine Frau hat Ceva die Gründe, die ihn zu te Tat führten, auseinandergesetzt. Eine Untersuchung ist eingeleitet worden, um die Begleitumstände ds Selbstmordes klarzustellen.

weniger Millionäre in A. S. A.

Nach den soeben bekanntgegebenen amtlich» A"7-^k-"77^'. -^u. r-M jn ^" Bereich Ten Staaten haben im Jahre llkü, Uuu punkt der Börsenspekulation bezeichnet, 511 Anè kaner 221 mehr als im Jahr vorher ein Jahres­einkommen von mindestens einer Million Dollar« versteuert. Darunter befanden sich 47 Frauen uni 2 unverheiratete Mädchen, von denen achtzehn Est kommen zwischen einer Million und anderthalb M- lionen Dollars hatten. Bei zweien betrug das Ein, kommen zwischen vier und fünf Millionen Dollars und bei zwei anderen überstieg es sogar noch bis Fünfmillionengrenze. In der höchsten Steuerklasse die ein Jahreseinkommen von fünf Millionen Dol­lars und darüber verzeichnet, erscheinen sechsund^ zwanzig Personen. Die Gesamtzahl der Einkommen- steuer zahlenden Personen überstieg 4 Millionen, uni die vereinnahmte Steuer überstieg um 3,35 Millia« den Dollars den Etat des Vorjahres. Nahezu di Hälfte der gesamten Einkommensteuer wurden vor Angestellten mit Gehalt und Lohnarbeitern aus gebracht. Die Börsenhausse hatte den Hauptanteil ar der plötzlichen Steigerung der Millionärliste. Ich Jahre 1929 sank die Zahl der Millionäre im Zusam­menhang mit dem verminderten Börsengeschäft, uni für das Jahr 1930 dürfte mit einem weiteren emp­findlichen Rückgang der Ziffer der amerikanischer Millionäre zu rechnen sein, da hier der BörsenkraH seinen Einfluß ausüben dürfte.

Radio für Pelzjäger

Eine englische Radiozeitung berichtet über E Verbreitung des Rundfunks in den nördlichsten 0? bieten von Kanada. Radio ist für Pelzjäger in W Schneewüsten Kanadas geradezu unentbehrlich. 2« kanadische Rundfunk unterrichtet die Pelzjäger üb« Wetterverhältnisse und gibt ihnen Ratschläge st die Jagd. Die Empfangsapparate sind sowohl st Kurzwellen- als auch für Langwellencmpfang ein­gerichtet.

Sängerkrieg zum neuen Jahr.

Eine eigenartige alte spanische Sitte will es, das im Reiche des Mikados der Beginn jedes neuen; Jahres einen friedlichen Sängerkrieg sieht. ' Dezember wählt der Kaiser in feierlicher Sitzunj I aus den ihm vorgelegten Stoffen denjenigen aus, bet ihm am besten gefällt im vorigen Jahr hieß dlU Thema:Ein Morgen im Bauernhaus", und bei Minister des Kaiserlichen Haushaltes sorgte dafür daß alle japanischen Dichter durch öffentliche W kanntmachung hiervon erfahren. Dann beginnt dos Wettdichten Bis zum 25. Dezember müssen alle Ein-; sendungen eingegangen sein. Bedingung ist ferittr, daß dieses Gedicht nicht mehr als einunddreißiq Sil­ben zählt, und zwar müssen sich diese auf fünf Heils. verteilen, von denen die erste fünf, die zweite sieben die dritte wieder fünf, die vierte und fünfte sieben Sil-1 den enthalten soll. Ueber tausend Japaner beteiligen j sich jährlich an diesem Sängerkrieg. Die besten Gt-1 dichte werden ausgewählt und dem Kaiser vorgelegi j der unter diesen wieder die Auswahl trifft. Den Z Sieger erwartet als Lohn nur die Anerkennung fei'K nes Lanlldsherrn.

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